Wie gut ist deine Betriebsrente?

  • Du hast recht- ich kann den DurchfĂŒhrungsweg nicht Ă€ndern. Finde ihn ja an sich auch toll da es neben meinem Nettogehalt zusĂ€tzlich bespart wird ohne meine Renten- und SV-Abgaben zu kĂŒrzen. Ist eine Top-Leistung fĂŒr die ich dankbar bin 😊 und dennoch...

    Dann kannst Du, außer einem AG-Wechsel, sowieso nichts daran Ă€ndern. Was nĂŒtzen Dir konkrete Berechnungswege anderer BAVs, wenn diese nur fĂŒr exakt einen AG gelten und dort ggf. auch nicht mehr fĂŒr neue Mitrarbeiter?


    Klar, man will immer eine hohe Rendite und die Sicherheit, am Ende auch diese Rendite ausgezahlt zu bekommen. Meine BAV 3 landet nur bei solchen theoretischen (garantierten) Werten, weil ich mit nur 2200€ Einzahlung im Jahr soviel Förderung erhalte. Diese wĂŒrde mit erhöhter Eigenleistung prozentual bedeutend geringer ausfallen (25% Förderung).

    .. ist es auch meiner Meinung nach wichtig das in einen Kontext anderer AG und Leistungen zu setzen. Ich habe auch ĂŒber den BR VorschlĂ€ge eingereicht um das Produkt besser und leistungsfĂ€higer zu machen (z.B. Bestandsverzinsung, Wahlrecht zwischen 100% Garantie oder Kapitalmarktanlage). Wenn man immer nur sagt "kannst eh nichts Ă€ndern" braucht man sich auch nicht wundern wenn fĂŒr einen selbst wichtige Punkte nie auf dem Zettel stehen - sie werden ja nie auf den Tisch geholt ohne RĂŒckmeldung 👏😄

    Wie dem auch sei: ich habe neben der Vollverrentung die Einmalzahlung und eine Ratenzahlung in bis zu 9 Jahreszahlungen. Hast du auch verschiedene Auszahlungsmöglichkeiten? Welche möchtest du wÀhlen?

  • Direktversicherung per Bruttolohnwandlung ĂŒber meinen damaligen Arbeitgeber. Abschluss 2006. Garantieverzinsung 2,75% p.a.
    Beitragsfrei seit 2013. Reale Rendite 1,6x% p.a. Also unterhalb der Inflationsrate.
    Vorzeitige KĂŒndigung nicht möglich.<X

    Meine Rentenzusage seit der Beitragsfreistellung 2013 hat sich um keinen Cent erhöht!
    2037 lasse ich mir die bAV per einmaliger Kapitalabfindung auszahlen.

  • BAV Direktversicherung.

    AG beteiligt sich nur soviel, wie er muss (15%) und seit dem er muss.

    Durch den Part des AG habe ich von meinen Einzahlungen in den letzten 3 Jahren 6,5% Rendite.

    Die eingezahlten BeitrÀge und das Fondsguthaben weichen aber 35 % voneinander ab... also das Kind ist in den ersten Jahren in den Brunnen gefallen. Jetzt lasse ich es schwimmen und nehme es als einen Baustein der Altersvorsorge weiter mit...

    Mit dem Wissen von heute wĂŒrde ich keine mehr abschließen.

  • In meinem ganzen Berufsleben habe ich bei keinem meiner Arbeitgeber etwas von "Betriebsrente" gehört. Da gab es maximal die Möglichkeit der Direktversicherung per Gehaltsumwandlung ohne jede Arbeitgeber-Beteiligung. Das Ganze mit den ĂŒblichen Nachteilen bei Arbeitgeberwechsel.

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es Betriebsrenten, insbesondere mit AG-Beteiligung nur bei grĂ¶ĂŸeren Unternehmen und dem öffentlichen Dienst gibt.

    Auf der anderen Seite gibt es "Versorgungszusagen". Die stammen allerdings meist aus alten Zeiten und wurden nur Mitarbeitern in Leitungsfunktionen gewĂ€hrt. Hierbei wird ein bestimmter Betrag, abhĂ€ngig von Position und BeschĂ€ftigungsdauer, garantiert. Die BeitrĂ€ge hierfĂŒr ĂŒbernimmt der Arbeitgeber. Bei langjĂ€hrig BeschĂ€ftigten kommen dabei Zahlungen heraus, die die maximale erreichbare GRV-Rente sehr deutlich ĂŒberschreiten. Meine Frau hat noch einen solchen Vertrag.

