Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Dazu kommt, dass nach Studien auch schonmal 70% der Arztpraxen sagen, ihre wirtschaftliche Existenz sei ohne die Privatpatienten nicht möglich. Da würde also eine gewisse Forderungswelle auf die GKV zukommen, manche Kostensätze deutlich zu erhöhen, ergo: Kostenanstieg für die gesetzlich Versicherten. Ganz abgesehen davon, dass Beamte eben auch krank werden. Die Annahme, es würden deutlich steigende Beiträge realisiert, aber die Kostenseite bliebe, ist schlicht Quatsch. Zur Not werden die Vorstandsgehälter der Krankenkassenhäuptlinge noch etwas nach oben angepasst, man hat ja schließlich mehr Mitglieder zu behüten... ;)

    Strukturelle Probleme der GKV, ebenso wie manche Unterschiede zwischen GKV und PKV, wird man nicht dadurch beheben oder in irgendeiner Form positiv beeinflussen können, dass man die Beamten zukünftig anders versichert. Das sind Pseudolösungsansätze, die mit den realen Problemen nichts zu tun haben.

  • Ich bin kein grundsätzlicher Impfverweigerer, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen und die Bevölkerung nicht in Panik versetzen. Beide o.a. Impfungen haben ihre Daseinsberechtigung, aber eben nur für einen ausgewählten Kreis von Mitmenschen.

    Dass du keine Fälle der beimpften Krankheit siehst, liegt ja gerade an der Impfung! "Präventions-Paradox" Bei der Spanischen Grippe wären die Menschen froh gewesen wenn man da schon hätte impfen können. Es gibt keinen Kreis für den die Impfung Sinn macht sondern es geht um flächendeckende Impfung und dann gibt es einen Kreis von Personen, die besonders gefährdet wären, die dadurch geschützt werden, nicht primär durch ihre eigene Impfung.

  • Ich bin ja für den Einstieg für alle in die gesetzliche Krankenkasse ASOP. Der Stichtag 1.1.2027 wäre vermutlich kaum möglich.

    Jetzt fehlt nur noch ein Vorschlag, wie das rechtssicher umzusetzen wäre. Wenn ich als PKV-Versicherter also zwangsweise in die GKV, in meinem Falle in die KVdR, müsste, dann benötige ich die PKV nicht mehr. Also müsste dieser Vertrag aufgelöst werden und meine Altersrückstellung mir ausgezahlt werden, was entsprechend gesetzlich geregelt werden müsste. Gleiches gilt dann aber auch für alle anderen, ca. 10 Mio. PKV-Versicherte. Auch deren Altersrückstellungen, in der Summe mehr als 300 Mrd. EUR, wären fällig. Da diese nicht auf dem Konto der Versicherungen liegen, sondern zum größten Teil in Anleihen oder auch Immobilien angelegt sind, wäre das sicherlich eine spannende Herausforderung. Alternativ kann man natürlich auch beschließen, diese 300 Mrd. über einen längeren Zeitraum zu verflüssigen und als "GKV-Solidaritätsbeitrag" der GKV zuzuführen. Was allerdings einer Enteignung gleich käme.

  • Jetzt fehlt nur noch ein Vorschlag, wie das rechtssicher umzusetzen wäre. Wenn ich als PKV-Versicherter also zwangsweise in die GKV, in meinem Falle in die KVdR, müsste, dann benötige ich die PKV nicht mehr. Also müsste dieser Vertrag aufgelöst werden und meine Altersrückstellung mir ausgezahlt werden, was entsprechend gesetzlich geregelt werden müsste. Gleiches gilt dann aber auch für alle anderen, ca. 10 Mio. PKV-Versicherte. Auch deren Altersrückstellungen, in der Summe mehr als 300 Mrd. EUR, wären fällig. Da diese nicht auf dem Konto der Versicherungen liegen, sondern zum größten Teil in Anleihen oder auch Immobilien angelegt sind, wäre das sicherlich eine spannende Herausforderung. Alternativ kann man natürlich auch beschließen, diese 300 Mrd. über einen längeren Zeitraum zu verflüssigen und als "GKV-Solidaritätsbeitrag" der GKV zuzuführen. Was allerdings einer Enteignung gleich käme.

