Eure Erfahrungen mit (privaten) Unfallversicherungen – Worauf sollte man achten?

  • Hey Leute, ich hänge mich hier mal mit rein, weil das Thema bei uns gerade leider schmerzhaft aktuell ist. Mein Partner hatte letztes Jahr einen echt blöden Sturz im Haushalt und wir mussten uns danach monatelang mit unserer alten Versicherung herumschlagen, was am Ende nur in Frust geendet hat. Die haben die Zahlungen ewig hinausgezögert, jedes ärztliche Gutachten angezweifelt und am Ende wegen irgendwelcher winzigen Formulierungen im Vertrag kaum etwas übernommen, obwohl die Verletzung ihn im Alltag immer noch einschränkt. Das war für uns der Punkt zu sagen, dass wir diesen alten Vertrag kündigen und jetzt etwas Vernünftiges suchen, wo man im Ernstfall nicht wie ein Bittsteller behandelt wird. Ich frage mich jetzt bloß, worauf man beim Wechsel am meisten achten muss, damit uns das nicht noch mal passiert, also ob es da Anbieter gibt, die für eine schnellere Abwicklung bekannt sind oder ob es bestimmte Fristen für die Invaliditätsfeststellung gibt, die man unbedingt großzügiger wählen sollte. Hat jemand von euch vielleicht schon mal gewechselt und dabei auf spezielle Punkte geachtet, die den Unterschied zwischen „ewigem Hinhalten“ und echter Hilfe ausmachen? Danke für jeden Tipp! ^^

  • Hallo.

    Aus meiner Sicht ist wichtig, dass man sich darüber klar ist, welches Risiko man wirklich absichern will. (Eine UV ersetzt keine BUV oder Risiko-LV.) Ggf. macht es Sinn vorher eine Rechtsschutzversicherung bei einem anderen Versicherer abgeschlossen zu haben.

  • Ich würde, solange die Möglichkeit besteht eine BU zu haben/zu bekommen, auf eine Unfallversicherung verzichten. In 80 oder 90% der Fälle wird man durch Krankheit invalide, nicht Unfall. Das Geld kann man sich sparen.

  • Ich würde, solange die Möglichkeit besteht eine BU zu haben/zu bekommen, auf eine Unfallversicherung verzichten. In 80 oder 90% der Fälle wird man durch Krankheit invalide, nicht Unfall. Das Geld kann man sich sparen.

    Es ist eine allgemein bekannte Wahrheit, dass die Unfallversicherungen eine richtige Gewinnmaschine für die Versicherungen sind.

  • Hallo.

    Aus meiner Sicht ist wichtig, dass man sich darüber klar ist, welches Risiko man wirklich absichern will. (Eine UV ersetzt keine BUV oder Risiko-LV.) Ggf. macht es Sinn vorher eine Rechtsschutzversicherung bei einem anderen Versicherer abgeschlossen zu haben.

    Danke dir für den Hinweis. Mir geht es tatsächlich nicht darum, mit der Unfallversicherung etwas zu ersetzen, was eigentlich in den Bereich BU oder Risiko-LV gehört, sondern eher um die Lücke bei dauerhaften Unfallfolgen. Gerade Dinge wie Umbauten, zusätzliche Hilfe im Alltag oder finanzielle Puffer nach einem schweren Unfall habe ich dabei im Kopf. Den Gedanken mit der Rechtsschutzversicherung finde ich spannend und ehrlich gesagt hatte ich den bisher gar nicht so präsent. Macht aber Sinn, weil man ja doch immer wieder liest, dass es im Leistungsfall zu Diskussionen kommen kann. Das vorher sauber getrennt abzuschließen ist wahrscheinlich der stressfreiere Weg.

  • Es ist eine allgemein bekannte Wahrheit, dass die Unfallversicherungen eine richtige Gewinnmaschine für die Versicherungen sind.

