Stromspeicher

Sonnenstrom im Akku speichern

Benjamin Weigl
Finanztip-Experte für Energie

Das Wichtigste in Kürze

  • Nutzt Du eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf Deinem Dach, solltest Du möglichst viel Deines Sonnenstroms selbst verbrauchen.
  • Mit einem Batteriespeicher kannst Du Deinen Eigenverbrauch verdoppeln.
  • Aber Stromspeicher kosten noch mehrere Tausend Euro. Damit sich das Gerät für Dich rechnet, darf es nicht zu teuer sein.

So gehst Du vor

  • Solarbatterien unterscheiden sich in Preis, Lebensdauer und Effizienz. Das passende Gerät findest Du mit unseren Tipps.
  • Hole Dir Förderung vom Staat: Bundesländer und Kommunen vergeben Fördermittel für Solarstromspeicher.
  • Platziere den Stromspeicher an einem eher kühlen Ort.

Rund 420.000 Speicher für Strom aus Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen sind in Deutschland in Betrieb. Die meisten dieser Speicher sind kleine Batterien, die im Keller von Privathäusern stehen. Doch auch größere Akkus in mittelständischen Unternehmen zählen dazu. Die Geräte speichern den vor Ort erzeugten Strom. So lässt sich die Energie zu einem späteren Zeit­punkt nutzen.

Warum kann ein Batteriespeicher sinnvoll sein?

Wer Solarstrom aus einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge (PV-Anlage) erzeugt, kann den Strom ins öffentliche Stromnetz speisen und dafür die Einspeisevergütung beziehen. Oder den Strom selbst verbrauchen und nur Überschüsse ins Netz abgeben. Der eigene Strom kostet Dich nur halb so viel wie der vom Versorger gelieferte. Denn auf selbst erzeugten Strom fallen keine Stromsteuer, kein Netzentgelt und keine Umlage an.

Aber: Nur rund 30 Prozent des eigenen Stroms kannst Du in der Regel direkt nutzen. Denn die Solaranlage erzeugt in den Mittagsstunden die meiste Energie und liefert im Frühling und Sommer deutlich mehr, als Du gerade benötigst. Speicherst Du die Überschüsse aus den sonnenreichen Stunden, kannst Du Deinen selbsterzeugten Strom auch abends verbrauchen. Im Schnitt erhöhen Stromspeicher in Deutschland den Eigenverbrauch auf 60 Prozent. Der Kauf eines Speichers muss sich aber deswegen nicht in jedem Fall auch für Dich finanziell auszahlen – viele Geräte sind dazu noch zu teuer.

Bisher werden die meisten Stromspeicher zusammen mit der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge gekauft – etwa jeder Zweite, der sich eine kleine Solaranlage anschafft, kauft auch gleich einen Speicher dazu. Allein 2021 wurden 141.000 kleinere Geräte installiert. Die durchschnittliche Größe eines Heimspeichers liegt nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft bei 7 Kilowattstunden.

Bei den Geräten dominieren Lithium-Ionen-Batterien. Als 2011 vermehrt stationäre Stromspeicher auf den Markt kamen, wurden auch noch viele Bleisäure-Batterien installiert. Diese wurden mittlerweile von den Lithium-Ionen-Batterien fast vollständig aus dem Markt gedrängt. Auch andere Technologien, wie Redox-Flow-Batterien oder Salzwasserspeicher, spielen 2022 immer noch nur eine kleine Rolle.

Für eine zweite Gruppe von Solarstromerzeugern ist ein Batteriespeicher auf jeden Fall eine sinnvolle Investition: Betreiber älterer PV-Anlagen. Zu jeder zehnten Altanlage wurde bislang ein Speichergerät nachgerüstet – entweder diente die PV-Anlage ohnehin bereits der Eigenversorgung oder sie wurde auf Eigenverbrauch umgestellt. Letzteres passiert vor allem mit Anlagen, die bis 2009 errichtet wurden. Denn diese speisen ihren Strom in der Regel komplett ins Stromnetz ein und beziehen die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Förderung ist für die ersten Anlagen aber Ende 2020 ausgelaufen; jedes Jahr kommen weitere hinzu. Sollen sie weiter betrieben werden, ist es sinnvoll, den Strom nicht mehr komplett einzuspeisen, sondern möglichst viel selbst zu verbrauchen.

Wann rechnet sich ein Batteriespeicher?

Mit einem Speicher kannst Du Dich stärker selbst versorgen und Dich damit von Energieversorgern unabhängiger machen. Die Investition sollte sich für Dich aber auch finanziell auszahlen. Allerdings haben wir in einer Untersuchung 2021 festgestellt, dass dies bei den Angeboten im Markt nicht immer der Fall ist.

