Renteneintritt

  • Ich wüsste nicht, warum die Rentenpunkte bei jemandem mit abgebrochener Erwerbsbiografie weniger wert sein sollten als die von jemand mit 45 Beitragsjahren. Das hat sich mir noch nie erschlossen. Wenn man dann noch bedenkt, dass diese Regelung zum großen Teil von gutverdienenden Männern genutzt werden, die sich alles andere als tot gearbeitet haben, finde ich es absolut konsequent, dieses Monstrum wieder abzuschaffen. Warum soll die alleinerziehende Mutter solche Schmarotzer durchfüttern?

    Was dümmeres habe ich in letzter Zeit hier im Forum nicht gelesen, jetzt sind es wieder die alten weissen Männer. Also es sollen die Leute zusätzlich bestraft werden die das ganze System erst am laufen halten, Leute die weniger oder nix in dieses System eingezahlt haben , sollen stärker profitieren. Dann sind wir da wo wir gerade stehen, Leistung bestrafen und Nichtleistung fördern. Sonst so ein paar tolle Ideen ?

  • Was dümmeres habe ich in letzter Zeit hier im Forum nicht gelesen, jetzt sind es wieder die alten weissen Männer. Also es sollen die Leute zusätzlich bestraft werden die das ganze System erst am laufen halten, Leute die weniger oder nix in dieses System eingezahlt haben , sollen stärker profitieren. Dann sind wir da wo wir gerade stehen, Leistung bestrafen und Nichtleistung fördern. Sonst so ein paar tolle Ideen ?

    Das was Du schreibst ist schlicht falsch.

    Es wird keiner bestraft wenn jeder anteilig zu seinen Rentenpunkten Rente bekommt.

    Am Laufen halten alle Leute das System, die einzahlen. Ob nun kurz wegen Krankheit oder Kindern oder lückenlos, weil Lehre + ununterbrochene Erwerbsbiografie ist egal.

    Wer nichts eingezahlt hat ins System wird schwerlich eine Rente bekommen, wenn man von Beispielen wie der Mütterrente absieht. Aber da steht auch eine Leistung für die Rente dahinter, oder?

    Leistung bestrafen und Nichtleistung fördern mag für einige Bereiche zutreffen. Beim Thema Rente bist Du da aber überwiegend schief gewickelt.

    Du solltest es statt mit Ideologie etwas stärker mit Fakten probieren, falls die Dir noch zugänglich sind.

  • Ich sehe es nicht so drastisch wie 90ProzentAktien, bin aber ziemlich sicher, dass auch viele SPD-Mitglieder die sog. Rente mit 63 inzwischen eher kritisch sehen. Gedacht war sie doch ursprünglich für Leute, die lange körperlich und/oder psychisch sehr anstrengende Arbeiten verrichtet haben. Dass sie tatsächlich von vielen (so vermute ich das; ob es einschlägige Statistiken gibt, weiß ich nicht) genutzt wird, um z.B. fast gleichzeitig mit Partner/Partnerin in Rente zu gehen oder weil man einfach keinen Bock mehr auf Arbeit hat, also quasi als "nice to have" - nee, so war das ziemlich sicher nicht gedacht.

    Ich halte den Sozialstaat für eine richtig gute Sache und bin froh, dass es ihn gibt, auch wenn ich selbst davon bisher nicht groß profitiert habe. Aber ich finde, für "nice to have" muss er nicht zuständig sein, und er würde sich damit auch selbst gefährden.

  • Ich sehe es nicht so drastisch wie 90ProzentAktien, bin aber ziemlich sicher, dass auch viele SPD-Mitglieder die sog. Rente mit 63 inzwischen eher kritisch sehen.

    Ich hatte absichtlich überspitzt formuliert, was anscheinend schwer verstanden wird. Und ja, es gibt Statistiken dazu. Es sind nicht die körperlich stark arbeitenden Dachdecker, denn die mussten ihren Job schon vorher aufgeben und verfügen nicht über die lückenlose Erwerbsbiografie. Es sind auch nicht die Mütter mit den Erziehungszeiten oder die Krankenschwestern mit dem Rückenschaden und nicht die Akademiker, bei denen die Ausbildungszeit nicht mitzählt. Es sind diejenigen, die überwiegend eine weder körperlich noch psychisch anstrengende Arbeit ausgeführt haben über 45 Jahre. Die haben sich auch nicht unbedingt ein Bein ausgerissen bei der Arbeit. Wieder überspitzt formuliert sind es die Sesselpupser, die hinterher eine hohe Lebenserwartung haben.

