Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Wenn es mit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht klappt

Julia Rieder
& Co-Autor
Stand: 25. März 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer aus gesundheitlichen Gründen kaum noch arbeiten kann, muss mit drastischen Einkommensverlusten rechnen. Denn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist oft sehr niedrig.
  • Daher ist es sinnvoll, sich privat für den Verlust der Arbeitskraft abzusichern.
  • Den umfassendsten Schutz bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).
  • Die kann aber unter Umständen sehr teuer sein oder ist schwer zu bekommen. Dann ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) eine Alternative.
  • Diese Versicherung zahlt eine Rente, falls Sie weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können – in irgendeinem Beruf.
So gehen Sie vor
  • Lassen Sie sich vor Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung beraten und vergleichen Sie mit Hilfe eines Spezialisten mehrere Angebote.
  • Wir haben geeignete Makler ausgesucht und empfehlen Hoesch & Partner, Buforum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung und Freche Versicherungsmakler.
  • Beantworten Sie die Gesundheitsfragen im Antrag ehrlich. Fragen Sie vorher unbedingt Ihre Ärzte, und schauen Sie in Ihre Krankenakten.
  • Falls Sie Gesundheitsprobleme oder ein riskantes Hobby haben, lassen Sie einen Vermittler eine anonyme Risikovoranfrage stellen, bevor Sie sich für ein Angebot entscheiden.

Wie finanzieren Sie Ihr Leben, falls Sie für längere Zeit nicht mehr arbeiten können? Für diesen Fall bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung die beste und umfassendste Absicherung. Doch sie ist besonders für körperlich arbeitende und für gesundheitlich vorbelastete Menschen kaum erschwinglich. Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung deckt weniger Risiken ab, ist dafür aber günstiger.

Welchen Schutz bietet der Staat bei Erwerbsunfähigkeit?

Der Staat zahlt durchaus eine Rente für den Fall, dass Sie nicht mehr arbeiten können, weil Sie dauerhaft krank sind. Seit 2001 ersetzt die sogenannte Erwerbsminderungsrente die frühere gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsrente. Seither bekommen alle ab 1961 Geborenen nur noch dann eine volle Rente, wenn sie weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können – egal, in welchem Beruf.

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt ab vom letzten Bruttogehalt und der Zahl der Versicherungsjahre. Oft beträgt die Rente weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts. Wer 2017 erstmals eine Erwerbsminderungsrente bezog, bekam nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung durchschnittlich 716 Euro im Monat. Wem diese Rente nicht für den Lebensunterhalt reicht, der sollte zusätzlich privat vorsorgen.

Achtung, Berufsanfänger: In den ersten fünf Jahren Ihres Berufslebens sind Sie kaum abgesichert, da eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente erst nach dieser Zeit gewährt wird. Nur bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gibt es schon vorher eine Rente.

Wie funktioniert die Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung soll Sie unterstützen für den Fall, dass Sie nicht mehr arbeiten können. Damit erbringt sie in ähnlichen Situationen Leistungen wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Es gibt jedoch einen deutlichen Unterschied beim Schutz: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, sobald der Versicherte höchstens noch 50 Prozent seiner letzten beruflichen Tätigkeit ausüben kann. Geld von der Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU-Versicherung) bekommt hingegen erst, wer weniger als drei Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten kann. Ein Handwerksmeister, der noch im Büro oder als Pförtner arbeiten kann, würde also kein Geld bekommen. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung bietet also einen weniger umfassenden Schutz, ist dafür in einigen Fällen aber auch günstiger.

Die EU-Versicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, sobald die Voraussetzungen für Erwerbsunfähigkeit vorliegen. Warum der Versicherte erwerbsunfähig ist, spielt keine Rolle. Auch psychische Ursachen sind versichert.

Sie können die Versicherung in drei verschiedenen Formen abschließen:

  • als selbstständige Erwerbsunfähigkeitsversicherung,
  • als Zusatzversicherung zu einer Risikolebensversicherung, oder
  • als Zusatzversicherung zu einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung.

