Geldgespräche mit meiner Frau...

  • Zum Thema unterschiedlicher Verdienst (hier am Beispiel USA, wird hier aber nicht anders sein):

    https://www.payscale.com/featured-content/gender-pay-gap

    Unter Annahme genau gleicher Bedingungen (Job, Qualifikation (einschließlich Erfahrung usw.) wird quasi das gleiche für beide gezahlt - keine "salary gap". Der Unterschied im Übrigen ("earnings gap" - Vergleich der Gesamtheit des Geldes von Frauen und Männern verdient) ergibt sich allein aus den unterschiedlich ergriffenen Berufen, Stundenkontigenten (Teilzeit-/Vollzeit), unterschiedlichen Berufserfahrungszeiten etc.

  • Gleichermaßen muss man sich eben der Vergütung der nachgegangenen Tätigkeit bewusst sein. Dass Frauen sich - nicht ausnahmslos (der Anteil von Frauen bei Medizinern und Juristen steigt bspw. seit Jahren und ist im Studiumsbereich mitunter die Mehrheit) - aber zu einem signifikanten Anteil für Berufe entscheiden, die eine geringere Vergütung erfahren, ist etwas, dass entsprechend bei der finanziellen Kalkulation berücksichtigt werden muss. Dieses Berücksichtigen und Kalkulieren muss man aber wollen.

    Nochmal: die Zahlen zeigen, dass von Frauen in Deutschland rund 20 % von Altersarmut bedroht sind – das ist deutlich mehr als bei Männern. Das liegt nicht nur an ihren Entscheidungen, sondern an Realitäten wie unbezahlter Pflegearbeit, Teilzeitbeschäftigung, Lohngefälle. Die Statistiken belegen, dass Frauen im Durchschnitt 27 % weniger Alterseinkünfte erhalten als Männer. Ergebnis von jahrzehntelanger Ungleichheit im Arbeitsmarkt!

    Was Teilzeit anbelangt, Frauen übernehmen immer noch den Großteil von Care-Arbeit. Wer sich sozial engagiert, ist so schon auf mehreren Ebenen benachteiligt,darf sich dazu noch Vorwürfe anhören, sich "nicht gut" entschieden zu haben.

  • Ich sehe derzeit grundsätzlich 5 Wege, wobei nur zwei wirklich empfehlenswert sind. Hier die Reihenfolge nach Sinnhaftigkeit. Von klug bis unklug:

    1. Selbst informieren. Günstig investieren und breit diversifiziert anlegen.
    2. Honorarberater, Verbraucherzentrale
    3. Banken und Sparkassen.
    4. Strukturvertriebe / provisionsbasierte Verkäufer.
    5. Selbst informieren. Zocken, Market Timing, Krypto,...

    Das lässt tief blicken, wie Du das selbst Informieren in der Vergangenheit betrieben hast (Hervorhebung von mir). Noch hinter den Strukturvertrieben. Demnach warst Du nicht sehr diszipliniert (rational?/klug?) dabei.

    Davon abgesehen, fängt sparen und anlegen ganz woanders an und es gibt auch noch andere Finanzinstrumente.

  • Das liegt nicht nur an ihren Entscheidungen

    Natürlich liegt das an ihren Entscheidungen. Sehe ich ja in unserem Umfeld. Da haben wir zum Beispiel die eine Familie, wo sie Hauswirtschafterin ist und er Informatiker. Bei einer anderen Familie ist sie Polizistin im Innendienst, er Koch. Dreimal darfst du raten, wer die Erziehungszeiten genommen hat...es ist immer der Elternteil mit geringerem Einkommen und wechselhaften Arbeitszeiten.

  • Das lässt tief blicken, wie Du das selbst Informieren in der Vergangenheit betrieben hast (Hervorhebung von mir). Noch hinter den Strukturvertrieben. Demnach warst Du nicht sehr diszipliniert (rational?/klug?) dabei.

    Davon abgesehen, fängt sparen und anlegen ganz woanders an und es gibt auch noch andere Finanzinstrumente.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, worauf du hinauswillst. Welche Relevanz haben meine früheren Anlagefehler für die Feststellung, dass man rational investieren sollte?


    Mir fällt auf, dass sich deine Antworten stark auf meine Person konzentrieren. Es wäre hilfreicher, wenn wir uns auf die inhaltlichen Argumente konzentrieren würden. Ad hominem helfen niemandem weiter.

