Ein KISS von Irving – Zielpfad: 5 auf 20 Mio €

  • :thumbup: Ich bin mir dessen sogar sicher!

    Ich habe mir mal den Spaß gemacht ein 50% MCAP / 50% BIP Portfolio von der KI berechnen zu lassen. Also so, wie der Kommer-ETF die Weltwirtschaftsregionen gewichtet.
    Aufgabe war es, dass Portfolio mit 3 ETF möglichst nahekommend aufzubauen.
    Die KI liefert folgende Gewichtung:
    Ergebnis (gerundet):

    ~70,4% SPDR MSCI ACWI IMI
    ~20,5% iShares Core MSCI EM IMI
    ~9,1% STOXX Europe 600

    Diese Mischung liefert (nahekommend) die gewünschte 50/50‑Balance aus MCAP und BIP über die drei Regionen (EM, Europa DM, Rest‑DM).

    Und nun kann man dieses Portfolio einfach mal 'nachbauen' und gegen den Kommer-ETF antreten lassen. Wohlgemerkt ganz ohne Faktoren und sonstige Spezialitäten des Kommer-ETF.

    Ergebnis seit Juli 2023 als Einmalanlage:

    Ergebnis seit Juli 2023 als Sparplan:

    Wie man sieht ist die Performance des Kommer-ETF seit Auflage ist also kein Ergebnis der Faktoren, sondern viel mehr der Gewichtung der einzelnen Wirtschaftsregionen im ETF zuzuschreiben.

    Ich will auch gar nicht abstreiten, dass ein Selbstbau mit mehreren ETF einen langfristig höheren operativen Aufwand bedeutet. Wer genau diese Gewichtung (50% MCAP/50% BIP) haben will, für den ist der Kommer-ETF sicherlich eine sehr gute Wahl.

    Um mal ein etwas längeren Zeitraum zu betrachten hier die Daten seit Auflage des Index den der Gerd Kommer-ETF trackt.
    Hier sind Index-Daten seit 07/2017 verfügbar. Hier als Sparplan und zusätzlich noch mit dem MSCI ACWI IMI als Vertreter des reinen MCAP-Ansatzes:

    Auch hier fällt auf, dass der Kommer-Index quasi identisch zum Eigenbau läuft. Seit 07/2017 liegt aber sowohl der Eigenbau als auch der Kommer-Index hinter dem MCAP-ETF zurück.

    Die Story, dass die Outperformance des Kommer-ETF, insbesondere im letzten Jahr etwas mit den Faktoren zu tun hat, lässt sich jedenfalls nicht nachvollziehen.

  • Die Story, dass die Outperformance des Kommer-ETF, insbesondere im letzten Jahr etwas mit den Faktoren zu tun hat, lässt sich jedenfalls nicht nachvollziehen.

    Wollen wir wetten, was jetzt als Gegenrede kommt? Ich tippe auf die folgenden Komponenten:

    • „Mir war immer klar, dass mein streng wissenschaftlicher KISS-Vorschlag auf Ablehnung stößt, vor allem bei denen, die ihre Portfolios selber basteln - ich will aber niemandem was wegnehmen, jeder darf es machen, wie er will; ich will nur aufzeigen, wie intelligente Menschen Geldanlage machen.“
    • Es wird verwiesen auf einen geheimen Kommer-Index ohne Faktoren, den zwar niemand kennt, dessen Zahlen auch niemand überprüfen kann - den der Kommer-Index mit Faktoren aber über einen bestimmten überschaubaren Zeitraum um eine nicht genannte Anzahl von Prozentpunkten geschlagen haben soll.
    • Es wird der Stand der finanzwissenschaftlichen Diskussion dargelegt, der die Existenz und die Abschöpfbarkeit der Faktorprämien behauptet; die gewichtigen Gegenstimmen werden nicht genannt oder als irrelevant dargestellt. Es wird eine (fachlich falsche) Parallele zwischen der unumstrittenen Equity-Prämie und den Faktor-Prämien behauptet.
  • monstermania

    Vielen Dank für deine Recherche und Visualisierung.
    Wenn du hier im Forum nach „Kommer-Schreck“ suchst, findest du in dem langen Thread über das kostengünstige Vanguard-Depot mit 5 ETF auch mehre „Lösungen“ wie man die Kommer-Idee simpel und günstig annähernd abbilden kann. Auch vom Foristen Joghurt

    Iriving hatte sich sogar aktiv (erfolgreich) beteiligt.

