Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Würde eine Beitragspflicht in der Elternzeit und Beiträge auf Nebeneinkünfte der KVdR-Versicherten vorschlagen. Wenn, dann richtig.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • In meiner Welt (sich abstrampelnde Mittelschicht, ländliche Gegend, Arbeitslosenquote noch relativ niedrig, recht hohe Lebenshaltungskosten, fast nur Familien mit Kindern im Bekannten-/Freundeskreis) kenne ich keine einzige Mutter, die spätestens 1 Jahr nach Geburt des Kindes nicht wieder angefangen hat zu arbeiten.
    In meiner eigenen Kinderzeit war das noch anders, da gab es viele klassische Hausfrauen, aber seit einigen Jahren gehen ausnahmslos alle Mütter nach einem Jahr wieder arbeiten, mindestens halbtags. Und oft haben die dann noch einen zusätzlichen Minijob. Wie gesagt, das ist ein rein subjektiver Eindruck meines Alltages.

    Die Frauen, die zu Hause bleiben, sind die Ehefrauen, deren Männer geschätzt das 2 bis 3fache meines Gehaltes verdienen und die keine Kinder haben.

    Ach, und die Ehefrauen meiner Arbeitskollegen aus dem Balkan, die nur hier sind, damit die Männer Steuerklasse 3 wählen können. Die arbeiten auch alle nicht. Oder sie putzen schwarz bei den gut situierten Ehefrauen ohne Kinder und mit Familienversicherung. :D

  • Der Bosch-Ingenieur zahlt vermutlich seit einer Ewigkeit den Höchstbeitrag. Das bedeutet ja dann, dass solche Menschen alle in die PKV können, oder?

    Wenn er mal genug verdient hat, um von seinem Kapital zu leben, reduziert er auf geringe Teilzeit und bleibt selbstverständlich in der GKV.

  • Irgendwelche Politiker haben doch gesagt, dass es bei der Gesundheitsreform und innerhalb der eingesetzten Kommission keine Denkverbote geben darf.

    Als erstes sollte man dann meiner Ansicht nach mal überdenken, ob dieses mehrgleisige System (GKV - PKV für Besserverdiener/Selbstständige - PKV/Beihilfe für Beamte - freie Heilfürsorge) noch eine Zukunft hat oder ob ein einheitliches System (Grundversorgung für alle über den Staat, individuelle Zusatzversorgung über freiwillig abzuschließende Versicherungen) die bereits existierenden und noch aufkommenden Probleme abmildern / verhindern / beseitigen wird.

    Dass die Leistungsausgaben der Beihilfe seit Jahren massiv ansteigen, darüber berichten die Medien nie. Und dass dieses Mehrklassensystem einen unnötigen Verwaltungsaufwand (z. B. bei den Ärzten) produziert, dies wird auch viel zu selten erwähnt.

    Unsere Politiker haben einfach keinen Mut, mal wirklich große Reformen durchzusetzen und haben einen Weitblick, der bis zum Ende der Legislaturperiode geht.

  • Der Bosch-Ingenieur zahlt vermutlich seit einer Ewigkeit den Höchstbeitrag. Das bedeutet ja dann, dass solche Menschen alle in die PKV können, oder?

    Richtig. Und jetzt rate mal, warum er das nicht tut. Weil er zu seinem Preis noch 3 andere mitversichern darf

    Die, die wenig verdienen, arbeiten ohnehin beide

    Eher im Gegenteil. Die Berufstätigkeit von Müttern korreliert stark mit dem sozialen Status. Ist ja auch logisch...wenn die Frau gutes Geld verdienen kann, ist es für sie viel attraktiver wieder arbeiten zu gehen, als wenn man mit der Berufstätigkeit vor allem seine Berechtigung für Sozialleistungen verringert.

  • ... wenn der Betrag von 200 Euro KK Beitrag pro Monat für die nichtarbeitende Hausfrau von meinem Krankenkassenbeitrag abgezogen würde, hätte ich nichts dagegen. Abgesehen davon geht sie arbeiten. :)
    Nach wie vor bin ich eher dafür, alle Sozialkassenfremden Leistungen auf den Staat und somit auf alle Bürger umzulegen. Eine Auflistung erspare ich mir hier, das wurde ja schon Xmal in anderen Threads exerziert,

  • Richtig. Und jetzt rate mal, warum er das nicht tut. Weil er zu seinem Preis noch 3 andere mitversichern darf

    Ich habe den Eindruck, dass du noch nie den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt hast, nicht weißt, was eine private Krankenversicherung für eine Familie kosten würde und wie unterschiedlich die Leistungen der beiden Systeme sind. Liege ich da falsch?

    Für mich sind Topverdienende, die in der GKV bleiben, entweder besonders solidarisch oder nehmen erhebliche Nachteile in Kauf. Vermutlich trifft beides oft zu.

    Eine Regierung, die stärker auf diese Gruppe zugreifen möchte, ohne gleichzeitig das System grundlegend zu vereinheitlichen, setzt aus meiner Sicht die falschen Anreize.