    Wie geht das mit den vielen Rückstellungen, wenn doch die Ärzte so sehr von Einnahmen durch die PKV Patienten abhängen und ohne sie alle absaufen würden?

  • Wie geht das mit den vielen Rückstellungen, wenn doch die Ärzte so sehr von Einnahmen durch die PKV Patienten abhängen und ohne sie alle absaufen würden?

    Das ist voneinander unabhängig. Die Rückstellungen bildet die PKV in jungen Jahren damit im Alter die Beiträge nicht so schnell steigen. Dass pro Behandlung mehr gezahlt wird, liegt unter anderem daran, dass die PKV eben nicht jeden aufnimmt und niemanden "kostenlos" (also auf Kosten anderer) mitversichert


    Jetzt fehlt nur noch ein Vorschlag, wie das rechtssicher umzusetzen wäre.

    Für alle von jetzt auf sofort wird schwierig. Ich rechne aber damit, dass mittelfristig der Eintritt in die PKV deutlich erschwert werden wird. Und man Anreize zum freiwilligen Wechsel schaffen wird. Dass diese natürlich vor allem von der Gruppe der Älteren angenommen werden, die nach aktuellem Stand nicht mehr wechseln dürfen...

  • Für alle von jetzt auf sofort wird schwierig. Ich rechne aber damit, dass mittelfristig der Eintritt in die PKV deutlich erschwert werden wird. Und man Anreize zum freiwilligen Wechsel schaffen wird. Dass diese natürlich vor allem von der Gruppe der Älteren angenommen werden, die nach aktuellem Stand nicht mehr wechseln dürfen...

    Neben dem Hochsetzen der JAEG wäre natürlich das Abschaffen der Beihilfe-Konstruktion für die Beamten (immerhin 2/3 der PKV-Versicherten) ein wirksamer Hebel. Hier dürfte allerdings mit deutlichem Widerstand der Beamten-Lobby zu rechnen sein. Das maximal Erreichbare dürfte hier eine Änderung für neue Beamte sein. Bis es hier zu wirklichen Effekten käme, würden viele Jahre vergehen.

    Aber selbst wenn die PKV sofort abgeschafft würde, was ich nur für ein theoretisches Szenario halte, hätte es, außer der Befriedigung eines Neidkomplexes, keine signifikanten Auswirkungen auf die Finanzen der GKV. Es gäbe ein kleinen positiven Effekt dadurch, dass man PKV-Versicherte Berufstätige, die dann Höchstbeiträge zahlen müssten und wahrscheinlich auch weniger Kosten verursachen würden, hinzu bekäme. Dieser Effekt würde allerdings mehr als kompensiert durch die dann ehemals PKV-versicherten Rentner, die bei geringen Beiträgen in der KVdR ein hohes Kostenrisiko darstellen. Unterm Strich wäre wohl mit einem finanziell negativen Effekt für die GKV zu rechnen.

    Auch dürfte sich die Terminsituation nicht verbessern. Dann heißt es nicht mehr: "gesetzlich oder privat" bei der Terminvergabe, sondern: "Kasse oder Selbstzahler".

  • Es geht doch nur darum, Neu-Beamte in die GKV zu übernehmen und nicht die Altfälle. :/

    SaidisSchatten Die Prävention einer umfassenden Impfung sehe ich für manche Erkrankungen wie etwa die Virusgrippe, nicht aber für die Gürtelrose. Da sind die Übertragungswege doch anders. Aber wir sollten das Thema vielleicht nicht hier weiter behandeln. Einige kriegen hier ja jetzt schon "Rücken" deswegen. :)

  • Wie geht das mit den vielen Rückstellungen, wenn doch die Ärzte so sehr von Einnahmen durch die PKV Patienten abhängen und ohne sie alle absaufen würden?

