Stromspeicher

Sonnenstrom im Akku speichern

Ines Rutschmann Stand: 05. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, sollte möglichst viel von seinem Sonnenstrom selbst verbrauchen.
  • Batteriespeicher helfen dabei, den Eigenverbrauch mindestens zu verdoppeln. Sie kosten aber noch mehrere Tausend Euro.
  • Damit sich ein Stromspeicher für Sie lohnt, muss er günstig sein und lange in Betrieb bleiben.
  • Wichtig ist zudem, dass die Solarbatterie zum Strombedarf des Haushalts passt.
So gehen Sie vor
  • Solarbatterien unterscheiden sich in Preis, Lebensdauer und Effizienz. Wählen Sie ein Gerät, das in allen Kriterien überzeugt und zu Ihrem Haushalt passt.
  • In Sachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in einigen Städten gibt es Fördermittel für Solarstromspeicher.
  • Verlangen Sie vom Installationsbetrieb, dass er Ihnen einen Speicherpass ausstellt, und platzieren Sie den Stromspeicher an einem eher kühlen Ort.

Schätzungsweise 160.000 kleinere Speicher für Strom aus Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) sind in Deutschland in Betrieb. Das geht aus den Daten des Marktstammdatenregisters und des Bundesverbands Solarwirtschaft hervor. Diese Speicher sind zumeist kleine Batterien im Keller von Privathäusern. Es können aber auch größere Akkus in mittelständischen Unternehmen sein.

Aufgabe der Stromspeicher ist es, den vor Ort erzeugten Strom zu speichern. So lässt sich die Energie dann zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Damit erhöhen Sie Ihre Unabhängigkeit vom Stromversorger und sichern sich gegen steigende Strompreise ab.

Wann lohnt sich die Investition in einen Batteriespeicher?

Wer Solarstrom aus einer neuen PV-Anlage erzeugt, ist gut beraten, so viel Strom wie möglich selbst zu nutzen. Denn im Gegensatz zu dem Strom, den Ihnen ein Versorger liefert, fallen auf selbsterzeugten Strom keine Stromsteuer, kein Netzentgelt und keine einzige Umlage an. So kostet Sie der eigene Strom nur halb so viel wie der über das Stromnetz bezogene – oder sogar noch weniger.

Nur 25 bis 30 Prozent des eigenen Stroms ist direkt nutzbar. Denn die Solaranlage erzeugt in den Mittagsstunden die meiste Energie und liefert damit in der Regel deutlich mehr, als Sie gerade benötigen. Speichern Sie die Überschüsse aus den sonnenreichen Stunden, haben Sie auch am Abend Strom für Ihren Eigenverbrauch.

Im Schnitt erhöhen Stromspeicher in Deutschland den Eigenverbrauch auf mindestens 50 Prozent. Die Autoren im Monitoringbericht 2018 haben ermittelt, dass selbsterzeugter Strom im Schnitt 60 Prozent des Haushaltsbedarfs deckt.

Interessant ist der Kauf eines Batteriespeichers aber nicht nur für neue Photovoltaik-Anlagen, sondern auch für ältere Kraftwerke. Die meisten Betreiber speisen ihren Strom komplett ins Stromnetz ein und beziehen die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese Förderung läuft jedoch für die ersten Anlagen Ende 2020 aus. Sollen die Systeme weiter betrieben werden, ist es sinnvoll, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen.

Welche Batteriespeicher gibt es?

Batteriespeicher für Solarstrom kamen ab 2011 vermehrt auf den Markt. Dabei handelte es sich vorwiegend um Bleisäure-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien. Erstere hatten damals einen Preisvorteil. Den Wettlauf um die besten Kosten gewannen aber die Lithium-Ionen-Batterien und verdrängten die Bleibatterien bis Ende 2015 fast vollständig vom Markt. Auch andere Technologien, wie Redox-Flox-Batterien oder Salzwasserspeicher, spielen 2019 kaum noch eine Rolle.

Die Zahl der stationären Lithium-Ionen-Batterien wächst von Jahr zu Jahr. 2017 wurden rund 38.000 Geräte installiert; 2018 waren es nach Einschätzung von EuPD Research rund 45.000. Für 2019 erwarten die Analysten mehr als 50.000 Geräte. Die meisten schaffen sich die Betreiber zusammen mit einer kleinen Photovoltaik-Anlage an. Das bedeutet: Etwa jeder Zweite, der sich eine kleine Solaranlage installieren lässt, nimmt gleich einen Speicher dazu. In Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind mit Abstand die meisten Geräte in Betrieb.

Dennoch ist die Zahl der Heimspeicher noch klein – zumindest im Verhältnis zu den insgesamt installierten Photovoltaik-Anlagen von rund 1,7 Millionen. Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet damit, dass ihre Zahl künftig schneller steigt. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen fallen die ersten Anlagen Ende 2020 aus der EEG-Förderung. Darüber hinaus erwarten Branchenkenner, dass die Preise für Stromspeicher noch deutlich sinken.