  • Als erstes sollte man dann meiner Ansicht nach mal überdenken, ob dieses mehrgleisige System (GKV - PKV für Besserverdiener/Selbstständige - PKV/Beihilfe für Beamte - freie Heilfürsorge) noch eine Zukunft hat...

    Es wirkt geradezu grotesk: Über die Ausgestaltung der Sozialversicherung entscheiden Menschen, die selbst nicht in diesem System leben. Wie schnell gäbe es wohl Verbesserungen bei Rente und Krankenversicherung, wenn Politikerinnen und Politiker einmal sechs Monate auf einen Facharzttermin warten oder von 1200 Euro Rente leben müssten?

  • Mit einer (kostenmäßig eher überschaubaren) Krankenhauszusatzversicherung ist der Verbleib in der GKV durchaus sinnvoll.

    Wenn alle im selben System wären, würde das auch so sehen. Aktuell wartest du als GKV-Versicherter je nach Fachbereich Monate und wirst nicht selten einfach durchgeschleust. Viele nehmen GKV-Versicherte gar nicht mehr an. Als Selbstzahler hast du oft innerhalb von 24 bis 48 Stunden einen Termin und wirst wie ein Kunde behandelt.

  • Wer, wie ich, in seinem Leben bisher noch keinen Krankenhausaufenthalt in Anspruch nehmen musste, sieht das anders. Ein Einzel- oder Zweibettzimmer kann man auch noch bei Einlieferung dazubuchen und dann halt selber bezahlen, anstatt sein Leben lang dafür in eine Versicherung einzuzahlen. Aber das ist ja auch gar nicht das Thema hier.

  • Wer, wie ich, in seinem Leben bisher noch keinen Krankenhausaufenthalt in Anspruch nehmen musste, sieht das anders. Ein Einzel- oder Zweibettzimmer kann man auch noch bei Einlieferung dazubuchen und dann halt selber bezahlen, anstatt sein Leben lang dafür in eine Versicherung einzuzahlen. Aber das ist ja auch gar nicht das Thema hier.

    Es geht hier nicht um Komfort wie ein Einbettzimmer. Es geht um Zugang zur Versorgung.

    Du rufst beim Hautarzt an. Nächster Termin: in mehreren Monaten.
    Rufst du als privat Versicherter an, bekommst du oft schon am nächsten oder übernächsten Tag einen Termin.

    Wenn dein Kind einen Psychologen braucht, wartest du aktuell unter Umständen bis zu einem Jahr. Als Selbstzahler kannst du häufig noch in derselben Woche kommen.

    Als privat Versicherter kannst du zu einem Privatarzt gehen und sitzt allein im Wartezimmer.
    Als gesetzlich Versicherter wartest du mit vielen anderen Kranken oft über Stunden im gleichen Wartezimmer.

    Zwei Systeme, zwei Realitäten.

    Und solange diejenigen, die die Regeln festlegen, selbst im privilegierteren System sind, fehlt der Druck, daran grundlegend etwas zu ändern.

  • Hier wird gerade unter den Tisch gekehrt, dass gegenüber der GKV andere Abrechnungsregeln Anwendung finden als gegenüber Selbstzahlern (und damit auch PKV-Versicherten). Während gegenüber letzteren die GOÄ/GOZÄ/usw. Anwendung findet, ist die Abrechnung bei der GKV sehr viel niedriger, oftmals pauschalisiert und mitunter noch auf Quartale beschränkt (bspw. darf ein Vertragsarzt nur Anzahl X von bestimmten Leistungen in einem Quartal verordnen (bspw. manuelle Therapie)).

    Die Selbstzahler (darunter fallen PKV-Versicherte) subventionieren dies quer. Das ist der Grund, warum eine Praxis nur Anzahl X-GKV Patienten pro Quartal macht aber weitere Kapazitäten für Selbstzahler übrig hat. Sie verdient an letzteren mehr und zwar nicht wegen der PKV, sondern weil das Abrechnungssystem eben das "übliche"/"gesetzlich" (GOÄ etc.) vorgesehene ist anders als bei der GKV für die ein eigenes besteht. Die GKV wird dadurch auch durch die privat Versicherten subventioniert.

  • ...Nach wie vor bin ich eher dafür, alle Sozialkassenfremden Leistungen auf den Staat und somit auf alle Bürger umzulegen. Eine Auflistung erspare ich mir hier, das wurde ja schon Xmal in anderen Threads exerziert,

    Nein, das sollte man immer und immer wieder auflisten:

    https://www.welt.de/politik/deutsc…m-abblockt.html

    Zitat

    Zehn-Milliarden-Lücke: Beitragszahler müssen dieses Loch auffüllen, weil der Zuschuss des Bundes zu den Behandlungskosten für Bürgergeld-Empfänger bei Weitem nicht ausreicht. Die CDU hat eine Reform-Idee. Doch Arbeitsministerin Bas sperrt sich.

    ...

