Wieder mal eine Standmeldung (2025)

  • Ich wünsche Euch Allen ein frohes und vor Allem gesundes neues Jahr!
    Im letzten Jahr hatte ich ja folgendes gepostet:

    monstermania
    22. Januar 2025 um 10:16


    Seither ist wieder eine Menge passiert (Leben halt!) und so gibt es heute mal wieder eine neue Standmeldung. An meiner grundsätzlichen Einstellung als ETF-Sparer hat sich nix geändert. Es wird weiterhin einzig noch der SPDR MSCI ACWI IMI-ETF bespart. In 2025 hat sich dieser ETF inzwischen zu meiner größten Position im Depot entwickelt.
    Leider ist 2025 meine Mutter verstorben, so dass meine Schwester und ich viel zu früh geerbt haben. Der Verkauf unseres Elternhauses steht irgendwann an, was natürlich auch wieder zu Überlegungen führt, wie dieses 'ungeplante' Geld möglichst sinnvoll investiert wird.:/

    Grundsätzlich steht neben der 100%igen Investition des Verkaufserlöses in den ACWI IMI-ETF auch eine Aufteilung in den Nachkauf von Rentenpunkten zum Ausgleich der Abschläge der angedachten Rente mit 63 im Raum. Allerdings würde ich zunächst mal wissen wollen, wie es in Sachen Rente überhaupt weiter geht, bevor ich eine solche Entscheidung treffe. :/

    Ich habe den Dezemberurlaub u.A. mal dazu genutzt meine Vermögenssituation zu visualisieren. Zum Vergleich habe ich den Stand von 2022 eingefügt.

    In den letzten 3 Jahren habe ich meinen 'Risikoteil' im Vermögen von knapp 60% auf rund 76% gesteigert (Aktien-ETF und P2P).
    Der 'sichere' Vermögensteil aus Versicherungen und Tagesgeld ist dabei nominal größer als 2022.

    In Anlehnung an die Empfehlung von Prof. Walz nicht nur das vorhandene Vermögen zu betrachten, sondern auch die Rentenanwartschaften habe ich eine erweiterte Sicht über mein Gesamtvermögen gebaut. Ich habe dabei auch das mögl. Restsparpotential bis zum angedachten Rentenbeginn (63 ;)) einbezogen.

    Hier also die erweiterte Sicht auf mein Gesamtvermögen.


    In der erweiterten Sicht aus 2022 wurde natürlich noch kein mögliches Erbe berücksichtigt!
    Als Wert der Immobilie in der Übersicht 2025 habe ich konservativ den Beleihungswert der Immobilie angesetzt. Was das Haus nachher dann tatsächlich beim Verkauf bringt, wird man dann sehen.
    Als mögliches 'Restsparpotential' beziffere ich jeweils die Summe der aktuellen jährlichen Sparleistung auf die kommenden Jahre hochgerechnet. Zukünftige Steigerungen des Sparpotentials durch mögl. Gehaltserhöhungen wurden nicht berücksichtigt. In diesem Anteil sind in der Übersicht 2025 auch Festgelder enthalten, die durch das Erbe in 2026 anfallen.

    Insgesamt ist jedoch festzustellen, dass der eigentliche Aktienanteil im Gesamtvermögen mit 25% aktuell doch recht überschaubar ist.:)
    Finanziell läuft es erstmal weiter wie geplant. Ich spare weiter rund 85% meiner Sparraten in den ETF. Der Rest verteilt sich dann auf die Lebensversicherung und P2P.

    Ach ja, für alle die es Interessiert: Der interne Zinsfuß meines Vermögensaufbaus seit Dez. 2019 (enge Sicht) liegt bei 10,6% p.a.
    Schauen wir mal wie es so weitergeht und was das Leben noch so für mich geplant hat. ;)

  • Frohes Neues dir auch und danke für die Einblicke! Finde sowas immer spannend.

    Das zeigt auch wieder wie dynamisch sich die Lebensumstände auch finanziell ändern können. Du bist doch auf einem sehr guten Weg. Hast du den Aktienanteil in deiner erweiterten Sicht bis 2025 auch skaliert entsprechend den restlichen Jahren bis 63? Der wird sich ja hoffentlich auch gut entwickeln in der Zeit.

  • Sehr schöne Übersichten. Es zeigt, dass Du im Vergleich zu anderen einen guten Überblick über Deine Finanzen / Vermögensgegenstände hast (bei vielen anderen gibt es wahrscheinlich auch nicht viel zu überblicken...)

    Wie genau berechnest Du die Ansprüche an die GRV? Vermutlich sind die Anzahl der Rentenpunkte ein wesentlicher Bestandteil der Berechnung?

    Wie ist die Lage der Immobilie, Großstadt, Mittelstadt oder eher ländlich?

