Midijob Bis zu 2.000 Euro verdienen: Das bringt Dir ein Midijob

Jörg Leine
Jörg Leine
Experte Steuern

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem Midijob verdienst Du 2026 mehr als 603 Euro und höchstens 2.000 Euro.
  • Obwohl Du im Midijob nicht den vollen Beitragssatz in Rentenversicherung & Co. einzahlst, hast Du trotzdem Anspruch auf die vollen Leistungen.
  • Steuerlich wird ein Midijob ganz normal behandelt, mit einer Steuererklärung kannst Du Steuern sparen. 

So gehst Du vor

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  • Besonders überzeugt hat Finanztip zudem die kostenlose App Check24 Steuer.
  • Willst Du eine klassische Steuersoftware, bietet sich neben Wiso Steuer auch Tax 2026 als günstigere Alternative an.
  • Weitere Empfehlungen findest Du in unserer Anbietertabelle.

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Was ist ein Midijob?

Der Midijob ist eine Zwischenstufe beim Gehalt zwischen Minijob und einem normalen Job mit voller Beitragspflicht zu den Sozialversicherungen.
Bis 2019 hieß der Midijob im Fachjargon noch Gleitzone. Mittlerweile ist er im Sozialgesetzbuch IV als Übergangsbereich definiert, was ihn auch ganz gut beschreibt. Doch wann hast Du einen Midijob? Das beantworten wir jetzt.

Wie hoch ist die Midijob Grenze?

Von einem Midijob spricht man, wenn das monatliche Bruttogehalt zwischen einer Verdienstunter- und Obergrenze liegt. 

  • Untergrenze: Im Jahr 2026 beginnt der Midijob, wenn Du mehr als 603 Euro im Monat verdienst. Hast Du weniger oder genau 603 Euro, bist Du ein Minijobber. Im Jahr 2025 lag diese Grenze noch bei 556 Euro.
  • Obergrenze: Als Midijobber kannst Du bis zu 2.000 Euro brutto verdienen. Rutschst Du mit Deinem Gehalt über diesen Betrag, hast Du einen ganz normalen Job. In diesem Fall verlierst Du Vergünstigungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen, die Dir der Midijob bietet. Diese obere Grenze gilt unverändert seit 1. Januar 2023.

Wie ändert sich die Midijob Grenze und 2027?

Ein Midijob wird 2027 voraussichtlich zwischen 633 und 2.000 Euro brutto liegen. Der Grund für die regelmäßige Anhebung der Untergrenze ist, dass sie exakt die Minijob-Grenze ist. Und diese Grenze beim Minijob orientiert sich seit ein paar Jahren am gesetzlichen Mindestlohn.  

Die Bundesregierung hatte am 29. Oktober 2025 beschlossen, dass der Mindestlohn am 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro und am 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro angehoben wird. Das bedeutet, dass die Minijob-Grenze 2026 auf 603 Euro und 2027 auf 633 Euro steigt. 

Wann hast Du keinen Midijob?

Selbst wenn Du innerhalb der Midijob Grenze liegst, profitierst Du nicht immer von den Vorteilen des Midijobs. Das ist der Fall, wenn

  • Du im Praktikum, in Ausbildung, im Bundesfreiwilligendienst oder in Kurzarbeit bist
  • Du den Midijob als Nebenjob zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung oder einem anderen Midijob ausübst und mit beiden Verdiensten über die 2.000-Euro-Grenze kommst

Warum kann ein Midijob gut für Dich sein?

Du hast mit einem Midijob jeden Monat mehr Netto vom Brutto als ohne die Regelungen des Midijobs. Du zahlst weniger Beiträge in die Sozialversicherung, also prozentual geringere Beiträge für die Rentenversicherung, die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung und die Arbeitslosenversicherung

Am Anfang, also knapp über der Untergrenze von 603 Euro im Jahr 2026 zahlst Du fast gar keine SV-Beiträge. Das steigert sich Schritt für Schritt - und erst ab 2.000 Euro brutto werden die vollen SV-Beiträge fällig. 

Hast Du im Midijob Nachteile bei den Leistungen?

