ETF Portfolio ab Mitte 50

  • Könntest du bitte dein Portfolio und Herangehensweise in einem gesonderten Thread erläutert bzw. den Link posten in dem du dies bereits getan hast? Betreibst du market timing oder hat der hohe Geldmark-Anteil einen anderen Grund? usw.

    Hier mal eine Ausgliederung auf Wunsch unseres wiederauferstandenen Heiligen ;)

    Ein gesonderter Thread lohnt sich fast nicht, so komplex ist es nicht. Ich bin zwar schon gefühlt ewig zuerst mit Aktien und dann klassischen Fonds unterwegs (kennt noch jemand den legendären Henderson Technologgy oder Comgest Asia....? ), aber immer nur aufgrund eines großen Schuldenbergs mit "Spielgeld".

    Im zarten Alter von jetzt Mitte 50 bin ich seit ein Monaten endlich schuldenfrei (Haus und Firmenbeteiligung abbezahlt) und in der angenehmen Lage, jetzt mit relevanten monatlichen Beträgen noch etwas die Rente aufzubessern. Der Anlagehorizont ist also eher begrenzt, eine Rentenlücke besteht zum Glück aber nicht. Maximales Risiko muss ich also nicht eingehen, um über die Runden zu kommen. Im Zweifel wird dann nur das Erbe kleiner, wenn ich mich verzocke. Schade für die pubertierenden Töchter :P

    Angestrebt ist daher ein banales 60/40 Depot, 40% defensiv zur Depotstabilisierung bevorzugt im Geldmarkt (der Inflationsverlust ist mir bewußt), der Aktienteil abweichend vom MCAP mit Untergewichtung der USA dient nur zum Inflationsausgleich. Aufgrund des begrenzten Anlagehorizonts wird - sofern nicht irgendwas völlig aussergewöhnliches passiert - ein Großteil des Portfoliobetrages daher nur durch monatliche Mittelzuflüsse in den kommenden 10 oder 15 Jahren verursacht sein und eher nicht durch riesige Aktiengewinne oder Zinseszinseffekte.

    Ich habe jetzt lange hin und herüberlegt, habe bei Parqet diverse Musterdepots (Start jeweils 1 Mio €) angelegt und bin tatsächlich auf der Suche nach der richtigen Anlagestrategie.


    Was mir so durch den Kopf und Bauch geht: ich wäre gerne Value-lastig und breit gestreut im Aktienbereich unterwegs, kein MCAP, Untergewichtung der MAG-7 und KI Firmen. Small Caps und Emerging Markets hätte ich gerne dabei, allerdings nicht in Form eines klassischen EM ETFs mit 30% Südkorea verteilt auf 2 oder 3 Firmen. Der am Horizont langsam konkreter erscheinende China-Taiwan-Konflikt verursacht ein gewisses Unwohlsein. Das Reindrängeln einer Firma wie SpaceX in diverse Indizes ärgert mich massiv. ETFs, die zwar super breit gestreut sind und 4000 oder sogar 8000 verschiede Firmen im Portfolio haben, aber ihre Top10 Investitionen einen Anteil von 20 oder sogar 30% des gesamten ETFs erreichen, kommen für mich nicht in Frage.

    Gekauft und verkauft habe ich dieses Jahr absurd viel, ich habe viele verschiedene Depotzusammenstellungen probiert (mal ein schickes Dreierportfolio mit Avantis-ETFs, mal eine Kombination aus Kommer/RAFI, immer zur Stabilisierung mit einem relativ hohen Geldmarktanteil, weil ich momentan auch mangels Wissen auf Anleihe ETFs verzichte.

    Ich habe allerdings auch mal ein hübsches Musterdepot aus diversen Multi-Asset-ETFs/Fonds zusammengestellt, das auch gar nicht so schlecht funktionieren würde. Allerdings müsste man dieses Depot nach der hiesigen Lehrmeinung eigentlich zu 100% in den offensiven Portfolioanteil kategorisieren und noch etwas Geldmarkt als defensive Komponente hinzufügen.