    Die Rückstellungen stammen aus dem vor einigen Jahren eingeführten 10%-igen gesetzlichen Beitragszuschlag sowie dem Anteil der Beiträge, die verzinst angelegt wurden. Um mal eine Zahl zu nennen: in meinem Fall beträgt der Anteil meines Monatsbeitrages aus Rückstellungen ca. 60%. Wenn ich also bspw. 1000 EUR monatlich zahlen müsste, reduziert sich der tatsächliche zu zahlende Betrag auf 400 EUR. Der Barwert meiner Rückstellungen dürfte bei ca. 150.000 EUR liegen.

    Was die Arzthonorare betrifft: in der PKV gibt es eben keine "kostenlos" Mitversicherten wie in der GKV. Daher kann die PKV deutlich mehr zahlen. Während z.B. bei mir jeder Arztbesuch fast immer in dreistelliger Höhe berechnet wird, gibt es für GKV-Patienten je nach Facharzt zwischen 30 und 80 EUR pro Quartal, ggf, zzgl. einiger anderer Leistungen, egal wie oft der Patient kommt. Und wenn das GKV-Quartalsbudget aufgebraucht ist, dann arbeitet der Arzt praktisch umsonst. Es wird zwar häufig aus Unkenntnis behauptet, für Privatpatienten könne der Arzt das 2,8-fache des "Kassensatzes" abrechnen. Das ist natürlich falsch, da Kassenleistungen nicht nach Gebührenordnung abgerechnet werden können. Insofern kann man davon ausgehen, dass ein Privatpatient im Vergleich zu einem Kassenpatienten mit gleichem Behandlungsbedarf mindestens das Zehnfache an Geld einbringt. Das ist der Grund, warum eine Praxis ohne Privatpatienten nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.

  • Die Rückstellungen stammen aus dem vor einigen Jahren eingeführten 10%-igen gesetzlichen Beitragszuschlag sowie dem Anteil der Beiträge, die verzinst angelegt wurden. Um mal eine Zahl zu nennen: in meinem Fall beträgt der Anteil meines Monatsbeitrages aus Rückstellungen ca. 60%. Wenn ich also bspw. 1000 EUR monatlich zahlen müsste, reduziert sich der tatsächliche zu zahlende Betrag auf 400 EUR. Der Barwert meiner Rückstellungen dürfte bei ca. 150.000 EUR liegen.

    Was die Arzthonorare betrifft: in der PKV gibt es eben keine "kostenlos" Mitversicherten wie in der GKV. Daher kann die PKV deutlich mehr zahlen. Während z.B. bei mir jeder Arztbesuch fast immer in dreistelliger Höhe berechnet wird, gibt es für GKV-Patienten je nach Facharzt zwischen 30 und 80 EUR pro Quartal, ggf, zzgl. einiger anderer Leistungen, egal wie oft der Patient kommt. Und wenn das GKV-Quartalsbudget aufgebraucht ist, dann arbeitet der Arzt praktisch umsonst. Es wird zwar häufig aus Unkenntnis behauptet, für Privatpatienten könne der Arzt das 2,8-fache des "Kassensatzes" abrechnen. Das ist natürlich falsch, da Kassenleistungen nicht nach Gebührenordnung abgerechnet werden können. Insofern kann man davon ausgehen, dass ein Privatpatient im Vergleich zu einem Kassenpatienten mit gleichem Behandlungsbedarf mindestens das Zehnfache an Geld einbringt. Das ist der Grund, warum eine Praxis ohne Privatpatienten nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.

    Das hört sich ja so an, als ob beide Grund zum Jammern haben:

    Die GKV Versicherten, weil sie das Umlagesystem auch für die sind, die weniger einzahlen, als sie an Kosten verursachen (versicherungsfremde Leistungen, kostenlose Mitversicherung).

    Die PKV Versicherten, weil die GKV wegen ihrer Finanzierungsprobleme weniger an die Ärze zahlt, als eigentlich angebracht und berechtigt wäre, und die PKV Versicherten wiederum das mit ihren höheren Kosten für vergleichbare Leistungen bei den Ärzten ausgleichen und so die GKVn quasi subventionieren.

