Steuerreform 2027

  • Ich zitiere hier dein Statement, auf das sich meine Ausführungen bezogen. Vielleicht hilft das, den Faden wiederzufinden?

    „Auch auf die Gefahr hin, mich wieder unbeliebt zu machen: Belastet werden diejenigen, die Mitglieder des Systems sind. Gutverdiener, Privatiers etc. sind keine Nutznießer des Systems, von daher halte ich es auch für folgerichtig, dass sie nicht mit dessen Kosten belastet werden.“

    Ah, jetzt verstanden. Das bezog sich aber nur auf die Sozialsysteme. Für Steuern gilt das selbstverständlich nicht.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Videokurs – Finanztip Academy
    Steuern sparen bei der Geldanlage
    Recht & Steuern 10 Kapitel

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  • Die Möglichkeit über ein (endlich) wieder anspringendes Wirtschaftswachstum und ein sich von nahe Null weg bewegendes Potentialwachstum

    Und wie kommen wir da hin?

    Meine Lieblingsfrage an dieser Stelle ist, wann es die letzte bahnbrechende Innovation eines deutschen Autoherstellers gab. (Gemeint ist nicht irgendeine Fancy Kühlerplatte mit Sternchen, sondern echte Innovation, die das Produkt "Auto" siginifikant nach vorne bringt.)

    Vielleicht kommt man darüber an den Punkt, dass das Problem nicht darin liegt, dass ein Unternehmen Steuern zahlt und irgendwelche Daten, die ohnehin vorliegen, irgendwohin schicken muss.

  • Auch auf die Gefahr hin, mich wieder unbeliebt zu machen: Belastet werden diejenigen, die Mitglieder des Systems sind. Gutverdiener, Privatiers etc. sind keine Nutznießer des Systems, von daher halte ich es auch für folgerichtig, dass sie nicht mit dessen Kosten belastet werden.

    Deutlich unsozial. Steuervorteile nutzen, die anderen nicht zur Verfügung stehen. Sich arm rechnen und vom Zinseszins des Vermögens profitieren. Etwas, das andere erst überhaupt nicht erreichen können. Der Egotrip der Neoliberalen.

  • Ah, jetzt verstanden. Das bezog sich aber nur auf die Sozialsysteme. Für Steuern gilt das selbstverständlich nicht.

    Aus dieser Diskussion würde ich primär lernen, dass es der Diskussion und folglich auch möglichen Lösungen nicht gut tut, wenn/dass es die Möglichkeit gibt, sich aus den Sozialsystemen auszuklinken.

  • Und wie kommen wir da hin?

    Meine Lieblingsfrage an dieser Stelle ist, wann es die letzte bahnbrechende Innovation eines deutschen Autoherstellers gab. (Gemeint ist nicht irgendeine Fancy Kühlerplatte mit Sternchen, sondern echte Innovation, die das Produkt "Auto" siginifikant nach vorne bringt.)

    Vielleicht kommt man darüber an den Punkt, dass das Problem nicht darin liegt, dass ein Unternehmen Steuern zahlt und irgendwelche Daten, die ohnehin vorliegen, irgendwohin schicken muss.

    Mercedes ist tatsächlich führend im autonomen Fahren. Zumindest wenn mein Kenntnisstand noch aktuell ist.

    Deutlich unsozial. Steuervorteile nutzen, die anderen nicht zur Verfügung stehen.

    Welche sind das?

    Sich arm rechnen und vom Zinseszins des Vermögens profitieren.

    Arm rechnen funktioniert schon seit über 20 Jahren nicht mehr, man kann größtenteils nur noch Steuer stunden. Zudem ist es bei den weniger gut verdienenden ja so, dass man sich nicht arm rechnen muss, da man ja von vorne herein wenig oder keine Steuern zahlt.

    Etwas, das andere erst überhaupt nicht ereichen können.

    Ich kenne durchaus Menschen, die das erreicht haben. Ein Unternehmen gründen und damit erfolgreich zu werden ist aber sehr harte und entbehrungsreiche Arbeit. Das muss man wollen und auch das richtige Quäntchen Glück haben.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Aus dieser Diskussion würde ich primär lernen, dass es der Diskussion und folglich auch möglichen Lösungen nicht gut tut, wenn/dass es die Möglichkeit gibt, sich aus den Sozialsystemen auszuklinken.

    Dem würde ich zustimmen, wenn die Sozialsysteme denn auch so ausgestaltet wären, dass man darin gut versorgt wäre. Wenn ich zum Beispiel sehe, wie lange meine Eltern um eine Kur kämpfen mussten oder um bestimmte Untersuchungen, wenn ich sehe, dass ein Bürgergeldempfänger mehr Geld zur Verfügung hat als der Durchschnittsrentner, dann kann ich das denjenigen nicht verübeln, dass man sich ausklinkt.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Dem würde ich zustimmen, wenn die Sozialsysteme denn auch so ausgestaltet wären, dass man darin gut versorgt wäre. Wenn ich zum Beispiel sehe, wie lange meine Eltern um eine Kur kämpfen mussten oder um bestimmte Untersuchungen, wenn ich sehe, dass ein Bürgergeldempfänger mehr Geld zur Verfügung hat als der Durchschnittsrentner, dann kann ich das denjenigen nicht verübeln, dass man sich ausklinkt.

    Nein, verübeln kann man es nicht, wenn es jemand macht.

