Steuer-Serie Teil 2
Bild: Sorbetto/iStock

Im zweiten Teil unserer Steuer-Serie geht es um die sogenannten Werbungskosten – also all das, was Arbeitnehmer für den Job ausgegeben haben. Hier sind die wichtigsten Tipps, mit denen Sie Werbungskosten geltend machen können:

1. Vom Pauschalbetrag profitieren

1.000 Euro sind immer drin. Selbst wenn Sie im Jahr 2019 nur eine kurze Zeit angestellt waren, steht Ihnen die komplette Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro zu. Bei der monatlichen Gehaltsabrechnung berücksichtigt der Arbeitgeber jeweils ein Zwölftel der Pauschale. Waren Sie also zum Beispiel nur drei Monate beschäftigt, hat Ihr Arbeitgeber nur 250 Euro berücksichtigt. Sobald Sie in Ihrer Steuererklärung die Anlage N ausfüllen, werden die kompletten 1.000 Euro von Ihrem Steuerbrutto abgezogen. Praktisch: Sie brauchen für die Pauschale keine Belege.

2. Jeder Euro über 1.000 Euro zählt

Sammeln Sie dennoch alle Quittungen. Denn sobald Sie die 1.000-Euro-Schwelle überschreiten, können Sie Ihr Steuerbrutto weiter reduzieren. Jeder einzelne ausgegebene Euro zählt und kann Steuern sparen. Dann müssen Sie jedoch alle Ausgaben belegen können, auch den Teil unterhalb der 1.000-Euro-Pauschale.


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3. Fahrtkosten zur Arbeit

Für Ihre tägliche Pendelstrecke zum Arbeitsplatz im vergangenen Jahr dürfen Sie für jeden Entfernungskilometer 30 Cent als Fahrtkosten geltend machen.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer mit einer Fünf-Tage-Woche wohnt 15 Kilometer vom Büro entfernt. Das Finanzamt akzeptiert als Werbungskosten ohne Nachweis: 230 Tage × 15 Kilometer × 0,30 Euro = 1.035 Euro. So überschreitet er allein mit den Fahrtkosten den Pauschalbetrag von 1.000 Euro.

Wichtig für Fernpendler: Für die Entfernungspauschale gibt es grundsätzlich einen Höchstbetrag von 4.500 Euro. Haben Sie höhere Ausgaben, können Sie die tatsächlichen, nachweisbaren Kosten absetzen. Falls Sie Auto und öffentliche Verkehrsmittel kombinieren, dann gilt der Höchstbetrag für die Teilstrecke, die Sie mit dem Zug zurücklegen.

4. Computer und andere Arbeitsmittel

Erledigen Sie häufig berufliche Arbeiten mit Ihrem privat gekauften Computer? Schätzen Sie den beruflichen Anteil der Nutzung auf 50 Prozent, können Sie die Hälfte des Kaufpreises über drei Jahre verteilt absetzen. Eine gute Steuersoftware rechnet Ihnen das automatisch aus.

Arbeitsmittel bis zu einem Neupreis von 952 Euro können Sie auf einen Schlag absetzen. Weitere typische Arbeitsmittel sind: Schreibtisch, Bücherregal, Werkzeug, Aktentasche und Berufsbekleidung. Viele Finanzämter akzeptieren pauschal bis zu 110 Euro für Arbeitsmittel – ohne Belege.

5. Weitere Werbungskosten

Das Spektrum an Werbungskosten ist breit: Dazu gehört zum Beispiel die doppelte Haushaltsführung, falls Sie wegen des Jobs eine Zweitwohnung haben, das Arbeitszimmer, Bewerbungskosten, Kontoführung (pauschal bis 16 Euro akzeptiert das Finanzamt ohne Nachweis), 20 Prozent der Telefonkosten oder Umzugskosten, falls das beruflich nötig war. Für Umzüge ab dem 1. April 2019 sind die Umzugskostenpauschalen gestiegen. Sogar Feierkosten können Sie absetzen, falls Sie zum Beispiel mit Ihrer Abteilung auf die Beförderung anstoßen.

Übrigens: Auch als Vermieter haben Sie Werbungskosten – eben alles, was Sie zahlen, um am Ende Miete einzunehmen. Also Kreditzinsen und Erhaltungsaufwendungen zum Beispiel.

 

Die Finanztip-Steuerserie:

1. Start: So kriegen Sie Geld vom Staat zurück
2. Werbungskosten – absetzen, was Sie zur Arbeit brauchen
3. Haushaltsnahe Dienste und Handwerker
4. Sonderausgaben wie Kinderbetreuung geltend machen
5. Außergewöhnliche Belastungen wie Krankheit absetzen
6. Kapitaleinkünfte richtig angeben und Pauschalbetrag nutzen
7. Steuererklärung für Rentner

Udo Reuß
Autor

Stand:

Steuerredakteur bei Finanztip Verbraucherinformation GmbH - ein Unternehmen der Finanztip Stiftung, Berlin. Zuvor hat der Diplom-Kaufmann mit Schwerpunkt Steuerrecht für verschiedene Wirtschafts- und Fachverlage wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media geschrieben – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht Udo die relevanten Urteile für Steuersparer.

3 Kommentare

  1. Wenn ich mir extra für eine Fortbildung einen neuen Laptop kaufen möchte weil aktuell nur ein tablet zur Verfügung steht, ich aber keine weiteren werbekosten abzusetzen habe, wirkt sich das ganze dann überhaupt steuerlich aus wenn er sagen wir 900€ kostet?

    1. Nur wenn das homeoffice vom Arbeitgeber angeordnet wurde, kann man Telefon, Internet, Strom und sogar Anteile der Miete der Bürofläche geltend machen. Wer sich freiwillig ins homeoffice begibt, weil der AG die Wahl gelassen hat (bspw. während Corona) kann nichts absetzen.

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