Wir holten für fünf Testkunden Angebote für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ein. Davon enthielten 21 Angebote auch einen Batteriespeicher, aber nur 16 wiesen die Kosten für den Speicher samt Installation separat aus. Wir prüften die Kosten von diesen und stellten fest: Nur zwei Angebote waren wirtschaftlich – die Investition in den Speicher hätten die Testkunden innerhalb von höchstens zehn Jahren wieder drin. Ein weiteres Angebot wäre wirtschaftlich, wenn die Testkundin die 2021 noch existierende bayerische Speicherförderung beansprucht hätte. 2022 gibt es noch in Thüringen und einigen Kommunen Zuschüsse beim Kauf von Batteriespeichern.

Aus den fünf übrigen Angeboten in unserem Test 2021 ging nicht hervor, welchen Kostenanteil der Speicher hat. Wenn die Kosten für den Speicher so niedrig wären, dass sie sich innerhalb von zehn Jahren amortisieren würden, hieße das aber im Umkehrschluss, dass die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in der Gesamtsumme einen größeren Anteil hätte – zu Lasten ihrer Wirtschaftlichkeit. Wie Du selbst ermitteln kannst, wie schnell sich eine PV-Anlage für Dich bezahlt macht, beschreiben wir im Ratgeber PV-Anlage kaufen detailliert.

Eigenverbrauch oder Volleinspeisung

Wie sich eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge am wirtschaftlich sinnvollsten betreiben lässt, solltest Du für zwei verschiedene Szenarien durchrechnen: die Volleinspeisung des Solarstroms und den teilweisen Eigenverbrauch der elektrischen Energie.

Denn die Höhe des festen Einspeisetarifs hängt davon ab, ob Du Deinen Solarstrom direkt nutzen willst oder ihn vollständig ins öffentliche Stromnetz einspeist. Für volleinspeisende Anlagen gibt es seit 30. Juli 2022 bis zu 13 Cent pro Kilowattstunde. Nutzt Du den Strom dagegen auch selbst oder verkaufst ihn direkt an Mieter und leitest nur eine Restmenge ins Stromnetz, gibt es maximal 8,2 Cent pro Kilowattstunde.

Überlege daher, welches Szenario für Dich sinnvoller ist. Grundsätzlich lohnt sich der Eigenverbrauchsmodus umso stärker, je mehr eigenen Strom Du selbst verbrauchen kannst und je teurer der Strom aus dem Netz ist. Ohne Speicher rentiert sich die PV-Anlage im Eigenverbrauch deutlich weniger im Vergleich zur Volleinspeisung, weil der Eigenverbrauch in der Regel unter 40 Prozent liegt. Mit Speicher kann der Eigenverbrauchsmodus aber nur vorteilhafter gegenüber der Volleinspeisung sein, wenn die Investitionskosten für den Speicher günstig sind. Wie Du die Wirtschaftlichkeit der Anlage je nach Szenario berechnen kannst, erläutern wir im Ratgeber PV-Anlage kaufen.

Du musst Dich nicht dauerhaft festlegen, ob Du Deinen Strom volleinspeist oder einen Teil selbst verbrauchst – ein Wechsel ist jedes Jahr möglich. Du kannst auch erst einmal nur eine PV-Anlage anschaffen, den Strom voll einspeisen und die Anlage sich so refinanzieren lassen. Zu einem späteren Zeit­punkt kannst Du immer noch auf Eigenverbrauch umstellen und einen Speicher nachrüsten. Vermutlich ist er dann auch günstiger – schließlich sollen die Speicherpreise nach Einschätzung von Analysen bis Ende der 20er Jahre stärker fallen. Schaffst Du den Speicher allerdings nicht zusammen mit der PV-Anlage an, ist es in der Regel nicht möglich, die Mehrwertsteuer auf den Kaufpreis zurückerstattet zu bekommen.

Guter Preis: 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität

Ein Speicher rechnet sich, wenn Dich das Erzeugen und Speichern einer Kilowattstunde Strom deutlich weniger als der Strom aus dem Netz kostet. Bei rund 35 Cent liegt der Arbeitspreis für eine Kilowattstunde aus dem öffentlichen Netz in den meisten Gegenden Deutschlands im zweiten Halbjahr 2022. Dein eigener Strom darf Dich dann nur 16 Cent kosten. Warum so viel weniger? Weil Du einen Teil des erzeugten Stroms nicht selbst verbrauchen kannst und ins Netz abgibst. Und dafür erhältst Du 2022 weniger, als Dich allein das Erzeugen des Stroms kostet – unter 7 Cent pro Kilowattstunde. Deine Ersparnis bei der Eigenversorgung muss auch das Minus beim Verkauf ausgleichen.

Ob sich ein Gerät für Dich lohnt, hängt neben den Investitionskosten und den Kosten für den Strombezug aus dem Netz noch von einem dritten Faktor ab: der Lebensdauer der Batterie. Erfahrungswerte über die Lebensdauer der bislang installierten Geräte hat bislang kein Hersteller veröffentlicht. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme nimmt eine Lebensdauer von 15 Jahren für Batteriespeicher an. Kannst Du den Speicher mindestens 15 Jahre betreiben, sollte er einschließlich seiner Installation nicht mehr als 800 Euro (netto) pro Kilowattstunde Speicherkapazität kosten. Hält er nur 10 Jahre, solltest Du nicht mehr als 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität (netto) zahlen.

