LBS Bausparvertrag von Januar 2023: Erhöhung der Bausparsumme

  • Er läuft auf meinen Sohn, aber da mein Sohn derzeit "keinen Nerv" für Finanzentscheidungen hat, hat er mir mich offiziell bei LBS bevollmächtigt, über den Vertrag zu verfügen, die Korrespondenz zu führen und die Post in Empfang zu nehmen, sog. "Verfügungs- und Schriftwechselvollmacht"

  • Er läuft auf meinen Sohn, aber da mein Sohn derzeit "keinen Nerv" für Finanzentscheidungen hat, hat er mir mich offiziell bei LBS bevollmächtigt, über den Vertrag zu verfügen, die Korrespondenz zu führen und die Post in Empfang zu nehmen, sog. "Verfügungs- und Schriftwechselvollmacht"

    Wenn dein Sohn damals bei Abschluss 17 Jahre alt war, dann sollte er heute volljährig sein. Insofern wundert es mich, wieso der "Bausparkassenproduktfachverkäufer" an dich -und nicht an deinen Sohn- mit dem Ziel herantritt, den abgeschlossenen Vertrag zu verändern.

    Eine Veränderung, gleich welcher Art, kann doch nur von dem mittlerweile volljährigen Bausparer vollzogen werden. Von einer offiziellen Vollmacht für einen Bausparvertrag bei der LBS habe ich noch nie etwas gehört, ich habe auch noch nicht erlebt, dass eine privatschriftliche Vollmacht seitens der LBS anerkannt wurde. In allen mir bekannten Fällen wurde immer die eigenhändige Unterschrift der beteiligten Vertragsinhaber gefordert.
    Ausnahme: für deinen Sohn gibt es eine gerichtliche Betreuung.

  • Leider sind Bausparverträge nur ganz selten ein gutes Geschäft für den Kunden. Wenn überhaupt sollten sie vom Volumen und vom Zeitpunkt her gut gewählt werden. Desto höher die Kosten desto schlechter ist das Geschäft.

    Wieviel ist bisher angespart und bei wie viel Prozent wird der Vertrag zuteilungsreif?

    Bis wann vermutest Du dass Dein Sohn studieren wird?

    Gibt es einen Bonus bei nicht genutztem Darlehen?

  • Unfassbar, retrospektiv wäre das Geld in einem breitgestreuten Welt ETf kostengünstig und renditestark als Grundlage besser investiert worden…

    Es ist noch nicht vollends zu spät. Bausparer JETZT kündigen und das Geld in einen weltweit gestreuten Aktien-ETF investieren. Würde ICH zumindest machen...

  • ... im Anhang das Vollmachtsschreiben, sorry für die vielen geschwärzten Zeilen, aber ich denke, den wesentlichen Inhalt kann man erkennen.

    Vermutlich geht es um ein Formular der LBS, das zum Empfang von Mitteilungen genutzt wird. Diese Vollmacht berechtigt dich, die Post in Empfang zu nehmen.

    In dem Antrag dazu steht u.a.

    "Vor diesem Hintergrund erkläre ich als Vollmachtgeber Folgendes:
    ... dass der Vertragsmitinhaber durch die vorgenannten Erklärungen nur zum Empfang der elektronischen Post bevollmächtigt wird, nicht aber zur Abgabe von Willenserklärungen in meinem Namen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass du rechtswirksam für deinen mittlerweile volljährigen Sohn den Bausparvertrag in der vorgeschlagenen Weise verändern kannst mit dem du deinen Sohn verpflichtest, zunächst einmal monatliche Sparraten in Höhe von € 1.200,00 aufzubringen.

  • Bei der "Beratung" 2023 hatte ich von vorn herein klar gestellt, dass ich nicht mehr als 60 Euro einzahlen kann; nichtsdestotrotz wollten die mir damals schon eine Summe von 300.000,00 Euro aufdrängen. Wie schon gesagt, habe ich dann (warum auch immer) für 100.000,00 Euro abgeschlossen ... ich hab mich einfach veräppeln lassen : "... Sie machen da was ganz Tolles für Ihren Sohn, wenn der den BSPV dann übernimmt, da kann er dann ja mehr einzahlen, Sie machen jetzt eine gute Grundlage für ihn ..."

    Deshalb sind jetzt nur 5.160 Euro drin ...

  • Lieber ein Ende mit Schrecken... Ich würde drüber nachdenken, den Bausparvertrag einfach wieder zu kündigen.

    Ist für Deinen Sohn ab Jahreswechsel nicht vielleicht das neue AV Depot interessant? Vielleicht bezuschusst Du ihn da. Sonst gibt es auch diverse andere Anlagemöglichkeiten.

  • Deshalb sind jetzt nur 5.160 Euro drin ...

    Viele Vorposter haben eigentlich alles schon gesagt.

    => Bei 60 € mtl. Sparrate müsstest du noch weitere 580 Monatsraten (= 48 Jahre) einzahlen, damit du überhaupt die 40% Zuteilungsgrenze erreichst.

    => Du musst beim Bausparer die Ansparphase UND Darlehensphase betrachten. Dein Verkäufer redet nur von der Darlehensphase, nie von den Oppertunitätskosten in der Ansparphase.

    Ich gebe dir noch einen anderen Gesichtspunkt mit. Du kannst dir einen Kreditrechner im Internet kurz suchen und folgendes Szenario durchspielen-

    • 100.000 € Bausparer = 100.000 € Kapital (Eigenkapital + Darlehen)
    • i.d.R. sind 40% Einzahlung (hier: 40.000 €) notwendig, dass der Bausparer überhaupt zuteilungsreif wird.