    Auf mein ExChina ExTaiwan Portfolio bin ich echt stolz, das hat wirklich Mühe gemacht :) Die Pflege und das Rebalancieren würde mich in der Praxis aber wahrscheinlich super nerven. Auch weiß ich nicht, ob solche Mini ETFs wie der WisdomTree True Emerging wirklich so zukunftsfähig sind.


    Defacto bleibt dann mit meinen ganzen Kopf- und Bauchgefühl verursachten Sonderwünschen am Ende wahrscheinlich nur die einfachste und bezgl. der TER tatsächlich auch teuersten Lösung mit einem Kommer + Geldmarkt oder einer Kombi aus Kommer, RAFI und Geldmarkt. Da habe ich auch die Hoffnung, dass die Fondsmanager aufgrund der fehlenden Indexbindung auch rechtzeitig ihre China und Taiwan Positionen reduzieren, bevor der erste Schuss fällt.... Ausserdem müssen sie nicht in SpaceX investieren.


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  • Ich halte wenig davon, ein Portfolio über deutliche Abweichungen von der Marktkapitalisierung innerhalb des Aktienteils zu steuern. Meistens ist das nur der Versuch, schlauer zu sein als der Markt. Wenn du es defensiver haben willst finde ich es besser, das Portfolio ausschließlich oder zumindest sehr überwiegend über die Asset Allocation auf Ebene 1 zu steuern. Mit der sehr moderaten Aktienquote von 60% tust du dies bereits ausreichend und stellst das Portfolio recht konservativ auf. Mit Blick auf deine oben beschriebene Ausgangslage m.E. sogar etwas zu konservativ. Ich denke da wäre auch eine höhere Aktienquote möglich. Das kann ich aber nicht abschließend beurteilen.

    Ich würde auf der Aktienseite jedenfalls nur einen Welt-Aktien-ETF nehmen. Entweder einen FTSE All-World oder ACWI IMI oder - auch wenn ich diesen persönlich für einen "teuren Marketing-ETF" halte - eben den Kommer ETF. Und ich würde gleichzeitig nochmals über die Aktienquote nachdenken.

  • Ich halte wenig davon, ein Portfolio über deutliche Abweichungen von der Marktkapitalisierung innerhalb des Aktienteils zu steuern. Meistens ist das nur der Versuch, schlauer zu sein als der Markt.

    Eine regionale Gleichgwichtung hat in der Vergangenheit zu einer deutlich besseren risikoadjustierten Rendite geführt. Der max drawdown und die time under water waenr geringer. Das Sharp Ratio besser. Das Problem waren (und sind) die Steuern und das operative Risiko, wenn man mehrere ETF nimmt. Nimmt man einen, fällt das weg. Der GK-Kommer ist eine gute Lösung. Eine Bevorzugung von marktkapitalisierenden ETF ist meines Erachtens ein recency bias. Es ist nur ein Modell von mehreren mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. Im professionellen Umfeld legt man so nicht an.

  • Nachdem dieses Depot trotz langer Anlegerhistorie (Henderson, Comgest) im Prinzip im Aufbau ist, sind Umschichtungen nicht so tragisch. Mittelfristig sollte natürlich etwas Ruhe reinkommen.

    Die kritischen Punkte hast Du schon gut benannt. Wie kann man sicher sein, dass wesentliche Bausteine auch langfristig verfügbar sein werden? Welche Bausteine bieten ausreichend Diversifizierung bei Vermeidung/Reduzierung bestimmter Risiken?

    Danke für die Vorstellung Deiner Gedanken!

  • Ich halte wenig davon, ein Portfolio über deutliche Abweichungen von der Marktkapitalisierung innerhalb des Aktienteils zu steuern. Meistens ist das nur der Versuch, schlauer zu sein als der Markt. Wenn du es defensiver haben willst finde ich es besser, das Portfolio ausschließlich oder zumindest sehr überwiegend über die Asset Allocation auf Ebene 1 zu steuern.