Damit ein Stromspeicher lange und gut arbeiten kann, solltest Du ihn an einem kühlen Ort aufstellen, an dem die Temperatur nicht über 25 Grad steigt. Zudem sollte das Gerät regelmäßig entladen werden.

Was gilt für Altanlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung?

Für Betreiber von älteren Solarstrom-Anlagen sieht die Kalkulation besser aus als für Neuanlagen. Läuft die EEG-Vergütung nach 20 Jahren ab, ist die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge längst refinanziert. Die Eigentümer produzieren dann Strom für etwa 3 bis 5 Cent pro Kilowattstunde. Denn es fallen nur noch Betriebskosten an, etwa für die Überwachung und die Wartung der Anlagen oder für Reparaturen.

Willst Du das System weiter betreiben, kannst Du den Strom weiter ins Netz speisen. Du musst Dich dann aber um den Verkauf kümmern. Das übernehmen sogenannte Direktvermarkter. Verdienen kannst Du dabei aber nicht viel: Solarstrom ist am Markt rund 8 Cent pro Kilowattstunde wert. Besser ist es daher, den Strom selbst zu nutzen – direkt und gespeichert. Wenn Du den Strom für 20 Cent pro Kilowattstunde speichern kannst, ist das immer noch weniger, als Dich der Strom aus dem Netz kostet und Du für eingespeisten Solarstrom erhältst.

Was kosten Batteriespeicher?

Die Preise für Lithium-Ionen-Speicher gehen am Markt weit auseinander. Im März 2022 zahlen Installateure im Großhandel folgende Preise:

Speicherkapazität in kWh Preise in Euro je kWh
4 bis 6830 bis 1.500
7 bis 9730 bis 850
10 bis 14520 bis 700

Es handelt sich um Nettopreise.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: März 2022)

Aufgrund der deutlichen Preisunterschiede am Markt solltest Du mehrere Angebote von Installationsbetrieben einholen, ehe Du Dich für eines entscheiden. Kontakt zu mehreren Fachfirmen auf einmal bekommst Du über ein Internetportal, wenn Du nicht nur einen Speicher, sondern auch eine PV-Anlage kaufen willst. Wir empfehlen dabei zwei: Selfmade-Energy.de und Photovoltaik-Angebotsvergleich.de. 

Selfmade-Energy.com
  • drei bis vier Angebote pro Anfrage
  • nach Hochladen von Fotos liegen Angebote binnen eines Tages vor
  • Nutzer entscheidet, welche Firma er kontaktiert
Zum Anbieter
Photovoltaik-Angebotsvergleich.de
  • zwei bis fünf Firmen pro Anfrage vermittelt
  • Firmen innerhalb eines Tages vermittelt
  • bei Einverständnis kontaktieren Firmen mehrheitlich Nutzer und erstellen Angebote
Zum Anbieter

Willst Du Firmen selbst heraussuchen, mit denen Du Kontakt aufnimmst, dann findest Du Installateure in Deiner Region zum Beispiel auf der Website des Bundesverbands Solarwirtschaft die-sonne-speichern.de oder im Firmenverzeichnis des Photovoltaikforums
Schaffst Du Dir eine PV-Anlage gemeinsam mit einem Speicher an und verkaufst auch überschüssigen Strom, kannst Du Dir die Mehrwertsteuer auf die Investitionskosten für PV-Anlage und Speicher vom Finanzamt zurückholen. Dazu musst Du für die Regelbesteuerung optieren und mindestens fünf Jahre lang eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Details dazu erfährst Du im Ratgeber PV-Steuer.

Rüstest Du den Speicher zu Deiner Solaranlage nach, um Deinen Eigenverbrauch zu erhöhen, liegt für die Finanzbehörden kein gewerblicher Einsatz des Geräts vor. Du kannst dann auch keine Vorsteuer geltend machen. Ein nachgerüsteter Speicher kann nur dann einem unternehmerischen Zweck dienen, wenn Du mit ihm Geld verdienst, etwa durch das Bereitstellen von Regelleistung.

Förderprogramm für Batteriespeicher 

Die An­schaf­fungs­kos­ten lassen sich auch mit Förderprogrammen abfedern – vielleicht stellt sich dank einer Finanzspritze der Speicherbetrieb doch noch wirtschaftlich dar. Auf Länderebene gibt es in Thüringen ein Förderprogramm, für das aber seit Frühling 2022 ein Förderstopp besteht. Darüber hinaus helfen Städte wie Aachen, München, Münster oder Freiburg bei der Finanzierung von Batteriespeichern.