    Trotzdem finde ich es zu einfach, das Thema komplett als „Abzocke“ abzutun. Es ist am Ende wie bei jeder Versicherung eine Wette gegen ein seltenes, aber potenziell sehr teures Ereignis. Wenn man genug Rücklagen hat und das Risiko selbst tragen kann, braucht man sie wahrscheinlich nicht zwingend. Wenn man aber weiß, dass ein schwerer Unfall die finanzielle Situation richtig ins Wanken bringen würde, kann so eine Police als Ergänzung schon Sinn machen.

  • In jedem Fall bei der neuen Versicherung Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten, falls abgefragt wird.

    Was ist denn eure Idee und Wunsch, was die Unfallversicherung abdecken/absichern soll?

    Riskante Hobby oder Sportarten?

    Ja, das mit den Gesundheitsfragen sehe ich genauso, da würde ich auch nichts „schönreden“, weil es im Leistungsfall sonst schnell unangenehm werden kann.

    Bei mir geht es weniger um Extremsport oder besonders riskante Hobbys. Mir schwirrt eher der Gedanke im Kopf herum, was passiert, wenn man im ganz normalen Alltag einen richtig blöden Unfall hat und danach dauerhaft eingeschränkt ist.

  • Aber du hast doch die Erfahrung gemacht, dass die UV sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt zu leisten. Welchen Sinn macht so eine Versicherung?

    Ich verstehe total, was du meinst, weil man genau dieses Gefühl schnell bekommt, wenn man einmal Stress mit der Unfallversicherung hatte. Man denkt sich dann echt, wofür zahle ich das eigentlich, wenn im Ernstfall erstmal alles abgewehrt wird, trotzdem empfinden wir sie als sehr wichtig. Der Hauptsinn der UV ist halt eher der große Ernstfall, also wirklich schwere Unfälle mit bleibenden Schäden aber eben auch so ein sturz von meinem Partner, der nun eingeschränkt ist.

  • Ich habe eine Unfallversicherung. Hatte die schon recht früh, anfangs über den Sportverein, Später dann eben auch privat bei der Helvetia. Was das genau beim Fußball vorher war, kann ich dir nicht sagen, da war ich noch zu jung um mit dem irgendwas zu tun zu haben. Aber ich war abgesichert falls etwas passiert und falls ich jemanden anderen verletzen würde.

    Mach viel Sport: Fußball, Mountainbike, Laufen, Tennis, Wandern,... da bietet sich das schon an. Mir hat es auch geholfen nach meinem Kreuzbandriss. Bin aber soweit wieder fit und habe da keinerlei Probleme im Alltag. Aber es ist schon gut wenn man da etwas bekommt, dann kann man eventuell selbst für eine Therapie aufkommen etc. Wobei ich halt auch privat Krankenversichert bin und das sicher auch schon viel hilft.

    Lass dich mal beraten, lade ein paar Betreuer ein und dann könnt ihr ja gleich euren Fall besprechen wie man das besser hätte machen können bzw. was gefehlt hat und was man machen müsste, damit das nicht mehr eintreten würde.

    sorgenfrei leben

  • Ich habe mich anno dazumal abgesichert, als ich längere Zeit Hausfrau war. Haushaltsunfälle sind die häufigsten Unfälle und nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, da keine sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit.

    Da mein Mann in dieser Zeit seine Firma hochgezogen hat mit 24/7 Einsatz, hätte ein schwerer Unfall meinerseits das Konstrukt Arbeitsteilung ziemlich ins Wanken gebracht und hätte nur über bezahlte Haushaltshilfe funktioniert.

    Und wegen Selbständigkeit habe ich meinen Mann ebenfalls abgesichert, denn die Risiko-LV zahlt nur bei Tod. Und da Familientarife günstiger waren, auch gleich noch das Kind dazu, denn Jungs und risikoreiches Verhalten gehen meist Hand in Hand (Skifahren, MTB, Badeunfälle,seltsame Mutproben).

    Passiert ist nie etwas. Gottseidank. Gut finde ich, dass mein Vertrag u.a. Impfschäden und Insektenstiche includiert hat, vor allem im Hinblick auf die unterschiedlichen Impfungen während Corona und Zecken gibt es mittlerweile überall.