Wie haben sich die Preise für Batteriespeicher entwickelt?

Die Preise für Solarstromspeicher sind in den vergangenen Jahren stark gefallen und haben sich für kleine Geräte halbiert. Das liegt vor allem daran, dass Speicherzellen immer günstiger werden. Durch Massenproduktion reduzieren die Hersteller ihre Kosten. 

Ob sich ein Speicher für den Betreiber finanziell auszahlt, hängt entscheidend von der Größe und den Kosten pro Kilowattstunde Speicherkapazität ab. So lohnt sich der Betrieb großer Batteriekraftwerke und Anlagen für Gewerbebetriebe bereits seit 2016. Bei kleinen Systemen für Haushalte fallen die Kosten für Elektronik und Sensoren stärker ins Gewicht. Seit Mitte 2017 gibt es aber kleinere Geräte, die sich für einen Haushalt rechnen können. Das ist der Fall, wenn Sie das Speichern einer Kilowattstunde Solarstrom höchstens 16 bis 20 Cent kostet.

Wann rechnet sich ein Batteriespeicher für Sie?

Der größte Antrieb für Betreiber von Solarspeichern ist bislang, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, sich gegen steigende Strompreise abzusichern und sich von Energieversorgern unabhängiger zu machen. Das belegen die Berichte der RTWH Aachen zum Speichermonitoring. Dass sich die Investition für den Betreiber wirtschaftlich lohnt, motiviert dagegen nur jeden Fünften zum Kauf eines Geräts. 

Ein Speicher rechnet sich für Sie, wenn die Kosten für das Erzeugen und Speichern einer Kilowattstunde dem Arbeitspreis für Ihren Strombezug aus dem Netz entsprechen. Produzieren Sie Strom für 10 Cent pro Kilowattstunde, darf Sie damit das Speichern 16 bis 20 Cent kosten. In Summe kommen Sie dann auf 26 bis 30 Cent pro Kilowattstunde – das entspricht zumeist dem Arbeitspreis für Strom aus dem Stromnetz in Deutschland, der je nach Tarif und Höhe von Ort zu Ort schwankt.

Die höchsten Arbeitspreise zahlen dabei Haushalte in Regionen mit hohen Netzentgelten. Das ist in Teilen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland oder Sachsen-Anhalt der Fall.

Ob sich ein Gerät für Sie rechnet, hängt neben den Investitionskosten und den Kosten für den Strombezug aus dem Netz von einem dritten Faktor ab: der Lebensdauer der Batterie. Speicherkosten von 18 Cent pro Kilowattstunde erreichen Sie beispielsweise, wenn Sie für den Batteriespeicher beim Kauf 700 Euro (netto) pro Kilowattstunde Speicherkapazität zahlen und den Speicher 15 Jahre betreiben können. Weitere Beispiele können Sie der Tabelle entnehmen. Beachten Sie dabei: Die genannten Preise in der Tabelle sind Annahmen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung. Am Markt gibt es bisher nur wenige kleine Geräte bis sechs Kilowattstunden Speicherkapazität für rund 600 Euro pro Kilowattstunde.

Speicherkosten nach Netto-Investition und Lebensdauer

Netto-Investitionskosten

je kWh

Speicherkapazität

Speicherkosten

bei 20

Betriebsjahren

Speicherkosten

bei 15

Betriebsjahren

Speicherkosten

bei 10

Betriebsjahren

1.100 Euro/kWh22 ct/kWh29 ct/kWh43 ct/kWh
1.000 Euro/kWh20 ct/kWh26 ct/kWh39 ct/kWh
900 Euro/kWh18 ct/kWh24 ct/kWh35 ct/kWh
800 Euro/kWh16 ct/kWh21 ct/kWh31 ct/kWh
700 Euro/kWh14 ct/kWh18 ct/kWh27 ct/kWh
600 Euro/kWh12 ct/kWh16 ct/kWh23 ct/kWh

Alle Werte auf volle Cent gerundet.
Berechnung aufgrund folgender Annahmen: Größe der Photovoltaik-Anlage 5 Kilowatt Leistung, Speicherkapazität der Batterie 3 Kilowattstunden, Wartungskosten für den Speicher 2 Prozent der Investitionskosten für den Speicher pro Jahr. Die Stromproduktion der Photovoltaik-Anlage beträgt 1.000 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung pro Jahr, die Inflationsrate 2 Prozent, und der Eigenverbrauch des Stroms wird nicht durch Lastmanagement maximiert.
Quelle: Finanztip-Berechnung mit Hilfe des Beratungstools Batteriespeicher des Öko-Instituts (Stand: 20. Juli 2018)

Aber: Für die Lebensdauer garantieren die Hersteller gewöhnlich nur zehn Jahre. Manche Hersteller garantieren auch für 12 oder sogar 15 Jahre. Entspricht die garantierte Lebensdauer der tatsächlichen Betriebsdauer lässt sich 2019 kein Speicher wirtschaftlich betreiben – dafür sind die Geräte noch zu teuer. 

