Petition für eine rentable private Altersvorsorge By finanztip

  • FAZ (aus Paywall Artikel):

    Auch aus Sicht von Finanzwende ist der Kostendeckel zu hoch. Für 18 Riesterverträge und 78 Rürup-Policen, die der Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein analysiert hat, beträgt der durchschnittliche effektive Kostensatz 1,46 Prozent. Langenberg verweist auf den in der gesetzlichen Rente angesiedelten schwedischen Altersvorsorgefonds, der mit 0,1 Prozent Effektivkosten auskommt, wenn man Aufwendungen der Arbeitgeber herausrechnet. „Wettbewerb um gute und günstige Produkte fand schon bisher nicht statt, warum sollte das jetzt gelingen?“, fragt sie. Ein staatliches Standardprodukt sei die Lösung.

  • Die Frage ist, warum es überhaupt Zusatzkosten über die üblichen sonst auch anfallenden Kosten (Broker/ETF) hinausgeben muss/soll. In den USA kriegen die das auch hin sowohl traditional IRA, roth IRA oder auch 401(k) als im Grunde ganz normale brokerage accounts erstellen zu lassen. Das Geld kann auch vor dem Ruhestandsalter genutzt werden, es sind dann lediglich ggf. Strafzahlungen, +ggf Steuer (bei 401(k)/traditional IRA (nachgelagerte Besteuerng)) und natürlich der Opportunitätsverlust von weiterem Wachstum zu tragen. Im Übrigen sind die fees die gleichen wie bei normalen brokerage accounts außerhalb der Altersvorsorgevehikel auch. Wir machen es halt wieder unnötig kompliziert, warum auch immer. Im Übrigen ist es weiterhin enttäuschend, dass die Entnahme zu versteuern ist anstatt wie bei roth IRA vollständig steuerfreie Gewinne zu haben, die auch bei Entnahme nicht versteuert werden müssen. Gleiches gilt für die Verfügungsbeschränkungen auch im Ruhestandsalter.

  • Die Frage ist, warum es überhaupt Zusatzkosten über die üblichen sonst auch anfallenden Kosten (Broker/ETF) hinausgeben muss/soll.

    Weil die Deutschen extreme Altersvorsorgemuffel sind und nur eine Armee von Beratern Verkäufern sicherstellen kann, dass auch möglichst viele Menschen das Produkt abschließen werden. Und diese sich über alle Maaßen aufopfernden Berater Verkäufer brauchen natürlich eine entsprechende Provision, weil Sie alten Omas irgendwelche Zertifikate verkaufen müssten.

    So hat sich sinngemäß der Vertreter der Finanzindustrie bei der Anhörung des Finanzausschuss geäußert: https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7650109

    Man kann echt drüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

  • Wenn man überlegt, dass wir in Deutschland über 80 Millionen Menschen sind, hier im Forum sind 30000, lass es bei einer positiven Schätzung das 100fache sein, die sich selbst um ihre Finanzen kümmern, dann lassen wir noch die Kinder weg, bleiben 60-70 Millionen die völlig ahnungslos durch die Gegend laufen und somit Opfer der Verkäufer werden. Da spielen Kosten, auf die es nun mal ankommt, die geringste Rolle. Dort werden irgendwelche Steuervorteile angepriesen, wo bei vielen sofort das Hirn aussetzt, die viel geringer als die zu zahlenden Kosten sind. Genau so wurde mir von einer Kollegin das Gespräch geschildert, ich spare jede Menge Steuern, da stimmte schon einiges in der Rechnung nicht und nach Kosten wäre der Vertrag eine Katastrophe gewesen. Leider können wir nicht alle warnen, daher finde ich den Ansatz mit der Begrenzung in Ordnung.

  • bleiben 60-70 Millionen die völlig ahnungslos durch die Gegend laufen und somit Opfer der Verkäufer werden. Da spielen Kosten, auf die es nun mal ankommt, die geringste Rolle.

    Machen wir es noch konkreter:

    In Deutschland leben etwa 45 Millionen Menschen, die zwischen 18 Jahre und 60 Jahre alt sind.
    Die sind erst mal im Hauptfokus für die Finanzindustrie.

  • Machen wir es noch konkreter:

    In Deutschland leben etwa 45 Millionen Menschen, die zwischen 18 Jahre und 60 Jahre alt sind.
    Die sind erst mal im Hauptfokus für die Finanzindustrie.

    Naja, ich bin schon einiges über 60 und auch noch interessant für die Finanzindustrie, zumindest bekomme ich noch einiges an Angeboten.

