Gesamtportfolio vor der Rente

  • Hallo Zusammen,

    ich habe noch einmal für mich ein neues Thema aufgemacht mit der Darstellung meines gesamten etwas chaotischen Portfolios,

    möchte kurz vor der Rente einen sinnvollen Cut machen und mich von einigen Anteilen trennen, bin damit aber etwas überfordert.

    Gesamtvolumen ca. 500K:

    Tagesgeld ca 100K

    Festgeld 15k

    ETF-Anteil ca. 200K:

    Euro Stoxx 600 DBX1A7 13%

    MSCI World DBX1MW 45%

    SPDR A1JJTC 27%

    Geldmarkt DBX0AN 9%

    Small Caps A2DWBY 5,5%


    'Altlasten', vor einigen Jahren über Finanzberatung vermittelt:

    VIVIDAM Roboadvisor 50/50 Anleihen/Aktien ca. 60k

    135K verteilt auf fogende Positionen:

    ARERO DWS0R4 20%

    Flossbach A0M430 37%

    EM A1JH92Z 17%

    Frankfurter Aktienfonds A0M8HD 13%

    Pareto A2JECR 19%

    Acatis A0X754 30%

    Global Target A1JJAM 17%

    Leading Cities 9%

    hausInvest 15,5%


    Den ETF-Anteil habe ich in den letzten Jahren aufgestockt - die Immobilienfonds deutlich minimiert und die Produkte der o.g. Finanzberatung ebenfalls deutlich reduziert und in ETFs gesteckt.

    Trotzdem erscheint mir das gesamte Paket viel zu unübersichtlich und nicht sinnvoll - auch in Anbetracht meines Alters von fast 65 Jahren.

    Vielleicht ist es eine Zumutung, aber ich bin für jeden Hinweis dankbar mehr Struktur in meine Geldanlage zu bringen.

    Danke dafür

  • Moin PeJo

    Erstmal Willkommen hier im Forum und Gratulation zum Depotvolumen / Vermögen.

    Ich vermute mal, dass Depot hat sich über die Zeit entwickelt. Dabei scheinen immer neue Fonds dazugekommen zu sein, von - wie du ja selbst geschrieben hast - Altlasten hast oder konntest du dich noch nicht trennen.

    Folgende Annahmen/Fragen, wozu du noch keine Angaben gemacht hast:

    - ich hoffe, deine Transaktionen deiner Fonds sind günstig (Direktbank oder Neobroker)

    - du schreibst - kurz vor der Rente. Wieviel Geld brauchst du, um eine eventuelle Rentenlücke zu schließen. Welche größeren Ausgaben sind geplant (Reise, Investitionen …)

    Wenn diese Fragen geklärt sind, kannst du entscheiden, wie hoch der Anteil in Tagesgeld und Geldmarkt Fonds sein soll (warum soviel Geld im Tagesgeld ?)

    Und zum Depot: einfach aufgrund der Kosten würde ich mich von allen aktiven Fonds trennen.

    Je nach Gusto 1-ETF Lösung (SPDR ACWI) oder World/Stoxx 600/Small Cap bspw. 60/20/20. Dann würde ggf. noch EM fehlen.

    Der Hausinvest lässt sich als offener ImmoFonds vermutlich erst verzögert liquidieren: https://hausinvest.de/de/hausinvest-verkaufen/

    LG Finanzschlumpf

  • Der größere Teil ist doch schon mal ganz ok strukturiert. Bleibt noch ein wenig aufzuräumen im Sammelsurium. Gibt es darunter Positionen von vor 2009?

    Dann die Fragen von Finanzschlumpf abarbeiten

    • Größerer Kapitalbedarf zu Rentenbeginn, falls ja wie hoch?
    • Gibt es eine Rentenlücke oder wie viel willst/musst Du zukünftig monatlich aus dem Depot entnehmen?
    • Soll das Kapital verzehrt werden, oder soll noch was vererbt werden

    Man kann natürlich alles auf einen Schlag aufräumen, alternativ kann man eine Position nach der anderen je nach Kapitalbedarf auflösen. Beim Tages- und Festgeld darauf achten, dass pro Kontoinhaber nur 100k über die Einlagensicherung abgedeckt sind.

