Flexible Stromtarife

KI-Zusammenfassung

: Welcher Vergleich für flexible oder dynamische Stromtarife ist am zuverlässigsten, wenn Finanztip, Stiftung Warentest, Check24 und Verivox für dieselben Anbieter stark abweichende Kosten und Platzierungen zeigen?

Welcher Vergleich für flexible oder dynamische Stromtarife ist am zuverlässigsten, wenn Finanztip, Stiftung Warentest, Check24 und Verivox für dieselben Anbieter stark abweichende Kosten und Platzierungen zeigen?

  • Mehrere Beiträge erklären die Abweichungen mit unterschiedlichen Methoden, etwa Voreinstellungen, Preisbestandteilen und der Frage, ob Qualitätskriterien oder Vermittlungsinteressen eine Rolle spielen.
  • Aus der Community kommen praktische Hinweise zu Aktionspreisen im ersten Monat, Folgemonatspreisen und zur direkten Prüfung der Anbieter-Websites bei nicht gelisteten Tarifen.
  • Ein einheitliches Ergebnis gibt es nicht, denn Finanztip nennt zwar eine methodische Ursache, aber die passende Vergleichsgrundlage bleibt je nach Tarifstruktur offen.
  • Du ignorierst, dass wir bereits regelmäßig "über Bedarf" (komische Formulierung) EE haben, diese regelmäßig drosseln

    Ich ignoriere nichts, das ist genau die erste Stufe des von mir beschriebenen Problems. Wir haben bereits jetzt über 120GWp an PV-Leistung, grob das doppelte der typischen Last. Und an langen und sonnigen Tagen produzieren die natürlich sehr viel mehr als man braucht. Diese Leistung soll bis 2030 auf 215GWp steigen und bis 2040 auf 400GWp. Was das bei für den Strommarkt bedeutet, kann man sich vorstellen. Auch bei steigendem Strombedarf. Und wenn du da mit Speichern was reißen willst, musst du in Terrawattstunden rechnen. Zur Einordnung...Pump- und Batteriespeicher liegen aktuell bei rund 60GWh=0,06TWh.

    Es ist nicht die Schuld von Reiche, Habeck oder jemand, der das Ministerium vorher hatte. Das Problem liegt im Kern von Sonne und Wind. Eine nicht steuerbare Produktion, hohe Gleichzeitigkeit über Tagesgang und Saisonalität. Das System läuft aktuell, weil man massiv Subventionen ausschüttet und gleichzeitig ein EE-Netz und ein fossiles Netz hält. Ein EE-Netz trägt sich nicht alleine

  • Wir brauchen (noch) Fossil um Dunkelflauten/Winter zu überbrücken und eine staatliche Förderung für die etlichen theoretisch vorhanden Möglichkeiten Großspeicher zu bauen die sich im Gegensatz zu Akkus eignen um PV auch für den Winter zu speichern... Es ist langfristig deutlich billiger im Sommer eine "über Produktion" an PV+Windkraft zu haben und diese in den Winter zu retten, als für den Winter Gaskraftwerke zu errichten, die dann um die sowieso schon knappe Ressource zum Heizen konkurrieren.

    An der Stelle bin ich sehr skeptisch. Strom vom Sommer in den Winter zu retten ist ökonomisch fast unmöglich. Die einzige skalierbare Technologie hierfür wäre Wasserstoff. Bevor Wasserstoff zur Verstromung genutzt wird, ist es allemal effizienter, erstmal die Stahlindustrie auf Wasserstoff umzustellen.

    Das ist ein fernes Zukunftsszenario. Bis dahin werden fossile Energieträger gebraucht, die vielleicht nicht mehr Tag und Nacht, aber die Dunkelflaute uberbrücken müssen. Und alleine die Bereitstellung kostet Geld, dass man den Erneuerbaren durchaus zurechnen muss.

    Es hat ja seinen Grund, warum auch Habeck Gaskraftwerke errichten lassen wollte.

    Aber was heißt die Erkenntnis für 2026? Nix! Erneuerbare müssen trotzdem ausgebaut werden, Netze und Speichermöglichkeiten auch. Wir sollten endlich unser Stromnetz in flexible Preiszonen unterteilen. Und dann müssen wir ein bisschen auf Sicht fahren, wo wir raus kommen.