    Wäre es dann nicht im Interesse beider, dass die versicherungsfremden Leistungen über Steuern finanziert werden?

  • Wäre es dann nicht im Interesse beider, dass die versicherungsfremden Leistungen über Steuern finanziert werden?

    Ja, wäre es. Aber die Politik benutzt die Sozialversicherung gerne als Verschiebebahnhof. Man bürdet Kosten, die eigentlich aus Steuern zu bezahlen wären, der SV auf. Das macht man schon seit langem bei der Rentenversicherung und aktuell auch bei der GKV. Hier zahlen die Versicherten ca. 10 Mrd. jährlich für Transferleistungsempfänger, weil der Staat nur einen Teil der Kosten aus Steuermitteln tragen will.

    Aber letztlich ist das nur ein großer Topf, in den Steuern (nicht zweckgebunden) und SV-Beiträge (theoretisch zweckgebunden) gemeinsam fließen. Wenn das Geld nicht mehr reicht, erhöht man das, wo es den meisten Ertrag und am wenigsten Geschrei gibt. Wie das aussieht, kann man ja aktuell beobachten.

  • Ja, wäre es. Aber die Politik benutzt die Sozialversicherung gerne als Verschiebebahnhof. Man bürdet Kosten, die eigentlich aus Steuern zu bezahlen wären, der SV auf. Das macht man schon seit langem bei der Rentenversicherung und aktuell auch bei der GKV. Hier zahlen die Versicherten ca. 10 Mrd. jährlich für Transferleistungsempfänger, weil der Staat nur einen Teil der Kosten aus Steuermitteln tragen will.

    Aber letztlich ist das nur ein großer Topf, in den Steuern (nicht zweckgebunden) und SV-Beiträge (theoretisch zweckgebunden) gemeinsam fließen. Wenn das Geld nicht mehr reicht, erhöht man das, wo es den meisten Ertrag und am wenigsten Geschrei gibt. Wie das aussieht, kann man ja aktuell beobachten.

    Aber wenn man da nicht aufräumt und nicht für Klarheit und Transparenz sorgt, dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn es unnötige Verwirrung stiftet, sich unnötigerweise gegnerische Lager bilden und endlos am Thema vorbei diskutiert wird.

    Dieser "letztendlich ist das alles ein grosser Topf" Standpunkt führt dazu, dass sich keiner sicher sein kann, dass er nicht irgendwie übervorteilt wird. In einer sozialen Gemeinschaft sollten die starken Schulter nachvollziehbar und erklärbar mehr schultern können. Aber "der grosse Topf" führt dazu, dass eher derjenige die Rechnung zahlt, der die schlechteste Lobby hat. Ausserdem geht man bei der Verschwommenheit anstelle von Nachvollziehbarkeit und "sauberer Buchführung" ein größeres Risko ein, dass so ein ominöser großer Topf "angezapft" wird.

  • Was die Arzthonorare betrifft: in der PKV gibt es eben keine "kostenlos" Mitversicherten wie in der GKV. Daher kann die PKV deutlich mehr zahlen. Während z.B. bei mir jeder Arztbesuch fast immer in dreistelliger Höhe berechnet wird, gibt es für GKV-Patienten je nach Facharzt zwischen 30 und 80 EUR pro Quartal, ggf, zzgl. einiger anderer Leistungen, egal wie oft der Patient kommt. Und wenn das GKV-Quartalsbudget aufgebraucht ist, dann arbeitet der Arzt praktisch umsonst. Es wird zwar häufig aus Unkenntnis behauptet, für Privatpatienten könne der Arzt das 2,8-fache des "Kassensatzes" abrechnen. Das ist natürlich falsch, da Kassenleistungen nicht nach Gebührenordnung abgerechnet werden können. Insofern kann man davon ausgehen, dass ein Privatpatient im Vergleich zu einem Kassenpatienten mit gleichem Behandlungsbedarf mindestens das Zehnfache an Geld einbringt. Das ist der Grund, warum eine Praxis ohne Privatpatienten nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.