    Allerdings wurde, auch bedingt durch die Nullzinsphase, versucht, bei vielen beteiligten Unternehmen (alles sehr bekannte Namen, habe ich seinerzeit auf einer PrĂ€sentation gelistet gesehen), die begĂŒnstigten Mitarbeiter bezĂŒglich dieser Versorgungszusagen abzufinden. Hier wurden hohe sechsstellige Summen aufgerufen.

    Letztlich ist also das Thema "Betriebsrente" bzw. "Versorgungszusage" einfach abhÀngig davon, bei welchem Arbeitgeber man gelandet ist.

  • - Uralte bAV als Direktversicherung, in die der AG zu 100% eingezahlt hat. Bei einem Wechsel des AG konnte ich sie nur aus dem netto weiter besparen, was ich ein- oder zweimal gemacht habe und seitdem beitragsfrei.


    Aktueller AG

    - Pflicht - ich zahle einen Prozentsatz des brutto ein, der AG zahlt (derzeit bei mir) das FĂŒnffache dazu.

    - Freiwillig - ich kann beliebig viel einzahlten, der AG fördert bis zu einem Höchstbetrag mit 25%.

    Beides wird in eine Mischung aus risikobehafteten und risikoarmen Anlagen investiert, mit Verschiebung zu risikoarm je nĂ€her man der Rente kommt. Die WKN der Anlagen kenne ich. Irgendwelche Garantien gibt es auch, mĂŒsste ich aber nachlesen.

  • Mein Vertrag aus 2012 (Entgeltumwandlung Allianz/Gruppenvertrag, der AG bietet nur diese Variante an) ruht zum GlĂŒck schon einige Jahre. Rendite liegt bei 0,...%. Ein Trauerspiel.

    Das ist ja Wahnsinn wie viele VertrÀge so schlecht aufgestellt sind.. traurig das hier nicht Àhnliche Ideen, Deckelungen herrschen wie beim AV-Depot. Hoffentlich wird das Àhnlich reformiert..

  • In meinem ganzen Berufsleben habe ich bei keinem meiner Arbeitgeber etwas von "Betriebsrente" gehört. Da gab es maximal die Möglichkeit der Direktversicherung per Gehaltsumwandlung ohne jede Arbeitgeber-Beteiligung. Das Ganze mit den ĂŒblichen Nachteilen bei Arbeitgeberwechsel.

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es Betriebsrenten, insbesondere mit AG-Beteiligung nur bei grĂ¶ĂŸeren Unternehmen und dem öffentlichen Dienst gibt.

    Auf der anderen Seite gibt es "Versorgungszusagen". Die stammen allerdings meist aus alten Zeiten und wurden nur Mitarbeitern in Leitungsfunktionen gewĂ€hrt. Hierbei wird ein bestimmter Betrag, abhĂ€ngig von Position und BeschĂ€ftigungsdauer, garantiert. Die BeitrĂ€ge hierfĂŒr ĂŒbernimmt der Arbeitgeber. Bei langjĂ€hrig BeschĂ€ftigten kommen dabei Zahlungen heraus, die die maximale erreichbare GRV-Rente sehr deutlich ĂŒberschreiten. Meine Frau hat noch einen solchen Vertrag.

    Allerdings wurde, auch bedingt durch die Nullzinsphase, versucht, bei vielen beteiligten Unternehmen (alles sehr bekannte Namen, habe ich seinerzeit auf einer PrĂ€sentation gelistet gesehen), die begĂŒnstigten Mitarbeiter bezĂŒglich dieser Versorgungszusagen abzufinden. Hier wurden hohe sechsstellige Summen aufgerufen.

    Letztlich ist also das Thema "Betriebsrente" bzw. "Versorgungszusage" einfach abhÀngig davon, bei welchem Arbeitgeber man gelandet ist.

    Da kann ich mich ja glĂŒcklich schĂ€tzen noch einen solchen AG erwischt zu haben ⚠ ich bin im letzten Jahr 30 geworden und habe mit 19 angefangen dort zu arbeiten 😊

    Habe ebenfalls eine Direktzusage mit jÀhrlichem Kapitalbaustein- allerdings nervt mich extrem das es keine Bestandsverzinsung gibt oder Kursrendite.

    Ist ja auch ein systemisches Problem weil Garantien jede Geldanlage kaputt machen. Bei jemandem der noch 30+ Jahre bis zur Rente hat kann man ohne Weiteres Risiken eingehen um höhere Renditechancen zu erzielen.. đŸ€š

  • Aktueller AG

    - Pflicht - ich zahle einen Prozentsatz des brutto ein, der AG zahlt (derzeit bei mir) das FĂŒnffache dazu.

    - Freiwillig - ich kann beliebig viel einzahlten, der AG fördert bis zu einem Höchstbetrag mit 25%.