    Bei welchem Anbieter hast Du die P2P-Kredite?

  • Hast du den Aktienanteil in deiner erweiterten Sicht bis 2025 auch skaliert entsprechend den restlichen Jahren bis 63?

    Nein, aber das wäre natürlich auch ein interessanter Aspekt! :)
    Das mögliche 'Restsparpotential' sinkt aber mit 100%iger Sicherheit jedes Jahr. Der Aktienteil am Gesamtvermögen steigt hoffentlich entsprechend jedes Jahr. Nur um welche Renditen es dabei geht wissen wir alle eben nicht.
    Mir ist aber bewusst, dass die vergangenen 6 Jahre am Aktienmarkt wahrlich nicht die schlechtesten waren. Schauen wir mal, wie die kommenden 6 Jahre so werden.
    Dann bekomme ich planmäßig meinen letzten großen Kapitalzufluss (Auszahlung meiner Lebensversicherung im Sommer 2031).
    Und dann weiß ich hoffentlich auch, welche Möglichkeiten es in Sachen vorgezogenen Ruhestand dann konkret möglich sind.

    Ich habe heute gerade erfahren, dass mein Arbeitgeber ein Lohnzeitkonto einführen will.:thumbup: Gegen einen gewissen Gehaltsverzicht wäre also ein früheres Arbeitsende möglich. Mal schauen, wie das konkrete Angebot sich dann darstellt.
    Das Ansparen auf einem solchen Lohnzeitkonto hätte dann natürlich auch eine direkte Auswirkung auf das pot. 'Restsparpotential'. ;)
    Das Leben bleibt spannend!

  • Sehr schöne Übersichten. Es zeigt, dass Du im Vergleich zu anderen einen guten Überblick über Deine Finanzen / Vermögensgegenstände hast...

    Leider aber viel zu spät damit begonnen, sich konsequent damit zu beschäftigen! :rolleyes:

    Wie genau berechnest Du die Ansprüche an die GRV? Vermutlich sind die Anzahl der Rentenpunkte ein wesentlicher Bestandteil der Berechnung?

    Ich habe es mir einfach gemacht und für die Diagramme die Summe aller bisherigen Rentenbeiträge im jeweiligen Jahr angesetzt (2. Seite der Renteninformation).

    Aber klar. Die Anzahl der vorhandenen und zukünftigen Rentenpunkte habe ich auch in meiner Excel-Kalkulation. Daraus leite ich dann in etwa meine zu erwartende Rente mit 63 ab (mit Abschlägen).
    Immer unter der Voraussetzung, dass ich bis dahin weiter arbeiten kann und in etwa gleich verdiene.
    Eine Krankheit, die zu einer Erwerbsminderungsrente führen würde, wäre blöd.:/
    Aber es ist halt immer schwierig in die Zukunft zu schauen.;)

    Wie ist die Lage der Immobilie, Großstadt, Mittelstadt oder eher ländlich?

    Nördliches Schleswig-Holstein in der Nähe von Flensburg. Typischer 70'er Jahre-Bau mit entsprechendem Renovierungsstau.
    Hatte jetzt schon ein paar Besichtigungen. Vielen ist das Haus mit 80 m² Wohnfläche einfach zu klein. Da merkt man dann, dass heutzutage die Ansprüche anders geworden sind.

    Bei welchem Anbieter hast Du die P2P-Kredite?

    Seit 2021 bei Bondora (Go&Grow) und seit Anfang 2025 bei Monefit (SmartSaver).
    Aber jeweils nur mit 4-stelligen Beträgen.

  • Interessante Einblicke, danke!


    Wegen des kleinen Hauses deiner Mutter.

    Kann ggf Sinn machen, eine Bauvoranfrage für eine Wohnraumerweiterung zu stellen.

    Wird die positiv beantwortet, kannst du das verkaufsfördernd einbringen.

    Man muss halt einen lokalen Architekten fragen, wieviel das kostet.

    Städtische Gebühren fallen bei sowas idR nicht allzu sehr ins Gewicht.


    Vor allem bei älteren Häusern wurde GRZ und GFZ nicht ausgereizt. Und meistens sind die älteren Häuser auf relativ großen Grundstücken gebaut.

    Manchmal kann man sogar aufteilen. Hinterlandbebauung z.B.

    Kleines 80qm Haus mit überschaubar ähm Garten und Neibaugrundstück für jemand anderes.


    Aber nur mal so aus dem Bauch geschossen ohne jetzt nähere Infos dazu zu haben.