Wissenschaftler halten aber eine längere Nutzung von Heimspeichern als der gewöhnlich garantierten für unproblematisch – 15 Jahre sollten zumindest die Speichermodule in einem Gerät bei vernünftigem Betrieb arbeiten können. Die Leistungselektronik in den Geräten kann auch vor Ablauf von 15 Jahren defekt sein und müsste dann getauscht werden.

Vernünftig betreiben Sie einen Solarspeicher, wenn er an einem kühlen Ort steht, also nicht Temperaturen von mehr als 25 Grad ausgesetzt ist, und er regelmäßig entladen wird. 
Finden Sie kein passendes Angebot für einen wirtschaftlich zu betreibenden Speicher, verwerfen Sie Ihren Plan nicht gleich: Es gibt staatliche Förderprogramme, mit denen Sie die Investitionskosten senken können. 

Was gilt für Altanlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung?

Für Betreiber von älteren Solarstrom-Anlagen sieht die Kalkulation besser aus als für Neuanlagen. Läuft die EEG-Vergütung nach 20 Jahren ab, ist die Photovoltaik-Anlage längst refinanziert. Die Eigentümer produzieren dann Strom für etwa 3 bis 5 Cent pro Kilowattstunde. Denn es fallen nur noch Betriebskosten an, etwa für die Überwachung und die Wartung der Anlagen oder für Reparaturen. 

Wollen Sie das System weiter betreiben, können Sie den Strom weiter ins Netz speisen. Sie müssen sich dann aber um den Verkauf kümmern. Die Börsenstrompreise lagen 2018 im Schnitt bei 4 bis 5 Cent pro Kilowattstunde. Das deckt zwar die Betriebskosten der Anlage, aber wirklich lohnend ist der Weiterbetrieb dann nicht. Da der Energiebezug aus dem Stromnetz um ein Vielfaches teurer ist, wäre es deshalb besser, Solarstrom für 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde zu speichern. Nach Auslaufen der EEG-Förderung müssen Sie aber nach aktueller Rechtslage auf Ihren Eigenverbrauch EEG-Umlage zahlen – egal, wie groß Ihre Anlage ist. Es gilt ein Satz von 40 Prozent der vollen Umlage. 2020 wären das 2,7024 Cent pro Kilowattstunde. 

Ab 2021 endet die EEG-Förderung für die ersten Photovoltaik-Anlagen. Zugleich plant die Bundesregierung, ab 2021 die EEG-Umlage zu entlasten.

Was kosten Batteriespeicher?

Die Preise für Lithium-Ionen-Speicher gehen am Markt weit auseinander. 2018 kostete ein kleines Gerät (inklusive Leistungselektronik) mit bis zu fünf Kilowattstunden nutzbarer Speicherkapazität zwischen 1.200 und 1.900 Euro (netto) pro Kilowattstunde. Bei diesen Preisen ist ein Gerät selbst bei einer Lebensdauer von 20 Jahren nicht wirtschaftlich, wie Sie in der Tabelle erkennen können – es sei denn, es gibt dafür eine staatliche Förderung. Tatsächlich stammen die Preisdaten aus der Auswertung der RWTH Aachen zum Förderprogramm in Baden-Württemberg, das von März 2018 bis Juli 2019 bestand. Demnach erhielt jeder der etwa 4.500 geförderten Antragsteller rund 2.200 Euro Zuschuss. 

Bei den etwas größeren Geräten mit fünf bis zehn Kilowattstunden Speicherkapazität lagen die Preise bei rund 840 bis 1.400 Euro (netto). Die günstigen Geräte können sich auch ohne die Förderung des Landes Baden-Württemberg für den Betreiber bezahlt machen. Voraussetzung: Sie halten 20 Jahre durch.

Aufgrund der deutlichen Preisunterschiede am Markt sollten Sie mehrere Angebote von Installationsbetrieben einholen, ehe Sie sich für eines entscheiden. Darüber hinaus sollten Sie überlegen, ob Sie einen Speicher zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage anschaffen oder ihn nachrüsten. Denn dies beeinflusst ebenfalls Ihre Investitionskosten. 

Wie teuer die Investition ist, hängt auch davon ab, ob Sie sich die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückholen können. Die 19-prozentige Steuer bedeutet einen erheblichen Preisunterschied: Selbst bei einem günstigen Nettopreis von 800 Euro pro Kilowattstunde, zahlen Sie für ein Gerät mit sieben Kilowattstunden Speicherkapazität (was der durchschnittlichen Größe der über das Förderprogramm in Baden-Württemberg installierten Geräte entspricht) mehr als 1.000 Euro Mehrwertsteuer.