    Beides wird in eine Mischung aus risikobehafteten und risikoarmen Anlagen investiert, mit Verschiebung zu risikoarm je nÀher man der Rente kommt.

    Das klingt ja geil! Darf ich fragen was du + AG da bisher eingezahlt haben? Wie war dabei die Renditeentwicklung seit Beginn.

    Auch ein "fading out" aus dem risikobehafteten Anteil ist schön gelöst. Die nĂ€chste indiskrete Frage: wie lange hast du noch zur Rente? 😊

  • [
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    Vielen Dank vorab!

    guckst Du hier (#8):

    Joe_
    3. September 2020 um 18:34
  • mocean - meine erste bAV habe ich bei einem kleinen Unternehmen bekommen. Da ist ein AllianzverkĂ€ufer zum GeschĂ€ftsfĂŒhrer gegangen und hat dem erzĂ€hlt, was er alles spart, wenn er einen Teil der GehĂ€lter in die bAV einzahlt.

    Mehr als die Ersparnis bei den SV-Abgaben ist das fĂŒr viele Arbeitgeber nicht.

    In dem Unternehmen gab’s eine rudimentĂ€re Personalbuchaltung, aber niemanden mit bAV-Expertise.


    Beim aktuellen AG haben sich sicher ganz viele Leute gut ĂŒberlegt wie sowas aussehen kann und ob dass als DurchfĂŒhrungsweg geht, was dann rausgekommen ist.


    (Konkrete Zahlen muss ich nachschauen, die hab ich nicht im Kopf.)

  • Ist ja auch ein systemisches Problem weil Garantien jede Geldanlage kaputt machen. Bei jemandem der noch 30+ Jahre bis zur Rente hat kann man ohne Weiteres Risiken eingehen um höhere Renditechancen zu erzielen.. đŸ€š

    Ich vermute, dass mein AG das Problem mit der Garantie bei gleichzeitig 100% Investition in weltweite Aktien-ETF bei „jĂŒngeren“ Mitarbeitern ĂŒber die große Zahl an Mitarbeitern in Deutschland ausgleicht.


    Das kann ein kleiner Arbeitgeber in Eigenregie nicht machen. Dass aber Versicherungen (Allianz wurde hier mehrfach genannt) mit solch renditearmen Produkten kommen, ist mehr als daneben.

  • Hast du auch verschiedene Auszahlungsmöglichkeiten? Welche möchtest du wĂ€hlen?

    Steht ja schon oben:

    1. BAV 1 (Direktzusage), die ist nur als lebenslange Rente auszahlbar, und das mit gewissen EinschrĂ€nkungen (bis Corona z.B. Anrechnung von NebeneinkĂŒnftigen in der Rente).
      DafĂŒr wĂ€re z.B. auch eine zusĂ€tzliche Invaliden- und Witwenrente (im Versicherungsfall mit aktivem BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis) enthalten.
    2. BAV 2 (CPF): der Rentenfaktor ist so schlecht, dass ich diese selbst dann als Einmalzahlung wĂ€hle, wenn der Betrag am Ende ĂŒber der GeringfĂŒgigkeitsgrenze liegen sollte.
      Eigene Einzahlung: 21k€, Auszahlung 2035 Netto ca. 14€ (der Vertrag lĂ€uft bis zum Alter von 65).
      Das liest sich nur gut, wenn man die Zahlen ohne den Zeitbreich betrachtet.
      Bis 2019 haben sie noch mit einer beispielhaften Wertentwicklung von 3/6/9% hochgerechnet, seit 2020 sind sie bei 0/3/6%, fĂŒr 2024 lag der Gewinn nach Kosten bei 1,15%
    3. BAV 3 (neue Standard BAV des AG): die habe ich 2021 einzig abgeschlossen, um die AG-ZuschĂŒsse zu erhalten und weil ich damit mind. auf die erwartete Marktrendite meines FTSE All-World komme, wenn ich das Geld sonst als Netto anlegen wĂŒrde und 2033 als Netto zur VerfĂŒgung haben will.
      Diese BAV wird auch als Einmalsumme ausgezahlt und dient als Puffer fĂŒr einen möglichen Markteinbruch meiner ETFs zu Rentenbeginn.
      Eigene Einzahlung bis 2033: 26k€, Auszahlung Netto (nur Garantiekapital) ca. 15k€ (entweder 2033 oder 2034, das ist mir noch nicht ganz klar, macht steuerlich (Rentenbeginn 2033) bei mir aber kaum einen Unterschied.

    Das ist ja Wahnsinn wie viele VertrÀge so schlecht aufgestellt sind.

