MSCI World wegen USA-Anteilen wechseln? Alternativen?

  • kleineskarlchen Mit Europa ergänzen, was hältst du davon? Stoxx600 oder SmallCaps. Und Japan, Asia Pazific. Hatte ich letztes Jahr und im April ergänzt und zahlt sich jetzt aus. Sind ca 50% USA, das ist ok. Jenachdem um welche Beträge und Zeiträume es geht, den MSCI World durch einen FTSE World ersetzen oder zugunsten anderer ETFs pausieren bis dir die Relation zusagt.

  • kleineskarlchen Mit Europa ergänzen, was hältst du davon? Stoxx600 oder SmallCaps. Und Japan, Asia Pazific. Hatte ich letztes Jahr und im April ergänzt und zahlt sich jetzt aus. Sind ca 50% USA, das ist ok. Jenachdem um welche Beträge und Zeiträume es geht, den MSCI World durch einen FTSE World ersetzen oder zugunsten anderer ETFs pausieren bis dir die Relation zusagt.

    Kann man alles machen. Allerdings muss man auch ehrlich sagen, dass dieses ganze Rumgemache höchstens zu einer Mehrrendite von 0,3-0,5 % führt.

  • Kann man alles machen. Allerdings muss man auch ehrlich sagen, dass dieses ganze Rumgemache höchstens zu einer Mehrrendite von 0,3-0,5 % führt.

    Es geht nicht um Mehrrendite. Es geht darum, ein gutes Gefühl zu behalten und investiert zu bleiben. "Ausgezahlt" meint in dem Fall, eine kleinere Delle, entspannt abwarten können :)

  • Bringt das wirklich eine Mehrrendite? Kann man die irgendwie seriös berechnen? Gefühlsmäßig würde ich eher eine Minderrendite erwarten.

  • Ich fände einen MSCI World mit Kappungsgrenze (ähnlich wie beim DAX) gut. Aber so etwas gibt es ja bisher leider nicht.

  • Beim DAX bei 15% Marktkapitalisierung. Die Regeln für einen Welt-Index müsste man sich noch überlegen. Limit pro Unternehmen und/oder pro Land? Nicht so ganz trivial.

  • wie ich gehört habe, wird wohl zzt. empfohlen, sich von MSCI World zu trennen aufgrund der zu hohen USA. Kann man sich bei den MSCI überhaupt gezielt von USA-Anteilen trennen

    Eine Trennung von US Werte ist m. E. nicht sinnvoll. Wenn man vorübergehend auf 50-60 Prozent kommt ist das ein guter Kompromiss. Auch andere Länder haben Probleme, aber auch Chancen. Wie lange bleibt Japan noch der Underdog? Ist China wirklich so chancenreich? Kommt Großbritannien zurück? Wer weiß es.

  • Vanguard springt auf den "Ex-USA"-Modetrend auf und bringt demnächst den FTSE All-World in einer Ex-USA-Variante nach Europa (in den USA ist ein vergleichbarer ETF interessanterweise schon länger plaziert).

    Die „müssen mitmachen“ auf dem europäischen, insbesondere deutschen Markt.

    Das Geschäft ist margenschwach und wird von Ihares, Amundi und Xtrackers dominiert. Vanguard hat in Deutschland Probleme. Das liegt auch am Preis.

    Vanguard bringt den FTSE All-World ex USA nicht aus Innovationsgründen, sondern aus strategischer Notwendigkeit. Der ETF-Markt ist heute ein Baukastensystem: Wer All-World anbietet, muss auch ex-USA liefern, sonst verlieren sie Mandate und anspruchsvollere Anleger:innen an Wettbewerber wie DWS (Xtrackers), Amundi oder BlackRock (iShares).

    Marketingseitig ist das kein großer Wurf. Ex-USA ist kein Massenprodukt wie MSCI World oder All-World, sondern eher etwas für Anleger:innen die ihre USA-Gewichtung bewusst steuern wollen. Das Segment ist kleiner und teilweise schon besetzt.

    Vanguard hat durch Marke und Preisgestaltung durchaus Chancen auf solides Volumen, aber es ist eher defensive Produktpflege als ein großer strategischer Wurf.

    Schwierig…….

  • Hallo,

    wie ich gehört habe, wird wohl zzt. empfohlen, sich von MSCI World zu trennen aufgrund der zu hohen USA-Anteile.

    Stimmt das?

    Grüße

    USA kannst du aus diesem ETF nicht heraustrennen. Ich möchte dir nur folgenden Gedankenanstoß mitgeben:

    • Deine liquide Geldanlage (ETF / Aktien) sind in dem ETF zu ca. 70% in Firmen der USA investiert. Diese Firmen machen u.a. ihren Umsatz weltweit, manche sogar über 50% außerhalb der USA. Das politische Risiko mit Sitz in den USA bleibt - aber ob das politische Risiko in Europa oder DE so viel besser für Firmen ist - USA ist zumindest historisch Aktionärsfreundlicher (als Europa).
    • Möchtest du den USA-Anteil reduzieren, kannst du die gesamte Weltwirtschaft ins Portfolio nehmen, denn Emerging Markets würden hier komplett fehlen. Bei "normaler" Gewichtung kannst du zum aktuellen Stand die USA auf ca. 60 - 65 % drücken. Das wäre dann ein ACWII oder FTSE-All-World. Oder du gewichtest eher nach BIP, dann wäre EMs noch höher und USA geringer.
    • Ich nehme an du lebst & arbeitest in Deutschland. Du hast ein gewisses Humankaptial (bis zur Rente), welches bestimmt deutlich höher ist als dein aktuell angelegtes Vermögen. Besitzt du nun noch eine Immobilie/Wohnung ist das wieder rum in DE. Deine Ansprüche aus der GRV sind in DE.
      Wenn du diese Punkte alle mit berücksichtigst wirst du ziemlich schnell merken, dass der USA-Anteil deiner liquiden Vermögensanlage im Verhältnis gar nicht mehr so groß ist.

