Finanztip sagt Dax ETF verkaufen und msci World kaufen

  • Im finanztip Artikel sagt finanztip, man soll dax etf verkaufen und msci World dafür kaufen weil dax über 25000 ist.

    Ich finde da ist ein großer Denkfehler drin.

    Durch den Verkauf wird auch die Steuer ausgelöst.... Beim fifo achtet finanztip auf sowas und jetzt soll man einfach dax etf mit schönen gewinnen verkaufen. Finde ich falsch!

  • Im Finanztip-Artikel [nämlich diesem hier] sagt Finanztip, man soll DAX-ETF verkaufen und MSCI World dafür kaufen, weil der DAX über 25000 ist.

    Ich finde es immer nett, Artikel zu verlinken, auf die man sich bezieht. Ich habe den Link ergänzt.

    Ich finde, da ist ein großer Denkfehler drin.

    Durch den Verkauf wird auch die Steuer ausgelöst. Beim FIFO achtet Finanztip auf sowas, und jetzt soll man einfach DAX-ETF mit schönen Gewinnen verkaufen. Finde ich falsch!

    Dann halte Deinen DAX-ETF doch einfach! Im Grunde ist eine solche Aufforderung market timing.

    Grundsätzlich ist der MSCI World (oder noch breitere Indizes) besser diversifiziert als der DAX. Andererseits gilt bei der Geldanlage: Better done than perfect. Und dann kommt es immer aufs eigene Anlagekonzept an. Das Optimum trifft man ohnehin nie.

    Wenn man Geld braucht und ohnehin Papiere verkaufen muß, kann man erwägen, die Anregung umzusetzen. Umschichten würde ich vermutlich nicht. Aber ich bin ja auch Wenig-Händler (zum Unmut meiner Depot-Banken).

    :)

  • So wie die Empfehlung ausgesprochen wurde, finde ich es definitiv falsch! Hätte anders formuliert werden müssen ...

    Mag sein. Der Artikel wurde aber nun einmal so rausgehauen, wie er ist. Das ist so ähnlich wie bei der Zeitung: Was veröffentlicht ist, ist raus aus dem Kopf. Daran verschwendet man keinen weiteren Gedanken.

    :)

  • Das eigene Depot breiter aufzustellen halte ich grundsätzlich für eine richtige Idee und das ist meines Erachtens auch die Hauptargumentation des Artikels. Natürlich spielt dabei auch eine Rolle, welche Anteil das DAX Investment im eigenen Depot hat.

    Ich denke auch, dass die primäre Zielgruppe von solchen Artikeln nicht unbedingt die oft auf hohem inhaltlichen Niveau diskutierenden Forenteilnehmer sind. Vor diesem Hintergrund sehe ich eine vereinfachte, aber mit der Empfehlung zur höheren Diversifizierung nicht verkehrte Handlungsempfehlung nicht so kritisch wie im Thread hier angedeutet.

  • Mag sein. Der Artikel wurde aber nun einmal so rausgehauen, wie er ist. Das ist so ähnlich wie bei der Zeitung: Was veröffentlicht ist, ist raus aus dem Kopf. Daran verschwendet man keinen weiteren Gedanken.

    :)

    Könnte man Artikel nicht überarbeiten/korrigieren/ergänzen?

    Z.B. mit dem Hinweis, eben nicht umzuschichten (verkaufen und neu kaufen), sondern zu halten und lediglich für die zukünftige Anspar-Aktivität auf einen MSCI World ETF zu wechseln? Und den DAX Anteil dann bei Kapitalbedarf bevorzugt abzubauen?

    Alles natürlich nur, sofern einem die Strategie des Artikel ansonsten generell zusagt.

  • Finanztip empfiehlt doch eigentlich immer die Anlage in weltweit gestreute ETFs. Ein DAX-ETF passt nicht in diese Strategie. Von daher kann ich die Empfehlung einen DAX-ETF zu verkaufen schon nachvollziehen, denn es ist eine konsequente Umsetzung dieser Empfehlung.

  • Natürlich ist es falsch hauptsächlich auf den DAX zu setzen. Das war es aber auch schon bevor die 25.000 Punkte überschritten wurden. Das war schon immer falsch.

    Aber manche mögen den Artikel so verstehen, das sie ihre 5% DAX-ETF im Depot gleich heute morgen verkaufen mögen. Das ist auch falsch.