    Übrigens führen Männer die Unfallstatistik im Sportbereich an, während Frauen bei Autounfällen ein 73% höheres Risiko bei schweren Verletzungen haben.

  • Ich habe eine Unfallversicherung. Hatte die schon recht früh, anfangs über den Sportverein, Später dann eben auch privat bei der Helvetia. Was das genau beim Fußball vorher war, kann ich dir nicht sagen, da war ich noch zu jung um mit dem irgendwas zu tun zu haben. Aber ich war abgesichert falls etwas passiert und falls ich jemanden anderen verletzen würde.

    Mach viel Sport: Fußball, Mountainbike, Laufen, Tennis, Wandern,... da bietet sich das schon an. Mir hat es auch geholfen nach meinem Kreuzbandriss. Bin aber soweit wieder fit und habe da keinerlei Probleme im Alltag. Aber es ist schon gut wenn man da etwas bekommt, dann kann man eventuell selbst für eine Therapie aufkommen etc. Wobei ich halt auch privat Krankenversichert bin und das sicher auch schon viel hilft.

    Lass dich mal beraten, lade ein paar Betreuer ein und dann könnt ihr ja gleich euren Fall besprechen wie man das besser hätte machen können bzw. was gefehlt hat und was man machen müsste, damit das nicht mehr eintreten würde.

    Das ist ein super Punkt mit dem Sport, gerade bei Sachen wie Mountainbiken oder Fußball, wo ein Kreuzbandriss ja leider fast schon zum Standardprogramm gehört, ist meinem besten Freund damals beim Fußball auch passiert. Ich finde es echt interessant, dass du den Fall mit deinem Knie ansprichst, weil genau da merkt man ja, dass eine Unfallversicherung eben nicht nur für die ganz extremen Schicksalsschläge da ist, sondern eben auch bei solchen Sportverletzungen eine echte finanzielle Entlastung bietet. Wenn man wie du privat versichert ist, hat man zwar medizinisch eh schon ein super Backup, aber die Einmalzahlung aus der Unfallversicherung ist ja trotzdem ein nettes Extra, um zum Beispiel spezielle Physios oder Trainingsgeräte zu finanzieren, die man sonst vielleicht aus eigener Tasche gezahlt hätte. Wie schnell bekommt man da einen Termin? Und wie lange sollte ich für so einen Termin einplanen?

  • Ich habe mich anno dazumal abgesichert, als ich längere Zeit Hausfrau war. Haushaltsunfälle sind die häufigsten Unfälle und nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, da keine sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit.

    Da mein Mann in dieser Zeit seine Firma hochgezogen hat mit 24/7 Einsatz, hätte ein schwerer Unfall meinerseits das Konstrukt Arbeitsteilung ziemlich ins Wanken gebracht und hätte nur über bezahlte Haushaltshilfe funktioniert.

    Und wegen Selbständigkeit habe ich meinen Mann ebenfalls abgesichert, denn die Risiko-LV zahlt nur bei Tod. Und da Familientarife günstiger waren, auch gleich noch das Kind dazu, denn Jungs und risikoreiches Verhalten gehen meist Hand in Hand (Skifahren, MTB, Badeunfälle,seltsame Mutproben).

    Passiert ist nie etwas. Gottseidank. Gut finde ich, dass mein Vertrag u.a. Impfschäden und Insektenstiche includiert hat, vor allem im Hinblick auf die unterschiedlichen Impfungen während Corona und Zecken gibt es mittlerweile überall.

    Übrigens führen Männer die Unfallstatistik im Sportbereich an, während Frauen bei Autounfällen ein 73% höheres Risiko bei schweren Verletzungen haben.

    Das ist echt eine sehr weitsichtige Herangehensweise, die du da damals gewählt hast, Hut ab. Ich find ja den Punkt mit der Arbeitsteilung total wichtig, weil man oft vergisst, dass das ganze System zu Hause zusammenbricht, wenn die Person plötzlich dann ausfäallt, die den Laden schmeißt. Gerade wenn der Partner selbstständig ist und voll im Business steckt, hat man ja gar keine Puffer, um einen schweren Unfall im Haushalt mal eben so wegzustecken, und da ist eine private Absicherung eigentlich die einzige Versicherung gegen den totalen Chaos-Modus. Das was du zur Statistik zu den Autounfällen bei Frauen angeführt hast find ich üübrigens echt erschreckend, das war mir so gar nicht bewusst, unterstreicht aber eigentlich nur noch mal, wie wichtig es ist, sich nicht auf die gesetzlichen Basics zu verlassen, die eben oft leider nur den Arbeitsweg abdecken.

