Was verdient ihr & seid ihr zufrieden?

  • Das 4-Töpfe Prinzip zielt mit dem Tagesgeld/Geldmarkt-ETF genau darauf ab, nicht nur fürs Alter zu sparen.

    "Außerdem gilt Dein Tagesgeld auch als Sparkonto, z. B. für Deinen Urlaub"
    https://www.finanztip.de/daily/finanzti…toepfe-prinzip/

    Ich käme nicht auf die Idee, für meine nächste Hobby-Ausrüstung oder den nächsten PC im Welt-ETF zu sparen.

    Ja, das stimmt, aber das wollte ich auch nicht Abrede stellen. Es ging mir um die Frage, wie man die Sparquote gestaltet und dass Sparen für mich und meines Erachtens auch für Finanztip kein Selbszweck ist. Und da lautet die Empfehlung von Finanztip dann, dass man eben rund 20% Sparquote anstreben sollte. Das verstehe ich so, dass man Gehaltssteigerungen dann aber auch entsprechend der 50:30:20-Regel verteilen kann und nicht alles auf Krampf in die Sparquote stecken muss.

    Ich verstehe nicht so ganz, wie der Eindruck entstehen konnte, ich würde statt Tagesgeld ETFs zum Ansparen für Urlaube und Hobbies empfehlen. Aber es ist ja egal - ich sehe das nicht so :)

  • Ja tatsächlich. In der Entgeltordnung steht ab EG13 und gilt dann für EG 14 und 15 folgendes:

    (D) Entgeltgruppen 13 bis 15

    Entgeltgruppe 13

    1. Beschäftigte mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschulbildung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben.

      Wie gesagt fehlt mir die wissenschaftliche Hochschulbildung und so wird darauf abgestellt, dass ich noch die Erfahrung in diesem Bereich sammeln muss.

    Ist das dann nicht diese Art "vorübergehende höherwertige Tätigkeit nach dem Tvöd" bis zu die Voraussetzung wirklich erfüllst? § 14 TvöD - so wohl die Lösung?

  • Ohoh... Lass das aber bloß nicht den Friedrich erfahren 😆. (Ich find's gut.)

    Der Friedrich denkt da meines Erachtens auch viel zu kurz...

    Wenn alle Vollzeit arbeiten, wer engagiert sich denn dann noch ehrenamtlich?

    Sportverein und VHS bieten viele Kurse tagsüber an, ebenso haben viele Behörden und Geschäfte tagsüber geöffnet. Wer geht dann da noch hin, wenn da alle in der Arbeit sind? Sollen die alle von 9-17 Uhr zusperren?

    Sorry für's off topic...

  • Ich bin 60, IT-Angestellter, Niedersachse und komme auf ein Jahresbrutto von knapp über 80.000€. Mein Arbeitgeber zahlt glücklicherweise für mich in eine Betriebsrente ein, die mir im Erlebensfall etwa 700€ bringen wird. Aktuell zahle ich noch mein Haus ab und unterstütze meine Partnerin finanziell. Vor Renteneintritt will ich schuldenfrei sein.
    Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.

  • Ich habe das Gefühl, dass hier vor allem Besserverdiener sind, die sich Finanzen bewusst sind und keine normalos mit 3,5 Brutto

    Zum Glück kenne ich Normalos, die tw. weniger als 3,5 Brutto haben und trotzdem sehr zufrieden sind. Eng wird es bei dem Einen oder Anderen wahrscheinlich dann als Rentner.
    Meine Partnerin ist leider so ein Fall.

  • Glückwunsch zum Aufstieg!

    Aber verstehe ich das richtig? Du übst bereits die Funktion des Amtsleiters in der Praxis aus, musst aber die theoretische Qualifikation noch nachweisen, um auch wie einer bezahlt zu werden?

    Ist beim ÖD leider ganz normal, auch bei Beamten. Ich bin derzeit in A14 eingruppiert, bei Übernahme/Übertragung einer Funktion, die für die Besoldung A15 qualifiziert muss ich erst warten, bis "meine" A15 Stelle frei wird. Das kann, je nachdem welche Wertigkeit die Funktion hat, wie gut die letzte Beurteilung war und auch einfach je nach deiner Kohorte (=wie viele sind noch vor dir zu befördern) mehrere Jahre (>5) dauern. Die Arbeit kriegst du natürlich sofort...


    Ansonsten zum eigentlichen Thema: Mit jährlicher Sonderzahlung und alles Zuschlägen liege ich derzeit bei etwa 85.000€ brutto im Jahr. Der Vorteil beim Netto ist zusätzlich, dass ich nicht in die Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlen muss. Perspektivisch wird es allerdings mittelfristig erstmal weniger, da die Zuschläge für die Kinder demnächst wegfallen dürften, wenn sie mir der Ausbildung fertig sind.

