Vom Staat zur Drückerkolonne: Warum Deutschland beim Thema Geld hoffnungslos bleibt

  • In anderen Ländern bedeutet Korruption, ich muss jemand Geld zustecken, damit ich eine Baugenehmigung bekomme ... da steckt wenigstens noch eine gewisse Erhlichkeit dahinter :D.

    Aber bei dem Filz hier bleibt einem nur noch die Spucke weg.

  • Sollte sich hinter dem folgenden "man" vielleicht Deine Meinung verstecken ...

    Es gibt Momente, da verliert man jeden Glauben an dieses Land.

    Da kannst Du doch nur froh und glücklich sein, daß es bei Dir nur "Momente" sind ...

    Dieser Artikel ist einer davon.

    Wenn der Artikel denn inhaltlich stimmt: Was soll an der Verquickung samt Procedere denn überraschend oder gar neu sein ... ? Außer einem neuen Namen bzw. neuen Protagonisten.

    Da es in dem Fall (habe nur die Überschrift überflogen) konkret wohl um die DVAG geht (kann von Gerhard Schröder und Carsten Maschmeyer (damals AWD - und ebenfalls ein Finanz-Strukturvertrieb) geschwiegen werden)

    Der frühere Presse- und PR-Chef der DVAG - würde heute geschwollen als Director oder Head of Communication bezeichnet - (nach meiner Erinnerung ab 1998) und spätere DVAG-Vorstand war der Politiker Friedrich Bohl (CDU). Einstmals zuvor lange Bundesminister und von 1991 bis 1998 Chef des Bundeskanzleramtes. Die DVAG war schon immer mit der Politik gut bis bestens vernetzt. Nach meiner Erinnerung waren damals u. a. der damalige Bundeskanzler (Dr. Kohl, CDU) und der damalige Finanzminister (Dr. Waigel, CSU) im Beirat oder Aufsichtsrat der DVAG. Nach meiner Erinnerung stand damals auch mal einige Jahre unsere ehemalige Oberbürgermeisterin (Petra Roth, CDU) in Diensten der DVAG.

    Das ist seit Jahrzehnten so - was soll daran jetzt also neu oder überraschend sein ... ?

    Aber bei dem Filz hier bleibt einem nur noch die Spucke weg.

    Dann müßtest Du bereits seit Jahrzehnten unter ausgeprägter Mundtrockenheit leiden ... ?

  • Toncar war m.W. eine der Haupttriebfedern beim ursprünglichen FDP-Altersvorsorgedepot, also einer Idee, die mutmaßlich einigen hier im Forum besser gefallen haben dürfte wie die aktuelle GroKo-Lösung.

    Außerdem: Will man nicht, dass Politiker zurück in die Wirtschaft wechseln, müsste man an ihrer Bezahlung im und nach dem Amt schrauben. Oder sie nach Amtsausscheiden einfach irgendwie wegsperren. Ansonsten wird man solche Fälle wohl hinnehmen müssen. Der hohe Anteil Beamte, Lehrer, auch laufbahnreine Berufspolitiker in unseren Parlamenten kommt letztlich doch auch genau daher: Ich werde in den Bundestag/Landtag gewählt, meine Berufskarriere unterbrochen, und hinterher soll ich auch bloß nicht dahin zurück - wieviel Idealismus braucht es da, um überhaupt zu solchen Wahlen anzutreten?

  • Angesichts dieses Filzes ist es geradezu putzig, dass die Finanztip Stiftung ernsthaft glaubt, mit einer Petition die Kostendeckelung beim Altersvorsorgedepot ....

    Ob putzig oder nicht, ich sehe einen unterstützenswerten Versuch gegen den Griff in die Altersvorsorge vieler Menschen.

    Habt ihr schon unterschrieben?

  • steckt wenigstens noch eine gewisse Erhlichkeit dahinter :D .

    Verstehe die Aufregung nicht, zumindest bei CDU und FDP deckt sich doch Wahlprogramm und Forderungen der Wirtschaftslobby 1 zu 1. Das ist keine Korruption sondern "wirtschaftsfreundliche" Politik. Genau das wollen die Wähler doch. Es zeigt das unsere Demokratie alles in allem sehr gut funktioniert.

  • Ich erlaube mir mal den dezenten Hinweis, dass das 'sich die Taschen vollmanchen' nicht auf deutsche Politiker beschränkt ist.

