Stromspeicher

Sonnenstrom im Akku speichern

Ines Rutschmann Stand: 15. Oktober 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Nutzen Sie eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach, sollten Sie möglichst viel Ihres Sonnenstroms selbst verbrauchen.
  • Dabei kann Ihnen ein Batteriespeicher helfen: mit ihm können Sie Ihren Eigenverbrauch verdoppeln. 
  • Allerdings kosten solche Stromspeicher mehrere Tausend Euro. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Speicher finden, der günstig ist und lange in Betrieb bleibt.
So gehen Sie vor
  • Solarbatterien unterscheiden sich in Preis, Lebensdauer und Effizienz. Das passende Gerät finden Sie mit unseren Tipps.
  • Holen Sie sich Förderung vom Staat: die meisten Bundesländer und einige Städte vergeben Fördermittel für Solarstromspeicher.
  • Platzieren Sie den Stromspeicher an einem eher kühlen Ort.
  • Lassen Sie sich einen Speicherpass vom Installationsbetrieb ausstellen. Der Betrieb sichert damit zu, nach den geltenden Normen zu arbeiten.

Rund 240.000 kleinere Speicher für Strom aus Photovoltaikanlagen sind in Deutschland in Betrieb. Das geht aus den Daten des Marktstammdatenregisters und des Bundesverbands Solarwirtschaft hervor. Die meisten dieser Speicher sind kleine Batterien, die im Keller von Privathäusern stehen. Doch auch größere Akkus in mittelständischen Unternehmen gehen mit in diese Zählung ein.

Aufgabe der Stromspeicher ist es, den vor Ort erzeugten Strom zu speichern. So lässt sich die Energie dann zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Damit erhöhen Sie Ihre Unabhängigkeit vom Stromversorger und sichern sich gegen steigende Strompreise ab.

Warum ist ein Batteriespeicher sinnvoll?

Wer Solarstrom aus einer neuen Photovoltaikanlage (PV-Anlage) erzeugt, ist gut beraten, so viel Strom wie möglich selbst zu nutzen. Denn im Gegensatz zu dem Strom, den Ihnen ein Versorger liefert, fallen auf selbsterzeugten Strom keine Stromsteuer, kein Netzentgelt und keine einzige Umlage an. So kostet Sie der eigene Strom nur halb so viel wie der über das Stromnetz bezogene – oder sogar noch weniger.

Nur rund 30 Prozent des eigenen Stroms ist direkt nutzbar. Denn die Solaranlage erzeugt in den Mittagsstunden die meiste Energie und liefert damit in der Regel deutlich mehr, als Sie gerade benötigen. Speichern Sie die Überschüsse aus den sonnenreichen Stunden, dann können Sie auch abends noch Ihren selbsterzeugten Strom verbrauchen.

Im Schnitt erhöhen Stromspeicher in Deutschland den Eigenverbrauch auf mindestens 50 Prozent. Die Autoren im Monitoringbericht 2018 haben ermittelt, dass selbsterzeugter Strom im Schnitt 60 Prozent des Haushaltsbedarfs deckt.

Interessant ist der Kauf eines Batteriespeichers aber nicht nur für neue Photovoltaikanlagen, sondern auch für ältere Solaranlagen. Die meisten Betreiber speisen ihren Strom komplett ins Stromnetz ein und beziehen die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese Förderung läuft jedoch für die ersten Anlagen Ende 2020 aus. Sollen die Systeme weiter betrieben werden, ist es sinnvoll, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen.

Welche Batteriespeicher gibt es?

Batteriespeicher für Solarstrom kamen ab 2011 vermehrt auf den Markt. Dabei handelte es sich vorwiegend um Bleisäure-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien. Mittlerweile sind Lithium-Ionen-Batterien deutlich günstiger und haben die Bleibatterien fast vollständig aus dem Markt verdrängt. Auch andere Technologien, wie Redox-Flow-Batterien oder Salzwasserspeicher, spielen 2020 nur eine kleine Rolle.

Die Zahl der stationären Lithium-Ionen-Batterien wächst von Jahr zu Jahr. 2018 wurden nach Einschätzung der Analysten von EuPD Research rund 45.000 Geräte installiert. 2019 waren es rund 65.000. Die meisten schaffen sich die Betreiber zusammen mit einer Photovoltaikanlage an – etwa jeder Zweite, der sich eine kleine Solaranlage installieren lässt, nimmt gleich einen Speicher dazu.

Dennoch ist die Zahl der Heimspeicher noch klein – zumindest im Verhältnis zu den insgesamt installierten Photovoltaikanlagen von rund 1,9 Millionen. Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet damit, dass ihre Zahl künftig schneller steigt. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen fallen die ersten Anlagen Ende 2020 aus der EEG-Förderung. Darüber hinaus erwarten Branchenkenner, dass die Preise für Stromspeicher noch deutlich sinken.

