Depot Diversifikation mit Gold und Silber?

  • Hallo zusammen,


    derzeit ist mein Depot wie folgt gegliedert:

    - 50 % xtrackers MSCI World (WKN A1XB5U)

    - 30 % xtrackers MSCI Emerging Markets (WKN A12GVR)

    - 20 % Amundi Euro Stoxx 600 (WKN LYX0Q0)

    Das Depot ist bei der ING.


    Eine anstehende Anpassung der Sparrate war für mich jetzt der Auslöser darüber nachzudenken, ob ich nicht z.B. je 5 % in Silber und Gold investiere. Zu viel möchte ich allerdings auch nicht beimischen.


    Nun gibt es ja Edelmetall ETCs mit Ausliefer-"Garantie" und ohne, z.B:

    Übersicht

    ETCs sind nach meinem Verständnis ja erstmal Schuldverschreibungen. Geht der Anbieter pleite, hat man ggf. ein Problem?

    Zur Sicherheit kann z.B. das Edelmetall physisch hinterlegt sein und eben ein Auslieferanspruch/ "Garantie" bestehen.

    Alternativ könnte man sich natürlich auch Edelmetall - Barren zuhause in den Tresor legen (sofern vorhanden).


    Habt ihr Edelmetalle, insb. Gold und Silber beigemischt, physisch gebunkert oder in Form von ETCs ? Falls ja, wie viel %?

    Was war/ist eure Intention dahinter? Abfedern von Krisen?

    Ist eurer Meinung nach der aktuelle Run auf Gold und Silber vllt nur ein Hype und man fährt besser, wenn man sturr an seinen ETF - Sparplänen festhält?

  • Über welches Volumen reden wir denn? 5-10% von 5-, 6- oder 7-stelligen Summen?
    Ich würde/werde über Gold zur Diversifikation/Absicherung nachdenken, wenn mein Depot im hohen 6-stelligen Bereich angekommen ist.
    Steht also kaum zu befürchten, dass ich mich damit je beschäftigen muss. ;)
    JustMy2Cent

    PS: Scheint gerade ein Thema auch bei Finanztip zu sein. Ist doch wohl nicht etwa FOMO?;)

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  • Derzeit reden wir über 5- 10 % von (noch) 5 -stelligen Summen.

    Zu FOMO würde ich klar und ehrlich sagen: Erwischt!

    Mein Bauch sagt mir: Machs nicht unnötig kompliziert bleib bei deinen drei ETFs und erhöhe dort die Sparrate. :)

    Mich interessiert dennoch, wie andere in der Community zur Thematik stehen und was deren Beweggründe hinter dem Invest in Gold und Silber sind.

  • Über welches Volumen reden wir denn? 5-10% von 5-, 6- oder 7-stelligen Summen?
    Ich würde/werde über Gold zur Diversifikation/Absicherung nachdenken, wenn mein Depot im hohen 6-stelligen Bereich angekommen ist.

    Kannst du das begründen? Funktioniert das mit den Prozenten prinzipiell anders bei höheren Summen?

    Habt ihr Edelmetalle, insb. Gold und Silber beigemischt, physisch gebunkert oder in Form von ETCs ? Falls ja, wie viel %?

    Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit 5% Gold-ETC beigemischt. Und das hat mein Depot bisher tatsächlich mindestens stabilisiert.

  • Kannst du das begründen? Funktioniert das mit den Prozenten prinzipiell anders bei höheren Summen?

    Aktien sind nachweißlich langfristig das Asset mit der höchsten Renditeerwartung. Uns so lange ich mich im Vermögensaufbau befinde nutze ich das Asset mit der höchsten Renditeerwartung.

    Wenn ich bereits ein Vermögen habe und das schützen will, verzichte ich bewusst auf Rendite und diversifiziere mein Vermögen weiter. Ab welcher Summe man das tun will, muss jeder Anleger für sich entscheiden.
    Mein Sweetspot für Gold wäre etwa so oberhalb von 700K€ liquiden Vermögen.

    PS: Das Problem mit den Prozenten sieht man gerade häufiger. Gold/Silber hat in letzter Zeit eine phantastische Performance hingelegt. Da möchte mancher dann auf den Zug aufspringen. Kann man machen.
    Aber wenn ich mich für Gold/Silber entscheide sollte ich das nicht tun weil es gerade gut gelaufen ist, sondern weil es in meine Asset-Allokation passt. Dann behalte ich mein Gold/Silber nämlich auch, wenn es mal ein paar Jahre so gar nicht läuft.

    Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit 5% Gold-ETC beigemischt. Und das hat mein Depot bisher tatsächlich mindestens stabilisiert.

    Klar, tut es das.
    Noch besser wäre es gewesen, wenn Du die 5% Gold schon vor 6-7 Jahren beigemischt hättest. Dann hätte sich der Wert bis heute etwa verdreifacht.
    Nur, hättest Du dann regelmäßig Gold verkauft um den Anteil im Depot immer schön bei 5% zu halten? Wirst Du zukünftig den Goldanteil bei 5% belassen, wenn Gold sich in den nächsten Jahren im Wert wieder halbieren sollte?