      Mache ich es bei mir, dann wäre der USA-Anteil bei weit unter 10% (bei 6-stelligem Depot). Das liegt am noch großen Brocken "Humankapital" und der späteren GRV-Ansprüchen nach Stand heute.
    • Wenn du sagst, du willst entgegen der Marktmeinung die USA reduzieren, sagst du im Umkehrschluss, dass die alternativ Region/Geldanlage besser rentieren wird als die USA. Du entscheidest dich gegen eine Region und für eine andere.
    • Wenn du dein gesamtes Vermögen (selbst ohne Humankaptial und GRV) betrachtest, bin ich mir fast sicher, dass du keine 70% USA-Anteil haben wirst - außer du bist zu 100% mit allem Vermögen in diesem ETF investiert. Sobald du Notgroschen, sichere Geldanlagen und ähnliches hast, wird das den USA-Anteil verringern. Ich halte nichts davon, nur einen Baustein der Vermögensaufstellung zu betrachten und dort herum zu optimieren versuchen. Was machst du, wenn morgen alle sagen, dass Japan mit 7% im ETF viel zu hoch gewichtet ist?


    Als Idee:

    Es gibt den Welt-Index ebenso als Equal-Weight-ETF

  • Schön beschrieben. Aber du kannst beruhigt sein. Der USA-Anteil reduziert sich ohnehin derzeit ganz „natürlich“.
    Du hast zwar dann weniger Geld und Buchverluste, aber dein Humankapital in Deutschland gewinnt ja sogar an Wert.

    Ironie aus.

    Humankapital und GRV sind theoretisch Teil der Gesamtbilanz, aber nicht handelbar und stark mit der heimischen Wirtschaft korreliert. Das spricht eher für internationale Diversifikation. Cash reduziert Volatilität, aber nicht die regionale Aktienkonzentration.

  • Die „müssen mitmachen“ auf dem europäischen, insbesondere deutschen Markt.

    Das Geschäft ist margenschwach und wird von Ihares, Amundi und Xtrackers dominiert. Vanguard hat in Deutschland Probleme. Das liegt auch am Preis.

    Vanguard bringt den FTSE All-World ex USA nicht aus Innovationsgründen, sondern aus strategischer Notwendigkeit. Der ETF-Markt ist heute ein Baukastensystem: Wer All-World anbietet, muss auch ex-USA liefern, sonst verlieren sie Mandate und anspruchsvollere Anleger:innen an Wettbewerber wie DWS (Xtrackers), Amundi oder BlackRock (iShares).

    Marketingseitig ist das kein großer Wurf. Ex-USA ist kein Massenprodukt wie MSCI World oder All-World, sondern eher etwas für Anleger:innen die ihre USA-Gewichtung bewusst steuern wollen. Das Segment ist kleiner und teilweise schon besetzt.

    Vanguard hat durch Marke und Preisgestaltung durchaus Chancen auf solides Volumen, aber es ist eher defensive Produktpflege als ein großer strategischer Wurf.

    Schwierig…….

    Ich finde das ziemlich schlau, denn einen All-World ohne USA gibt es doch noch gar nicht, oder?

  • Das Geschäft ist margenschwach und wird von Ihares, Amundi und Xtrackers dominiert. Vanguard hat in Deutschland Probleme. Das liegt auch am Preis.

    Ich finde Vanguard preislich immer noch konkurrenzfähig. Klar es gibt inzwischen den günstigeren Invesco FTSE All-World., aber der ist eben noch jung.

    Der Emerging Marktes ETF ist einer der günstigsten. Der Developed World ist günstig genug und hat eine hervorragende Tracking Differenz. Günstigere MSCI World Konkurrenz-Produkte von BNP oder UBS sind zwar günstiger aber haben schlechtere TD. Der Xtrackers ist genauso teuer und hat erst letztes Jahr die TER gesenkt.

    Der High Dividend Yield ist auch seit Jahren der günstigste globale Dividenden ETF.

    Ishares ist grundsätzlich teurer.

    Nur Amundi hat wirklich günstigere Produkte, aber dafür einen Image Schaden.

  • Das wäre dann der 45. in Europa zugelassene ETF von Vanguard.

    Ich sehe das einfach pragmatisch. Wenn Vanguard den günstiger als 0,15 % TER anbietet (das sind die m.W. überzogenen von Xtrackers und Amundi) sind sie schlau.
    Würden sie einen auf 1 % Anteil pro Aktie gedeckelten FTSE All-World bringen, wären sie noch schlauer.

  • (in den USA ist ein vergleichbarer ETF interessanterweise schon länger plaziert)

    In den USA war und ist es ziemlich üblich, ausschließlich in den US-Aktienmarkt zu investieren und nur etwas mit internationalen Aktien zu ergänzen. Dafür ist das besagte ex-USA-Produkt dort relativ gängig.


    PS: Das Wort „besagte“ findet sich nur deshalb in diesem Beitrag, weil er sonst nicht erlaubt gewesen wäre, weil der eine Buchstabe davor und die beiden Buchstaben danach ein bö-hö-höses Wort ergeben würden.

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