    Jetzt nimmst du den Kreditrechner. Du nimmst den Zinssatz (Effektivdarlehenszins, nicht Sollzins!) vom Bausparer und das Darlehen (60.000 €) bei der mtl. vereinbarten Tilgungsrate (oft 4% vom Bausparsumme, also hier 400€ mtl.) => damit hast du die Gesamtkosten für die 60.000 € Darlehen, inkl. Zinskosten.

    Jetzt rechnets du das gleiche, nur folgendes:

    • 50.000 € Darlehen, 400€ mtl. Tilgungsrate, gleiche Laufzeit => welchen Zinssatz könntest du dir nun leisten?

    Du wirst sehr schnell sehen, wie stark die Höhe des Eigenkapitals in die Rechnung einfließt und du dir einen deutlich höheren Zinssatz leisten kannst.


    Ich bin vielleicht in einer ähnlichen Lage wie dein Sohn, nur 10 Jahre voraus. Wohneigentum wäre zwar nett, also auch "irgendwann". Allerdings sind die Oppertunitätskosten für den Bausparvertrag inkl. den ganzen Nebenkosten so immens. Selbst Wenn du es heute nur ins Festgeld/Tagesgeld anlegst, wirst du besser fahren als ein Bausparvertrag. Ich habe für meinen Fall ebenfalls die Rechnung aufgestellt. Ich hätte noch 12 Jahre einzahlen müssen (bei vorhandener Sparrate) bis zu Zuteilung. Der Effektivzinssatz lag um die 1,7% (Darlehenszins: 1,25%).

    Unter der Annahme, dass ich die 12 Jahre die Sparrate in einen Welt-ETF bei 4% p.a. anlege, hätte ich am Ende (anstatt 40.000 € Eigenkapital durch Sparraten in Bausparer) rund 51.000 € nach Steuern gehabt. Dadurch hätte ich mir anstatt dem 1,68 % Effektivzinssatz (Bausparvertrag) bei gleicher Laufzeit & Tilgungsrate (dafür nur ca. 49.000 € Darlehen) einen Immobilienkredit mit fast 5% Zinssatz leisten können!
    Die gleiche Rechnung habe ich mit Zinsprodukten von 1,5% p.a. (brutto) gemacht. Selbst dort wäre ein Immobilienkredit bei gleichen Rahmenbedingungen, aber aufgrund geringerem Darlehenvolumen mit einem Zinssatz von 2,5% dem Bausparer gegenüber gestanden.

    Weiterer Vorteil: Ich hätte jeden Tag über das Geld verfügen können oder es sind weniger Oppertunitätskosten, wenn dein Sohn in 10 Jahren sagt: "Och Immobilie. Kein Bock. Ich will reisen." Wenn er es doch will, hat er durch die bessere Rendite (ob Zins oder Weltmarkt) mehr Eigenkapital, wodurch er ein kleineres Darlehen benötigt.

    Zudem ist nicht sicher, wenn der Bausparer zuteilungsreif ist, dass du ihn auch zugeteilt bekommst... Und ... wer sagt dir, dass wir in 30 Jahren nicht erneut eine 0-ZInsphase haben? Dann ist dein Zins unfassbar teuer und du hast auf dem Weg dahin dein Eigenkapital durch die Inflation auffressen lassen. Angst verkauft sicher besser.

    Kurz um: Ich habe den Bausparer gekündigt gehabt und das Kapital in mein vorhandenes Depot (Welt-ETF) geschoben.

  • Bei der "Beratung" 2023 hatte ich von vorn herein klar gestellt, dass ich nicht mehr als 60 Euro einzahlen kann; nichtsdestotrotz wollten die mir damals schon eine Summe von 300.000,00 Euro aufdrängen. Wie schon gesagt, habe ich dann (warum auch immer) für 100.000,00 Euro abgeschlossen ... ich hab mich einfach veräppeln lassen : "... Sie machen da was ganz Tolles für Ihren Sohn, wenn der den BSPV dann übernimmt, da kann er dann ja mehr einzahlen, Sie machen jetzt eine gute Grundlage für ihn ..."

    Deshalb sind jetzt nur 5.160 Euro drin ...

    Wenn ein Vertreter der Bausparkasse (LBS) oder ein Verkäufer der Sparkasse dir diesen Vertrag verkauft hat und du hattest bereits zu Beginn des Verkaufsgespräches gesagt, dass du "nur" € 60,00 pro Monat bezahlen möchtest (kannst), dann sind beide Vertragssummen unseriös.

    Hier ist es nur darum gegangen, eine möglichst hohe Provision (Abschlussgebühr 1,0% - 1,6% der Vertragssumme) zu erzielen, bzw. die internen Verkaufsziele zu erfüllen.
    Es ist nun mal passiert, aber vor diesem "Verkäufer" würde ich künftig einen "Riesenbogen" machen.

  • Also bei der Abschlusshöhe und der Sparrate würde ich mal ganz freundlich beim Bausparkassen Produkteverkäufer nachfragen wie man so ein Geschäfte rückabwickeln kann und warum der Produkteverkäufer so auf eine Erhöhung der Bausparsumme pocht.

    Dem Verkäufer sollte mal ein wenig auf die Finger geklopft werden, frag deinen Verkäufer erstmal ob er einer Rückabwicklung des Vertrages zustimmt ansonsten was er von so einem Schlichtungsverfahren hält. Vielleicht macht er dir schon ein Angebot wieder aus deinem Vertrag rauszukommen.....

    Die LBS müsste der Schlichtungsstelle Öffentlicher Banken unterliegen.

    Schlichtungsstelle - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands


    Viel Erfolg und lass dich von so einem "Verkaufsprofi" nicht ins Bockshorn jagen.

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