Auf Bundesebene gibt es keine Förderung mehr. Sie ist Ende 2018 ausgelaufen. Fast sechs Jahre lang bezuschusste der Staat die Anschaffung von Speichern, wenn die Käufer diesen über einen KfW-Kredit finanzierten. Damit hat er Investitionen in rund 32.500 Speicher in Höhe von etwa 700 Millionen Euro gefördert.

Worauf ist beim Kauf eines Speichers zu achten?

Angesichts von Investitionen in Höhe von mehreren Tausend Euro solltest Du einen Batteriespeicher sorgfältig auswählen. Wichtig ist, dass Du Dich für ein Gerät entscheidest, das zu Deiner Situation passt und lange in Betrieb sein kann. Wir erklären Dir im Folgenden, wie das klappt.

1. Speicher in der richtigen Größe wählen

Der Speicher sollte zur Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und zum Strombedarf Deines Haushalts passen. Die Faustformel lautet: Pro 1.000 Kilowattstunden Stromverbrauch benötigst Du Solarmodule mit 1 Kilowatt Leistung. Und pro Kilowatt Photovoltaik-Leistung sollten 0,7 Kilowattstunden Speicherkapazität vorhanden sein. Dann kannst Du die Hälfte Deines Strombedarfs selbst decken.

Ein Beispiel: Für eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Jahr reicht eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mit 4 Kilowatt Leistung und dazu ein Speicher mit 2,9 Kilowattstunden Speicherkapazität. Diese Familie kann damit die Hälfte ihres Strombedarfs selbst decken.

Willst Du mehr eigenen Strom nutzen, müssen die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und/oder der Speicher größer sein. Hilfe bei der Bestimmung der Größe von Speicher und Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge bietet der Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Wie sich für die Familie im Beispiel die Eigenverbrauchsquote bei größerer Speicherkapazität und größerer PV-Leistung darstellt, kannst Du der Tabelle entnehmen:

StrombedarfPV-LeistungSpeicherkapazitätEigenverbrauchsanteil
4.000 kWh/Jahr4 kW3 kWh53 Prozent
4.000 kWh/Jahr4 kW4 kWh59 Prozent
4.000 kWh/Jahr5 kW4 kWh49 Prozent
4.000 kWh/Jahr4 kW5 kWh64 Prozent
4.000 kWh/Jahr5 kW5 kWh54 Prozent
4.000 kWh/Jahr4 kW6 kWh67 Prozent
4.000 kWh/Jahr4 kW7 kWh69 Prozent

Quelle: Finanztip-Erhebung auf https://solar.htw-berlin.de/rechner/unabhaengigkeitsrechner (Stand: 21. Juni 2022)

Zu erkennen ist: Bei einem höheren Eigenverbrauch als 60 Prozent brauchst Du deutlich mehr Speicherkapazität und diese ist mit deutlich höheren Kosten verbunden. Denn Dein Eigenverbrauch wächst nicht linear mit der Speicherkapazität. Es ist daher wichtig, den Speicher in einer angemessenen Größe zu installieren. Sinnvoll ist dabei, wenn Du über mehrere Tage aufschreibst, wie Dein Stromverbrauch in den Abend- und Nachstunden ist. Lies dazu Deinen Stromzähler nach Sonnenuntergang und kurz nach Sonnenaufgang ab. Der Stromverbrauch in dieser Zeit ist die Richtgröße für die Speicherkapazität des Stromspeichers.

Achte bei der Wahl des Speichers darauf, ob der Hersteller eine Angabe zur nutzbaren Speicherkapazität macht. Lithium-Ionen-Speicher sind so konstruiert, dass sie sich nur bis zu einem bestimmten Punkt entladen lassen. Denn bei zu starker Entladung nehmen sie irreparablen Schaden. Das bedeutet aber auch, dass Du nicht die volle Speicherkapazität nutzen kannst. Wie groß die nutzbare Kapazität tatsächlich ist, sollte der Hersteller angeben oder Dir auf Anfrage erklären. Wähle das Gerät deshalb nach der nutzbaren Speicherkapazität aus.

2. Suche Dir ein Gerät mit langer Lebensdauer aus

Wie viele Jahre der Speicher arbeiten kann, ist einer der entscheidenden Faktoren für die Wirtschaftlichkeit. Mindestens zehn Jahre sollte eine Batterie in Betrieb sein, damit sich die Anschaffung rechnet. 

Die Branche definiert das Ende der Lebensdauer als den Zeit­punkt, an dem sich die Speicherkapazität auf 80 Prozent verringert hat. Wann dieser Punkt genau erreicht ist, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Er hängt von zwei Alterungsmechanismen ab. Der erste ist die sogenannte Zyklenfestigkeit. Sie gibt an, wie häufig ein Speicher geladen und wieder entladen werden kann, ohne dass dabei die Speicherkapazität stark einbricht. Pro Jahr durchläuft ein Stromspeicher in Deutschland rund 250 Zyklen.

