"Kunden: Gesamtes Vermögen in Schließfächern deponiert"

  • Weil man was verbergen will, sonst gibt es keinen plausiblen Grund.

    Nun ja, steht ja jedem frei. Ich kann mein Geld ja auch in die Matratze stopfen. Nur sollte man unabhängig davon den Vertrag mit dem Schließfachanbieter lesen!
    Und wenn dort etwas davon steht, dass nur Wertgegenstände bis x€ versichert sind, sind nur x€ versichert. Ja, der Raum mag nur fahrlässig gesichert gewesen sein. Aber auch wenn der Raum mit den neuesten Systemen gesichert gewesen wäre, wäre trotzdem nur ein Wert von x€ je Schließfach versichert gewesen.
    JustMy2Cent

  • Bis zu welcher Höhe zahlt die Hausratversicherung, bei Verlust des Matratzendepots?

    Kommt auf die konkrete Versicherungsgesellschaft an. 1.000 - 2.000€ an Bargeld sind üblicherweise durch die Hausratversicherung abgedeckt.
    Wer einen Tresor zu Hause hat, kann den Inhalt natürlich gesondert versichern.

  • In Norderstedt gab es 2021 ja auch so einen Fall.
    Selbst 4 Jahre später warten Viele der Geschädigten weiter auf Entschädigung.

    Sie werden noch weiter warten - oder sie können sich das Warten schenken, wenn sie nicht geklagt haben, weil dann nämlich die Ansprüche verjährt sind.

    Hier mal ein paar Presseartikel dazu, die einer der Anwälte von Geschädigten gesammelt hat:
    https://www.kanzlei-hennemann.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=34&ItEremid=62

    Danke dafür! Die Artikel sind interessant zu lesen (vor allem natürlich zwischen den Zeilen).

    In einem Artikel steht der Filialleiter stolz vor einer Tresortür, die vermutlich 50 cm dick ist und mit dicken Stahlbolzen verschlossen wird. Er will damit vermutlich demonstrieren, wie sicher sein Tresorraum ist.

    Als das Gebäude gebaut wurde, war es unrealistisch, durch 50 cm Stahlbeton gehen zu wollen, also hat man die Wände im Sicherheitskonzept als automatisch sicher gebucht. In der Zwischenzeit sind aber Kernbohrmaschinen viel leistungsfähiger als damals. Wie man an dem HASPA-Fall und auch dem Fall in Gelsenkirchen sieht, kommt man heute durch eine solche Stahlbetonwand mit kalkulierbarem Aufwand durch. Also müßte man die Außenhaut des Tresorraums zusätzlich überwachen, was aber vermutlich viele Geldinstitute nicht auf dem Schirm haben. Jeder Häuslebauer weiß, daß er in die Erhaltung seiner Immobilie Geld stecken muß. Das ist hier ganz genauso. In Gelsenkirchen ging es um etwa 3000 Schließfächer. Die mögen 100 € pro Jahr Miete gekostet haben, zusammen sind das 300.000 T€ pro Jahr. Dafür sollte man gelegentlich mal die Sicherheitstechnik aufrüsten können. Den Tresorraum gibt es ja vermutlich schon seit 50 Jahren. Er ist nicht nur Cashcow für die Sparkasse. Um im Bild zu bleiben: Eine Kuh gibt nicht immer nur Milch, man muß sie auch gelegentlich füttern.

    Wobei sich mir auch nicht erschließt, wieso man > 100K€ in ein Schließfach legt.:/

    Es gibt dafür verschiedene Gründe, die Du und ich vermutlich mehrheitlich als irreal einschätzen würden. Ja, mag auch Schwarzgeld dabei sein, aber vermutlich in der Mehrzahl der Fälle Angst vor Enteignungsphantasien unseres Staates und vor der vermeintlichen Unsicherheit von Bankkonten. Man könnte mich per Enkeltrick keine 50 T€ wegpraktizieren, weil ich schlichtweg nicht soviel Bargeld zuhause herumliegen habe (und auch kein Schließfach, aus dem ich eine solche Summe holen könnte).

    Wer Gold als Anlageinstrument schätzt, braucht einen sicheren Aufbewahrungsort dafür. Das könnte schon ein Schließfach sein, wenn es nicht ein Tresor im eigenen Haus ist. Mancher Goldliebhaber (auch hier im Forum) legt Wert darauf, daß vor allem der Staat nicht weiß, daß er Gold hat. Das ist dann nicht gleich Schwarzgold, aber doch vermutlich etwas in dieser Richtung.