    Wie hoch der Aktienanteil zum Rentenbeginn sein sollte, gehen die Meinungen auseinander. Das hängt auch davon ab, was mit dem Geld passieren soll. Desto länger die Anlagedauer geplant ist, desto höher kann der Aktienanteil ausfallen, vorausgesetzt Dir machen die Schwankungen nichts aus. Aber darüber kann man besser nachdenken, wenn man weiß, was Deine Anlageziele für die Zukunft sind.

  • Man kann natürlich alles auf einen Schlag aufräumen, alternativ kann man eine Position nach der anderen je nach Kapitalbedarf auflösen

    Ich würde Letzteres machen, und zwar in einem jährlichen Rhythmus, in den der hausinvest und evtl. andere Fonds mit Haltefrist eingereiht sind, also mit rechtzeitigem Rückgabeauftrag.

  • Wie putzt du deine Wohnung?

    Immer etappenweise ein bisschen oder machst du wenn du anfängst den großen Rundumschlag?

    Genauso würde ich es auch mit der Geldanlage machen.

    Ich hätte hier beim „Ausputzen“ des Depots eine einfache Idee wie beim jährlichen, limitierten kostenlosen Sperrmüll:

    Zuerst kommt gleich mal am Anfang das „komische“ Zeug sofort alles raus.
    Jetzt gleich am Montag.

    Was weg ist, ist weg.
    Und dann kommt in Ruhe die nächste Runde.

  • Dein ETF-Anteil sieht für mich solide, strukturiert aus. Einige Vorkommentatoren haben u.a. andere Punkte schon angebracht. Diese solltest du dir überlegen und wenn du das Umschichten in Erwägung ziehst, kannst du entsprechend aus den Verkäufen das Kapital umschichten und den Rest z.B. in dein ETF-Portfolio investieren.

    Darum gehe ich nachfolgend nur auf dein Berater-Portfolio ein:

    • ARERO - Warum in diesen investiert? Mischfond mit Rohstoffen, Aktien, Anleihen und hat eine eingebaute "Crash-Mechanik". Ob es sich am Ende lohnt gegenüber einem normalen ETF, darf jeder für sich entscheiden.
    • Flossbach - hohe laufende Kosten 1,62%.
    • A0M8HD - 1,31% laufende Kosten p.a. - Value-Investing für Europa (v.a. DE) in Packung eines aktiven Fonds. In den letzten 10 Jahren eine Rendite von 2,56% p.a. (vor Inflation, vor Steuer). In den letzten 5 Jahren nur 1,36% p.a., also Tagesgeld war renditestärker.
    • A0X754 - 1,80% laufende Kosten p.a.
    • ...
    • hausInvest - Immobilienfond. Kündigungsfrist von 12 Monaten (wenn >24 Monate gehalten). Du weißt also erst den Preis in 12 Monaten, wenn du heute kündigst. Das kann +100% sein oder eben auch -50%. Aktuell wird der Hausinvest für ca. 40€ pro Anteil an der Börse gehandelt. Die Fondgesellschaft zahlt 44€ (Rücknahmepreis). D.h. du hast aktuell -10% Abschlag, wenn du börslich verkaufst und hast das Geld morgen, anstatt über die Fondgesellschaft und 12 Monate wartest (und dann nicht mal weißt, was du dafür bekommst, erst am Stichtag des Verkaufs und da gibt es dann kein zurück mehr!).

    Unabhängig von der Steuerthematik, aber das sollte kein Grund sein, um dich bei deiner Umschichtung zu behindern. Du hast in den teuren Fonds Aktien, bzw. Immobilien. Wenn du heute verkaufen würdest und alles in dein ETF-Portfolio umschichtest, wird dein Risiko sehr ähnlich bleiben, denn du tauschst Aktien gegen Aktien. Das ist die gleiche Assetklasse. Das ist aus meiner Sicht in Bezug auf dein Alter (und "Rente") irrelevant.

    Ob dir die Gewichtung der Rohstoffe bewusst bzw. wichtig ist, musst du für dich entscheiden. Du kannst entsprechend dafür Zertifikate/Commodities aufnehmen (z.B. Bloomberg commodities als Rohstoffkorb oder Gold-Silber-Zertifikate).

    Bei deinen genannten Fonds wüsste ich keinen Grund, warum man diese behalten sollte, v.a. wenn man sowieso parallel ein kostengünstiges, transparentes, übersichtliches und ertragreiches ETF-Portfolio aufgebaut hat.

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