85 Jahre und Geldanlage

  • Hallo liebe Mitforisten,

    bei meinen Eltern (beide 85) wird in Kürze ein Festgeld (2% für 6 Monate) über 60k fällig und ich bräuchte mal Ideen, wie man das sicher, liquide und einigermaßen rentierlich anlegen könnte.

    Sie leben im Eigenheim (Bj. 74, Erbpacht, Wert ca. 200K), verfügen zusammen über 1800€ Nettorente, besitzen außerdem noch 15K Tagesgeld (0,6%) und ca. 30K Aktienfonds (Arero, Fondak). Außerdem ist auf dem Girokonto noch ein hoher vierstelliger Betrag verfügbar.

    Beide sind nicht mehr super rüstig, so dass man vermutlich in nicht all zu ferner Zukunft mit Pflege rechnen muss.

    Ich tendiere dazu, das frei werdende Festgeld in einen Geldmarkt-ETF zu legen. Ggf. könnte man auch das Tagesgeld dort besser verzinst parken.

    Was spricht dagegen? - Habt ihr noch andere Ideen? (Tagesgeldhopping fällt aus, weil die mit der Legitimationsprüfung einhergehenden Schritte für sie zu aufwändig sind)

    Bin gespannt auf Eure Ideen.

    Vielen Dank

  • Zu Geldmarkt-ETF allgemein:

    Welche Kosten gibt es bei dem entsprechenden Broker für Kauf/Verkauf? Wie oft schätzt du, wirst du handeln müssen? Nicht dass die Zinsen von Ordergebühren aufgefressen werden.

    Zur Idee, auch das Tagesgeld in Geldmarkt-ETF anzulegen:

    In wieweit regeln die Eltern die finanziellen Angelegenheiten noch selbst? Bedienen die Eltern auch das Depot selbstständig? Oder ist das deine Aufgabe? Nutzen sie das Tagesgeldkonto selbst? Nicht, dass du die Eltern in ihrer finanziellen Selbstständigkeit unnötig einschränkst. Außerdem der Hinweis auf die Orderkosten zu achten

  • Geldmarkt ETF macht durchaus Sinn (mit einem günstigen Depot). Sofern Deine Eltern das nicht selbst managen müssen, wäre ggf. ein Teil auch in Rasin (ehemals Weltsparen, dort muss man sich nur einmal legitimieren und hat mehrere Banken für Hopping zu Auswahl) gut aufgehoben, ggf. in eine Festgeldtreppe und/oder Tagesgeld .... gibt zu meist dort mehr Zinsen als bei der klassischen Filialbank.

  • Neben Geldmarkt-ETF werfe ich mal eine Festgeldtreppe ein. Gibt i.d.R. dann minimal mehr Zins als auf einem TG-Konto oder im Geldmarkt-ETF.
    Habe ich für meine Mutter auch gemacht. Und zwar so, dass 1/3 Ihres Geldes auf dem TG-Konto lag und jeweils 1/3 in einem 1- und 2- jährigen Festgeld.
    So war sichergestellt, dass immer genug Liquidität vorhanden war. Auch und gerade als es dann letztlich innerhalb weniger Wochen in ein Seniorenheim ging.

    Der Aufwand hält sich dem einmaligen Abschluss einer neuen FG-Anlage alle 2 Jahre in Grenzen.

  • Geldmarktfond würde ich auch vorschlagen und zwar nicht nur das Tagesgeld und Festgeld , sondern auch die Aktienfonds (mit 85!) dahin verflüssigen. Eigentlich reicht ja eine Position dort, damit es möglichst einfach ist. Wie schon einige geschrieben haben, auf günstiges Depot achten, wenn es bei der Targobank sowas gibt, warum nicht. Giro würde ich lassen wo es ist, manche Banken bieten verschiedene Kontomodelle an, vielleicht mal prüfen ob es das richtige für den Bedarf ist.

  • Der Rest liegt bei der Targobank und wird von mir geregelt.