    Hier wäre es spannend konkrete Statistiken zu sehen. Für den Facharzt bin ich bei dir. Da liegt man eigentlich immer im dreistelligen Bereich (Zahnarzt ausgenommen).

    Im hausarztlichen Bereich bin ich da nicht so sicher. Für eine einfache Untersuchung ohne Apparate werden nur gute 20€ fällig. Auch wenn ein bißchen was gemacht wird ist das meist überraschend günstig.

  • Hier wäre es spannend konkrete Statistiken zu sehen. Für den Facharzt bin ich bei dir. Da liegt man eigentlich immer im dreistelligen Bereich (Zahnarzt ausgenommen).

    Im hausarztlichen Bereich bin ich da nicht so sicher. Für eine einfache Untersuchung ohne Apparate werden nur gute 20€ fällig. Auch wenn ein bißchen was gemacht wird ist das meist überraschend günstig.

    Ich bekomme seit fast 40 Jahren Arztrechnungen und habe einen ganz guten Überblick über die Kreativität bei der Rechnungserstellung. Man erlebt da Überraschungen in beide Richtungen. Da sind Hausärzte und Zahnärzte nicht ausgenommen. Aber du hast recht, im Vergleich zu mancher Handwerkerrechnung ist da manches recht günstig.

  • Ich sehe auch ehrlich gesagt den Sinn dieser Aufklärungsgespräche nicht. Gibt es wirklich Leute, die zum Arzt gehen mit dem Ziel einer Impfung und dann nach dem Arztgespräch abbrechen, weil ihnen potentielle Nebenwirkungen nicht passen?

    Ich bin ja für den Einstieg für alle in die gesetzliche Krankenkasse ASOP. Der Stichtag 1.1.2027 wäre vermutlich kaum möglich. Ich verstehe allerdings den Einwand nicht, dass der Staat dann doppelt belastet würde, einmal durch den Arbeitgeberanteil zur GKV und andererseits für die Altlasten der bisherigen Privatversicherten. Vielleicht kann mir das mal ein Kundiger aufdröseln!?

    Zur Gürtelrose-Impfung nur soviel: Muss man die machen? So wie sie seit einiger Zeit in den Medien propagiert wird, müsste ich ja als Nichtgeimpfter schon gestorben sein. Gleiches gilt übrigens auch für die Grippeschutzimpfung. Ich habe mal an einer Aufklärungsveranstaltung teilgenommen. Wenn dann dort geäußert wird, dass man nach der Impfung keine Erkältung mehr bekommt, weiß ich, dass der Aufklärer schlicht aus Profitgier so engagiert dafür wirbt. Zur Klarstellung: Ich habe 35 Jahre im Rettungsdienst gearbeitet. In dieser Zeit habe ich mehr Impfreaktionen, teils gravierende, gesehen als an der beimpften Krankheit Erkrankte. Ich bin kein grundsätzlicher Impfverweigerer, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen und die Bevölkerung nicht in Panik versetzen. Beide o.a. Impfungen haben ihre Daseinsberechtigung, aber eben nur für einen ausgewählten Kreis von Mitmenschen.

    Das ist natürlich ein Problem. Zumal, wenn die Impfungen doch relativ neu sind wie die Shringrix Impfung bei Gürtelrose Bei Krankheiten wie bei MS wirkt sich Gürtelrose gravierend auf das Nervensystem aus - was man natürlich unbedingt vermeiden möchte. Allerdings weiß man auch nicht, wie gravierend in diesem Fall die eventuellen Nebenwirkungen sein können. Deshalb vielleicht eher doch Rücksprache mit dem Hausarzt.

    So viel eben noch zu Impfungen....

