Stromspeicher

Sonnenstrom im Akku speichern

Ines Rutschmann 01. April 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Nutzt Du eine Photovoltaikanlage auf Deinem Dach, solltest Du möglichst viel Deines Sonnenstroms selbst verbrauchen.
  • Dabei kann Dir ein Batteriespeicher helfen: Mit ihm kannst Du Deinen Eigenverbrauch verdoppeln. 
  • Stromspeicher kosten noch mehrere Tausend Euro. Damit sich das Gerät für Dich rechnet, darf er nicht zu teuer sein.
So gehst Du vor
  • Solarbatterien unterscheiden sich in Preis, Lebensdauer und Effizienz. Das passende Gerät findest Du mit unseren Tipps.
  • Hole Dir Förderung vom Staat: Viele Bundesländer und einige Städte vergeben Fördermittel für Solarstromspeicher.
  • Platziere den Stromspeicher an einem eher kühlen Ort.

Rund 300.000 Speicher für Strom aus Photovoltaikanlagen sind in Deutschland in Betrieb. Das geht aus Daten des Marktstammdatenregisters und des Bundesverbands Solarwirtschaft hervor. Die meisten dieser Speicher sind kleine Batterien, die im Keller von Privathäusern stehen. Doch auch größere Akkus in mittelständischen Unternehmen gehen in diese Zählung ein. Die Geräte speichern den vor Ort erzeugten Strom. So lässt sich die Energie zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. 

Warum ist ein Batteriespeicher sinnvoll?

Wer Solarstrom aus einer neuen Photovoltaikanlage (PV-Anlage) erzeugt, ist gut beraten, so viel Strom wie möglich selbst zu nutzen. Denn im Gegensatz zu dem Strom, den Dir ein Versorger liefert, fallen auf selbsterzeugten Strom keine Stromsteuer, kein Netzentgelt und keine einzige Umlage an. So kostet Dich der eigene Strom nur halb so viel wie der über das Stromnetz bezogene – oder sogar noch weniger.

Aber: Nur rund 30 Prozent des eigenen Stroms kannst Du in der Regel direkt nutzen. Denn die Solaranlage erzeugt in den Mittagsstunden die meiste Energie und liefert damit vor allem im Frühling und Sommer deutlich mehr, als Du gerade benötigst. Speicherst Du die Überschüsse aus den sonnenreichen Stunden, kannst Du Deinen selbsterzeugten Strom auch abends verbrauchen. Im Schnitt erhöhen Stromspeicher in Deutschland den Eigenverbrauch auf 60 Prozent

Die meisten Geräte kaufen Betreiber zusammen mit einer Photovoltaikanlage – etwa jeder Zweite, der sich eine kleine Solaranlage anschafft, kauft auch gleich einen Speicher dazu. Da sich die Zahl der installierten Photovoltaikanlagen stetig erhöht, steigt so auch die Zahl der stationären Batteriespeicher: 2019 wurden nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft rund 60.000 kleinere Geräte installiert; 2020 waren es rund 88.000. Die durchschnittliche Größe eines Heimspeichers liegt bei 7 bis 8 Kilowattstunden.

Bei den Geräten dominieren Lithium-Ionen-Batterien. Als 2011 vermehrt stationäre Stromspeicher auf den Markt kamen, wurden auch noch viele Bleisäure-Batterien installiert. Diese wurden mittlerweile von den Lithium-Ionen-Batterien fast vollständig aus dem Markt gedrängt. Auch andere Technologien, wie Redox-Flow-Batterien oder Salzwasserspeicher, spielen 2021 immer noch eine kleine Rolle.

Interessant ist der Kauf eines Batteriespeichers auch für Betreiber älterer Solarstromanlagen. Diese speisen ihren Strom meist komplett ins Stromnetz ein und beziehen die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Förderung ist für die ersten Anlagen Ende 2020 ausgelaufen; jedes Jahr kommen weitere hinzu. Sollen sie weiter betrieben werden, ist es sinnvoll, den Strom nicht mehr komplett einzuspeisen, sondern möglichst viel selbst zu verbrauchen.

Die Preise für Solarstromspeicher sind in den vergangenen Jahren bereits stark gefallen. Das liegt vor allem daran, dass die in den Batterien verbauten Speicherzellen immer weniger kosten: 2021 ist der Preis für Lithium-Ionen-Zellen auf rund 100 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität gesunken. Für einen kleineren stationären Batteriespeicher zahlst Du dagegen mindestens 600 Euro pro Kilowattstunde. Erhöht sich der Absatz von Geräten weiter, sollten die Batteriehersteller auch ihre Produktionskosten im Zuge einer stärkeren Automatisierung senken können. 