    Da fehlen natürlich einige Faktoren ( die Small Caps sind zumindest übergewichtet) aber…….an denen liegt es wohl nicht.

    Irving
    4. Oktober 2025 um 17:00


    P.S.

    Schau dir mal an, wie sich diese Kommer-Alternative oben seit Oktober entwickelt hat.

    Ich habe es nicht geschafft, das Zitat an der richtigen Stelle einzufügen.

  • Die Story, dass die Outperformance des Kommer-ETF, insbesondere im letzten Jahr etwas mit den Faktoren zu tun hat, lässt sich jedenfalls nicht nachvollziehen.

    So sehe ich das auch. Woher hast du denn die Story? :/

    Zitat von monstermania

    ~70,4% SPDR MSCI ACWI IMI
    ~20,5% iShares Core MSCI EM IMI
    ~9,1% STOXX Europe 600

    Ich bezweifle, dass diese Aufteilung der Aufteilung im Gerd Kommer ETF entspricht. Auch ohne Faktoren sind die Aktien und Regionen anders gewichtet. Es fehlen außerdem essentielle Mechanismen des Fonds. Ich denke nicht, dass man die mit MCAP-ETFs nachbilden kann.

  • Ja, der schiebt immer mal wieder etwas ein und geht dann auf konkrete Fragen nicht ein.

    Ist das so? :/ Ich versuche eigentlich, auf alle Fragen einzugehen.
    Amüsant finde ich nur, wie viel Energie darauf verwendet wird, eine recht klare und leicht nachprüfbare Outperformance des Gerd-Kommer-ETF schlechtzureden oder Löcher zu suchen. Das scheint für manche wirklich schwer auszuhalten zu sein. Ist das wirklich so schlimm? :/

  • So sehe ich das auch. Woher hast du denn die Story? :/

    Naja, hier bspw. hast Du die Faktoren noch für den Erfolg mitverantwortlich gemacht:

    Irving
    29. Juli 2025 um 18:13
    Irving
    5. August 2025 um 18:05
  • Kannst du das bitte näher ausführen?

    Für die Aktienauswahl beim quartalsweisen Rebalancing gilt unter anderen:

    „Additionally, any security that is not an INDEX COMPONENT should not be eligible for inclusion in the INDEX if it is among the bottom 10% of the MOMENTUM FACTOR and/or bottom 10% of the INVESTMENT FACTOR.“

    Aus der Index Richtlinie Seite 11: https://solactive.com/downloads/Guideline_SOLGERD.pdf

  • Man kann sicherlich die „Macher“ mal anspitzen, ob es das Ding auch zu Vergleichszwecken ohne Faktoren gibt.

    Wäre eine gute Story für die Finanzpresse.

    Es stellt sich letztlich die Frage, ob es für so etwas überhaupt ein interessiertes Publikum gibt. Wir bewegen uns in diesem Forum und speziell bei diesem Thema in einer sehr speziellen Nerd-Blase. Ich bezweifle, dass die meisten Anleger verstehen, wie integriertes Multifaktor-Investing überhaupt funktioniert und welche Benchmark man jeweils zur Bewertung von Faktorprämien heranziehen muss. Die meisten Anleger sind zufrieden, wenn ihr Investment positiv rentiert. Einige davon zielen zusätzlich auf eine Outperformance des Gerd-Kommer-ETFs im Vergleich zu einem marktkapitalisierenden ETF ab. Solange eines oder in manchen Fällen beides erreicht wird, sind sie zufrieden.

    Und ich denke, das ist auch eine gute Einstellung. Sich bei einem breiten ETF im Nachhinein Gedanken darüber zu machen, warum eine Out- oder Underperformance eingetreten ist, und dann nachzukarteln, ob man sie mit anderen Assets auch hätte erreichen oder übertreffen können, ist einigermaßen absurd.

    Ich persönlich finde es klasse, dass ein zu großen Teilen deutsches Produkt so gut performt und trotz der oft kritisierten „höheren Kosten“ bisher geliefert hat. Ich freue mich auf die kommenden 10–20 Jahre und bin gespannt, wie sich der Fonds weiterentwickelt. Richtig interessant wird es ohnehin erst, wenn größere Marktverwerfungen kommen und wir auf 10-20 Jahre blicken können.

  • lieber Irving,

    ich habe heute 28.2. mal wieder seit langer Zeit ins Forum geschaut.