    PS: So sehe ich das mit dem Gold. Kann gern JEDER so machen wie er/sie/es für sich als richtig betrachtet. §1 jeder macht seins.

  • Hab inzwischen 5% erreicht - durch die Steigerungen ....

    Hatte 2 % EUWAX II, die dann bei 61 EUR verkauft :rolleyes:

    Dann wieder begonnen, mit kleinem Sparplan.

    Dasselbe Spiel mit Silber Xtracker securities. Hatte nicht für möglich gehalten, dass das noch weitergeht.

    Jetzt lass ich das wie es ist. Vielleicht bringt mich ein Rücksetzer nochmal ins Überlegen^^

    Das Depot hats tatsächlich stabilisiert.

  • Ist eurer Meinung nach der aktuelle Run auf Gold und Silber vllt nur ein Hype und man fährt besser, wenn man sturr an seinen ETF - Sparplänen festhält?

    Einen Hype würde ich es nicht gerade nennen, denn die Goldnachfrage wird durch die Unsicherheiten um Trump sicher noch eine Zeit andauern. Es weiß nur keiner, für wie lange und welche Zeit danach kommt.

    Das folgende Bild von Hartmut Walz zeigt, dass man mit Gold auch mal ein, zwei Jahrzehnte nichts verdient hat, bzw in Minus gerutscht ist.

    Ich habe mir als Schülerin 1980 von meinen Taschengeld und Ferienjob 1 Unze Maple Leaf gekauft für 810 DM. Es hat mich ziemlich enttäuscht, dass mein Plan von Reichtum nicht aufgegangen ist. Es dauerte ganze 25 Jahre (!!!) bis ich meinen Einstiegskurs wieder gesehen habe. Selbst jetzt beträgt meine Rendite für diese Goldmünze nur 5 Prozent nach 45 Jahren.

    Das kann also passieren, wenn man zum falschen Zeitpunkt einsteigt. Damals war es einer, ist heute nun ein richtiger oder falscher Zeitpunkt? Ich traue mir keine Prognose zu. Ich habe dann zur Bankenkrise 2012 nachgekauft. Auch kein guter Einstiegspunkt, wie man im Nachhinein weiß. Aber diesmal hat es nur 7 Jahre gedauert bis ich den Einkaufspreis wieder hatte. Mit dem letzten Käufen 2022 und 2024 hatte ich dann definitiv ein glücklicheres Händchen, aber ob sich dieses Niveau dauerhaft hält oder in 15 Jahren wieder in Luft auflöst, weiß keiner.

  • ...Eine anstehende Anpassung der Sparrate war für mich jetzt der Auslöser darüber nachzudenken, ob ich nicht z.B. je 5 % in Silber und Gold investiere....

    Und die jüngste Preisentwicklung hat damit sicherlich nichts zu tun, oder? Natürlich war die Anpassung der Sparrate der Auslöser.

    Ich kann das gut verstehen. Ich muss beim Anpassen der Sparrate auch immer an Gold und Silber denken.:D

    Google mal "Recency Bias"!

  • Bei einem noch übersichtlichen Depot in der Aufbauphase ist Gold sicher kein "Muss". Die Frage ist aus welchen Gründen man es kauft und wie man mit den Schwankungen umgehen will.

    Wer durch regelmäßiges Rebalancing Gewinne erzielen will, sollte besser zu börsennotiertem Gold greifen. Nach einem Jahr Haltedauer kann man das spekulativ einsetzen.

    Wem der Krisenfall besonders wichtig ist, wo man mit Gold irgend jemanden schmiert, um ausreisen und im Ausland ein paar Brötchen kaufen zu können, für den ist physisches Gold sicher vorteilhaft und das auch in nicht zu großer Stückelung. Die kleinen Vreneli über 10 und 20 Franken dürften einfach praktischer sein als die 100g Barren auch wenn letztere einen etwas günstigeren Kurs haben. Physisches Gold kann man im Verbotsfall sogar im Garten vergraben.

    Ich selbst habe mir abgesehen von etwas Schmuckgold Anlagegold erst zugelegt, als ich bereits in der Entnahmephase war, also zu Zeiten des Vermögenserhalts. Sozusagen eine Versicherung gegen richtig heftige Turbulenzen. Da es aber nur eine sehr kleine Position war, spielt Gold für mich keine große Rolle. Aktuell dürften es knapp 4 % sein. Mehr als 5 % will ich nicht haben.

  • Ich hab gut 1% Gold, im Januar als Belohnung gekauft zum in die Hand nehmen. Hat gut 50% gemacht während die restlichen 99% meines Depots 2025 ziemlich mies liefen 😂

    Ich werde aber weiter recht wenig / kaum investieren da derzeit eh teuer und ich mir in den nächsten Jahren eher Rendite von den Aktien verspreche. Späterhin will ich aber vielleicht schon 5% Gold oder gar noch etwas mehr haben, mal sehn.

  • Und die jüngste Preisentwicklung hat damit sicherlich nichts zu tun, oder? Natürlich war die Anpassung der Sparrate der Auslöser.