Wann rechnet sich ein Batteriespeicher für Dich?

Mit einem Speicher kannst Du Dich stärker selbst versorgen und Dich damit von Energieversorgern unabhängiger machen. Die Investition sollte sich für Dich aber auch finanziell auszahlen. Allerdings haben wir in einer Untersuchung festgestellt, dass dies bei den Angeboten im Markt häufig nicht der Fall ist. 

Wir holten für fünf Testkunden Angebote für Photovoltaikanlagen ein. Davon enthielten 21 Angebote auch einen Batteriespeicher, aber nur 16 wiesen die Kosten für den Speicher samt Installation separat aus. Wir prüften die Kosten von diesen und stellten fest: Nur zwei Angebote waren wirtschaftlich – die Investition in den Speicher hätten die Testkunden innerhalb von höchstens zehn Jahren wieder drin. Ein weiteres Angebot wäre wirtschaftlich, wenn die Testkundin die bayerische Speicherförderung beanspruchen würde. Neben Bayern zahlen sieben weitere Bundesländer Zuschüsse beim Kauf von Batteriespeichern.

Aus den fünf übrigen Angeboten ging nicht hervor, welchen Kostenanteil der Speicher hat. Wenn die Kosten für den Speicher so niedrig wären, dass sie sich innerhalb von zehn Jahren amortisieren würden, hieße das aber im Umkehrschluss, dass die Photovoltaikanlage in der Gesamtsumme einen größeren Anteil hätte – zu Lasten ihrer Wirtschaftlichkeit. Wie Du selbst ermitteln kannst, wie schnell sich eine PV-Anlage für Dich bezahlt macht, beschreiben wir im Ratgeber PV-Anlage kaufen detailliert.

Guter Preis: Weniger als 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität

Ein Speicher rechnet sich, wenn Dich das Erzeugen und Speichern einer Kilowattstunde Strom nicht mehr kostet als der Strom aus dem Netz. Produzierst Du Strom für 10 Cent pro Kilowattstunde, darf Dich das Speichern also 16 bis 22 Cent kosten. In der Summe kommst Du dann auf 26 bis 32 Cent pro Kilowattstunde – das entspricht dem Arbeitspreis für Strom aus dem öffentlichen Netz in den meisten Gegenden Deutschlands.

Ob sich ein Gerät für Dich lohnt, hängt neben den Investitionskosten und den Kosten für den Strombezug aus dem Netz noch von einem dritten Faktor ab: der Lebensdauer der Batterie. Speicherkosten von 20 Cent pro Kilowattstunde oder weniger erreichst Du, wenn Du für den Batteriespeicher samt seiner Installation weniger als 600 Euro (netto) pro Kilowattstunde Speicherkapazität zahlst und den Speicher zehn Jahre betreiben kannst – so lange laufen in der Regel die Garantien für ein Gerät. 

Weitere Beispiele kannst Du der Tabelle entnehmen. Beachte dabei: Die genannten Preise in der Tabelle sind Annahmen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung. Am Markt gibt es nur wenige kleine Geräte für höchstens 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität.

Speicherkosten nach Netto-Investition und Lebensdauer

Netto-Investitionskosten

je kWh

Speicherkapazität

Speicherkosten

bei 15

Betriebsjahren

Speicherkosten

bei 12

Betriebsjahren

Speicherkosten

bei 10

Betriebsjahren

1.400 Euro/kWh40 ct/kWh48 ct/kWh56 ct/kWh
1.200 Euro/kWh35 ct/kWh41 ct/kWh48 ct/kWh
1.000 Euro/kWh29 ct/kWh34 ct/kWh40 ct/kWh
800 Euro/kWh23 ct/kWh28 ct/kWh32 ct/kWh
600 Euro/kWh17 ct/kWh21 ct/kWh24 ct/kWh

Alle Werte auf volle Cent gerundet. Berechnung aufgrund folgender Annahmen: Größe der Photovoltaikanlage 5 Kilowatt Leistung, Speicherkapazität der Batterie 4 Kilowattstunden, Wartungskosten für den Speicher 2 Prozent der Investitionskosten pro Jahr. Die Photovoltaikanlage produziert 1.000 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung pro Jahr. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch von 30 auf 54 Prozent des erzeugten Solarstroms. 
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 20. Juli 2020)

Für die Lebensdauer garantieren die meisten Hersteller zehn Jahre. Wissenschaftler halten aber eine längere Nutzung von Heimspeichern für unproblematisch – 15 Jahre sollten zumindest die Speichermodule in einem Gerät bei vernünftigem Betrieb arbeiten können. Die Leistungselektronik in den Geräten kann auch vor Ablauf von 15 Jahren defekt sein und müsste dann ausgetauscht werden. Manche Hersteller geben auch auf die Leistungselektronik eine Garantie, maximal sind es zehn Jahre. Vernünftig betreibst Du einen Solarspeicher, wenn er an einem kühlen Ort steht, also nicht Temperaturen von mehr als 25 Grad ausgesetzt ist, und er regelmäßig entladen wird.

