Altersvorsorge ist sinnlos

  • Stelle Deine Fragen an unsere Finanztip-Experten

    So entnimmst Du Geld im Alter
    Expertengespräch am 22.10.2026

    Reicht mein Geld? So entnimmst Du aus Deinem Depot

    22.10.2026 - So entnimmst Du Geld im Alter

  • Jopp wer nicht vorgesorgt hat wird auf dem örtlichen Marktplatz aufgehangen. Belustigt den Pöbel und spart uns auch noch Geld. Oder wäre doch Zwangsarbeit besser

    Natürlich wird auf der üblichen schwarz-weiß-Skala gleich die eine Seite gefunden und sicherheitshalber noch ein Schritt weiter...

    Aber bevor das hier wieder den üblichen Verlauf nimmt, mal ein anderer Denkansatz: Mitte 20, kann sich Auto mit Spaßfaktor leisten bedeutet ja i.d.R. auch: Er hat ne Einnahmequelle, er hat ne Schulbildung und wohl auch Ausbildung absolviert.

    Was hat man ihm den in der Zeit, bis er gestern diesen Satz sagte, so alles an schulischer Finanzbildung und Wissen rund um die Altersvorsorge zukommen lassen? Und wäre das nicht eigentlich eine wichtige staatliche Stellschraube, auf die man sich auch unabhängig von politischer Denke noch einigen könnte (zumindest solange wir dazu keine Musterlehrpläne aufzustellen versuchen)?

  • Ich bin gerade gut am Vermögensaufbau und was man in der Politik als so für Ideen hat bereitet mir Sorgen.

    Irgendwie soll immer die Mittelschicht abgeschöpft werden, immer die, die sich etwas zusammensparen.

    Andererseits kenne ich auch Jemanden der die 40 geknackt hat und von der Hand in den Mund lebt, der hat 0 Altersvorsorge und bekommt auch keine Rente. Der verprasst jetzt alles mit beiden Händen und im Alter darf ihm der Staat alles zahlen weil er jeden Depp auffängt. Für den darf dann ich und ihr alle zahlen…

  • Andererseits kenne ich auch Jemanden der die 40 geknackt hat und von der Hand in den Mund lebt, der hat 0 Altersvorsorge und bekommt auch keine Rente. Der verprasst jetzt alles mit beiden Händen und im Alter darf ihm der Staat alles zahlen weil er jeden Depp auffängt. Für den darf dann ich und ihr alle zahlen…

    Und genau diesen Fall wird es zukünftig viel seltener geben nach der Umsetzung der Reformvorschläge. Für mich ist das das gute Recht der Gesellschaft sich davor zu schützen. Es muss keiner zu einer Luxusrente gezwungen werden, aber oberhalb von Grundrente wäre schon gut.

  • ... kenne ich auch Jemanden der die 40 geknackt hat und von der Hand in den Mund lebt, der hat 0 Altersvorsorge und bekommt auch keine Rente. Der verprasst jetzt alles mit beiden Händen und im Alter darf ihm der Staat alles zahlen weil er jeden Depp auffängt. Für den darf dann ich und ihr alle zahlen…

    Ja. Ist so und da kann man sich auch drüber ärgern. Aber die Alternative ist die Abschaffung des Sozialstaats, und das gefiele mir noch viel weniger.

    Selbst wenn ich auf das teils zusammengesparte, teils schlicht geerbte Vermögen höhere Steuern zahlen müsste als jetzt, ginge es mir immer noch viel besser als dem, der dann von Sozialhilfe (wie auch immer das jetzt gerade heißt oder später heißen wird) lebt. Das macht die Altersvorsorge für mich sinnvoll genug.

  • Genau so ist es, wie die regelmäßige Diskussion über eine Erhöhung der Erbschaftsteuer und eine Wiedererhebung der Vermögensteuer zeigt.

    Hier vergleichst du aber sehr unterschiedliche Vermögenswerte, gerade eine Vermögenssteuer würde in diesem Forum so gut wie niemand treffen, ebenso eine Erhöhung der momentanen Erbschaftsteuer. So lange Otto Normalverbraucher prozentual mehr Steuern zahlt als Multimillionäre oder gar Milliardäre läuft was falsch.

  • Natürlich wird auf der üblichen schwarz-weiß-Skala gleich die eine Seite gefunden und sicherheitshalber noch ein Schritt weiter...

    Aber bevor das hier wieder den üblichen Verlauf nimmt, mal ein anderer Denkansatz: Mitte 20, kann sich Auto mit Spaßfaktor leisten bedeutet ja i.d.R. auch: Er hat ne Einnahmequelle, er hat ne Schulbildung und wohl auch Ausbildung absolviert.

