Wallbox Wie Du Dein E-Auto zuhause günstig auflädst

Benjamin_Weigl
Benjamin Weigl
Finanztip-Experte für Energie

Das Wichtigste in Kürze

  • Willst Du Dein Elektroauto zuhause aufladen, solltest Du Dir dafür eine sogenannte Wallbox anschaffen.

  • Ohne eine solche Wandladestation kannst Du nur sehr langsam über eine normale Steckdose laden – und damit sogar Dein Hausnetz überlasten.

  • Am günstigsten lädst Du Dein Auto mit eigenem Solarstrom. Alternativ kannst Du Strom aus dem öffentlichen Netz nutzen – neben Haushaltsstrom gibt es dafür spezielle Autostrom-Tarife.

So gehst Du vor

  • Sofern Du eine eigene Solaranlage hast, lade Dein Auto so viel wie möglich darüber auf.
  • Nutze Haushaltsstrom nur bei niedriger oder durchschnittlicher Fahrleistung. Vergleiche mit dem Finanztip-Stromrechner Tarife für Deinen Wohnort. Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über die Du Tarife direkt abschließen kannst. Alle Emp­feh­lungen erfolgen rein redaktionell und zu 100 Prozent unabhängig.

Zum Stromrechner

  • Ein zusätzlicher Vertrag für Autostrom kann sich ab rund 14.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr lohnen.

Was das Ladegerät für Dein Handy ist, ist die Wallbox für Dein Elektroauto. Mit einer solchen Wandladestation betankst Du Dein E-Auto einfach und schnell Zuhause. Wie Du das besonders günstig machst, darum geht es in diesem Ratgeber. Wie Du mit Deinem E-Auto auch Einnahmen erzielst, erläutern wir im Ratgeber THG-Quote. Welche steuerlichen Vorteile Du durch ein Elektroauto hast, erfährst Du im Ratgeber E-Auto-Prämie.

Wie lädst Du Dein Elektroauto über eine eigene Wallbox auf?

Ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid kannst Du bequem zuhause laden – in den Stunden, in denen Du es nicht brauchst, etwa wenn Du im Garten arbeitest, kochst oder schläfst (Autos werden im Durchschnitt rund 23 Stunden am Tag nicht benutzt). Obendrein ist das Laden zuhause für Dich meist günstiger als an einer öffentlichen Ladesäule.

Grundsätzlich lässt sich jedes Elektroauto mit einem Adapter an eine Haushaltssteckdose koppeln. Wenn Du über die normale Schuko-Steckdose laden willst, sollte aber vorher ein Elektriker prüfen, ob der Stromkreis die Dauerbelastung durch ein ladendes Elektroauto aushält. Während des Ladevorgangs sollte dann auch kein anderes großes Gerät über denselben Stromkreis Energie beanspruchen, da sonst die Sicherung rausfliegt oder sich sogar ein Kabel überhitzt. Das Laden dauert obendrein sehr lange, weil der Wagen höchstens magere 2,8 Kilowatt Leistung bezieht. Lädst Du das Auto beispielsweise zwölf Stunden, hat es gerade mal 33,6 Kilowattstunden getankt und könnte 140 bis 200 Kilometer weit fahren.

Sinnvoller und sicherer ist es, eine Ladestation für ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid installieren zu lassen – eine sogenannte Wallbox. Wallboxen gibt es mit unterschiedlichen Ladeleistungen. Die Ladeleistungen liegen zwischen 3,7 und 22 Kilowatt. Je höher die Leistung der Wandladestation, desto teurer ist sie, aber lädt Dein Auto auch schneller.