  • Strom vom Sommer in den Winter zu retten ist ökonomisch fast unmöglich. Die einzige skalierbare Technologie hierfür wäre Wasserstoff.

    Wie kommst du zu dieser steilen These? Pumpspeicherwerke bspw sind zwar relativ teuer beim Bau aber im Betrieb weit unter jedem fossilen Kraftwerk.

    Ich halte Wasserstoff zur Stromproduktion für das normale Stromnetz für einen fatalen Irrweg. Wir werden Unmengen Wasserstoff an Orten benötigen an denen es kein Netz gibt und allein diese Mengen bereitzustellen wird schon ein Kraftakt. Das ganze Gelaber von wegen Gaskraftwerken die man angeblich auf Wasserstoff umrüsten wird ist IMO völliger Quatsch (Ausnahme: Wir finden tatsächlich große Wasserstoff Quellen die sich wie Erdgas fördern lassen, glaube ich eher nicht dran aber ich erwähne es mal der Vollständigkeit halber). Ebenso wie Wasserstoff Autos völliger Quatsch sind.

  • Wie kommst du zu dieser steilen These? Pumpspeicherwerke bspw sind zwar relativ teuer beim Bau aber im Betrieb weit unter jedem fossilen Kraftwerk.

    Ich halte Wasserstoff zur Stromproduktion für das normale Stromnetz für einen fatalen Irrweg. Wir werden Unmengen Wasserstoff an Orten benötigen an denen es kein Netz gibt und allein diese Mengen bereitzustellen wird schon ein Kraftakt. Das ganze Gelaber von wegen Gaskraftwerken die man angeblich auf Wasserstoff umrüsten wird ist IMO völliger Quatsch (Ausnahme: Wir finden tatsächlich große Wasserstoff Quellen die sich wie Erdgas fördern lassen, glaube ich eher nicht dran aber ich erwähne es mal der Vollständigkeit halber). Ebenso wie Wasserstoff Autos völliger Quatsch sind.

    Potentielle Energie= m*g*h.... Da ist kein ^2 drin, wie bspw. bei kinetischer Energie. Überschlag doch mal, wie viel Liter Wasser in welcher Höhe man denn so braucht, um wesentliche Mengen Lageenergie für eine saisonale Speicherung zu verwenden. Und saisonal ist sowieso albern... Dann hast Du einen riesigen (räumlich) Energiespeicher, mit unfassbar vielen Pumpen/Turbinen für die notwendige Leistung für einen Lade- und Entladezyklus pro Jahr. Wozu eigentlich? Im Winter weht auch Wind.

    Wasserstoff ist der aktuell einzige Energiespeicher, der die notwendige Energiedichte und Menge für eine saisonale Speicherung bieten würde. Und da hast Du ja bereits erkannt, wie ineffzient das zur Verstromung ist.

  • Wir werden Unmengen Wasserstoff an Orten benötigen an denen es kein Netz gibt

    Selbst da gibt es mitlerweile bessere Ideen die man kaufen kann.


    Wasserstoff wird als Ersatz für gas in der Industrie benötigt, als Ersatz für Kohle & Koks in der Stahl Produktion z.b.

    Man kann damit Ammoniak herstellen, einen Grundstoff für Dünger & Pharma,

    in der Schifffahrt kann hiermit auch Diesel und schweröl eingespart werden.



    Der einsatzweck für schnöden Strom, Wärme oder PKWs halte ich für einen Irrweg. Dann doch eher noch Busse oder Züge wo Batterien nicht möglich sind…



    Für Pumpspeicherwerke bietet Europa insgesamt topographisch nur wenige sinnvolle Orte.

  • Wie kommst du zu dieser steilen These? Pumpspeicherwerke bspw sind zwar relativ teuer beim Bau aber im Betrieb weit unter jedem fossilen Kraftwerk.

    Die gesamte Pumpspeicherung in Deutschland liegt bei rund 40GWh. Wir haben im Land eine Last zwischen 60GW tagsüber und 40GW nachts. Oder anders ausgedrückt...die komplette Pumpspeicherung auf einmal reicht maximal eine Stunde. Strom im großen Stil vom Sommer in den Winter zu verschieben kannst du damit vergessen.

    Ich halte Wasserstoff zur Stromproduktion für das normale Stromnetz für einen fatalen Irrweg.