Die Umsatzsteuer auf den Speicher können Sie sich aber nur vom Finanzamt zurückholen, wenn Sie die Photovoltaik-Anlage und den Solarspeicher zusammen anschaffen und überschüssigen Strom auch verkaufen. Sobald Sie Strom verkaufen, sind Sie in der Regel Unternehmer und müssen Ihre Photovoltaik-Anlage in der Steuererklärung berücksichtigen. Bei geringen Einkünften aus unternehmerischer Tätigkeit können Sie wählen, ob Sie Umsatzsteuer auf Ihre Einkünfte abführen oder nicht. Entscheiden Sie sich für die Regelbesteuerung, können Sie sich schon die Mehrwertsteuer des Kaufpreises vom Finanzamt zurückholen. Dann müssen Sie aber auch Umsatzsteuer auf den selbst verbrauchten Strom abführen. Dabei ist es egal, ob Sie ihn direkt verbrauchen oder zwischenspeichern.

Rüsten Sie den Speicher zu Ihrer Solaranlage nach, um Ihren Eigenverbrauch zu erhöhen, liegt für die Finanzbehörden kein gewerblicher Einsatz des Geräts vor. Sie können dann auch keine Vorsteuer geltend machen.

Welche Förderprogramme gibt es für Speicher?

Die Anschaffungskosten lassen sich mit Förderprogrammen abfedern. So können Sie die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Um Investitionen anzureizen, gibt es in sechs Bundesländern Zuschüsse: Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Berlin und Rheinland-Pfalz fördern den Kauf von Batterien, um eigenen Solarstrom im jeweiligen Bundesland zu speichern. In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ist die Annahme neuer Förderanträge noch unterbrochen, soll aber spätestens im Frühling weiterlaufen. Darüber hinaus helfen die Städte München, Münster und Freiburg bei der Finanzierung von Batteriespeichern.

Auf Bundesebene ist die Förderung Ende 2018 ausgelaufen. Fast sechs Jahre lang bezuschusste der Staat die Anschaffung von Speichern, wenn die Käufer diesen über einen KfW-Kredit finanzierten. Dies löste Investitionen in rund 32.500 Speicher in Höhe von etwa 700 Millionen Euro aus. 

Bis 2016 nahm etwa die Hälfte der Betreiber von Heimspeichern die Förderung in Anspruch. 2017 verringerte sich der Anteil auf 20 Prozent. 

Worauf sollten Sie beim Kauf eines Batteriespeichers achten?

Rund 8.000 Euro (netto) geben deutsche Haushalte für einen Batteriespeicher aus. Angesichts der Investitionshöhe sollten Sie das Gerät sorgfältig auswählen. Wichtig ist, dass Sie sich für ein Gerät entscheiden, dass zu Ihrer Situation passt und lange in Betrieb sein kann.

1. Speicher in der richtigen Größe wählen

Der Speicher sollte zur Photovoltaik-Anlage und zum Strombedarf Ihres Haushalts passen. Die Faustformel lautet: Pro 1.000 Kilowattstunden Stromverbrauch benötigen Sie Solarmodule mit einem Kilowatt Leistung. Und pro Kilowatt Photovoltaik-Leistung sollten 0,7 Kilowattstunden Speicherkapazität vorhanden sein. Dann können Sie die Hälfte Ihres Strombedarfs selbst decken.

Ein Beispiel: Für eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Jahr reicht eine Photovoltaik-Anlage mit vier Kilowatt Leistung und dazu ein Speicher mit 2,9 Kilowattstunden Speicherkapazität. Diese Familie kann damit die Hälfte ihres Strombedarfs selbst decken.

Wollen Sie mehr eigenen Strom nutzen, müssen die Photovoltaik-Anlage und/oder der Speicher größer sein. Hilfe bei der Bestimmung der Größe von Speicher und Photovoltaik-Anlage bietet der Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

Mit einer höheren Speicherkapazität kann sich der Anteil der Eigenversorgung weiter erhöhen – aber nur in kleinen Schritten. Verdoppelt die Familie aus dem genannten Beispiel die Speicherkapazität und installiert eine Batterie mit 5,8 Kilowattstunden, klettert der Autarkiegrad von 50 auf 62 Prozent. Dafür müsste die Familie deutlich höhere Investitionskosten in Kauf nehmen – das lohnt sich kaum.

Achten Sie bei der Wahl des Speichers darauf, ob der Hersteller eine Angabe zur nutzbaren Speicherkapazität macht. Lithium-Ionen-Speicher sind so konstruiert, dass sie sich nur bis zu einem bestimmten Punkt entladen lassen. Denn bei zu starker Entladung nehmen sie irreparablen Schaden. Das bedeutet aber auch, dass Sie nicht die volle Speicherkapazität nutzen können. Wie groß die nutzbare Kapazität tatsächlich ist, sollte der Hersteller angeben oder Ihnen auf Anfrage erklären. Wählen Sie das Gerät deshalb nach der nutzbaren Speicherkapazität aus.

2. Suchen Sie sich ein Gerät mit langer Lebensdauer aus

Wie viele Jahre der Speicher arbeiten kann, ist einer der entscheidenden Faktoren für die Wirtschaftlichkeit. 15 bis 20 Jahre sollte eine Batterie in Betrieb sein, damit sich die Anschaffung rechnet. Ob das die bislang installierten Geräte leisten, wird sich zeigen – Erfahrungen mit den ersten kleinen Heimspeichern aus Lithium-Ionen-Zellen gibt es erst seit zehn Jahren. 