Viele Hersteller machen Angaben zur Zyklenfestigkeit, um zu belegen, dass ihr Gerät viele Jahre arbeiten kann. Bislang haben sich die Hersteller aber auf keine einheitlichen Tests geeinigt. Erkundige Dich vor dem Kauf nach der Zyklenzahl und frage dabei auch, ob die angegebene Zahl einen Kapazitätsverlust von 20 Prozent widerspiegelt. Beträgt die Zyklenzahl unter diesen Voraussetzungen mindestens 6.000, kann eine Batterie bis zu 20 Jahre arbeiten.

Darüber hinaus hat die Batterie aber auch noch eine kalendarische Lebensdauer. Die Materialien in der Batterie ermüden im Laufe der Zeit, was die Speicherkapazität immer mehr verringert. Einfluss auf die kalendarische Lebensdauer haben zwei Faktoren: der Ladezustand der Batterie und die Umgebungstemperatur.

Den Ladezustand sollte das Speichersystem dabei selbst so steuern, dass eine lange Lebensdauer gegeben ist. Da auch die Umgebungstemperatur die kalendarische Lebensdauer beeinflusst, findest Du auf einem Verkaufsprospekt kaum Angaben zu diesem Thema. Grundsätzlich gilt: Die Batterie sollte nicht längere Zeit vollgeladen sein und nicht Temperaturen von 25 Grad oder mehr ausgesetzt sein.

Achte neben dem Preis und der angegebenen Zyklenzahl auch darauf, dass der Hersteller einer Lithium-Ionen-Batterie nach der Sicherheitsnorm VDE-AR-E 2510-50 arbeitet.

3. Speicherkapazität: Brutto oder netto?

Lithium-Ionen-Batterien sollten in der Regel nicht komplett entladen werden. Deswegen gibt es zwei Angaben zur Kapazität: Die tatsächliche Speicherkapazität (Brutto-Kapazität) und die nutzbare Speicherkapazität (Nennkapazität oder Netto-Kapazität). Letztere sollte für Dich ausschlaggebend sein bei der Wahl eines geeigneten Geräts.

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin prüft, ob die Angaben zur nutzbaren Speicherkapazität mit selbst vorgenommenen Messungen übereinstimmen. 2022 stellten die Wissenschaftler wiederholt Abweichungen fest – nach oben und auch nach unten.

4. Prüfe die Garantiebedingungen

Es ist üblich, dass die Speicherhersteller für ihr System eine Garantie aussprechen. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen Dir ein Gerät einfach tauscht, wenn es nicht mehr funktioniert. Garantiert der Hersteller lediglich einen Zeitwertersatz, musst Du zum Austauschgerät zuzahlen, entsprechend dem berechneten Wertverlust des defekten Geräts. Anders ist das, wenn der Hersteller Dir garantiert, den vollen Wert zu ersetzen. Achte deshalb darauf, dass die Firma Dir einen „Vollwertersatz“ zusichert.

Wichtig ist darüber hinaus, wie der Hersteller einen Garantiefall definiert und wie er sich die Abwicklung vorstellt: Wer kommt für die Kosten der Deinstallation und des Transports zum Hersteller auf? Wann ist der Garantiefall eingetreten – bei einem Totalausfall des Speichers, wenn die Speicherkapazität unter 80 Prozent der ursprünglichen Speicherkapazität gefallen ist oder wenn die Speicherkapazität nicht mehr 100 Prozent beträgt?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 2018 fünf Hersteller unter anderem wegen ihrer Garantiebedingungen abgemahnt. Die Unternehmen unterzeichneten Unterlassungserklärungen oder passten Ihre Bedingungen nach einem Gerichtsurteil an.

5. Überlege, ob Du eine Ga­ran­tie­ver­län­ge­rung brauchst

Es gibt auch Hersteller, die 10, 15 oder sogar 20 Jahre Laufzeit garantieren – wenn Du ein zusätzliches Garantiepaket kaufst. Ein solches kostet in der Regel mehr als 1.000 Euro. Häufig sichern die Hersteller dabei 80 Prozent der Kapazität laut Typenschild zu; nur ein Hersteller garantiert für 100 Prozent der Speicherkapazität ab Kauf für zehn Jahre.

Sind nur 80 Prozent zugesichert, tritt der Garantiefall erst ein, wenn das Gerät mehr als 20 Prozent seiner Speicherkapazität verloren und damit sein Lebensdauerende erreicht hat. Wird der Garantiefall ausgelöst, hast Du aber in der Regel keinen Anspruch auf Wiederherstellung von 100 Prozent Speicherkapazität, sondern nur auf den garantierten Wert.

Dass ein Speicher binnen zehn Jahren mehr als 20 Prozent seiner Speicherkapazität verliert, dürfte ein eher seltener Fall sein. Frage Deinen Installateur, wie häufig der Garantiefall bei dem von ihm installierten Systemen bislang ausgelöst wurde und entscheide danach, ob Du eine Ga­ran­tie­ver­län­ge­rung wirklich brauchst.

Was ist von Clouds und Flatrates zu halten?