    An Wasserstoff bzw. Wasserstoffderivaten wird man für Saisonspeicher beim aktuellen Stand der Technik kaum vorbeikommen. Alles andere skaliert nämlich schlecht. Und wir haben jede Menge Gasspeicher, die man problemlos mit künstlichem Methan füllen kann.

    Sobald wir über den Horizont von wenigen Tagen blicken, ist auch mit Redox-Flow und ähnlichem nicht mehr viel zu reißen.

    Wir werden Unmengen Wasserstoff an Orten benötigen an denen es kein Netz gibt und allein diese Mengen bereitzustellen wird schon ein Kraftakt.

    Merkst du das Problem?

  • Die gesamte Pumpspeicherung in Deutschland liegt bei rund 40GWh.

    Ich hab Pumpspeicher als ein Beispiel genannt (gegen deine Behauptung es gäbe nichts anderes) dass günstiger ähnliches erreichen kann und nicht behauptet, dass wir damit jetzt und in Deutschland den ganzen Winter über Strom erzeugen können.

    Btw, die Anzahl an Kraftwerken die heute Deutschland mit Wasserstoff oder künstlichen Methan betrieben werden liegt auch nahe Null.

    Wir reden hier grundsätzlich von zukünftigen möglichen Lösungen und nicht vom aktuellen Stand, denn stand heute können wir es offensichtlich noch nicht.

    Der Pumpspeicher Ausbau in Deutschland hat generell das Problem der mäßigen natürlich existierenden Optionen mit hinreichender Fallhöhe und sich die Fallhöhe selber zu buddeln/Aufzuschichten ist dann doch ein recht langwieriges und teures Unterfangen. Das Potential ist nicht 0, aber allein und vorallem in Deutschland auch nicht ausreichend. Aber wir haben ja glücklicherweise ein europäisches Stromnetz.

    ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist sich auf die EINE Lösung zu fokussieren, die dann alles richten soll.

    Merkst du das Problem?

    Mein Problem (nicht mit dir sondern mit der politischen Behandlung des Themas) ist die Verlogenheit. Die ganze Geschichte läuft auf jahrzehnte lange Erdgas Nutzung mit höheren CO2 Preisen oder CCS und dank Merit-Order dann weiterhin hohen Stromkosten hinaus. H₂-Rückverstromung ist als Endzustand jenseits 2050 plausibel, als 2030er-Versprechen ist es Fiktion. Weiß in der Branche jeder, sagt bloß kaum einer öffentlich.

    Zum künstlichen Methan: Klar kann man das machen. Nur über den Wasserstoff weg wird damit eine teure ineffiziente Lösung einfach nochmal teurer und ineffizienter gemacht und wir blasen am Ende doch weiter CO2 in die Luft (wenn man defakto inzwischen dank jahrzehntelanger unendlicher Ignoranz hinsichtlich des Klimawandels unterm Strich eine Entnahme anstreben muss, ist das egal wo das CO2 herkommt keine langfristig akzeptable Lösung). Selbiges gilt für Biogas das ohnehin nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

    Sobald wir über den Horizont von wenigen Tagen blicken,

    Wofür genau brauchen wir mehr als wenige Tage?

    Im Winter erzeugt Windkraft unterm Strich mehr Strom. Wir müssen keine Monate überbrücken und schon gar nicht am Stück. Wir brauchen ein paar mal pro Jahr ~100 bis worst case 300 Stunden.

    Die günstigste Variante ist schlicht der weitere Ausbau von EE weit über den täglichen Bedarf hinaus, der Ausbau von Speichern + Netzausbau in Alpine / Skandinavische Regionen in denen sich Wasser prima die Berge rauf Pumpen lässt.

    Es gibt jede Menge Berechnungen / Studien dazu wie lange Über-Ausbau + Abregelung wenn Speicher und Export-Möglichkeiten ausgeschöpft sind günstiger ist als alles andere. Erstaunlich lang. Und mit entsprechender Regelung (=das exakte Gegenteil von dem was Gas Kathi gerade anstellt) schafft man einen dauerhaften hohen Anreiz für jeden sich Speicher zuzulegen und sich den Anschaffungspreis nicht nur über Selbstverbrauch sondern auch über Einspeisung wieder zurückzuholen.