  • Also müßte man die Außenhaut des Tresorraums zusätzlich überwachen, was aber vermutlich viele Geldinstitute nicht auf dem Schirm haben.

    Nicht notwendigerweise. Bei einem Neubau kann man das machen, ein vorhandenes Gebäude entsprechend nachzurüsten, dürfte sehr teuer sein. Alternativ kann man den Innenraum überwachen, z.B. mit Bewegungsmeldern und Gewichtssensoren im Boden. Die würden, sollte sich jemand durch die Wand bohren, sofort einen Alarm auslösen. Die Kosten hierfür sollten sich im überschaubaren Rahmen halten. Ich gehe davon aus, dass solche Sensoren in Gelsenkirchen nicht vorhanden waren.

    Wer Gold als Anlageinstrument schätzt, braucht einen sicheren Aufbewahrungsort dafür. Das könnte schon ein Schließfach sein, wenn es nicht ein Tresor im eigenen Haus ist. Mancher Goldliebhaber (auch hier im Forum) legt Wert darauf, daß vor allem der Staat nicht weiß, daß er Gold hat. Das ist dann nicht gleich Schwarzgold, aber doch vermutlich etwas in dieser Richtung.

    Die Aufbewahrung werthaltiger Dinge wie Gold ist in der Tat keine triviale Sache. Ein Schließfach, zumindest in Deutschland, halte ich, wie ich schon mehrfach hier geschrieben habe, für keine so gute Idee.

    Auch ein Tresor im eigenen Haus ist nicht unproblematisch. Der schützt natürlich vor Standard-Einbrechern. Deren Vorgehensweise konnte ich selbst mal erleben, als bei uns kurz nach unserem Einzug eingebrochen wurde (wahrscheinlich kam der Tipp seinerzeit von einem der zahlreichen Handwerker). Die Einbrecher haben offenbar sehr systematisch und schnell alles durchsucht und nur das mitgenommen, was man gut tragen und gut zu Geld machen konnte. Um einen Tresor aufzubrechen, hätten die weder das Werkzeug noch die Zeit gehabt.

    Vor diesem Typ Krimineller schützt ein Tresor. Sobald allerdings die Information über die Existenz eines Tresors nach außen dringt, sei es durch besagte Einbrecher oder z.B. auch durch Handwerker, die die Information an ein anderes Kaliber Krimineller verkaufen, kann es sehr gefährlich werden. Diese Leute werden nicht versuchen, den Tresor aufzubrechen, sondern lassen dich den Tresor selbst öffnen und gehen dabei nicht zimperlich vor, um das zu erreichen.

    Im Übrigens bin ich der Meinung, dass es den Staat gar nichts angeht, was ich legal erworben habe und was mir gehört. Egal, ob es die Anzahl von Goldmünzen oder Socken ist.

  • Negativzinsen!

    Es gab bis 2021 Strafzinsen bei Einlagen über 100K. Nicht wenige haben ihr Geld dann in einen Tresor gepackt.

    :thumbup:

    Das war sowohl in der Ära bereits nominaler Negativzinsen (ab 2016 ff - nach meiner Erinnerung) zu beobachten (negative Realzinsen gab es dagegen in der noch längeren Ära der orchestrierten Finanzrepression schon zuvor) als auch um die Weltfinanzkrise herum (2007/2008) der Fall, als zunehmend Menschen ihr Geld (Giralgeld) vom Konto in bar abhoben, um es anderweitig als Bargeld (ausfallsicheres Zentralbankgeld) zu deponieren - durchaus auch innerhalb der Bank, dann aber nicht mehr auf einem Konto (als Buchgeld bzw. Giralgeld) sondern im Schließfach der Bank als Bargeld (erst der gemeinsame Auftritt von Bundeskanzlerin und Bundesfinanzminister sonntags im TV (5. Oktober 2008 meiner Erinnerung nach) samt dem (bizarr-aberwitzigen) Versprechen die Spareinlagen der Bürger seien "sicher" (und "dafür steht die Bundesregierung ein" - oder so ähnlich zumindest) hatte damals den bereits laufenden aber noch stillen Bank-Run gestoppt).