    Für uns Kleinanleger mit Zeithorizont Rente +x ist das alles rauschen, das man ignorieren kann. Diversifikation, so das man ruhig schlafen kann. Und wer (wie ich) ein bisschen DAX dabei haben will, ist das OK.

  • Mit Wohnsitz und Arbeitsplatz in Deutschland hat man eh' ein Klumpenrisiko. Das dürfte ein bisschen DAX Anteil von international operierenden(!) Unternehmen vielleicht erhöhen, aber wird es das auch relevant erhöhen? Ausserdem werden für den MCSI World such Klumpenrisiken diskutiert.

    Weiter diversifizieren kann man auch über die Zeit - insbesondere bei langem Anlagehorizont.

  • Finanztip empfiehlt doch eigentlich immer die Anlage in weltweit gestreute ETFs. Ein DAX-ETF passt nicht in diese Strategie. Von daher kann ich die Empfehlung einen DAX-ETF zu verkaufen schon nachvollziehen, denn es ist eine konsequente Umsetzung dieser Empfehlung.

    Leider liest es sich im Artikel aber so, dass der hohe DAX Stand jetzt als Auslöser für das Umschichten genutzt werden soll.

    Das empfinde ich auch als unglücklich.

    Eigentlich geht es ja grundsätzlich darum breiter aufgestellt zu sein. Unabhängig von den jeweiligen Kursen. Man hätte den Artikel also lieber anders aufbauen sollen und den hohen DAX Stand beiläufig als gute Gelegenheit für die Umschichtung erwähnen können.
    Aber vermutlich erreicht man so eher die Adressaten, für die der Artikel bestimmt ist.

  • Es ist bekannt- und das ist ja auch ein sehr richtiger Gedanke - dass Finanztip sich vor allem für eine prognosefreie Anlageform einsetzt, was bedeutet, auf einen möglichst breiten Korb an Firmenbeteiligungen zu setzen (der MSCI World ist eine Möglichkeit hierfür). Das muss nicht heißen, dass man alle anderen Anlageformen ausschließt. Es ist jedem selbst überlassen, wo er seine Risikobereitschaft sieht und welchen Anlageformen er Vertrauen schenkt (manche legen in Wein an, ich trinke den lieber).

    Der DAX hat sich im letzten Jahr deutlich besser als der weltweite Index entwickelt. Wird er das weiterhin tun? Ich weiß es nicht. Meiner Meinung nach hat er einfach etwas aufgeholt, was der MSCI World vorher vorgelegt hat. Dies balanciert auch das Übergewicht von US-Werten etwas aus. Von daher könnte auch künftig der DAX ein interessantes Investment sein - neben den weltweiten Werten.

    Wenn man bisher den DAX als Investment hatte und auch künftig daran als Diversifikationsobjekt glaubt, dann sollte man ihn auch behalten.

    Anderes, aber verwandtes Beispiel: ich habe Geld als relevante Sicherheitskomponente in meinem Depot, dieser Teil hat seinen Wert in 2025 um fast 50 % gesteigert. Sollte ich nun verkaufen? Ich werde einen Teufel tun, sondern diesen Teil einfach behalten, auch wenn er sich künftig vielleicht wieder schlechter als Aktien entwickeln wird...aber er gibt mir Sicherheit da er eine geringe Korrelation mit dem MSCI World hat.

  • Der Artikel ist schwach, da hilft auch kein "schön reden". Auf den Verfasser wirft es kein gutes Licht, denn was hier geraten wird ist Market Timing von der schlechten Sorte und das ganze ohne Rücksicht auf steuerliche Nachteile. Dass in einem gut diversifizierten Depot der DAX keine Rolle spielen sollte, hat damit nichts zu tun.

  • Dass in einem gut diversifizierten Depot der DAX keine Rolle spielen sollte, hat damit nichts zu tun.

    Naja im Prinzip sagt Finanztip aus guten Gründen immerzu, egal wie die Kurse stehen, dass die Anlage auf eine Index wie den DAX viel zu wenig streut. Verglichen mit einen Kaliber wie dem MSCI World sind die 40 DAX Titel einfach ein Klumpenrisiko.

    Dass es nun einen Medienwirksamen Anlass gibt, 25.000 Indexpunkte, sich das mal wieder anzuschauen. Joa. So wie jeden anderen Tag auch. Dann nur ohne Tagesschaubericht.

    Geht halt um die Botschaft: raus aus der Länderwette. Rein in ein marktbreites Investment.

