Praxiserfahrungen mit E-Auto

  • Und da der Fahrer Augen hat und das Getriebe nicht, kann man durchaus auch etwas vorausschauender schalten, als das eine Automatik macht. Wobei diverse Autos hier mit Kartendaten auch schon recht vorausschauend sein können.

    das regelt man beim elektro karren mit der stärke der rekuperation. je nach modell ist das unterschiedlich.

    bei meinem id5 pro gibt es 2 modi, Stufe D ist der segelbetrieb, (rollen lassen) stufe B hat eine merkliche verzögerung (ähnlich der klassichen motorbremse), ich nutze in aller regel stufe B. Das sind einstellungen für was passiert wenn man das gaspedal losläst)

    zusätzlich Bremst (genauer rekupiert) der E-Motor auch stufenlos über das Bremspedal (wenn man vorsichtig bremst), ohne direkt die Bremsscheibe zu benutzen.


    beim e-auto ist das daher wunderbar dosierbar, wie beim klassichen schalter.

  • ohne direkt die Bremsscheibe zu benutzen.

    Und genau deswegen sollte man auch mal das Bremspedal benutzen, damit sich evtl. Flugrost gar nicht erst bildet.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Wobei das Problem nicht nur bei Elektroautos auftritt. Vorausschauende Fahrweise reicht. Beim vorletzten TÜV musste ich nochmal kommen, weil die Hinterbremse verrostet war. Nach 2,5 Jahren, ganz ohne Rekuperation und mit 25 000km pro Jahr. Seither mache ich regelmäßig ein paar Vollbremsungen. Der Unterschied zwischen der ersten und dritten Vollbremsung ist durchaus spürbar

  • Und genau deswegen sollte man auch mal das Bremspedal benutzen, damit sich evtl. Flugrost gar nicht erst bildet.

    Bei Autos mit starker Rekuperationsleistung hilft das nur bedingt weiter, da trotzdem bis kurz vor dem Stillstand elektronisch gebremst wird.

    In den VW-orentierten Foren rät man daher dazu, in den Fahrmodus N zu schalten und dann zu bremsen.

  • Bei einer Fahrschule deiner Wahl kannst du sicher den Umgang mit einer Automatikschaltung erlernen.

    Klingt vielleicht erstmal böse, ist aber tatsächlich ein ernstzunehmender Rat. Mein erstes Automatikgetriebe habe ich in einem Feuerwehr-LKW kennenlernen dürfen. Wenn man ansonsten nicht häufiger LKW fährt, und dann noch gleich so eine Änderung, das war anfangs schon eine Umstellung. Und da hatten wir tatsächlich auch mal einen Fahrlehrer für ne Stunde kommen lassen, um mal ein paar Tipps dazu zu geben. Heute stehen da nur noch Automatikfahrzeuge, und ein Mercedes NG aus den späten 80ern. Der ist intern schon gar nicht mehr für alle jüngeren Führerscheininhaber frei gegeben. Wer heute auf Automatik LKW fahren lernt, schaut auf das Doppel-H erstmal wie ne Kuh auf Schlittschuhe, das will man nicht mit Blaulicht durchs Land schicken.

    Also wer mir ein E-Fahrzeug mit Doppel-H-Schaltung baut: Ich nehme 3. Und wenn er da noch Zwischengas unterbringt, gleich noch 2 dazu ;)

    Normalerweise bin ich kein großer Freund von Probefahrten, Vorführwaren etc. Aber wem der Umstieg von Schalter auf Automatik noch bevor steht (oder in sicher sehr seltenen Fällen auch mal andersherum), sollte sich dafür mal ein Stündchen Zeit nehmen und sich auch mal Erklärungen mitnehmen. Man kriegt ja sonst zu jedem doofen Knöpfchen vom Verkäufer nen langen Vortrag gehalten. Zuerst habe ich bei Dividendendans Beitrag gelacht, aber eigentlich ist ja klar, dass dieser Umstieg auf diese Art gar nicht klappen kann. Ohne jede Einweisung einfach in der Parklücke ins Auto hüpfen und perfekt losfahren hat eigentlich nie funktioniert, wieso sollte es das mit E oder generell Automatik?

  • Ohne jede Einweisung einfach in der Parklücke ins Auto hüpfen und perfekt losfahren hat eigentlich nie funktioniert, wieso sollte es das mit E oder generell Automatik?

    Ich habe zwei nicht viele Automatikfahrten gemacht, aber so wild ist das nicht. Man muss nur dran denken, dass der linke Fuß Pause hat. Als ich das erste Mal mit Automatik an eine Kreuzung rangefahren bin und ganz automatisch kuppeln wollte...zum Glück war keiner hinter mir.