    Ich muss eine vorherige Aussage zurücknehmen/einschränken. Da wir etliche Gaskraftwerke sowie die Gasspeicher bereits haben ist der Brennstoff Preis den wir für wenige 100 Stunden Laufzeit im Jahr mit künstlichen Methan + CCS zahlen fast egal. Nur ist das eben eine Variante die dauerhafte Subvention erfordert, da sie niemals wirtschaftlich sein wird (Für den Betreiber, für die Volkswirtschaft natürlich schon).

  • Die aktuelle Kraftwerkstrategie geht im Kern auf Habeck zurück. Das hat einen guten Grund.

    Trader42 Meinst Du nicht, es wird sinnvoll sein, erstmal andere Bereiche wie die Stahl- oder Chemieindustrie anzugehen, anstatt Unmengen an elektrischer Speicherkapazität bereitzustellen, die auf wenige Volllaststunden kommen, nur um die letzten Prozente im Strommix rauszukitzeln? Die Kosteneffizienz ist hier um Größenordnungen besser.

  • Ich hab Pumpspeicher als ein Beispiel genannt (gegen deine Behauptung es gäbe nichts anderes) dass günstiger ähnliches erreichen kann und nicht behauptet, dass wir damit jetzt und in Deutschland den ganzen Winter über Strom erzeugen können.

    Die Pumpspeicher werden schon immer praktisch vollständig für die kurzfristige Stabilisierung genutzt. Und selbst wenn wir die Funktion durch Batteriespeicher ersetzen, wird aufgrund der begrenzten Kapazität Pumpspeicherung immer nur ein kleines Zubrot fürs Stromnetz sein.

    Btw, die Anzahl an Kraftwerken die heute Deutschland mit Wasserstoff oder künstlichen Methan betrieben werden liegt auch nahe Null.

    Es gab bisher auch keine Notwendigkeit dafür. Warum ein Kraftwerk mit Wasserstoff betreiben, der realistisch aus Erdgas kommt, wenn man das Erdgas auch direkt verfeuern kann?

    Wofür genau brauchen wir mehr als wenige Tage?

    Du musst nach einer Winterflaute sämtliche Speicher wieder auffüllen und das kann länger dauern. Hier mal ein Denkanstoss: https://www.tech-for-future.de/dunkelflaute/

    Die günstigste Variante ist schlicht der weitere Ausbau von EE weit über den täglichen Bedarf hinaus

    Und damit ruinierst du halt die Wirtschaftlichkeit an allen mäßigen und guten Tagen durch ein massives Überangebot. Kein privater Investor wird das finanzieren

  • Die günstigste Variante ist schlicht der weitere Ausbau von EE weit über den täglichen Bedarf hinaus, der Ausbau von Speichern + Netzausbau in Alpine / Skandinavische Regionen in denen sich Wasser prima die Berge rauf Pumpen lässt.

    Auch eine sehr große Zahl multipliziert mit Null ergibt Null. Ich kann noch so viele Windräder und Solarpaneele aufstellen. Bei Flaute und in der Nacht erzeugen die keinen Strom.

    Die Schweiz und Österreich werden sicherlich mit Begeisterung ihre Landschaft fluten, um den deutschen Irrweg in der Energieversorgung zu unterstützen. Wenn mich meine Geographie-Kenntnisse nicht täuschen, ist Skandinavien nun gar nicht geeignet für Pumpspeicher. Insbesondere Norwegen gewinnt seine elektrische Energie aus Laufwasser-Kraftwerken.

  • Die Schweiz und Österreich werden sicherlich mit Begeisterung ihre Landschaft fluten

    Da wird tatsächlich fleißig dran gearbeitet. Allzuviele Täler gibt es natürlich nicht mehr zu fluten und dafür sich auch kaum Mehrheiten zu bekommen, aber viele Stauseen werden auf Pumpspeicherung umgebaut. Teilweise ist auch die Aufstockung von Staumauern geplant, z.B. am Grimsel. Da geht es dann aber vor allem um eigenen Winterstrom und weniger um die Speicherung für andere Länder

  • Energiekonzerne erzählen Märchen:

    Die Energiewirtschaft behauptet, dass die Spannung durch den vielen Solarstrom zu hoch und die Trafos im Ortsnetz überlastet sind. Deshalb soll der Solarzubau begrenzt werden. Wir können genau nachmessen, ob das stimmt.

