Geldanlage als Rentner

  • Hallo liebe Community,

    ich bin nun seit kurzem in den Ruhestand eingetreten, Ende 60 und sehr unschlüssig, inwiefern eine Geldanlage in meinem Alter noch sinnig ist. Kurz zu finanziellen Situation: Ich habe mein Leben lang noch nie in Fonds/Aktien/ETFs investiert und bin absoluter Neuling in diesem Bereich, auch wenn ich mich die letzten Monate immer mehr mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Ich bewohne eine eigene Immobilie, vermiete zwei weitere Immobilien und beziehe inklusive meiner Rente Bezüge von etwa 5500€ pro Monat. Ein Kind ist noch in der Ausbildung. So weit, so gut - wenn da nicht das Ersparte auf der Bank wäre.
    Mein Leben lang habe ich mein Girokonto bei einer großen deutschen Bankenkette geführt und wurde dafür mit zinsfreier, zuletzt kostenbehafteter Kontoführung belohnt. Das soll nun ein Ende haben, nur wie?
    Die Ersparnisse belaufen sich derzeit auf Rund 1,3 Mio. Nun die Frage - lohnt sich eine Anlage noch? Wenn ja in welcher Form? Ein Entkommen aus den Fängen der Inflation wäre mir wichtig, ebenso ein kontinuierlicher Geldzufluss - meine Idee war also eine Anlage in einen ausschüttenden Welt ETF, eventuell mit einer Beimischung von einem Emerging Markets ETF? Allerdings bin ich mir nicht sicher in welchen Anteilen ich das Geld investieren sollte, wie viel eventuell auf ein Tagesgeldkonto verschoben werden soll, bzw. in einen Geldmarkt ETF? Kredite habe ich keine mehr zu tilgen - eventuell Reparaturen an den Immobilien oder die Anschaffung eines Autos (etwas mit 4 Rädern das fährt genügt mir vollkommen) sind die einzigen möglicherweise aufkommenden Ausgaben. Darüber hinaus würde mich die Meinung des Forums über Anleihen, Anleihe ETFs, Corporate Bonds und Aggregate Bonds interessieren - insbesondere diese Aggregate Bonds müssten doch eine gute Diversifizierung bieten?

    Vielen Dank im Voraus - ich bin gespannt auf eure Ideen und Ratschläge.:thumbup:

  • Kater.Ka 14. Januar 2026 um 13:59

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Herzlichen Glückwunsch sage ich einfach mal.

    Was soll denn das Ziel Deiner Geldanlage sein (Kurz- und Langfristig)?
    Ich gehe mal davon aus, dass Du mit den 5,5K€ so über die Runden kommst und es zum Leben völlig ausreicht.
    Um langfristig nur die Inflation auszugleichen würde schon ein sehr moderater Aktienanteil ausreichen.
    Es gibt von Vanguard die Life-Strategy Produkte.

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    Diese LS ETF beinhalten neben Aktien weltweite Anleihen (Währungsgesichert). Mit einem LS 20 (20% Aktien) sollte langfristig ein reiner Inflationsausgleich bereits erreicht werden. Die Vanguard LS Produkte gibt es als ausschüttende und thesaurierende ETF.

  • "Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt."
    Chinesisches Sprichwort

    Wichtig für das "Wie" ist immer das "warum". Sorry für die Gegenfrage, aber was möchtest du mit der Investition bezwecken?

    Was von den 1,3 Mio. € möchtest du für die nächsten Jahre in denen es dir hoffentlich noch lange gut geht gebrauchen, zum Beispiel um dir einen Traum zu erfüllen.

    Möchtest du möglichst viel vererben? Ich kann dir sagen was ich machen würde, vielleicht hilft dir das bei deiner Entscheidung:

    1. Eine Liste machen mit meinen Regelmäßigen Ausgaben und Einnahmen. Dies ist die Basis für alle weiteren Schritte. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ich mehr Einnahmen habe als Ausgaben haben würde.