Die Branche definiert das Ende der Lebensdauer mit dem Zeitpunkt, an dem sich die Speicherkapazität auf 80 Prozent verringert hat. Wann dieser erreicht ist, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Er hängt von zwei Alterungsmechanismen ab. Der erste ist die sogenannte Zyklenfestigkeit. Sie gibt an, wie häufig ein Speicher geladen und wieder entladen werden kann, ohne dass dabei die Speicherkapazität stark einbricht. Pro Jahr durchläuft ein Stromspeicher in Deutschland dabei etwa 250 bis 300 Zyklen.

Alle Hersteller machen Angaben zur Zyklenfestigkeit, um damit zu belegen, dass ihr Gerät viele Jahre arbeiten kann. Bislang haben sich die Hersteller aber auf keine einheitlichen Tests geeinigt. Daher sind die Angaben untereinander nicht vergleichbar.

Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich vor dem Kauf eines Speichers nach der Zyklenzahl erkundigen. Fragen Sie dabei auch, ob die angegebene Zahl einen Kapazitätsverlust von 20 Prozent widerspiegelt. Beträgt die Zyklenzahl unter diesen Voraussetzungen mindestens 6.000, kann eine Batterie bis zu 20 Jahre arbeiten.

Darüber hinaus hat die Batterie eine kalendarische Lebensdauer. Ermüden die Materialien in der Batterie im Laufe der Zeit, kann das ihre Speicherkapazität ebenso verringern und dadurch ihr Ende herbeiführen. Einfluss auf die kalendarische Lebensdauer haben zwei Faktoren: der Ladezustand der Batterie und die Umgebungstemperatur.

Den Ladezustand sollte das Speichersystem dabei selbst so steuern, dass eine lange Lebensdauer gegeben ist. Da auch die Umgebungstemperatur die kalendarische Lebensdauer beeinflusst, finden Sie auf einem Verkaufsprospekt kaum Angaben zu diesem Thema. Grundsätzlich gilt: Die Batterie sollte nicht längere Zeit vollgeladen sein und nicht Temperaturen von 25 Grad oder mehr ausgesetzt sein.

3. Achten Sie auf die Angabe der Speicherkapazität

Lithium-Ionen-Batterien sollten in der Regel nicht voll entladen werden. Deswegen gibt es zwei Angaben zur Kapazität: Die tatsächliche Speicherkapazität und die nutzbare Speicherkapazität (Nennkapazität). Letztere sollte für Sie ausschlaggebend sein bei der Wahl eines geeigneten Geräts.

Allerdings definieren die Hersteller nicht einheitlich, was sie mit nutzbarer Kapazität und tatsächlicher Kapazität meinen. Bei einigen entspricht die nutzbare Kapazität 90 Prozent der vollen Kapazität. Es kommt aber auch vor, dass ein Hersteller nur eine Angabe macht und suggeriert, dass die Batterie zu 100 Prozent entladen werden könnte. Tatsächlich nennt er dann die nutzbare Kapazität und verschweigt den tatsächlichen, höheren Wert. Forscher der RWTH Aachen halten dieses Vorgehen für problematisch und arbeiten an einer einheitlichen Definition.

4. Prüfen Sie die Garantiebedingungen

Es ist üblich, dass die Speicherhersteller für ihr System eine Garantie aussprechen. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen Ihnen ein Gerät einfach tauscht, wenn es nicht mehr funktioniert. Viele Hersteller garantieren lediglich einen Zeitwertersatz – Sie müssen dann zum Austauschgerät zuzahlen, entsprechend des berechneten Wertverlusts des defekten Geräts. Anders ist das, wenn der Hersteller Ihnen garantiert, den vollen Wert zu ersetzen. Achten Sie deshalb darauf, dass die Firma Ihnen einen „Vollwertersatz“ zusichert. 

Wichtig ist darüber hinaus, wie der Hersteller einen Garantiefall definiert und wie er sich die Abwicklung vorstellt: Wer kommt für die Kosten der Deinstallation und des Transports zum Hersteller auf? Wann ist der Garantiefall eingetreten – bei einem Totalausfall des Speichers oder wenn die Speicherkapazität unter 80 Prozent der ursprünglichen Speicherkapazität gefallen ist? 

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 2018 fünf Hersteller wegen ihrer Garantiebedingungen abgemahnt. Vier davon unterzeichneten Unterlassungserklärungen. Mit einem Unternehmen führt die Verbraucherzentrale noch einen Prozess.

Was ist von Clouds und Flatrates zu halten?

Wollen Sie einen Speicher kaufen, können Sie häufig zusätzliche Produkte dazunehmen. Beispielsweise gibt es Clouds zur virtuellen Speicherung von Solarstrom oder eine Flatrate auf Strom. Umsonst gibt es diese Dienste jedoch nicht. Im Gegenteil: Verbraucher zahlen dabei fast immer drauf.