  • Wieder überspitzt formuliert sind es die Sesselpupser, die hinterher eine hohe Lebenserwartung haben.

    Wow, jetzt wird es aber polemisch! “Sesselpupser” (ich finde den Begriff unangebracht und despektierlich, denn ohne die vielen „Büromenschen“ würde das System auch nicht funktionieren) leiden heutzutage ebenfalls unter einer hoch verdichteten Arbeit, die von immer weniger Menschen erledigt werden muss. Die Folge ist eine starke Zunahme der psychischen Erkrankungen, die oft zu langen Krankschreibungen und Erwerbsunfähigkeit führen.

  • .. was verstehst du nicht an Wieder überspitzt formuliert im Kontext der vorherigen Posts? :/


    Ob überspitzt formuliert oder nicht… Sprache bewirkt etwas… und hier ist es nichts Gutes. Es macht die Diskussion unsachlich. Das ist meine Meinung. Ich finde das unschön und äußere das auch… ob es dir nun gefällt oder nicht 🤷🏼‍♀️

  • ...kannst du machen, stört mich auch nicht. Ich werde mich vermutlich damit abfinden müssen, dass die nachfolgende Generation sich immer öfter an einer pointierten Ausdrucksweise abarbeitet. Trotzdem werde ich dieses Mimimi hinterfragen, wenn ich Lust dazu habe.

    Was dümmeres habe ich in letzter Zeit hier im Forum nicht gelesen,

    Hier kannst du dann aber auch gleich deine Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Das finde ich nämlich unschön, da es eine Diskussion unsachlich macht und zusätzlich noch das Gegenüber herabsetzt.

  • ...kannst du machen, stört mich auch nicht. Ich werde mich vermutlich damit abfinden müssen, dass die nachfolgende Generation sich immer öfter an einer pointierten Ausdrucksweise abarbeitet. Trotzdem werde ich dieses Mimimi hinterfragen, wenn ich Lust dazu habe.

    Hier kannst du dann aber auch gleich deine Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Das finde ich nämlich unschön, da es eine Diskussion unsachlich macht und zusätzlich noch das Gegenüber herabsetzt.


    Ich nehme an, im letzten Absatz beziehst du dich auf einen Beitrag von Mischu und nicht von mir. Und obwohl ich eher zu deiner als zur nachfolgenden Generation gehöre (nicht mal eine Handvoll Jährchen Unterschied), sehe ich es eben nicht so, dass es hier um eine „Formsache“ geht, sondern dass der verwendete Ausdruck Menschen abwertet, die einer Bürotätigkeit nachgehen. Und damit ist es in meinen Augen kein „Mimimi“ oder Abarbeiten an einer pointierten Ausdrucksweise, wie du es nennst.


    Damit ist es für mich jetzt auch gut, denn das führt hierzu nichts.

  • ...kannst du machen, stört mich auch nicht. Ich werde mich vermutlich damit abfinden müssen, dass die nachfolgende Generation sich immer öfter an einer pointierten Ausdrucksweise abarbeitet. Trotzdem werde ich dieses Mimimi hinterfragen, wenn ich Lust dazu habe.

    Hier kannst du dann aber auch gleich deine Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Das finde ich nämlich unschön, da es eine Diskussion unsachlich macht und zusätzlich noch das Gegenüber herabsetzt.

    Les mal den ganzen Post und was ich noch davor geschrieben habe, dann verstehst du es vielleicht, will das alles nicht wiederhohlen. Nur lass ich mich nicht herabwürdigen weil ich männlich bin, aktuell in einem Büro sitze (als Handwerksmeister und viele Jahre auf dem Bau gewesen) und eine lückenlose Erwerbsbiografie habe, noch nie einen Tag Arbeitslos war und mir anhören muss (nicht nur hier, auch in den Medien) das ich das Problem bin und jetzt noch eine Schippe draufpacken soll, das Erwerbslose mit lücken in ihrer Biografie eigentlich besser gestellt werden müssten, die 15 Punkte von denen sind ja soviel Wert wie meine 50 Punkte. Ja, da flippt man manchmal schon aus.

