Frau macht Steuer am Schreibtisch
Bild: sorbetto / GettyImages [Bearbeitung Finanztip]

Diesmal läuft die Steuer anders, Corona hat unseren Arbeitsalltag durcheinandergewirbelt. Viele waren im Homeoffice, andere in Kurzarbeit. Die Steuererklärung für 2020 lässt sich also nicht einfach vom Vorjahr übernehmen. Viele müssen sie sogar zum ersten Mal machen.

Für viele ist Abgabefrist mitten in den Sommerferien, am 2. August. Du solltest also besser nicht bis zum letzten Moment warten. Deshalb starten wir heute unsere Steuer-Serie und führen Dich in den kommenden Wochen durch alle wichtigen Themen: von den Werbungskosten bis zu Kapitalerträgen. Zum Auftakt geht es um zentrale Neuerungen und die richtige Steuersoftware.

 

1. Viele müssen erstmals die Steuer machen

Hast Du 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld erhalten? Oder eine andere Lohnersatzleistung? Dann musst Du eine Steuererklärung abgeben. Zwar ist das Kurzarbeitergeld selbst steuerfrei, es erhöht jedoch den Steuersatz für die übrigen steuerpflichtigen Einkünfte („Progressionsvorbehalt“). Es kann sein, dass Du Steuern nachzahlen musst; möglicherweise bekommst Du aber auch Geld zurück.

 

2. Du nicht? Mach trotzdem eine Erklärung!

Nicht alle Arbeitnehmer haben die Pflicht zur Steuererklärung. Aber es lohnt sich: Im Durchschnitt gibt es mehr als 1.000 Euro zurück. Gerade wer nicht abgabepflichtig ist, zahlt oft mehr Steuern als nötig. Du kannst sie freiwillig machen – und hast dafür sogar länger Zeit. Deswegen kannst Du jetzt auch noch rückwirkend die Steuern für die Jahre ab 2017 erklären.

 

3. Paare sollten vielleicht einzeln die Steuer erklären

Verheiratete geben meistens eine gemeinsame Steuererklärung ab. Wenn einer von Euch Lohnersatz bekommen hat, solltet Ihr schauen, ob ausnahmsweise zwei Steuererklärungen („Einzelveranlagung“) günstiger sind. Mit einem Steuerprogramm (siehe unten) lässt sich das leicht überprüfen.

4. Corona-Hilfen angeben

Selbständige, Gewerbetreibende und Landwirte müssen in der neuen Anlage Corona-Hilfen angeben, ob sie 2020 staatliche Zuschüsse wie Sofort- oder Überbrückungshilfen erhalten haben. Diese müssen sie als Betriebseinnahmen zusätzlich in ihrer Gewinnermittlung eintragen und versteuern. Die Möglichkeit, Computer fürs Homeoffice schneller abzusetzen, gilt erst für die Steuererklärung im kommenden Jahr.

 

5. Warum Du eine Steuersoftware nehmen solltest

Die meisten erledigen die Erklärung elektronisch. Dafür kannst Du die kostenlose Online-Steuererklärung „Mein Elster“ der Finanzbehörden nutzen. Doch die liefert keine Spartipps. Es lohnt sich, eine Steuersoftware zu kaufen, schon weil Du damit Zeit sparst und meist auch eine höhere Steuererstattung rausholen kannst.

Wir haben für Dich drei Monate lang intensiv die wichtigsten Steuerprogramme getestet. Die gute Nachricht: Für 15 bis 45 Euro gibt es für praktisch jeden Anwendungsfall gut geeignete Anbieter. Wichtiger als der Preis ist aber, dass Du gut durch die Steuerthemen geführt wirst und kein Vorwissen brauchst.

 

6. Alleskönner: Die beste Software für alle Fälle

Zum einen gibt es die „Alleskönner“. Diese Programme bewältigen schwierige Fälle genauso gut wie einfache. Mit ihnen kannst Du außerdem prüfen, ob der Steuerbescheid vom Finanzamt okay ist. Und falls nicht, helfen sie Dir auch, Einspruch einzulegen.

Auch wenn Du Einnahmen aus einer Selbständigkeit hast oder ein Gewerbe betreibst, bist Du hier richtig. Der umfangreichste Alleskönner ist das Wiso Steuer-Sparbuch 2021*. Aber auch Tax Professional 2021* und Steuersparerklärung Plus 2021* sind gut geeignet.

 

7. Einfachmacher: Die beste Software für Neulinge

Die vielen Funktionen machen die Alleskönner etwas unübersichtlich. Falls Du wegen Kurzarbeitergeld zum ersten Mal die Steuer machst, willst Du es vielleicht möglichst einfach haben. Deshalb haben wir auch besonders leicht bedienbare Lösungen herausgesucht. Smartsteuer* läuft direkt im Browser. Steuerbot* und Taxfix* funktionieren zusätzlich als Apps für Tablet oder Smartphone.

Auch die Einfachmacher haben im Test alle Steuerfälle richtig berechnet. Das Besondere ist ihre klare Struktur: Steuerbot und Taxfix führen Dich durch einen Whatsapp-ähnlichen Chat mit einfachen Fragen. Eine Einschränkung gibt es: Du solltest Arbeitnehmer sein und keine großen steuerlichen Zusatzthemen haben. In unserem Ratgeber Steuersoftware kannst Du alle Vor- und Nachteile in Ruhe nachlesen.

 

Die Finanztip-Steuerserie:

1. Auftakt: Was Corona ändert – und die richtige Steuersoftware
2. Werbungskosten – absetzen, was Du zur Arbeit brauchst
3. Haushaltsnahe Dienste und Handwerker
4. Sonderausgaben absetzen – von Kinderbetreuung bis Spenden
5. Außergewöhnliche Belastungen – finanzielle Notlagen abmildern
6. Kapitalerträge – so setzt Du Deine Freibeträge richtig ein
7. So zahlst Du im Ruhestand weniger Steuern

 

Udo Reuß
Autor

Stand:

Steuerredakteur bei Finanztip Verbraucherinformation GmbH - ein Unternehmen der Finanztip Stiftung, Berlin. Zuvor hat der Diplom-Kaufmann mit Schwerpunkt Steuerrecht für verschiedene Wirtschafts- und Fachverlage wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media geschrieben – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht Udo die relevanten Urteile für Steuersparer.

4 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Reuß,

    unter Ihrer o.g. Nr. 6 haben Sie Steuersoftware empfohlen. Das Programm „Steuersparerklärung Plus 2021“ funktioniert unter Linux nicht. Läuft eine der anderen „Alleskönner“ auch unter dem Betriebssystem von Linux? Meines Wissens sind die Steuerprogramme alle für Microsoft und Windows geschrieben. Ich habe es einmal mit „Mein Elster“ versucht und scheitere an der komplizierten Programmführung. Haben Sie einen Tip für mich? Ich mache die Steuererklärung zum 1. mal selber.

    Mit freundlichen Grüßen

    G. Umland

    1. Hallo Herr Umland,
      im Ratgeber Steuersoftware empfehlen wir 6 verschiedene Programme: https://www.finanztip.de/steuersoftware/
      Sie können Ihre Steuererklärung komplett im Browser erstellen – und auch hierfür haben wir Empfehlungen: z.B. das Wiso Steuersparbuch (in der Variante Wiso Steuer-Web) und Smartsteuer. Die Links dazu finden Sie im Ratgeber.

      Mit freundlichen Grüßen
      Udo Reuß

  2. warum ist die tel. Erreichbarkeit kein Kriterium bei der Bewertung, versuchen Sie mal Buhl tel. zu erreichen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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