Praxiserfahrungen mit E-Auto

  • Ich fahre regelmäßig zum skifahren, das Laden war dort bisweilen das kleinste problem

    Und das kann ich übrigens mit ein paar Beispielen aus dem letzten Winter widerlegen:

    - Bödele bei Dornbirn (~240km Rundtrip)...gar keine Säule in der Nähe, Diesel habe ich auf der Rückfahrt jeweils für ca. 1,50€ in Dornbirn getankt*

    - Schneeberglifte Waldau (~200km Rundtrip)...gar keine Säule nahe dem Skilift. Im Ort gibt es 11kW Lader. Aber wer hat schon Lust mit Skistiefeln und kleinem Kind (für mich gehe ich ja nicht an so einen Übungslift) ewig zu laufen?

    - Flumserberg (335km Rundtrip) hatte ich schon angesprochen...4 Lader in Tannenheim ab rund 60c und Blockiergebühr je nach gewähltem Anbieter nach 4-6h. Parke ich dann in Skistiefeln auf einen hoffentlich freigewordenen Platz um. Laden wenn das Auto eh steht...klappt total toll.

    - Malbun (300km Rundtrip)...gut da war ich zum Eisklettern, der Eisturm ist aber mitten im Skigebiet. Laut Chargeprice soll es da Lader an einem Hotel geben...

    - Aletsch-Arena...da können wir zu Fuß vom Ferienhaus hin...aber sonst siehts dürftig aus. Die Bergbahn bietet in Mörel keinen an, es gibt 2x11kW mit der angesprochenen Blockiergebühr. Wenn der Akku nach der Anreise leer ist, funktioniert es also nicht, einmal damit runter zum Skifahren zu gehen


    Kannst du alles nachschlagen. Laden wenn das Auto eh steht, klappt einfach nicht gut. Zumal eben Skifahren im Skigebiet nur ein Ausschnitt ist...auf Skitour oder beim Eisklettern steht man meistens auf irgendwelche Wanderparkplätzen oder Parkbuchten an der Straße und hat mit viel Glück (stark frequentierte) ein Dixi. Strom ist da utopisch. Das ganze Averstal hat laut Chargeprice keinen einzigen öffentlichen Lader...wer mit dem Elektroauto anreist, steigt besser im Hotel Bergalga ab oder lädt vorher noch an der Autobahn genug.


    *überhaupt...ich habe von Januar bis April, also ohne Tankrabatt, öfters für unter 1,50€ getankt als für über 2€. Kann man sich mal durch den Kopf gehen lassen, wenn hier Wirtschaftlichkeit berechnet wird.

  • - Bödele bei Dornbirn (~240km Rundtrip)...gar keine Säule in der Nähe, Diesel habe ich auf der Rückfahrt jeweils für ca. 1,50€ in Dornbirn getankt*

    wenn ich so irgendwo hin fahre dann nicht für einen tag sondern mehrere hintereinander, das liegt hauptsächlich am langen anfahrtsweg.

    nach bornbirn von mehr als 640km one way sind das sowieso 4 ladestops für hin und rückweg

    Waldau sind gute 420km one way also auch 2 ladestops für hin und rückweg

    Flumserberg und Malbun sind 700km one way, ca. 5 mal laden.

    ich lade hierbei mein auto auf solchen trips nahezu ausschließlich am schnellader, wenn das auto noch warm ist, also bevor ich es dann abstelle und bis zur rückfahrt nicht mehr bewege. Vornehmlich wenn es sich ausgeht in der nähe einer einkaufsmöglichkeit kurz vorm tatsächlichen ziel.

    wenn dein weg hin und zurück 300km sind, würde dass meiner durchaus schaffen... auch wenn der dann vorausichtlich bei 5% rest akku wäre im winter, da wäre dann geg. 1 kurzer 10 minuten ladestop ganz gut um etwas reserve zu haben


    Jetzt im Sommer wo ich oft an die Nordsee fahre was übrigens rund 320km one way sind, lade ich immer einmal ca. 20 km vor meinem tatsächlichen ziel, das reicht dann für das bischen lokal und für den rückweg komplett...

