Eigentumswohnung

  • Ein Hallo in die Runde,

    ist es sinnvoll eine eigentumswohnung zum selber drin wohnen 70 qm zu kaufen 301.000€ (incl. Nebenkosten) und bar zu bezahlen wenn man 380.000€ Kapital und monatlich 4.400 Netto, Hausgeld 330€ :/

    Danke für die Antwort

  • Er zahlt doch bar, braucht also keine Finanzierung!

    Gut erkannt. Und stützt die These
    "Erst lesen, dann versuchen, zu verstehen. Und erst wenn ja, dann schreiben";)

    Aber auch klar: Die Frage des TE, ob e sinnvoll ist, das zu tun, was ihm da vorschwebt: Dazu fehlt noch das ein oder andere Detail.

    hans-joachim55, lies deine Eingangsfrage nochmal durch und frage dich, wie einer das beantworten soll, ohne aus der Hüfte heraus schießen zu dürfen.8)

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

  • ist es sinnvoll eine eigentumswohnung

    Es ist sinnvoll, eine eigen bewohnte ETW sofort zu bezahlen. Die eingesparte Miete und Annuität sind hier der größte Hebel.


    Wichtig: so eine Entscheidung ist in der Regel eine Lebensstilentscheidung. Mglw. ist eine andere Investition mit deinem Cash renditetechnisch im Vorteil.

    Im Gegensatz zu einer vermieteten Immobilie fallen viele Möglichkeiten, was Werbungskosten angeht, weg.

    Daher: schnelle Tilgung oder wie bei dir sofortige Tilgung natürlich klasse.

  • Da wir in einem Finanz Forum sind und nicht in einem für Philosophie, kann man wohl annehmen, daß es um eine finanzielle Entscheidung geht.

    Wozu er (der TE hans-joachim55) noch das ein oder andere Detail einstreuen sollte.

    Immerhin liest du jetzt mit, bevor du irgendwas raushaust. Fortschritte sind erkennbar.

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

  • Durch die dauerhafte Kapitalbindung in der Immobilie ist der Konsum dieses Kapitals ausgeschlossen. Steine kann man nicht essen.
    Eine sichere Mietwohnung kann einen größeren Finanziellen Spielraum ermöglichen da man frei über sein Kapital verfügen kann .

    Und jeder Euro den ich zum Tod noch habe hat mir im Leben nichts gebracht.

    Man sollte sich seiner begrenzten Lebenserwartung bewusst sein.

    Bei 1000€ Kaltmiete kann man auch 25 Jahre in der Wohnung leben ohne überhaupt eine Rendite aus dem Kapital zu ziehen, habe aber die flexible Verwendung meines Vermögens noch selbst in der Hand.

    Immobilienerwerb hängt stark von der Nutzungsdauer ab. Und wenn bei hans-joachim55 die 55 für das Geburtsjahr steht würde ich mein Geld bei der hoffentlich noch sehr langen aber bei der statistischen Lebenserwartung lieber verbrauchen und nicht in Immobilien binden.

    Das größte was man im Alter haben kann ist Gesundheit, Soziale Kontakte und freies Vermögen. Menschen kommen einen auch in der Mietswohnung besuchen.

    Aber letztlich ist jeder für sein Vermögen selber verantwortlich und muss sich damit wohlfühlen.

    Auch das Erbe sollte bedacht werden. Ein Depot ist wesentlich einfacher zu vererben und Aufzuteilen als eine Immobilie.

  • Hans-Joachim, ist das eine Wohnung, die Du bis zum Lebensende bewohnen möchtest und auch kannst? Beispielsweise kann eine Wohnung im Dachgeschoss ohne Aufzug mal ziemlich lästig werden, auch wenn Du jetzt die Dachterrasse ganz toll findest.

    Wie lange wirst Du noch so viel monatlich verdienen und wie viel davon könntest Du nach dem Kauf der Wohnung monatlich sparen, um Dein dann ja ziemlich geschrumpftes Kapital wieder aufzubauen?

  • ist es sinnvoll ...

    Der Sinn liegt oftmals im Auge des Betrachters ...

    Sowohl zu der subjektiven Seite (z. B. Deinem Alter, 4.400 € netto als monatliches Erwerbseinkommen (oder schon Rente bzw. Alterseinkommen), später zu erwartendes Alterseinkommen, bisherige Miete usw. als auch der objektiven Seiten (marktgerechter Preis der ETW (Kriterium u. a. Anzahl Jahres-Netto-Kaltmieten (JNK)), dauerhaft nutzbar auch im Alter (Aufzug, barrierefrei, Balkon, TG-Platz), auch bezüglich der Lage (Infrastruktur), Zustand vs Höhe der Instandhaltungsrücklage usw.) sind da zu wenig Angaben vorhanden, um seriöse und konkrete Hinweise geben zu können.

    Vorab daher im Allgemeinen:

    und zum anderen ist ein Eigenheim (oder auch "nur" Wohneigentum in Form einer ETW) in aller Regel eine Melange aus "Lebensstil und Konsum" einerseits und "Vermögensaufbau und Altersvorsorge" andererseits; mit im Einzelfall (durchaus sehr) unterschiedlicher Gewichtung der beiden Aspekte. Über diese meist "Zwitterstellung" von selbst genutzten Immobilien sollte man sich jedenfalls bewußt sein.