Wann rechnet sich ein Batteriespeicher für Sie?

Der größte Antrieb für Betreiber von Solarspeichern ist bislang, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, sich gegen steigende Strompreise abzusichern und sich von Energieversorgern unabhängiger zu machen. Das belegen die Berichte der RTWH Aachen zum Speichermonitoring. Dass sich die Investition für den Betreiber wirtschaftlich lohnt, motiviert dagegen nur jeden Fünften zum Kauf eines Geräts.

Die Preise für Solarstromspeicher sind in den vergangenen Jahren stark gefallen und haben sich für kleine Geräte halbiert. Das liegt vor allem daran, dass Speicherzellen immer günstiger werden. Durch Massenproduktion reduzieren die Hersteller ihre Kosten. 

Ein Speicher rechnet sich, wenn Sie das Erzeugen und Speichern einer Kilowattstunde Strom nicht mehr kostet als der Strom aus dem Netz. Produzieren Sie Strom für 10 Cent pro Kilowattstunde, darf Sie das Speichern also 16 bis 20 Cent kosten. In Summe kommen Sie dann auf 26 bis 30 Cent pro Kilowattstunde – das entspricht dem Strompreis in den meisten Gegenden Deutschlands.

Ob sich ein Gerät für Sie lohnt, hängt neben den Investitionskosten und den Kosten für den Strombezug aus dem Netz noch von einem dritten Faktor ab: der Lebensdauer der Batterie. Speicherkosten von 20 Cent pro Kilowattstunde oder weniger erreichen Sie, wenn Sie für den Batteriespeicher beim Kauf 600 Euro (netto) pro Kilowattstunde Speicherkapazität zahlen und den Speicher länger als zwölf Jahre betreiben können. Weitere Beispiele können Sie der Tabelle entnehmen. Beachten Sie dabei: Die genannten Preise in der Tabelle sind Annahmen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung. Am Markt gibt es bisher nur wenige kleine Geräte für rund 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität.

Speicherkosten nach Netto-Investition und Lebensdauer

Netto-Investitionskosten

je kWh

Speicherkapazität

Speicherkosten

bei 15

Betriebsjahren

Speicherkosten

bei 12

Betriebsjahren

Speicherkosten

bei 10

Betriebsjahren

1.400 Euro/kWh40 ct/kWh48 ct/kWh56 ct/kWh
1.200 Euro/kWh35 ct/kWh41 ct/kWh48 ct/kWh
1.000 Euro/kWh29 ct/kWh34 ct/kWh40 ct/kWh
800 Euro/kWh23 ct/kWh28 ct/kWh32 ct/kWh
600 Euro/kWh17 ct/kWh21 ct/kWh24 ct/kWh

Alle Werte auf volle Cent gerundet.
Berechnung aufgrund folgender Annahmen: Größe der Photovoltaikanlage 5 Kilowatt Leistung, Speicherkapazität der Batterie 4 Kilowattstunden, Wartungskosten für den Speicher 2 Prozent der Investitionskosten pro Jahr. Die Photovoltaikanlage produziert 1.000 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung pro Jahr. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch von 30 auf 54 Prozent des erzeugten Solarstroms. 
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 20. Juli 2020)

Allerdings: Für die Lebensdauer garantieren die Hersteller im Regelfall maximal nur zehn Jahre. Entspricht die garantierte Lebensdauer der tatsächlichen Betriebsdauer lässt sich 2020 kein Speicher wirtschaftlich betreiben – dafür sind die Geräte noch zu teuer.

Wissenschaftler halten eine längere Nutzung von Heimspeichern als der gewöhnlich garantierten für unproblematisch – 15 Jahre sollten zumindest die Speichermodule in einem Gerät bei vernünftigem Betrieb arbeiten können. Die Leistungselektronik in den Geräten kann auch vor Ablauf von 15 Jahren defekt sein und müsste dann getauscht werden. Manche Hersteller geben auch auf die Leistungselektronik eine Garantie, maximal sind es zehn Jahre. Vernünftig betreiben Sie einen Solarspeicher, wenn er an einem kühlen Ort steht, also nicht Temperaturen von mehr als 25 Grad ausgesetzt ist, und er regelmäßig entladen wird.

Finden Sie kein passendes Angebot für einen wirtschaftlich zu betreibenden Speicher, verwerfen Sie Ihren Plan nicht gleich: Es gibt staatliche Förderprogramme, mit denen Sie die Investitionskosten senken können. 

Was gilt für Altanlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung?

Für Betreiber von älteren Solarstrom-Anlagen sieht die Kalkulation besser aus als für Neuanlagen. Läuft die EEG-Vergütung nach 20 Jahren ab, ist die Photovoltaikanlage längst refinanziert. Die Eigentümer produzieren dann Strom für etwa 3 Cent pro Kilowattstunde. Denn es fallen nur noch Betriebskosten an, etwa für die Überwachung und die Wartung der Anlagen oder für Reparaturen.