Du musst wissen: Nicht jedes E-Auto lässt sich mit bis zu 11 oder 22 Kilowatt laden. Die Leistung der Wallbox sollte daher zur Ladeleistung Deines Autos passen. Erlaubt ein mittelgroßer Pkw auch schnelles Laden, ist er an einer 3,7-Kilowatt-Wallbox nach etwa zwölf Stunden vollgeladen und bei 22 Kilowatt Ladeleistung nach nicht einmal drei Stunden. Bedenke dabei: Das Auto muss nicht vollgeladen sein, damit Du kurze bis mittellange Strecken fahren kannst. Um 100 Kilometer weit zu kommen, brauchen handelsübliche Elektroautos 16 bis 30 Kilowattstunden Strom, belegt ein Test des ADAC. Die maximale Reichweite beträgt 575 Kilometer.

Strombedarf für Elektroautos

ReichweiteStrombedarfLadezeit bei 7,4 Kilowatt Leistung
30 Kilometer4,8 bis 8,4 Kilowattstunden40 Minuten bis 1,1 Stunden
50 Kilometer8 bis 14 Kilowattstunden1,1 bis 2 Stunden
70 Kilometer11,2 bis 19,6 Kilowattstunden1,5 bis 2,7 Stunden
100 Kilometer16 bis 28 Kilowattstunden2,2 bis 3,8 Stunden
200 Kilometer32 bis 54 Kilowattstunden4,3 bis 7,3 Stunden

Es handelt sich um den Strombedarf verschiedener Automodelle. Die Ladezeiten sind gerundet.
Quelle: eigene Berechnung nach Daten des ADAC (Stand: 15. Juni 2022)

Willst Du Dein Auto mit Strom aus Deiner Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge laden, gibt es dafür spezielle Wallboxen. Diese können das Auto mit Solarstrom betanken, aber auch mit Netzstrom, wenn gerade kein Solarstrom zur Verfügung steht. Eine intelligente Steuerung sorgt dafür, dass so viel eigener Strom wie möglich ins Auto fließt.

Lässt Du eine Wallbox aufstellen, musst Du dies Deinem Netzbetreiber mitteilen (§ 19 Abs. 2 Satz 2 NAV). In der Regel erledigt das der Elektriker gleich mit, der sie installiert. Welche Förderungen es für Ladestationen gibt, erfährst Du weiter unten.

Studie: Wann E-Auto-Fahrer laden

Wann Halter von Elektroautos laden, hat der Netzbetreiber Netze BW in einer Studie erhoben. Zehn Haushalte in derselben Straße erhielten für anderthalb Jahre je ein Elektroauto zur Verfügung gestellt. Geladen haben die Teilnehmer die Autos im Schnitt 10-mal pro Monat im Sommer und 13-mal pro Monat im Winter, jeweils zweieinhalb Stunden pro Ladevorgang. Der Stromverbrauch lag bei rund 250 Kilowattstunden pro Monat. Jede Familie sei zu ihrem eigenen Laderhythmus gelangt, beobachteten die Autoren der Studie. Netze BW ermittelte in der Studie vorrangig, wie sich das gleichzeitige Laden von Elektroautos in einem Wohngebiet auf das Stromnetz auswirkt. Ergebnis: Durch intelligentes Management der Ladevorgänge – gesteuert durch den Netzbetreiber – blieb eine Spitzenbelastung des Stromnetzes aus.

Wie lädst Du Dein Elektroauto zuhause günstig?

Am günstigsten lädst Du Dein Auto mit eigenem Strom. Etwa 10 bis 14 Cent kostet Dich eine Kilowattstunde aus einer neuen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge. Für den Strom aus dem öffentlichen Netz zahlst Du rund 35 Cent pro Kilowattstunde (nur Arbeitspreis).

Ob Du Dein Auto komplett mit eigenem Solarstrom versorgen kannst, hängt vor allem davon ab, wann Du es lädst und ob Du einen Batteriespeicher besitzt. Wird der Solarstrom noch zwischengespeichert, ehe er in den Akku des Autos gelangt, liegen die Kosten für eine Kilowattstunde deutlich höher, auch aufgrund höherer Wandlungsverluste.

Musst Du auf Strom aus dem Netz zugreifen, um Dein Auto zu laden, hast Du die Wahl zwischen Haushaltsstrom und Autostrom. Nutzt Du Haushaltsstrom für Dein Auto, brauchst Du keinen zusätzlichen Stromvertrag. Deine Wallbox reiht sich dann in alle anderen Elektrogeräte ein, die Du in Deinem Haushalt hast. Ein einziger Stromzähler misst den Bezug aller Geräte, einschließlich der Wallbox. Dein Stromverbrauch steigt natürlich durch das Fahrzeug.

Daneben ist es möglich, einen Stromvertrag nur für das Auto zu schließen – das nennt sich Autostrom. Dazu brauchst Du einen zweiten Stromzähler, der den Bezug der Wallbox separat erfasst. Hast Du einen zweiten Zähler, kann Dir der Netzbetreiber günstigere Netzentgelte anbieten, wenn er auch noch den Strombezug der Wallbox in bestimmten Stunden unterbrechen darf.

In welchen Stunden der Netzbetreiber die Stromversorgung der Wallbox unterbrechen darf, legt er für sein Verteilnetz fest. Meist sind es Stunden am Abend. Aufgrund der niedrigeren Entgelte für den Transport der Energie ist die Kilowattstunde Autostrom rund 4 Cent günstiger als Haushaltsstrom, sofern sie über eine steuerbare Ladesäule fließt. Ebenso verhält es sich mit anderen steuerbaren Verbrauchsgeräten wie Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen. Die Mehrwertsteuer aufgeschlagen ergibt sich ein Kostenvorteil von fast 5 Cent pro Kilowattstunde.

Künftig soll eine Verordnung einheitlich regeln, welche finanziellen Vorteile Betreiber von steuerbaren Wallboxen oder Wärmepumpen haben. Bislang setzen die Netzbetreiber sehr unterschiedliche Anreize für steuerbare Verbrauchsgeräte. Mit einheitlichen Regeln dürften sich die Preise für Autostrom verändern.

In welchen Fällen lohnen sich Autostrom-Tarife nicht?

Während sich Tarife für Nachtstrom und Wärmepumpen häufig lohnen, haben wir in unserer Untersuchung im Jahr 2020 festgestellt, dass sich Autostrom-Tarife bei einem Verbrauch von bis zu 2.700 Kilowattstunden im Jahr – für rund 13.500 Fahrkilometer im Jahr – nicht rechnen. Das hat drei Gründe:

  1. Der zweite Zähler und das Steuerungsgerät verursachen zusätzliche Kosten, die den Vorteil der niedrigen Netzentgelte mindern.

  2. Die Preise für Haushaltsstrom sind pro Kilowattstunde umso niedriger, je höher der Verbrauch ist. Läuft der Strom fürs Auto über den normalen Stromzähler, erhöht sich der Verbrauch von Haushaltsstrom – aber pro Kilowattstunde sinken die Kosten.

  3. Autostrom ist kein Heizstrom: Für Autostrom gilt eine deutlich höhere Konzessionsabgabe als zumeist für Nachtstrom und Wär­me­pum­pen­strom.

Smart Meter für steuerbare Wallboxen

Beachte: Steuerbare Verbrauchsgeräte wie eine steuerbare Wallbox erhalten über kurz oder lang einen modernen Stromzähler, ein sogenanntes intelligentes Messsystem, auch Smart Meter genannt. Für dieses darf der Mess­stel­len­be­trei­ber – meist der Netzbetreiber – meist nicht mehr als 50 Euro im Jahr berechnen.

Das Smart Meter bekommst Du aber auch eingebaut, wenn Dein Haushaltsstromverbrauch bei mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr liegt. Ist Dein Stromverbrauch ohnehin so hoch oder klettert er mit dem Verbrauch des Autos auf dieses Niveau, erhältst Du das intelligente Messsystem so oder so. Dann solltest Du prüfen, ob Du mit einem Autostrom-Tarif – wofür nochmal ein separater Stromzähler nötig ist – günstiger fährst, als wenn Du den kompletten Strombezug über einen Zähler laufen lässt.