    2. Eine Liste machen mit allen möglichen kurzfristigen bis mittelfristige Sonderzahlungen die für mich anfallen könnten, dazu gehören Reparaturen meiner Immobilien und auch ein Neuerwerb meines Autos aber auch ein großer Urlaub. Oder irgendetwas schönes was ich schon immer mal machen wollte. Dazu würde ich einen kleinen Puffer packen - das ist für mich der Topf der kurzfristig verfügbar sein sollte. Der Topf wird auf ein Tagesgeldkonto oder in einen Anleihen ETF gesteckt (ich mag das Tagesgeldhopping nicht)

    3. Entscheiden was mit dem Rest passieren soll. Wenn ich entschieden habe, dass ich das Geld definitiv nicht mehr brauche da ich mehr Einnahmen habe und unter 2. alles andere abgedeckt wurde. Würde ich den 95 % vom Rest in einen weltweiten ETF stecken bzw. darüber nachdenken ähnlich dem Gerd-Kommer ETF zu investieren um weiter zu diversifiziert zu sein und die restlichen 5 % in einen Gold ETC.

    Am Ende würde ich mir auch überlegen ob es eine gute Idee wäre meinem Kind oder anderen Menschen von denen ich will, dass sie mal etwas erben jetzt schon einen Teil zu "schenken" und damit die Erbschaftssteuer die mal (wenn hoffentlich auch spät) anfallen wird zu verringern.

  • Eine Geldanlage lohnt sich auch im Ruhestand.

    Mit 1,3 Mio. € auf dem Girokonto ist Inflation das größte Risiko.

    Sinnvoll ist eine klare Struktur in mehrere Töpfe:

    1. Liquidität und Sicherheit (ca. 25 %)
    Tagesgeld und Geldmarkt-ETF

    2. Stabilität und laufende Erträge (ca. 30 %)
    Anleihen/Anleihe-ETFs (Staats- und hochwertige Unternehmensanleihen)
    3.Inflationsschutz und Wachstum (ca. 25 %)
    Ausschüttender Welt-ETF ist da natürlich sinnvoll.

  • Herzlichen Glückwunsch sage ich einfach mal.

    Was soll denn das Ziel Deiner Geldanlage sein (Kurz- und Langfristig)?
    Ich gehe mal davon aus, dass Du mit den 5,5K€ so über die Runden kommst und es zum Leben völlig ausreicht.
    Um langfristig nur die Inflation auszugleichen würde schon ein sehr moderater Aktienanteil ausreichen.
    Es gibt von Vanguard die Life-Strategy Produkte.
    https://www.de.vanguard/private-anlege…ASAAEgKv5fD_BwE


    Diese LS ETF beinhalten neben Aktien weltweite Anleihen (Währungsgesichert). Mit einem LS 20 (20% Aktien) sollte langfristig ein reiner Inflationsausgleich bereits erreicht werden. Die Vanguard LS Produkte gibt es als ausschüttende und thesaurierende ETF.

    Vielen Dank, diese ETF-Palette werde ich mir mal etwas genauer anschauen! Das Ziel soll dabei sein die Inflation auszugleichen und im besten Fall die Rentenbezüge etwas zu erhöhen und um liquide zu bleiben. Mit der Rente kann ich bisher alle Ausgaben decken, allerdings bin ich PKV versichert, was mich bereits jetzt teuer zu stehen kommt. Daher klingt die ausschüttende Variante ebenfalls ganz interessant. In Kombination Ihres Nachredners "Smoker", werde ich mir einmal Gedanken machen, zu welchem Anteil das Geld investiert werden kann. Was würden Sie denn in dieser Hinsicht raten?

  • Eine (abbezahlte?) Immobilie.

    Zwei weitere vermietet.

    5500 Bezüge pro Monat als Rentner.

    1,3 Mio Ersparnisse.

    => Da würde ich vor lauter Sorgen ganz schlecht schlafen.