    Einmal editiert, zuletzt von Asna (14. Mai 2026 um 22:03)

  • Und das kann ich übrigens mit ein paar Beispielen aus dem letzten Winter widerlegen:

    Das wird leider schon so sein, andererseits ist bei Strecke von 250 bis 300 km und Start zu Hause mit 100% wenn überhaupt nur eine minimale Zwischenladung am Schnelllader nötig, vielleicht fünf bis zehn Minuten. Man muss ja bei zu hohen Preisem nicht voll aufladen, wenn man das zu Hause günstiger kann.

    Und gerade in der Schweiz ist in Sachen Schnellladern an der Autobahn die Situation eigentlich recht komfortabel, da sogar mittlerweile fast jeder Parkplatz mit Ladepunkten ausgestattet ist.

  • Und wie schnell fahrt ihr auf der Autobahn?

    Der Luftwiderstand steigt mit v²

    Die erforderliche Leistung steigt mit v³

    Wenn man nicht 120 km/h fährt, ergeben sich folgende relative Leistungen:

    120100%
    130127%
    140159%
    150195%
    160237%

    Egal ob Verbrenner oder BEV: Entspanntes Fahren lohnt sich.

  • Der Luftwiderstand steigt mit v²

    Die erforderliche Leistung steigt mit v³

    Wenn man nicht 120 km/h fährt, ergeben sich folgende relative Leistungen:

    120100%
    130127%
    140159%
    150195%
    160237%

    Egal ob Verbrenner oder BEV: Entspanntes Fahren lohnt sich.

    Kommt das nicht auf den cw-Wert an?

    Physik 12 Klasse.

    Fuhr bisher so um die 230 km/h. Ist elektrisch wohl unbezahlbar.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Kommt das nicht auf den cw-Wert an?

    Physik 12 Klasse.

    Nein, kommt es nicht.

    Es geht hier ja nicht um absolute Verbräuche, sondern um relative zu einem Vergleichswert (120 km/h).

    Und die Produkte ist natürlich die selbe bei Verbrenner und Elektro.

    Bei einem Verbrenner ist aber eh ein Großteil der im Treibstoff enthaltenen Energie für den A...uspuff. ob man nun 60% oder 80% verschwendet merkt man nicht so deutlich.

    Beim Elektro merkst du den quadratisch steigenden Luftwiderstand dann aber direkt so deutlich, dass du überlegst ob es dir das wirklich wert ist mit 230 dein Leben und das der anderen Verkehrsteilnehmer zu riskieren.

  • Das wird leider schon so sein, andererseits ist bei Strecke von 250 bis 300 km und Start zu Hause mit 100% wenn überhaupt nur eine minimale Zwischenladung am Schnelllader nötig, vielleicht fünf bis zehn Minuten. Man muss ja bei zu hohen Preisem nicht voll aufladen, wenn man das zu Hause günstiger kann.

    Es hängt halt vom Auto ab. Mit deinem 77er Akku wird das bis 300km Rundtrip sicherlich relativ gut mit Vorklimatisierung am hinhauen. Auch wenn wir noch 10% Degradation annehmen.

    Nimmt man aber eines der günstigeren Autos (wir wollen ja in der Anschaffung konkurrenzfähig zum Verbrenner bleiben) und hat nur um die 50kWh, sieht das definitiv anders aus. Abzüglich 10% Degradation bleiben dann noch gute 200km übrig. Und dann liegt man bei nicht mehr bei 5 Minuten nachladen, sondern eher bei der 20 Minuten, denn die Ladeleistung sinkt mit der Akkukapazität. Und schon sind wir von "man lädt eh nebenher" bei einer Zusatzpause, die in keinem Verhältnis zur einfachen Fahrstrecke steht.

    Und das ist der Kern meiner Kritik. Mit real verfügbaren Elektroautos zu realen Preisen verbringe ich trotz Heimladung entweder sehr viel mehr Zeit am Schnelllader als bisher an der Tankstelle (und die 20% Fremdladung sind nicht zu halten, wenn ich schon nach gut 200km laden muss) oder ich zahle so viel höhere Aufpreise fürs Auto, dass ich das in der TCO nicht zu realistischen Fahrleistungen wieder reinhole oder ich muss einen neuen Verbrenner gegen ein gebrauchtes Elektroauto vergleichen damit ich in der TCO in er gleichen Größenordnung bin.

