Viele unterschiedliche deutsche Einzelwerte geerbt - was tun?

  • Hallo,

    ich habe ein Depot mit vielen Einzelwerten geerbt, einige ETFs sind auch dabei. Den einen oder anderen Einzelwert würde ich erst einmal behalten wollen, aber bei den meisten anderen Werten tendiere ich zum Abstoßen. Das muss - gerade bei den im Moment sehr gebeutelten Automobilwerten - nicht sofort sein, möglicherweise erholen sich die Werte in den nächsten ein bis drei Jahren etwas. Den Erlös würde ich dann beispielsweise in ETFs auf den MSCI World investieren. Angewiesen bin ich auf das Geld nicht.

    Bei den Einzelwerten handelt es sich um Automobilaktien, Energiewerte, aber auch um die Deutsche Telekom, Deutsche Bank und Commerzbank, BASF, Bayer, Vonovia und Siemens Healthineers

    Die ETFs sind überwiegend breiter gestreut. Unsicher bin ich mir bei den Themen-ETFs DBX1SF (Xtrackers MSCI Europe Financials ) und A0H08F (iShares STOXX Europe 600 Construction & Materials)

    Was würdet Ihr mit den o.g. Werten machen? Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar!

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    Depot ausmisten und ETFs verkaufen
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    ETF verkaufen? So mistest Du Dein Depot aus

  • Genaue Angaben wären da hilfreich.

    Bei deiner Auflistung habe ich nichts gelesen, was ich länger als nötig halten würde. Auch die Themen ETF können weg. Alles umschichten in MSCI World. Ggf aus steuerlichen Gründen über mehrere Jahre strecken. Oder gleich weiter verschenken.

    Das muss - gerade bei den im Moment sehr gebeutelten Automobilwerten - nicht sofort sein, möglicherweise erholen sich die Werte in den nächsten ein bis drei Jahren etwas.

    Ich sehe keinen Grund warum die stärker als der gesamte Markt wachsen sollten. Daher weg damit .

    Zuerst WP mit Verluste verkaufen, dann die mit Gewinnen. Dann gibt es weniger hin und her mit den Steuer Töpfen.

  • Den einen oder anderen Einzelwert würde ich erst einmal behalten wollen, aber bei den meisten anderen Werten tendiere ich zum Abstoßen. Das muss - gerade bei den im Moment sehr gebeutelten Automobilwerten - nicht sofort sein, möglicherweise erholen sich die Werte in den nächsten ein bis drei Jahren etwas.

    Die würde ich als erste verkaufen. Bis die Konzerne die Kurve zum massentauglichen E-Auto gekriegt haben, sind die Autobahnen schon alle aufgeplatzt.

    Dann lieber das Geld in ETFs stecken, die jetzt schon steigen.

  • immer wieder die gleichen Fragen: Um welche Summen handelt es sich? Deine Anlageziele? Dein Anlagehorizont? Deine Risikotragfähigkeit?

    Ich würde mir eine Gesamtstrategie für meinen Vermögensaufbau überlegen und die geerbten Einzelwerte und ETFs danach ausrichten. Vielleicht dafür auch mal das Buch von Saidi lesen.

    Beim Verkauf auch auf die Steuern achten. Freibetrag ausgeschöpft? Verlustvortrag nutzen?...

  • Ein FTSE All World ETF wäre auch eine Überlegung wert. Die Themen-ETF verkaufen.

    Was Einzelaktien anbelangt, ich schau für einen Überblick gerne bei finanzen.net, bei onvista und aktienfinder.

    Und vielleicht auch auf Dividenden schauen.

  • Hallo,

    ich habe ein Depot mit vielen Einzelwerten geerbt, einige ETFs sind auch dabei. Den einen oder anderen Einzelwert würde ich erst einmal behalten wollen, aber bei den meisten anderen Werten tendiere ich zum Abstoßen.

