Stromspeicher

Sonnenstrom im Akku speichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, sollte möglichst viel von seinem Sonnenstrom selbst verbrauchen.
  • Batteriespeicher helfen dabei, den Eigenverbrauch mindestens zu verdoppeln.
  • Seit Mitte 2017 gibt es kleine Heimspeicher aus Lithium-Ionen-Akkus, deren Kauf sich ohne eine staatliche Förderung für Verbraucher lohnen kann.
  • Wichtig ist stets, dass der Speicher zum Strombedarf des Haushalts passt und eine lange Lebensdauer aufweist.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie einen Batteriespeicher anschaffen möchten, lassen Sie sich mehrere Angebote von Installateuren machen.
  • Die angebotenen Batteriespeicher unterscheiden sich in Preis, Lebensdauer und Effizienz. Wählen Sie ein Gerät, das in allen Kriterien überzeugt.
  • Bis Ende 2018 bezuschusst der Staat den Kauf von Batteriespeichern. Das Programm läuft über einen an die KfW-Bank gekoppelten Kredit.
  • Auch in Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen gibt es Fördermittel, wenn die Geräte Solarstrom speichern.
  • Verlangen Sie vom Installationsbetrieb, dass er Ihnen einen Speicherpass ausstellt, und wählen Sie für die Installation des Speichers einen eher kühlen Ort.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Strom und Energie immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Bereits 100.000 kleinere Speicher für Strom aus Photovoltaik-Anlagen sind in Deutschland in Betrieb. Das gab der Bundesverband Solarwirtschaft Ende August 2018 bekannt. Diese Speicher sind zumeist eher kleine Batterien im Keller von Privathäusern. Es können aber auch größere Akkus in mittelständischen Unternehmen sein.

Aufgabe der Batteriespeicher ist es, vor Ort erzeugten Strom – zum Beispiel aus Photovoltaik-Anlagen – zu speichern. So lässt sich die Energie zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Damit können die Stromkosten insgesamt sinken. Mit einer Förderung vom Staat sogar noch stärker.

Warum kann sich die Investition in einen Batteriespeicher lohnen?

Wer selbst Solarstrom erzeugt, ist zumeist gut beraten, so viel wie möglich des eigenen Stroms zu nutzen. Denn darauf fallen keine Steuern, keine Netzentgelte und weitere Kosten an wie für Strom, der geliefert wird. Mit einer neuen Photovoltaik-Anlage lässt sich Strom für 10 Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Das ist deutlich günstiger als der über das Stromnetz bezogene.

Aber nur rund ein Viertel des eigenen Stroms ist direkt nutzbar – denn die Solaranlage erzeugt in den Mittagsstunden die meiste Energie und dann in der Regel deutlich mehr, als Sie gerade benötigen. Speichern Sie die Überschüsse aus den sonnenreichen Stunden, können Sie sie auch am Abend oder nachts nutzen und so Ihren Eigenverbrauch steigern.

Im Schnitt erhöhen Speicherbetreiber in Deutschland den Eigenverbrauch auf mindestens 50 Prozent und senken zugleich den Strombezug von einem Versorger um 60 Prozent, haben die Autoren im Monitoringbericht ermittelt.

Interessant ist der Kauf eines Batteriespeichers aber nicht nur für Betreiber neuer Photovoltaik-Anlagen, sondern auch für jene mit einem älteren Kraftwerk. Die meisten von diesen speisen ihren Strom bislang komplett ins Stromnetz ein und beziehen die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Förderung läuft für die ersten Anlagen Ende 2020 aus. Wollen die Eigentümer ihre Systeme weiter betreiben, ist es am sinnvollsten, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen.

Welche und wie viele Batteriespeicher gehen pro Jahr in Betrieb?

Die ersten Batteriespeicher am Markt waren 2011 Blei-Säure-Akkus. Diese hatten damals geringere Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde Strom als die heutige Lithium-Ionen-Technologie. Den Wettlauf um günstigere Kosten gewannen aber die Lithium-Ionen-Batterien und verdrängten die Bleibatterien bis Ende 2015 fast vollständig aus dem Markt.

Die Zahl der stationären Lithium-Ionen-Batterien wächst von Jahr zu Jahr. 2017 wurden mehr als 30.000 neue Geräte installiert – vorwiegend verbunden mit Photovoltaik-Anlagen bis 10 Kilowatt Leistung. Das bedeutet: Jeder Zweite, der solch eine kleine Solaranlage installieren lässt, nimmt gleich einen Speicher dazu. In Bayern und Baden-Württemberg befinden sich mit Abstand die meisten Geräte.