  • Zum Thema unterschiedlicher Verdienst (hier am Beispiel USA, wird hier aber nicht anders sein):

    Mit dieser Annahme liegst Du falsch.

    https://www.payscale.com/featured-content/gender-pay-gap

    Unter Annahme genau gleicher Bedingungen (Job, Qualifikation (einschließlich Erfahrung usw.) wird quasi das gleiche für beide gezahlt - keine "salary gap".

    Das bereinigte Gender Pay Gap beträgt in Deutschland 6 %. D.h. vergleichbare Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiografie.

    Der Unterschied im Übrigen ("earnings gap" - Vergleich der Gesamtheit des Geldes von Frauen und Männern verdient) ergibt sich allein aus den unterschiedlich ergriffenen Berufen, Stundenkontigenten (Teilzeit-/Vollzeit), unterschiedlichen Berufserfahrungszeiten etc.

    Wobei man auch hier nicht einfach eine Schuldzuweisung vornehmen darf, nach dem Motto: Selbst dran schuld, wenn Du Dir den falschen Job aussuchst.

    Die Wahl von Berufen ist keineswegs völlig frei von gesellschaftlichen Zwängen. Frauen in "Männerberufen" haben es nicht unbedingt einfach. Das geht schon los mit Banalitäten wie fehlenden Damentoiletten, und endet keineswegs bei Belästigungen.

    Teilzeit/Vollzeit sind nur teilweise selbst gewählt. Der soziale Druck auf Frauen ist deutlich höher als auf Männer, ihre bezahlte Arbeitszeit im Fall von Mutterschaft oder Pflege zu reduzieren.

    Die Berufserfahrungszeiten werden meiner Einschätzung nach in Deutschland stark überbewertet. Es ist ja keineswegs so, dass man seine beruflichen Erfahrungen innerhalb von 12 Monaten Babypause vergessen würde. Hier verstecken sich Effekte wie die Angst der Arbeitgeber, dass Mütter häufiger krank sind durch die Kinder. Die Kinder von Vätern werden zwar auch krank, nur die bleiben in der Regel deswegen nicht zu Hause. Die fehlende Unterstützung von Eltern wird hier zum großen Teil auf dem Rücken der Frauen ausgetragen.

  • Das mit den Frauen in "Männerberufen" kann ich bestätigen. Wollte in der Oberstufe Informatik belegen. Kurs war voll. Komischerweise haben jedoch alle Jungs einen Platz bekommen, nur wir beiden Mädels durften nicht. Zufall? Bin trotzdem Software Ingenieurin geworden. Ätschibätsch 8o

    Aber ich hatte während des Studiums oft das Gefühl, man muss sich als Frau beweisen, dass man dort sein darf. In meinem Arbeitsalltag ist es zum Glück nicht mehr so. Aber ich denke das liegt viel am Team in dem man arbeitet.


    Bei mir in der Partnerschaft ist es übrigens andersrum mit dem Geld. Ich verdiene genauso viel wie mein Partner, habe aber doppelt so viel in Aktien investiert wie er. Und er eigentlich auch nur, weil ich ihm gesagt habe, was er machen soll :D Er interessiert sich nicht dafür, hat einfach keine Lust. Lieber alles auf Tagesgeld. Dass er damit weit über der Einlagensicherung ist, habe ich ihm schon mehr als 1x gesagt X/

  • Aber ich hatte während des Studiums oft das Gefühl, man muss sich als Frau beweisen, dass man dort sein darf. In meinem Arbeitsalltag ist es zum Glück nicht mehr so. Aber ich denke das liegt viel am Team in dem man arbeitet.

    Im Studium mag es noch anders aussehen, aber wer eine Frau in einem von Männern dominierten Beruf ist, hat meiner Erfahrung nach auf dem Arbeitsmarkt oft klare Vorteile. Gerade in großen, gut zahlenden Unternehmen sorgen (indirekte) Quoten dafür, dass Frauen mit einem soliden Abschluss bei Bewerbungen praktisch sicher berücksichtigt werden. Das war nicht immer so und ich halte diese Entwicklung für positiv, denn mehr Frauen in solchen Berufen führen nachweislich zu besseren Ergebnissen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir aber die Opferrolle, die manche Frauen einnehmen, nicht gerechtfertigt.