Willst Du einen Speicher kaufen, kannst Du häufig zusätzliche Produkte dazunehmen. Beispielsweise gibt es Clouds zur virtuellen Speicherung von Solarstrom oder eine Flatrate auf Strom. Umsonst gibt es diese Dienste nicht. Im Gegenteil: Verbraucher zahlen dabei fast immer drauf.

Gute Idee, aber häufig teuer: Solarstrom virtuell speichern

Einige Firmen, darunter auch Energieversorger wie EnBW bieten an, Solarstrom virtuell zu speichern, nämlich in einer Cloud. Erzeugst Du nun im Sommer mehr als Du verbrauchst, kannst Du diese Energie in Zeiten geringer Solarstromproduktion nutzen. Es ist dabei nicht bei jedem Cloud-Anbieter notwendig, dass Du einen realen Batteriespeicher besitzt. Manche Anbieter setzen aber voraus, dass Du eine PV-Anlage oder einen Stromspeicher bei ihnen kaufst, ehe Du ein Cloud-Paket bekommst. Der Stromanbieter EWE hat auch eine Stromcloud, nimmt aber seit Anfang 2022 keine neuen Kunden auf. Eon hat seine Solarcloud 2021 eingestellt.

Die Cloud funktioniert so: Du speist den Überschussstrom wie gewohnt ins Netz. Deinen Anspruch auf Einspeisevergütung trittst Du aber an den Cloud-Anbieter ab. Er vermarktet den Strom an der Börse, kassiert den Erlös und schreibt Dir die Strommenge gut. Beziehst Du Strom aus dem Netz, kauft Dein Cloud-Anbieter Strom ein (meist Ökostrom) und liefert ihn Dir – über den Cloud-Vertrag wird er damit automatisch auch Dein Stromversorger. Speist Du mehr Strom in die Cloud als Du wieder herausnimmst, bezahlt Dir der Anbieter den Strom – meist in Höhe des Einspeisetarifs.

Das mag praktisch klingen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt sich ein Cloud-Paket aber nur unter zwei Bedingungen:

  1. Für das Cloud-Paket verlangt der Anbieter nicht mehr als 20 Euro pro Monat und pro 1.000 Kilowattstunden virtuelle Speicherkapazität. Sofern ein intelligentes Messsystem im Haushalt installiert ist, erhöhen sich die Preise um die Kosten für das Messsystem.
  2. Das Speichervolumen sollte zu Deinem Strombedarf und zu Deiner Stromeinspeisung passen: Benötigst Du nämlich mehr Strom, als in der Cloud für Dich bereitsteht oder als Du Solarstrom ins Netz gespeist hast, stellt Dir der Anbieter dies zusätzlich in Rechnung. Die Preise pro Kilowattstunde entsprechen den üblichen Arbeitspreisen für gelieferten Strom. Schöpfst Du Dein Cloud-Volumen dagegen nicht aus, zahlst Du unnötig viel über die monatliche Gebühr. Du bekommst also nur dann den virtuell gespeicherten Strom zu günstigen Kosten, wenn Du die Cloud optimal ausnutzt und dabei nicht Dein Konto überziehst.

Mit dem Speicher Geld verdienen oder Freistrom beziehen

Du kannst mit dem Stromspeicher auch Geld verdienen. Und zwar dann, wenn er bereitsteht, das Stromnetz zu stabilisieren. Im Stromnetz müssen sich die eingespeisten und die entnommenen Strommengen die Waage halten. Damit das stets gewährleistet ist, können die vier Übertragungsnetzbetreiber jederzeit Angebot und Nachfrage regulieren. Entweder steuern sie Erzeugungsanlagen so, dass mehr oder weniger Strom ins Netz wandert. Oder sie steuern Stromverbrauchsgeräte so, dass sie mehr oder weniger Strom aus dem Netz ziehen. Mit dieser Regelleistung bleibt das Stromnetz stabil.

Ein Stromspeicher kann sowohl Stromverbraucher als auch Erzeugungsanlage sein, je nachdem, ob er geladen oder entladen wird. Daher eignet er sich für die Bereitstellung von Regelenergie. Und damit lässt sich Geld verdienen.

Allerdings kann nicht jeder x-beliebige kleine Stromspeicher Regelenergie anbieten. Es gibt eine Mindestgröße für die bereitgestellte Leistung. Sie beträgt 1 Megawatt. Trotzdem können auch kleine Heimspeicher am Regelenergiemarkt teilnehmen – wenn viele einzelne Geräte einen virtuellen Großspeicher bilden.

Zwei Unternehmen haben dieses Konzept bislang umgesetzt. Der Ende 2017 insolvent gegangene Speicherhersteller Caterva. Das Unternehmen beteiligte die Speicherbetreiber an den Erlösen am Regelenergiemarkt – freilich nur so lange, wie die Firma bestand.