Dennoch ist die Zahl der Heimspeicher noch klein im Verhältnis zu den insgesamt installierten Photovoltaik-Anlagen von rund 1,7 Millionen. Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet aber damit, dass ihre Zahl künftig schneller wächst. Dafür gibt es zwei Gründe: Die ersten Anlagen fallen bald aus der EEG-Förderung, und die Preise für Batteriespeicher sinken stetig.

Wie haben sich die Preise für Batteriespeicher entwickelt?

Die Preise für Batteriespeicher sind in den vergangenen Jahren ähnlich stark nach unten gerutscht wie in der Photovoltaik: Seit 2013 haben sie sich für kleine Batteriespeicher halbiert. Das beruht vor allem darauf, dass Speicherzellen immer günstiger werden. Durch Massenproduktion reduzieren die Hersteller ihre Kosten.

Der Betrieb großer Batteriekraftwerke und Anlagen für Gewerbebetriebe lohnt sich bereits seit 2016. Bei kleinen Systemen für Haushalte fallen die Kosten für Elektronik und Sensoren im Verhältnis stärker ins Gewicht – seit Mitte 2017 gibt es erste kleinere Geräte, die sich für einen Haushalt rechnen können. Das ist der Fall, wenn Sie das Speichern einer Kilowattstunde Solarstrom 20 Cent oder weniger kostet.

Wann rechnet sich ein Batteriespeicher für Sie?

Ein Speicher beginnt sich zu rechnen, wenn die Kosten für das Erzeugen und Speichern einer Kilowattstunde dem Arbeitspreis für Ihren Strombezug aus dem Netz entsprechen. Produzieren Sie Strom für 10 Cent pro Kilowattstunde, darf Sie damit das Speichern noch 12 bis 20 Cent kosten. In Summe kommen Sie dann auf 22 bis 30 Cent pro Kilowattstunde – das entspricht der Höhe des Arbeitspreises für Strom aus dem Stromnetz in Deutschland, der je nach Tarif und Höhe von Ort zu Ort schwankt.

Die höchsten Arbeitspreise zahlen dabei in der Regel Haushalte in Regionen mit hohen Netzentgelten. Das ist in Teilen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland oder Sachsen-Anhalt der Fall.

Speicherkosten von rund 20 Cent pro Kilowattstunde erreichen Sie, wenn Sie für den Batteriespeicher beim Kauf rund 1.000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität zahlen und den Speicher 20 Jahre betreiben können. Das bedeutet: Ob sich das Gerät für Sie rechnet, hängt entscheidend von Ihren Investitionskosten und von der Lebensdauer der Batterie ab. Für die Lebensdauer garantieren die Hersteller gewöhnlich zehn Jahre, aber die Branche geht von einer längeren Nutzung von Heimspeichern aus. Einen Teil der Ausgaben können Sie sich übrigens über staatliche Förderprogramme zurückholen.

Speicherkosten je nach Investition und Lebensdauer
Investitionskosten je kWh SpeicherkapazitätSpeicherkosten bei 20 BetriebsjahrenSpeicherkosten bei 15 BetriebsjahrenSpeicherkosten bei 10 Betriebsjahren
1.100 Euro/kWh22 ct/kWh29 ct/kWh43 ct/kWh
1.000 Euro/kWh20 ct/kWh26 ct/kWh39 ct/kWh
900 Euro/kWh18 ct/kWh24 ct/kWh35 ct/kWh
800 Euro/kWh16 ct/kWh21 ct/kWh31 ct/kWh
700 Euro/kWh14 ct/kWh18 ct/kWh27 ct/kWh
600 Euro/kWh12 ct/kWh16 ct/kWh23 ct/kWh

Alle Werte auf volle Cent gerundet. Berechnung aufgrund folgender Annahmen: Größe der Photovoltaik-Anlage 5 Kilowatt Leistung, Speicherkapazität der Batterie 3 Kilowattstunden, Wartungskosten für den Speicher 2 Prozent der Investitionskosten für den Speicher pro Jahr. Die Stromproduktion der Photovoltaik-Anlage beträgt 1.000 Kilowattstunden pro installiertes Kilowatt Leistung pro Jahr, die Inflationsrate 2 Prozent, und der Eigenverbrauch des Stroms wird nicht durch Lastmanagement maximiert.