  • Übrigens führen Männer die Unfallstatistik im Sportbereich an, während Frauen bei Autounfällen ein 73% höheres Risiko bei schweren Verletzungen haben.

    Tatsächlich?

    Ich meine irgendwo gelesen zu haben, Frauen seien umsichtiger beim Autofahren und hätten ergo seltener und weniger schwere Unfälle.

    Belegen kann ichs aber nicht.

  • Tatsächlich?

    Ich meine irgendwo gelesen zu haben, Frauen seien umsichtiger beim Autofahren und hätten ergo seltener und weniger schwere Unfälle.

    Dass Frauen bei Autounfällen schwerer verletzt werden, heißt doch nicht automatisch, dass sie um Unfall schuld sein müssen. Sie können auch Beifahrerin oder Passagierin und jemand anderes Unfallverursacher sein.

    Das Problem ist vielleicht auch darin begründet, dass Autos und die Sicherheitseinrichtungen halte eher für den 1,80 m großen, 80 kg schweren Durchschnittsmann designed wurden…

  • Dass Frauen bei Autounfällen schwerer verletzt werden, heißt doch nicht automatisch, dass sie um Unfall schuld sein müssen. Sie können auch Beifahrerin oder Passagierin und jemand anderes Unfallverursacher sein.

    Das Problem ist vielleicht auch darin begründet, dass Autos und die Sicherheitseinrichtungen halte eher für den 1,80 m großen, 80 kg schweren Durchschnittsmann designed wurden…

    Stimmt, möglich ist allerlei.

    Interessant wäre Genaueres, da wir uns im Spekulativen bewegen.

    Ist ja aber eher Randthema.

  • Das ist ein super Punkt mit dem Sport, gerade bei Sachen wie Mountainbiken oder Fußball, wo ein Kreuzbandriss ja leider fast schon zum Standardprogramm gehört, ist meinem besten Freund damals beim Fußball auch passiert. Ich finde es echt interessant, dass du den Fall mit deinem Knie ansprichst, weil genau da merkt man ja, dass eine Unfallversicherung eben nicht nur für die ganz extremen Schicksalsschläge da ist, sondern eben auch bei solchen Sportverletzungen eine echte finanzielle Entlastung bietet. Wenn man wie du privat versichert ist, hat man zwar medizinisch eh schon ein super Backup, aber die Einmalzahlung aus der Unfallversicherung ist ja trotzdem ein nettes Extra, um zum Beispiel spezielle Physios oder Trainingsgeräte zu finanzieren, die man sonst vielleicht aus eigener Tasche gezahlt hätte. Wie schnell bekommt man da einen Termin? Und wie lange sollte ich für so einen Termin einplanen?

    Wer viel Sport macht für den kann es sich auszahlen. Kommt halt auch auf die Sportart drauf an.
    Ja sicher, das hilft dann genau für die Physio bzw. die Zeit danach wenn man eventuell nicht gleich wieder zu 100% arbeiten kann. Ich konnte es zum Glück wieder aber nicht jeder kann mit einem frischen Kreuzband wieder arbeiten. Selbst nach 6 Monaten braucht man noch seine Zeit. Je nachdem wir körperlich die Arbeit ist. Bei mir ist das Knie noch 2 Jahre nach Belastung immer angeschwollen.

    So einen Termin solltest du schnell bekommen, würde mal ca. eine Std einplanen. je nachdem wie viele Fragen du hast. Notier dir mal all deine Fragen damit du dann bei einem Gespräch nichts vergisst. Wenn bei dir keine Fragen offen sind, ist das sicher eine große Hilfe und man ist sich sicher.

    sorgenfrei leben

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