    Man kann es aber denen verübeln, die das so ermöglichen, u.a. weil sie selbst davon profitieren.

    Und am Ende sorgt es beim Durchschnittsbürger für Frust, weil er den Eindruck bekommt, dass es eine Regel gibt für die, die die Regeln machen und eine andere für alle anderen. Und dann sind wir beim oben angesprochenen sozialen Zusammenhalt.

  • Und am Ende sorgt es beim Durchschnittsbürger für Frust, weil er den Eindruck bekommt, dass es eine Regel gibt für die, die die Regeln machen und eine andere für alle anderen. Und dann sind wir beim oben angesprochenen sozialen Zusammenhalt.

    Richtig. Und das ist meines Erachtens ein Kommunikationsproblem - und zwar eins aller Regierungen der letzten 30 Jahre oder länger.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Darf man es jemanden verübeln, wenn er haltlose Behauptungen in den Raum stellt?

    In welchem Szenario soll der Bürgergeldempfänger denn mehr Geld haben als der Rentner (der im Zweifel auch Anspruch auf Grundsicherung hat)?

    Ja, wir haben es hier mit einer individuellen Problematik zu tun, fürchte ich.

    Und heute scheint der Mitteilungsstau besonders ausgeprägt zu sein.

  • Darf man es jemanden verübeln, wenn er haltlose Behauptungen in den Raum stellt?

    In welchem Szenario soll der Bürgergeldempfänger denn mehr Geld haben als der Rentner (der im Zweifel auch Anspruch auf Grundsicherung hat)?

    Rentner erhalten im Durchschnitt 1405 Euro, Rentnerinnen 905. (Quelle)

    Davon müssen sie Miete (in D duchschnittlich 10,84 bis 12,80, wir rechnen einfach mal am unteren Rand mit 11 Euro) und Nebenkosten(durchschnittlich 3,45 pro qm) bezahlen. Bei 50qm also 550 Euro Miete und 172,50 NK.

    Dem Rentner verbleiben somit noch 682,50, der Rentnerin noch 182,50.

    Der Empfänger von Grundsicherung (ehemals Bürgergeld) erhält 563 Euro. Miete und Nebenkosten wird übernommen. Damit steht er weit besser als die Rentnerin, die zugegebenermaßen Anspruch auf Grundsicherung im Alter hat. Der Rentner selbst hat ganze 119,50 mehr. Da es sich um einen Durchschnitt handelt, gibt es auch Rentner, die weiter unten liegen.

    Das ist eben der Populismus, der diese Gesellschaft gezielt spaltet.

    Wenn ich einen Denkfehler habe, gerne her damit.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Richtig. Und das ist meines Erachtens ein Kommunikationsproblem - und zwar eins aller Regierungen der letzten 30 Jahre oder länger.

    Ich sehe das Problem eher im Handeln. Bzw. im nicht-Handeln. Und darüber hinaus passen die vollmundigen Ankündigungen nicht zu den Minischrittchen, die dann gemacht werden.


    Man schaue sich das aktuelle Beispiel mal an:

    - Es wird der Untergang des Landes prophezeiht, wenn man nicht jetzt endlich handeln würde. (Die Frage, wie man nach 34 Jahren eigener Regierungszeit an diesen Punkt kommen konnte, wird völlig ausgeblendet.)

    - Es wird vollmundig ein großes Reformpaket angekündigt.

    - Details des Reformpakets werden bekannt. Parallel dazu wird verkündet, dass dieses Reformpaket den Standort Deutschland nachhaltig sichert (und sowieso auch den Untergang des Abendlandes abwendet).

    - Mehr und mehr Details des Pakets kommen an die Öffentlichkeit. Mehr und mehr Menschen bewerten die Inhalte und z.B. Jörg Leine (Finanztip) kommt im Posting auf Linked.in zum Ergebnis, dass dieses Paket letztlich nur eine leichte Anhebung der Grenze zum Spitzensteuersatz um 700 € enthält. Anderes (Anpassung des Grundfreibetrags) kommt sowieso jährlich.

    Und am Ende bleibt der geneigte Beobachter ratlos zurück. Steht der Untergang des Landes doch nicht direkt bevor, wenn so ein Paketleinchen die Rettung sein soll? Wird der Untergang um 2 Wochen aufgeschoben? Alles nur eine Luftnummer?

  • Ich sehe das Problem eher im Handeln. Bzw. im nicht-Handeln. Und darüber hinaus passen die vollmundigen Ankündigungen nicht zu den Minischrittchen, die dann gemacht werden.

    Genau das. Wer sich informiert weiß, dass das Problem dabei in der Koalitionsarithmetik und der deutschen Kompromissdemokratie liegt. Aber wer informiert sich heute noch? Und dann kommen eben die Blaubraunen um die Ecke und stellen das stark vereinfacht dar.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Wenn ich einen Denkfehler habe, gerne her damit.

    Das ist immer so eine Sache mit den Durchschnittszahlen, klar liegen viele Rentner unter dem Schnitt, aber brauchen die die Rente ? Kenne genug die Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte oder Vermögen haben und daher nur sehr wenige Rentenpunkte erworben haben, die brauchen die halt nicht wirklich, sind aber in der Statistik drin. Sinnvoller wäre eine Statistik wie viele Rentner wirklich zu mindestens 90% von ihrer Rente leben müssen und wie hoch dieser Schnitt wäre, das hätte deutlich mehr Aussagekraft. Glaube aber kaum das es solche Statistiken gibt.

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