Altersvorsorge ist sinnlos

  • Ein sehr provokanter Titel, der natürlich nicht als ernst zu betrachten ist. Dennoch hatte ich heute wieder eine Situation, die mich zum Nachdenken gebracht hat.

    Kollege (Mitte 20) betreibt keine Altersvorsorge, Zitat: "Das ganze Geld wird ins Auto investiert". Geht das so weiter und steht in einigen Jahrzehnten dann die Rente an, könnte ich mir vorstellen, dass diese Personengruppe dann ganz laut nach dem Sozialstaat ruft und Unterstützung fordert.

    Ich weiß nicht, wie sich die Politik und das Weltgeschehen die nächsten Jahrzehnte entwickeln, aber es könnte durchaus sein, dass dann die "vermögenden" Menschen, die jahrzehntelang gespart und >500k für die Rente im Depot haben, zur Kasse gebeten werden.

    Das ist natürlich absolut kein Grund, jetzt das Depot aufzulösen, den Sparplan zu stoppen und alles Geld rauszuhauen. Jedoch stelle ich mir schon die Frage, ob meine Bedenken (teilweise) nicht berechtigt sind. Wie seht ihr das Thema oder denke ich vielleicht auch einfach zu negativ?

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

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  • Ich weiß nicht, wie sich die Politik und das Weltgeschehen die nächsten Jahrzehnte entwickeln, aber es könnte durchaus sein, dass dann die "vermögenden" Menschen, die jahrzehntelang gespart und >500k für die Rente im Depot haben, zur Kasse gebeten werden.

    Genau so ist es, wie die regelmäßige Diskussion über eine Erhöhung der Erbschaftsteuer und eine Wiedererhebung der Vermögensteuer zeigt.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Mit Vermögen ermöglichst du dir Konsum in der Zukunft.

    Dein Kollege konsumiert mit seinem Auto jetzt.

    Muss halt jeder selber wissen was er mit seinem Geld macht.

    Ich betreibe keine Altersvorsorge sondern Vermögensaufbau.

    Nicht sorgen, sondern aufbauen.

  • Ich muss mich korrigieren, ich betreibe auch Vermögensaufbau, keine reine Altersvorsorge. Bei besagtem Kollegen findet aber auch kein wirklicher Vermögensaufbau statt..

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  • Bei besagtem Kollegen findet aber auch kein wirklicher Vermögensaufbau statt..

    Das war bei mir mit Mitte 20 ähnlich... ja, ich hatte natürlich damals ein Prämiensparen usw. aber vorrangig war erstmal unabhängig zu sein und das Leben leben.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Das war bei mir mit Mitte 20 ähnlich... ja, ich hatte natürlich damals ein Prämiensparen usw. aber vorrangig war erstmal unabhängig zu sein und das Leben leben.

    Der Übergang kann aber fließend sein. Also man kann je nach Situation das Leben genießen und nebenbei Vermögen aufbauen. Extreme gibt es dann in beide Richtungen ;)

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  • Die Gefahr besteht immer, dass man von seinen Ersparnissen abgeben muss. Und es kann einen schon ärgern, wenn manche Leute anscheinend zielstrebig auf ihre Armut zusteuern.

    Was ist das Fazit daraus? Man darf den Menschen nicht zu viel Freiheiten lassen bei der Altersvorsorge.

  • Ein sehr provokanter Titel, der natürlich nicht als ernst zu betrachten ist. Dennoch hatte ich heute wieder eine Situation, die mich zum Nachdenken gebracht hat.

    Kollege (Mitte 20) betreibt keine Altersvorsorge, Zitat: "Das ganze Geld wird ins Auto investiert". Geht das so weiter und steht in einigen Jahrzehnten dann die Rente an, könnte ich mir vorstellen, dass diese Personengruppe dann ganz laut nach dem Sozialstaat ruft und Unterstützung fordert.

    Ich weiß nicht, wie sich die Politik und das Weltgeschehen die nächsten Jahrzehnte entwickeln, aber es könnte durchaus sein, dass dann die "vermögenden" Menschen, die jahrzehntelang gespart und >500k für die Rente im Depot haben, zur Kasse gebeten werden.