    Wenn es darum geht, ins Targobank-Depot Geldmarktfonds zu legen, wirf mal einen Blick ins PLV. Soweit ich mich erinnere, sind Kauf und Verkauf kostenlos. Aber im PLV gibts ein paar andere Positionen zu relativ hohen Preisen, ich erinnere mich aber nicht mehr genau, was das war und ob die für Geldmarktfonds relevant sein könnten.

    Einmal editiert, zuletzt von andiii_98 (6. Januar 2026 um 16:22)

  • Bei der Targobank ein Direktdepot eröffnen und dort dann einen klassischen Geldmarktfonds z.B LU0057107152 über die Kapitalanlagegesellschaft kaufen. Dabei sollten keine Transaktionskosten entstehen.

    Ist mir noch nie begegnet. Das mit ESG Beachtung gefällt mir. Besser als weniger.

    Macht das Sinn, Dollarrisiko und 0,5 Gebühren?

  • Bei der Targobank ein Direktdepot eröffnen und dort dann einen klassischen Geldmarktfonds z.B LU0057107152 über die Kapitalanlagegesellschaft kaufen. Dabei sollten keine Transaktionskosten entstehen.

    Ja, aber ich würde keinen Fonds in Fremdwährung nehmen, wie diesen.

  • Welche Geldmarktfonds sind nützlicher als Tagesgeld? Möglichst ohne Swap-Geschäfte.

    Die Gefa-Bank-Sparprodukte sind bisher das beste, was zu finden war, wenn es kein Tageshopping sein soll.

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  • Ein Geldmarktfonds sollten das Problem lösen. Den höheren Betrag auf dem Girokonto würde ich belassen, damit die Eltern spontan auch kleinere Reparaturen selbst managen können. Solange die Eltern mit der Aufteilung zwischen Aktien und sicheren Anlagen zufrieden sind, muss man daran nicht zwingend etwas ändern. Es geht ja ohnehin nicht um mehr als 30 % des Vermögens. Ob und wann ein teurer Pflegefall ansteht, kann keiner sagen. Es ist auch alles andere als sehr unwahrscheinlich, dass einer von den beiden die 100 erreicht. Die mittlere Lebenserwartung mit 85 liegt bei ungefähr 9 Jahren.

  • wenn bei deinen Eltern demnächst mit Pflegebedarf zu rechnen ist, dann trifft das vermutlich ja erst mal nur einen von beiden. Und das kann sehr schnell sehr teuer werden. Besonders dann, wenn einer ins Pflegeheim muss und der andere weiterhin im Haus verbleibt.

    Die Rente deckt dann wohl weiterhin die Lebenshaltungskosten der Person im Haus, aber das Heim muss dann zusätzlich finanziert werden. Je nach Region beträgt der Eigenanteil dann von 2.000 bis 4.000 Euro je Monat (in der Metropolregion München zahlen wir aktuel 4k, dafür gibts auch jeden Abend ein alkoholfreis Bier 😉)

    Das Vermögen deiner Eltern steckt im wesentlichen im Haus, und kann nicht leicht versilbert werden. Das derzeitige Tagesgeld sichert weniger als 1 Jahr Heimkosten ab.

    Deshalb meine Empfehlung: die Aktien/Fonds (zumindest grösstenteils) verkaufen und als Tagesgeld parken, gerne auch als GeldmarktETF, die ja auch schnell verkauft werden können.

    An deiner Stelle würde ich mir keine Gedanken über etwas mehr/weniger Zinsen machen, die Risiken liegen ganz woanders (Pflege und Betreuung der Eltern)

  • Vielen Dank für Eure Anregungen!

    Auch wenn man sich vielleicht wünscht, dass der Pflegefall nicht eintritt, ist es vermutlich richtig zumindest finanziell einigermaßen dafür aufgestellt zu sein. Und da ist Flexibilität dann ausschlaggebend.

    Da ein Bankwechsel für uns nicht in Frage kommt, konkurrieren 0,6% aufs Tagesgeld mit einem Geldmarkt-ETF. - Da fällt die Entscheidung dann wohl auf den Geldmarkt-ETF.

    Was wir mit dem Aktienanteil im Depot machen, muss ich mit meinen Eltern noch einmal besprechen, aber vermutlich macht es Sinn auch da aus dem Risiko zu gehen.