Was gilt für Altanlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung?

Für Betreiber von älteren Solarstrom-Anlagen sieht die Kalkulation besser aus als für Neuanlagen. Läuft die EEG-Vergütung nach 20 Jahren ab, ist die Photovoltaikanlage längst refinanziert. Die Eigentümer produzieren dann Strom für etwa 3 bis 5 Cent pro Kilowattstunde. Denn es fallen nur noch Betriebskosten an, etwa für die Überwachung und die Wartung der Anlagen oder für Reparaturen.

Willst Du das System weiter betreiben, kannst Du den Strom weiter ins Netz speisen. Du musst Dich dann aber um den Verkauf kümmern. Das übernehmen sogenannte Direktvermarkter. Verdienen kannst Du dabei aber nicht viel: Solarstrom ist am Markt etwa 3 Cent pro Kilowattstunde wert. Besser ist es daher, den Strom selbst zu nutzen – direkt und gespeichert. Wenn Du den Strom für 20 bis 25 Cent pro Kilowattstunde speichern kannst, ist das immer noch weniger, als Dich der Strom aus dem Netz kostet. 

Was kosten Batteriespeicher?

Die Preise für Lithium-Ionen-Speicher gehen am Markt weit auseinander. In unserer Untersuchung ermittelten wir folgende Preise:

Speicherkapazität in kWh       Zahl der AngebotePreise in Euro je kWh
2,5 bis 3,8  2880 bis 2.796
4 bis 5 5726 bis 1.154
7 bis 95584 bis 998
10 bis 144556 bis 1.014

Die Preise stammen aus Angeboten, die wir für Testkunden zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 erhalten haben.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Februar 2021)

Aufgrund der deutlichen Preisunterschiede am Markt solltest Du mehrere Angebote von Installationsbetrieben einholen, ehe Du Dich für eines entscheiden. Kontakt zu mehreren Fachfirmen auf einmal bekommst Du über ein Internetportal, wenn Du nicht nur einen Speicher, sondern auch eine PV-Anlage kaufen willst. Wir empfehlen dabei zwei: Selfmade-energy.de und Photovoltaik-angebotsvergleich.de. 

  • drei bis vier Angebote pro Anfrage
  • nach Hochladen von Fotos liegen Angebote binnen eines Tages vor
  • Nutzer entscheidet, welche Firma er kontaktiert
  • zwei bis fünf Firmen pro Anfrage vermittelt
  • Firmen innerhalb eines Tages vermittelt
  • bei Einverständnis kontaktieren Firmen mehrheitlich Nutzer und erstellen Angebote

Willst Du Firmen selbst heraussuchen, mit denen Du Kontakt aufnimmst, dann findest Du Installateure in Deiner Region zum Beispiel auf der Website des Bundesverbands Solarwirtschaft die-sonne-speichern.de oder im Firmenverzeichnis des Photovoltaikforums
Schaffst Du Dir eine PV-Anlage gemeinsam mit einem Speicher an und verkaufst auch überschüssigen Strom, kannst Du Dir die Mehrwertsteuer auf die Investitionskosten für PV-Anlage und Speicher vom Finanzamt zurückholen. Dazu musst Du für die Regelbesteuerung optieren und mindestens fünf Jahre lang eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Details dazu erfährst Du im Ratgeber PV-Steuer.

Rüstest Du den Speicher zu Deiner Solaranlage nach, um Deinen Eigenverbrauch zu erhöhen, liegt für die Finanzbehörden kein gewerblicher Einsatz des Geräts vor. Du kannst dann auch keine Vorsteuer geltend machen. Ein nachgerüsteter Speicher kann nur dann einem unternehmerischen Zweck dienen, wenn Du mit ihm Geld verdienst, etwa durch das Bereitstellen von Regelleistung.