    Als ETF Anleger habe ich auch auf Grund Deiner intensiven "Kopfmassagen" in den letzten 1 - 2 Jahren von Aktien in ETFs erheblich umgeschichtet, leider auch mit den dabei angefallenen erheblicheren Steuern. So ist es halt, irgendwann kommt man an dewr Steuer ohnehin nicht drumrum.

    Jetzt stelle ich aber wieder an den wenigen Kommentraren die ich nur überflogen habe fest, dass Du Dich hier im Forum offensichtlich wieder zu einer Angriffsziel entwickelst.

    Ich war vor einigen Monaten wirklich davon überzeugt, dass Du für die Forumsfreunden einfach mehr Geduld und mehr Diplomatie aufbringst.

    Es mag sein, dass Du blitzgescheit bist und die Börse auch im Detail verstehst. Dieses geballte Wissen sollte man aber einfach etwas diplomatischer vermitteln.

    Ich habe an den wenigen heute gelesenen Beiträge den Eindruck, dass dieser neue Vorsatz von Dir nicht lange gehalten hat. Schade, weil selbst ich als alter Hase immer noch einiges gelernt habe.

    Viele Grüße McProfit

  • Es mag sein, dass Du blitzgescheit bist und die Börse auch im Detail verstehst. Dieses geballte Wissen sollte man aber einfach etwas diplomatischer vermitteln.

    Das mache ich weiterhin gern bei Usern, die freundlich und ehrlich schreiben. Ehrlichkeit geht für mich vor Diplomatie.

    Zur Ehrlichkeit gehört, dass ich im Sommer letzten Jahres hier im Forum offen kommuniziert habe, dass ich eine Outperformance des Gerd-Kommer-ETFs gegenüber marktkapitalisierenden ETFs erwarte und dafür ziemlich heftig (und gar nicht diplomatisch) gescholten wurde. Auch Herr Kommer und sein Produkt wurden in zahlreichen Threads durch den Schlamm gezogen. Auch nicht diplomatisch. Kritik über fehlende Diplomatie habe ich damals übrigens nicht vernommen.

    Heute, Ende Februar 2026, liegt diese Outperformance vor. Und dennoch steht keiner der damaligen Kritiker zu seiner Fehleinschätzung. Stattdessen wird auf die „Zeit vor Fondsgründung“ verwiesen oder es werden „irgendwelche anderen Ansätze, die besser gelaufen wären“, herangezogen.

    Das war erwartbar, ist aber schade. Ich habe die Performance immer transparent verglichen und auch in „schlechten Zeiten“ nichts beschönigt. Genau das werde ich auch weiterhin tun.

  • Hallo Irving ,

    ich denke, ich habe Dich im letzten Jahr nicht wegen Deinem Fan-Attitüden für den Kommer-ETF kritisiert. Ich meine, dass es keinen großen Unterschied macht, in welchem Welt-Index man investiert ist bzw. dass wir es erst hinterher wissen werden.

    In meinem Portfolio sind die USA und China unterrepräsentiert bzw. die anderen Länder überrepräsentiert. Meine Sollgewichtung ist 50% Nordamerika, 25% Europa, 12,5% EM und 12,5% Asien/Rest. Da im letzten und diesem Jahr Europa und EM (insbes. ex. China) überdurchschnittlich gelaufen sind, habe ich sowohl die bekannten Weltindices, als auch Kommer outperformt.

    Trotzdem würde ich nie behaupten, dass meine Strategie besser oder richtiger ist. Schon in naher Zukunft kann sich meine Strategie als Fehleinschätzung erweisen. Das ist ok.

    Deine Strategie ist auch ok, auch wenn sie nicht meine wäre. Die Artikel über Deine Vorgehensweise finde ich interessant und regen zum Nachdenken an. Das ist gut.

  • Ich habe nicht die Qualifikation, hier inhaltlich was beizutragen, aber folgende Videos von James Shack beschreiben, glaube ich ganz gut die hier strittigen Ansätze und dass es nicht um besser/schlechter geht, sondern darum, was für wen geeignet ist.

    Shack hält Factor-Investing für die eigentlich überlegene Strategie (und beschreibt dessen Schwierigkeiten, u.a. es psychologisch durchzuhalten).

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    Hält passives Investieren in Indexfonds aber für die geeignetere Strategie für die meisten Anleger

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  • In meinem Portfolio sind die USA und China unterrepräsentiert bzw. die anderen Länder überrepräsentiert. Meine Sollgewichtung ist 50% Nordamerika, 25% Europa, 12,5% EM und 12,5% Asien/Rest.