Quelle: Finanztip-Berechnung mit Hilfe des Beratungstools Batteriespeicher des Öko-Instituts (Stand: 20. Juli 2018)

Die Tabelle oben zeigt: Lassen sich Speicher für nur 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität anschaffen und 20 Jahre betreiben, lohnt sich ihr Betrieb überall in Deutschland – unabhängig von den Tarifen der Stromversorger. Hält ein Gerät nur zehn Jahre – so wie von den Herstellern zumeist garantiert – rechnet sich ein Speicher kaum.

Für Betreiber von älteren Solarstrom-Anlagen sieht die Kalkulation besser aus. Läuft die EEG-Vergütung nach 20 Jahren ab, ist die Photovoltaik-Anlage längst refinanziert. Die Eigentümer produzieren dann Strom zu Kosten von nahezu 0 Euro. Es fallen nur noch Betriebskosten an, etwa für die Überwachung und die Wartung der Anlagen.

Wollen die Eigentümer die Systeme weiter betreiben, können sie den Strom natürlich weiter ins Netz speisen. Sie müssen sich dann aber um den Verkauf kümmern. Die Börsenstrompreise lagen 2017 im Schnitt bei 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde. Das lohnt sich nicht, wenn der Bezug aus dem Stromnetz um ein Vielfaches teurer ist. Das Speichern einer Kilowattstunde Solarstrom für 20 Cent wäre in diesem Fall auch günstiger als die Belieferung durch einen Stromversorger.

Es ist daher zu erwarten, dass der Absatz an Batteriespeichern ab 2021 stark anzieht. Beobachter prognostizieren, dass die Preise für Speichersysteme dann noch schneller sinken.

Was kosten Batteriespeicher?

Die günstigsten Speichersysteme – also Batterie inklusive Wechselrichter – kosten nur noch rund 600 Euro (brutto) pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Netto, also ohne Mehrwertsteuer, sind das rund 500 Euro pro Kilowattstunde. Im Schnitt zahlten Endkunden im Jahr 2017 für kleine Speicher rund 1.300 Euro brutto pro Kilowattstunde – netto also rund 1.100 Euro.

Die 19 Prozent Mehrwertsteuer bedeuten einen erheblichen Preisunterschied und können bestimmen, ob sich eine Investition rechnet oder nicht. Ob Sie die Steuer zahlen müssen, können Sie aber selbst entscheiden – zumindest, wenn Sie die Photovoltaik-Anlage und den Batteriespeicher zusammen anschaffen und überschüssigen Strom auch verkaufen.

Denn sobald Sie Strom verkaufen, sind Sie in der Regel Unternehmer und müssen Ihre Photovoltaik-Anlage in der Steuererklärung berücksichtigen. Bei geringen Einkünften aus unternehmerischer Tätigkeit können Sie wählen, ob Sie Umsatzsteuer auf Ihre Einkünfte abführen oder nicht. Entscheiden Sie sich für die Regelbesteuerung, können Sie die Steuer auf den Kaufpreis vom Finanzamt zurückholen. Dann müssen Sie aber auch Umsatzsteuer auf den selbst verbrauchten Strom – egal ob direkt verbraucht oder zwischengespeichert – abführen.

Rüsten Sie den Speicher zu Ihrer Solaranlage nach, um Ihren Eigenverbrauch zu erhöhen, liegt für die Finanzbehörden kein gewerblicher Einsatz des Geräts vor. Dann können Sie keine Vorsteuer geltend machen.

Wie hoch die Preise sind, hängt zudem stark von demjenigen ab, der Ihnen den Speicher verkauft – der Installateur oder Energiedienstleister kauft die Geräte zu geringeren Konditionen ein, als er Ihnen berechnet. Holen Sie sich daher mehrere Angebote ein, ehe Sie sich für einen Anbieter entscheiden.

Welche Förderprogramme gibt es für Speicher?

Die Anschaffungskosten lassen sich mit Förderprogrammen abfedern und so die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Um Investitionen anzureizen, gibt es in drei Bundesländern Zuschüsse: Thüringen, Baden-Württemberg und Sachsen fördern den Kauf von Batterien, um eigenen Solarstrom im jeweiligen Bundesland zu speichern. Darüber hinaus existiert in Brandenburg ein Förderprogramm. Allerdings nimmt die zuständige Stelle seit Ende September 2018 keine neuen Anträge mehr an.