Förderprogramm für Batteriespeicher 

Die Anschaffungskosten lassen sich auch mit Förderprogrammen abfedern – vielleicht stellt sich Dank einer Finanzspritze der Speicherbetrieb doch noch wirtschaftlich dar. Mehrere Bundesländern zahlen Zuschüsse: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Darüber hinaus helfen die Städte Aachen, München, Münster und Freiburg bei der Finanzierung von Batteriespeichern.
Auf Bundesebene gibt es keine Förderung mehr. Sie ist Ende 2018 ausgelaufen. Fast sechs Jahre lang bezuschusste der Staat die Anschaffung von Speichern, wenn die Käufer diesen über einen KfW-Kredit finanzierten. Damit hat er Investitionen in rund 32.500 Speicher in Höhe von etwa 700 Millionen Euro gefördert.

Worauf solltest Du beim Kauf eines Batteriespeichers achten?

Angesichts von Investitionen in Höhe von mehreren Tausend Euro solltest Du den Batteriespeicher sorgfältig auswählen. Wichtig ist, dass Du Dich für ein Gerät entscheidest, dass zu Deiner Situation passt und lange in Betrieb sein kann. Wir erklären Dir im Folgenden, wie das klappt.

1. Speicher in der richtigen Größe wählen

Der Speicher sollte zur Photovoltaikanlage und zum Strombedarf Deines Haushalts passen. Die Faustformel lautet: Pro 1.000 Kilowattstunden Stromverbrauch benötigst Du Solarmodule mit 1 Kilowatt Leistung. Und pro Kilowatt Photovoltaik-Leistung sollten 0,7 Kilowattstunden Speicherkapazität vorhanden sein. Dann kannst Du die Hälfte Deines Strombedarfs selbst decken.

Ein Beispiel: Für eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Jahr reicht eine Photovoltaikanlage mit 4 Kilowatt Leistung und dazu ein Speicher mit 2,9 Kilowattstunden Speicherkapazität. Diese Familie kann damit die Hälfte ihres Strombedarfs selbst decken.

Sinnvoll ist auch, wenn Du über mehrere Tage aufschreibst, wie Dein Stromverbrauch in den Abend- und Nachstunden ist. Lies dazu Deinen Stromzähler nach Sonnenuntergang und kurz nach Sonnenaufgang ab. Der Stromverbrauch in dieser Zeit ist die Richtgröße für die Speicherkapazität des Stromspeichers.

Willst Du mehr eigenen Strom nutzen, müssen die Photovoltaikanlage und/oder der Speicher größer sein. Hilfe bei der Bestimmung der Größe von Speicher und Photovoltaikanlage bietet der Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Bedenke aber: Je höher die Investitionskosten für den Speicher, desto länger dauert es in der Regel, ehe er sich amortisiert hat. Denn mit einer höheren Speicherkapazität kann sich der Anteil der Eigenversorgung weiter erhöhen – aber nur in kleinen Schritten. Verdoppelt die Familie aus dem genannten Beispiel die Speicherkapazität und installiert eine Batterie mit 5,8 Kilowattstunden, klettert der Autarkiegrad von 50 auf 62 Prozent. Dafür müsste die Familie deutlich höhere Investitionskosten in Kauf nehmen – das lohnt sich kaum. Obendrein ist es auch für den Speicher nicht günstig, wenn er sich an Tagen mit wenig Solarstromerzeugung nur wenig füllt.

Achte bei der Wahl des Speichers darauf, ob der Hersteller eine Angabe zur nutzbaren Speicherkapazität macht. Lithium-Ionen-Speicher sind so konstruiert, dass sie sich nur bis zu einem bestimmten Punkt entladen lassen. Denn bei zu starker Entladung nehmen sie irreparablen Schaden. Das bedeutet aber auch, dass Du nicht die volle Speicherkapazität nutzen kannst. Wie groß die nutzbare Kapazität tatsächlich ist, sollte der Hersteller angeben oder Dir auf Anfrage erklären. Wähle das Gerät deshalb nach der nutzbaren Speicherkapazität aus.

2. Suche Dir ein Gerät mit langer Lebensdauer aus

Wie viele Jahre der Speicher arbeiten kann, ist einer der entscheidenden Faktoren für die Wirtschaftlichkeit. Mindestens zehn Jahre sollte eine Batterie in Betrieb sein, damit sich die Anschaffung rechnet. 

Die Branche definiert das Ende der Lebensdauer als den Zeitpunkt, an dem sich die Speicherkapazität auf 80 Prozent verringert hat. Wann dieser Punkt genau erreicht ist, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Er hängt von zwei Alterungsmechanismen ab. Der erste ist die sogenannte Zyklenfestigkeit. Sie gibt an, wie häufig ein Speicher geladen und wieder entladen werden kann, ohne dass dabei die Speicherkapazität stark einbricht. Pro Jahr durchläuft ein Stromspeicher in Deutschland dabei etwa 250 bis 300 Zyklen.