  • Ich habe heute gerade erfahren, dass mein Arbeitgeber ein Lohnzeitkonto einführen will.:thumbup: Gegen einen gewissen Gehaltsverzicht wäre also ein früheres Arbeitsende möglich. Mal schauen, wie das konkrete Angebot sich dann darstellt.
    Das Ansparen auf einem solchen Lohnzeitkonto hätte dann natürlich auch eine direkte Auswirkung auf das pot. 'Restsparpotential'. ;)

    In welchen Risikobereich würdest Du denn ein Lohnzeitkonto einordnen?

    Arbeitszeitkonto: Diese Spielregeln sollten Sie kennen | Ihre Vorsorge
    Stunden sammeln, Prämien ansparen oder das Konto belasten: Ein Arbeitszeitkonto verspricht berufliche Flexibilität bis hin zum einem früheren Ruhestand.
    www.ihre-vorsorge.de
    Zitat

    Keine gesetzlichen Regeln

    Denn: „Die Spielregeln für Arbeitszeitkonten sind gesetzlich nicht geregelt“, stellt Schulze Zumkley klar.

    ...

    Auf Insolvenzrisiko achten

    Strategisch sinnvoll sei es daher für Beschäftigte, das Arbeitszeitkonto im Blick zu haben und gegebenenfalls die Führungskraft darauf hinzuweisen, dass Verfall droht.

  • dass mein Arbeitgeber ein Lohnzeitkonto einführen will.:thumbup: Gegen einen gewissen Gehaltsverzicht wäre also ein früheres Arbeitsende möglich.

    Je nach dem, wie das konkret gestaltet ist, können da dieselben Fragen wie bei der bAV hochkommen. Einzahlung aus dem Brutto mit allen damit verbundenen Nachteilen, welche Rendite liefert das eingezahlte Kapital, wie hoch sind die Kosten, welche Entnahmemöglichkeiten gibt es...

  • monstermania sehr interessant, so ähnlich bin ich auch an die Sache ran gegangen, bin nun kurz vor der Rente und habe immer nur meine Anlagen betrachtet. Dadurch habe ich ein in etwa 80/20 Verhältnis gehabt, habe allerdings nicht meine Einzahlungen in die GRV berücksichtigt, damit wäre ich wohl in etwa 5% mehr in der Sicherheit, weiterhin kommt noch die Rente vom Arbeitgeber hinzu, die ich als Einmalzahlung plane, muss ich allerdings noch genauer prüfen was dann netto bleibt, da hier noch Steuern und KV/PV bezahlt werden müssen. Werde deine Grundlagen-Rechnung nutzen und auf meine Daten verrechnen, es bleibt also spannend. Frohes und gesundes neues Jahr!

  • Hätte auch vermutet, dass Häuser mit weniger Wohnfläche durch den Tinyhouse-Trend beliebter geworden sind. Außerdem muss man nicht so viel heizen und putzen...

    80qm sind 3 Zimmer. Im Norden wurde auch oft ohne Keller gebaut, sodass auch Stauraum im Wesentlichen im Haus sein muss. Dazu hast du in den 70er Jahren oft einen verwinkelten Grundriss und bei der Sanierung sparst du gegenüber einem 120qm Hause nicht so viel, wie du denkst. Bad, Küche, Heizung sind in den Kosten relativ vergleichbar. Fassaden- und Dachfläche wachsen nicht linear mit dem Wohnraum mit.

    Für Familien mit einem Kind ist das dann recht knapp oder auch zu knapp, wenn noch ein Arbeitszimmer für Home Office gebraucht wird. Kinderlose Paare hätten eher Platz, aber wenn ich mir anschaue, was bei uns von kinderlosen Paaren so gebaut wird...


    monstermania

    Schön von dir ein Lebenszeichen zu hören und auch vielen Dank für deine Aufstellung. Man sieht sehr schön, wie wichtig die Unterscheidung zwischen der engen und vollständigen Vermögensaufstellung ist

  • Leider aber viel zu spät damit begonnen, sich konsequent damit zu beschäftigen! :rolleyes:

    Ich habe es mir einfach gemacht und für die Diagramme die Summe aller bisherigen Rentenbeiträge im jeweiligen Jahr angesetzt (2. Seite der Renteninformation).

    Zuerst ein Dankeschön für den tollen Beitrag!

    D.h. Du hast die Summe aus A,B,C gebildet?

    Aus Renteninfo zweite Seite

    Rentenbeiträge und Entgeltpunkte

    Bisher haben wir für Ihr Rentenkonto folgende Beiträge erhalten:

    (A) Von Ihnen

    (B) Von Ihrem/n Arbeitgeber/n

    (C) Von öffentlichen Kassen (z.B. Krankenkasse, Agentur für Arbeit) Aus den erhaltenen Beiträgen "

    Wie gehst Du bei einem evtl. Rebalancing um? Den Rentenbetrag kannst Du ja nich abheben?