Zähler für Autostrom vorhanden: Wie vergleichst Du Tarife?

Hast Du schon einen zweiten Stromzähler für Deine steuerbare Wallbox, kannst Du Autostrom-Tarife abschließen. Diese sind zwar in Summe meist nicht günstiger als Haushaltsstrom. Aber: Hast Du schon den zweiten Zähler, solltest Du ihn nur nach gründlicher Abwägung wieder ausbauen lassen. Denn der Ausbau kostet wieder etwas. Zudem ist eine neue gesetzliche Regelung zu erwarten, die vielleicht den Betrieb einer steuerbaren Wallbox lukrativer macht. Fährst Du überdurchschnittlich viel Auto, sollte sich ein Autostrom-Tarif für Dich auch schon jetzt auszahlen. Ein Grund für einen Ausbau wäre, dass Du eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge errichtest und die Wallbox zu einem erklecklichen Teil mit eigenem Solarstrom speist – beziehst Du für Dein E-Auto nur kleinere Strommengen aus dem Netz, lohnt sich ein eigener Stromvertrag für die Wallbox eher nicht.

Für einen Vergleich von Autostrom-Tarifen haben wir bei unserer Recherche 2020 nur ein einziges aktives Portal gefunden: Mut zum Wechseln. Das Portal zeigte für jeden unserer zehn Musterhaushalte mindestens zehn Tarife an, für konventionellen Strom und für Ökostrom. Weitere Parameter wie Laufzeit, Kündigungsfrist oder Preisgarantie lassen sich einstellen. Etwaige Bonuszahlungen rechnet das Portal in die Kosten nicht ein.

Finanztip empfiehlt folgende Vertragsbedingungen:

  • Erste Vertragslaufzeit: maximal zwölf Monate

  • Kündigungsfrist: mindestens zwei Wochen

  • Preisgarantie: mindestens zwölf Monate

Unter diesen Bedingungen hast Du mindestens ein Jahr lang stabile Preise. Aber Du kannst den Vertrag zum Ende der festen Laufzeit auch wieder kündigen – etwa, wenn Du einen anderen Tarif abschließen oder den zweiten Stromzähler für die Wallbox wieder ausbauen willst. Wie der Wechsel des Stromtarifs abläuft und worauf Du nach Abschluss des Vertrags achten solltest, erklären wir im Ratgeber Stromanbieter wechseln. Gesetzlich erlaubt sind Verträge mit einer ersten Laufzeit von bis zu zwei Jahren und einer Kündigungsfrist von einem Monat. Nach Ablauf der ersten Laufzeit darf ein Vertrag jederzeit unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist wieder gelöst werden.

Heizstrom ist nichts für die steuerbare Wallbox

Was Du unter keinen Umständen machen solltest, ist, einen Tarif für Nachtstrom oder Wär­me­pum­pen­strom für Dein Elektroauto abzuschließen. Das ist nicht erlaubt. Heizstrom ist in der Regel günstiger als Autostrom, es gilt eine geringere Konzessionsabgabe für Heizstrom. Manche Netzbetreiber nehmen auch geringere Netzentgelte für eine steuerbare Nachtspeicherheizung als für eine steuerbare Wallbox. Um günstigere Preise zu bekommen, darfst Du aber keine falschen Angaben machen.