    Nach damaligen internen Aussagen der Deutschen Bundesbank wäre das Ganze nur noch max. 10 Tage durchhaltbar gewesen, weil dann die ersten Banken nichts mehr hätten auszahlen können, womit der stille Bank-Run wohl zu einem offenen und lauten geworden wäre (der Bestand an Bargeld am Gesamtbestand der Mittel dürfte max. um die 10% betragen sprich rund 90% sind lediglich schuldrechtliche Ansprüche auf Auszahlung von Sichteinlagen bzw. Kontoguthaben. Diese sind immer nur so gut, wie eine Bank auszahlungswillig und auszahlungsfähig ist). Wäre die Lage nicht bereits derart dramatisch gewesen, hätten sich Merkel und Steinbrück wohl einen solchen (fast kafkaesken) Auftritt wohl gerne erspart.

    Auch wenn die damalige Garantie im TV aus formal-juristischer Sicht ziemlicher bis arger "Stuss" war - im Ergebnis hatte es dennoch gewirkt und den stillen Bank-Run binnen weniger Tage drastisch reduziert.

  • @Achim Weiss , sam51

    Ihr habt natürlich recht, was die Gründe für einzelne Menschen sein können, Wertgegenstände in einem Schließfach zu lagern. Und natürlich habe ich als Kunde eines Schließfachs auch ein Recht darauf, dass dieses Schließfach angemessen vor einem Fremdzugriff/Diebstahl geschützt ist.
    Mir erscheint auch absolut unverständlich dass keine Bewegungsmelder mit automatisch aktivierter Kameraüberwachung in einem solchen Raum installiert waren. Zumal es sich ja nicht um den ersten solchen Fall handelt (siehe u.A. den o.g. Fall in Norderstedt).
    Hat selbst der Serverraum in unserer Firma.:/

    Nichtsdestotrotz dürfte es eine Tatsache sein, dass die Kunden bei Anmietung auf die begrenzte Haftung aufmerksam gemacht wurden bzw. eine entsprechende Vertragsklausel unterschrieben wurde.
    Selbst die besten Sicherheitsmaßnahmen sind bei entsprechender Kenntnis der konkreten Maßnahmen zu umgehen. Und das Ergebnis wäre letztlich das Gleiche. Rechtlich mag man nun die Sparkasse verklagen wollen/können. Den Fehler sich nicht ausreichend gegen einen möglichen Verlust versichert zu haben, hat man trotzdem selbst begangen.
    Ja, wenn man eine extra Versicherung über z.B. 200.000€ für den Inhalt des Schließfachs abgeschlossen hätte, wären wohlmöglich spezielle Fragen zum Thema Sicherheit des Schließfachs seitens der Versicherung gestellt worden. :/

  • Nach damaligen internen Aussagen der Deutschen Bundesbank wäre das Ganze nur noch max. 10 Tage durchhaltbar gewesen, weil dann die ersten Banken nichts mehr hätten auszahlen können, womit der stille Bank-Run wohl zu einem offenen und lauten geworden wäre (der Bestand an Bargeld am Gesamtbestand der Mittel dürfte max. um die 10% betragen sprich rund 90% sind lediglich schuldrechtliche Ansprüche auf Auszahlung von Sichteinlagen bzw. Kontoguthaben. Diese sind immer nur so gut, wie eine Bank auszahlungswillig und auszahlungsfähig ist). Wäre die Lage nicht bereits derart dramatisch gewesen, hätten sich Merkel und Steinbrück wohl einen solchen (fast kafkaesken) Auftritt wohl gerne erspart.

    Gibt es dafür eine (seriöse/glaubhafte) Quelle...?

    Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren! (Helmut Schmidt, 1918-2015)

  • Gibt es dafür eine (seriöse/glaubhafte) Quelle...?

    Zumindest gab es entsprechende Aussagen in der Zeit/Welt zum 10 jährigen 'Jubiläum' der Finanzkrise 2018. Dort hieß es dann aber so schön: "... was Regierungsvertreter hinter vorgehaltener Hand ..."
    Eine offizielle Aussage wie lange einige Banken es 2008 noch durchgehalten hätten, dürfte man aber vergeblich suchen.
    Aber es sollte jedem Menschen einleuchten: Auch wenn heute alle Bankkunden Ihre Gelder von Ihren Konten holen würden, wäre schlichtweg gar nicht genug physisches Geld im Umlauf um alle Kundengelder auszahlen zu können. Es befindet sich nur ca. 10% des gesamten Giralgeldes überhaupt als Bargeld im Umlauf.