  • Für Familien mit einem Kind ist das dann recht knapp oder auch zu knapp, wenn noch ein Arbeitszimmer für Home Office gebraucht wird. Kinderlose Paare hätten eher Platz, aber wenn ich mir anschaue, was bei uns von kinderlosen Paaren so gebaut wird..

    80qm mit verwinkeltem Grundriss, oft noch auf mehrere Etagen verteilt, ist auch für kinderlose Paare meist nicht so sinnvoll, erst recht wenn man in Richtung Alter und Barrierefreiheit denkt…

    Und ja, ca. 80qm mit einem Kind, ohne Home Office und mit optimalem Grundriss funktionieren, wirklich viel Platz hat man da aber nicht, beim zweiten Kind wird es zu klein und auf zwei Etagen, wo dann noch zweimal Flur etc. abgeht, ist das schon ziemlich klein für eine Familie.

    Wenn dann noch schlechte Energiewerte und Sanierungsstau hinzukommen und das Haus nicht gerade in München oder Hamburg steht, kann ich mir schon vorstellen, dass die mögliche Käufer-Zielgruppe ziemlich überschaubar ist.

    monstermania Danke dass du hier deine Erfahrungen und Überlegungen teilst!

  • 80qm mit verwinkeltem Grundriss, oft noch auf mehrere Etagen verteilt, ist auch für kinderlose Paare meist nicht so sinnvoll, erst recht wenn man in Richtung Alter und Barrierefreiheit denkt…

    (…)

    Wenn dann noch schlechte Energiewerte und Sanierungsstau hinzukommen und das Haus nicht gerade in München oder Hamburg steht, kann ich mir schon vorstellen, dass die mögliche Käufer-Zielgruppe ziemlich überschaubar ist.

    Solche Art von Häusern gibt es hier (nicht München oder Hamburg) im Südwesten auch und ich habe das Gefühl, sie sind recht beliebt, da sie für eine gewisse Klientel die einzige Möglichkeit sind, zu halbwegs erschwinglichen Wohneigentum zu kommen. Zudem kann man sich dann beim Umbau bzw. der Renovierung austoben.

    Da es recht viele von diesen Häusern gibt (oft als Reihenhaus), findet man immer wieder welche in den Immoportalen inseriert und es ist doch erstaunlich, was manche auf diesen Grundrissen so hinbekommen. Auch wenn das für mich persönlich nichts wäre.

  • Ich habe mich am WE nochmal etwas näher damit beschäftigt und weiter darüber nachgedacht.
    Die Summe aller Einzahlungen in die GRV ist nicht der richtige 'Wert' der Rentenansprüche. Schließlich betrachtet man beim Depotwert oder den priv. Versicherungen ja auch nicht nur die Summe aller Einzahlungen, sondern den aktuellen Wert des Depots bzw. Stand der Versicherungen.
    Daher habe ich mich jetzt an den bis dato erworbenen Rentenpunkten orientiert und die Rentenpunkte mit dem jeweiligen 'Wert' der Rentenpunkte multipliziert. Der 'Wert' ist dann der Betrag, den man aktuell für einen Rentenpunkt bezahlen muss, wenn man diesen Rentenpunkt aktuell 'nachkaufen' müsste.


    2025 würde ein Rentenpunkt entsprechend 9.392€ kosten.
    Das führt dann dazu, dass der Barwert der Rentenansprüche nochmals höher ausfällt und ich aktuell gerade mal knapp 21% Aktienquote habe. :/

    Und klar: Meine Rentenansprüche kann ich nicht 'abheben' oder verkaufen. Aber ich zähle das trotzdem zum 'sicheren' Vermögensanteil. Und wenn später 50% des Alterseinkommens durch die GRV und 50% aus privater AV/Vermögen kommen, wäre es m.E. gangbar.

  • Bei bspw. 40 Rentenpunkten wären das also rund 375 T€. Eine weitere Variante wäre noch die theoretische aktuelle Rentenhöhe (Rentenpunkten x Rentenwert) mit einer geschätzten Bezugsdauer zu rechnen, z.B. 20 Jahre. Da käme man dann bei 40 Rentenpunkten auf ca. 391 T€, wenn man unterstellt, dass der Rentenwert ab sofort nur noch um die Inflation erhöht wird.

    Ich persönlich bin ja bzgl. der GRV sehr spektisch und beziehe meine diesbezüglichen Ansprüche überhaupt nicht in meine Vermögensaufstellung mit ein. Mittel- bis langfristig gehe ich davon aus, dass nicht mal ein Inflationsausgleich vorgenommen und zusätzlich das Renteneintrittsalter weiter hochgesetzt wird. Letztlich wird es (bestenfalls) auf eine Einheitsrente auf Sozialhilfeniveau hinauslaufen.