Gute Idee, aber häufig teuer: Solarstrom virtuell speichern

Einige Energieversorger – wie Eon, Innogy, LEW, EnviaM, EWE und EnBW – bieten an, Solarstrom virtuell zu speichern, nämlich in einer Cloud. Voraussetzung: Sie haben bei den genannten Unternehmen (oder ihren Tochtergesellschaften) auch den Batteriespeicher gekauft. Erzeugen Sie nun im Sommer mehr, als Sie trotz Speicher verbrauchen, können Sie diese Energie in Zeiten geringer Solarstromproduktion nutzen. 

Das funktioniert so: Sie speisen den Überschussstrom wie gewohnt ins Netz. Ihren Anspruch auf Einspeisevergütung treten Sie aber an den Cloud-Anbieter ab. Er vermarktet den Strom an der Börse, kassiert den Erlös und schreibt Ihnen die Strommenge gut. Beziehen Sie Strom aus dem Netz, kauft Ihr Cloud-Anbieter Strom ein (meist Ökostrom) und liefert ihn Ihnen – über den Cloud-Vertrag wird er damit automatisch auch Ihr Stromversorger. Speisen Sie mehr Strom in die Cloud, als Sie wieder herausnehmen, bezahlt Ihnen der Anbieter den Strom – meist in Höhe des Einspeisetarifs.

Das mag praktisch klingen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt sich ein Cloud-Paket aber häufig nicht. Das liegt an den niedrigeren Stromerlösen, die Sie mit eingespeistem Strom erzielen, in Verbindung mit den zumeist erhobenen Gebühren für den Dienst. Für 1.000 Kilowattstunden liegen die Preise zwischen 15 und 30 Euro pro Monat. Sie steigen, je größer das Speichervolumen ist. Verlangt Ihr Anbieter mehr als 18 Euro pro Monat pro 1.000 Kilowattstunden, sollten Sie die Finger davonlassen

Zudem müssen Sie gut überlegen, ob das Speichervolumen ausreicht: Benötigen Sie nämlich mehr Strom, als in der Cloud für Sie bereitsteht oder als Sie Solarstrom ins Netz gespeist haben, stellt Ihnen der Anbieter dies zusätzlich in Rechnung. Die Preise pro Kilowattstunde liegen bei 27 bis 29 Cent. Schöpfen Sie Ihr Cloud-Volumen dagegen nicht aus, zahlen Sie unnötig viel über die monatliche Gebühr. Sie bekommen also nur dann den virtuell gespeicherten Strom zu günstigen Kosten, wenn Sie die Cloud optimal ausnutzen und dabei nicht Ihr Konto überziehen.

Sie können ein Cloud-Paket oder eine Schwarm-Batterie auch buchen, ohne einen Stromspeicher zu besitzen. Solarstrom, den Sie nicht direkt nutzen, speisen Sie wie gehabt ins Netz und füllen so Ihr Stromkonto. Nachts oder an Wintertagen können Sie den Strom aus der Cloud beziehen. Hier gibt es auch Modelle ohne Grundgebühr. Dann müssen Sie aber mindestens doppelt so viel Strom ins Netz speisen, wie Sie wieder entnehmen. Die Einspeisevergütung treten Sie komplett an den Versorger ab.

Neben Energieversorgern, die einen solchen Dienst nur anbieten, wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage bei ihnen oder ihrem Partnerunternehmern gekauft haben, gibt es auch einen frei wählbaren Anbieter: Redpoint New Energy bindet jeden Betreiber einer Photovoltaik-Anlage in sein Cloud-Netz ein, der es möchte.

Wie der Speicher Geld verdienen oder Freistrom einbringen kann   

Sie können mit dem Stromspeicher auch Geld verdienen. Nämlich dann, wenn er bereitsteht, das Stromnetz zu stabilisieren. Im Stromnetz müssen sich die eingespeisten und die entnommenen Strommengen die Waage halten. Damit das stets gewährleistet ist, können die vier Übertragungsnetzbetreiber jederzeit Angebot und Nachfrage regulieren. Entweder steuern sie Erzeugungsanlagen so, dass mehr oder weniger Strom ins Netz wandert. Oder sie steuern Stromverbrauchsgeräte so, dass sie mehr oder weniger Strom aus dem Netz ziehen. Mit dieser Regelleistung bleibt das Stromnetz stabil.

Ein Stromspeicher kann sowohl Stromverbraucher als auch Erzeugungsanlage sein, je nachdem, ob er geladen oder entladen wird. Daher eignet er sich für die Bereitstellung von Regelenergie. Und damit lässt sich Geld verdienen. 

Allerdings kann nicht jeder x-beliebige kleine Stromspeicher Regelenergie anbieten. Es gibt eine Mindestgröße für die bereitgestellte Leistung. Sie beträgt ein Megawatt. Trotzdem können auch kleine Heimspeicher am Regelenergiemarkt teilnehmen – wenn viele einzelne Geräte einen virtuellen Großspeicher bilden

Zwei Unternehmen haben dieses Konzept bislang umgesetzt. Der Ende 2017 insolvent gegangene Speicherhersteller Caterva. Das Unternehmen beteiligte die Speicherbetreiber an den Erlösen am Regelenergiemarkt – freilich nur so lange, wie die Firma bestand. 