Seit Ende 2018 stellen in Deutschland installierte Solarspeicher der Marke Sonnen Regelenergie bereit. In der „Sonnenflat home“ reicht die Sonnen eServices GmbH die Einnahmen aus der Regelleistungsvermarktung jedoch nicht direkt an die Kunden weiter, sondern bietet eine Flatrate auf eine bestimmte Liefermenge Strom. Die Verträge hat Sonnen allerdings zu Ende August 2022 alle gekündigt und bietet den Kunden einen Wechsel in die neuere „Sonnenflat“ an. Dabei trittst Du die Einspeisevergütung an die Firma ab und kannst die entsprechenden Strommengen aus dem Netz zurück beziehen. Speist Du mehr ein, als Du verbrauchst, vergütet Sonnen die Menge. Zusätzlich gibt es fünf Jahre lang rund 77 Euro pro Jahr für die Bereitstellung von Regelleistung durch den Speicher. Dieser sollte mindestens 6 Kilowatt Leistung haben. Ob sich die Flatrate für Dich rechnet, hängt auch davon ab, wie sich die Strompreise am Markt entwickeln und wie lange Du den Speicher betreiben kannst.

Hinweis: Den Begriff „Flatrate“ nutzen Stromversorger nicht nur im Zusammenhang mit Stromspeichern, die Regelleistung bereitstellen, sondern auch für Strompakete zum Pauschalpreis. Unbegrenzt Strom beziehen kann ein Kunde dabei aber nicht. Vielmehr sollte er einen bestimmten Verbrauch nicht überschreiten, wenn er keine Nachforderung erhalten möchte.

Wie sicher und effizient sind Batteriespeicher?

Lithium-Ionen-Batterien bergen ein Risiko: Die Speicherzellen sind leicht entflammbar und können explodieren. Die Brandgefahr haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 2014 in Tests demonstriert. Daraufhin erstellten Branchenverbände einen Sicherheitsleitfaden. Die Inhalte sind 2016 in die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-50 eingegangen. Diese Regel gilt für alle in Deutschland installierten Speicher, die ans Niederspannungsnetz angeschlossen sind, und soll den sicheren Betrieb der Speicher gewährleisten. 

Ein anderer Sicherheitsaspekt ist die Zuverlässigkeit der Stromversorgung, die Du mit einem Batteriespeicher erzielen kannst. Auch wenn das Stromnetz zusammenbricht, können viele netzgekoppelte Speichersysteme die Versorgung einzelner Geräte für einige Stunden sicherstellen. Es gibt aber auch Speichersysteme am Markt, die im Falle eines Stromausfalls in den Inselbetrieb schalten und die Vollversorgung eines Haushalts gewährleisten – zumindest solange genügend Solarstrom erzeugt oder noch gespeichert ist. Diese Speichersysteme sind teurer als einfachere Systeme ohne Ersatzstromversorgung.

Auch wenn es möglich ist, den Wirkungsgrad der einzelnen Komponenten eines Speichersystems anzugeben, also der Batterie, des Wechselrichters oder des Ladereglers, sagt das nicht viel aus. Entscheidend ist vielmehr der Wirkungsgrad des gesamten Systems. Dazu haben die Branchenverbände 2017 einen Effizienzleitfaden herausgegeben, der bislang einmal überarbeitet wurde. An diesen können sich Hersteller halten – sie müssen es aber nicht.

Um den ökonomischen Nutzen von Geräten zu bestimmen, haben Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin eine Effizienz-Kennzahl entwickelt. Die Forscher testen ein Gerät dafür zunächst auf Basis des Effizienzleitfadens und bestimmen dabei, wie viel Strom beim Speichern verlorengeht. Daraus leiten sie dann ab, wie gut sich ein Betreiber einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mit angeschlossenem Speicher selbst mit Strom versorgen kann und wie viel Geld er dadurch im Vergleich zum normalen Stromkauf spart. Anschließend ermitteln die Forscher, wie die Zahlen für ein ideales System aussehen – ohne Verluste. Das Verhältnis der tatsächlichen Kosteneinsparung gegenüber der idealen Einsparung ergibt die Effizienz-Kennzahl, die auch System-Performance-Index (SPI) genannt wird.

Seit 2018 untersucht die HTW jedes Jahr Speichersysteme und bestimmt den SPI. In der jüngsten Studie von 2022 liegt die Effizienz der Speicher zwischen 89 und 95 Prozent. Darüber hinaus überprüfen die Forscher, ob die Angabe der Hersteller zur nutzbaren Speicherkapazität mit der im Labor gemessenen übereinstimmt: Bei 8 der 21 Systeme wurde ein höherer Wert gemessen, als auf dem Datenblatt angegeben. Für weitere sieben Geräte ermittelten die Forscher um 2 bis 5 Prozent geringere Werte; bei einem achten Gerät sogar eine Abweichung um 19 Prozent. Außerdem prüften sie die Stand-by-Leistung der Speicher, also wie viel Strom der Batteriespeicher etwa im entladenen Zustand braucht. Zwischen 1 und 62 Watt waren es in der Untersuchung 2022; im Mittel 10 Watt.

