Hallo liebe Finanztip-Community,
ich würde gerne eure Einschätzung zu einer Frage einholen, die mich umtreibt. Kurz als "Disclaimer": ich bespare seit einigen Jahren selbst einen dieser "all world"-Indizes mit einem mtl. Sparplan.
Im Zuge dessen, dass mich ein Familienmitglied um "Beratung bzgl. Finanzen" gebeten hat und ich mein "System" erklärt habe (das im Wesentlichen dem "Finanztip-Prinzip" folgt, wie Saidi es nennt), ist in mir die Frage aufgestiegen, dass die Idee, langfristig in ETFs zu investieren, um der Inflation entgegenzuwirken und langfristig Vermögen auf- (und nicht ab-) zubauen, doch letztlich schlicht auf der Annahme beruht bzw. eine Wette darauf ist, dass sich unser weltweites Wirtschafts- und Finanzsystem nicht grundlegend ändern wird, richtig?
Nun frage ich mich, was angesichts der grundlegenden Herausforderungen, vor denen die menschliche Zivilisationen steht, wie z.B. dem menschengemachten Klimawandel, den wir bewältigen müssen, wenn wir langfristig als Zivilisationen zusammenleben wollen, für diese Annahme spricht bzw. warum man darauf wetten sollte, dass sich unser weltweites Wirtschafts- und Finanzsystem nicht grundlegend ändern wird?
Historisch gesehen, ist das kapitalistische Wirtschaftssystem recht jung und existiert erst seit ein paar hundert Jahren. Andersherum hat es im vergangenen Jahrhundert eine Vielzahl von gewaltsamen Veränderungen von (nationalen und internationalen) Wirtschaftssystemen gegeben. Angesichts dessen, dass es wir den Klimawandel bewältigen müssen und es auch weltweise eine immense Unzufriedenheit mit fehlreguliertem Kapitalismus gibt: Mit welchem guten Grund sollte man darauf wetten, dass sich unser weltweites Wirtschafts- und Finanzsystem nicht grundegend ändern wird?
Bin gespannt, wie ihr das seht!
Viele Grüße!