Auch wenn Du im Midijob weniger in die Ren­ten­ver­si­che­rung und Co. einzahlst, musst Du Dir keine Sorgen machen, dass Du als Arbeitnehmer Nachteile hast. Wie Angestellte in einem „normalen“ Job Anspruch stehen Dir die vollen Leistungen und Absicherungen der Ren­ten­ver­si­che­rung, Kran­ken­ver­si­che­rung und Pfle­ge­ver­si­che­rung zu.

Das heißt: Trotz Deiner geringeren Beiträge zur Ren­ten­ver­si­che­rung erwirbst Du die vollen Ansprüche wie andere Angestellte auch. Du erhöhst Deine Rente, bekommst Wartezeit gutgeschrieben und kannst Dir den Anspruch auf eine Reha oder Er­werbs­min­de­rungs­ren­te sichern.

Zudem bekommst Du im Gegensatz zum Minijob auch Arbeitslosengeld, wenn Du Deinen Midijob verlierst. Du bist komplett über die Arbeitslosenversicherung abgesichert.

Wie hoch sind die SV-Beiträge im Midijob 2026?

Bruttogehalt im Monat

SV-Beiträge 

mit Midijobregel

SV-Beiträge

ohne Midijobregel

Ersparnis
604 Euro0,31 €131,37 €131,06 €
800 Euro61,34 €174,00 €112,66 €
1.000 Euro123,62 €216,50 €93,88 €
1.200 Euro185,89 €261,00 €75,11 €
1.400 Euro248,17 €304,50 €56,33 €
1.600 Euro310,45 €349,00 €37,55 €
1.800 Euro372,72 €391,50 €18,78 €
2.000 Euro435,00 €435,00 €0 €

Quelle: Midijob-Rechner der Deutschen Rentenversicherung für einen kinderlosen Single über 23 Jahren mit 2,9 % Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (Stand: 11. Juli 2026) 

In der Tabelle kannst Du ablesen, wie viel weniger Du insgesamt für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlst als ohne die Midijobregel in der Gleitzone. Bedenke, dass Du trotzdem immer die vollen Leistungen erwirbst. 

Generell gilt: Die Höhe Deiner Beiträge zur Sozialversicherung steigt linear mit Deinem Gehalt, bis Du genauso viel zahlst wie beim vollen Beitragssatz von 20 bis 21 Prozent. Den musst Du zahlen, wenn Du die Verdienstobergrenze von 2.000 Euro erreichst. 

Wie lief es bei den SV-Beiträgen im Midijob 2023, 2024 und 2025?

Beginnend mit dem ersten Euro über 520 Euro hattest Du im Jahr 2023 laut Paragraf 20 des Sozialgesetzbuchs IV insgesamt rund 0,052 Prozent Beitragssatz für die Sozialversicherungen. Das bedeutet, dass Du am Ende von Deinem 521 Euro Bruttogehalt in Steuerklasse 1 bis 4 genau 520,73 Euro Nettogehalt auf dem Konto hattest.
Das Netto wird geringer, wenn Du in Steuerklasse 5 oder Steuerklasse 6 bist.

Da 2024 die Grenze für den Minijob von 520 auf 538 Euro stieg, haben sich die Zahlen ganz leicht verändert. Von einem Brutto in Höhe von 539 Euro blieben Dir 2024 demnach 538,71 Euro. Immer unter der Annahme, dass Du nicht in den schlechten Steuerklassen 5 oder 6 bist.

Zum 1. Januar 2025 ist die untere Midijob Grenze erneut gestiegen - jetzt sind es 556 Euro. Von einem Brutto von 557 Euro bekommst Du 556,70 Euro netto raus, wenn Du in Steuerklasse 1 bis 4 bist. 

Du hast jetzt gesehen, wie Du von den ermäßigten SV-Beiträgen im Midijob profitierst. Wie es mit den Steuern aussieht und welche Rolle die Steuerklasse spielt, erfährst Du jetzt.

Wie wird ein Midijob versteuert?