Für Menschen, die ohnehin eine Absicherung für den Todesfall brauchen, kann die EU-Versicherung als Zusatz zu einer Risikolebensversicherung günstiger sein als zwei separate Verträge. Wer keine Angehörigen absichern muss oder bereits eine Risikolebensversicherung hat, kann eine eigenständige Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen. Von einer Kombination mit einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung raten wir ab: Sparen und  Schutz vor Risiken sollten Sie voneinander trennen. Vielleicht wollen Sie einmal einen Vertrag beenden, den anderen aber fortführen.

Für wen ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) ist für alle geeignet, die eine Alternative zum BU-Schutz suchen – zum Beispiel aus Kostengründen.

Die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung variieren je nach Berufsgruppe enorm. Der Grund für diese Unterschiede liegt in dem unterschiedlichen Risikoprofil verschiedener Berufe: Maurer werden deutlich öfter berufsunfähig als zum Beispiel Mathematiker. Für Menschen, die vorwiegend körperlich arbeiten, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung daher oft nicht finanzierbar. Für ein Mindestmaß an Schutz können sie stattdessen eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Gerade für sogenannte Risikoberufe ist diese Versicherung deutlich günstiger: Ein 35-jähriger Maurer zahlt bei einem bekannten Direktversicherer für eine versicherte Rente von 1.500 Euro einen Monatsbeitrag von 49 Euro. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung würde ihn beim gleichen Anbieter rund 118 Euro kosten. Für Büroarbeiter lohnt sich die EU-Versicherung preislich nur selten.

Allerdings gibt es für Menschen mit körperlich fordernden Berufen auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung oft Einschränkungen. Im Beispiel würde der Anbieter den Maurer höchstens bis zum 60. Lebensjahr versichern – in den gesundheitlich besonders kritischen Jahren vor Rentenbeginn hätte er also keinen Schutz. Andere Anbieter begrenzen stattdessen die versicherbare Rente auf relative niedrige Summen wie 1000 Euro.

Für Selbstständige manchmal die bessere Wahl

Für selbstständige Unternehmer kann die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ebenfalls eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Denn bevor die BU-Versicherung zahlt, prüft sie, ob Selbstständige ihren Betrieb theoretisch so umorganisieren könnten, dass Angestellte Tätigkeiten übernehmen, die der Versicherte selbst nicht mehr schafft.

Darüber, ob eine solche Umorganisation zumutbar ist, gibt es oft Streit. Im schlechtesten Fall wird die Berufsunfähigkeit erst dann anerkannt, wenn der Selbstständige überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Deshalb können selbstständige Unternehmer erwägen, von vorneherein die preiswertere Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Nur in einigen Fällen eine Alternative für bereits Erkrankte

Mit gesundheitlichen Vorbelastungen ist es oftmals schwierig, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung müssen Kunden eine Reihe von Gesundheitsfragen beantworten. Allerdings beurteilen manche Versicherer Vorerkrankungen bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung etwas weniger streng oder verwenden nur einen eingeschränkten Fragenkatalog.

Dennoch müssen Menschen mit gesundheitlichen Problemen auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit Risikozuschlägen auf den Beitrag oder Leistungsausschlüssen für bestimmte Erkrankungen rechnen. Wer in den vergangen fünf Jahren in psychotherapeutischer Behandlung war, bekommt meist weder eine Berufs- noch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. In solchen Fällen kommen dann andere Alternativen zur Absicherung der Arbeitskraft wie eine Dread-Disease-Versicherung oder eine Grundfähigkeitsversicherung in Betracht.

 

Was ist vor Abschluss der Versicherung zu beachten?

Eine gute Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu finden, ist gar nicht so einfach. Bevor Sie sich für einen Vertrag entscheiden, gibt es einige Aspekte, die Sie bedenken sollten.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abschließen

Je jünger und gesünder Sie sind, wenn Sie die Versicherung abschließen, desto niedriger ist der Beitrag. Hinzu kommt: Je früher im Berufsleben Sie erwerbsunfähig werden, desto länger sind Sie auf die Zahlungen angewiesen. Sobald Sie Ihr erstes regelmäßiges Einkommen beziehen, sollten Sie über eine Absicherung nachdenken für den Fall, dass Sie nicht mehr arbeiten können. Für Auszubildende und Studenten sind besonders Tarife interessant, die sie später ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln können.

Auf möglichst geringe Spanne zwischen Brutto- und Nettoprämie achten

Die Nettoprämie, auch Zahlbeitrag genannt, ist der Beitrag, den Kunden zum Beginn der Versicherung zahlen müssen. Der Versicherer kann diesen Beitrag bis zur Bruttoprämie erhöhen, wenn er weniger Überschüsse erwirtschaftet als erwartet. Das kann passieren, wenn der Anbieter seine Kosten und Anlagegewinne nicht richtig vorhergesagt hat. Angesichts der aktuell sehr niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten wird das wahrscheinlicher.

Schauen Sie beim Preisvergleich deshalb auf den Bruttobeitrag und akzeptieren Sie im Zweifel einen etwas höheren Nettobeitrag, wenn dafür der Bruttobeitrag deutlich geringer ist. So sind sie vor extremen Beitragssteigerungen gefeit.

Bevorzugen Sie Versicherer mit hoher Finanzkraft

Werden Sie berufsunfähig, ist es entscheidend, dass der Versicherer Ihre Rente auch tatsächlich zahlen kann. Daher ist es sehr wichtig, einen finanziell soliden Anbieter zu wählen, den es auch in 20 oder 30 Jahren noch gibt. Fragen Sie Ihren Makler oder Versicherungsberater deshalb nach der Finanzkraft des Versicherers, bevor Sie sich für ein Angebot entscheiden.

Seien Sie bei den Gesundheitsfragen ehrlich

Sie sollten unbedingt alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten. Das gilt ganz besonders für alle Sachverhalte, zu denen Unterlagen vorliegen und die nachprüfbar sind. Denn wenn der Anbieter feststellt, dass Sie Fragen falsch beantwortet haben, kann er vom Vertrag zurücktreten und sich weigern, eine Rente zu zahlen. Bei Fragen, die sich nicht eindeutig mit „ja“ oder „nein“ beantwortet lassen, sollten Sie Ihre Antwort auf dem Antragsbogen ausformulieren.

Fragen Sie bei Ihren Ärzten und Ihrer Krankenkasse nach und lassen Sie sich Kopien Ihrer Krankenakten geben, damit Sie auch wirklich nichts übersehen. Sonst ist es möglich, dass Sie Behandlungen vergessen, falsch bezeichnen oder ein Arzt Einträge in Ihren Akten gemacht hat, von denen Sie nichts wissen. Sprechen Sie die Akten mit Ihrem Hausarzt durch, um alles einordnen zu können. Leider kann es vorkommen, dass Ärzte falsche Diagnosen eintragen, um bei der Kasse mehr abrechnen zu können. Lassen Sie solche Einträge korrigieren.

Das alles ist mühsam, aber die Entscheidung, ob Sie im Ernstfall eine Rente bekommen, kann davon abhängen. Der Versicherer kann die Gesundheitsunterlagen noch zehn Jahre lang heranziehen, um Ihnen die Leistung zu verweigern. Behalten Sie eine Kopie der unterschriebenen Gesundheitsfragen, sodass Sie Ihre Angaben nachvollziehen können, wenn Sie eine Rente beantragen.