    Was hat man ihm den in der Zeit, bis er gestern diesen Satz sagte, so alles an schulischer Finanzbildung und Wissen rund um die Altersvorsorge zukommen lassen? Und wäre das nicht eigentlich eine wichtige staatliche Stellschraube, auf die man sich auch unabhängig von politischer Denke noch einigen könnte (zumindest solange wir dazu keine Musterlehrpläne aufzustellen versuchen)?

    Was ist denn deine Skalenfarbe?

    Die Ausgangslage ist ja das jemand nicht vorgesorgt hat und jetzt "fühlen" muss. Da er im Normalfall egal wie es kommt mindestens die Grundsicherung hat wäre das ja zu Lasten des Steuerzahlers. Soll ja vermieden werden. Bleibt also nur unter Grundsicherungsniveau zu fallen, was ja hierzilande gegen die Menschenwürde verstößt. Wenn das also ok ist, sind wir relativ schnell offen für alles.

    Deinen zweiten Abschnitt gehe ich aber komplett mit. Finanzierung in der Schule wäre sehr sinnvoll. Denke aber das wird entweder von der Finanzlobby torpediert oder selbst durchgeführt werden.

  • Ein sehr provokanter Titel, der natürlich nicht als ernst zu betrachten ist. Dennoch hatte ich heute wieder eine Situation, die mich zum Nachdenken gebracht hat.

    Kollege (Mitte 20) betreibt keine Altersvorsorge, Zitat: "Das ganze Geld wird ins Auto investiert". Geht das so weiter und steht in einigen Jahrzehnten dann die Rente an, könnte ich mir vorstellen, dass diese Personengruppe dann ganz laut nach dem Sozialstaat ruft und Unterstützung fordert.

    Ich weiß nicht, wie sich die Politik und das Weltgeschehen die nächsten Jahrzehnte entwickeln, aber es könnte durchaus sein, dass dann die "vermögenden" Menschen, die jahrzehntelang gespart und >500k für die Rente im Depot haben, zur Kasse gebeten werden.

    Das ist natürlich absolut kein Grund, jetzt das Depot aufzulösen, den Sparplan zu stoppen und alles Geld rauszuhauen. Jedoch stelle ich mir schon die Frage, ob meine Bedenken (teilweise) nicht berechtigt sind. Wie seht ihr das Thema oder denke ich vielleicht auch einfach zu negativ?

    Damit ist das Problem der freiwilligen Vorsorge bestens beschrieben, 9 von 10 sind dabei, aber der eine fällt irgendwann der Allgemeinheit zur Last. Gleiches gilt für die PKV, wieviele Leute wollen wenn’s teurer wird, wieder in die GKV zurück, weil die Rücklagen zB in ein Auto geflossen sind. In manchen Dingen ist eine Pflichtversicherung schon sehr sinnvoll.

  • Hier vergleichst du aber sehr unterschiedliche Vermögenswerte, gerade eine Vermögenssteuer würde in diesem Forum so gut wie niemand treffen, ebenso eine Erhöhung der momentanen Erbschaftsteuer.

    Da irrst Du meiner Meinung nach.

    Tatsächlich haben wir vor dem Hauskauf Anfang der 90er Vermögenssteuer zahlen müssen. Das war meiner Erinnerung nach ein niedriger 6stelliger DM Betrag.

    Und was die Erbschaftssteuer angeht, sind die Freibeträge lediglich bei Kindern und Ehepartnern hoch. Wer an Geschwister oder Neffen vererbt, ist schon kräftig betroffen. Freibeträge liegen bei 20k.

  • gerade eine Vermögenssteuer würde in diesem Forum so gut wie niemand treffen, ebenso eine Erhöhung der momentanen Erbschaftsteuer

    Beides würde mich voll treffen.

    Ich erbe deutlich über 400k. da sich meine Eltern mit einem unterdurchschnittlichen Gehalt aber viel Sparsamkeit Eigentum und gut Geld angespart haben.

    Auch habe ich Vermögen mit gerade jetzt erreichtem Mediangehalt und ebenso viel Sparsamkeit über 300k erreicht und in 10 Jahren vielleicht eine Million.

    Das ist alles von maximal Mediangehältern und einfachen Berufen schwer zusammengespartes Geld und da wird der Staat ordentlich was abschöpfen und sich für mein (zukünftiges) Vermögen auch sicher noch die ein oder andere Abgabe einfallen lassen.

  • Also 1995 lag die vermögenssteuer bei 0 5%(hoffe ki hat mir die richtige Zahl rausgeworfen😶) und einer Freigrenze von 120k DM. Wenn da jetzt jemand 100k+ gezahlt hat, finde ich kann man sich mit einem einem verbleibenden Vermögen von 19.9 Millionen DM nicht beschweren oder?