    Sich "Sorgen" zum Thema Geld machen scheint mir generell kein guter Ansatz. Sich "Gedanken" zum Thema Geld machen und/oder diese zu entwickeln dagegen oftmals durchaus angesagt.

    Dazu kommt noch: Nur wer was hat, kann auch was verlieren (und sei es auch "nur" die Kaufkraft seines Vermögens).

    Ohne den genauen monatlichen Bedarf zu kennen (samt weiterer Pläne oder Ziele; Stichwort: Schenkung/Erbe für Kind(er) - um ein Beispiel zu nennen; finanzielle Vorsorge für den eventuellen Pflegefall - um ein anderes Beispiel zu nennen) dürfte es mit konkreten Hinweisen (für eine ggf. neue Asset-Allocation) nicht ganz einfach werden.


    Auch wenn das tendenziell und auf den ersten Blick eher so klingt, daß die aktuellen Einnahmen sämtliche Ausgaben decken könnten (Konjunktiv):

    Kredite habe ich keine mehr zu tilgen - eventuell Reparaturen an den Immobilien oder die Anschaffung eines Autos (etwas mit 4 Rädern das fährt genügt mir vollkommen) sind die einzigen möglicherweise aufkommenden Ausgaben.

  • Auch vielen Dank Ihnen für die Ideen! Der Gerd Kommer ETF war mir bisher unbekannt und ich habe gerade mal einen Blick drauf geworfen. Damit eine "ein-ETF-Strategie" zu fahren klingt interessant, allerdings beträgt die jährliche Dividende über die letzten 3 Jahre etwa 1,3 - 1,9%. Was ist dazu die allgemeine Meinung? Ein High Yield ETF anderer Sorte kommt hier meist mit einer höheren Ausschüttung daher. Auch die Anmerkung mit der Gold investition ist interessant. Auch wenn Gold gerade auf einem absoluten Höhepunkt steht, wären sie nicht abgeneigt zu investieren? Ich weiß, time in the market..., aber an einem solchen hochpunkt?

  • Eine Geldanlage lohnt sich auch im Ruhestand.

    Mit 1,3 Mio. € auf dem Girokonto ist Inflation das größte Risiko.

    Sinnvoll ist eine klare Struktur in mehrere Töpfe:

    1. Liquidität und Sicherheit (ca. 25 %)
    Tagesgeld und Geldmarkt-ETF

    2. Stabilität und laufende Erträge (ca. 30 %)
    Anleihen/Anleihe-ETFs (Staats- und hochwertige Unternehmensanleihen)
    3.Inflationsschutz und Wachstum (ca. 25 %)
    Ausschüttender Welt-ETF ist da natürlich sinvoll

    Auch vielen Dank an Sie! Was würden Sie mit den restlichen 20% machen?

  • Sich "Sorgen" zum Thema Geld machen scheint mir generell kein guter Ansatz. Sich "Gedanken" zum Thema Geld machen und/oder diese zu entwickeln dagegen oftmals durchaus angesagt.

    Dazu kommt noch: Nur wer was hat, kann auch was verlieren (und sei es auch "nur" die Kaufkraft seines Vermögens).

    Ohne den genauen monatlichen Bedarf zu kennen (samt weiterer Pläne oder Ziele; Stichwort: Schenkung/Erbe für Kind(er) - um ein Beispiel zu nennen; finanzielle Vorsorge für den eventuellen Pflegefall - um ein anderes Beispiel zu nennen) dürfte es mit konkreten Hinweisen (für eine ggf. neue Asset-Allocation) nicht ganz einfach werden.


    Auch wenn das tendenziell und auf den ersten Blick eher so klingt, daß die aktuellen Einnahmen sämtliche Ausgaben decken könnten (Konjunktiv):

    Das sind wichtige Punkte, die ich vergessen habe zu erwähnen.