Wollen Sie das System weiter betreiben, können Sie den Strom weiter ins Netz speisen. Sie müssen sich dann aber um den Verkauf kümmern. Das übernehmen sogenannte Direktvermarkter. Aber: Diese nehmen Anlagen mit weniger als 10 Kilowatt Leistung nicht in ihr Portfolio auf – es lässt sich mit diesen kleinen Anlagen kaum etwas verdienen.

Besser ist es deshalb, den Strom selbst zu nutzen – direkt und gespeichert. Wenn Sie den Strom für 20 bis 25 Cent pro Kilowattstunde speichern können, ist das immer noch weniger, als Sie der Strom aus dem Netz kostet. Nach Auslaufen der EEG-Förderung müssen Sie aber auf Ihren Eigenverbrauch EEG-Umlage zahlen – egal, wie groß Ihre Anlage ist. Es gilt ein Satz von 40 Prozent der vollen Umlage. 2021 sind das 2,6 Cent pro Kilowattstunde. 2022 soll die EEG-Umlage auf 6 Cent pro Kilowattstunde fallen. 

Was kosten Batteriespeicher?

Die Preise für Lithium-Ionen-Speicher gehen am Markt weit auseinander. 2020 kostet ein kleines Gerät (inklusive Leistungselektronik, aber ohne Installation) mit bis zu 6 Kilowattstunden nutzbarer Speicherkapazität zwischen 900 und 1.900 Euro (netto) pro Kilowattstunde. Größere Geräte mit bis zu 14 Kilowattstunden Speicherkapazität sind ab 600 Euro (netto) zu haben. Die durchschnittliche Größe eines Heimspeichers liegt bei 7 bis 8 Kilowattstunden, hat der Bundesverband Solarwirtschaft ermittelt.

Aufgrund der deutlichen Preisunterschiede am Markt sollten Sie mehrere Angebote von Installationsbetrieben einholen, ehe Sie sich für eines entscheiden. Darüber hinaus sollten Sie überlegen, ob Sie einen Speicher zusammen mit einer Photovoltaikanlage anschaffen oder ihn nachrüsten. Denn dies beeinflusst ebenfalls Ihre Investitionskosten.

Wie teuer die Investition ist, hängt auch davon ab, ob Sie sich die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückholen können. Die 16-prozentige Steuer bedeutet einen erheblichen Preisunterschied: Selbst bei einem günstigen Nettopreis von 1.000 Euro pro Kilowattstunde, zahlen Sie für ein Gerät mit 7 Kilowattstunden Speicherkapazität mehr als 1.000 Euro Mehrwertsteuer.

Die Umsatzsteuer auf den Speicher können Sie sich aber nur vom Finanzamt zurückholen, wenn Sie die Photovoltaikanlage und den Solarspeicher zusammen anschaffen und überschüssigen Strom auch verkaufen. Sobald Sie Strom verkaufen, sind Sie in der Regel Unternehmer und müssen Ihre Photovoltaikanlage in der Steuererklärung berücksichtigen. Bei geringen Einkünften aus unternehmerischer Tätigkeit können Sie wählen, ob Sie Umsatzsteuer auf Ihre Einkünfte abführen oder nicht. Entscheiden Sie sich für die Regelbesteuerung, können Sie sich schon die Mehrwertsteuer des Kaufpreises vom Finanzamt zurückholen. Dann müssen Sie aber auch Umsatzsteuer auf den selbst verbrauchten Strom abführen. Dabei ist es egal, ob Sie ihn direkt verbrauchen oder zwischenspeichern.

Rüsten Sie den Speicher zu Ihrer Solaranlage nach, um Ihren Eigenverbrauch zu erhöhen, liegt für die Finanzbehörden kein gewerblicher Einsatz des Geräts vor. Sie können dann auch keine Vorsteuer geltend machen. Ein nachgerüsteter Speicher kann nur dann einem unternehmerischen Zweck dienen, wenn Sie mit ihm Geld verdienen, etwa durch das Bereitstellen von Regelleistung.

Welche Förderprogramme gibt es für Speicher?

Die hohen Anschaffungskosten lassen sich mit Förderprogrammen abfedern. Mit dem Zuschuss vom Staat können Sie die Wirtschaftlichkeit Ihres Speichers erhöhen. Um Investitionen anzuregen, gibt es in neun Bundesländern Zuschüsse: Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Rheinland-Pfalz fördern den Kauf von Batterien, um eigenen Solarstrom im jeweiligen Bundesland zu speichern. Darüber hinaus helfen die Städte München, Münster und Freiburg bei der Finanzierung von Batteriespeichern.