Dir wird im Midijob ganz normal Deine Lohnsteuer vom Bruttogehalt abgezogen - und von Deinem Chef oder Deiner Chefin ans Finanzamt überwiesen. Wenn Du denn überhaupt welche zahlen musst. Denn Du zahlst sehr oft gar keine Steuern. 

  • Bist Du in der besten Steuerklasse 3, zahlst Du gar keine Steuern. Allerdings ist Dein Ehepartner oder Deine Ehepartnerin dann automatisch in der ungünstigen Steuerklasse 5 ist.
  • Bist Du alleinerziehend und in der Steuerklasse 2, werden erst über 1.800 Euro Bruttogehalt Steuern fällig.
  • In den Steuerklassen 1 und 4 zahlst Du erst knapp über 1.400 Euro brutto Lohnsteuer.
  • Nur in Steuerklasse 5 und Steuerklasse 6 zahlst Du im Midijob immer Steuern.

Die wesentlichen Gründe sind der steuerfreie Grundfreibetrag von 12.096 Euro im Jahr 2026, die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.230 Euro und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro. 

Tabelle: Wie viel Lohnsteuer zahlst Du im Midijob 2026?

Monatsgehalt
Brutto

Steuerklasse 1 und 4

(kein Kind)

Steuerklasse 2

(1 Kind)

1.400 €

0,00 €

0,00 €

1.500 €

9,25 €

0,00 €

1.600 €

22,25 €

0,00 €

1.700 €

36,58 €

0,00 €

1.800 €

52,41 €

0,00 €

1.900 €

69,58 €

5,58 €

2.000 €

88,16 €

18,25 €

Quelle: BMF-Steuerrechner, gerechnet für eine Person über 23 Jahre mit 2,9 % Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ohne Kirchensteuer (Stand: 15. Juli 2026) 

Kannst Du auch im Midijob Steuern sparen?

Ja, Du kannst Dir mit einer Steuererklärung zumindest einen Teil der gezahlten Steuern vom Staat zurückholen. Denn entscheidend für Deine jährliche Einkommensteuer ist Dein zu versteuerndes Einkommen. Und das kannst Du drücken, wenn Du in Deiner Steuererklärung Sachen zum Absetzen angibst: zum Beispiel Werbungskosten wie die Fahrten zur Arbeit, Homeoffice-Pauschale oder Arbeitsmittel. Es gelten für Dich im Midijob die gleichen steuerlichen Regeln wie für “normale” Angestellte.

Mach also unbedingt Deiner Steuer. Es ist auch gar nicht schwer – wenn Du eine Steuer-Software oder eine Steuer-App nutzt. Wir haben bei Finanztip die verschiedenen Programme und Apps für Dich getestet. 

Wo findest Du mehr zur Steuersoftware?

  • Finanztip empfiehlt für das Steuerjahr 2025 für alle Fälle Wiso Steuer – als App und am Computer als Software. Besonders überzeugt hat Finanztip zudem die kostenlose App Check24 Steuer.
  • Willst Du eine klassische Steuersoftware, bietet sich neben Wiso Steuer auch Tax 2026 als günstige Alternative an. Weitere Empfehlungen findest Du in unserer Anbietertabelle.

Zum Ratgeber

Wie viel Netto hast Du im Midijob mehr?

Wir können das an dieser Stelle natürlich nicht für jeden Einzelfall darstellen - aber ein Beispiel haben wir durchgerechnet und in der folgenden Grafik aufbereitet. 

Wie viele Stunden darfst Du im Midijob arbeiten?

Wie lange Du maximal in einem Job im Monat arbeiten darfst, hängt von Deinem Stundenlohn ab. Denn generell gilt auch für einen Midijob der gesetzliche Mindestlohn. Dieser beträgt im Jahr 2026 genau 13,90 Euro pro Stunde.

Wenn Du den Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde bekommst, darfst Du maximal knapp 144 Stunden im Monat arbeiten. Eine 40-Stunden-Vollzeitstelle dürfte im Schnitt bei 176 Stunden im Monat liegen. Das heißt, dass ein Midijob im Jahr 2026 immer eine Teilzeitstelle sein muss, höchstens eine 32-Stunden-Stelle pro Woche.