Viele Hersteller machen Angaben zur Zyklenfestigkeit, um zu belegen, dass ihr Gerät viele Jahre arbeiten kann. Bislang haben sich die Hersteller aber auf keine einheitlichen Tests geeinigt. Erkundige Dich vor dem Kauf nach der Zyklenzahl und frage dabei auch, ob die angegebene Zahl einen Kapazitätsverlust von 20 Prozent widerspiegelt. Beträgt die Zyklenzahl unter diesen Voraussetzungen mindestens 6.000, kann eine Batterie bis zu 20 Jahre arbeiten.

Darüber hinaus hat die Batterie eine kalendarische Lebensdauer. Die Materialien in der Batterie ermüden im Laufe der Zeit, was die Speicherkapazität immer mehr verringert. Einfluss auf die kalendarische Lebensdauer haben zwei Faktoren: der Ladezustand der Batterie und die Umgebungstemperatur.

Den Ladezustand sollte das Speichersystem dabei selbst so steuern, dass eine lange Lebensdauer gegeben ist. Da auch die Umgebungstemperatur die kalendarische Lebensdauer beeinflusst, findest Du auf einem Verkaufsprospekt kaum Angaben zu diesem Thema. Grundsätzlich gilt: Die Batterie sollte nicht längere Zeit vollgeladen sein und nicht Temperaturen von 25 Grad oder mehr ausgesetzt sein.  

Achte neben dem Preis und der angegebenen Zyklenzahl auch darauf, dass der Hersteller einer Lithium-Ionen-Batterie nach der Sicherheitsnorm VDE-AR-E 2510-50 arbeitet.

3. Speicherkapazität: Brutto oder netto?  

Lithium-Ionen-Batterien sollten in der Regel nicht komplett entladen werden. Deswegen gibt es zwei Angaben zur Kapazität: Die tatsächliche Speicherkapazität (Brutto-Kapazität) und die nutzbare Speicherkapazität (Nennkapazität oder Netto-Kapazität). Letztere sollte für Dich ausschlaggebend sein bei der Wahl eines geeigneten Geräts.

Allerdings definieren die Hersteller nicht einheitlich, was sie mit nutzbarer Kapazität und tatsächlicher Kapazität meinen. Bei einigen entspricht die nutzbare Kapazität 90 Prozent der vollen Kapazität. Es kommt aber auch vor, dass ein Hersteller nur eine Angabe macht und suggeriert, dass die Batterie zu 100 Prozent entladen werden könnte. Tatsächlich nennt er dann die nutzbare Kapazität und verschweigt den tatsächlichen, höheren Wert. Forscher der RWTH Aachen halten dieses Vorgehen für problematisch und arbeiten an einer einheitlichen Definition.

4. Prüfe die Garantiebedingungen

Es ist üblich, dass die Speicherhersteller für ihr System eine Garantie aussprechen. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen Dir ein Gerät einfach tauscht, wenn es nicht mehr funktioniert. Viele Hersteller garantieren lediglich einen Zeitwertersatz – Du musst dann zum Austauschgerät zuzahlen, entsprechend des berechneten Wertverlusts des defekten Geräts. Anders ist das, wenn der Hersteller Dir garantiert, den vollen Wert zu ersetzen. Achte deshalb darauf, dass die Firma Dir einen „Vollwertersatz“ zusichert.

Wichtig ist darüber hinaus, wie der Hersteller einen Garantiefall definiert und wie er sich die Abwicklung vorstellt: Wer kommt für die Kosten der Deinstallation und des Transports zum Hersteller auf? Wann ist der Garantiefall eingetreten – bei einem Totalausfall des Speichers, wenn die Speicherkapazität unter 80 Prozent der ursprünglichen Speicherkapazität gefallen ist oder wenn die Speicherkapazität nicht mehr 100 Prozent beträgt?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 2018 fünf Hersteller wegen ihrer Garantiebedingungen abgemahnt. Vier davon unterzeichneten Unterlassungserklärungen. Mit einem Unternehmen führt die Verbraucherzentrale noch einen Prozess. Das Urteil ist hier im Juli 2020 ergangen, aber noch nicht rechtskräftig.

Was ist von Clouds und Flatrates zu halten?

