Bitcoin wird "Status eines Gold-Ersatzes" erreichen

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    Expertengespräch am 06.08.2026

    Reine Spekulation? Wann Du Bitcoin haben solltest

    06.08.2026 - Bitcoin

  • Die Kryptosteuer soll nun doch kommen. Die Bundesregierung hat mit dem Haushaltsentwurf 2027 erstmals unmissverständlich bestätigt, dass sie die einjährige Haltefrist für Kryptowerte abschaffen und Bitcoin künftig steuerlich wie Kapitalvermögen behandeln möchte.

    Interessant ist dabei, dass viele die Reform lediglich auf die zusätzliche Besteuerung reduzieren. Tatsächlich wirft sie aber eine ganze Reihe offener Fragen auf. Wie sieht der Bestandsschutz aus? Wie wird die Verlustverrechnung geregelt? Und erzielt der Staat am Ende überhaupt die erhofften Mehreinnahmen oder bewirkt die Reform möglicherweise sogar das Gegenteil? Auch das ist keineswegs ausgeschlossen.

    Noch ist allerdings nichts beschlossen. Bisher handelt es sich um eine politische Absichtserklärung. Ein konkreter Gesetzentwurf mit den entscheidenden Details liegt noch nicht vor und muss erst das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Bis dahin bleibt also abzuwarten, wie die Reform tatsächlich ausgestaltet werden soll.

    Zitat

    Die Bundesregierung wird die Besteuerung von Kryptowerten wie Bitcoin im Privatvermögen mit konkreten und modernen Vorschriften reformieren. […] Wer mit Kryptowerten Gewinne erzielt, soll künftig ebenso seinen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen wie derjenige, der seinen Arbeitslohn oder Aktienerträge versteuert.
    Gleichmäßige und nachvollziehbare Besteuerungsregelungen werden die Akzeptanz einer Reform in der Bevölkerung deutlich steigern. Daher sollen künftig für eine gerechte und nachvollziehbare Besteuerung die im Privatvermögen gehaltenen Kryptowerte den Einkünften aus Kapitalvermögen zugeordnet werden.
    Bundesministerium der Finanzen, Zitat aus dem Entwurf

    https://www.blocktrainer.de/blog/haushalts…ngen-abschaffen

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Langsam, langsam. Die Regierung ist sich keinesfalls einig, wie der Artikel zeigt, den du im anderen Thread verlinkt hast.

    Ja, stimmt. Das habe ich oben ja auch geschrieben. Bisher gibt es eine politische Absichtserklärung, aber noch keinen konkreten Gesetzentwurf.

    Genau deshalb stellen sich im Moment auch unzählige Fragen. Wenn Bitcoin künftig wie Aktien besteuert wird, müsste konsequenterweise auch die Verlustverrechnung angepasst werden. Dann könnte man in Bärenmärkten Verluste realisieren, die Position direkt wieder aufbauen und die Verluste später mit Gewinnen verrechnen. Das könnte den Fiskus am Ende sogar Geld kosten.

    Dazu kommt, dass der Großteil der Bitcoin-Anleger gar nicht aktiv tradet, sondern langfristig hält. Von dieser Gruppe würde der Staat kurzfristig praktisch keine zusätzlichen Einnahmen sehen. Wie das den Haushalt nennenswert entlasten soll, erschließt sich mir daher nicht.

    Und ich gehe fest davon aus, dass es Klagen geben wird. Der Bundesfinanzhof hat Bitcoin erst vor wenigen Jahren ausdrücklich den sonstigen Wirtschaftsgütern zugeordnet und damit die bisherige Systematik bestätigt. Natürlich kann der Gesetzgeber das ändern, aber er wird das deutlich besser begründen müssen als mit dem Hinweis auf eine „Modernisierung“.

    Es bleibt spannend :)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Abgesehen von den Fragen der Umsetzung, die du schon erwähnt hast, würde mich auch interessieren, über welches mögliche Steuervolumen wir hier sprechen.

    Die Leute, die 1 BTC für 1 EUR und weniger gekauft haben und inzwischen BTC-Millionäre sind, bekommt man eh nicht, weil die Käufe lange zurück liegen. Also hofft man auf zukünftige relevante Kursgewinne. Der Finanzminister als indirekter Krypto-Zocker ;)

  • Abgesehen von den Fragen der Umsetzung, die du schon erwähnt hast, würde mich auch interessieren, über welches mögliche Steuervolumen wir hier sprechen.