    Es ist aktuell unmodern, dies zu tun, was noch lange nicht heißt, dass es nicht funktioniert. Ziel ist nicht, den Markt zu schlagen sondern Risiken zu begrenzen ohne die Aktiengewichtung stark zu reduzieren. In der Entnahmephase sind diese Themen stärker in meinen Blick geraten auch wenn ich nicht so radikal bin, das Depot komplett auf den Kopf zu stellen. Neben Value, Multifaktor und Dividenden fand ich auch noch Low Volatility interessant. Emerging Markets habe ich auch niedriger gewichtet, weil ich für das "China-Problem" noch keine gute Lösung gefunden habe. Leider gibt es oft nur wenige und teure Podukte, bei denen unklar ist, wie lange es sie geben wird. Sie sind halt nicht so modern.

  • Im professionellen Umfeld legt man so nicht an.

    Natürlich nicht. Die Profis müssen eben keine Steuern beim Umschichten zahlen.
    Und welcher Profi würde einem Kunden ein 2-ETF Portfolio aus einem Aktien-ETF und einem Geldmarktprodukt verkaufen können und dafür dann 0,7-1% p.a. für die Depotverwaltung kassieren?

    Wir Privatanleger gewinnen eben durch die Vermeidung von Kosten und nicht weil wir das 'optimale' Depot haben.

    Im zarten Alter von jetzt Mitte 50 bin ich seit ein Monaten endlich schuldenfrei (Haus und Firmenbeteiligung abbezahlt) und in der angenehmen Lage, jetzt mit relevanten monatlichen Beträgen noch etwas die Rente aufzubessern. Der Anlagehorizont ist also eher begrenzt, eine Rentenlücke besteht zum Glück aber nicht. Maximales Risiko muss ich also nicht eingehen, um über die Runden zu kommen. Im Zweifel wird dann nur das Erbe kleiner, wenn ich mich verzocke. Schade für die pubertierenden Töchter :P

    Dann mache es doch nicht.:/
    Also das mit dem maximalen Risiko. Ein 50/50 Pantoffel-Portfolio von Finanztest und fertig ist die Laube.
    Wenn es um ein höheres Vermögen geht (ab hoch-6-stellig), würde ich noch 10% Gold beimischen. Mehr braucht es einfach nicht.

  • Würdet ihr bei einem 60/40 oder sogar 50/50 Portfolio statt des relativ hohen Geldmarkt-ETF Anteils wenigstens zum Teil auch in andere Anleihenvarianten investieren ? Unternehmesanleihen, Government Bonds mit längeren Laufzeiten etc.... also ähnlich wie das die ganzen Multi Asset ETFs das machen?

  • Die Multi Asset ETF Profis wissen, was sie tun. Lies mal hier im Forum zum Thema Anleihen. Dann besser einen Multi Asset ETF aussuchen und in den investieren. Gibt nicht nur Vanguard. Amundi hat gute und ganz neu (viel zu neu) Xtrackers.

  • Wie siehst du dies dann in Kombination mit dem von Carbar angestrebten 60/40 Portfolio?

    Nachdem laut eigener Aussage keine Rentenlücke besteht, spricht wenig gegen ein solches Depot. Ohne mehr über die konkrete Altersvorsorge zu wissen finde ich das eine ganz normale Aufteilung, die in erster Linie von der Risikobereitschaft geprägt sein sollte. Da ist alles richtig zwischen 20 % Aktien und 100 %.

    Kleiner Nachsatz: Wer das Platzen der Dot-Com Bubble miterlebt hat ist bezüglich hoch bewerteten Techwerten etwas empfindlicher als jüngere Börsenhechte.

  • Würdet ihr bei einem 60/40 oder sogar 50/50 Portfolio statt des relativ hohen Geldmarkt-ETF Anteils wenigstens zum Teil auch in andere Anleihenvarianten investieren ? Unternehmesanleihen, Government Bonds mit längeren Laufzeiten etc.... also ähnlich wie das die ganzen Multi Asset ETFs das machen?