    Ich kann mich auf jeden Fall nicht beschweren, könnte natürlich immer mehr sein ;).

  • Nun, ich verfolge diesen Thread mit Interesse, aber ich habe mich bisher noch nicht geäussert, da ich die Befürchtung hege, dass man mit zu vielen (interessanten/relevanten) Details theoretisch identifizierbar werden könnte.

    Es ist doch zum Glück Deine Entscheidung, wieviel Du ggf. von Dir preisgeben möchtest. Den Namen des wunderschönen Kuhkaffs, in dem ich jetzt wohne, halte ich jetzt bewusst zurück, denn dann weiß ja jeder sofort, dass das nur der gute alte Hugo Egon Balder sein kann 😎

  • Ich hab mit meinem Brutto 4200€ Durchschnittsgehalt am Monatsende noch 1400€ über mit denen ich nicht weis was machen und sparen kann. Ich könnte theoretisch auch jeden oder jeden 2. Monat einen fetten Urlaub machen. Das ist doch gut, da fehlts mir doch an nichts und ich hab gewisse Freiheiten.

    Wahnsinn, an solch ein wundervolles Luxusproblem kann ich mich gar nicht erinnern 👍

  • Zum Glück kenne ich Normalos, die tw. weniger als 3,5 Brutto haben und trotzdem sehr zufrieden sind. Eng wird es bei dem Einen oder Anderen wahrscheinlich dann als Rentner.
    Meine Partnerin ist leider so ein Fall.

    Normalo ist unter 3,5k Brutto nicht mehr. 3,5k sind bereits die untersten 35% der Einkommensbezieher in Deutschland, unter den Bio-Deutschen haben vermutlich sogar 80% mehr. Wenn man darunter verdient ist man nicht mehr weit weg vom Mindestlohn von 2,5k. Und das berücksichtigt nicht Schwarzarbeit oder Trinkgelder.

  • Normalo ist unter 3,5k Brutto nicht mehr. 3,5k sind bereits die untersten 35% der Einkommensbezieher in Deutschland, unter den Bio-Deutschen haben vermutlich sogar 80% mehr. Wenn man darunter verdient ist man nicht mehr weit weg vom Mindestlohn von 2,5k. Und das berücksichtigt nicht Schwarzarbeit oder Trinkgelder.

    Das kommt wohl immer auf die Region an in der man lebt.
    Für meine Umgebung kann man die Ergebnisse hier einsehen:
    https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/SI25_118.pdf

    Und mit 42K (3.500€ Brutto) Jahreseinkommen liegt man in Hamburg bereits deutlich über dem Medianeinkommen (50% weniger/50% verdienen mehr). Also kaum die untersten 35% der Einkommensbezieher, die ja unterhalb des Medians liegen. :/

    Deckt sich such mit meinen Erfahrungen im Bekanntenkreis. Viele denken, dass Sie eher 'normal' verdienen, weil alle in Ihrer Blase ähnlich verdienen. Dabei liegen Sie mit Ihrem Einkommen dann schon deutlich über dem Medianeinkommen. Nur man sieht es halt nicht, weil der Lebensstandard in der eigenen Blase i.d.R. ziemlich ähnlich ist.

  • Beamter einer Landesbehörde, mit allen Zuschlägen nicht ganz 3400 Euro netto.

    Die offizielle Wochenarbeitszeit beträgt 41h, die tatsächliche ist teilweise erheblich höher (aufs Jahr gemittelt eher 44-45h). So schiebe ich derzeit mehrere hundert Überstunden vor mir her und sehe keine realistische Möglichkeit, sie irgendwie abzubauen.

    Dienstfrei ist nur sehr sporadisch möglich (wird aber bei Wunsch immer gewährt), da die Arbeit einfach liegen bleibt und beständig neue dazu kommt.

    Die Arbeitsbelastung ist vom quantitativen Umfang her moderat, aber mit teilweise erheblichen Spitzen, die zu mehreren 10-12h-Tagen hintereinander führen können; dazu kommen gelegentliche, teilweise geplante, teilweise nicht geplante Überstunden am Wochenende.


    Inhaltlich ist die Arbeit sehr verantwortungsvoll und intellektuell eher fordernd.

    Stressresistenz und Leistungsbereitschaft über das "vorgeschriebene Maß" werden inoffiziell vom Dienstherren erwartet und offen im Team untereinander auch gegenüber Neuzugängen kommuniziert. Wer nicht "taugt", hält es nicht lange aus. Entsprechend schwierig ist es, freiwillig Nachersatz zu finden.

    Gemessen an der (auch inhaltlichen) Arbeitsbelastung erscheint mir mein Einkommen unamgemessen niedrig. Entweder müsste ich für die Tätigkeit mehr verdienen, oder aber eine einfacherere Tätigkeit ausüben; dann wären ein niedrigeres Gehalt wohl auch angemessen.

