Beitragsbemessungsgrenzen 2019 und 2020

Aktuelle Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze

Dr. Britta Beate Schön Stand: 04. Dezember 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Jeden Monat zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Wieviel, das kommt auf das Bruttogehalt an.
  • Der Arbeitgeber zahlt die eine Hälfte der Beiträge, der Arbeitnehmer die andere Hälfte.
  • Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu einer Höchstgrenze vom Gehalt abgezogen. Das ist die Beitragsbemessungsgrenze.
  • Im Jahr 2020 liegt sie für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 6.900 Euro (West) und 6.450 Euro (Ost) im Monat, für die gesetzliche Krankenversicherung liegt sie bei 4.687,50 Euro.

Jeder Arbeitnehmer zahlt von seinem Bruttogehalt Beiträge an die gesetzliche Sozialversicherung. Dazu gehören die Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie die gesetzliche Pflege-, Unfall- und Krankenversicherung. Die Beiträge werden prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet. Der Arbeitgeber trägt je nach Versicherung etwa die Hälfte. Für die gesetzliche Unfallversicherung zahlt er allein.

Wie hoch sind die Sozialversicherungsbeiträge?

Der Gesetzgeber legt die Beiträge zu den Sozialversicherungen hinsichtlich Höhe und Bemessungsgrundlagen fest. Sie richten sich nach dem Einkommen aller Versicherten und werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beitragssätze in der Sozialversicherung in den Jahren 2019 und 2020

Art der VersicherungBeitragssatzArbeitgeberanteilArbeitnehmeranteil
gesetzliche Rentenversicherung18,6 %9,3 %9,3 %
Arbeitslosenversicherung

2,5 % (2019)

2,4 % (2020)

1,25 % (2019)

1,20 % (2020)

1,25 % (2019)

1,20 % (2020)

gesetzliche Krankenversicherung14,6 %7,3 % plus durchschnittlich 0,45 % (2019)
0,55 % (2020)
7,3 % plus durchschnittlich
0,45 % (2019) 
0,55 % (2020)
Pflegeversicherung3,05 %1,525 %1,525 % (Arbeitnehmer
mit Kind) oder 1,775 % (Arbeitnehmer
ohne Kind)

Quelle: Bundesarbeitsministerium (Stand: Dezember 2019)

Jede Krankenkasse legt die Höhe des Zusatzbeitrags selbst fest. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Kasse alle 18 Monate zu wechseln. Falls Ihre Kasse gerade den Zusatzbeitrag erhöht hat, haben Sie überdies ein Sonderkündigungsrecht.  

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beiträge werden nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze erhoben. Für den Teil des Gehalts, der über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, fallen keine weiteren Sozialabgaben an.

Bei welchem Betrag diese Grenze liegt, richtet sich nach der Lohnentwicklung im Vorjahr; die Bundesregierung legt den Betrag jedes Jahr neu fest. Wenn das durchschnittliche Einkommen steigt, steigt auch die Grenze, ab der ein Arbeitnehmer keine weiteren Sozialabgaben zahlen muss.

Gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung

JahrBeitragsbemessungsgrenze
2020West: 6.900 €/Monat (= 82.800 €/Jahr)
 Ost: 6.450 €/Monat (= 77.400 €/Jahr)
2019West: 6.700 €/Monat (= 80.400 €/Jahr)
 Ost: 6.150 €/Monat (= 73.800 €/Jahr)
2018West: 6.500 €/Monat (= 78.000 €/Jahr)
 Ost: 5.800 €/Monat (= 69.600 €/Jahr)

Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2018, 2019 und 2020

Gesetzliche Krankenversicherung

JahrBeitragsbemessungsgrenze
2020Ost + West: 4.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)
2019Ost + West: 4.537,50 €/Monat (= 54.450 €/Jahr)
2018Ost + West: 4.425 €/Monat (= 53.100 €/Jahr)

Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2018, 2019 und 2020

Wie hoch ist die Versicherungspflicht- oder Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Ab einem bestimmten Einkommen haben Sie die Möglichkeit, von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu einer privaten Versicherung (PKV) zu wechseln.

Die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze genannt, richtet sich ebenfalls nach dem Lohnniveau des Vorjahres und ändert sich jedes Jahr (§ 6 Abs. 6 SGB V). Für Menschen, die bereits vor dem Jahr 2003 privat krankenversichert waren, entspricht die JAEG der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Wenn Ihr jährliches Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer unter diesen Beträgen liegt, sind Sie automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert.

Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung

JahrJahresarbeitsentgeltgrenze
20205.212,50 €/Monat (= 62.550 €/Jahr)
20195.062,50 €/Monat (= 60.750 €/Jahr)
20184.950 €/Monat (= 59.400 €/Jahr)

Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2018, 2019 und 2020

Versicherungspflichtgrenze für PKV-Mitglieder vor 2003

JahrJahresarbeitsentgeltgrenze
20204.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)
20194.537,50 €/Monat (= 54.450 €/Jahr)
20184.425 €/Monat (= 53.100 €/Jahr)

Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2018, 2019 und 2020

Auch wenn Sie mit Ihrem Gehalt oberhalb dieser Einkommensgrenzen liegen, ist ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung oft nicht ratsam. Prüfen Sie anhand unserer Checkliste, ob Sie sich auch langfristig einen Wechsel leisten können. Erfüllen Sie diese Anforderungen, stellt die PKV für Sie aus finanzieller Sicht kein Risiko dar.

Falls Sie eine private Krankenversicherung haben und jetzt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze gerutscht sind, dann können Sie wieder zurück zur gesetzlichen Kasse wechseln.

Mehr zum Wechsel in die private Krankenversicherung

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Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 04. Dezember 2019


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