Zunächst dürfte der Netzbetreiber erkennen, dass zur gemeldeten Zählernummer eine Wallbox gehört und kein Heizgerät. Dann lehnt er den Netznutzungsvertrag mit dem gewählten Lieferanten ab und dieser teilt Dir mit, dass er Dich nicht zu den gewählten Preisen beliefern kann. Bemerkt der Netzbetreiber nicht sofort, dass ein Auto mit Heizstrom betankt werden soll, kann es ihm später auffallen –, weil Du beispielsweise ganz anders Strom beziehst, als es für den Betrieb einer Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe typisch ist. Was der Netzbetreiber dann macht, kann von der rückwirkenden Berechnung höherer Netzentgelte und Abgaben über die Kündigung des Netzanschlussvertrags für die Wallbox bis hin zu juristischen Schritten gegen Dich reichen.

Welche Fördermittel gibt es für Elektroautos und Wallboxen?

Im Zuge der Energiewende sollen Autos mit Verbrennungsmotor allmählich durch Fahrzeuge mit anderen Antrieben ersetzt werden. Hoch im Kurs stehen dabei Elektroautos. Bis Ende 2023 konntest Du beim Kauf eines E-Autos noch den Umweltbonus bekommen, doch diese staatliche Förderung ist mittlerweile ausgelaufen. Stattdessen bieten einzelne Autohersteller jetzt ihrerseits „Bonusprogramme“ an.

Teilweise bezuschussen Bundesländer und Kommunen die Anschaffung privater Wallboxen noch mit entsprechenden Förderprogrammen.

  • Baden-Württemberg: Hier wurde das Förderprogramm zum 31. Dezember 2023 eingestellt. Zuvor hatte das Bundesland mit dem BW-E-Solar-Gutschein ein E-Auto mit 1.000 Euro und eine Wallbox mit 500 Euro, in Kombination mit einer eigenen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge, die Solarstrom für das E-Auto erzeugt, gefördert.

  • Nordrhein-Westfalen bezuschusst eine Ladestation über das Programm Progres.NRW, wenn Du Dein E-Auto mit geliefertem Ökostrom oder Strom aus einer eigenen Solaranlage auflädst. Weitere Voraussetzungen: Die Wallbox hat eine Leistung von mindestens 11 Kilowatt und ist steuerbar. Neben dem Kaufpreis der Wallbox werden auch die Kosten für die Montage, den Netzanschluss und den Stromanschluss bis zum Stellplatz gefördert. 40 Prozent dieser Ausgaben werden gefördert, bis zu einem Maximalbetrag von 1.000 Euro. Den Förderantrag stellst Du vor dem Kauf der Wallbox.

  • München unterstützt Dich 2024 mit dem Förderprogramm „Klimaneutrale Antriebe“ dabei, eine eigene Ladesäule auf Deinem Grundstück zu errichten. Grundvoraussetzung für die Wallbox-Förderung der Stadt München ist, dass der benötigte Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Energien stammt. Die Förderhöhe beträgt 40 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Maximal ist dabei für eine Ladesäule mit einer Leistung von bis zu 22 kW ein Zuschuss von 500 Euro drin. Zusätzlich kannst Du 40 Prozent Deiner Ausgaben bis maximal 1.000 Euro für eine Vorrüstung bekommen. Darunter fallen alle elektrischen Installationen, die für die Ladesäule erforderlich sind. Für Schnellladesäulen ab einer Leistung von mehr als 22 kW beträgt die maximal mögliche Förderhöhe 10.000 Euro. Die genauen Bedingungen findest Du in den Richtlinien des Förderprogramms

  • Die Stadt Stuttgart hat das Förderprogramm zum 31. Dezember 2023 eingestellt. Zuvor unterstützte Dich die Stadt bei der Installation einer eigenen Wallbox, wenn Du diese gemeinsam mit einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge angeschafft hast. Dann konntest Du einen Zuschuss zu den Kosten erhalten, die für den Anschluss der Wallbox an Dein Hausnetz anfielen. Maximal betrug der Zuschuss 1.000 Euro.

Wie kannst Du als Mieter Dein Elektroauto zuhause laden?