    Ich kann das gut verstehen. Ich muss beim Anpassen der Sparrate auch immer an Gold und Silber denken.:D

    Google mal "Recency Bias"!

    Ja natürlich hat die jüngste Preisentwicklung damit zu tun :D

    Das war vllt unglücklich formuliert. Der eigentliche Auslöser zur Anpassung der Sparrate war eine Gehaltsanpassung, dann der Blick ins Depot und auf die Märkte mit der Überlegung, schraube ich einfach meine Sparrate auf meine bestehenden ETFs hoch, oder investiere ich eben Teile des Gehaltsplus in dieses glänzende Zeug?

    Bisher bin ich gut mit den drei ETFs gefahren, also bleibe ich vermutlich einfach dabei und mach es nicht unnötig kompliziert.

  • Mein Sweetspot für Gold wäre etwa so oberhalb von 700K€ liquiden Vermögen.

    Interessant, ich habe mich schon öfters gefragt, ob man anhand der Assetallokation auf die Gesamtvermögenshöhe schließen kann. Ich glaube da ist schon was dran.

    Mich interessiert dennoch, wie andere in der Community zur Thematik stehen und was deren Beweggründe hinter dem Invest in Gold und Silber sind.

    Ich fand die folgende Aussage des Vermögensverwalters Christian Fuchs ganz interessant, die er im Interview mit Mario Lochner geäußert hatte:

    Zitat

    "Im Vermögen ja, im Depot nein."

    Das ist wirklich bei mir hängen geblieben.

    Weil Edelmetalle die Rolle der Absicherung sein sollen, also auch gegen die Finanzindustrie und schwere Krisen. Daher will man eigentlich kein virtuelles Gold im Depot haben, weil es diese Rolle dort nicht erfüllt.

    Hartmut Walz hat es ja auch schön beschrieben auf seinem Blog: virtuelles Gold ist nur der Abholschein für ein Rettungsboot, aber keiner weiß, ob man in einer Krise wirklich Gold dafür bekommt.

  • Kommt auf den Betrag an. 10-30k kann man vielleicht noch selbst bunkern, für mehr wirds kritisch oder teuer. Da würde ich dann lieber im Depot damit weiter machen.

    Ist Gold als Barren eigentlich bei einer Hausratsversicherung abgesichert wenn es irgendwo versteckt rum liegt? (Thresor macht ja wenig Sin)

  • Ubuntu13 , vorab und nur

    der guten Ordnung halber: Für meinen Teil bin ich nur Finanz-Laie (wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen - in u. a. Aktien und Immobilien investiere ich seit über 50 Jahren)

    Gold in homöopathischer Dosierung habe ich seit den 70er Jahren und in relevanter Dosis in 1998/99 zugekauft (wegen der Aufgabe der DM gegen die Einführung einer europäischen Einheitswährung).

    Überflogen habe ich zudem nur Deinen Beitrag Nr. 1.

    Eine anstehende Anpassung der Sparrate war für mich jetzt der Auslöser darüber nachzudenken, ob ich nicht z.B. je 5 % in Silber und Gold investiere. Zu viel möchte ich allerdings auch nicht beimischen.

    Diversifikation kann ein guter Anlaß oder Auslöser sein das Depot oder Portfolio zu überdenken. Kein guter "Auslöser" dürfte dagegen aber eine gerade laufende Kursrallye (Stichwort: "Fear of missing out" (Fomo)) eines bestimmten Vehikels sein ... ?!

    Aus meiner Sicht ist Gold (in Teilen auch Silber) kein "Investment" sondern - lediglich oder immerhin - eine Art "Versicherung".

    Versicherungen entfalten Sinn, wenn etwas vorhanden ist, was eine Versicherung zwingend erforderlich oder zumindest nachdenkenswert erscheinen läßt.

    Meine wirtschaftliche Unabhängigkeit und wirtschaftliche Freiheit ist mir beispielsweise generell eine Versicherung wert. Mein inzwischen erreichtes Vermögen ebenso.


    Aus meiner Sicht noch heute lesenswert - vielmehr lesenswerter denn je ... - der legendäre Artikel zu dem Thema "Gold and Economic Freedom" von Alan Greenspan aus dem Jahr 1966 (Greenspan war u. a. von 1987 bis 2006 Vorsitzender der amerikanischen Notenbank (Fed).


    Dir gute Gedanken, ebensolche Entscheidungen und viel Erfolg dabei !


    PS: Finanztip hatte dem Thema (Gold) gerade einen Podcast gewidmet (Folge 279); Rubrik hier "Geld ganz einfach - Saidis Podcast". Hatte ich angehört und mir dazu einige Anmerkungen erlaubt (siehe Nr. 470 im besagten Strang). Vielleicht beides (Podcast und Beitrag) für Dich hörens- und lesenswert ... ?

  • Vielen lieben Dank in die Runde für den ganzen Input und insbesondere für Links / Hinweise auf weitere, externe Informationsquellen. Ich bin erst seit kurzem hier im Forum aktiv (wenn ich auch schon länger mitlese) und einfach begeistert über das geballte Wissen der Community. Das macht schon sehr viel Spaß :)