  • Im Studium mag es noch anders aussehen, aber wer eine Frau in einem von Männern dominierten Beruf ist, hat meiner Erfahrung nach auf dem Arbeitsmarkt oft klare Vorteile. Gerade in großen, gut zahlenden Unternehmen sorgen (indirekte) Quoten dafür, dass Frauen mit einem soliden Abschluss bei Bewerbungen praktisch sicher berücksichtigt werden. Das war nicht immer so und ich halte diese Entwicklung für positiv, denn mehr Frauen in solchen Berufen führen nachweislich zu besseren Ergebnissen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir aber die Opferrolle, die manche Frauen einnehmen, nicht gerechtfertigt.

    Weil das seit wie vielen Jahren so ist und in welchen Branchen, hat die Mehrheit der Frauen deshalb Vorteile? Vielleicht magst Du erklären, warum bei all den Vorteilen in den Führungspositionen immer noch weit mehr Männer als Frauen berücksichtigt werden. In dem mittelständischen Unternehmen mit rund 35.000 Mitarbeitern, in dem ich tätig war, waren Frauen in Führungspositionen exotische Wesen. Die Männerquote war so hoch, dass es bei einer Betriebsfeier sogar eine Striptease Vorführung gab.

    Die Benachteiligungen sind heute vielleicht nicht mehr so krass wie in der Vergangenheit, aber weg sind sie deshalb noch lange nicht. Zudem haben Benachteiligungen von vor 30 Jahren bis ins hohe Rentenalter ihre Folgen. Für die betroffenen Frauen verschwinden die nicht einfach so mit wachsendem Alter.

  • … aber wer eine Frau in einem von Männern dominierten Beruf ist, hat meiner Erfahrung nach auf dem Arbeitsmarkt oft klare Vorteile. Gerade in großen, gut zahlenden Unternehmen sorgen (indirekte) Quoten dafür, dass Frauen mit einem soliden Abschluss bei Bewerbungen praktisch sicher berücksichtigt werden.

    Ist das eine Variante des „Eine Quote sorgt dafür, dass mittelprächtige Frauen exzellenten Männern den Job weg nehmen, weil es nicht mehr auf die Qualität, sondern das Geschlecht ankommt“-Arguments?

  • Vielleicht magst Du erklären, warum bei all den Vorteilen in den Führungspositionen immer noch weit mehr Männer als Frauen berücksichtigt werden.

    Frauen sind in den dafür notwendigen Studiengängen, Fortbildungen und Seminaren unterrepräsentiert und bewerben sich zudem seltener auf diese Stellen. Soll das jetzt wieder die „Die-Männer-sind-schuld“-Keule sein?
    Unterschiede im Temperament und in den Karrierepräferenzen sind gut erforscht.
    Oder glaubst du, Frauen würden von Männern, die Ingenieurstudiengänge beginnen, in Berufe wie Erzieherin, Grundschullehrerin oder Pflegekraft gedrängt?
    Deine Aussagen sind ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen, die sich bewusst für diesen Weg entschieden haben und heute Führungskräfte sind.

    Mit dem Bankensektor kenne ich mich aus. Dort arbeiten in der Regel deutlich mehr Frauen als Männer. Wenn jedoch Fortbildungen oder Seminare für Führungspositionen angeboten werden, stammen rund 80 % der Bewerbungen von Männern. Wo sind dann all die Feministinnen, die von Benachteiligung sprechen, wenn es konkret um solche Chancen geht? Ach ich vergaß. Die werden ja zu Hause von ihren Männern zur Hausarbeit und Kindererziehung gezwungen. :rolleyes:

  • Das Hauptproblem liegt vielmehr in der extrem mangelhaften Qualität der Beratungsleistungen bei Banken und Sparkassen.

    Das sehe ich auch so.

    Insbesondere im risikobehafteten Teil der Geldanlage, der für die Altersvorsorge gedacht ist.

    Der liegt bei uns nicht bei der Volksbank. Darum kümmert sich ein Honorarberater.

    Das Verständnis fehlt in diesem Land völlig. Egal ob Mann oder Frau.

    Das unterschreibe ich so.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Ob Weiterbildung, Projekte, Besprechungen - ob nun Politik oder Banken oder oder oder, immer dasselbe. Nicht familienfreundlich organisiert. Sagen übrigens auch junge Familienmänner.

    Wenn Frauen sagen, sie möchten Karriere, nicht Kind - wie schnell dann (sogenannte) Partner weg sind. Er will auch lieber Karriere als Haushalt und sucht sich eine mit altmodischerer Attitüde. Und um seine Eltern kümmert sich im Alter meist wer? Retro ist gerade in, gibt nicht nur in D eine Partei, die das pusht.