    Wenn man davon ausgeht, dass durchschnittlich 25 Monate im Pflegeheim verbracht werden (Durchschnitt ist immer Mist...) und der Eigenanteil bereits jetzt bei über 3000€ liegt - gehen wir mal von 4000+ in der Zukunft aus, sind das schonmal etwa 200.000 für mich und meine Frau, bzw. 8000 monatlich. Auf dieses Geld muss man gegebenenfalls möglichst kurzfristig zugreifen können.

    Und die derzeitigen Ausgaben belaufen sich monatlich auf 3900€. Allerding verringern sich diese Ausgaben in den nächsten Jahren, wenn der Nachwuchs aus dem Studium ist um rund 1000€.
    Die PKV verschlingt ebenfalls etwas über 1000€. Die restlichen Ausgaben sind fix.

  • Hast du tatsächlich alles auf einem unverzinsten Giro liegen? Das kann doch nicht wahr sein.

    Was mache ich?

    Ich mag kein Tagesgeldhopping und habe seit kurzem Tagesgeld und eine Festgeldtreppe bei Raisin, (vorher bei verschiedenen Banken), weil ich's bequem und nicht jeder Sonderaktion nachrennen mag. Mir ist bewusst, dass ich so nicht den letzten Cent raushole, aber das ist mir egal.

    Mein Giro- und mein Verrechnungskonto ist bei der ING und dort habe ich auch mein Depot. Nicht das billigste, aber seit über 20 Jahren bin ich zufrieden damit.

    Ich habe etwas Aktienerfahrung, ja und in den Jahrzehnten alle Schwankungen mitgemacht. Aber das Depot ist gut im Plus. Mein Aktienanteil (einschließlich Aktienfonds und -ETF) ist aber im Verhältnis zum Gesamtvermögen nur 20 %. Ich bin halt im großen und ganzen ein Sicherheitsanleger.

    Ob du jetzt noch mit Aktienetf anfangen möchtest, musst du selbst entscheiden. Viele haben angefangen, als es lange Zeit nur nach oben ging und verkauft, als es im Keller war. Ob du Verluste aussitzen kannst, weißt du erst, wenn's soweit ist.

  • Ich bin nun seit kurzem in den Ruhestand eingetreten, Ende 60 und sehr unschlüssig, inwiefern eine Geldanlage in meinem Alter noch sinnig ist.

    Lies Hartmut Walz und Nikolaus Braun, dann wirst Du schlüssig. :)

    Ich habe mein Leben lang noch nie in Fonds/Aktien/ETFs investiert und bin absoluter Neuling in diesem Bereich, auch wenn ich mich die letzten Monate immer mehr mit dem Thema auseinandergesetzt habe.

    Kurz gesagt: Du warst Sicherheitsanleger Dein bisheriges Leben lang.

    Ich bewohne eine eigene Immobilie, vermiete zwei weitere Immobilien und beziehe inklusive meiner Rente Bezüge von etwa 5500€ pro Monat. Ein Kind ist noch in der Ausbildung. So weit, so gut - wenn da nicht das Ersparte auf der Bank wäre.

    Das ist sicherlich eine schwere Last!

    Wenn ein Kind noch in Ausbildung ist, gibt es vermutlich auch eine Mutter dazu, die vermutlich etliches jünger ist als Du. Spielt die in Deinem Leben noch eine Rolle? Sprichst Du vom gemeinsamen Vermögen oder nur von Deinem?

    [Edit: Die Mutter dazu gibt es noch, die wohnt wohl bei Dir. Bleibt die Frage, ob das Dein Vermögen ist oder das gemeinsame Vermögen. Du bist bereits Sicherheitsanleger. Frauen sind typischerweise noch sicherheitsbewußter als Männer. Bist Du Dir sicher, daß Deine Frau mitziehen würde?]00

    Sind die genannten 5500 € brutto oder netto? Ein Gutteil davon dürften Mieteinnahmen sein, ein weiterer Gutteil Kapitalerträge.