Auch auf Bundesebene gibt es eine Förderung: Seit 2013 läuft ein Programm über die KfW-Bank. Es ist bis Ende 2018 angelegt. Wenn Sie einen Zuschuss in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie den Speicher über einen Kredit der KfW finanzieren. Der Zinssatz ist abhängig von Laufzeit, Zinsbindung und Ihrer Kreditwürdigkeit. Der effektive Zins liegt bei guter Bonität bei höchstens 3,19 Prozent.

KfW
Förderbank im Besitz von Bund und Ländern

  • Darlehen für die Errichtung und Erweiterung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen
  • Darlehen für Batteriespeicher in Verbindung mit staatlichen Zuschüssen
  • meist günstigere Zinssätze als marktüblich
  • komplette Fremdfinanzierung von Projekten möglich

Bis 2016 nahm etwa die Hälfte der Betreiber von Heimspeichern die Förderung in Anspruch. 2017 verringerte sich der Anteil auf 20 Prozent. Wie eine Befragung von Nutzern ergeben hat, ist ihnen die Wirtschaftlichkeit der Systeme weniger wichtig. Ihr größter Antrieb besteht bislang darin, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten und sich gegen steigende Strompreise abzusichern. Denn steigen die Strompreise in Deutschland weiter, erhöht sich auch die Wirtschaftlichkeit des Stromspeichers – ganz von allein.

Worauf sollten Sie beim Kauf eines Batteriespeichers achten?

Rund 10.000 Euro geben deutsche Haushalte für einen Batteriespeicher aus. Angesichts der Investitionshöhe sollten Sie das Gerät sorgfältig auswählen. Wichtig ist, dass Sie eine passende Größe nehmen und sich für ein Gerät entscheiden, dass lange in Betrieb sein kann.

1. Speicher in der richtigen Größe wählen

Der Speicher sollte zur Photovoltaik-Anlage und zum Strombedarf Ihres Haushalts passen. Die Faustformel lautet: Pro 1.000 Kilowattstunden Stromverbrauch benötigen Sie Solarmodule mit 1 Kilowatt Leistung. Und pro Kilowatt Photovoltaik-Leistung sollte 0,5 bis 1 Kilowattstunde Speicherkapazität vorhanden sein – dann können Sie die Hälfte Ihres Strombedarfs selbst decken.

Hilfe bei der Bestimmung der Größe von Speicher und Photovoltaik-Anlage bietet sowohl ein Rechner des Bundesverbands Solarwirtschaft als auch ein Rechner der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wichtig ist beim Festlegen der Größe des Speichers das Abwägen zwischen den Investitionskosten und der Frage, wie unabhängig Sie sich von einem Stromversorger machen wollen. Auch mit einem kleinen Speicher erhöhen Sie Ihre Unabhängigkeit auf mindestens 50 Prozent, wenn die Photovoltaik-Anlage über das Gesamtjahr rein rechnerisch so viel Strom produziert, dass Ihre Versorgung mindestens zu 75 Prozent gedeckt wäre.

Ein Beispiel: Für eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Jahr reicht eine Photovoltaik-Anlage mit vier Kilowatt Leistung und dazu ein Speicher mit drei Kilowattstunden Speicherkapazität. Zur Hälfte kann sich diese Familie mit Strom selbst versorgen.

Mit einer höheren Speicherkapazität kann sich der Anteil der Eigenversorgung weiter erhöhen – aber in immer kleineren Schritten. Verdoppelt die Familie aus dem genannten Beispiel die Speicherkapazität und installiert eine Batterie mit sechs Kilowattstunden, klettert der Autarkiegrad von 50 auf 63 Prozent. Dafür deutlich höhere Investitionskosten in Kauf zu nehmen, lohnt sich eher nicht.

2. Suchen Sie ein Gerät mit langer Lebensdauer heraus

Wie viele Jahre der Speicher arbeiten kann, ist einer der entscheidenden Faktoren für die Wirtschaftlichkeit. 15 bis 20 Jahre sollte eine Batterie in Betrieb sein, damit sich die Anschaffung rechnet. Ob das die bislang installierten Geräte leisten, wird sich zeigen – die Erfahrungswerte mit stationären Batteriespeichern aus Lithium-Ionen-Zellen umfassen bislang noch keine zehn Jahre.