Willst Du einen Speicher kaufen, kannst Du häufig zusätzliche Produkte dazunehmen. Beispielsweise gibt es Clouds zur virtuellen Speicherung von Solarstrom oder eine Flatrate auf Strom. Umsonst gibt es diese Dienste jedoch nicht. Im Gegenteil: Verbraucher zahlen dabei fast immer drauf.

Gute Idee, aber häufig teuer: Solarstrom virtuell speichern

Einige Firmen, darunter auch Energieversorger wie Eon, EWE und EnBW bieten an, Solarstrom virtuell zu speichern, nämlich in einer Cloud. Erzeugst Du nun im Sommer mehr als Du verbrauchst, kannst Du diese Energie in Zeiten geringer Solarstromproduktion nutzen. Es ist dabei nicht bei jedem Cloud-Anbieter notwendig, dass Du einen realen Batteriespeicher besitzt. Manche Anbieter setzen aber voraus, dass Du eine PV-Anlage oder einen Stromspeicher bei ihnen kaufst, ehe Du ein Cloud-Paket bekommst.

Die Cloud funktioniert so: Du speist den Überschussstrom wie gewohnt ins Netz. Deinen Anspruch auf Einspeisevergütung trittst Du aber an den Cloud-Anbieter ab. Er vermarktet den Strom an der Börse, kassiert den Erlös und schreibt Dir die Strommenge gut. Beziehst Du Strom aus dem Netz, kauft Dein Cloud-Anbieter Strom ein (meist Ökostrom) und liefert ihn Dir – über den Cloud-Vertrag wird er damit automatisch auch Dein Stromversorger. Speist Du mehr Strom in die Cloud als Du wieder herausnimmst, bezahlt Dir der Anbieter den Strom – meist in Höhe des Einspeisetarifs.

Das mag praktisch klingen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt sich ein Cloud-Paket aber nur unter zwei Bedingungen: Die PV-Anlage und – wenn vorhanden – der Batteriespeicher rechnen sich auch ohne die Cloud für Dich und für das Cloud-Paket verlangt der Anbieter nicht mehr als 20 Euro pro Monat und pro 1.000 Kilowattstunden virtuelle Speicherkapazität. Die Preise liegen für ein kleines Paket mit 1.000 Kilowattstunden zwischen 16 und 23 Euro pro Monat. Bei größerem Speichervolumen verringern sich die Preise pro Kilowattstunde Cloud-Speicher.

Du solltest zudem gut überlegen, ob das Speichervolumen ausreicht: Benötigst Du nämlich mehr Strom, als in der Cloud für Dich bereitsteht oder als Du Solarstrom ins Netz gespeist hast, stellt Dir der Anbieter dies zusätzlich in Rechnung. Die Preise pro Kilowattstunde entsprechen den üblichen Arbeitspreisen für gelieferten Strom. Schöpfst Du Dein Cloud-Volumen dagegen nicht aus, zahlst Du unnötig viel über die monatliche Gebühr. Du bekommst also nur dann den virtuell gespeicherten Strom zu günstigen Kosten, wenn Du die Cloud optimal ausnutzt und dabei nicht Dein Konto überziehst.

Wie der Speicher Geld verdienen oder Freistrom einbringen kann

Du kannst mit dem Stromspeicher auch Geld verdienen. Und zwar dann, wenn er bereitsteht, das Stromnetz zu stabilisieren. Im Stromnetz müssen sich die eingespeisten und die entnommenen Strommengen die Waage halten. Damit das stets gewährleistet ist, können die vier Übertragungsnetzbetreiber jederzeit Angebot und Nachfrage regulieren. Entweder steuern sie Erzeugungsanlagen so, dass mehr oder weniger Strom ins Netz wandert. Oder sie steuern Stromverbrauchsgeräte so, dass sie mehr oder weniger Strom aus dem Netz ziehen. Mit dieser Regelleistung bleibt das Stromnetz stabil.

Ein Stromspeicher kann sowohl Stromverbraucher als auch Erzeugungsanlage sein, je nachdem, ob er geladen oder entladen wird. Daher eignet er sich für die Bereitstellung von Regelenergie. Und damit lässt sich Geld verdienen.

Allerdings kann nicht jeder x-beliebige kleine Stromspeicher Regelenergie anbieten. Es gibt eine Mindestgröße für die bereitgestellte Leistung. Sie beträgt 1 Megawatt. Trotzdem können auch kleine Heimspeicher am Regelenergiemarkt teilnehmen – wenn viele einzelne Geräte einen virtuellen Großspeicher bilden.

Zwei Unternehmen haben dieses Konzept bislang umgesetzt. Der Ende 2017 insolvent gegangene Speicherhersteller Caterva. Das Unternehmen beteiligte die Speicherbetreiber an den Erlösen am Regelenergiemarkt – freilich nur so lange, wie die Firma bestand.