    Mein Leben lang habe ich mein Girokonto bei einer großen deutschen Bankenkette geführt und wurde dafür mit zinsfreier, zuletzt kostenbehafteter Kontoführung belohnt. Das soll nun ein Ende haben, nur wie?

    Du bist halt ein sozialer Mensch mit einem Herzen für die Nöte der Banken.

    Die Frage des Girokontos ist vom Rest der Anlage eigentlich unabhängig, das kann man separat lösen. Es gibt noch eine Menge kostenfreier Girokonten bei Direktbanken, teilweise wird für Kostenfreiheit ein Geldeingang von 500 € oder 700 € im Monat gefordert. Den kriegst Du aber ja gebacken. Ein Sparer (der Du vermutlich nicht so bist) könnte auf eine Kontoeröffnungsprämie schielen. Vergleiche von Girokonten gibt es reichlich im Netz.

    Da Du Deine bisherigen Geldanlagen vermutlich nicht so ohne weiteres auflösen kannst, würdest Du beide Konten eine Weile parallel führen.

    Die Ersparnisse belaufen sich derzeit auf Rund 1,3 Mio.

    In welcher Form kann ich mir diese Ersparnisse denn vorstellen?

    Nun die Frage - lohnt sich eine Anlage noch? Wenn ja in welcher Form?

    Das ist die Gretchenfrage. Vermutlich bist Du lieber reich und gesund als arm und krank.

    Ein Entkommen aus den Fängen der Inflation wäre mir wichtig, ebenso ein kontinuierlicher Geldzufluss - meine Idee war also eine Anlage in einen ausschüttenden Welt ETF, eventuell mit einer Beimischung von einem Emerging Markets ETF?

    Das Wort Beimischung wirkt auf mich so ähnlich wie ein geschwenktes Tuch auf einen Stier.

    Das Entkommen aus den Fängen der Inflation ist für einen Sicherheitsanleger praktisch unmöglich, ein kontinuierlicher Geldzufluß läßt sich realisieren, ist letztlich aber nicht so wichtig. Braucht ein Einzelmensch oder ein Paar mit regelmäßigen Einkünften von 5500 €/Monat darüber hinaus noch einen regelmäßigen Geldzufluß?

    Hast Du eine Vorstellung, was Du Monat für Monat konsumierst? Wieviel Geld Du also (zusätzlich) brauchst?

    Allerdings bin ich mir nicht sicher in welchen Anteilen ich das Geld investieren sollte, wie viel eventuell auf ein Tagesgeldkonto verschoben werden soll, bzw. in einen Geldmarkt-ETF?

    Tja, das wird halt schwierig. Die Leute hier sind alle Finanz-Selbermacher. Die sagen Dir vielleicht, was sie von Deinen Gedanken halten. Am Händchen halten und Dich führen werden sie allerdings eher nicht. Das heißt: Wie genau Du investierst, wirst Du vermutlich selbst entscheiden müssen.

    Darüber hinaus würde mich die Meinung des Forums über Anleihen, Anleihe ETFs, Corporate Bonds und Aggregate Bonds interessieren - insbesondere diese Aggregate Bonds müssten doch eine gute Diversifizierung bieten?

    Ich würde an Deiner Stelle mir mal ein Grundlagenbuch reinpfeifen, etwa Hartmut Walz - Ihre Finanzen fest im Griff: Vermögen aufbauen, statt Geld verschenken. Auch Gerd Kommer - Souverän investieren vor und im Ruhestand kann hilfreich sein. Das Lesen von Investmentpornographie hingegen würde ich an Deiner Stelle umgehend einstellen.

    Die Sache mit dem Girokonto ist unabhängig von der Geldanlage. Das kannst Du jederzeit separat machen..

    Was Deine Geldanlage anlagt, ist der erste Schritt eine vollständige Privatbilanz. Parallel dazu könntest Du Dir Gedanken darüber machen, wieviel Geld Du regelmäßig überhaupt brauchst.

    Wenn das fertig ist, sieht man weiter.