Ob Du als Mieter Deine eigene Ladesäule am Mietshaus errichten darfst, hing in der Vergangenheit von der Zustimmung Deines Vermieters ab. Seit Dezember 2020 kannst Du von Deinem Vermieter verlangen, dass er Dir erlaubt, eine Ladesäule für Dein Elektroauto auf dem Wohngrundstück zu errichten (§ 554 Abs. 1 BGB). Der Vermieter kann das dann nur verwehren, wenn ihm die Ladesäule nicht zuzumuten ist. 

Ein weiteres Gesetz verpflichtet Hauseigentümer, in Ladeinfrastruktur zu investieren. Nach dem neuen Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz – kurz GEIG – müssen Eigentümer neu errichteter Wohnhäuser mit mehr als fünf Stellplätzen für Autos auf dem Grundstück vorsorglich Rohre oder Kabelkanäle legen, durch die dann ein Stromkabel geführt und so jede errichtete Ladesäule mit dem Stromnetz verbunden werden kann (§ 6 GEIG). Auch für bestehende Wohnhäuser kann es eine solche Pflicht zur Schaffung der Ladeinfrastruktur geben. Nämlich wenn

  • Dein Wohnhaus mehr als zehn Parkplätze hat, 

  • mehr als 25 Prozent der Oberfläche der Gebäudehülle renoviert wird und

  • dabei auch der Parkplatz oder die Elektroinstallation des Hauses modernisiert werden.

Dann muss Dein Vermieter zu jeder Stellfläche eine sogenannte Leitungsinfrastruktur verlegen, damit Du und Deine Nachbarn ohne großen Aufwand Ladesäulen aufstellen und ans Stromnetz schließen können (§ 8 GEIG).   

Auch für Bürogebäude, Warenhäuser und andere Nicht-Wohngebäude gibt es Pflichten: Wenn neue errichtete Geschäftshäuser mehr als sechs Parkplätze haben, muss mindestens einer davon eine Ladestation haben und jeder dritte mit Leitungsinfrastruktur für Ladestationen versehen sein (§ 7 GEIG). Gehören einem Eigentümer mehrere Geschäftshäuser, kann er die Investitionen auch auf einzelne Gebäude konzentrieren – es zählt dann, dass er so viele Stellflächen ausgestattet hat, wie es das Gesetz für alle seine Neubauten in Summe vorsieht.

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Wo kannst Du unterwegs laden?

Private E-Autos werden überwiegend zuhause geladen. Dennoch kann es sein, dass Du auch mal unterwegs eine Ladesäule brauchst. Gut 56.000 öffentliche Ladesäulen mit über 105.000 Ladepunkten gibt es nach Daten der Bundesnetzagentur in Deutschland (Stand: 1. September 2023). Mit einem Anteil von rund 21 Prozent befinden sich die meisten öffentlichen Ladesäulen in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (18 Prozent) und Baden-Württemberg (17 Prozent).

Rund 20.500 davon sind Schnellladepunkte. Die Anzahl der Schnellladesäulen soll sich dabei in den kommenden Jahren so erhöhen, dass die „flächendeckende und bedarfsgerechte Bereitstellung von Schnellladeinfrastruktur für reine Batterieelektrofahrzeuge“ gewährleistet wird (§ 3 SchnellLG). Konkret: An rund 1.000 Standorten in Deutschland sollen jeweils mehrere neue Schnellladepunkte errichtet werden. Ziel der gesetzlichen Regelung ist, dass jeder Bürger in maximal zehn Minuten die nächste Schnellladesäule erreicht.

Über das Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kannst Du die nächstgelegene Ladesäule zu Deinem Standort suchen. Das Register zeigt Dir auch an,

  • wer die Ladesäule betreibt,

  • welche Leistung sie hat,

  • ob Du konventionellen oder Ökostrom kaufen kannst,

  • welche Stecker zur Verfügung stehen,

  • wie abgerechnet wird – nach Zeit, nach Verbrauch oder nach einem Mix beider Kriterien und

  • wie Du bezahlen kannst – über Girocard, Kredit­karte, RFID-Karte, Smartphone-App oder durch Plug and Charge.