Auf Bundesebene gibt es keine Förderung mehr. Sie ist Ende 2018 ausgelaufen. Fast sechs Jahre lang bezuschusste der Staat die Anschaffung von Speichern, wenn die Käufer diesen über einen KfW-Kredit finanzierten. Damit hat er Investitionen in rund 32.500 Speicher in Höhe von etwa 700 Millionen Euro gefördert.

Worauf sollten Sie beim Kauf eines Batteriespeichers achten?

Rund 8.000 Euro (netto) geben Betreiber für einen kleinen Batteriespeicher für den Hausgebrauch im Schnitt aus. Angesichts der Investitionshöhe sollten Sie das Gerät sorgfältig auswählen. Wichtig ist, dass Sie sich für ein Gerät entscheiden, dass zu Ihrer Situation passt und lange in Betrieb sein kann. Wir erklären Ihnen im Folgenden, wie das klappt.

1. Speicher in der richtigen Größe wählen

Der Speicher sollte zur Photovoltaikanlage und zum Strombedarf Ihres Haushalts passen. Die Faustformel lautet: Pro 1.000 Kilowattstunden Stromverbrauch benötigen Sie Solarmodule mit einem Kilowatt Leistung. Und pro Kilowatt Photovoltaik-Leistung sollten 0,7 Kilowattstunden Speicherkapazität vorhanden sein. Dann können Sie die Hälfte Ihres Strombedarfs selbst decken.

Ein Beispiel: Für eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Jahr reicht eine Photovoltaikanlage mit 4 Kilowatt Leistung und dazu ein Speicher mit 2,9 Kilowattstunden Speicherkapazität. Diese Familie kann damit die Hälfte ihres Strombedarfs selbst decken.

Wollen Sie mehr eigenen Strom nutzen, müssen die Photovoltaikanlage und/oder der Speicher größer sein. Hilfe bei der Bestimmung der Größe von Speicher und Photovoltaikanlage bietet der Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

Mit einer höheren Speicherkapazität kann sich der Anteil der Eigenversorgung weiter erhöhen – aber nur in kleinen Schritten. Verdoppelt die Familie aus dem genannten Beispiel die Speicherkapazität und installiert eine Batterie mit 5,8 Kilowattstunden, klettert der Autarkiegrad von 50 auf 62 Prozent. Dafür müsste die Familie deutlich höhere Investitionskosten in Kauf nehmen – das lohnt sich kaum.

Achten Sie bei der Wahl des Speichers darauf, ob der Hersteller eine Angabe zur nutzbaren Speicherkapazität macht. Lithium-Ionen-Speicher sind so konstruiert, dass sie sich nur bis zu einem bestimmten Punkt entladen lassen. Denn bei zu starker Entladung nehmen sie irreparablen Schaden. Das bedeutet aber auch, dass Sie nicht die volle Speicherkapazität nutzen können. Wie groß die nutzbare Kapazität tatsächlich ist, sollte der Hersteller angeben oder Ihnen auf Anfrage erklären. Wählen Sie das Gerät deshalb nach der nutzbaren Speicherkapazität aus.

2. Suchen Sie sich ein Gerät mit langer Lebensdauer aus

Wie viele Jahre der Speicher arbeiten kann, ist einer der entscheidenden Faktoren für die Wirtschaftlichkeit. 15 bis 20 Jahre sollte eine Batterie in Betrieb sein, damit sich die Anschaffung rechnet. Ob das die bislang installierten Geräte leisten, wird sich zeigen – Erfahrungen mit den ersten kleinen Heimspeichern aus Lithium-Ionen-Zellen gibt es erst seit zehn Jahren.

Die Branche definiert das Ende der Lebensdauer als den Zeitpunkt, an dem sich die Speicherkapazität auf 80 Prozent verringert hat. Wann dieser Punkt genau erreicht ist, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Er hängt von zwei Alterungsmechanismen ab. Der erste ist die sogenannte Zyklenfestigkeit. Sie gibt an, wie häufig ein Speicher geladen und wieder entladen werden kann, ohne dass dabei die Speicherkapazität stark einbricht. Pro Jahr durchläuft ein Stromspeicher in Deutschland dabei etwa 250 bis 300 Zyklen.

Viele Hersteller machen Angaben zur Zyklenfestigkeit, um zu belegen, dass ihr Gerät viele Jahre arbeiten kann. Bislang haben sich die Hersteller aber auf keine einheitlichen Tests geeinigt. Daher sind die Angaben untereinander nicht vergleichbar. Manche Hersteller erklären lediglich, dass der Speicher innerhalb der Garantiezeit eine unbegrenzte Zahl von Ladezyklen durchlaufen kann.

Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich vor dem Kauf eines Speichers nach der Zyklenzahl erkundigen. Fragen Sie dabei auch, ob die angegebene Zahl einen Kapazitätsverlust von 20 Prozent widerspiegelt. Beträgt die Zyklenzahl unter diesen Voraussetzungen mindestens 6.000, kann eine Batterie bis zu 20 Jahre arbeiten.

Darüber hinaus hat die Batterie eine kalendarische Lebensdauer. Die Materialien in der Batterie ermüden im Laufe der Zeit, was die Speicherkapazität immer mehr verringert. Einfluss auf die kalendarische Lebensdauer haben zwei Faktoren: der Ladezustand der Batterie und die Umgebungstemperatur.

Den Ladezustand sollte das Speichersystem dabei selbst so steuern, dass eine lange Lebensdauer gegeben ist. Da auch die Umgebungstemperatur die kalendarische Lebensdauer beeinflusst, finden Sie auf einem Verkaufsprospekt kaum Angaben zu diesem Thema. Grundsätzlich gilt: Die Batterie sollte nicht längere Zeit vollgeladen sein und nicht Temperaturen von 25 Grad oder mehr ausgesetzt sein.

3. Achten Sie auf die Angabe der Speicherkapazität

Lithium-Ionen-Batterien sollten in der Regel nicht voll entladen werden. Deswegen gibt es zwei Angaben zur Kapazität: Die tatsächliche Speicherkapazität und die nutzbare Speicherkapazität (Nennkapazität). Letztere sollte für Sie ausschlaggebend sein bei der Wahl eines geeigneten Geräts.

Allerdings definieren die Hersteller nicht einheitlich, was sie mit nutzbarer Kapazität und tatsächlicher Kapazität meinen. Bei einigen entspricht die nutzbare Kapazität 90 Prozent der vollen Kapazität. Es kommt aber auch vor, dass ein Hersteller nur eine Angabe macht und suggeriert, dass die Batterie zu 100 Prozent entladen werden könnte. Tatsächlich nennt er dann die nutzbare Kapazität und verschweigt den tatsächlichen, höheren Wert. Forscher der RWTH Aachen halten dieses Vorgehen für problematisch und arbeiten an einer einheitlichen Definition.

4. Prüfen Sie die Garantiebedingungen

Es ist üblich, dass die Speicherhersteller für ihr System eine Garantie aussprechen. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen Ihnen ein Gerät einfach tauscht, wenn es nicht mehr funktioniert. Viele Hersteller garantieren lediglich einen Zeitwertersatz – Sie müssen dann zum Austauschgerät zuzahlen, entsprechend des berechneten Wertverlusts des defekten Geräts. Anders ist das, wenn der Hersteller Ihnen garantiert, den vollen Wert zu ersetzen. Achten Sie deshalb darauf, dass die Firma Ihnen einen „Vollwertersatz“ zusichert.

Wichtig ist darüber hinaus, wie der Hersteller einen Garantiefall definiert und wie er sich die Abwicklung vorstellt: Wer kommt für die Kosten der Deinstallation und des Transports zum Hersteller auf? Wann ist der Garantiefall eingetreten – bei einem Totalausfall des Speichers, wenn die Speicherkapazität unter 80 Prozent der ursprünglichen Speicherkapazität gefallen ist oder wenn die Speicherkapazität nicht mehr 100 Prozent beträgt?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat 2018 fünf Hersteller wegen ihrer Garantiebedingungen abgemahnt. Vier davon unterzeichneten Unterlassungserklärungen. Mit einem Unternehmen führt die Verbraucherzentrale noch einen Prozess. Das Urteil ist hier im Juli 2020 ergangen, aber noch nicht rechtskräftig.

Was ist von Clouds und Flatrates zu halten?

Wollen Sie einen Speicher kaufen, können Sie häufig zusätzliche Produkte dazunehmen. Beispielsweise gibt es Clouds zur virtuellen Speicherung von Solarstrom oder eine Flatrate auf Strom. Umsonst gibt es diese Dienste jedoch nicht. Im Gegenteil: Verbraucher zahlen dabei fast immer drauf.

Gute Idee, aber häufig teuer: Solarstrom virtuell speichern

Einige Energieversorger – wie Eon, Innogy, LEW, EnviaM, EWE und EnBW – bieten an, Solarstrom virtuell zu speichern, nämlich in einer Cloud. Voraussetzung: Sie haben bei den genannten Unternehmen (oder ihren Tochtergesellschaften) auch den Batteriespeicher gekauft. Erzeugen Sie nun im Sommer mehr, als Sie trotz Speicher verbrauchen, können Sie diese Energie in Zeiten geringer Solarstromproduktion nutzen.