    :)

  • Selbst das teuerste Pflegeheim macht es nicht besser.

    Aber ggf. erträglicher.


    Wobei in dem Bereich das "Teuerste" nicht per se das "Beste" bedeutet. Aber billig oder auch nur günstig ist eine gute Pflege in aller Regel nicht zu haben.


    Verfügst Du über Erfahrungen in der Praxis mit Pflegefällen, Pflegeheimen, dem Erhalt einer (Rest)Lebensqualität auch im Pflegefall usw. ... ?

  • Auch vielen Dank Ihnen für die Ideen! Der Gerd Kommer ETF war mir bisher unbekannt und ich habe gerade mal einen Blick drauf geworfen. Damit eine "ein-ETF-Strategie" zu fahren klingt interessant, allerdings beträgt die jährliche Dividende über die letzten 3 Jahre etwa 1,3 - 1,9%. Was ist dazu die allgemeine Meinung? Ein High Yield ETF anderer Sorte kommt hier meist mit einer höheren Ausschüttung daher. Auch die Anmerkung mit der Gold investition ist interessant. Auch wenn Gold gerade auf einem absoluten Höhepunkt steht, wären sie nicht abgeneigt zu investieren? Ich weiß, time in the market..., aber an einem solchen hochpunkt?

    Ich würde dir erst einmal empfehlen dir den Artikel von Finanztip anzuschauen und dir aus den Empfehlungen einen ETF für dich herauszusuchen. Das schöne ist, damit kannst du nichts falsch machen. https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/etf-finder/

    Außerdem ist es eine gute Idee einmal in das Buch https://www.finanztip.de/buch/ zu schauen.

    Dann geht es darum erst einmal zu starten. Hier kommen bald ganz viele Ideen und Meinungen zusammen, sie alle haben aber eins gemein. Nämlich einen Teil von deinem Vermögen in einen von den oben genannten ETF's zu investieren.

    Es geht heute und morgen nicht darum den 100% Gesamtplan für dich und deine Zukunft aufzustellen sondern darum erst einmal zu starten.

    Daher:

    Such dir ein Depot aus den Finanztip Empfehlungen, dann einen ETF und fang an zu investieren. Vielleicht erst einmal mit 10.000 € um Gefühl dafür zu bekommen.

  • Nur am Rande aber in dem Kontet

    Kurz gesagt: Du warst Sicherheitsanleger Dein bisheriges Leben lang.

    Zum einen: Wie kann jemand denn "Sicherheitsanleger" sein, wenn es in dem Bereich private Finanzen nur drei Dinge gibt, die "sicher" sind: Nämlich die Steuern, die Inflation und die mit jedem Investment verbundenen (mehr oder weniger hohen) Kosten (Gebühren) ... ?

    Zum anderen: Du als Finanzexperte subsumierst vermietete Immobilien (siehe hier in Nr. 1)

    vermiete zwei weitere Immobilien

    unter die Risikoklasse 1 ... ?

    Sprich nach Deiner Terminologie unter die "sicheren" Anlagen - nach meiner Terminologie unter die "risikoärmsten" Anlagen.

    Für meinen Teil als Finanz-Laie (wenn auch einem an solchen Themen Interessierten) gehören vermietete Immobilien jedenfalls in eine (ggf. deutlich) höhere Risikoklasse als die niedrigste (abhängig davon, ob nun von 3, 5, 7 oder 9 Risikoklassen ausgegangen wird).

    Wie kann vor diesem Hintergrund gelten "Du warst Sicherheitsanleger Dein bisheriges Leben lang", wenn jemand zwei Immobilien vermietet ... ?

    Zumal die Vermietung in der Regel unternehmerische Aspekte beinhaltet.

  • Das sind wichtige Punkte, die ich vergessen habe zu erwähnen.

    Daher hatte ich mir erlaubt, da nachzufragen.