Was ist bei der Installation wichtig?

Beim Aufstellen des Speichers solltest Du einen Platz in einem Gebäude wählen, der ganzjährig eher kühl ist. Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Ab 25 Grad altern die Speicherzellen schneller. Für die Installation im Freien sind Batteriespeicher nicht geeignet.

Lass Dir vom Handwerker die Installation der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und des Batteriespeichers dokumentieren. Die Dokumentation sollte festhalten, wie die Anlagen aufgebaut und die einzelnen Komponenten miteinander verschaltet sind. Das erleichtert Reparaturen zu einem späteren Zeit­punkt. Außerdem ist es dann einfacher, Garantieansprüche durchzusetzen. 

Vermerkt sollte auch sein, ob der Installateur nach den gängigen Normen arbeitet. Für den Netzanschluss eines Stromspeichers gelten mehrere Standards: Wie der Speicher zu planen, zu installieren, zu betreiben, wieder zu demontieren und zu entsorgen ist, beschreibt die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-2. Wie er sich beim Laden zu verhalten hat, legen die Anwendungsregel VDE-AR-N 4100 für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz sowie die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Netzbetreibers fest. Beim Entladevorgang gilt zusätzlich die 2018 überarbeitete Anwendungsregel VDE-AR-N 4105, sofern das Gerät weniger als 135 Kilowatt Leistung hat. Bis 26. April 2019 durfte ein Installateur auch nach der Version der Regel arbeiten, die vor 2018 bestand. 

Was ist nach der Inbetriebnahme zu beachten?

Als Betreiber des Speichers musst Du Dich an Regeln halten. Jedes mit dem Stromnetz verbundene Gerät ist der Bundesnetzagentur zu melden. Die Behörde führt das sogenannte Markt­stamm­da­ten­re­gis­ter. Es erfasst unter anderem alle Anlagen, die an das Stromnetz gekoppelt sind und Strom erzeugen oder speichern.

Lässt Du Dir einen Batteriespeicher neu installieren, musst Du ihn innerhalb eines Monats ab Inbetriebnahme registrieren. Erweiterst Du das Gerät um ein Speichermodul oder nimmst Du den Speicher wieder außer Betrieb, musst Du dies ebenfalls melden. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht gilt als Ordnungswidrigkeit und kann Bußgelder nach sich ziehen. Nutzt Du schon länger einen netzgekoppelten Batteriespeicher, war dieser bis spätestens 31. Januar 2021 zu melden. Wer seinen Speicher zu spät registriert, kann für die Zeit ohne Registrierung den Anspruch auf die bereits gezahlte Einspeisevergütung für erzeugten und eingespeisten Strom verlieren.

Beachte die steuerlichen Auswirkungen 

Hast Du den Speicher zusammen mit der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge gekauft und verkaufst einen Teil des erzeugten Solarstroms, gehört der Speicher zu Deinem Betriebsvermögen. Entsprechend musst Du das Gerät in Deiner Steu­er­er­klä­rung berücksichtigen. Seit 2021 besteht dabei die Möglichkeit, für bestimmte PV-Anlagen gegenüber dem Finanzamt zu erklären, dass der Betrieb der Liebhaberei unterliegt, ohne dass die Behörde das prüft. In der Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung sind die Einnahmen aus der Stromerzeugung dann nicht zu berücksichtigen.

Hast Du den Speicher zur Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge nachgerüstet, gehört er nicht zum Betriebsvermögen. Der Speicher erhöht aber Deinen Eigenverbrauch und damit die privaten Entnahmen. Das wirkt sich auf die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer aus, sofern Du der Regelbesteuerung unterliegst.

Was solltest Du im Betrieb beachten?

Die Hersteller von Batteriespeichern beschreiben ihre Produkte zumeist als wartungsfrei. Das sollte Dich aber nicht dazu verleiten, Dich nicht um den Speicher zu kümmern.

Solarspeicher auf Basis von Lithium-Ionen-Zellen sind wartungsarm. Dennoch empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, alle drei bis vier Jahre einen Elektriker die Installation überprüfen zu lassen. Achte selbst darauf, dass der Raum, in dem sich der Speicher befindet, nicht zu warm wird.

Den Betriebszustand jeder einzelnen Speicherzelle überwacht das Batteriemanagementsystem im Speicher selbst. Stimmt etwas nicht, setzt das System eine Warnmeldung ab oder schaltet sogar ganz ab. Wenn Du nicht selbst etwaige Meldungen des Systems im Blick behalten willst, dann lass den Speicher monitoren. Häufig wird dieser Service beim Kauf eines Geräts angeboten oder ist im Angebot bereits enthalten. Ist das Monitoring befristet, vergiss nicht, den Dienstleister rechtzeitig neu zu beauftragen.

Autor
Ines Rutschmann

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Emp­feh­lungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion emp­foh­len wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Emp­feh­lungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.