  • Verstehe die Aufregung nicht, FT verbreitet gebetsmühlenartig weltweit zu investieren und darauf ist auch dieser Artikel abgestimmt. Jeder der sich mit der Materie befasst hat, weiß das der DAX ein gewaltiges Klumpenrisiko darstellt, also warum sollte man die Chance nicht nutzen und seine Gewinne in weltweite Anlagen verschieben? Ob dann Steuern anfallen muss natürlich geklärt werden, danach könnte man dann vorgehen. Weiterhin sehe ich das Ganze als Empfehlung und nicht als Vorgabe das so machen zu müssen.

  • Der DAX hat sich im letzten Jahr deutlich besser als der weltweite Index entwickelt. Wird er das weiterhin tun? Ich weiß es nicht. Meiner Meinung nach hat er einfach etwas aufgeholt, was der MSCI World vorher vorgelegt hat. Dies balanciert auch das Übergewicht von US-Werten etwas aus. Von daher könnte auch künftig der DAX ein interessantes Investment sein - neben den weltweiten Werten.

    Die DAX-Unternehmen sind ja auch im MSCI World / ACWI enthalten. Wenn die DAX Werte besser laufen wie andere Werte, wird der Anteil von Deutschland (DAX Unternehmen) in den Indizes automatisch steigen. Ganz ohne dass man extra in einen DAX ETF investiert.

    Wenn man bisher den DAX als Investment hatte und auch künftig daran als Diversifikationsobjekt glaubt, dann sollte man ihn auch behalten.

    Ein zusätzlicher DAX-ETF führt nicht zu mehr Diversifikation, wenn die Unternehmen bereits in einem anderen ETF im Depot enthalten sind. Man mischt nur die Aufteilung der vorhandenen Unternehmen bewusst anders.
    Die Diversifikation im Vermögen erhöht man, wenn man Aktien ins Depot aufnimmt, die man bisher nicht im Depot hat. Oder eben andere Assets integriert (z.B. Gold, Anleihen, Krypto)

  • Verglichen mit einen Kaliber wie dem MSCI World sind die 40 DAX Titel einfach ein Klumpenrisiko.

    Also raus aus 100 % Deutschland mit 14 % SAP und 10 % Siemens samt 8 % Allianz rein in

    72 % USA mit NVIDIA, Apple, Microsoft, Amazon, Broadcom, Meta, Alphabet, Tesla und Jp Morgan (die haben dann auch über 30 % Anteil).

    Da sieht man ein klassisches Klumpenrisiko: SAP mit 14 %……sowas brauche ich nicht.

  • Die wütenden Reaktionen zeigen das der Artikel genau das richtige Thema anspricht. Leider fällt es vielen schwer sich einzugestehen einen Fehler begangen zu haben und noch schwerer ihn zu korrigieren. Um sich da rauszuwinden wird die Versteuerung vorgeschoben. Der Dax ist ein absurdes Klumpenrisiko und klassische home bias Anlegerfehler den man aber wie schön beschrieben jederzeit ausbügeln kann ... hat mein Vater z.B. auch genau so im Depot, zusätzlich dann nochmal Dax Einzelaktien ^^ :/

  • Da sieht man ein klassisches Klumpenrisiko: SAP mit 14 %……sowas brauche ich nicht.

    Standorte in 12 Ländern, 120 Tochterunternehmen quer um den Globus, Anteil des Umsatzes außerhalb Deutschland schlappe 84%. Kann ja jeder halten wie er will, 14% passen wirklich nicht in ein breites Portfolio. Würde der Dax nicht irgendwann einfach kappen, wäre es sogar noch eine Ecke mehr.

    Aber dann dieses Zauberwort "Klumpenrisiko", weil Walldorf ein Klumpen in BaWü ist?

    Für mich ist es eigentlich ja auch ein Klumpenrisiko, dass ich nur mein eigenes Geld investiere. Ich meine, da liegen wir ja schon bei 100%! Es wäre eine viel bessere Diversifikation, wenn ich auch Geld von anderen für mich investieren würde. Also Geld her! Kampf dem Klumpenrisiko!

  • Das größte Problem bei dem Artikel ist dass bei dem Verkauf vom Dax die Steuer ausgelöst wird.. Zumindest hätte das erwähnt werden müssen. Ich finde den Artikel nicht Finanztip like... Hoffe er wird nochmal von der Redaktion erarbeitet