Das funktioniert so: Sie speisen den Überschussstrom wie gewohnt ins Netz. Ihren Anspruch auf Einspeisevergütung treten Sie aber an den Cloud-Anbieter ab. Er vermarktet den Strom an der Börse, kassiert den Erlös und schreibt Ihnen die Strommenge gut. Beziehen Sie Strom aus dem Netz, kauft Ihr Cloud-Anbieter Strom ein (meist Ökostrom) und liefert ihn Ihnen – über den Cloud-Vertrag wird er damit automatisch auch Ihr Stromversorger. Speisen Sie mehr Strom in die Cloud, als Sie wieder herausnehmen, bezahlt Ihnen der Anbieter den Strom – meist in Höhe des Einspeisetarifs.

Das mag praktisch klingen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt sich ein Cloud-Paket aber häufig nicht. Das liegt an den niedrigeren Stromerlösen, die Sie mit eingespeistem Strom erzielen, in Verbindung mit den zumeist erhobenen Gebühren für den Dienst. Für 1.000 Kilowattstunden liegen die Preise zwischen 15 und 30 Euro pro Monat. Sie steigen, je größer das Speichervolumen ist. Verlangt Ihr Anbieter mehr als 18 Euro pro Monat pro 1.000 Kilowattstunden, sollten Sie die Finger davon lassen.

Zudem müssen Sie gut überlegen, ob das Speichervolumen ausreicht: Benötigen Sie nämlich mehr Strom, als in der Cloud für Sie bereitsteht oder als Sie Solarstrom ins Netz gespeist haben, stellt Ihnen der Anbieter dies zusätzlich in Rechnung. Die Preise pro Kilowattstunde liegen bei 27 bis 29 Cent. Schöpfen Sie Ihr Cloud-Volumen dagegen nicht aus, zahlen Sie unnötig viel über die monatliche Gebühr. Sie bekommen also nur dann den virtuell gespeicherten Strom zu günstigen Kosten, wenn Sie die Cloud optimal ausnutzen und dabei nicht Ihr Konto überziehen.

Sie können ein Cloud-Paket oder eine Schwarm-Batterie auch buchen, ohne einen Stromspeicher zu besitzen. Solarstrom, den Sie nicht direkt nutzen, speisen Sie wie gehabt ins Netz und füllen so Ihr Stromkonto. Nachts oder an Wintertagen können Sie den Strom aus der Cloud beziehen. Hier gibt es auch Modelle ohne Grundgebühr. Dann müssen Sie aber mindestens doppelt so viel Strom ins Netz speisen, wie Sie wieder entnehmen. Die Einspeisevergütung treten Sie komplett an den Versorger ab.

Neben Energieversorgern, die einen solchen Dienst nur anbieten, wenn Sie eine Photovoltaikanlage bei ihnen oder einem Partnerunternehmen gekauft haben, gibt es auch einen frei wählbaren Anbieter: Redpoint New Energy bindet jeden Betreiber einer Photovoltaikanlage in sein Cloud-Netz ein, der es möchte.

Wie der Speicher Geld verdienen oder Freistrom einbringen kann

Sie können mit dem Stromspeicher auch Geld verdienen. Nämlich dann, wenn er bereitsteht, das Stromnetz zu stabilisieren. Im Stromnetz müssen sich die eingespeisten und die entnommenen Strommengen die Waage halten. Damit das stets gewährleistet ist, können die vier Übertragungsnetzbetreiber jederzeit Angebot und Nachfrage regulieren. Entweder steuern sie Erzeugungsanlagen so, dass mehr oder weniger Strom ins Netz wandert. Oder sie steuern Stromverbrauchsgeräte so, dass sie mehr oder weniger Strom aus dem Netz ziehen. Mit dieser Regelleistung bleibt das Stromnetz stabil.

Ein Stromspeicher kann sowohl Stromverbraucher als auch Erzeugungsanlage sein, je nachdem, ob er geladen oder entladen wird. Daher eignet er sich für die Bereitstellung von Regelenergie. Und damit lässt sich Geld verdienen.

Allerdings kann nicht jeder x-beliebige kleine Stromspeicher Regelenergie anbieten. Es gibt eine Mindestgröße für die bereitgestellte Leistung. Sie beträgt ein Megawatt. Trotzdem können auch kleine Heimspeicher am Regelenergiemarkt teilnehmen – wenn viele einzelne Geräte einen virtuellen Großspeicher bilden.

Zwei Unternehmen haben dieses Konzept bislang umgesetzt. Der Ende 2017 insolvent gegangene Speicherhersteller Caterva. Das Unternehmen beteiligte die Speicherbetreiber an den Erlösen am Regelenergiemarkt – freilich nur so lange, wie die Firma bestand.