Seit Ende 2018 stellen in Deutschland installierte Solarspeicher der Marke Sonnen Regelenergie bereit. Die Sonnen eServices GmbH reicht die Einnahmen aus der Regelleistungsvermarktung jedoch nicht direkt an die Kunden weiter, sondern bietet eine Flatrate auf eine bestimmte Liefermenge Strom. Der Speicher muss dabei mindestens 7,5 Kilowattstunden Speicherkapazität haben. Zusätzlich ist ein Mitgliedsbeitrag von mindestens 20 Euro pro Monat zu zahlen. Ob sich die Flatrate für Sie rechnet, hängt davon ab, wie sich die Strompreise am Markt entwickeln und wie lange Sie den Speicher betreiben können.

Hinweis: Den Begriff „Flatrate“ nutzen Stromversorger nicht nur im Zusammenhang mit Stromspeichern, die Regelleistung bereitstellen, sondern auch für Strompakete zum Pauschalpreis. Unbegrenzt Strom beziehen kann ein Kunde dabei aber nicht. Vielmehr sollte er einen bestimmten Verbrauch nicht überschreiten, wenn er keine Nachforderung erhalten möchte.

Wie sicher und effizient sind Batteriespeicher?

Lithium-Ionen-Batterien bergen ein Risiko: Die Speicherzellen sind leicht entflammbar und können explodieren. Die Brandgefahr haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 2014 in Tests demonstriert. Daraufhin erstellten Branchenverbände einen Sicherheitsleitfaden. Die Inhalte sind 2016 in die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-50 eingegangen.

Diese Regel gilt für alle in Deutschland installierten Speicher, die ans Niederspannungsnetz geschlossen sind, und soll den sicheren Betrieb der Speicher gewährleisten. Der TÜV Rheinland hat allerdings im Mai 2017 darauf hingewiesen, dass nicht alle am Markt erhältlichen Geräte diese Norm erfüllen.

Ein anderer Sicherheitsaspekt ist die Zuverlässigkeit der Stromversorgung, die Sie mit einem Batteriespeicher erzielen können. Auch wenn das Stromnetz zusammenbricht, können viele netzgekoppelte Speichersysteme die Versorgung einzelner Geräte für einige Stunden sicherstellen. Es gibt aber auch Speichersysteme am Markt, die im Falle eines Stromausfalls in den Inselbetrieb schalten und die Vollversorgung eines Haushalts gewährleisten – zumindest so lange genügend Solarstrom erzeugt oder noch gespeichert ist. Diese Speichersysteme sind teurer als einfachere Systeme ohne Ersatzstromversorgung.

Auch wenn es möglich ist, den Wirkungsgrad der einzelnen Komponenten eines Speichersystems anzugeben, also der Batterie, des Wechselrichters oder des Ladereglers, sagt das nicht viel aus. Entscheidend ist vielmehr der Wirkungsgrad des gesamten Systems. Dazu haben die Branchenverbände 2017 einen Effizienz-Leitfaden herausgegeben. An diesen können sich Hersteller halten – sie müssen es aber nicht.

Um den ökonomischen Nutzen effizienter Geräte zu bestimmen, haben Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin eine Effizienz-Kennzahl entwickelt. Die Forscher testen ein Gerät dafür zunächst auf Basis des Effizienz-Leitfadens und bestimmen dabei, wie viel Strom beim Speichern verloren geht. Daraus leiten sie dann ab, wie gut sich ein Betreiber einer Photovoltaikanlage mit angeschlossenem Speicher selbst mit Strom versorgen kann und wie viel Geld er dadurch im Vergleich zum normalen Stromkauf spart. Anschließend ermitteln die Forscher, wie die Zahlen für ein ideales System aussehen – ohne Verluste. Das Verhältnis der tatsächlichen Kosteneinsparung gegenüber der idealen Einsparung ergibt die Effizienz-Kennzahl, die auch System-Performance-Index (SPI) genannt wird.

Die HTW hat im Herbst 2018 eine Studie vorgelegt, in der die Wissenschaftler für 16 Geräte den SPI bestimmt haben. Demnach liegt die Effizienz der Speicher zwischen 85 und 91 Prozent. Ende 2019 wollen die Forscher ihre Untersuchung wiederholen.

Wie finden Sie einen Installateur und worauf sollten Sie achten?

Installateure in Ihrer Region finden Sie zum Beispiel auf der Website des Bundesverbands Solarwirtschaft die-sonne-speichern.de. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein und entscheiden Sie sich dann anhand der oben genannten Kriterien für eines. Achten Sie neben dem Preis und der angegebenen Zyklenzahl darauf, dass der Hersteller einer Lithium-Ionen-Batterie nach der Sicherheitsnorm VDE-AR-E 2510-50 arbeitet. 