Nutzen Sie Risikovoranfragen, wenn Sie gesundheitlich vorbelastet sind

Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben, sollten Sie mit einer sogenannten anonymisierte Risikovoranfrage Angebote verschiedener Versicherungsunternehmen einholen. Ein Versicherungsmakler oder -berater fragt für Sie bei verschiedenen Anbietern an, zu welchen Konditionen diese Sie versichern würden. Dabei nennt er alle Daten, die wichtig sind, um das Angebot zu erstellen, schwärzt aber persönliche Informationen wie Name und Adresse.

Damit vermeiden Sie, dass ein Unternehmen Ihren Antrag ablehnt und das der zentralen Wagnisdatei (HIS) meldet. In dieser Datei sammeln Versicherer Daten über ihre Kunden und eingegangene Anträge. Wenn ein Anbieter Ihren Antrag ablehnt, kann das die Chance verringern, bei anderen einen Vertrag zu bekommen. Lassen Sie sich deshalb von einem qualifizierten Makler oder Versicherungsberater bei den anonymisierten Risikoanfragen unterstützen.

Welche Punkte im Vertrag sind wichtig?

Wie bei allen Versicherungen entscheidet auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung das Kleingedruckte darüber, was der Vertrag am Ende wirklich taugt. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, ein möglichst verbraucherfreundliches Angebot auszuwählen.

Versicherungs- und Leistungszeit bis zur regulären Rente

Die Versicherungszeit ist der Zeitraum, innerhalb dessen die Berufsunfähigkeit eintreten muss, damit die Versicherung eine Rente zahlt. Endet dieser Zeitraum mit dem 50. Lebensjahr und Sie werden mit 51 Jahren erwerbsunfähig, erhalten Sie keine Rente. Die Leistungszeit bestimmt, bis zu welchem Alter der Versicherte die Rente ausbezahlt bekommt.

Um Absicherungslücken vor Beginn der Altersrente auszuschließen, sollten Sie sich am besten bis zum 67. Lebensjahr versichern. Ist der Beitrag dafür zu teuer, sollte die Versicherung wenigstens bis zum 65. oder 63. Lebensjahr laufen. Bei Risikoberufen lassen sich die Versicherer allerdings oft nur auf verkürzte Versicherungszeiten ein.

Achten Sie auf einen kurzen Prognosezeitraum

Der Prognosezeitraum ist die Dauer, für die Sie nach ärztlicher Einschätzung erwerbsunfähig sein werden. Ihr Vertrag sollte die Rentenzahlung vorsehen, wenn ein Arzt die Erwerbsunfähigkeit für sechs Monate prognostiziert. Je länger der Prognosezeitraum, desto schwieriger ist eine zuverlässige medizinische Einschätzung. Vorteilhaft ist es, wenn die Versicherung auch zahlt, wenn Sie bereits die vergangenen sechs Monate erwerbsunfähig waren.

Rente durch Dynamik und Nachversicherungsgarantie erhöhen

Die Kosten für den Lebensunterhalt steigen im Laufe der Zeit – aufgrund der Inflation aber auch durch sich verändernde Lebensumstände, wie eine Familiengründung. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Rente an solche Veränderungen anpassen können. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Nachversicherungsgarantie und
  2. Dynamisierung der Beiträge.

Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die versicherte EU-Rente auf einen Schlag hochzusetzen. So können Sie die Rentenhöhe ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen, wenn sich Ihre Lebensumstände geändert haben. Die meisten Versicherer erlauben das aber nur zu bestimmten Anlässen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung und nur bis zum 45. Lebensjahr.

Die Rente steigt nicht automatisch. Sie müssen selbst aktiv werden und der Versicherung mitteilen, dass Sie die Nachversicherungsgarantie nutzen möchten. Achten Sie außerdem darauf, ob in den Versicherungsbedingungen eine Maximalrente festgelegt ist, die die Möglichkeit der Rentenerhöhung begrenzt.

Mit der Dynamik steigen die Beiträge jährlich um einen festgelegten Prozentsatz. Gleichzeitig erhöht sich auch Ihr Rentenanspruch. Damit der Beitrag Ihr Budget nicht übersteigt, können Sie die Beitragssteigerungen in einzelnen Jahren aussetzen. Lehnen Sie die Dynamik jedoch dreimal hintereinander ab, gibt es keine weitere Steigerung und die Rente bleibt konstant.