Seit Ende 2018 stellen in Deutschland installierte Solarspeicher der Marke Sonnen Regelenergie bereit. Die Sonnen eServices GmbH reicht die Einnahmen aus der Regelleistungsvermarktung jedoch nicht direkt an die Kunden weiter, sondern bietet eine Flatrate auf eine bestimmte Liefermenge Strom. Der Speicher muss dabei mindestens 7,5 Kilowattstunden Speicherkapazität haben. Zusätzlich ist ein Mitgliedsbeitrag von mindestens 20 Euro pro Monat zu zahlen. Ob sich die Flatrate für Dich rechnet, hängt davon ab, wie sich die Strompreise am Markt entwickeln und wie lange Du den Speicher betreiben kannst.

Hinweis: Den Begriff „Flatrate“ nutzen Stromversorger nicht nur im Zusammenhang mit Stromspeichern, die Regelleistung bereitstellen, sondern auch für Strompakete zum Pauschalpreis. Unbegrenzt Strom beziehen kann ein Kunde dabei aber nicht. Vielmehr sollte er einen bestimmten Verbrauch nicht überschreiten, wenn er keine Nachforderung erhalten möchte.

Wie sicher und effizient sind Batteriespeicher?

Lithium-Ionen-Batterien bergen ein Risiko: Die Speicherzellen sind leicht entflammbar und können explodieren. Die Brandgefahr haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 2014 in Tests demonstriert. Daraufhin erstellten Branchenverbände einen Sicherheitsleitfaden. Die Inhalte sind 2016 in die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-50 eingegangen.

Diese Regel gilt für alle in Deutschland installierten Speicher, die ans Niederspannungsnetz angeschlossen sind, und soll den sicheren Betrieb der Speicher gewährleisten. Der TÜV Rheinland hat allerdings im Mai 2017 darauf hingewiesen, dass nicht alle am Markt erhältlichen Geräte diese Norm erfüllen. Seither prüft das Unternehmen Speichergeräte nach der VDE-AR-E 2510-50.

Ein anderer Sicherheitsaspekt ist die Zuverlässigkeit der Stromversorgung, die Du mit einem Batteriespeicher erzielen kannst. Auch wenn das Stromnetz zusammenbricht, können viele netzgekoppelte Speichersysteme die Versorgung einzelner Geräte für einige Stunden sicherstellen. Es gibt aber auch Speichersysteme am Markt, die im Falle eines Stromausfalls in den Inselbetrieb schalten und die Vollversorgung eines Haushalts gewährleisten – zumindest so lange genügend Solarstrom erzeugt oder noch gespeichert ist. Diese Speichersysteme sind teurer als einfachere Systeme ohne Ersatzstromversorgung.

Auch wenn es möglich ist, den Wirkungsgrad der einzelnen Komponenten eines Speichersystems anzugeben, also der Batterie, des Wechselrichters oder des Ladereglers, sagt das nicht viel aus. Entscheidend ist vielmehr der Wirkungsgrad des gesamten Systems. Dazu haben die Branchenverbände 2017 einen Effizienzleitfaden herausgegeben. An diesen können sich Hersteller halten – sie müssen es aber nicht.

Um den ökonomischen Nutzen effizienter Geräte zu bestimmen, haben Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin eine Effizienz-Kennzahl entwickelt. Die Forscher testen ein Gerät dafür zunächst auf Basis des Effizienzleitfadens und bestimmen dabei, wie viel Strom beim Speichern verlorengeht. Daraus leiten sie dann ab, wie gut sich ein Betreiber einer Photovoltaikanlage mit angeschlossenem Speicher selbst mit Strom versorgen kann und wie viel Geld er dadurch im Vergleich zum normalen Stromkauf spart. Anschließend ermitteln die Forscher, wie die Zahlen für ein ideales System aussehen – ohne Verluste. Das Verhältnis der tatsächlichen Kosteneinsparung gegenüber der idealen Einsparung ergibt die Effizienz-Kennzahl, die auch System-Performance-Index (SPI) genannt wird.

Seit 2018 untersucht die HTW jedes Jahr Speichersysteme und bestimmt ihren SPI. In der jüngsten Studie von 2020 liegt die Effizienz der Speicher zwischen 87 und 94 Prozent. Darüber hinaus überprüfen die Forscher, ob die Angabe zur nutzbaren Speicherkapazität mit der im Labor gemessenen übereinstimmt – die Abweichung lag bei den 21 untersuchten Systemen 2020 zwischen 0 und 21 Prozent.