    Man muss ja auch nicht direkt bei der Millionen ansetzen und auch großzügig ein selbst genutztes Haus da nicht einbeziehen. Also die Ausgestaltung bietet da schon sehr viele Möglichkeiten um nicht den kleinen Mensch der gespart hat zu treffen.

    Kapital bringt ja sich seine Vorteile mit sich und dann darf man mMn auch Verantwortung übernehmen.

  • Wer an Geschwister oder Neffen vererbt, ist schon kräftig betroffen. Freibeträge liegen bei 20k.

    Nein, wer vererbt ist überhaupt nicht von der Erbschaftssteuer betroffen!
    Die Neffen oder Geschwister sind kräftig betroffen. Und das ist m.E. auch völlig richtig so.

    Ich erbe deutlich über 400k.

    Möglicherweise erbst Du irgendwann über 400K. ;)
    Und diese Summe gilt pro Elternteil und pro Kind. Also sind pro Kind schon mal 800K steuerfrei. Und wenn man es geschickt macht, kann man diese Beträge alle 10 Jahre ausnutzen.

  • Also 1995 lag die vermögenssteuer bei 0 5%(hoffe ki hat mir die richtige Zahl rausgeworfen😶) und einer Freigrenze von 120k DM. Wenn da jetzt jemand 100k+ gezahlt hat, finde ich kann man sich mit einem einem verbleibenden Vermögen von 19.9 Millionen DM nicht beschweren oder?

    Das habe ich vielleicht unglücklich ausgedrückt. Wir hatten ein Vermögen im niedrigen 6stelligen Bereich und mussten darauf Vermögenssteuer zahlen. Vom Empfinden her fanden wir das völlig unangemessen. Nach dem Hauskauf mussten wir nichts mehr zahlen.

    Ich kann mich nicht erinnern, wie genau damals Zinsen besteuert wurden. Aber ich weiß noch sehr genau, dass wir eine negative Rendite hatten in dem Jahr.

  • Naja, die Vermögenssteuer lag vor ihrer Absetzung bei 1%. Bei der Erbschaftsteuer sind 7% bei geringen Vermögen über den Freibetrag fällig, wenn man 2 Kinder zu bedenken hat, geht das Ganze bei 800k los, bei weitläufigen Verwandten sieht es natürlich anders aus, allerdings habe ich von meiner Tante mal geerbt, da ich mit ihrem Vermögen nichts zu tun hatte, habe ich mich eher gefreut als mich über die Steuern zu ärgern. In einer intakten Familie kann man immer noch über eine vorzeitige Schenkung nachdenken, wenn das 10 Jahre vor dem Tod eintritt, hat man das doppelte Steuerfrei. Mir ist trotzdem klar, dass hier die Meinungen auseinander gehen.

  • Was ist denn deine Skalenfarbe?

    Ich bewege mich überwiegend und am liebsten zwischen RAL 7000 und RAL 7050, mit einer leichten Tendenz zu den Farbtönen der ersten Hälfte bei politischen Themen, und denen aus der zweiten bei gesellschaftlichen Themen. Früher nannte man das vereinfacht mal "Mitte".

  • Kollege (Mitte 20) betreibt keine Altersvorsorge, Zitat: "Das ganze Geld wird ins Auto investiert". Geht das so weiter und steht in einigen Jahrzehnten dann die Rente an, könnte ich mir vorstellen, dass diese Personengruppe dann ganz laut nach dem Sozialstaat ruft und Unterstützung fordert.

    Ich weiß nicht, wie sich die Politik und das Weltgeschehen die nächsten Jahrzehnte entwickeln, aber es könnte durchaus sein, dass dann die "vermögenden" Menschen, die jahrzehntelang gespart und >500k für die Rente im Depot haben, zur Kasse gebeten werden.

    Mir sind diverse Protagonisten begegnet, die ähnlich und vergleichbar denken und handeln. Auch solche, die mit 30, 35 oder 40 Jahren - oder noch älter - immer noch so denken ... Darunter auch solche mit durchaus ordentlichem bis gutem Einkommen.

    Wie seht ihr das Thema ... ?

    Die private Absicherung existentieller Risiken und der Vermögensaubau war mir schon immer wichtig. Denn eine solide finanzielle Aufstellung schafft Möglichkeiten, eröffnet Freiräume und bietet zumindest eine gewisse Unabhängigkeit. Nicht zuletzt auch von der jeweiligen Obrigkeit.

    ... oder denke ich vielleicht auch einfach zu negativ?

    Aus meiner Sicht eher eine realistische Einschätzung.

    Jedoch stelle ich mir schon die Frage, ob meine Bedenken (teilweise) nicht berechtigt sind.