Die Branche definiert das Ende der Lebensdauer mit dem Zeitpunkt, an dem sich die Speicherkapazität auf 80 Prozent verringert hat. Wann dieser erreicht ist, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Er hängt von zwei Alterungsmechanismen ab. Den ersten beschreibt die sogenannte Zyklenfestigkeit. Sie gibt an, wie häufig ein Speicher geladen und wieder entladen werden kann, ohne dass dabei die Speicherkapazität stark einbricht.

Die Hersteller machen alle Angaben zur Zyklenfestigkeit, um damit zu belegen, dass ihr Gerät viele Jahre arbeiten kann. Bislang haben sich die Hersteller aber auf keine einheitlichen Tests geeinigt. Daher sind ihre Angaben untereinander nicht vergleichbar.

Dennoch ist es wichtig, dass Sie vor dem Kauf eines Speichers prüfen, wie hoch die Zyklenzahl ist. Fragen Sie zugleich, ob die angegebene Zahl einen Kapazitätsverlust von 20 Prozent spiegelt. Beträgt die Zyklenzahl unter diesen Voraussetzungen mindestens 4.000, kann eine Batterie bis zu 20 Jahre arbeiten.

Darüber hinaus hat die Batterie eine kalendarische Lebensdauer. Ermüden die Materialien in der Batterie im Laufe der Zeit, kann das ihre Speicherkapazität ebenso verringern und auch ihr Ende herbeiführen. Einfluss auf die kalendarische Lebensdauer haben zwei Faktoren: der Ladezustand der Batterie und die Umgebungstemperatur.

Den Ladezustand sollte das Speichersystem selbst dabei so steuern, dass eine lange Lebensdauer gegeben ist. Je nachdem, wo Sie die Batterie aufstellen und welche Temperaturen dort herrschen, beeinflussen Sie aber die kalendarische Lebensdauer auch selbst. Daher finden Sie auf einem Verkaufsprospekt auch kaum Angaben zum Thema. Grundsätzlich gilt: Die Batterie sollte nicht längere Zeit vollgeladen sein und keinen Temperaturen von mehr als 30 Grad ausgesetzt sein.

3. Achten Sie auf die Angabe der Speicherkapazität

Lithium-Ionen-Batterien sollten in der Regel nicht voll entladen werden. Deswegen gibt es zwei Angaben zur Kapazität: Die tatsächliche Speicherkapazität und die nutzbare Speicherkapazität (Nennkapazität). Letztere sollte ausschlaggebend bei der Wahl eines Geräts sein.

Allerdings definieren die Hersteller nicht einheitlich, was sie mit nutzbarer Kapazität und tatsächlicher Kapazität meinen. Bei einigen entspricht die nutzbare Kapazität 90 Prozent der vollen Kapazität. Es kommt aber auch vor, dass ein Hersteller nur eine Angabe macht und suggeriert, dass die Batterie zu 100 Prozent entladen werden könnte. Tatsächlich nennt er dann die nutzbare Kapazität und verschweigt den tatsächlichen, höheren Wert. Forscher der RWTH Aachen halten dieses Vorgehen für problematisch und arbeiten an einer einheitlichen Definition.

Wie sicher und effizient sind Batteriespeicher?

Ein Risiko bergen Lithium-Ionen-Batterien: Die Speicherzellen sind leicht entflammbar und können explodieren. Die Brandgefahr haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 2014 in Tests demonstriert. Daraufhin erstellten Branchenverbände einen Sicherheitsleitfaden. Die Inhalte sind 2016 in die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-50 eingegangen.

Diese gilt für alle in Deutschland installierten Speicher, die ans Niederspannungsnetz geschlossen sind, und soll den sicheren Betrieb der Speicher gewährleisten. Der TÜV Rheinland hat allerdings im Mai 2017 darauf hingewiesen, dass nicht alle am Markt erhältlichen Geräte die Norm erfüllen.

Ein anderer Sicherheitsaspekt ist die Zuverlässigkeit der Stromversorgung, die Sie mit einem Batteriespeicher erzielen können. Auch wenn das Stromnetz zusammenbricht, können viele netzgekoppelte Speichersysteme die Versorgung einzelner Geräte für einige Stunden sicherstellen. Es gibt aber auch Speichersysteme am Markt, die im Falle eines Stromausfalls in den Inselbetrieb schalten und die Vollversorgung eines Haushalts gewährleisten, zumindest so lange genügend Solarstrom erzeugt oder noch gespeichert ist. Diese Speichersysteme sind teurer als einfachere Systeme ohne Ersatzstromversorgung.