    Aber so, wie es derzeit ist, stimmt es für mich nicht wirklich.

    Positiv hingegen betone ich die Führungskultur der Vorgesetzen, die Angebote an Homeoffice bei Bedarf (Kinder, Monteure im Haus etc), die Arbeitsatmosphäre bzw. den Umgang der "Leidensgenossen" untereinander, das erkennbare Bemühen des Dienstherren, auch "Schwächeren" (Schwangeren, Alleinerziehenden, Transpersonen, Behinderten etc) zu helfen und sie zu unterstützen und natürlich die üblichen Beamten"goodies"; für letztere bin ich trotz der Jammerei sehr dankbar und bin mir am Ende des Tages der Vorzüge auch sehr genau bewusst.

    Alles im Allen bin ich daher (knapp) zufrieden.

  • Diese Diskussion ist ein Offenbarungseid.
    Wer bei einem Gehaltsvergleich nur sein aktuelles Monatsbrutto angibt ohne Wochenstundenzahl und Anzahl der Monatsgehälter/Jahr zu berücksichtigen der wird immer ungenaue Vergleiche anstellen.
    Man lese sich einmal im Netz frei verfügbare Gehaltsvergleiche durch - dann weiß man in etwa wie eine seriöse Gehalts-Einschätzung funktioniert.
    Es ist zum Beispiel ein gewaltiger Unterschied ob man relevante Budget- oder Personalverantwortung hat.
    Ich sag es mal böse: Wer keine Kenntnis von den üblichen Vergütungsmechanismen / relevanten Parametern hat der wird es schwer haben gute Entscheidungen für sein Erwerbsleben zu fällen und folglich oft geringer vergütet werden als andere.

  • Das kommt wohl immer auf die Region an in der man lebt.
    Für meine Umgebung kann man die Ergebnisse hier einsehen:
    https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/SI25_118.pdf

    ...

    Kleiner Hinweis, in der Statistik (für 2021) sind offenbar "alle" Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen Personen erfasst. Es wird also ein Schnitt pro Person errechnet ohne dass erwähnt wird wieviele Stunden tatsächlich gearbeitet werden.

    "Im Jahr 2021 erzielten die 1,02 Mio. Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen mit Wohnsitz in Hamburg einen Gesamtbetrag der Einkünfte (im Folgenden als „Einkommen“ bezeichnet) in Höhe von 51,7 Mrd. Euro. Der durchschnittliche Wert je Steuerpflichtigem betrug 50 727 Euro und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent, so das Statistikamt Nord. Bei 71 Prozent der Steuerpflichtigen lag das Einkommen unter diesem Durchschnittswert. "


    Werden "nur" Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt ergeben sich (hier für 2024) doch etwas andere Zahlen.

    "Im bundesweiten Vergleich lag das mittlere Bruttoeinkommen 2024 in Hamburg am höchsten. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt, verdienten sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte dort im Median 4.527 Euro pro Monat."

    12 x 4.257 = 51.084

    https://www.radiohamburg.de/aktuelles/hamb…-id1424280.html

  • Und mit 42K (3.500€ Brutto) Jahreseinkommen liegt man in Hamburg bereits deutlich über dem Medianeinkommen (50% weniger/50% verdienen mehr). Also kaum die untersten 35% der Einkommensbezieher, die ja unterhalb des Medians liegen. :/

    Wie kommst du auf die Idee 3,5k im Monat (was schon recht wenig ist) wären der Median in Hamburg? Der solle 2026 ungefähr bei 4,7k€ liegen. Ich kenne auch viele Werkstudenten die bereits mehr haben als die 20€/h die man bei 3,5k€ hat. Auch bei Aldi gibt es hier mehr….. das ist wie gesagt nicht mehr weit weg vom Mindestlohn.

  • Wie kommst du auf die Idee 3,5k im Monat (was schon recht wenig ist) wären der Median in Hamburg? Der solle 2026 ungefähr bei 4,7k€ liegen. Ich kenne auch viele Werkstudenten die bereits mehr haben als die 20€/h die man bei 3,5k€ hat. Auch bei Aldi gibt es hier mehr….. das ist wie gesagt nicht mehr weit weg vom Mindestlohn.

    Sorry,
    wie weiter oben zu Recht angemerkt wurde handelt es sich bei meiner ersten Angabe um das Mediangehalt aller Arbeitnehmer in HH (also auch Teilzeitkräfte)! Das Mediangehalt von Vollzeitkräften in HH liegt bei 4,5K€/Monat.

    Nichtsdestotrotz gibt es viele Gegenden Deutschlands in denen auch 3,5K€/Monat über dem Median liegen (Z.B. MV, Sachsen, Thüringen).
    Man muss daher das eigene Gehalt immer im Umfeld betrachten in dem man lebt.

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