  • sollte sich dafür mal ein Stündchen Zeit nehmen und sich auch mal Erklärungen mitnehmen.

    (...)

    Ohne jede Einweisung einfach in der Parklücke ins Auto hüpfen und perfekt losfahren hat eigentlich nie funktioniert, wieso sollte es das mit E oder generell Automatik?

    Ich war nie ein Automatik-Fan, verursacht durch einige Mietwagen, bei denen ich den Eindruck hatte, dass Motor und Automatik nicht harmonieren. Inzwischen fahre ich doch Automatik. Umgestimmt hat mich die Probefahrt, bei der ich den Eindruck bekommen hatte, dass Automatik und Motor bei diesem Fahrzeug gut passen.

    Und prompt war dann irgendwann ein Mietwagen wieder ein Desaster. Irgendein kleiner Toyota in den USA. An der Kreuzung aufs Gas, die Automatik schaltet 2 Stufen runter, es wird laut, aber vorwärts gehts trotzdem nicht schneller ;)

    Bei den beiden E-Autos, mit denen ich zu tun hatte, haben mich eher die Helferlein, wie Spurhalteassistent gestört. Das erste hat versucht in der Autobahnbaustelle die Spur zu halten und ich hatte das Gefühl, gegenlenken zu müssen, weil das Auto für meinen Geschmack zu weit rechts in der Spur fahren wollte (oder weiße statt gelbe Linien nehmen wollte).


    Will sagen - mit jedem Auto braucht man eine gute Probefahrt und auch danach noch Gewöhnung.

  • Bei Autos mit starker Rekuperationsleistung hilft das nur bedingt weiter, da trotzdem bis kurz vor dem Stillstand elektronisch gebremst wird.

    In den VW-orentierten Foren rät man daher dazu, in den Fahrmodus N zu schalten und dann zu bremsen.

    Ist das nicht gefährlich? Wenn sich Rost auf der Bremsscheibe bildet, ist die Bremsleistung doch deutlich herabgesetzt. Auch ein E-Auto-Fahrer wird mal eine Vollbremsung machen müssen.

  • Ist das nicht gefährlich? Wenn sich Rost auf der Bremsscheibe bildet, ist die Bremsleistung doch deutlich herabgesetzt. Auch ein E-Auto-Fahrer wird mal eine Vollbremsung machen müssen.

    Daher soll man das Manöver durchführen, bevor die Bremsscheibe ordentlich Rost ansetzt.
    Andererseits habe ich an meinem ID.4 das Problem eigentlich nicht.

  • Fakt ist allerdings, Scheibenbremsen sind teurer aber dafür ist die Bremswirkung viel besser als bei Trommeln.

    Das ist so nicht ganz richtig. Der große Vorteil der Scheibenbremse besteht vor allem darin, dass sie Hitze besser loswird und dadurch weniger Fading entsteht. Wirklich relevant ist das aber nur bei Passfahrten (und auf der Rennstrecke, aber wir reden ja von Alltagsautos).

    Da wird beim Elektroauto die Bremse durch die Rekuperation deutlich entlastet. Da die hintere Bremse durch den Lastwechsel ohnehin viel weniger zu tun hat, ist es nur konsequent, dass BEV mit Trommelbremsen hinten kommen. Auch bei Verbrennern wären Trommelbremsen kein grundsätzliches Problem, wenn die Leute etwas vorausschauender fahren würden und auch mal die Motorbremse nutzen. Aber ich sehe es ja regelmäßig...da wird aus der Spitzkehre kräftig beschleunigt und vor der nächsten Spitzkehre dann ebenso kräftig gebremst. Oder alternativ...man steht permanent ein bisschen auf der Bremse

  • Mein kleiner Verbrenner hat hinten Trommeln, allerdings hat der kleine Turbomotor wenig Motorbremse und das Doppelkupplungsgetriebe tut sein übriges. Früher bin ich an die 100k km mit einer Bremsscheibe gefahren, bei der Karre waren die schon nach 30k im Eimer.

  • Sofern man mit aktivierter Rekuperation fährt. Diese habe ich bei meinem Auto ausgeschaltet. Immer schön rollen lassen.

    M.e. kann man die beim Bremsen gar nicht deaktivieren, das würde auch keinen Sinn ergeben. Und bei den üblichen PSM-Motoren gibt es eh kein echtes Segeln, dieses wird nur simuliert - im zweifelsfall in der Gestalt, dass sogar minimal Strom an den Motor gegeben werden muss.

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