  • Neben dem Hochsetzen der JAEG wäre natürlich das Abschaffen der Beihilfe-Konstruktion für die Beamten (immerhin 2/3 der PKV-Versicherten) ein wirksamer Hebel. Hier dürfte allerdings mit deutlichem Widerstand der Beamten-Lobby zu rechnen sein. Das maximal Erreichbare dürfte hier eine Änderung für neue Beamte sein. Bis es hier zu wirklichen Effekten käme, würden viele Jahre vergehen.

    Aber selbst wenn die PKV sofort abgeschafft würde, was ich nur für ein theoretisches Szenario halte, hätte es, außer der Befriedigung eines Neidkomplexes, keine signifikanten Auswirkungen auf die Finanzen der GKV. Es gäbe ein kleinen positiven Effekt dadurch, dass man PKV-Versicherte Berufstätige, die dann Höchstbeiträge zahlen müssten und wahrscheinlich auch weniger Kosten verursachen würden, hinzu bekäme. Dieser Effekt würde allerdings mehr als kompensiert durch die dann ehemals PKV-versicherten Rentner, die bei geringen Beiträgen in der KVdR ein hohes Kostenrisiko darstellen. Unterm Strich wäre wohl mit einem finanziell negativen Effekt für die GKV zu rechnen.

    Auch dürfte sich die Terminsituation nicht verbessern. Dann heißt es nicht mehr: "gesetzlich oder privat" bei der Terminvergabe, sondern: "Kasse oder Selbstzahler".

    Die PKV soll ja nicht gänzlich abgeschafft werden. In einem vertikalen System aus GKV und PKV würde das komplette Geschäft der Zusatzversicherungen über die PKV laufen.

    Ich sehe es nicht so wie du, dass bei solch einer Reform es zu einem finanziell negativen Effekt für die GKV kommen würde. Denn jeder bisher PKV-Versicherte soll erstmal beim Übergang in die GKV auf Basis seiner Altersrückstellungen Zusatztarife erhalten, die seinen bisherigen Versicherungsumfang ersetzen. Und zwar zu Konditionen, die seinem ursprünglichen Eintrittsalter in die PKV entsprechen. Die überbleibenden Altersrückstellungen gehen über in den Topf für die Versichertengemeinschaft der GKV. Diese Gelder dürften sogar einen finanziell positiven Effekt für die GKV haben. Manch einer spricht hier von Enteignung, weil man das nach deutschem Recht irgendwie so auslegen kann. Dies müsste dann rechtlich so geändert werden, dass es der Eintrittsbeitrag des bisher PKV-Versicherten in das neue Gesundheitssystem ist, denn diese Person war bisher über viele Jahre kein Beitragszahler im Solidarsystem gewesen.

  • Die Rückstellungen stammen aus dem vor einigen Jahren eingeführten 10%-igen gesetzlichen Beitragszuschlag sowie dem Anteil der Beiträge, die verzinst angelegt wurden. Um mal eine Zahl zu nennen: in meinem Fall beträgt der Anteil meines Monatsbeitrages aus Rückstellungen ca. 60%. Wenn ich also bspw. 1000 EUR monatlich zahlen müsste, reduziert sich der tatsächliche zu zahlende Betrag auf 400 EUR. Der Barwert meiner Rückstellungen dürfte bei ca. 150.000 EUR liegen.

    Mit zunehmendem Lebensalter nimmt der Barwert der Rückstellungen immer weiter ab. Jeder Versicherte ist abhängig von seinem Eintrittsalter so durchkalkuliert, dass die Rückstellungen bis zu seinem statistischen Lebensende auf annähernd 0 Euro aufgebraucht werden. Annähernd, weil ich vermute, dass die Versicherer hier mit Sicherheitspuffern arbeiten.