    Die vom Bund pro Bürgergeld-Bezieher gezahlte Pauschale deckt nur etwa ein Drittel der tatsächlich anfallenden Behandlungskosten. Auch wegen dieser Zusatzlast haben die Kassen ihre Beitragssätze seit 2024 so kräftig anheben müssen wie seit Jahrzehnten nicht.

  • Die GKV wird dadurch auch durch die privat Versicherten subventioniert.

    Das bestreitet doch niemand. Entscheidend ist jedoch die Gesamtperspektive: Diese Zahlungen entstehen nicht unabhängig von der Gesellschaft.

    Ein erheblicher Teil wird indirekt von der Allgemeinheit getragen. Etwa durch staatliche Zuschüsse bei Beamtinnen und Beamten, durch öffentlich finanzierte Ausbildungssysteme oder durch Arbeitgeberanteile. Auch Einkommen von Selbständigen speisen sich letztlich aus gesamtwirtschaftlicher Nachfrage.

    Vor diesem Hintergrund erscheint die bestehende Struktur nicht ausgewogen. Anstatt punktuell zusätzliche Belastungen zu verteilen, wäre eine grundlegende Reform des Systems sachgerechter. Dann gerne mit mehr Wettbewerb, mehr Wahlmöglichkeiten und mehr Eigenverantwortung.

  • Als privat Versicherter kannst du zu einem Privatarzt gehen und sitzt allein im Wartezimmer.
    Als gesetzlich Versicherter wartest du mit vielen anderen Kranken oft über Stunden im gleichen Wartezimmer.

    Aber was soll sich an den Wartezeiten oder Sprechzeiten verbessern, wenn die Privatpatienten plötzlich GKV versichert wären? Oder vermutest du, dass sich dann Privatpraxen für die Allgemeinheit öffnen inklusive Ledersessel und selbstgemaltes Ölbild von der Arztgattin an der Wand? Dann pflückt sich der Arzt eben die Patienten mit Zusatzversicherung heraus, die dann eher einen Termin bekommen.

    Solange man einen vormals selbstständigen den Arzt nicht ebenfalls im Gesundheitssstem abhängig beschäftigt, wird der immer auf sein eigenes Einkommen achten und gewisse Prioritäten setzen.

  • Die praktische Umsetzung ist absolut entscheidend. Auch wenn mal die Beamten in die GRV einzahlen müssten. Es wird nie ohne Übergangsfristen gehen.

    Ansonsten hängt viel auch vom Wohnort ab. Hier in meiner Gemeinde, Umland München, gibt es für jedes Kind einen Kita-Platz samt Schulhort nach Unterrichtsende. Wenn dann ein Paar noch gemeinsam 80:80 Prozent arbeitet, sinkt auch das Risiko auf Altersarmut bei Scheidung. Sowas sollte Frau ja auch nie aus den Augen lassen.

    Tatsächlich sind hier die Zahlen der berufstätigen Mütter hier im Ort extrem gestiegen. Noch zu meiner Zeit gab es nur einen Kindergarten ab 3 Jahren mit arbeitsfernen Betreuungszeiten von 8-16 Uhr und Teilzeit beim Arbeitgeber war fast unmöglich. Das ist heute wesentlich einfacher, Homeoffice kommt noch dazu.

  • Aber was soll sich an den Wartezeiten oder Sprechzeiten verbessern, wenn die Privatpatienten plötzlich GKV versichert wären? Oder vermutest du, dass sich dann Privatpraxen für die Allgemeinheit öffnen inklusive Ledersessel und selbstgemaltes Ölbild von der Arztgattin an der Wand? Dann pflückt sich der Arzt eben die Patienten mit Zusatzversicherung heraus, die dann eher einen Termin bekommen.

    Solange man einen vormals selbstständigen den Arzt nicht ebenfalls im Gesundheitssstem abhängig beschäftigt, wird der immer auf sein eigenes Einkommen achten und gewisse Prioritäten setzen.

    Eben ganz genau. Der Privatversicherte/Selbstzahler wird nicht eher behandelt o.ä, weil er privat versichert ist, sondern weil bei ihm mehr abgerechnet darf (eben auf anderer Grundlage). Wenn mehr GKV versichert sind, dann kann einfach nur bei allen gleich wenig berechnet werden, was hieße, dass die Ärzte quasi zu noch heftigerer Fließbandarbeit übergehen müssten für den gleichen Umsatz, was jetzt schon mitunter erschreckend sein kann je nach Praxis.

  • Depotfee, da hast du aber Glück, dass sich diese heutzutage Situation gewandelt hat!.

    Vor 30 Jahren, in einem Telefonat mit der Schule auf die Schaffung eines Nachmittagshortes angesprochen, antwortete mir die Sekretärin noch, dass eine Mutter gefälligst ihre beruflichen Ambitionen aufgeben -und zuhause bleiben sollte, wenn sie ein Kind im schulfähigen Alter hat.

    Übrigens auch im südwestlichen Stadtrandbereich von München.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen