GRV ungleich Investment

  • Aus ZEITonline übernommen:

    "Die Junge Union fordert ein Ende der abschlagsfreien Rente ab 63, findet dafür vorerst aber keine Mehrheit."

    Ggf. muss man bei der Planung des Ruhestandes berücksichtigen, dass es (vorerst gescheiterte) Pläne gibt, Sachen abzuschaffen, die es seit 11 Jahren nicht mehr gibt. 8o

  • Aber mal im Ernst, könnte man die derzeitige Regelung einfach so abschaffen? Immerhin gibt es ja noch Jahrgänge, die davon profitieren können.

    Probieren könnte man es, aber ich sehe keine Chance, dass der erste Fachjurist, der das sieht, nicht an seine Stirn tippt.

    Die Jahrgänge 1965 und jünger kannst Du schlechter stellen, die anderen müssten Vertrauensschutz bekommen. (Die Jahrgänge bis einschließlich 1967 wahrscheinlich auch.)

  • Probieren könnte man es, aber ich sehe keine Chance, dass der erste Fachjurist, der das sieht, nicht an seine Stirn tippt.

    Die Jahrgänge 1965 und jünger kannst Du schlechter stellen, die anderen müssten Vertrauensschutz bekommen. (Die Jahrgänge bis einschließlich 1967 wahrscheinlich auch.)

    Das mit dem Vertrauensschutz wird doch eh' nicht erst genommen. Die nachgelagerte Besteuerung wird doch auch immer höher. Und zwar für jeden. Egal, wie lange er vor 2005 schon vorversteuerte Beiträge geleistet hat.

  • Wenn ich Gesetze ändern will, dann sollte ich die richtigen Begriffe verwenden. (Sofern mir Kompetenz wichtiger ist als Populismus.)

    Die "richtigen" Begriffe zu verwenden dürfte immer indiziert sein.

    Scheint aber ganz offensichtlich im Politik-Sprech generell aus der Mode gekommen zu sein - angefangen von der Begrifflichkeit "Sondervermögen" (für neue Schulden) bis hin zur einer EU-Kommission als selbsternannten "Hüterin der EU-Verträge" (die dem hundertfachen Bruch derselben beiwohnt oder diesen sogar orchestriert).

  • Das mit dem Vertrauensschutz wird doch eh' nicht erst genommen. Die nachgelagerte Besteuerung wird doch auch immer höher. Und zwar für jeden. Egal, wie lange er vor 2005 schon vorversteuerte Beiträge geleistet hat.

    Das ist flächendeckend gefühlte Ungerechtigkeit. In den allermeisten Fällen ist die nachgelagerte Besteuerung günstiger für die Betroffenen. Nur wird regelmäßig verdrängt, dass das Netto seit Januar 2005 ein gutes Stück höher ist als bis Dezember 2004.

  • Das ist flächendeckend gefühlte Ungerechtigkeit. In den allermeisten Fällen ist die nachgelagerte Besteuerung günstiger für die Betroffenen. Nur wird regelmäßig verdrängt, dass das Netto seit Januar 2005 ein gutes Stück höher ist als bis Dezember 2004.

    Die Tatsache, dass man beim Einstieg in die nachgelagerte Besteuerung ab 2005 mehr vom Brutto übrig hat und ggf. bei der späteren nachgelagerten Besteuerung in absoluten Beträgen dann hierfür weniger Steuern zahlen müsste, ändert aber nix daran, dass bis 2005 schon versteuert wurde und die daraus sich ergebenden Ansprüche eigentlich dauerhaft steuerfrei sein müssten. Das wäre adäquater Vertrauensschutz. Ausserdem nützt einem die geringere absolute Steuer im Rentenalter nix, wenn man absolut auch wenig Rente bekommt. Je nach Einkommensituation würden Leute vielleicht lieber mehr Steuern in der Einzahlungsphase zahlen - d.h. dann, wenn sie dazu in der Lage sind - als im Rentenalter.

  • Man sollte sie zumindest auf ihre Satisfaktionsfähigkeit hin prüfen.

    Dazu sind u.a klarer Verstand und aufrechte Haltung erforderlich, richtig? Ich kenne mich da nicht aus.

    Jedenfalls musste früher "stempeln gehen", wer seine Anstellung verlor.

    Und wer nicht ausreichend "geklebt" hatte, dem fehlte es später an Rente.

    Wer hingegen anderen ans Ersparte ging, bekam schnell mal "eine geklebt."

    Soweit der Exkurs in vormaliges Vokabular. Nun zurück zum Thema.

  • ...weil sie keine Ahnung und kein soziales Gewissen haben.

    Jetzt sei doch nicht so hart mit denen.

    Meine älteste Tochter studiert Internationale Wirtschaftswissenschaften und die Jungs von der Jungen Union stellen sich bei ihr als Mitstudenten mittels Onlinedepot vor…

    Leistungswillig und integer, alte Schule.

    Kein Witz. Einer von der Jungen Union sagte zu ihr beim Essen in der Mensa: „Meine Eltern sind erfolgreiche Gynökologen, ich studiere Medizin mit dem Ziel Gynäkologe zu werden und parteipolitisch etwas zu bewegen.“

    Stark !!!

  • ändert aber nix daran, dass bis 2005 schon versteuert wurde und die daraus sich ergebenden Ansprüche eigentlich dauerhaft steuerfrei sein müssten. Das wäre adäquater Vertrauensschutz.

    Genau das ist ja der Fall und wurde ja auch verfassungsrechtlich gefordert. Wenn Du dieses Jahr in Rente gehst, ist 16% der Rente steuerfrei. Das soll dem Anteil entsprechen, den Du vorher versteuert hast.

  • Ich habe das damals zufällig gesehen und fand die Aussage von Stefan Schulz bemerkenswert

    Er hat sinngemäß gesagt, dass die Einkommen der abhängig Beschäftigten in den letzten Jahrzehnten (er nennt auch einen Zeitraum,hab ich vergessen) nicht mit der Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft mitgehalten hätten, hätten sie es getan, wäre die Rentenkasse deutlich voller.

    Was ich inhaltlich kaum nachvollziehen kann. Die Lohnquote (also der Anteil der Löhne am Volkseinkommen in %) hat sich die letzten Jahrzehnte kaum verändert.

  • Die Tatsache, dass man beim Einstieg in die nachgelagerte Besteuerung ab 2005 mehr vom Brutto übrig hat und ggf. bei der späteren nachgelagerten Besteuerung in absoluten Beträgen dann hierfür weniger Steuern zahlen müsste, ändert aber nix daran, dass bis 2005 schon versteuert wurde und die daraus sich ergebenden Ansprüche eigentlich dauerhaft steuerfrei sein müssten. Das wäre adäquater Vertrauensschutz. Ausserdem nützt einem die geringere absolute Steuer im Rentenalter nix, wenn man absolut auch wenig Rente bekommt. Je nach Einkommensituation würden Leute vielleicht lieber mehr Steuern in der Einzahlungsphase zahlen - d.h. dann, wenn sie dazu in der Lage sind - als im Rentenalter.

    Anfang 2023 kam ein Gutachten zu dem Thema heraus. Vielleicht hilft das bei der Auseinandersetzung mit dem Thema.

  • Genau das ist ja der Fall und wurde ja auch verfassungsrechtlich gefordert. Wenn Du dieses Jahr in Rente gehst, ist 16% der Rente steuerfrei. Das soll dem Anteil entsprechen, den Du vorher versteuert hast.

    https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Dow…cationFile&v=12

    D.h. der Arbeitgeberanteil wird nachträglich vom Arbeitnehmer versteuert. Das haben wir hier auch schon diskutiert.

    D.h. die persönliche Steuerlast steigt mit den Jahren. Die o.g. 16% sind nur ein Anfangswert für den Einstieg in die Rentenbezugsphase.