    Nein, das macht es nur komplizierter, aber nicht besser.

    Siehe dazu in dieser Präsentation von JP Morgan die Grafik auf Seite 93 "Ertrag-Risiko-Wechselwirkung nach Anlageklasse"

    Wenn du dort eine gedankliche Linie ziehst zwischen "Barmittel" (= 3-Monats-Festgeld) und "globale Aktien" wirst du feststellen, dass alle anderen Anleiheformen sich unterhalb dieser Linie befinden. Also auch unter deinem angestrebten 50/50 oder 60/40 Portfolio. Zumindest war das in diesem Zeitraum so. Wenn man davon ausgeht, dass dies auch in Zukunft so ist, warum soll man dann einem simplen Portfolio aus Aktien und einer geldmarktnahen Anlage noch andere Anleihen hinzufügen?

  • Eine regionale Gleichgwichtung hat in der Vergangenheit zu einer deutlich besseren risikoadjustierten Rendite geführt. Der max drawdown und die time under water waenr geringer. Das Sharp Ratio besser. Das Problem waren (und sind) die Steuern und das operative Risiko, wenn man mehrere ETF nimmt. Nimmt man einen, fällt das weg. Der GK-Kommer ist eine gute Lösung. Eine Bevorzugung von marktkapitalisierenden ETF ist meines Erachtens ein recency bias. Es ist nur ein Modell von mehreren mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. Im professionellen Umfeld legt man so nicht an.

    Das klingt spannend. Woher hast Du diese Erkenntnisse? Ich finde leider nicht die passenden Daten, vieleicht kannst Du das mal aufzeigen? Ich habe nur Daten für die beiden MSCI World (MC und EW) gefunden seit 1994. In dieser Periode lag MarketCap in allen Kennzahlen vor EW.

    Mich würde insbesondere interessieren in wievielen 15 Jahreszeiträumen der möglichst langen Historie EW "besser" war als MC, also bessere Vola, weniger Drawdown usw.

    Wo besorgst Du Dir solche Infos? Auch die KI bringt mir da leider keine verlässlichen Erkenntnisse...

  • Nein, das macht es nur komplizierter, aber nicht besser.

    Siehe dazu in dieser Präsentation von JP Morgan die Grafik auf Seite 93 "Ertrag-Risiko-Wechselwirkung nach Anlageklasse"

    Wenn du dort eine gedankliche Linie ziehst zwischen "Barmittel" (= 3-Monats-Festgeld) und "globale Aktien" wirst du feststellen, dass alle anderen Anleiheformen sich unterhalb dieser Linie befinden. Also auch unter deinem angestrebten 50/50 oder 60/40 Portfolio. Zumindest war das in diesem Zeitraum so. Wenn man davon ausgeht, dass dies auch in Zukunft so ist, warum soll man dann einem simplen Portfolio aus Aktien und einer geldmarktnahen Anlage noch andere Anleihen hinzufügen?

    Demnach ist es offenbar wirklich so einfach. Es reicht ein defensiver Geldmark ETF und ein Aktien ETF. Die anderen ca. 350.000 anderen Produkte sind eigentlich überflüssig :)

  • Nein, das macht es nur komplizierter, aber nicht besser.

    Siehe dazu in dieser Präsentation von JP Morgan die Grafik auf Seite 93 "Ertrag-Risiko-Wechselwirkung nach Anlageklasse"

    Wenn du dort eine gedankliche Linie ziehst zwischen "Barmittel" (= 3-Monats-Festgeld) und "globale Aktien" wirst du feststellen, dass alle anderen Anleiheformen sich unterhalb dieser Linie befinden. Also auch unter deinem angestrebten 50/50 oder 60/40 Portfolio. Zumindest war das in diesem Zeitraum so. Wenn man davon ausgeht, dass dies auch in Zukunft so ist, warum soll man dann einem simplen Portfolio aus Aktien und einer geldmarktnahen Anlage noch andere Anleihen hinzufügen?