    Was die Arzthonorare betrifft: in der PKV gibt es eben keine "kostenlos" Mitversicherten wie in der GKV. Daher kann die PKV deutlich mehr zahlen. Während z.B. bei mir jeder Arztbesuch fast immer in dreistelliger Höhe berechnet wird, gibt es für GKV-Patienten je nach Facharzt zwischen 30 und 80 EUR pro Quartal, ggf, zzgl. einiger anderer Leistungen, egal wie oft der Patient kommt. Und wenn das GKV-Quartalsbudget aufgebraucht ist, dann arbeitet der Arzt praktisch umsonst. Es wird zwar häufig aus Unkenntnis behauptet, für Privatpatienten könne der Arzt das 2,8-fache des "Kassensatzes" abrechnen. Das ist natürlich falsch, da Kassenleistungen nicht nach Gebührenordnung abgerechnet werden können. Insofern kann man davon ausgehen, dass ein Privatpatient im Vergleich zu einem Kassenpatienten mit gleichem Behandlungsbedarf mindestens das Zehnfache an Geld einbringt. Das ist der Grund, warum eine Praxis ohne Privatpatienten nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.

    Sollte es zu einer Reform des Gesundheitssystems kommen und die PKV nur noch Zusatztarife anbieten dürfen, dann müssen natürlich die aktuellen Abrechnungssysteme reformiert werden. Denkbar wäre, dass man sich an der GOÄneu, die ab 2027 stufenweise in der PKV eingeführt werden soll, orientieren kann. Diese könnte nach einer Überarbeitung dann für die einheitliche Grundversorgung für alle sowie für die privaten Zusatztarife eingesetzt werden. Die Überarbeitung sollte dann zum Ziel haben, dass der Verwaltungsaufwand bei den Ärzten reduziert wird (nur noch ein möglichst einfaches und eindeutiges, einheitliches Abrechnungssystem) und die Honorierung der Ärzte in etwa auf heutigem Niveau bleibt.

  • Richtig. Kann man im Eilverfahren in Bund und Ländern für Neuverbeamtungen einfach machen.
    Wenn man will.

    Die Haushalte von Bund und Länder freuen sich (nicht). Sie sind selbst mit der verfassungsgemäßen Alimentation überfordert und sollen jetzt zusätzlich noch Sozialversicherungsbeiträge zahlen? Die Beihilfe ist für die Haushalte im Vergleich (viel) günstiger, da sie nur für tatsächlich angefallene Behandlungskosten anfällt und eben auch nur zur maximal zur Hälfte, regelmäßig auch noch weniger und die Beihilfe sich in den meisten - wenngleich nicht allen Ländern (und Bund) - an den Leistungen der GKV orientiert. Die Beihilfe ist bspw. auch günstiger als die für einige Gruppen angebotene freie Heilfürsorge (u.a. Polizisten; freie Heilfürsorge ist leistungstechnisch der GKV vergleichbar mit voller Abrechnung über den Dienstherrn). So hat u.a. der Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz ermittelt, dass die Beihilfe (viel) günstiger ist als die freie Heilfürsorge und daher angesichts der angespannten Haushaltslage die Beihilfe der Standard sein sollte.

  • Die Haushalte von Bund und Länder freuen sich (nicht). Sie sind selbst mit der verfassungsgemäßen Alimentation überfordert und sollen jetzt zusätzlich noch Sozialversicherungsbeiträge zahlen? Die Beihilfe ist für die Haushalte im Vergleich (viel) günstiger, da sie nur für tatsächlich angefallene Behandlungskosten anfällt und eben auch nur zur maximal zur Hälfte, regelmäßig auch noch weniger und die Beihilfe sich in den meisten - wenngleich nicht allen Ländern (und Bund) - an den Leistungen der GKV orientiert. Die Beihilfe ist bspw. auch günstiger als die für einige Gruppen angebotene freie Heilfürsorge (u.a. Polizisten; freie Heilfürsorge ist leistungstechnisch der GKV vergleichbar mit voller Abrechnung über den Dienstherrn). So hat u.a. der Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz ermittelt, dass die Beihilfe (viel) günstiger ist als die freie Heilfürsorge und daher angesichts der angespannten Haushaltslage die Beihilfe der Standard sein sollte.

    Trotz der höheren Kosten, die PKV Versicherten von den Ärzten für vergleichbare Leistungen (gegenüber GKV Versicherten) berechnet werden? (s.o.)

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