  • zunehmend Menschen ihr Geld (Giralgeld) vom Konto in bar abhoben, um es anderweitig als Bargeld (ausfallsicheres Zentralbankgeld) zu deponieren - durchaus auch innerhalb der Bank, dann aber nicht mehr auf einem Konto (als Buchgeld bzw. Giralgeld) sondern im Schließfach der Bank als Bargeld

    Das haben auch Banken und Sparkassen teilweise selbst gemacht! Leere Tresore (früher für physische Wertpapiere) gab es genug und die Versicherungsprämien waren oft niedriger, als der negative EZB-Einlagenzins.

  • Sollte diese Deine Frage ernst gemeint sein ... ?

    Gibt es dafür eine (seriöse/glaubhafte) Quelle...?

    Dann siehe hier ...


    Zum einen:

    Hältst Du es denn auch nur ansatzweise ernsthaft für denkbar, daß sich eine Bundeskanzlerin und ein Bundesfinanzminister einen solchen gemeinsamen Auftritt am Sonntag im TV (nach meiner Erinnerung nur ganz wenige Minuten lang und ohne jede Rückfragen zu erlauben) noch dazu mit einer derartigen Aussage bzw. Garantie (siehe Nr. 173) angetan hätten, wenn dem System nicht bereits das "Wasser am Hals" (eher "Unterkante Oberlippe") gestanden hätte .... ? ^^ + =O

    Zum anderen:

    Schon am Freitag vor diesem Wochenende gab es - auf der rein informellen Ebene - hier vor Ort (das ist auch der Sitz der Deutschen Bundesbank) aus dem Zentralbereich "Bargeld und Bargeldversorgung" der DB Aussagen mit ganz ähnlichem Tenor. Ein der DB nahestehender Journalist empfahl zudem bei einem Abendessen am Freitag zuvor den Beteiligten "am Wochenende unbedingt die politischen Nachrichten im TV zu verfolgen", da "etwas äußerst Ungewöhnliches im Sinne von Einmaliges passieren muß" und "daher auch geschehen wird". Ist dann am folgenden Sonntag auch exakt so passiert.

    Womit man wieder bei Abs. 1 ist.


    In dem Kontext der Wortlaut der Kernaussage

    "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, daß ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein"

    Wie der Peer mehrfach betonte,

    "habe man damals in den Abgrund geblickt".

    Eine mehrfach von ihm gehörte Aussage in Interviews. Was drunter wohl zu verstehen ist ... ?

    Da wußte er allerdings noch nicht, daß sich zeitnah daran (ab 2010 ff) bereits die Eurokrise anschließen sollte ...

    Was aber wieder ein anderes Thema wäre.

  • Ihr habt natürlich recht, was die Gründe für einzelne Menschen sein können, Wertgegenstände in einem Schließfach zu lagern. Und natürlich habe ich als Kunde eines Schließfachs auch ein Recht darauf, dass dieses Schließfach angemessen vor einem Fremdzugriff/Diebstahl geschützt ist.

    [...]

    Nichtsdestotrotz dürfte es eine Tatsache sein, dass die Kunden bei Anmietung auf die begrenzte Haftung aufmerksam gemacht wurden bzw. eine entsprechende Vertragsklausel unterschrieben wurde.

    Ich verstehe nicht, wie man sechsstellige Beträge in ein Schließfach stecken kann, für das eine Versicherung über gerade mal 10.000 EUR besteht. Geschweige denn sein "gesamtes Vermögen" oder "alles für die Altersvorsorge". Es ist ja auch nicht so, als wäre noch nie in einer Bank eingebrochen worden. Es passiert nicht allzu häufig, aber DASS es vorkommen kann, hat man durchaus schon öfter gesehen bzw. in der Presse lesen können.

    als zunehmend Menschen ihr Geld (Giralgeld) vom Konto in bar abhoben, um es anderweitig als Bargeld (ausfallsicheres Zentralbankgeld) zu deponieren - durchaus auch innerhalb der Bank, dann aber nicht mehr auf einem Konto (als Buchgeld bzw. Giralgeld) sondern im Schließfach der Bank als Bargeld

    Wie wir jetzt wissen, ist das nunmal auch kein sicherer Ort (erst recht mit einer Versicherung über gerade mal 10.000 EUR).