Du kannst diese Kriterien bei Deiner Suchanfrage auch einstellen.

Die Preise an den öffentlichen Ladesäulen sind sehr unterschiedlich. Der Ökostromanbieter Lichtblick hat gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Statista bislang fünfmal die Preise der zwölf größten Betreiber von öffentlichen Ladesäulen erhoben. In der jüngsten Untersuchung von Oktober 2021 reichten diese von 35 bis 49 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Im Schnitt kostete im Herbst 2021 eine Kilowattstunde Haushaltsstrom 32 Cent. Das Laden an Schnellladesäulen ist am teuersten: Bis zu 79 Cent pro Kilowattstunde zahlt ein Kunde an der Autobahn.

Seit Juli 2023 müssen Betreiber von neu in Betrieb genommenen öffentlichen Ladesäulen bargeldloses Bezahlen an einem Ladepunkt anbieten – über ein Kartenlesegerät zum Einstecken sowie Vorhalten einer Karte. Zusätzlich sollst Du die Möglichkeit haben, per App zu bezahlen. Dafür dürfen Dir keine Kosten entstehen und die Menüführung muss auf Deutsch und Englisch verfügbar sein. Das schreibt die seit 2022 geltende Ladesäulenverordnung vor.

So lief unsere Untersuchung ab

Für unsere Abfrage von Autostrom-Tarifen 2020 führten wir zunächst eine Google-Recherche durch und fanden zwei voneinander unabhängige Vergleichsrechner für Autostrom. Beide Rechner nutzten wir für unsere Abfragen Ende Juli 2020. Als wir nach den Abfragen die Betreiber beider Rechner kontaktierten, erfuhren wir, dass einer davon nicht mehr gepflegt wird. Bei dem anderen Autostromrechner handelt es sich um „Mut zum Wechseln“, einer Ausgründung des „Energieverbraucherportals“. Den Autostromrechner gibt es seit Anfang 2019.

Bei allen Abfragen setzten wir einen Eintarifzähler voraus. Für die Vertragslaufzeit stellten wir maximal zwölf Monate ein. Etwaige Bonuszahlungen ließen wir unberücksichtigt. Als Musterhaushalte wählten wir für unsere Abfragen zehn Klein- und Großstädte. Für die fünf kleineren fragten wir einen Autostromverbrauch von 2.700 Kilowattstunden ab und 1.400 Kilowattstunden (kWh) für die fünf größten Städte.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt liegt die durchschnittliche Fahrleistung für Pkw mit „sonstigem Antrieb“, zu denen Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybrid-Autos zählen, bei rund 13.500 Kilometern im Jahr. Bei einem Stromverbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometern entspricht das einem Strombedarf von rund 2.700 kWh. Wer kürzere Wege im Jahr zurücklegt, wie dies in Großstädten eher der Fall ist, für den sind wir von 7.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr und dem dafür benötigten Strom von rund 1.400 kWh ausgegangen. Beim Haushaltsstrombedarf haben wir 3.300 Kilowattstunden angenommen – das ist der Mit­tel­wert des Verbrauchs in Ein- und Zweifamilienhäusern bei zwei bis drei Mitgliedern im Haushalt laut aktuellem Stromspiegel.

