Beitragsbemessungsgrenzen 2020 und 2021

Aktuelle Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze

Dr. Britta Beate Schön Stand: 21. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Jeden Monat zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Wieviel, das kommt auf Dein Bruttogehalt an.
  • Dein Arbeitgeber zahlt die eine Hälfte der Beiträge, Du die andere Hälfte.
  • Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu einer Höchstgrenze von Deinem Gehalt abgezogen. Das ist die Beitragsbemessungsgrenze.
  • Im Jahr 2020 liegt diese Grenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 6.900 Euro (West) und 6.450 Euro (Ost) im Monat, für die gesetzliche Krankenversicherung liegt sie bei 4.687,50 Euro.
So gehst Du vor
  • Auf Deiner Lohnabrechnung steht, wie viel Du im Monat jeweils in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlst.
  • Liegt Dein Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze, kannst Du wählen, ob Du bei Deiner gesetzlichen Krankenkasse bleibst oder in die private Krankenversicherung wechselst.

Jeder Arbeitnehmer zahlt von seinem Bruttogehalt Beiträge an die gesetzliche Sozialversicherung. Dazu gehören die Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie die gesetzliche Pflege-, Unfall- und Krankenversicherung. Die Beiträge werden prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet. Der Arbeitgeber trägt je nach Versicherung etwa die Hälfte. Für die gesetzliche Unfallversicherung zahlt er allein.

Wie hoch sind die Sozialversicherungsbeiträge?

Der Gesetzgeber legt die Beiträge zu den Sozialversicherungen hinsichtlich Höhe und Bemessungsgrundlagen fest. Sie richten sich nach dem Einkommen aller Versicherten und werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beitragssätze in der Sozialversicherung in den Jahren 2020 und 2021

Art der VersicherungBeitragssatzArbeitgeberanteilArbeitnehmeranteil
gesetzliche Rentenversicherung118,6 %9,3 %9,3 %
Arbeitslosen-versicherung2

2,4 %

1,20 %

1,20 %

gesetzliche Kranken-versicherung14,6 %

7,3 % plus durchschnittlich
0,55 % (2020)

0,65 % (2021)

7,3 % plus durchschnittlich
0,55 % (2020)

0,65 % (2021)

Pflegeversicherung3,05 %1,525 %

1,525 % (Arbeitnehmer
mit Kind) oder

1,775 % (Arbeitnehmer
ohne Kind)

1 Laut Rentenversicherungsbericht 2019 bleibt der Beitragssatz bis zum Jahr 2024 stabil bei 18,6 Prozent.
2 Wegen des Anstiegs der Kurzarbeit während der Corona-Pandemie ist für 2021 mit einer Erhöhung zu rechnen.
Quelle: Bundesarbeitsministerium (Stand: 17. September 2020)

Jede Krankenkasse legt die Höhe des Zusatzbeitrags selbst fest. Du hast die Möglichkeit, Deine Kasse alle 18 Monate zu wechseln. Falls Deine Krankenversicherung gerade den Zusatzbeitrag erhöht hat, hast Du auch ein Sonderkündigungsrecht

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze erhoben. Für den Teil des Gehalts, der über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, fallen keine weiteren Sozialabgaben an.

Bei welchem Betrag diese Grenze liegt, richtet sich immer nach der Lohnentwicklung im Vorjahr; die Bundesregierung legt den Betrag jedes Jahr neu fest. Wenn das durchschnittliche Einkommen steigt, steigt auch die Grenze, ab der Du keine weiteren Sozialabgaben zahlen musst.

Gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung

JahrBeitragsbemessungsgrenze
20211West: 7.100 €/Monat (= 85.200 €/Jahr)
Ost: 6.700 €/Monat (= 80.400 €/Jahr)
2020West: 6.900 €/Monat (= 82.800 €/Jahr)
Ost: 6.450 €/Monat (= 77.400 €/Jahr)
2019West: 6.700 €/Monat (= 80.400 €/Jahr)
Ost: 6.150 €/Monat (= 73.800 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen entsprechen dem Referentenentwurf vom 3. September 2020.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2019, 2020 sowie Entwurf für 2021

Gesetzliche Krankenversicherung

JahrBeitragsbemessungsgrenze
20211Ost + West: 4.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
2020Ost + West: 4.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)
2019Ost + West: 4.537,50 €/Monat (= 54.450 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen entsprechen dem Referentenentwurf vom 3. September 2020.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2019, 2020 sowie Entwurf für 2021

Wie hoch ist die Versicherungspflicht- oder Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Ab einem bestimmten Einkommen hast Du die Möglichkeit, von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu einer privaten Versicherung (PKV) zu wechseln.

Die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze genannt, richtet sich ebenfalls nach dem Lohnniveau des Vorjahres und ändert sich jedes Jahr (§ 6 Abs. 6 SGB V). Für Menschen, die bereits vor dem Jahr 2003 privat krankenversichert waren, entspricht die JAEG der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Wenn Dein jährliches Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer unter diesen Beträgen liegt, bist Du automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert.

Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung

JahrJahresarbeitsentgeltgrenze
202115.362,50 €/Monat (=64.350 €/Jahr)
20205.212,50 €/Monat (= 62.550 €/Jahr)
20195.062,50 €/Monat (= 60.750 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen entsprechen dem Referentenentwurf vom 3. September 2020.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2019, 2020 sowie Entwurf für 2021

Versicherungspflichtgrenze für PKV-Mitglieder vor 2003

JahrJahresarbeitsentgeltgrenze
202114.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
20204.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)
20194.537,50 €/Monat (= 54.450 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen entsprechen dem Referentenentwurf vom 3. September 2020.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2019, 2020 sowie Entwurf für 2021

Auch wenn Du mit Deinem Gehalt oberhalb dieser Einkommensgrenzen liegst, ist ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung oft nicht ratsam. Anhand unserer Checkliste kannst Du prüfen, ob Du Dir auch langfristig einen Wechsel leisten kannst. Erfüllst Du diese Anforderungen, stellt die PKV für Dich aus finanzieller Sicht kein Risiko dar.

Falls Du Dich als Arbeitnehmer privat krankenversichert hast und jetzt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze gerutscht bist, kannst Du wieder zurück zur gesetzlichen Kasse wechseln.

Mehr zum Wechsel in die private Krankenversicherung

Zum Ratgeber

Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 21. September 2020


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