    Wenn man davon ausgeht, dass durchschnittlich 25 Monate im Pflegeheim verbracht werden (Durchschnitt ist immer Mist...) und der Eigenanteil bereits jetzt bei über 3000€ liegt - gehen wir mal von 4000+ in der Zukunft aus, sind das schonmal etwa 200.000 für mich und meine Frau, bzw. 8000 monatlich. Auf dieses Geld muss man gegebenenfalls möglichst kurzfristig zugreifen können.

    Jedenfalls hast Du das Thema auf dem Schirm.

    Kenne leider genug Fälle, die sich nicht an den "Durchschnitt" gehalten haben sprich 3, 4, 5 Jahre oder länger im Pflegeheim waren. Einerseits. Andererseits sinkt mit zunehmender Dauer des Pflegeheimaufenthalts zumindest der sog. Eigenanteil an den Pflegekosten durch steigende prozentuale Zuschüsse der Pflegekasse (meine 15% im ersten, 30% im 2. bis hin zu 75% ab dem 4. Jahr). Die Gesamtkosten (Unterkunft, Verpflegung, Instandhaltung) können bzw. dürften aber nichtsdestotrotz weiter steigen.

    Und die derzeitigen Ausgaben belaufen sich monatlich auf 3900€. Allerding verringern sich diese Ausgaben in den nächsten Jahren, wenn der Nachwuchs aus dem Studium ist um rund 1000€.
    Die PKV verschlingt ebenfalls etwas über 1000€. Die restlichen Ausgaben sind fix.

    Das klingt nicht schlecht, da die Einnahmen die Ausgaben aktuell dann wohl mehr als decken.


    Aus meiner Sicht wirst Du um eine gründliche Bestandsaufnahme Deines Gesamtvermögens (dazu gehören beispielsweise auch die ungefähren Marktwerte der Immobilien) nicht herumkommen - ebenso wenig um das Anlesen der zumindest unverzichtbaren Basics in Sachen "private Finanzen" samt Geldanlagen (das Büchlein von Prof. Walz hatte ich mal gelesen und kann das daher empfehlen). Danach solltest Du klarer sehen und es Dir auch leichter fallen, den für Dich passenden Weg zu finden.

    Da Du ggf. dann direkt mit etwas größeren Beträgen hantierst (um diese ggf. in Aktien bzw. Aktien-ETFs zu schieben) und insbesondere auch vor dem Hintergrund

    Ich habe mein Leben lang noch nie in Fonds/Aktien/ETFs investiert und bin absoluter Neuling in diesem Bereich

    ist es von (großem) Vorteil, wenn Du genau verstehst, warum Du Dich finanziell (ggf. neu) aufstellst, wie Du Dich aufstellst. Das ist erfahrungsgemäß der Compliance Deinen eigenen Finanzplan betreffend (sehr) dienlich.

    Vor dem o. g. Hintergrund würde ich besonderes Augenmerk auf die subjektive Risikobereitschaft sprich Risikotoleranz legen.


    Gutes Einlesen und danach ebensolche Entscheidungen wünsche ich !

  • Lies Hartmut Walz und Nikolaus Braun, dann wirst Du schlüssig. :)

    Außerdem ist es eine gute Idee einmal in das Buch https://www.finanztip.de/buch/ zu schauen.

    (das Büchlein von Prof. Walz hatte ich mal gelesen und kann das daher empfehlen)

    Diese Autoren kann ich ebenfalls empfehlen!

    Nimm Dir ruhig die Zeit Dich einzulesen. Ich bin 66 Jahre alt, habe mich vor einiger Zeit (mit dem Aufkommen von ETF) Eingelesen und mittlerweile ein für mich passendes Portfolio aus Aktien-ETF, Aktien und Anleihen-ETF zusammengestelt. Ich bin mir sicher Du wirst nach dem Einlesen eine gute, für Dich passende Anlagestrategie finden und entscheiden können.

    Finanzen Selbermachen ist kein Hexenwerk, wenn man einige Grundprinzipien beachtet.