    Ganz generell:

    Selbst genutztes Wohneigentum würde ich nur in Betracht ziehen, wenn man dauerhaft oder zumindest sehr lange mit zudem hoher Wahrscheinlichkeit seinen Wohnort nicht wechseln wird (will, muß). Allein schon wegen der hierzulande hohen bis exorbitanten Kaufnebenkosten bei Immobilien (Grunderwerbssteuer, Notargebühren, Kosten Grundbuchamt, ggf. Maklercourtage).

    In (eher) strukturschwachen Gegenden würde ich tendenziell eher zum Mieten raten und/oder den Kauf noch sorgfältiger prüfen, als dies ohnehin schon angezeigt ist. Hier beispielsweise in der Stadt (Großstadt in einem gefragten Ballungsgebiet) ist für den genannten Preis jedenfalls eine solche Wohnung (70 qm) in guter Lage, mit passender Ausstattung und gutem Zustand nicht zu bekommen.

    Um aus den vielen Pro und Contra nur einige typische zu erwähnen:

    Zwar nicht völlig kostenfreies (Hausgeld) aber immerhin völlig mietfreies Wohnen allein ist noch keine auskömmliche Altersvorsorge. Daneben braucht es ein solides sprich auskömmliches Ruhestandseinkommen und/oder auch ausreichend freies (nicht in der ETW gebundenes) Kapital (je nach Objekt und Höhe der Instandhaltungsrücklage können Sonderumlagen anfallen). Als Eigentümer muß man sich (je nach Objekt und Objektart) zudem in der Regel etwas mehr kümmern als ein vergleichbarer Mieter. Das ist also auch eine Frage der Einstellung (Typfrage). Bei eher geringem (Alters)Einkommen und eher (sehr) überschaubaren sonstigen Mitteln kann selbst eine lastenfreie ETW zu einem Klumpenrisiko werden. Einerseits.

    Zwar nicht völlig kostenfreies (Hausgeld) aber immerhin völlig mietfreies Wohnen gehört zu den ganz wenigen Dingen, die hierzulande (noch jedenfalls) nicht besteuert werden. Als Wohnungseigentümer bleibt man zudem von (aus Mietersicht unerfreulichen) Themen wie kontinuierlichen Mieterhöhungen (ein Thema insbesondere in attraktiven und nachgefragten Städten und Regionen) und/oder Eigenbedarfskündigungen (samt Umzug, Wohnungssuche, Kosten) verschont. Der Zwangsspareffekt (bei einer Finanzierung) bzw. die nicht schnelle Angreifbarkeit der in der ETW ruhenden Mittel (Ankauf ohne Finanzierung) können für eher unsichere über nicht besonders disziplinierte bis konsumfreudige Kantonisten ein Vorteil sein. Andererseits.


    hans-joachim55 Dir gute Gedanken und danach ebensolche Entscheidungen !

  • Bei 1000€ Kaltmiete kann man auch 25 Jahre in der Wohnung leben

    1.000,- kalt für 25 Jahre ;) da stelle ich den 50-Jährigen vor der eine 1 1/2 Zimmer-Studentenbude bei uns in München bewohnt. Für mehr reichen kalt 1.000,- nämlich nicht.

    Für die meisten Gegenden in DE hast Du aber Recht.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Du hast die Grundsteuer übersehen.

    Eher nicht.

    Das würde mir auch schwerfallen, da ich diese seit > 50 Jahren selbst zahlen muß - bei meinen vermieteten Objekten ist die Grundsteuer dagegen auf die Mieter umlagefähig. Für meinen Teil hatte ich dabei den reinen Mietwert (ohne diese staatliche Abgabe) im Fokus.


    An einem meiner Wohnorte (Taunus/Hessen) wurde gerade die Grundsteuer (via verändertem Hebesatz) aktuell um schlanke rund 45% per annum erhöht ... Was das Geforderte und das dafür Gebotene (eine sich seit gut zwei Jahrzehnten permanent verschlechternde Infrastruktur inkl. ebensolchem ÖPNV) in ein noch schlechteres um nicht zu sagen bizarres Verhältnis setzt. Wie aus den gewöhnlich "gut unterrichteten Kreisen" der Stadtverwaltung zu hören war, wurde alternativ auch die weitere "Erhöhung der Gewerbesteuer diskutiert" - dies aber schließlich verworfen, da dann eine weitere "Abwanderung von Gewerbesteuerzahlern" wahrscheinlich ist und dagegen die "Leute mit einer Immobilie" (nomen est omen ...) "nicht abwandern können oder wollen" (jedenfalls nicht so einfach und zeitnah wie die Zahler der Gewerbesteuer) ...

  • Auf Sylt, auf Norderney, in Berlin oder in München würde ich kaufen.

    An der polnischen Grenze eher nicht.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Ein Hallo in die Runde,

    ist es sinnvoll eine eigentumswohnung zum selber drin wohnen 70 qm zu kaufen 301.000€ (incl. Nebenkosten) und bar zu bezahlen wenn man 380.000€ Kapital und monatlich 4.400 Netto, Hausgeld 330€ :/

    Danke für die Antwort

    Was sinnvoll ist, hängt von der Zielsetzung ab. Falls "günstiger Wohnen" das Ziel ist, sollte man rechnen und kalkulieren.

  • es ging um das mietfreie Wohnen im Eigentum, das nicht besteuert wird.

    Dieses Argument kam von 'Sovereign'. Dann kamst du mit dem Hinweis auf die Grundsteuer.
    Daraufhin habe ich ergänzt, dass die Grundsteuer nicht nur als Eigentümer bezahlt wird, sondern auch von Mietern, sofern die Wohnung vermietet wird.

    Und jetzt bin ich verwirrt, was du eigentlich mitteilen willst.

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