  • Ich persönlich denke, Frauen interessieren sich weniger für Geld als für Mode, Einrichtung und soziale Bereiche. Klingt plakativ, erlebe ich aber ständig in meinem Umfeld. Frauen bringen sich noch gerne ein, wenn es um den Kauf einer Spülmaschine oder Waschmaschine geht, beim Auto entscheidet dann schon oft der Mann und wenn es um Technik wie PC, Photovoltaik oder Heizung geht, steigen die meisten komplett aus. Finanzen sind auch so ein Thema, wo sehr viele dankend abwinken. Zu wenig fassbar, zu unpersönlich, zu abstrakt.

    Ich bin seit 2005 durchgehend in Frauenforen unterwegs. Ständig wird über Kinder, Erziehung, Mode, Umwelt, Familie, Ehe, Politik gesprochen, das Thema Finanzen fristet ein Schattendasein. Nur wenige Frauen, die sich für Geldanlage jenseits von Tagesgeld interessieren. Im Laufe vieler Jahre ist es mir gelungen, einige zum ETF-Sparen zu motivieren, die Zahl kann ich aber an zwei Händen abzählen.

    Und ich habe die Sache wirklich simpel erklärt und einsteigerfreundlich, die Frauen von der Depoteröffnung bis zum ersten Wertpapierkauf an die Hand genommen, ganz ohne Finanzkauderwelsch und später bei Krisen beruhigt. Ich habe explizit auch zum 25 Euro Sparplan für weniger Verdiende aufgerufen, Berechnungen gezeigt, Hauptsache weg vom Tagesgeld. Die Resonanz war überwiegend sehr verhalten und es kann nicht am Geld gelegen haben, wenn gleichzeitig in anderen Bereichen des Forum über die neueste Anschaffung an Mode oder Kosmetik diskutiert wird.

  • Was mir immer wieder auffällt:

    • Männer neigen dazu sich zu überschätzen.
    • Frauen neigen dazu sich zu unterschätzen.

    Am Ende wirst du das was du dir zutraust und nicht das was deine Schulnoten gesagt haben.

    Bei der Karriere hilft es, selbstsicher aufzutreten, das bringt Männern Vorteile und es ist tief in der sozialen Kultur verankert. Auch gehen Männer anders mit Rivalität untereinander um, unterstützen sich teilweise gegenseitig, dieses Sozialverhalten zeigen Frauen kaum.

    Es wird noch ein paar Generationen brauchen, bis sich das egalisiert. Diese Geduld werden wir haben müssen, denn von jetzt auf gleich sind solch tief verwurzelte Verhaltensweisen nicht zu ändern.

  • Ob britty und Depotfee und viele andere über Frauen mit derselben Lebensrealität sprechen?

    Ich glaube nicht.

    Meinerseits kein Mitleid mit Frauen mit genügend Möglichkeiten (Zeit und Geld und Bildung) die sich lieber schminken, Kuchen backen und schön einrichten statt sich um Altersvorsorge zu kümmern.

    Viel Verständnis für die, die weniger Möglichkeiten und weniger günstige Ausgangsbedingungen haben.

    Wenn alle ehrlich zu sich wären, würden sowohl Opfer- als auch Tüchtigkeitsmythen kleiner. Beide sind gleichermaßen bequem.

  • Was mir immer wieder auffällt:

    • Männer neigen dazu sich zu überschätzen.
    • Frauen neigen dazu sich zu unterschätzen.

    Am Ende wirst du das was du dir zutraust und nicht das was deine Schulnoten gesagt haben.

    Bei der Karriere hilft es, selbstsicher aufzutreten, das bringt Männern Vorteile und es ist tief in der sozialen Kultur verankert. Auch gehen Männer anders mit Rivalität untereinander um, unterstützen sich teilweise gegenseitig, dieses Sozialverhalten zeigen Frauen kaum.

    Es wird noch ein paar Generationen brauchen, bis sich das egalisiert. Diese Geduld werden wir haben müssen, denn von jetzt auf gleich sind solch tief verwurzelte Verhaltensweisen nicht zu ändern.

    Männer profitieren von lange bestehenden beruflichen Netzwerken. Nicht nur in der Politik. Frauen sind dabei, sich diese aufzubauen. Unterstützung untereinander gibts sehr wohl, nur wie unter Männern nicht überall.

    Ein Augenöffner war vor Jahren der Kommentar eines Vaters in höherer Position, der darüber geklagt hat, dass sein Sohn im Beruf dermaleinst mit Frauen Pfründe würde teilen müssen.