    Kann man gut machen. Das ist sehr ähnlich dem Musterdepot meiner Frau mit auch 25 % Europa-Anteil.

    Innerhalb von 10 Jahren ist der US-Anteil am MSCI World von 60 % auf über 70 % gestiegen.

    Aufgrund der Dollarschwäche musste seit jetzt einem Jahr quasi jedes Portfolio, das die USA untergewichtet, besser laufen als der MSCI World.

    Hinweis zu „Home Bias“.

    Die Finanz- Wissenschaft empfiehlt natürlich keinen extremen Home Bias, aber einen moderaten Anteil von etwa 20–30 % am Aktienportfolio wird häufig als ökonomisch vertretbar angesehen.

    James Shack spricht häufig über Faktorprämien nach der Forschung von Fama und French.

    Er erwähnt insbesondere Small Cap, Value und Quality.

    Er betont, dass Faktor-ETFs
    längere Underperformance-Phasen haben und disziplinierte Anleger:innen erfordern.


    Tja, das kommt einen bekannt vor.

    2 Mal editiert, zuletzt von Tomarcy (28. Februar 2026 um 10:23)

  • Hornie Vielen Dank für deinen Beitrag. Der war richtig Klasse! :thumbup:

    Zitat von Hornie

    Ich meine, dass es keinen großen Unterschied macht, in welchem Welt-Index man investiert ist bzw. dass wir es erst hinterher wissen werden.

    In diesem Punkt bin ich anderer Meinung. Ich denke, dass wir uns seit der Finanzkrise 2008/2009 in einer sehr speziellen Hausse befinden. Die Renditen waren überdurchschnittlich hoch und die wenigen Krisen fielen insgesamt kurz aus. Die Bewertungen sind regional und branchenspezifisch heute noch unterschiedlicher als sonst.

    Ich persönlich gehe davon aus, dass man in den kommenden 10–15 Jahren mit einer Abweichung von der Marktkapitalisierung und einer Reduzierung des US-Anteils besser fahren wird. Mit „besser“ meine ich ausdrücklich die risikoadjustierte Rendite.

    Ich gehe auch davon aus, dass die durchschnittlichen Renditen allgemein in den kommenden 10-15 Jahren deutlich geringer sein werden als in den letzten 10-15 Jahren.

    Zudem denke ich, dass ein Multi-Faktor-Ansatz langfristig überlegen sein wird. Dafür sehe ich im Wesentlichen mehrere Gründe (Wiederholung):

    Erstens sind Faktoren empirisch gut erforscht und wissenschaftlich belegt.
    Zweitens waren viele Faktoren über mehrere Jahre hinweg schwach beziehungsweise negativ. Was sich 2025 teilweise geändert hat, insbesondere im Bereich Value. Ich kann für mich Faktoren auch sachlogisch über das Risiko erklären (das funktionier bei Dividenden-Aktien zum Beispiel nicht).

    Nochmal: Das ist meine persönliche Sicht der Dinge, die ich aus den verfügbaren Daten ableite. Wie sich die Zukunft tatsächlich entwickelt, bleibt abzuwarten. Ich werde die Entwicklung hier transparent darstellen.

    Zitat von Hornie

    In meinem Portfolio sind die USA und China unterrepräsentiert bzw. die anderen Länder überrepräsentiert. Meine Sollgewichtung ist 50% Nordamerika, 25% Europa, 12,5% EM und 12,5% Asien/Rest. Da im letzten und diesem Jahr Europa und EM (insbes. ex. China) überdurchschnittlich gelaufen sind, habe ich sowohl die bekannten Weltindices, als auch Kommer outperformt.

    Ich gehe davon aus, dass du auch in den kommenden zehn Jahren marktkapitalisierungsgewichtete ETFs outperformen wirst. Gegenüber Multifaktor wird das meines Erachtens jedoch nicht funktionieren.

    Ich habe früher eine ähnliche Strategie wie du verfolgt und halte sie auch heute noch für finanzaffine Anleger für sehr gut geeignet: kostengünstig, leicht verständlich und mit einer Reduzierung bestimmter Klumpenrisiken. Sie enthält auch einen Value-tilt.

    Wenn man eine solche Strategie umsetzt, halte ich es für vorteilhaft, jede Region über separate ETFs abzubilden, anstatt einem ACWI IMI oder MSCI World weitere ETFs beizumischen. Über die Produkte von Vanguard funktioniert das sehr gut. Andernfalls kann es mittel- bis langfristig zu neuen Klumpenrisiken und zu unnötigen Umschichtungen kommen.

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