    Stell dir mal vor, du hättest kein Depot, sondern Bargeld geerbt, das du jetzt in Wertpapieren anlegen möchtest.
    Was für Werte würdest du kaufen...?

    Das muss - gerade bei den im Moment sehr gebeutelten Automobilwerten - nicht sofort sein, möglicherweise erholen sich die Werte in den nächsten ein bis drei Jahren etwas.

    Vielleicht erholen sich die Kurse dieser Aktien - vielleicht aber auch nicht ....
    Wie lange würdest du warten wollen...?

    Den Erlös würde ich dann beispielsweise in ETFs auf den MSCI World investieren.

    ... siehe erste Antwort "...stell dir vor, du hättest Bargeld geerbt....

    Die ETFs sind überwiegend breiter gestreut. Unsicher bin ich mir bei den Themen-ETFs DBX1SF (Xtrackers MSCI Europe Financials ) und A0H08F (iShares STOXX Europe 600 Construction & Materials)

    ThemenFonds und ThemenETFs können vielleicht das "Salz in der Suppe" sein - ich persönlich halte davon genau so wenig wie Micha-1 da du als Anleger damit einem Trend hinterherläufst, während andere bereits abkassiert und weitergezogen sind....

  • Ich würde mir eine Aufstellung mit den Kaufpreisen der jeweiligen Papiere machen. Für die Einzelwerte und auch ETF, die du verkaufen möchtest, Verkaufsaufträge mit Limits erstellen. Das Limit so wählen, das du deinen erreichbaren Wunschkurs bekommst, wenn der Verkauf zustande kommt, also kein abstrus hohes Limit einstellen.
    Wie schon erwähnt, Papiere zuerst verkaufen, die Verluste einbringen. Darauf achten, dass Verluste bei Aktien und Verluste von ETF nicht mit Gewinnen der jeweils anderen Kategorie verrechnet werden können.

  • möglicherweise erholen sich die Werte in den nächsten ein bis drei Jahren etwas. Den Erlös würde ich dann beispielsweise in ETFs auf den MSCI World investieren.

    Dieser Gedanke "abzuwarten bis die Werte sich möglicherweise erholt haben" ist menschlich, aber irrational. Es ist rational betrachtet klüger, alles sofort zu verkaufen und auf deine gewünschte Ziel-Allokation umzustellen. Lediglich steuerliche Aspekte kann man dann bei der Umsetzung dieses Vorhabens noch berücksichtigen.

  • Boersenfeger: Ja, daran habe ich auch schon gedacht, dass ich mir die Kaufpreise mal raussuchen müsste, darüber sollten auch noch Unterlagen vorhanden sein. Bei einigen (vor allem den Automobilwerten) habe ich das auch schon stichprobenartig getan und ich kann mir bei den gegenwärtigen Kursen kaum vorstellen, dass wir die Kaufpreise des Erblassers noch mal sehen, zumindest nicht in den nächsten Jahren.

    Davon aber abgesehen: Selbst, wenn es wehtut, die aktuellen Kurse mit den Kaufpreisen zu vergleichen, ist es ob der relativen Perspektivlosigkeit, die Einstiegskurse in absehbarer Zeit noch mal wiederzusehen, wahrscheinlich doch besser, einigermaßen emotionslos verkaufen. Hier kommt es ja nicht auf eine Woche an, aber an besseren Tagen ( und mit Limit, wie Du schon geraten hast) wäre ein Verkauf vielleicht nicht schlecht. Als (nicht starres) Ziel, alle für mich nicht in Frage kommenden Werte verkauft zu haben, wäre das Jahresende. Es fällt mir mit der Emotionslosigkeit etwas leichter, weil ich die meisten Werte gar nicht erst gekauft hätte. Aber ganz schmerzfrei bin ich da auch nicht ;)

    Die mit den Verlusten zuerst... mache ich, sind die meisten!