    Das ist das Problem der BAV im Allgemeinen. Kaum ein AG sieht darin einen Benefit fĂŒr sich und seine AN, womit er den erstbesten Vertrag anbietet, dem ihn ein Versicherungsvertreter unterjubelt. Kleinere AG haben meist weder die Zeit noch das Wissen, einen guten Vertrag auszusuchen.

    Dazu kommen hohe Abschlusskosten und VerwaltungsgebĂŒhren, was schon der Hauptgrund ist, dass sich sowas fĂŒr den AN meist nur lohnt, wenn man davon ausgeht, sehr lange beim AG zu bleiben.

  • Eigenanteilsfreie Betriebsrente bei einem Pharmakonzern. Nach heutigem Stand wird monatlich brutto 1350€ ausgezahlt werden. Wird alle paar Jahre nach oben angepasst. Auch nachzulesen bei fotoman. Selbe Firma.

    Könnte man ein Langzeitkonto in das man in der Firma einzahlt nicht auch ein wenig in die Kategorie Altersvorsorge zĂ€hlen? Immerhin wird aus diesem Konto ein frĂŒherer Firmenaustritt finanziert. Man bekommt zwar kein Geld aber Zeit!

  • Könnte man ein Langzeitkonto in das man in der Firma einzahlt nicht auch ein wenig in die Kategorie Altersvorsorge zĂ€hlen? Immerhin wird aus diesem Konto ein frĂŒherer Firmenaustritt finanziert. Man bekommt zwar kein Geld aber Zeit!

    Ohja ein Zeitwertkonto wĂ€re ein Traum - seid froh so etwas zu haben 😋 die einzige Variante, bei der du Guthaben an die Dt. Rentenversicherung Bund ĂŒbertragen und damit frĂŒhere Renteneintritte zwischenfinanzieren kannst bei gleichzeitiger Anrechnung von Versicherungszeiten. 👏

  • Scheint mir ein failed system. Bav bei großen Arbeitgebern mit Gewerkschaft und co ganz brauchbare Konditionen und ZuschĂŒsse, bei kleinen AGs Versicherungsschrott. Also gerade wo schlechter verdient wird und entsprechend die Rente kleiner ausfĂ€llt gibts ne gammel BAV dazu... Hoffe man lĂ€sst den Mist auslaufen und schafft stattdessen das schwedische Modell mit gĂŒnstigem, renditestarken, einfachen, fairen, vor Betrug &Veruntreuung (Demenz und co) gesicherten Staatsfonds

  • Das ist ja Wahnsinn wie viele VertrĂ€ge so schlecht aufgestellt sind.. traurig das hier nicht Ă€hnliche Ideen, Deckelungen herrschen wie beim AV-Depot. Hoffentlich wird das Ă€hnlich reformiert..

    Nun ja, die Finanzindustrie versucht ja aktuell einen Kostendeckel von 1,5% p.a. fĂŒr das AV-Depot fĂŒr das Standardprodukt ins Gesetz schreiben zu lassen. Wenn das so kommt, wird sich auch zukĂŒnftig nicht viel Ă€ndern.
    Die Menschen die sich richtig auskennen (oder GlĂŒck haben!) schließen dann eine kostengĂŒnstige, renditestarke Lösung ab und die Menschen, die sich nicht auskennen, werden dann auch zukĂŒnftig von der Finanzindustrie abgezogen. :/
    Ich habe mir gestern mal nebenbei die Fragestunde des Finanzausschuss zum geplanten Kostendeckel des AV-Depot angehört. Die Finanzlobby in Deutschland ist sehr gut in den Parteien vernetzt.

  • Bin per Arbeitsvertrag zur BAV gezwungen. AG zahlt aber genauso viel ein wie ich, von daher also schon ziemlich gut.

    Da ich da eh nicht aus kann, rechne ich mir auch lieber gar nicht aus wie gut oder schlecht das Ding ist ^^

    FĂŒr meine Rentenplanung berĂŒcksichtige ich aber nur die GRV, soviel wird da bei der BAV nicht rumkommen.

  • Das klingt ja geil! Darf ich fragen was du + AG da bisher eingezahlt haben? Wie war dabei die Renditeentwicklung seit Beginn.

    Über beide Komponenten ist das AN-AG-VerhĂ€ltnis etwa 50-50.

    Die Wertentwicklung ist bei etwa 25% insgesamt von 2019 bis Ende 2024.

    Bis zur Rente habe ich noch 15 Jahre, basierend auf heutiger Gesetzgebung.

    Da kommt am Ende also eine Rente raus, die auch bei Einbruch der AktienmĂ€rkte zum blödesten Zeitpunkt durch die AG-ZuschĂŒsse fĂŒr mich gut sein wird. Mit Chance auf deutlich mehr.

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