    Und?

    Es stimmt nicht. Das klassische Modell in einer Nachbarschaft ist eine Solaranlage, die genau dort Strom erzeugt, wo es Verbrauch gibt: das Gebäude, eine Wärmepumpe, das Elektroauto oder die Nachbarn. Es wird nichts abgeregelt. Der Strom überlastet nicht einmal an massivsten Sommertagen oder bei geringstem Verbrauch an sonnigen Feiertagen den Transformator, sondern versickert im Verteilnetz.

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/E3-…id31286267.html

  • Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Atom- und Kohleausstieg:

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    Pro-aktiv - wegen folgendem u.ä. Hinweisen:

    Newb
    12. September 2026 um 07:44
    Zitat

    Von Newb

    Ich weiss nicht, ob das zielführend ist immer irgendwelche Nieschenkanäle als Quelle zu posten. Insbesondere YouTube.

    Der Gesprächspartner Jochen Andritzky war immerhin Generalsekretär des Sachverständigenrates (die sog "fünf Wirtschaftsweisen"):

    https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/start/aktuelle…rates-1812.html

    Das Video könnte ja auch die Motivation fördern, sich die Berichte des Sachverständigenrats selbst anzusehen.

  • Ich fände es nach wie vor hilfreich, wenn dabeistünde, warum Du das Video teilst, was die Quintessenz ist und was Du selbst daraus folgersz.

    Vielleicht möchtest Du darauf hinaus, dass der 2011 im großen Konsens beschlossene Atomausstieg (im Kern die Rücknahme der Laufzeitverlängerung) und der 2020 von der Großen Koalition beschlossene Kohleausstieg ein Fehler waren. Beim Atomausstieg war es alerdings eine Risikoabwägung, die sich nicht abschließend auflösen lässt: Ob ein Unfall wie in Fukushima bei uns hätte passieren können, bleibt hypothetisch. Und beim Kohleausstieg gilt umgekehrt: Jetzt hat es ein paar Tage geregnet, und schon ist dieser Sommer fast wieder vergessen — aber genau diese kurze Erinnerung ist ein Argument für den Austieg, nicht dagegen.

    Ich war seinerzeit auch gegen den Atomausstieg. Aber das ist eine Rückschau, die niemanden einen Millimeter weiterbringt.

    Daher die Frage: Was ziehst Du aus der Info? Was ist Deine Empfehlung für die Zukunft?

  • Ich fände es nach wie vor hilfreich, wenn dabeistünde, warum Du das Video teilst, was die Quintessenz ist und was Du selbst daraus folgersz.

    Vielleicht möchtest Du darauf hinaus, dass der 2011 im großen Konsens beschlossene Atomausstieg (im Kern die Rücknahme der Laufzeitverlängerung) und der 2020 von der Großen Koalition beschlossene Kohleausstieg ein Fehler waren. Beim Atomausstieg war es alerdings eine Risikoabwägung, die sich nicht abschließend auflösen lässt: Ob ein Unfall wie in Fukushima bei uns hätte passieren können, bleibt hypothetisch. Und beim Kohleausstieg gilt umgekehrt: Jetzt hat es ein paar Tage geregnet, und schon ist dieser Sommer fast wieder vergessen — aber genau diese kurze Erinnerung ist ein Argument für den Austieg, nicht dagegen.

    Ich war seinerzeit auch gegen den Atomausstieg. Aber das ist eine Rückschau, die niemanden einen Millimeter weiterbringt.

    Daher die Frage: Was ziehst Du aus der Info? Was ist Deine Empfehlung für die Zukunft?

    Ich hatte auf derselben Erwartung im Kontext zu einem anderen Thema schon einmal gesagt, dass ich auch einmal unbewertet einen - wie ich finde - interessanten Beitrag poste - ohne ihn mit meiner Meinung einzufärben. Weil dann nämlich der Fokus ganz schnell auf irgendwelche Einzelaspekte gelenkt wird und die Diskussionen dann hier enger gefaßt werden als es ein fremder, zitierter Beitrag es verdient.
    Aber Du hast natürlich auf der anderen Seite recht: Warum postet jemand eine Quelle, ohne zu sagen, warum er sie zur Diskussion stellt. Irgendeine Absicht muss ja dahinter stecken.