Seit Ende 2018 stellen in Deutschland installierte Solarspeicher der Marke Sonnen Regelenergie bereit. Die Sonnen eServices GmbH reicht die Einnahmen aus der Regelleistungsvermarktung jedoch nicht direkt an die Kunden weiter, sondern bietet eine Flatrate auf eine bestimmte Liefermenge Strom. Der Speicher muss dabei mindestens 7,5 Kilowattstunden Speicherkapazität haben. Zusätzlich ist ein Mitgliedsbeitrag von mindestens 20 Euro pro Monat zu zahlen. Ob sich die Flatrate für Sie rechnet, hängt davon ab, wie sich die Strompreise am Markt entwickeln und wie lange Sie den Speicher betreiben können.

Hinweis: Den Begriff „Flatrate“ nutzen Stromversorger nicht nur im Zusammenhang mit Stromspeichern, die Regelleistung bereitstellen, sondern auch für Strompakete zum Pauschalpreis. Unbegrenzt Strom beziehen kann ein Kunde dabei aber nicht. Vielmehr sollte er einen bestimmten Verbrauch nicht überschreiten, wenn er keine Nachforderung erhalten möchte.

Wie sicher und effizient sind Batteriespeicher?

Lithium-Ionen-Batterien bergen ein Risiko: Die Speicherzellen sind leicht entflammbar und können explodieren. Die Brandgefahr haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 2014 in Tests demonstriert. Daraufhin erstellten Branchenverbände einen Sicherheitsleitfaden. Die Inhalte sind 2016 in die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-50 eingegangen.

Diese Regel gilt für alle in Deutschland installierten Speicher, die ans Niederspannungsnetz geschlossen sind, und soll den sicheren Betrieb der Speicher gewährleisten. Der TÜV Rheinland hat allerdings im Mai 2017 darauf hingewiesen, dass nicht alle am Markt erhältlichen Geräte diese Norm erfüllen.

Ein anderer Sicherheitsaspekt ist die Zuverlässigkeit der Stromversorgung, die Sie mit einem Batteriespeicher erzielen können. Auch wenn das Stromnetz zusammenbricht, können viele netzgekoppelte Speichersysteme die Versorgung einzelner Geräte für einige Stunden sicherstellen. Es gibt aber auch Speichersysteme am Markt, die im Falle eines Stromausfalls in den Inselbetrieb schalten und die Vollversorgung eines Haushalts gewährleisten – zumindest so lange genügend Solarstrom erzeugt oder noch gespeichert ist. Diese Speichersysteme sind teurer als einfachere Systeme ohne Ersatzstromversorgung.

Auch wenn es möglich ist, den Wirkungsgrad der einzelnen Komponenten eines Speichersystems anzugeben, also der Batterie, des Wechselrichters oder des Ladereglers, sagt das nicht viel aus. Entscheidend ist vielmehr der Wirkungsgrad des gesamten Systems. Dazu haben die Branchenverbände 2017 einen Effizienz-Leitfaden herausgegeben. An diesen können sich Hersteller halten – sie müssen es aber nicht.

Um den ökonomischen Nutzen effizienter Geräte zu bestimmen, haben Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin eine Effizienz-Kennzahl entwickelt. Die Forscher testen ein Gerät dafür zunächst auf Basis des Effizienz-Leitfadens und bestimmen dabei, wie viel Strom beim Speichern verlorengeht. Daraus leiten sie dann ab, wie gut sich ein Betreiber einer Photovoltaikanlage mit angeschlossenem Speicher selbst mit Strom versorgen kann und wie viel Geld er dadurch im Vergleich zum normalen Stromkauf spart. Anschließend ermitteln die Forscher, wie die Zahlen für ein ideales System aussehen – ohne Verluste. Das Verhältnis der tatsächlichen Kosteneinsparung gegenüber der idealen Einsparung ergibt die Effizienz-Kennzahl, die auch System-Performance-Index (SPI) genannt wird.

Seit 2018 untersucht die HTW jedes Jahr Speichersysteme und bestimmt ihren SPI. In der jüngsten Studie von 2020 liegt die Effizienz der Speicher zwischen 87 und 94 Prozent. Darüber hinaus überprüfen die Forscher, ob die Angabe zur nutzbaren Speicherkapazität mit der im Labor gemessenen übereinstimmt – die Abweichung lag bei den 21 untersuchten Systemen 2020 zwischen 0 und 21 Prozent.

Wie finden Sie einen Installateur und worauf sollten Sie achten?

Installateure in Ihrer Region finden Sie zum Beispiel auf der Website des Bundesverbands Solarwirtschaft die-sonne-speichern.de oder im Firmenverzeichnis des PhotovoltaikforumsHolen Sie am besten mehrere Angebote ein und entscheiden Sie sich dann anhand der oben genannten Kriterien für eines. Achten Sie neben dem Preis und der angegebenen Zyklenzahl darauf, dass der Hersteller einer Lithium-Ionen-Batterie nach der Sicherheitsnorm VDE-AR-E 2510-50 arbeitet.