Wichtig für einen Betreiber ist auch die Effizienz eines Speichergeräts. Es ist möglich, den Wirkungsgrad der einzelnen Komponenten eines Speichersystems anzugeben, also der Batterie, des Wechselrichters oder des Ladereglers. Entscheidend ist aber, wie hoch der Wirkungsgrad des gesamten Systems ist. Und dieser Wert variiert von System zu System stark, wie das KIT 2017 in einem Test festgestellt hat.

Die Forscher prüften 16 verschiedene Batteriespeicher: Ihr Systemwirkungsgrad lag zwischen 79 und 94 Prozent. Aufgrund dieses Ergebnisses gaben die Branchenverbände einen Effizienz-Leitfaden heraus. An diesen können sich Hersteller halten – sie müssen es aber nicht.

Um den ökonomischen Nutzen durch effiziente Geräte zu bestimmen, haben Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin eine Effizienz-Kennzahl entwickelt. Die Forscher testen zunächst ein Gerät auf Basis des Effizienz-Leitfadens und bestimmen, wie viel Strom beim Speichern verloren geht. Daraus leiten sie dann ab, wie gut sich ein Betreiber einer Photovoltaikanlage mit angeschlossenem Speicher selbst mit Strom versorgen kann und wie viel Geld er dadurch spart gegenüber dem normalen Kauf von Strom.

Anschließend ermitteln die Forscher, wie die Zahlen für ein ideales System aussehen – ohne Verluste. Das Verhältnis der tatsächlichen Kosteneinsparung gegenüber der idealen Einsparung ergibt die Effizienz-Kennzahl, System-Performance-Index (SPI) genannt. Die Ergebnisse für bislang fünf Speichersysteme hat das Fachmagazin PV magazine veröffentlicht: Zwischen 88 und 89 Prozent liegen sie.

Worauf ist bei der Installation zu achten?

Installateure in Ihrer Region finden Sie zum Beispiel auf der Seite des Bundesverbands Solarwirtschaft die-sonne-speichern.de. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein und entscheiden Sie sich dann für eines. Achten Sie neben dem Preis und die angegebene Zyklenzahl, dass der Hersteller einer Lithium-Ionen-Batterie nach der Sicherheitsnorm VDE-AR-E 2510-50 arbeitet. 

Zum Aufstellen des Speichers sollten Sie einen Platz in einem Gebäude zu wählen, der ganzjährig eher kühl ist. Für die Installation im Freien sind Batteriespeicher nicht ausgelegt.

Vom Installateur sollten Sie sich einen Anlagenpass für Ihre Photovoltaik-Anlage und einen Speicherpass für Ihren Batteriespeicher ausstellen lassen. Darin dokumentiert er, wie die Anlagen aufgebaut und verschaltet sind. Das erleichtert Reparaturen zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem ist es dann einfacher, Garantieansprüche durchzusetzen.

Im Anlagenpass ist auch vermerkt, dass der Installateur nach den gängigen Normen arbeitet. Wie ein Batteriespeicher zu installieren, warten und auch wieder zu demontieren und entsorgen ist, beschreibt die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-2. Für den Netzanschluss eines Speichers gilt die 2018 überarbeitet Anwendungsregel VDE-AR-N 4105, sofern das Gerät weniger als 135 Kilowatt Leistung hat. Nur noch bis 26. April 2019 darf ein Installateur die Regeln nutzen, die bereits vor 2018 galten.

Welche Pflichten haben Speicherbetreiber?

Auch als Betreiber des Speichers müssen Sie sich an Regeln halten. Jedes netzgekoppelte Gerät ist der Bundesnetzagentur zu melden, wenn es in Betrieb geht. Die Behörde führt das Marktstammdatenregister. Es erfasst alle Anlagen, die an das Stromnetz gekoppelt sind und Strom erzeugen oder speichern. Das bedeutet, dass Sie auch in Häusern fest installierte Batteriespeicher melden müssen. Das Webportal des Registers geht am 4. Dezember 2018 in Betrieb.

Bis es so weit ist, können Sie Batteriespeicher, die ab 2. August 2014 in Betrieb gingen und nur Ökostrom speichern, über ein PDF-Dokument registrieren. Das „Formular zur Registrierung von EE-Anlagen“ steht hier zum Download bereit. Ältere Speicher und solche, die auch konventionellen Strom aufnehmen, sind so lange von der Meldung befreit, wie das Webportal noch nicht aktiv ist.

Sollen wir Sie
rund um das Thema Strom und Energie
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

* Was der Stern bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

 

Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.