    Und an der Stelle ist mir ehrlich gesagt auch unverständlich, warum Elektroautos so teuer sein müssen. Akkus können es kaum noch sein. Einen Benziner-Octavia bekommt man schon für 22-23k Straßenpreis. Ziehen wir davon die teuren Teile wie Verbrennungsmotor, Schaltgetriebe und Abgasreinigung ab...rechnen dann einen günstigeren Elektromotor, ein Getriebe mit fixem Verhältnis und einen 80-100er Akku zu <100$/kWh ein, sollte es absolut realistisch sein, das Auto für 30-35k anzubieten. Da würden sich sämtliche Diskussionen erübrigen. Auf Klimbim und Anti-Features wie elektrische Heckklappen, Panoramadächer, etc. kann ich problemlos verzichten.

  • wir wollen ja in der Anschaffung konkurrenzfähig zum Verbrenner bleiben

    Wollen wir das wirklich? Trotz THG-Prämie, Steuerfreiheit, deutlich geringerer Wartungskosten, günstigerem Strom und einer erheblich geringeren Belastung für Umwelt, kommende Generationen und die geopolitische Lage? Ich nicht.

  • Bei THG-Prämie und Steuerfreiheit ist halt schon die Frage, wie lange noch. Auch die Strompreisentwicklung könnte interessant werden, wenn Staat merkt, dass zur Lenkung gedachte Steuern und Subventionen die Haushaltsansätze schon dadurch in gewisse Schieflage bringen, dass die gewünschte Lenkung irgendwann tatsächlich funktioniert.

  • Nimmt man aber eines der günstigeren Autos (wir wollen ja in der Anschaffung konkurrenzfähig zum Verbrenner bleiben) und hat nur um die 50kWh, sieht das definitiv anders aus. Abzüglich 10% Degradation bleiben dann noch gute 200km übrig.

    Ich bin fest überzeugt, dass hier der Fortschritt auch das in Zukunft möglich macht:
    Preisgünstige BEVs, mit etwas kleinerem Akku und besserer Reichweite, da die Effizienz des gesamten Antriebs weiter verbessert wird.

    Der neue ID.Polo hat 52 kWh Netto-Batteriekapazität. WLTP-Reichweite sind 454 km.
    Laut Reichweitenrechner von VW kommst du mit diesem im Winter 261 km weit, unter folgenden Bedingungen:


    Damit bleibt's also, wie von mir behauptet: Auf der Rückfahrt (für deine Situation) für zehn Minuten an den Schnelllader, dann reicht's bis nach Hause.

    Ja, das ist nicht vielleicht nicht mehr so komfortabel, wie 800 km mit einer Diesel-Füllung fahren. Aber mal ehrlich, das macht doch nicht die Welt aus. Und im Gegenzug kannst du bei der Rückfahrt dank Vorklimatisierung in ein warmes Auto einsteigen.

  • Auch die Strompreisentwicklung könnte interessant werden, wenn Staat merkt, dass zur Lenkung gedachte Steuern und Subventionen die Haushaltsansätze schon dadurch in gewisse Schieflage bringen, dass die gewünschte Lenkung irgendwann tatsächlich funktioniert.

    Da wird schon längst drüber nachgedacht. Die Bundesnetzagentur will die Netzentgeltsystematik 2028 neu ordnen. Das Projekt AgNes wirft seine Schatten voraus und betrifft alle im Strommarkt, auch private Haushalte, wobei in Akteure und Prosumer unterschieden wird. Prosumer sind Bürger, die nicht nur Strom verbrauchen, sondern ihn selbst produzieren. Weil sich diese mit ihrer PV nicht ausreichend an den Netzkosten beteiligen, sollen Wege gefunden das zu ändern.