Um zu prüfen, ob sich ein Autostrom-Tarif gegenüber einem Haushaltsstrom-Tarif lohnt, haben wir über unseren eigenen Stromrechner Tarife für den einmaligen Wechsel – also ohne die Berücksichtigung von Bonuszahlungen bei den Kosten – abgerufen. Und zwar für drei unterschiedliche Mengen:

  1. 3.300 kWh, nur für die Geräte im Haushalt
  2. 6.000 kWh, davon 3.300 kWh für die Geräte im Haushalt und 2.700 kWh für das Elektroauto
  3. 4.700 kWh, davon 3.300 kWh für die Geräte im Haushalt und 1.400 kWh für das Elektroauto

Damit sich ein Autostrom-Tarif lohnt, muss er nicht nur günstiger als Haushaltsstrom sein. Vielmehr muss die Summe der Kosten aus beiden Verträgen niedriger sein, als wenn der gesamte Strombedarf über einen Vertrag gedeckt wird. Welche Kosten sich für einen Verbraucher insgesamt ergeben, ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Strom­kos­ten bei 2.700 kWh Autostrom und 3.300 kWh Haushaltsstrom

Ort und Postleitzahl

Kosten

gemeinsame

Messung (6.000 kWh)

Summe Kosten

getrennte

Messung (6.000 kWh)

Vorteil

getrennter

Messung 

Tübingen, 720741.569 Euro1.624 Eurokein Vorteil
Bonn, 531171.471 Euro1.488 Eurokein Vorteil
Ingolstadt, 850531.556 Euro1.568 Eurokein Vorteil
Potsdam, 144781.568 Euro1.552 Euro16 Euro
Darmstadt, 642971.594 Euro1.615 Euro

kein Vorteil

Alle Zahlen sind auf volle Euro gerundet. Aufgeführt sind jeweils die Kosten im günstigsten Vertrag.
Quelle: Finanztip-Untersuchung (Stand: 27. Juli 2020)

Strom­kos­ten bei 1.400 kWh Autostrom und 3.300 kWh Haushaltsstrom

Ort und Postleitzahl

Kosten

gemeinsame

Messung (4.700 kWh) 

Summe Kosten

getrennte

Messung (4.700 kWh)

Vorteil

getrennter

Messung

Köln, 509991.236 Euro1.402 Eurokein Vorteil
Stuttgart, 705971.285 Euro1.320 Eurokein Vorteil
Hamburg, 202511.361 Euro1.390 Eurokein Vorteil
Berlin, 107071.238 Euro1.258 Eurokein Vorteil
München, 818251.241 Euro1.277 Eurokein Vorteil

Alle Zahlen sind auf volle Euro gerundet. Aufgeführt sind jeweils die Kosten im günstigsten Vertrag.
Quelle: Finanztip-Untersuchung (Stand: 27. Juli 2020)

Die Untersuchung zeigt, dass es lediglich in einem Ort – nämlich Potsdam – günstiger ist, Autostrom über einen eigenen Zähler zu beziehen und die Wallbox steuerbar zu machen. Dem Vorteil von 16 Euro im Jahr stehen aber die Kosten für den Einbau des zweiten Zählers und der Steuereinrichtung von mehr als 100 Euro gegenüber. In allen anderen Orten hast Du als Halter eines strombetriebenen Autos keinen finanziellen Vorteil, wenn es Autostrom tankt.

So muss es auch nicht wundern, dass in vielen Städten die Zahl der steuerbaren Wallboxen in Privathaushalten bislang recht überschaubar ist. Wie wir von Netzbetreibern erfuhren, sind es in Berlin gerade einmal drei, in Stuttgart 33, in Köln immerhin mehr als 300. Daten, wie viele private steuerbare Wallboxen es in Deutschland gibt, erhebt die Bundesnetzagentur bislang nicht. Die Zahl der gewerblich genutzten steuerbaren Ladeeinrichtungen beträgt rund 4.000.

Wie sich die Kosten an Deinem Wohnort darstellen, solltest Du unbedingt prüfen, ehe Du Dir einen zweiten Zähler setzen lässt. Möglicherweise ergeben sich zudem finanzielle Vorteile, wenn Du überdurchschnittlich viel mit Deinem Elektroauto fährst – mehr als 14.000 Kilometer im Jahr.

Autoren
Ines Rutschmann
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