    Wenn „meine Politiker“ dafür sorgen, dass Energie billig und sicher ist, die Verteidigungsfähigkeit endlich funktioniert, eine private Altersvorsorge eingeführt wird, die ihren Namen verdient, und das Land 50 % mehr BIP pro Kopf erwirtschaftet, dann dürfen sie an der Börse machen, was sie wollen und anschließend fröhlich in jedes Lobby-Unternehmen wechseln, das ihnen gefällt. Was Deutschland so einzigartig macht? Dass der ganze Saustall immer schlimmer wird und trotzdem gibt’s dafür goldene Handschläge.

  • Was Deutschland so einzigartig macht? Dass der ganze Saustall immer schlimmer wird und trotzdem gibt’s dafür goldene Handschläge.

    In einer Demokratie bekommt jede Bevölkerung die Politiker, die sie verdient hat. Wenn der Wähler nach dem Motto "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass" sein Kreuzchen macht, darf er sich hinterher nicht drüber wundern, dass nichts funktioniert

  • In einer Demokratie bekommt jede Bevölkerung die Politiker, die sie verdient hat.

    Das denke ich mir auch oft. Die Wahlen in Baden-Württemberg sind ein Paradebeispiel: Die Schwaben erleben gerade die schlimmste Deindustrialisierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Das größte Aufregungspotential haben Wörter wie „Heizungsgesetz“ oder „Klimaschutz“. Ganz egal, mit wem ich von dort gesprochen habe. Ein kleiner Hinweis auf diese Begriffe reicht und die Wut lodert wie ein Vulkan. Und was wählen sie? Grün! =O Ich verstehe die Menschen wirklich nicht mehr.

  • Normalerweise braucht freier Wettbewerb keinen Kostendeckel um lukrative Preise für lukrative Produkte zu bieten. Oder habe ich da was falsch verstanden?

    Da hast du im Grundsatz recht und es wird sicher sehr günstige Produkte geben, die Neobroker werden sich da nichts schenken. Diese Angebote werden aber nur Anleger wählen die sich gut informiert haben.

    Die Mehrzahl der uninformierten und uninteressierten Bevölkerung wird weiter von Banken und Versicherungen abgezogen werden mit dem Maximum an Kosten und dem Minimum an Rendite.

    Das Gute ist jetzt allerdings das man die Wahl hat und wahrscheinlich zu günstigen Produkten greifen kann. Bei Riester war einfach nur alles teuer.

  • Die Ampel hatte den Mut zur Veränderung, leider auch den Lindwurm mit im Gepäck. Der nachhaltige Umschwung zu den Erneuerbaren und zur Wärmepumpe ist der Grünen Verdienst.

    Geschadet hat dem an sich sinnvollen Heizungsgesetz, dass die Grünen keine Erfahrung in Kommunikation in Regierungsfunktion hatten. Reiche hat davon abgeschrieben, zugunsten Gas zurückgerudert und es kümmert sie nicht, dass das so eine sauteure Tasse Tee für die Bevölkerung wird.

    Die kleine Groko hat nur Schiss. Angst, Wählerschaft zu verprellen, keinen ganzheitlichen Plan. Anstatt ExpertInnen Vorschläge machen zu lassen und die auch tatsächlich umzusetzen. Das brächte wahrscheinlich merkbar Erfolge und damit auch Stimmen. Die Wählerschaft ist nicht blöd, weiss, dass Reformen notwendig sind. Zu Politik les ich nur noch, live ists unerträglich.

  • Wenn „meine Politiker“ dafür sorgen, dass Energie billig und sicher ist, die Verteidigungsfähigkeit endlich funktioniert, eine private Altersvorsorge eingeführt wird, die ihren Namen verdient, und das Land 50 % mehr BIP pro Kopf erwirtschaftet, dann dürfen sie an der Börse machen, was sie wollen...

    Einer Regierung oder deren Mitgliedern erzählen zu wollen, was sie zu machen haben, halte ich für ambitioniert und zeugt von einem eigenartigen Demokratieverständnis.

    Ich verstehe nicht, wie man kritisieren kann, dass die Arbeit der Regierung irgendwem nützt. In diesem Fall hat sie halt der Versicherungswirtschaft genützt.

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