    Ein Blick nach Österreich kann hier vielleicht einen Anhaltspunkt geben. Dort wurde 2024 eine Kryptosteuer eingeführt. Die Einnahmen belaufen sich auf 33 Millionen Euro ... Angenommen wurde vor Inkrafttreten das Zehnfache.

    https://www.trendingtopics.eu/scoop-oesterre…krypto-steuern/

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Es ist natürlich immer schwierig zu kalkulieren, welche Steuereinnahmen durch eine Änderung tatsächlich generiert werden können. Zu glauben, dass keine signifikante Verhaltensänderung eintreten würde, wenn man spürbar anders besteuert, ist keine tragfähige Basis. Ich bin gespannt, wie und ob es tatsächlich umgesetzt wird. Zumindest klingt es ja erstmal so, als ob nicht einfach die Haltefrist wegfällt, sondern analog zu Kapitalerträgen besteuert werden soll. Das ist zumindest mal in dem Rahmen, den ich für möglich gehalten habe. Ehrlicherweise glaube ich aber, dass es nicht kommt. Ich bin zwar nicht davon überzeugt, dass bei der CDU diesbezüglich starke Lobbyarbeit gemacht wird, aber es ist mit einem gewissen Risiko verbunden, dass erfolgreich dagegen geklagt werden wird. Ist vll. auch die Frage, wer bisher eher hinter verschlossenen Türen Zugeständnisse gemacht hat.

  • Nach jetzigem Stand sieht es ja so aus, als ob Kryptowerte wie Aktien behandelt werden sollen. Grds. ist die Vorabpauschale da nicht abwegig. Da diese aber nur bei ETFs erhoben wird, ist davon bei Kryptoeinzelwerten nicht auszugehen. Die Teilfreistellung hat andere Gründe. Das wird erwartungsgemäß bei Krypto nicht der Fall sein.

    Mit einer Besteuerung analog zu Einzelaktien könnte ich leben. Persönlicher Steuersatz würde ich für katastrophal halten. In den Niederlanden werden aber signifikant fiktive Erträge besteuert (glaube auch bei Kapitalanlagen anderer Art). Das wäre Katastrophe.

  • Nein, nur gerecht den braven ETF-, Tagesgeld und Festgeldanlegern gegenüber!
    Hinweis: Hier handelt es sich nicht um einen satirischen Beitrag!

    Ich meine nicht die Vorabpauschale, sondern die darüber hinausgehende Abschöpfung von fiktiven Gewinnen. Ich bin nicht tief genug drin, um das jetzt genauer zu erklären. Müsste ich nochmal nachlesen. Gleiche Herangehensweise wie Einzelaktien geh ich mit.

  • Nach jetzigem Stand sieht es ja so aus, als ob Kryptowerte wie Aktien behandelt werden sollen. Grds. ist die Vorabpauschale da nicht abwegig. Da diese aber nur bei ETFs erhoben wird, ist davon bei Kryptoeinzelwerten nicht auszugehen. Die Teilfreistellung hat andere Gründe. Das wird erwartungsgemäß bei Krypto nicht der Fall sein.

    Mit einer Besteuerung analog zu Einzelaktien könnte ich leben. Persönlicher Steuersatz würde ich für katastrophal halten. In den Niederlanden werden aber signifikant fiktive Erträge besteuert (glaube auch bei Kapitalanlagen anderer Art). Das wäre Katastrophe.

    Eine solche Regelung wird vor allem dann spannend, wenn langfristige Halter in sehr volatilen Phasen ihre Verluste realisieren, um zeitgleich Bestände wieder einzukaufen. Diese Verluste könnte man dann schön mit Gewinnen anderer Assets verrechnen :)

    Alternativ stellt sich mir auch die Frage, wie es geregelt wird, wenn ich mir von meinen BTC-Beständen direkt ein Auto oder Ähnliches Kaufe? Werden dann zunächst Gewinne besteuert und anschließend kommt die MwSt. oben drauf? ^^

    Ich lehne mich mal aus dem Fenster: Die geplanten Steuereinnahmen werden verschwindend gering bzw. Bürokratie und Co. werden die Einnahmen übersteigen. – Naja, leider habe ich meine Hardware-Wallet bei einem Bootsunfall verloren und niemand kann mehr daran, richtig ärgerlich. Zumindest muss ich dann keine Steuern zahlen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Denkbar wäre, dass ein Verkauf grds. über die offiziellen Wege (Börsen) stattfinden muss und dort automatisch (wie bei Aktien auch) die Steuer automatisch abgeführt wird. Ich bin mir sehr sicher, dass es Verlustverrechnungskreise geben wird (ist aktuell ja auch so). Dass man Kryptoverluste mit Aktiengewinnen verrechnen können wird, glaube ich in der Konstellation nicht.

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