Beitragsbemessungsgrenze

Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeden Monat Beiträge an die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die Höhe bemisst sich nach dem Bruttogehalt.
  • In der Regel zahlt der Arbeitgeber die eine Hälfte, der Arbeitnehmer die andere Hälfte der Beiträge. Das war bis Ende 2018 anders: Bei den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlte der Arbeitnehmer mehr.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu einer Höchstgrenze vom Gehalt abgezogen – der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze.
  • 2019 liegt sie für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 6.700 Euro (West) und 6.150 Euro (Ost) im Monat, für die gesetzliche Krankenversicherung liegt sie bei 4.537,50 Euro.
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Jeder Arbeitnehmer zahlt von seinem Bruttogehalt Beiträge an die gesetzliche Sozialversicherung. Dazu gehören die Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie die gesetzliche Pflege-, Unfall- und Krankenversicherung. Die Beiträge werden prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet. Der Arbeitgeber trägt je nach Versicherung etwa die Hälfte. Für die gesetzliche Unfallversicherung zahlt er allein.

Wie hoch sind die Sozialversicherungsbeiträge?

Der Gesetzgeber legt die Beiträge zu den Sozialversicherungen fest in ihrer Höhe und den Bemessungsgrundlagen. Sie richten sich nach dem Einkommen der Versicherten und werden regelmässig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beitragssätze in der Sozialversicherung im Jahr 2018

Art der VersicherungBeitragssatzArbeitgeberanteilArbeitnehmeranteil
gesetzliche Rentenversicherung18,6 %9,3 %9,3 %
Arbeitslosenversicherung3 %1,5 %1,5 %
gesetzliche Krankenversicherung14,6 %7,3 %7,3 % plus Zusatzbeitrag von durchschnittlich 1 %
Pflegeversicherung2,55 %1,275 %1,275 % (Arbeitnehmer mit Kind)
1,525 % (Arbeitnehmer ohne Kind)

Jede Krankenkasse legt die Höhe des Zusatzbeitrags in eigener Verantwortung fest. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Kasse alle 18 Monate zu wechseln. Falls Ihre Kasse gerade den Zusatzbeitrag erhöht hat, haben Sie überdies ein Sonderkündigungsrecht.

Beitragssätze in der Sozialversicherung im Jahr 2019

Art der VersicherungBeitragssatzArbeitgeberanteilArbeitnehmeranteil
gesetzliche Rentenversicherung18,6 %9,3 %9,3 %
Arbeitslosenversicherung2,5 %1,25 %1,25 %
gesetzliche Krankenversicherung14,6 %7,3 % plus Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,45 %7,3 % plus Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,45 %
Pflegeversicherung3,05 %1,525 %1,525 % (Arbeitnehmer mit Kind)
1,775 % (Arbeitnehmer ohne Kind)

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beiträge werden allerdings nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze erhoben. Für den Teil des Gehalts, der über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, fallen keine weiteren Sozialabgaben an.

Bei welchem Betrag diese Grenze liegt, richtet sich nach der Lohnentwicklung im Vorjahr; die Bundesregierung legt den Betrag jedes Jahr neu fest. Wenn das durchschnittliche Einkommen steigt, steigt auch die Grenze, oberhalb derer ein Arbeitnehmer keine weiteren Sozialabgaben zahlen muss.

Gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung

Jahr Beitragsbemessungsgrenze
2019 West: 6.700 €/Monat (= 80.400 €/Jahr)
Ost: 6.150 €/Monat (=73.800 €/Jahr)
2018 West: 6.500 €/Monat (= 78.000 €/Jahr)
Ost: 5.800 €/Monat (= 69.600 €/Jahr)
2017 West: 6.350 €/Monat (= 76.200 €/Jahr)
Ost: 5.700 €/Monat (= 68.400 €/Jahr)


Gesetzliche Krankenversicherung

Jahr Beitragsbemessungsgrenze
2019 Ost + West: 4,537,50 €/Monat
( = 54.450 €)
2018 Ost + West: 4.425 €/Monat
( = 53.100 €/Jahr)
2017 Ost + West: 4.350 €/Monat
(= 52.200 €/Jahr)

Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2017 und 2018 und 2019.

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Wie hoch ist die Versicherungspflicht- oder Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Ab einem bestimmten Einkommen haben Sie die Möglichkeit, von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu einer privaten Versicherung (PKV) zu wechseln. Die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze genannt, richtet sich ebenfalls nach dem Lohnniveau des Vorjahres und ändert sich jedes Jahr (§ 6 Abs. 6 SGB V). Für Menschen, die bereits vor dem Jahr 2003 privat krankenversichert waren, entspricht die JAEG der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Wenn Ihr jährliches Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer unter diesen Beträgen liegt, sind Sie in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert.

Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung

Jahr Jahresarbeitsentgeltgrenze
2019 5.062,50 €/Monat (= 60.750 €/Jahr)
2018 4.950 €/Monat (= 59.400 €/Jahr)
2017 4.800 €/Monat (= 57.600 €/Jahr)

Versicherungspflichtgrenze für PKV-Mitglieder vor 2003

JahrJahresarbeitsentgeltgrenze
20194.537,50 €/Monat (= 54.450 €/Jahr)
20184.425 €/Monat (= 53.100 €/Jahr)
20174.350 €/Monat (= 52.200 €/Jahr)

Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2017 und 2018 und 2019.

Auch wenn Sie mit Ihrem Gehalt oberhalb dieser Einkommensgrenzen liegen, ist ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung oft nicht ratsam. Prüfen Sie anhand unserer Checkliste, ob Sie sich auch langfristig einen Wechsel leisten können. Erfüllen Sie diese Anforderungen, stellt die PKV für Sie aus finanzieller Sicht kein Risiko dar. Falls Sie schon eine private Krankenversicherung haben und jetzt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze gerutscht sind, dann können Sie wieder zurück zur gesetzlichen Kasse wechseln.

Mehr zum Wechsel in die private Krankenversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Prüfen Sie den Wechsel gut

  • Nur wer strenge Kriterien erfüllt, sollte sich einen Wechsel überlegen.
  • Beamte und Selbständige dürfen in die PKV.
  • Angestellte über der Jahresarbeitsentgeltgrenze.
  • Fragen Sie einen Honorarberater.

» Zum Ratgeber

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter britta.schoen@finanztip.de.