Achtung: Für den Teil der Rente, den Sie aufstocken, wird Ihr jeweiliges Lebensalter zugrunde gelegt. Die nachträglich erhöhte Rente kostet deshalb mehr als eine von Anfang an in dieser Höhe vereinbarte Rente. So lohnen sich Dynamik und Nachversicherung mit zunehmendem Alter immer weniger.

Rentensteigerung auch nach Eintreten der Erwerbsunfähigkeit

Wer in jungen Jahren erwerbsunfähig wird, muss viele Jahrzehnte mit seiner monatlichen Erwerbsunfähigkeitsrente auskommen. Um den Wertverlust durch die Inflation aufzufangen, können Versicherte deshalb vereinbaren, dass sich die Rente nach Eintreten der Erwerbsunfähigkeit jährlich um einen garantierten Prozentwert erhöht. Mit einem jährlichen Inflationsausgleich von etwa 2 Prozent lässt sich so die Kaufkraft der Rente erhalten.

Allerdings macht eine solche Klausel die Versicherung teurer. Wägen Sie also ab, ob Sie sich den zusätzlichen Schutz leisten können.

Vereinbaren Sie rückwirkende Leistung

Achten Sie außerdem darauf, dass der Versicherer drei Jahre rückwirkend zahlt, wenn Sie den Versicherungsfall erst verspätet melden. Das ist wichtig, weil eine Erwerbsunfähigkeit oft erst mit Verzögerung festgestellt wird.

Vermeiden Sie ein befristetes Anerkenntnis

Wenn der Versicherer den Rentenanspruch nur befristet anerkennt, müssen Sie nach Ablauf der Frist meist erneut Ihre Erwerbsunfähigkeit nachweisen. Sie können diesen Aufwand und das Risiko vermeiden, wenn der Versicherer auf befristete Anerkenntnisse verzichtet.

Achten Sie darauf, dass keine Anzeigepflicht nach Vertragsabschluss besteht

Der Versicherer sollte darauf verzichten, dass Sie nach Vertragsabschluss einen Berufswechsel oder ein erhöhtes Risiko melden müssen, zum Beispiel wenn Sie neuerdings eine gefährliche Sportart ausüben.

Warum ist individuelle Beratung sinnvoll?

Bei der Suche nach besten Tarif sollten Sie sich von einem qualifizierten Versicherungsmakler oder Honorarberater unterstützen lassen. Gemeinsam mit ihm können Sie die Angebote verschiedener Versicherungen vergleichen und klären, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie nicht doch erschwinglich und sinnvoll wäre.

Auch wenn Sie später eine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen wollen, sollten Sie sich fachmännisch beraten lassen. Ein Fachanwalt für Versicherungsrecht kann helfen, Fehler beim Ausfüllen des Rentenantrags und langwierige Nachfragen des Versicherers zu vermeiden.

Wenn Sie sich für den Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Vermittler:

Hoesch & Partner
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 1983
  • 30 beratende Makler
  • 8 Standorte (Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Berlin, Köln, Hannover)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten auch Honorarberatung und Nettotarife an
BUForum24
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 2003
  • 4 beratende Makler
  • 1 Standort in Neudorf (Schleswig-Holstein)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
Nur beim Anbieter abschließbar
Zeroprov
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2012
  • 3 beratende Makler
  • 1 Standort in Schkölen (Thüringen)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten vorrangig Honorarberatung und Nettotarife an
Nur beim Anbieter abschließbar
Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2005
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Köln
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten auch Honorarberatung und Nettotarife an
Nur beim Anbieter abschließbar
Freche Versicherungsmakler
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 1995
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Kemnath (Bayern)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
Nur beim Anbieter abschließbar
Autor
Julia Rieder
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 25. März 2019


* Was der Stern bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.