Liegt Dein Stundenlohn aber über dem Mindestlohn, werden es entsprechend weniger Stunden. Zum Beispiel sind bei einem Stundenlohn von 20 Euro nur 100 Arbeitsstunden im Monat drin. 

Lässt sich der Midijob mit einem Minijob kombinieren?

Ja, Du darfst neben einem Midijob auch zusätzlich einen Minijob haben. Das ist eine gute Möglichkeit, mehr auf dem Konto zu haben und passt vermutlich oft auch gut zu einem Teilzeitjob.

Das heißt: Du darfst einen Midijob haben und damit brutto bis zu 2.000 Euro im Monat verdienen. Und zusätzlich noch einen steuerfreien Minijob mit bis zu 603 Euro im Jahr 2026 aufnehmen. Den Minijob musst Du nicht einmal in der Steuererklärung angeben. 

Warum wurde der Midijob 2022 und 2023 richtig attraktiv?

2022 und 2023 hatte sich die Obergrenze zweimal deutlich erhöht und es passierte auch was mit den SV-Beiträgen - mit spürbaren und vor allem positiven Auswirkungen. Das wollen wir Dir jetzt noch als Hintergrundinfo mit auf den Weg geben.

Diese Steigerung kam in zwei Schritten: Im Oktober 2022 hatte der Gesetzgeber diese Verdienst-Obergrenze beim Midijob von 1.300 auf 1.600 Euro erhöht, im Januar 2023 dann auf die immer noch gültigen 2.000 Euro. Zudem wurde die Höhe der SV-Beiträge verändert und Midijobber bekommen seitdem die vollen Rentenansprüche gutgeschrieben.

Was war die Minijob-Falle?

Die neuen Midijobregeln seit Oktober 2022 waren eine Reaktion der Politik auf ein unerwünschtes Phänomen: die sogenannte Minijob-Falle

Hintergrund: Nach alter Regelung schlugen die So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge bereits ab dem ersten Cent über der Verdienstuntergrenze von damals 450 Euro mit rund 10,06 Prozent zu Buche. Das sorgte dafür, dass es sich für manche Minijobber nicht lohnte, die Arbeitszeit geringfügig aufzustocken. Dann damit hätten sie sogar weniger netto vom Brutto gehabt als vorher.

Beispiel: Udo stockte seinen Minijob Anfang 2022 von 450 Euro auf einen Midijob mit 451 Euro auf. Weil er darauf nun die Sozialabgaben von rund 10,07 Prozent zahlen musste, hatte er am Ende nur 405,59 Euro auf dem Konto. Obwohl er also mehr gearbeitet hatte, hatte er 45,41 Euro weniger auf dem Konto. Um auf das gleiche Nettogehalt wie als Minijobber zu kommen, hätte Udo als Midijobber so viel mehr arbeiten müssen, dass er 510 Euro brutto verdient hätte. Er steckte also in der Minijob-Falle.

Diese Minijob-Falle war auch dem Gesetzgeber ein Dorn im Auge. Der hat schon allein wegen der Sozialversicherungen ein Interesse daran, dass Du möglichst gut verdienst. Als Minijobber sorgst Du beispielsweise mit weniger oder wahlweise sogar gar keinen Einzahlungen in die Ren­ten­ver­si­che­rung schlechter für Dein Alter vor und der Staat muss Dich eventuell im Ruhestand unterstützen.

Deswegen landet seit Oktober 2022 von jedem mehr verdienten Euro brutto auch netto mehr auf Deinem Konto.

Beispiel: Hätte Udo nach der alten Regelung seinen 520-Euro-Minijob auf einen 521-Euro-Midijob aufgestockt, hätte er rund 476 Euro netto verdient. Nach der neuen Regelung zahlt er 2023 stattdessen nur Sozialabgaben von 0,27 Cent und verdient netto 520,73 Euro.

Was gut für Udo und andere Midijobber ist, ist eher schlecht für die Arbeitgeber. Die müssen nämlich auch weiterhin einen großen Teil der jeweiligen Differenz zum vollen Arbeitnehmeranteil übernehmen. Die Rentenversicherung übernimmt den Teil des Beitragssatzes, der übrig bleibt.

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