  • Der Bundeshaushalt geht Richtung 650 Mrd. Euro im Jahr. Wenn man dem Bund der Steuerzahler glaubt, ist darin so viel Unfug, dass man den größten Staatsfonds aller Zeiten aufstellen könnte.

    Dann solltest du dir vllt die zeitnehmen deine Quelle (Bund der Steuerzahler) zu googeln und zu hinterfragen. Du bist da leider (sicher unabsichtlich) auf einen Anti Staat Lobbyverein reingefallen

  • Naja, ich bin schon einiges über 60 und auch noch interessant für die Finanzindustrie, zumindest bekomme ich noch einiges an Angeboten.

    Das ist mir auch klar. Ich meinte speziell die Gruppe, die wegen des anstehenden Altersvorsorgedepots „beackert“ werden kann.

    „ Aber Frau Müller gerade für Menschen ab 60 hat unsere Kreissparkasse ein fantastisches sicheres Produkt für das Altersvorsorgedepot aufgelegt.
    Absolut sicher und verlässlich. In der Sparphase haben wir nur Kosten von 0,9 %. Unsere Experten und 24 Stunden am Tag dafür, dass sie auf jeden Fall 3 % steuerfrei bekommen.

    Mit 67 gehen wir dann in die Auszahlungsphase über. Sie bekommen monatlich Geld ausgezahlt, und davon investieren Sie gleich etwas in eine preisgünstige Unfallversicherung und in eine Sterbegeldversicherung.“

  • Dann solltest du dir vllt die zeitnehmen deine Quelle (Bund der Steuerzahler) zu googeln und zu hinterfragen. Du bist da leider (sicher unabsichtlich) auf einen Anti Staat Lobbyverein reingefallen

    So wie die tagesschau auch, oder? :D:D

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/kon…tudien-100.html

    https://www.tagesschau.de/inland/innenpo…h-2025-100.html

    Was soll ich einem Linken sagen, der nicht glaubt, dass in Deutschland Steuergeld verplempert wird? Am besten: Tschüß!

  • Weil die Deutschen extreme Altersvorsorgemuffel sind...

    Das ist ein wirklich guter Punkt. Beim Altersvorsorgedepot sehe ich im Grunde zwei Optionen und ich bin mir nicht sicher, welche davon die schlechtere ist:

    1. Es gibt keinen oder einen sehr hohen Kostendeckel. Dann werden die Produkte aktiv vertrieben, und die finanziellen Analphabeten dieses Landes kaufen das Ding.

    2. Es gibt einen niedrigen Kostendeckel von etwa 0,5 %. Dann lohnt sich der Vertrieb kaum noch. Informierte Selbstentscheider profitieren, aber die breite Masse unternimmt gar nichts.

    Ich denke Finanztip ist mit der Petition auf dem Holzweg. Ohne Provisionsverbot bringt ein Kostendeckel nur eines: Die Verkäufer lassen es in der Schublade liegen.

  • So wie die tagesschau auch, oder?

    Selbstverständlich sollte der öffentlich rechtliche Rundfunk auch über Anliegen der Lobby von Unternehmern und Hochvermögenden berichten. Es bleibt in der Verantwortung des Einzelnen die Quellen zu recherchieren und zu hinterfragen. Ich halt die Arbeit des Lobbyvereins für ein gefährliches Spiel, in den USA ist es schon schiefgegangen. In der Hoffnung auf Steuererleichterungen gegen den demokratischen Staat zuhetzen. Das kann schnell von berechtigter Kritik an Steuerverschwendung zu antidemokratischen Bewegungen führen

  • Ohne Provisionsverbot bringt ein Kostendeckel nur eines: Die Verkäufer lassen es in der Schublade liegen.

    So wie es aktuell schon mit ETF-Sparplänen praktiziert wird. Dann wird das günstige AV Depot halt schlecht geredet oder gar nicht erst angeboten.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • So wie es aktuell schon mit ETF-Sparplänen praktiziert wird. Dann wird das günstige AV Depot halt schlecht geredet oder gar nicht erst angeboten.

    Nichts einfacher als das. ETFs sind ja auch ,,dummes Geld", das ,,den Markt nie schlagen kann". Aktive Fonds haben diese Chance. Und das Altersvorsorgedepot hat zwar Prämien, bringt aber nix, weil ein Crash alles vernichten kann. ,,Ohne Garantien, Puffer, Absicherung,... würde ich das nicht machen"....usw.

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