    Aber lässt diese Betrachtung nicht den Korrelationsaspekt ausser Acht? Singular auf jede einzeln Anlageklasse betrachtet stimmt Deine Aussage (bezogen auf die Vergangenheit seit 2004) offensichtlich. Aber für die zu erwartenden Schwankungen des Gesamtportfolios muss man die Korrelationen zwischen den Assetklassen berücksichtigen. Auch ist die Zeit ab 2004 sicher nicht repräsentativ für die gesamte Historie und die Zukunft ist ohnehin ungewiss...

    So oder so: Auch für mich hätte Einfachheit Vorrang. Ich selbst würde auch mit Durationsrisiken eher sparsam umgehen, daher wären die MultiAssetansätze für mich persönlich raus. Auch bin ich skeptisch, was so manchen Anleiheindex angeht. Während ich denke, dass MarketCap bei Aktien gut funktioniert ist mir der Anleihemarkt insgesamt zu inhomogen in der Anlegerstruktur. Gerade der langfristige Bereich wird von Instis benötigt, weil konkrete nominale Verbindlichkeiten bestehen, die abgedeckt werden müssen. Da braucht es dann beispielsweise langlaufende Staatsanleihen mit passender Laufzeit. Meiner Meinung nach sollten sich Privatanleger aber von rein nominalen Betrachtungen lösen. Jedem der nicht wirklich einen definierten nominalen Geldbetrag zu einem konkreten Zeitpunkt in der weiteren Zukunft benötigt, würde ich davon abraten 15 jährige Bundesanleihen oder ähnliches zu kaufen und die zwischenzeitliche Vola zu ertragen. Aber warum nicht etwas mehr Bonitätsrisiko, politisches Risiko etc reinholen, wenn man mag? Breit diversifiziert.

    Im Ergebnis sprechen wir aber von wenigen Basispunkten Renditeunterschiede im Gesamtportfolio und eher überschaubare Volaänderungen, wenn man ein paar Prozent seines Portfolios in Unternehmensanleihen o.ä. steckt.

    Ich denke für die meisten wird KISS besser sein, als die letzten Basispunkte rausholen zu wollen. 62Aktien/38GM anstatt 60 Aktiem/30GM/10 IG Unternehmensanleihen.

    Wenig halte ich auch davon zu versuchen das Risiko im Aktienanteil durch Selektion zu senken. Es sind und bleiben halt Aktien. Nicht, dass man sich am Ende dadurch mehr Risiko reinholt ohne es zu merken, anstatt das Risiko tatsächlich zu reduzieren.

    Ich würde die Geldanlage nicht zum Hobby machen. (Unbemerkte)Fehler kosten enorm Geld. Schaut man auf die tatsächlichen Anlegerrenditen anstatt auf Produkt- oder Indexrenditen wird einem ganz anders. Und warum ist das so? Unter anderem weil die Anleger schlauer sein wollen, als der Markt. Die Verhaltenslücke ist enorm. Wenn man diese vermeidet gewinnt man mehr, als durch die Portfoliooptimierung im Kleinklein.

    Der Fragesteller ist auf das Geld nicht angewiesen. Er hat keine übertriebenen Renditeforderungen. Das sind doch gute Voraussetzungen. Warum nicht einfach Welt-Aktien-ETF / Geldmarkt je nach Risikobereitschaft und Ende?

  • Es ist nur ein Modell von mehreren mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. Im professionellen Umfeld legt man so nicht an.

    Nur muss man eben feststellen, das es sich zu einem sehr gutem Modell entwickelt hat das alles in den Schatten stellt.

    Laut einer Studie von S&P Dow Jones haben knapp 90 % aller aktiv gemanagten Fonds über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg im Durchschnitt schlechter performt als ihr jeweiliger Vergleichsindex, 7 % erreichten den maximalen Durchschnitt. Die meisten Profis scheitern am Markt, obwohl sie bessere Informationskanäle haben, wesentlich substanziellere finanzielle Mittel, leistungsfähige Rechner und zahlreiche Mitarbeiter. Gleichzeitig verfügen sie jedoch auch über wesentlich mehr Kapital, welches sie nutzen können, um den Markt zu beeinflussen. Wenn ein Investmentunternehmen wie BlackRock oder Berkshire Hathaway auf dem Markt agiert, hat dies meist unmittelbaren Einfluss auf das Kursgeschehen.