    Pfennigbaron: Kannst Du den Sachverhalt etwas erläutern? Davon weiß ich leider überhaupt nichts.

    Saarlaender und SvenM: Was meint Ihr mit den steuerlichen Aspekten?

  • Kannst Du den Sachverhalt etwas erläutern? Davon weiß ich leider überhaupt nichts.

    "Da die Dividende der Deutschen Telekom in vollem Umfang aus dem steuerlichen Einlagekonto im Sinn des § 27 des Körperschaftsteuergesetzes geleistet wird, erfolgt die Auszahlung ohne Abzug von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag. Bei inländischen Aktionären unterliegt die Dividende nicht der Besteuerung. Eine Steuererstattungs- oder Steueranrechnungsmöglichkeit ist mit der Dividende nicht verbunden. Die Ausschüttung mindert allerdings nach Auffassung der deutschen Finanzverwaltung die steuerlichen Anschaffungskosten der Aktien."

    https://www.telekom.com/de/investor-re…aktie/dividende

    D.h. die Besteuerung der Dividenden holt man beim Verkauf nach, da man wegen des niedriger gerechneten Anschaffungspreises mehr Gewinn angerechnet bekommt.

  • Ja, einige wenige Käufe waren vor 2009, danke für den Hinweis.

    Je nachdem um welche Anlage es sich handelt, kann es Sinn machen diese dauerhaft zu halten bis der eigene Freibetrag von 100.000 EUR Gewinn aufgebraucht ist.

    Ich habe bspw. seit 2007 einen Altbestands-Aktien-ETF mit für heutige Verhältnisse unfassbar hoher TER von 0,65%. Trotzdem ist es günstiger für mich diesen noch eine Weile zu halten, als in einen kostengünstigere ETF umzuschichten.

  • In jedem Falle solltest du überprüfen, ob der aktuelle Broker halbwegs kostengünstig ist.

    Kann man bei dem Broker die Einstandskurse sehen?

    Das wären zwei Gründe für einen Depotübertrag.

    Wer es einfach, leistungsfähig und halbwegs günstig will: Flatex.

    Da man Veräußerungsverluste mit Veräußerungsgewinnen verrechnen kann, sollte man diese kennen. Dazu sind Einstandskurse und das Einstandsdatum notwendig.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Mir geht das ganze hier reichlich durcheinander.

    Zuerst mal eine Liste aller Wertpapiere mit Kaufdatum + Kurs + aktuellem Wert erstellen.

    Erst dann kann man vernünftige detaillierte Überlegungen anstellen. Eine Telekom von vor 2009 würde ich beispielsweise nicht verkaufen. Eine Automobilaktie neueren Datums aber sofort (mit Limit). Mit dem A0H08F (iShares STOXX Europe 600 Construction & Materials) hast Du sogar einen recht erfolgreichen Themenfonds dabei. Angesichts der ganzen anstehenden Infrastrukturmaßnahmen in Europa vielleicht ein Minizock wert.

    Die Strategie: Wieder Erreichen von Einstandskursen oder vorherigen Höchstkursen ist erwiesener maßen eine schlechte Strategie. Auf diese Art behältst Du die Loser und verkaufst die Gewinner.

    Bei welcher Bank liegt das Depot derzeit und welche Konditionen hast Du dort für den Verkauf? Falls nein wäre Flatex tatsächlich eine Überlegung wert, weil Du dort die steuerlichen Details sehen kannst.

  • Hallo,

    Bei den Einzelwerten handelt es sich um Automobilaktien, Energiewerte, aber auch um die Deutsche Telekom, Deutsche Bank und Commerzbank, BASF, Bayer, Vonovia und Siemens Healthineers

    Die Werte würde ich verkaufen, wenn es keine Altbestände (vor 2009) sind. Siemens Healthineers könnte man noch kurz beobachten. Der Deutsche Aktienmarkt ist weiterhin allenfalls mittelmäßig.

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