    Noch ein Nachtrag, im Handwerk ist es nicht unüblich im Alter von 40 oder 50 Jahren ins Büro oder den Aussendienst zu wechseln wenn es wie bei mir körperlich nicht mehr geht, was meint ihr den wie man 45 und meistens noch mehr (bei mir dann 49 Jahre) bis zum 65sten zusammen b3kommt, in dem man sein leben lang in den Sessel pupst ?

  • Ich habe den ganzen Thread gelesen, mache ich eigentlich immer, wenn ich meine Gedanken einbringen will.
    Ich konnte eigentlich nicht erkennen, das du von irgendwem herabgewürdigt worden bist, aber das ist natürlich immer vom jeweiligen selbst und seinen Beschwernissen abhängig. Allerdings hattest du schon selbst einige Schärfe eingebracht mit dem Zitat des GG und deine daraus zu folgende Handlungsweise z.B..
    Deine Schlussfolgerungen kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen und deine o.a. Äußerungen dementsprechend auch nicht gutheißen. Das solls nun auch von mir dazu gewesen sein. :)

  • Och Leute, nun regt Euch mal wieder ab. Hier geht's doch um ein anderes Thema.

    Übrigens war ich mein ganzes Arbeitsleben lang praktisch durchgehend Sesselpupserin, was mich nicht dran gehindert hat, ziemlich hart zu arbeiten - wie das bei kleinen Selbständigen so ist: 40 Stunden pro Woche sind kein Problem, aber die nächsten 40 Stunden in derselben Woche fallen zunehmend schwer.

    Und ich bin nicht beleidigt, wenn mich jemand als Sesselpupserin bezeichnet - es stimmt ja! In egal welcher körperlich anspruchsvollen Tätigkeit wäre ich eine völlige Pfeife und ich habe Respekt vor Leuten, die sowas machen - und dabei oft schlechter bezahlt werden als die Sesselpupser.

  • […]

    In egal welcher körperlich anspruchsvollen Tätigkeit wäre ich eine völlige Pfeife und ich habe Respekt vor Leuten, die sowas machen - und dabei oft schlechter bezahlt werden als die Sesselpupser.

    Ich hingegen wurde erst Sesselpupser, nachdem mein Rücken mindestens so lädiert war wie der von Horst Schlämmer, so dass ich 1987 von der Arbeitsagentur auf Sesselpupsen umgeschult wurde. Am Ende war das für den Rücken aber auch nur ein Kompromiss.

    So haben alle ihr Päckchen zu tragen…;)

  • Da die Rente für besonders langjährig Versicherte ersatzlos gestrichen werden soll laut Kommission, lautet die Schlussfolgerung jungen Menschen zu empfehlen möglichst spät mit dem Arbeiten zu beginnen, da lange Beitragszeiten eh nicht mehr belohnt werden.

  • Da die Rente für besonders langjährig Versicherte ersatzlos gestrichen werden soll laut Kommission, lautet die Schlussfolgerung jungen Menschen zu empfehlen möglichst spät mit dem Arbeiten zu beginnen, da lange Beitragszeiten eh nicht mehr belohnt werden.

    Ganz schön daneben!
    Beitragszeiten und die dabei gezahlten Rentenbeiträge werden immer verrechnet in Rentenpunkte, egal ob man alt oder jung ist.
    Und wenn du genug Rentenpunkte gesammelt hast, kannst du ja evtl. früher in Rente gehen, mit Abschlägen soll das dann ja immer noch möglich sein.

  • Warum daneben ? Nehmen wir mal an es beinnt jemand mit 16 an zu arbeiten und hört mit 65 auf, wir nehmen weiter an die Person hätte ein RP pro Jahr erwirtschaftet, wären das 49 RP minus 14,4% Abzug nach dann evtl. neuer Regelung, also 41,94 Punkte. Wenn jemand mit 25 anfängt zu arbeiten bekommt er 42 RP abschlagsfrei mit 67. Warum sollte man sich Szenario eins den dann noch antun ? Hat die selbe RP Zahl und insgesamt 6 Jahre weniger gearbeitet. Ehrliche Antwort von dir.

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