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    Ich selbst bin auch Mitte 50, habe jeweils ein Depot für Anleihen, Aktien und ETF im sehr hohen 6 stelligem Bereich. Im ETF Depot liegt nur ein stink normaler MSCI World ETF seit rund 17 Jahren und wie wir alle wissen ist der alles andere als schlecht gelaufen. (Und ne kleine Position S&P500, das ist aber nur meine pers. Wette auf die USA, frei nach dem Motto, weg vom Herdentrieb, rein in die USA:thumbup:) Das bleibt erst mal alles so, nach den Dividenden und Kupon Zahlungen muss ich mal schauen, wie viel ich noch entnehme p.a. Und Erben gibt es ja auch noch.

    Das Aktien Depot, es besteht lediglich aus 5 DAX Konzernen, möchte ich mittelfristig aber vereinfachen obwohl das jetzt nicht so wahnsinnig komplex ist. Die Werte haben sich prächtig entwickelt, der Fokus war aber hier auf den Cashflow der Dividenden ausgelegt. In der Sparphase eben zum Wiederanlegen, in der bald kommenden Endsparphase dann zum Konsumieren. Am liebsten würde ich die 5 Titel gegen den L&G Global Quality Dividends UCITS ETF USD Dis WKN: IE0005AJA0P1 tauschen. Ich habe das mal für mich überschlagen, und mit der 30% Teilfreistellung sind die Nettodividenden ähnlich, wenn nicht gar besser als mit den Aktien und Vollbesteuerung. Aber hier muss ich noch mal mit spitzen Bleistift und KI ran. (nur zur Überprüfung ob das Ding auch rechnen kann:D) Für Meinungen oder Ratschläge habe ich ein offenen Ohr.

    Fände ich aber schon cool nur noch 2 ETFs zu haben, der eine der monatlich ausschüttet für meinen Konsum, der andere daddelt so vor sich hin und gut ist. Ich tu mich aktuell noch was schwer mit dem Gedanken die Aktien zu verkaufen, aber am Ende möchte ich ja auch was einfacher haben und auf die Bratwurst-Dividende auf der Hauptversammlung kann ich mittlerweile auch verzichten.

    Mein Anleihen Depot möchte ich nicht umbauen, das ist mein Baby, mein Hobby. Aktuell läuft die letzte 2032 aus. Da ist alles dabei vom AAA Klassiker bis zum Schwainekram HY Hochprozenter. Damit könnte man den Markt übrigens locker schlagen, wenn die Ausfallquote nicht so hoch wäre, die hielt sich aber in den letzten 20 Jahren sehr begrenzt, aber ja, es gab die eine oder andere Insolvenz. Egal, da kommen monatlich schon gute Summen zur Auszahlung. Aber wenn mir das auch irgendwann zuviel wird, dann wird natürlich hier auch rasiert.

    Final sähe es dann so aus:


    - L&G Global Quality Dividends UCITS ETF USD Dis, IE0005AJA0P1 (noch nicht im Besitz)

    - Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1D, IE00BK1PV551 (schon lange im Bestand)

    - x Anleihen von AAA bis CCC. (mein Poker Tisch) ^^

  • Der Fragesteller ist auf das Geld nicht angewiesen. Er hat keine übertriebenen Renditeforderungen. Das sind doch gute Voraussetzungen. Warum nicht einfach Welt-Aktien-ETF / Geldmarkt je nach Risikobereitschaft und Ende?

    Demnach ist es offenbar wirklich so einfach. Es reicht ein defensiver Geldmark ETF und ein Aktien ETF. Die anderen ca. 350.000 anderen Produkte sind eigentlich überflüssig :)

    Thread kann geschlossen werden ^^

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