Beim Aufstellen des Speichers sollten Sie einen Platz in einem Gebäude wählen, der ganzjährig eher kühl ist. Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Ab 25 Grad altern die Speicherzellen schneller. Für die Installation im Freien sind Batteriespeicher nicht geeignet.

Lassen Sie sich vom Installateur einen Anlagenpass für Ihre Photovoltaik-Anlage und einen Speicherpass für Ihren Batteriespeicher ausstellen. Darin dokumentiert er, wie die Anlagen aufgebaut und verschaltet sind. Das erleichtert Reparaturen zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem ist es dann einfacher, Garantieansprüche durchzusetzen.

Im Speicherpass ist auch vermerkt, ob der Installateur nach den gängigen Normen arbeitet. Für den Netzanschluss eines Stromspeichers gelten mehrere Standards: Wie der Speicher zu planen, zu installieren, zu betreiben, wieder zu demontieren und zu entsorgen ist, beschreibt die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-2. Wie er sich beim Laden zu verhalten hat, legen die Anwendungsregel VDE-AR-N 4100 für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz sowie die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Netzbetreibers fest. Beim Entladevorgang gilt zusätzlich die 2018 überarbeitete Anwendungsregel VDE-AR-N 4105, sofern das Gerät weniger als 135 Kilowatt Leistung hat. Bis zum 26. April 2019 durfte ein Installateur auch nach der Version der Regel arbeiten, die vor 2018 bestand. 

Welche Pflichten haben Speicherbetreiber?

Als Betreiber des Speichers müssen Sie sich an Regeln halten. Jedes mit dem Stromnetz verbundene Gerät ist der Bundesnetzagentur zu melden. Die Behörde führt das sogenannte Marktstammdatenregister. Es erfasst unter anderem alle Anlagen, die an das Stromnetz gekoppelt sind und Strom erzeugen oder speichern. 

Lassen Sie einen Batteriespeicher neu installieren, müssen Sie ihn innerhalb eines Monats ab Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur registrieren. Erweitern Sie das Gerät um ein Speichermodul oder nehmen Sie den Speicher wieder außer Betrieb, müssen Sie dies ebenfalls melden. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht gilt als Ordnungswidrigkeit und kann Bußgelder nach sich ziehen.

Nutzen Sie schon länger einen netzgekoppelten Batteriespeicher, ist dieser seit dem 31. Januar 2019 ebenfalls zu registrieren. Allerdings gilt für ältere Geräte eine längere Frist – bis zum 31. Januar 2021.

Haben Sie Ihren Speicher zwischen dem 1. August 2014 und dem 30. Januar 2019 in Betrieb genommen, sollten Sie die Meldung aber schneller vornehmen – und zwar bis Ende 2019. Für diese Geräte galt bereits die Meldepflicht. Da ihr viele Speicherbetreiber aber nicht nachgekommen waren, hat der Gesetzgeber die Meldefrist verlängert. Gehören Sie dazu, dann registrieren Sie Ihr Gerät noch bis zum 31. Dezember 2019. Andernfalls können Sie Ihren Anspruch auf die bereits gezahlte Einspeisevergütung für erzeugten und eingespeisten Strom verlieren.

Beachten Sie die steuerlichen Auswirkungen 

Haben Sie den Speicher zusammen mit der Photovoltaik-Anlage gekauft und verkaufen einen Teil des erzeugten Solarstroms, gehört der Speicher zu Ihrem Betriebsvermögen. Entsprechend müssen Sie das Gerät in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen.

Haben Sie den Speicher zur Photovoltaik-Anlage nachgerüstet, gehört er nicht zum Betriebsvermögen. Der Speicher erhöht aber Ihren Eigenverbrauch und damit die privaten Entnahmen. Das wirkt sich auf die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer aus, sofern Sie der Regelbesteuerung unterliegen.

Was sollten Sie im Betrieb beachten?

Die Hersteller von Batteriespeichern beschreiben ihre Produkte zumeist als wartungsfrei. Das sollte Sie aber nicht dazu verleiten, sich nicht um den Speicher zu kümmern.

Solarspeicher auf Basis von Lithium-Ionen-Zellen sind wartungsarm. Dennoch empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, alle drei bis vier Jahre einen Elektriker die Installation überprüfen zu lassen. Achten Sie selbst darauf, dass der Raum, in dem sich der Speicher befindet, nicht zu warm wird. Ab 25 Grad Celsius altern Lithium-Ionen-Zellen schneller.

Den Betriebszustand jeder einzelnen Speicherzelle überwacht das Batteriemanagementsystem im Speicher selbst. Stimmt etwas nicht, setzt das System eine Warnmeldung ab oder schaltet sogar ganz ab. Wenn Sie nicht selbst etwaige Meldungen des Systems im Blick behalten wollen, dann lassen Sie den Speicher monitoren. Häufig wird dieser Service beim Kauf eines Geräts angeboten oder ist im Angebot bereits enthalten. Ist das Monitoring befristet, vergessen Sie nicht, den Dienstleister rechtzeitig neu zu beauftragen.

Autor
Ines Rutschmann

Stand: 05. März 2020


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