    Es kursieren schon Vorschläge für die Prosumer: ein höherer Grundpreis, ein saisonaler Arbeitspreis (billiger im Sommer, teurer im Winter), ein kapazitätsbasiertes Entgelt (die Leistung, die ein Haushalt potenziell gleichzeitig aus dem Netz ziehen kann - doof für Hausbesitzer mit Wärmepumpe und Wallbox). Heise online hat darüber berichtet, leider ein Bezahlartikel. Klick

  • Bei THG-Prämie und Steuerfreiheit ist halt schon die Frage, wie lange noch.

    Sicher, aber momentan sind sie Fakt. Und wer weiß wie die Preise sein werden, wenn es beides nicht mehr geben wird. Der höhere Kaufpreis bei BEV mit großem Akku ist auch ein Fakt. Aber wer z.B. 8.000 Euro Mehrkosten beim Kauf bei 500 Euro jährlicher Ersparnis durch THG und Steuer nicht als 6,25 % Verzinsung begreift, betreibt schlichtweg Rosinenpickerei in seiner Kalkulation. Die geringeren Wartungsintervalle und Wartungskosten kommen ja noch dazu. Viele Verbrenner-Fans rechnen sich ihre Welt da sehr selektiv schön. Besonders ironisch wird es, wenn die eigenen Kinder im Diesel chauffiert werden, während die ökologischen und gesundheitlichen Kosten in der Rechnung komplett unter den Tisch fallen. Und noch was: Ja, Strom könnte teurer werden. Aber wer glaubt, dass Benzin und Diesel im gleichen Szenario nicht überproportional steigen, hat ein massives Logikproblem. Fossile Brennstoffe hängen an einem viel längeren und politisch volatileren Hebel. Von der ,,CO2-Steuer" ganz zu schweigen.

  • Ich bin fest überzeugt, dass hier der Fortschritt auch das in Zukunft möglich macht:
    Preisgünstige BEVs, mit etwas kleinerem Akku und besserer Reichweite, da die Effizienz des gesamten Antriebs weiter verbessert wird.

    Das Hauptproblem ist schon länger nicht mehr der Preis des Akkus, wie in meinem Überschlag ausgeführt. Das Problem ist die Positionierung von Reichweite als Premium-Feature.

    Und ja, natürlich wird sich bei der Effizienz noch ein bisschen was tun. Die möglichen Gewinne sind aber - eben aufgrund der hohen Grundeffizienz des Elektroantriebs - relativ beschränkt. Und auch bei der Aerodynamik hat man einen Kompromiss zu machen. Coupe und Limo sind effizient, verlieren dabei aber eine Menge Platz im Auto. Die Konstruktionen als Skateboard-Plattform sind gut für die Massenproduktion aber sorgen für die großen Stirnflächen. Ein großer Effizienzgewinn wäre übrigens ganz ohne technische Weiterentwicklung zu bekommen, indem man diese obszönen Breitreifen auf Riesenfelgen abschafft. Auf jeden Fall...Autobahnverbräuche im Winter von 15kWh abwärts werden wir realistisch nicht für einen Kombi sehen und solange Akkus so degradieren, wie sie das aktuell tun, wird man auch das mit einrechnen müssen. Ich will das Auto ja nicht einen Leasingzyklus fahren, sondern 200 000k aufwärts.

  • Wollen wir das wirklich? Trotz THG-Prämie, Steuerfreiheit, deutlich geringerer Wartungskosten, günstigerem Strom und einer erheblich geringeren Belastung für Umwelt, kommende Generationen und die geopolitische Lage? Ich nicht.

    Weil du und ich es mir leisten können und wollen, aber wenn wir wirklich den Durchbruch wollen geht es nun einmal über den Preis und das was man dafür bekommt.

    Die Menschen werden automatisch auf die e-Mobilität schwenken wenn es sich wirklich lohnt. Und dann wird man auch gerne einen Kompromiss bei der Reichweite oder den Lademöglichkeiten eingehen. Die aktuelle Förderung, die das Einkommen daran koppelt ist für mich ein guter Weg. Die Hersteller müssen aber auch günstiger werden denn die Förderung wird irgenwann auslaufen.

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