    Das ist natürlich absolut kein Grund, jetzt das Depot aufzulösen, den Sparplan zu stoppen und alles Geld rauszuhauen. Jedoch stelle ich mir schon die Frage, ob meine Bedenken (teilweise) nicht berechtigt sind. Wie seht ihr das Thema oder denke ich vielleicht auch einfach zu negativ?

    Hm, regelmäßig sind die Dinge, die die Menschen sagen, nicht deckungsgleich mit den Dingen, die die Menschen tun.

    Außerdem würde ich den Menschen auch jenseits von Mitte 20 eine Lernkurve zutrauen.

  • Ich lese solche Ansätze immer häufiger, die mit "wozu noch..." beginnen. Natürlich kann man arbeitslos, krank oder pflegebedürftig werden und dann nach ein paar Jahren genauso dastehen wie jemand, der in Saus und Braus gelebt hat.

    Es kann aber auch anders laufen, dann hat man mit eigenem Vermögen in vielen Lebensbereichen mehr selbstbestimmte Möglichkeiten.

    Für Menschen, die bewusst nicht vorsorgen, bleibt dann nur das sichere Schicksal einer spärlichen Grundversorgung und das Gefühl, immer von Anderen abhängig zu sein. Ich finde das nicht erstrebenswert.

    Man kann nur von den Menschen etwas holen, die etwas haben. Hier jedoch nur von der Mittelschicht, die sich noch nicht die Liechtenstein Stiftung der Gerd Kommer Vermögensverwaltung o.ä. leisten kann.

    Dennoch bleibt es dabei, lieber habe ich etwas Vermögen und zahle darauf Abgaben, anstatt gar keine Reserven zu haben.

  • Außerdem würde ich den Menschen auch jenseits von Mitte 20 eine Lernkurve zutrauen.

    Das ist völlig korrekt. Sofern die Situation desjenigen nicht hoffnungslos ist, wird sich die Mehrheit früher oder später besinnen. Manch einer fängt dann mit Ende 50 an zu sparen, andere schaffen die Kurve deutlich früher. Sinnvolles Planen ist nicht jedem in die Wiege gelegt.

    Aber wir kennen auch die Fälle, die auch hier immer wieder aufschlagen und versuchen "das Erbe" bei Pflegebedürftigkeit zu retten. Eine Mentalität, sich auf Kosten der Allgemeinheit durchzuschlagen.

    Und dann gibt es diejenigen, die die Kurve irgendwie nicht schaffen. Das kann der kleine Selbständige sein, der nie so wirklich in die Gewinnzone vorstößt und jahrzehntelang von der Hand in den Mund lebt. Aber natürlich gibt es auch die Verschwender die beispielsweise überzeugt davon sind, sowieso nicht älter als 70 zu werden.

    Deshalb bleibe ich bei meiner Auffassung. Es ist gut, wenn die Leute gezwungen werden, zumindest ein Minimum vorzusorgen.

  • Mal von mir, bis mitte 30 habe ich auch einfach nur versucht zu leben, Altersvorsorge war da nie ein Thema, und ehrlich gesagt bin ich froh das getan zu haben, es war mir das Wert ! Habe daher auch erst ab diesem Alter angefangen erst mal mein Humankapital deutlich zu erhöhen, sprich Jobs mit deutlich mehr Gehalt und natürlich auch mehr Verantwortung und die ersten Gehversuche mit Riester/Direktversicherungen. dann das Elternhaus gekauft und renoviert etwas später kam ich auf den Gedanken Edelmetall könnte nicht das schlechsteste sein und dann kamen irgendwann noch ETF dazu. Riester ruht schon lange (bin halt wie viele auf die Versprechungen reingefallen). Jetzt mit 58 Jahren habe ich wohl nicht alles falsch gemacht, Eigenheim sollte auch mit 65 bezahlt sein, so der Plan. Der plan war ebenfalls mit 65 abschlagsfrei in Rente zu gehen, mal schauen ob das klappt oder ob ich noch was dranhängen muss.

    Jedenfalls kann ich jungen Menschen nur raten auch mal das Leben zu genießen, der Alltag kommt schneller als man schauen kann.

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