
- bildet den MSCI World Small Cap nach
- setzt auf eine physische Nachbildung des Index
- legt Erträge wieder an (thesaurierend)
Das Wichtigste in Kürze
So gehst Du vor
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Mit einem MSCI-World-ETF in Deinem Depot investierst Du in Aktien aus der ganzen Welt. Genaugenommen ist es aber nur fast die ganze Welt. Denn der MSCI World lässt kleine Unternehmen sowie Aktien aus Schwellenländern außen vor.
In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Du diese beiden Komponenten geschickt beimischen kannst, um Dein Aktieninvestment noch etwas breiter aufzustellen.
Mit der 8:1:1-Strategie von Finanztip ergänzt Du einen MSCI-World- oder FTSE-Developed-ETF so, dass Dein Depot noch mehr vom weltweiten Aktienmarkt abbildet.
Ein ETF auf den MSCI World ist zwar schon breit gestreut, ihm fehlen aber Teile des Weltaktienmarktes, in die Du mittlerweile ebenfalls günstig über ETFs investieren kannst. Konkret fehlen Aktien aus Schwellenländern und Aktien von kleinen Unternehmen.
Um diese zu ergänzen, mischst Du deshalb einen ETF mit Schwellenländern und einen mit Small Caps bei. So baust Du in Deinem Depot einen Alle-Länder-ETF wie etwa auf den MSCI ACWI IMI nach. Mehr zu diesem Index liest Du in unserem Ratgeber zum MSCI ACWI IMI.
Die Strategie heißt 8:1:1, weil Du acht Teile MSCI World mit je einem Teil Emerging Markets und Small Caps ergänzt.
Gemeint sind acht Teile entwickelte Märkte, ein Teil Schwellenländer und ein Teil kleine Unternehmen. Dieses Verhältnis orientiert sich daran, dass Schwellenländer und kleine Unternehmen jeweils grob zehn Prozent der globalen Marktkapitalisierung ausmachen.
So näherst Du Dich der weltweiten Marktstruktur an, die ein breiter Alle-Länder-Index abbildet.
Ein ETF auf den MSCI World ist weiterhin gut für die langfristige Geldanlage geeignet. Denn er bildet einen großen Teil des weltweiten Aktienmarktes ab. Mit der 8:1:1-Strategie sorgst Du aber für eine noch etwas höhere Marktabdeckung.
Hast Du bisher einen MSCI-World-ETF bespart, solltest Du ihn auf jeden Fall nicht verkaufen. Stattdessen kannst Du einfach künftige Anlagen nutzen, um Dein Depot weiter zu diversifizieren.
Je breiter Deine Investition ist, desto weniger bist Du von einzelnen großen Unternehmen, Regionen und Marktsegmenten abhängig.
Dazu ein Beispiel: Im MSCI World machen die hundert größten Unternehmen rund 55 Prozent des Index aus. Im MSCI ACWI IMI, an dem sich die 8:1:1-Strategie orientiert, sind es nur noch rund 46 Prozent.
Mit der 8:1:1-Strategie von Finanztip senkst Du die Konzentration in Deinem Depot nochmal etwas. Mach Dir aber auch klar: Um Welten verschiebst Du Deine Streuung damit nicht. Denn der MSCI World bildet bereits etwa 80 Prozent des weltweiten Aktienmarktes ab. Damit ist er weiterhin ein gutes Investment. Mit ETFs wie dem MSCI ACWI IMI geht es noch besser – und genauso günstig.
Die folgende Grafik zeigt beispielhaft, wie sich eine Anlage über 1.000 Euro je nach Index verteilt.
Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung (Stand: Mai 2026)
Wichtig ist: Mehr Diversifikation bedeutet nicht automatisch mehr Rendite. Ob Du mit einem MSCI-World-ETF oder der 8:1:1-Strategie langfristig besser fährst, lässt sich nicht vorhersagen. Mehr Diversifikation macht Dein Investment aber robuster.
Die 8:1:1-Strategie ist für Menschen geeignet, die seit Jahren einen ETF auf den MSCI World oder FTSE Developed besparen und ihr bestehendes Depot nachträglich breiter aufstellen wollen.
Sie passt zu Dir, wenn bereits eine größere Summe im Depot liegt und es Dir wichtig ist, noch breiter zu streuen. Sie ist in diesem Fall aber auch kein Muss. Wenn Dir die Lösung mit drei ETFs zu aufwendig ist, musst Du nichts erzwingen.
Dann kannst Du den MSCI World im Depot lassen und nur den Sparplan für neues Geld auf einen breiter gestreuten ETF ändern.
Wichtig: Auf keinen Fall solltest Du Deinen MSCI World oder FTSE Deveolped ETF verkaufen. Denn das verursacht unnötige Kosten und Steuern.
Die Strategie ist nicht sinnvoll, wenn Du gerade erst mit dem Investieren beginnst. Dann ist es einfacher, direkt einen breiten Alle-Länder-ETF zu besparen.
Denn für neu angelegtes Geld gibt es inzwischen günstige ETFs, die breiter gestreut sind als ein MSCI World.
Die 8:1:1-Strategie macht Dein Depot komplexer und Deine Depotchecks aufwendiger. Sie kann in der Umsetzung lange dauern und im schlechtesten Fall nur geringe Effekte haben. Möchtest Du Deine Geldanlage einfach halten, solltest Du auf die Strategie verzichten.
Komplexer wird Dein Depot, weil Du zwei neue Positionen aufbaust, die Du – zumindest beim jährlichen Depotcheck – im Blick haben solltest: Wie entwickeln sich die ETFs mit Small Caps und Schwellenländern?
Zwar musst Du nicht innerhalb der 8:1:1-Strategie rebalancen, allerdings musst Du alle drei ETFs beim Rebalancing zwischen Deinem Aktien-ETF und Deinem Sicherheitsbaustein wie dem Tagesgeld beachten. Das bedeutet: Musst Du aus dem Aktien-ETF auf Dein Tagesgeld umschichten, musst Du aus allen drei ETFs der Strategie Geld entnehmen. Willst Du Deine Geldanlage einfach halten, solltest Du so wenige Positionen wie möglich im Depot haben. Mit der 8:1:1-Strategie weichst Du davon ab. Dein Depot wird schwerer zu überblicken und Dein Fokus auf einen breit gestreuten ETF kann aufgeweicht werden.
Bedenke zudem: Ist Deine Depotsumme noch sehr klein, wird der Vorteil der 8:1:1-Strategie klein sein. Natürlich erreichst Du eine etwas breitere Streuung, doch könntest Du ein ähnliches Ergebnis auch mit der einfachen Variante erreichen. Dabei belässt Du Deine MSCI-World-Position im Depot und steckst neue Investments in einen ETF auf einen breiteren Index.
Und noch ein Punkt sollte Dir klar sein: Es kann lange dauern, bis Du die Wunschaufteilung zur 8:1:1-Strategie erreicht hast. Das wäre der Fall, wenn Du zwar eine hohe Summe im MSCI-World-ETF liegen hast, aber nur eine kleine Sparrate und kein Geld für Einmalanlagen zur Verfügung.
Du setzt die 8:1:1-Strategie um, indem Du Deinen bestehenden MSCI World nicht verkaufst, sondern künftige Investitionen jeweils zu gleichen Teilen in einen ETF auf Emerging Markets und einen ETF auf Small Caps steckst.
Dies machst Du so lange, bis Du in Deinem Depot eine Aufteilung von 80 Prozent Industrieländer-ETF, zehn Prozent Schwellenländer-ETF und zehn Prozent Small-Cap-ETF besitzt.
Anschließend steckst Du neue Investitionen einfach direkt in einen ETF, der alle drei Kategorien umfasst. Schaue dazu in unseren Welt-ETF-Vergleich.
Wenn Du Geld von Deinem MSCI-World-ETF direkt in zwei neue ETFs umschichtest, erreichst Du das Verhältnis von 8:1:1 zwar sofort. Allerdings entstehen Dir unnötige Kosten. Du realisierst wahrscheinlich Gewinne, auf die Du Steuern zahlen musst und hast womöglich zusätzliche Ordergebühren.
Mach Dir klar: Mit einem MSCI-World-ETF hast Du bereits ein sehr breit gestreutes Depot. Es besteht keine Notwendigkeit, dass Du sofort eine noch breitere Streuung erreichst. Es reicht nach unseren Analysen völlig aus, wenn Du mit Deinem weiteren Sparplan nach und nach diversifizierst.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das folgende Beispiel: Petra hat über mehrere Jahre bereits 50.000 Euro in einem MSCI-World-ETF angespart. Um in ihrem Depot auf ein Verhältnis von 8:1:1 zu kommen, muss sie also noch 6.250 Euro in einen Schwellenländer-ETF und 6.250 Euro in einen Small-Cap-ETF stecken.
Passenderweise hat Petra nun etwa 15.000 Euro aus einer Erbschaft erhalten. 12.500 Euro davon teilt sie auf die beiden neuen ETFs auf. Die restlichen 2.500 Euro investiert sie in einen breiten Alle-Länder-ETF mit Small Caps wie den MSCI ACWI IMI. Auch ihren Sparplan stellt sie auf diesen ETF um.
Hat Petra keinen größeren Betrag zur Verfügung, kann sie die 8:1:1-Strategie auch mit ihrem Sparplan umsetzen. Angenommen, sie hat bisher 200 Euro pro Monat in den MSCI-World-ETF gesteckt. Die Sparrate teilt sie künftig in zwei Sparpläne je 100 Euro auf: Einen auf einen Schwellenländer-ETF und einen auf einen Small-Cap-ETF.
Bei ihrem jährlichen Depotcheck prüft Petra künftig nun, ob die drei ETFs in ihrem Depot das Verhältnis von 8:1:1 grob erreicht haben. Ist das der Fall, stellt Petra ihren Sparplan wieder um: Künftig bespart sie mit der 200-Euro-Sparrate einen Alle-Länder-ETF mit Small-Caps.
Nimmt man zur Vereinfachung an, dass sich der Wert der ETFs nicht verändert, dauert es etwas mehr als fünf Jahre, bis Petra die 8:1:1 in ihrem Depot erreicht hat. Das ist aber nicht schlimm. Mit jedem Monat bringt sie etwas mehr Diversifikation in ihre ETF-Anlage.
Im Normalfall musst Du die 8:1:1-Strategie nicht laufend rebalancen. Die Indizes sind nach Marktkapitalisierung gewichtet. Dadurch entwickelt sich Dein Portfolio ähnlich wie ein globaler Marktindex.
Nur wenn sich die Indexstruktur stark ändert, etwa durch eine andere Länderzuordnung, kann es sinnvoll sein, das Verhältnis zu prüfen. Sollte dies notwendig sein, informieren wir Dich darüber natürlich. Zum Beispiel in unserem Finanztip Newsletter.
Finanztip hat Empfehlungen sowohl für Emerging-Markets- als auch für Small-Cap-ETFs. Mit diesen kannst Du die 8:1:1-Strategie umsetzen. Sie bilden die jeweilige Kategorie möglichst breit ab und gewichten die enthaltenen Aktien nach ihrer Marktkapitalisierung.
Der folgende ETF-Vergleich zeigt alle von uns empfohlenen Emerging-Markets-ETFs. Details zu den Empfehlungen und das Vorgehen bei unserer Analyse liest Du im Ratgeber zu Emerging-Markets-ETFs.
Details zu den Empfehlungen und das Vorgehen bei unserer Analyse liest Du im Ratgeber zu Emerging-Markets-ETFs.
Der Finanztip-ETF-Vergleich basiert auf Daten von ETF-Anbietern, die wir selbst über deren Websites und Anlegerinformationen gesammelt haben. Daraus haben wir vergleichbare Kennzahlen wie eine durchschnittliche Fünf-Jahresrendite berechnet. Grundlage der Berechnungen war der monatliche Net-Asset-Value der jeweiligen ETFs. War dieser in US-Dollar angegeben, haben wir zur Umrechnung die offiziellen Wechselkurse der EZB verwendet. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität können wir nicht übernehmen.
Die Reihenfolge der ETFs im Vergleich erfolgt standardmäßig nach der Marktabdeckung. Diese drückt aus, wie viel Prozent des weltweiten investierbaren Aktienmarkts der zugrundeliegende Index des ETF abbildet. Für die Berechnung haben wir die Maktkapitaliserung des Index mit der des MSCI ACWI + Frontier Markets All Cap Index verglichen. Anlegende können sich aus der Auswahl getesteter ETFs das Produkt aussuchen, was am besten zu ihren Bedürfnissen passt. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.
Die Auswahl der ETFs erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur ETFs, die (1) Stand Mai 2026 an der Referenzbörse Xetra gehandelt werden, (2) zum Stichtag 31.12.2025 mindestens fünf Jahre existieren, (3) ein Fondsvolumen von wenigstens 100 Millionen Euro haben, (4) nicht währungsbesichert sind, (5) deren deutschsprachige Anlegerinformationen online verfügbar sind und (6) die einen von uns empfohlenen Index abbilden.



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