Was ist bei der Installation wichtig?

Beim Aufstellen des Speichers solltest Du einen Platz in einem Gebäude wählen, der ganzjährig eher kühl ist. Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Ab 25 Grad altern die Speicherzellen schneller. Für die Installation im Freien sind Batteriespeicher nicht geeignet.

Lass Dir vom Handwerker die Installation der Photovoltaikanlage und des Batteriespeichers dokumentieren. Die Dokumentation sollte festhalten, wie die Anlagen aufgebaut und die einzelnen Komponenten miteinander verschaltet sind. Das erleichtert Reparaturen zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem ist es dann einfacher, Garantieansprüche durchzusetzen. 

Vermerkt sollte auch sein, ob der Installateur nach den gängigen Normen arbeitet. Für den Netzanschluss eines Stromspeichers gelten mehrere Standards: Wie der Speicher zu planen, zu installieren, zu betreiben, wieder zu demontieren und zu entsorgen ist, beschreibt die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-2. Wie er sich beim Laden zu verhalten hat, legen die Anwendungsregel VDE-AR-N 4100 für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz sowie die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Netzbetreibers fest. Beim Entladevorgang gilt zusätzlich die 2018 überarbeitete Anwendungsregel VDE-AR-N 4105, sofern das Gerät weniger als 135 Kilowatt Leistung hat. Bis 26. April 2019 durfte ein Installateur auch nach der Version der Regel arbeiten, die vor 2018 bestand. 

Was ist nach der Inbetriebnahme eines Speichers zu beachten?

Als Betreiber des Speichers musst Du Dich an Regeln halten. Jedes mit dem Stromnetz verbundene Gerät ist der Bundesnetzagentur zu melden. Die Behörde führt das sogenannte Marktstammdatenregister. Es erfasst unter anderem alle Anlagen, die an das Stromnetz gekoppelt sind und Strom erzeugen oder speichern.

Lässt Du Dir einen Batteriespeicher neu installieren, musst Du ihn innerhalb eines Monats ab Inbetriebnahme registrieren. Erweiterst Du das Gerät um ein Speichermodul oder nimmst Du den Speicher wieder außer Betrieb, musst Du dies ebenfalls melden. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht gilt als Ordnungswidrigkeit und kann Bußgelder nach sich ziehen. Nutzt Du schon länger einen netzgekoppelten Batteriespeicher, war dieser bis spätestens 31. Januar 2021 zu melden. Wer seinen Speicher zu spät registriert, kann für die Zeit ohne Registrierung den Anspruch auf die bereits gezahlte Einspeisevergütung für erzeugten und eingespeisten Strom verlieren.

Beachte die steuerlichen Auswirkungen 

Hast Du den Speicher zusammen mit der Photovoltaikanlage gekauft und verkaufst einen Teil des erzeugten Solarstroms, gehört der Speicher zu Deinem Betriebsvermögen. Entsprechend musst Du das Gerät in Deiner Steu­er­er­klä­rung berücksichtigen.

Hast Du den Speicher zur Photovoltaikanlage nachgerüstet, gehört er nicht zum Betriebsvermögen. Der Speicher erhöht aber Deinen Eigenverbrauch und damit die privaten Entnahmen. Das wirkt sich auf die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer aus, sofern Du der Regelbesteuerung unterliegst.

Was solltest Du im Betrieb beachten?

Die Hersteller von Batteriespeichern beschreiben ihre Produkte zumeist als wartungsfrei. Das sollte Dich aber nicht dazu verleiten, Dich nicht um den Speicher zu kümmern.

Solarspeicher auf Basis von Lithium-Ionen-Zellen sind wartungsarm. Dennoch empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, alle drei bis vier Jahre einen Elektriker die Installation überprüfen zu lassen. Achte selbst darauf, dass der Raum, in dem sich der Speicher befindet, nicht zu warm wird. Ab 25 Grad Celsius altern Lithium-Ionen-Zellen schneller.

Den Betriebszustand jeder einzelnen Speicherzelle überwacht das Batteriemanagementsystem im Speicher selbst. Stimmt etwas nicht, setzt das System eine Warnmeldung ab oder schaltet sogar ganz ab. Wenn Du nicht selbst etwaige Meldungen des Systems im Blick behalten willst, dann lass den Speicher monitoren. Häufig wird dieser Service beim Kauf eines Geräts angeboten oder ist im Angebot bereits enthalten. Ist das Monitoring befristet, vergiss nicht, den Dienstleister rechtzeitig neu zu beauftragen.

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