Beim Aufstellen des Speichers sollten Sie einen Platz in einem Gebäude wählen, der ganzjährig eher kühl ist. Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Ab 25 Grad altern die Speicherzellen schneller. Für die Installation im Freien sind Batteriespeicher nicht geeignet.

Lassen Sie sich vom Installateur einen Anlagenpass für Ihre Photovoltaikanlage und einen Speicherpass für Ihren Batteriespeicher ausstellen. Darin dokumentiert er, wie die Anlagen aufgebaut und verschaltet sind. Das erleichtert Reparaturen zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem ist es dann einfacher, Garantieansprüche durchzusetzen.

Im Speicherpass ist auch vermerkt, ob der Installateur nach den gängigen Normen arbeitet. Für den Netzanschluss eines Stromspeichers gelten mehrere Standards: Wie der Speicher zu planen, zu installieren, zu betreiben, wieder zu demontieren und zu entsorgen ist, beschreibt die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-2. Wie er sich beim Laden zu verhalten hat, legen die Anwendungsregel VDE-AR-N 4100 für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz sowie die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Netzbetreibers fest. Beim Entladevorgang gilt zusätzlich die 2018 überarbeitete Anwendungsregel VDE-AR-N 4105, sofern das Gerät weniger als 135 Kilowatt Leistung hat. Bis 26. April 2019 durfte ein Installateur auch nach der Version der Regel arbeiten, die vor 2018 bestand. 

Welche Pflichten haben Speicherbetreiber?

Als Betreiber des Speichers müssen Sie sich an Regeln halten. Jedes mit dem Stromnetz verbundene Gerät ist der Bundesnetzagentur zu melden. Die Behörde führt das sogenannte Marktstammdatenregister. Es erfasst unter anderem alle Anlagen, die an das Stromnetz gekoppelt sind und Strom erzeugen oder speichern.

Lassen Sie einen Batteriespeicher neu installieren, müssen Sie ihn innerhalb eines Monats ab Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur registrieren. Erweitern Sie das Gerät um ein Speichermodul oder nehmen Sie den Speicher wieder außer Betrieb, müssen Sie dies ebenfalls melden. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht gilt als Ordnungswidrigkeit und kann Bußgelder nach sich ziehen.

Nutzen Sie schon länger einen netzgekoppelten Batteriespeicher, ist dieser seit dem 31. Januar 2019 ebenfalls zu registrieren. Allerdings gilt für Geräte, die vor August 2014 den Betrieb aufnahmen, eine längere Frist – bis zum 31. Januar 2021. Haben Sie Ihren Speicher zwischen dem 1. August 2014 und dem 30. Januar 2019 in Betrieb genommen, war die Meldung bereits bis Ende 2019 vorzunehmen.

Wer seinen Speicher zu spät registriert, kann für die Zeit ohne Registrierung den Anspruch auf die bereits gezahlte Einspeisevergütung für erzeugten und eingespeisten Strom verlieren.

Beachten Sie die steuerlichen Auswirkungen 

Haben Sie den Speicher zusammen mit der Photovoltaikanlage gekauft und verkaufen einen Teil des erzeugten Solarstroms, gehört der Speicher zu Ihrem Betriebsvermögen. Entsprechend müssen Sie das Gerät in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen.

Haben Sie den Speicher zur Photovoltaikanlage nachgerüstet, gehört er nicht zum Betriebsvermögen. Der Speicher erhöht aber Ihren Eigenverbrauch und damit die privaten Entnahmen. Das wirkt sich auf die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer aus, sofern Sie der Regelbesteuerung unterliegen.

Was sollten Sie im Betrieb beachten?

Die Hersteller von Batteriespeichern beschreiben ihre Produkte zumeist als wartungsfrei. Das sollte Sie aber nicht dazu verleiten, sich nicht um den Speicher zu kümmern.

Solarspeicher auf Basis von Lithium-Ionen-Zellen sind wartungsarm. Dennoch empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, alle drei bis vier Jahre einen Elektriker die Installation überprüfen zu lassen. Achten Sie selbst darauf, dass der Raum, in dem sich der Speicher befindet, nicht zu warm wird. Ab 25 Grad Celsius altern Lithium-Ionen-Zellen schneller.

Den Betriebszustand jeder einzelnen Speicherzelle überwacht das Batteriemanagementsystem im Speicher selbst. Stimmt etwas nicht, setzt das System eine Warnmeldung ab oder schaltet sogar ganz ab. Wenn Sie nicht selbst etwaige Meldungen des Systems im Blick behalten wollen, dann lassen Sie den Speicher monitoren. Häufig wird dieser Service beim Kauf eines Geräts angeboten oder ist im Angebot bereits enthalten. Ist das Monitoring befristet, vergessen Sie nicht, den Dienstleister rechtzeitig neu zu beauftragen.

Autor
Ines Rutschmann

Stand: 15. Oktober 2020


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