    Erst einmal: Bezug zum Strang:
    "Flexible Stromtarife" sind eine Reaktion auf eine knapper und teurer werdenden Resource. Bzw. sie werden als Lösungsansatz angeboten, mit der knappen/teuren Resource durch Verhaltensanpassung besser umgehen zu können. Der Atomausstieg und der Kohleausstieg haben einen Einfluss auf den Strompreis. Ich hoffe, damit ist die Verbindung dem Strang-Thema hergestellt.

    Inhaltlich:

    Was den Atomausstieg betrifft, finde ich den von Dr. Jochen Andritzky genannten Hinweis der damalig hinzugezogenen Ethikkomission interessant, dass sich die Risiken für den Betrieb der deutschen Atomkraftwerke nicht geändert haben, "wohl aber die Risikowahrnehmung in der Bevölkerung". Er und Dr. Andreas Beck sprechen dann von einer Art Abkehr von wissenschaftlichen Daten hin zur einer demgegenüber höher bewerteten "Risiko-Wahrnehmung" und deren Konsequenzen (nebenbei: das erinnert frappierend an die "gefühlte Inflation"). Damit hat aber keiner von beiden (Beck, Andritzky) das Risiko selbst quantitativ bewertet. Vielleicht lag die "kollektive Wahrnehmung des Risikos in der Bevölkerung" vorher ja auch unterhalb des tatsächlichen Risikos und wurde durch Fukushima nur auf ein realistischeres Niveau gebracht. Wer weiß. D.h. rein "wissenschaftlich" betrachtet finde ich diese Aussage von Beck/Andritzky "nicht greifbar". Genauso sieht es übrigens mit den Kosten für Atomstrom aus. Vielleicht wurden hier die tatsächlichen Kosten auch nur in die Zukunft geschoben.
    (Ich bin kein kompromissloser Fan dieses Videos und all seiner Inhalte.)

    Interessant finde ich auch den Hinweis, das Politiker sich ggf. schwer damit tun (oder es einfach schwer haben), einen Fehler einzuräumen und den Kurs zu ändern. Und dann u.U. lieber
    bei der Auswahl ihrer Berater so verfahren, dass ihr alter Kurs bestätigt wird.

    Ich finde auch den Hinweis hilfreich, auf die sozialen Medien und der dadurch ergebenden "Notwendigkeit schnell und kurz kommunizieren zu müssen". Und das das schwer mit detaillieren wissenschaftlichen Information in Einklang zu bringen ist. Deswegen fand ich die Aussage von Dr. Jochen Andritzky nachvollziehbar, dass das nicht die primäre Aufgabe des Sachverständigenrates ist. Andererseits: wenn man in einer Sprache spricht, die keiner versteht, dann darf man sich nicht wundern, wenn entweder a) keiner zuhört oder b) ein anderer die Übersetzung übernimmt und dann nicht unbedingt das dabei herauskommt, was man selber eigentlich sagen wollte.

    Dr. Beck spricht dann später auch von einer "Geisterfahrt der Deutschen Politik". Sinngemäß: die Kosten für die Bevölkerung stünden in keine Verhältnis zum Nutzeffekt für das globale Klima. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, ist Deutschland hier in einer Form vorgeprescht, die für Deutschland erheblichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat. Insbesondere was die Beibehaltung von nationalen Klimazielen, nach Verfügbarkeit der europäischen Klimaziele angeht.

    In den Dilbert Comics wurde einmal von einem "Paradigmenwechsel ohne Kupplung" gesprochen. Das dürfte es so ziemlich treffen.

  • Auch interessant war Beck's Hinweis, dass ein Atomkraftwerk nahe München - vor seiner Abschaltung - jährlich 100 Millionen Einnahmen für die Stadt München eingebracht hat (über 25 % Anteil der Stadtwerke am Atomkraftwerk). Die sind jetzt weg.
    Beck (sinngemäß): Mit 100 Millionen konnte man schon mal einiges an Stadtentwicklung leisten.

    Ich muss kein Fan von Atomkraftwerken sein. Aber dieser hektische/radikale Umbruch hat wohl die Verletzbarkeit der Deutschen Wirtschaft erhöht. Und wenn dann noch ein paar externe Faktoren dazukommen, die man nicht unter eigener Kontrolle hat, dann hat man vielleicht zu hoch gepokert, mit seiner Hoffnung.

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