    Halte Deine Bedenken durchaus für berechtigt.

    Wie sowohl der Blick in die Wirtschaftsgeschichte als auch in die Geld-, Währungs- und Finanzgeschichte zeigt, besteht - als sozusagen "roter Faden" der Geschichte - stets die Gefahr, daß Staaten ihre Bürger (Untertanen) "in die Tasche greifen" und/oder (teilweise oder ganz) versuchen zu enteignen. Jedenfalls da oder die, wo was zu holen ist.

    Dies kann auf alle möglichen Arten und Weisen geschehen sprich eher indirekt, wie durch die orchestrierte Finanzrepression mit weit ins Negative verschobenen Realzinsen (siehe Eurozone 2010 - 2023) oder die ständige ausgeprägte Inflationierung des Geldes bis hin zu galoppierenden Inflationen oder Hyperinflation, via Währungsschnitten, Währungscrashs, Währungsreformen oder Staatspleiten. Der direkte Weg führt dagegen über Steuer, Gebühren und Abgaben, die sukzessive (immer) weiter erhöht werden und/oder schließlich - einer Betrachtung nach Steuern und Inflation - auch die Substanz betreffen.

    Sollte einen - nach meinem Dafürhalten - aber nicht davon abhalten private Altersvorsorge und Vermögensaufbau zu betreiben. Wie die Geschichte belegt, ist dabei aber stets eine gewisse Aufmerksamkeit und Umsichtigkeit angezeigt. Und zwar nicht nur gegenüber Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern aller Art sondern auch gegenüber dem staatlichen Papiergeld, dem Geldmonopol der Obrigkeit, Währungsexperimenten und dem Staat selbst.

    Wie der Blick in die Geschichte auch zeigt: Die Wahrscheinlichkeit dafür nimmt bei schlecht geführten Staaten zu.


    Heute früh im Radio gehört: Yasmin Fahimi - heute DGB-Chefin und davor für die SPD im Bundestag (nach meiner Erinnerung auch mal Generalsekretärin der SPD) - fordert "die Wiedereinführung der Vermögenssteuer", parallel eine "Vermögensabgabe für Reiche" (vermutlich ist damit nicht Katherina Reiche gemeint ...) sowie eine "höhere Besteuerung von Erbschaften". Zudem "höhere Spitzen- und Reichensteuersätze".

  • Das habe ich vielleicht unglücklich ausgedrückt. Wir hatten ein Vermögen im niedrigen 6stelligen Bereich und mussten darauf Vermögenssteuer zahlen. Vom Empfinden her fanden wir das völlig unangemessen. Nach dem Hauskauf mussten wir nichts mehr zahlen.

    Ich kann mich nicht erinnern, wie genau damals Zinsen besteuert wurden. Aber ich weiß noch sehr genau, dass wir eine negative Rendite hatten in dem Jahr.

    Ja ki hat mit jetzt auch die 1% rausgeworfen.

    Denke der Freibetrag von 120k DM ist auch in den 90ern einfach ziemlich gering gewesen. Zusammen veranlagt 240k ist auch dürftig. Da würde ich deine Wahrnehmung teilen.

    Stelle mir bei sowas auch immer ein Depot vor das zur Vorsorge im Alter dient. Da hat man ja relativ schnell mehrere 100k zusammen, wenn man mit einer vernünftigen Sparquote und Zeit agiert. Da jetzt nochmal Steuern zu bezahlen wäre in meinen Augen nicht Sinn der Sache. Was heute das Depot ist, war ja bei vielen vor Jahrzenten mal das Sparbuch.

    Dennoch denke ich die Schere klafft weit und wer viel hat kann auch etwas mehr geben. Eine gut ausgestattete Vermögenssteuer wäre eine gute Möglichkeit.


    Um den Bogen zurück zim TE zu schlagen. Ich finde Altersvorsorge nicht sinnlos. Klar wäre es sinnvoll wenn es alle machen (könnten). Solche Beispiele mag man nicht und ich habe auch keine Lust für jemanden zu zahlen der einfach nur verpasst. Dennoch wurde des öfteren die Lernkurve erkannt, die durchaus noch möglich ist. Ich selbst hatte lange Zeit kein Geld um vorzusorgen. Hatte aber auch bis Mitte 30 nur in geringen Maßen daran gedacht. Rente ist da wirklich sehr weit Weg und abstrakt, außerdem ist das auch eine Drangphase im Leben. Erstes eigenes Geld wird verdient, ausziehen, Konsum selbst in Hand haben. Da sind selten alle Entscheidungen rational, vernünftig und langfristig. Heißt aber auch nicht das es schlecht ist, wer konsumiert kurbelt ja die heimische Wirtschaft an.😉

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen