Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Es gibt auch ukrainische Familien, die hier Bürgergeld beziehen und dann regelmäßig in den Ferien mit den Kindern in die Ukraine fahren.
    Wenn das politisch nicht gewollt ist, kann man das sehr leicht ändern.

    Vermutlich ist es gewollt, da man den Kontakt und somit den Willen zur Rückkehr aufrecht erhalten möchte.

  • By the way...warum ist das Thema Beitragsbemessungsgrenze so unter dem Radar? Die soll nach aktuellen Plänen außerplanmäßig um 300€ pro Monat steigen. Ein Schelm wer glaubt, dass nicht in 1-2 Jahren auch die Pflichtversicherung entsprechend ansteigen wird...

    Auch diese Erhöhung geht zu Lasten der Mittelschicht. Aktuell ca. 5.800€ BMG in Zukunft dann ca. 6.100. Das ist das Gehalt eines Facharbeiters der Mittelschicht und nicht das eines Spitzenverdieners. Aber das wundert mich nicht, bei der Steuer zahlt der Facharbeiter ja teilweise auch bereits den Spitzensteuersatz.

  • Meines Wissens passiert das nicht. Die Betroffenen häufen Schulden an, die der VErsicherer irgendwann eintreibt.

    Da hast du unrecht. Ich hatte es bereits in #369 geschrieben, wie dies im Basistarif geregelt ist.

    Für alle jetzt schon Versicherten im Basistarif der PKV, die hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts (SGB II und SGB XII) sind, wird der Beitrag halbiert. Und wenn diese Personen das dann immer noch nicht zahlen können, übernimmt das Sozialamt oder das Job-Center den verbleibenden Betrag. Also auch alle Steuerzahler. Und nicht nur die PKV-Versicherten.

    Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, genau wie auch die Finanzierung der Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger. Daher ist es absolut nicht korrekt, dass nur die GKV-Versicherten die Finanzierung der Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger stemmen müssen. Es ist eine Angelegenheit, die über den Bundeshaushalt finanziert werden muss.

  • Da hast du unrecht. Ich hatte es bereits in #369 geschrieben, wie dies im Basistarif geregelt ist.

    Ja, und das ist eben falsch. Wer den Basistarif nicht bezahlt, landet im Notlagentarif und bleibt Beitragsschuldner.

    Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, genau wie auch die Finanzierung der Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger.

    Richtig. Der Unterschied ist nur: Der Notlagentarif kostet so ziemlich genau das, was der GKV angeblich nicht ausreicht.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Ja, und das ist eben falsch. Wer den Basistarif nicht bezahlt, landet im Notlagentarif und bleibt Beitragsschuldner.

    Hier der Beleg dafür, dass du unrecht hast:

    "Wenn Sie hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind, wird Ihr Beitrag auf die Hälfte des Höchstbeitrags, d.h. auf 508,59 EUR herabgesetzt. Diese Reduzierung wird von allen privat Krankenversicherten finanziert. Bleiben Sie trotz der Halbierung des Beitrags weiterhin hilfebedürftig, beteiligt sich der Sozialhilfeträger soweit wie erforderlich an der Beitragszahlung – notfalls bis zum gesamten Restbeitrag."

    Quelle: Was Sie über den Basistarif wissen sollten | PKV-Serviceportal

  • Was ist das denn für eine Logik? Dann stelle ich mal die Gegenfrage. Stichwort "Beihilfe": Es geht um die Finanzierung der Beihilfe von Beamten. Warum sollen dann Nicht-Beamte über ihre Steuerzahlungen für die Beihilfe aufkommen?

    Fast überall werden die Staatsdiener etwas privilegiert und gutem systemischer Effekt. Allerdings halte ich die Erhöhung der Beihilfe von 50% auf 70% im Pensionsalter für übervorsorglich. Das sollte weg.

  • Fast überall werden die Staatsdiener etwas privilegiert und gutem systemischer Effekt. Allerdings halte ich die Erhöhung der Beihilfe von 50% auf 70% im Pensionsalter für übervorsorglich. Das sollte weg.

    Dann zahlen pensionierte Beamten 500-700 EUR PKV. Ist bekanntlich eine teure Berufsgruppe in der PKV.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Hier der Beleg dafür, dass du unrecht hast:

    "Wenn Sie hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind, wird Ihr Beitrag auf die Hälfte des Höchstbeitrags, d.h. auf 508,59 EUR herabgesetzt. Diese Reduzierung wird von allen privat Krankenversicherten finanziert. Bleiben Sie trotz der Halbierung des Beitrags weiterhin hilfebedürftig, beteiligt sich der Sozialhilfeträger soweit wie erforderlich an der Beitragszahlung – notfalls bis zum gesamten Restbeitrag."

    Quelle: Was Sie über den Basistarif wissen sollten | PKV-Serviceportal

    Das ist ja aber nicht der Fall, dass man nicht zahlt. Dafür gibt's den ca. 100-150 Euro teuren Notlagentaruf

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Spiegel Online eilmeldet gerade

    „Warken rechnet mit Massenflucht von Gutverdienern in die private Krankenversicherung“

    bezogen auf die Beitrasbemessungsgrenze, die im 300€ angehoben werden soll.


    Demnach sieht sie das nicht als Lösung für die GKV. Warum macht sie es dann?

  • „Warken rechnet mit Massenflucht von Gutverdienern in die private Krankenversicherung“

    bezogen auf die Beitrasbemessungsgrenze, die im 300€ angehoben werden soll.


    Demnach sieht sie das nicht als Lösung für die GKV. Warum macht sie es dann?

    Mehr Cash für die PKV Industrie ;) aber CDU sollte man ja auch nicht als GKVler wählen :rolleyes:

  • Nicht für jeden ist der Wechsel in die PKV sinnvoll. Die Meisten werden zu alt dafür sein, haben zu viele Kinder, eine nicht arbeitende Frau, Vorerkrankungen, usw.

    Dass die PKV das bessere Produkt ist, sollte jetzt jedem klar sein.

    Die schlechten Risiken bleiben in der GKV.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Ich setze eine Kiste Bier darauf, dass nächste Woche die Erhöhung auch für die Pflichtversicherungsgrenze angekündigt wird.

    Dann würde sich die PKV so langsam zu einer Krankenversicherung für Reiche entwickeln. Mit "Reiche" meine ich nicht unsere Wirtschaftsministerin, sondern den Kreis der sehr einkommensstarken Bürger.

    Letztendlich würde das Anheben der JAEG dazu führen, dass weniger Menschen in die PKV wechseln können. Dies würde auf jeden Fall zu einem Aufschrei in der PKV-Lobby führen. Und die aufkommenden Probleme in der PKV noch etwas beschleunigen.

  • Das ist ja aber nicht der Fall, dass man nicht zahlt. Dafür gibt's den ca. 100-150 Euro teuren Notlagentaruf

    Letztendlich ändert es nichts an der Tatsache, dass die Steuerzahler (also GKV- und PKV-Versicherte) den Restbetrag des Basistarifs zahlen, den der PKV-Versicherte im Basistarif aus eigener Kraft nicht mehr zahlen kann (wie ich in #390 geschrieben habe). Der Steuerzahler unterstützt hier also finanziell einen PKV-Versicherten.

    Daher muss der Steuerzahler auch finanziell den GKV-Versicherten unterstützen, der Bürgergeld bezieht.

    Fazit: Beides ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

  • Dann würde sich die PKV so langsam zu einer Krankenversicherung für Reiche entwickeln. Mit "Reiche" meine ich nicht unsere Wirtschaftsministerin, sondern den Kreis der sehr einkommensstarken Bürger.

    Das ist zwar richtig. Das Problem liegt aber noch bei der PKV sondern bei der GKV bzw. der Finanzierung. Transferleistungsempfänger und deren Versicherung müssen vom Bundeshaushalt bezahlt werden. Die Transfers sind politische Maßnahmen. Die GKV bedürfen zwar auch dann weiterer Reformen, es wäre aber dann nicht so eng.

  • Grundsätzlich muss eine Reform des gesamten Systems her, also GKV, PKV und Beihilfe. Leider wird dies nicht angegangen sondern nur wieder an der GKV rum geschraubt. Dadurch hat man sich wieder ein paar Jahre Zeit, auf Kosten der Mittelschicht, erkauft bevor das ganze Drama wieder von vorne beginnt. Für eine richtige Reform fehlt der Mut, bzw. der politische Wille und nur solch eine Reform wird die Probleme lösen. Was aktuell passiert ist einfach nur Murks auf ganz hohem Niveau.

  • Grundsätzlich muss eine Reform des gesamten Systems her, also GKV, PKV und Beihilfe. Leider wird dies nicht angegangen sondern nur wieder an der GKV rum geschraubt. Dadurch hat man sich wieder ein paar Jahre Zeit, auf Kosten der Mittelschicht, erkauft bevor das ganze Drama wieder von vorne beginnt. Für eine richtige Reform fehlt der Mut, bzw. der politische Wille und nur solch eine Reform wird die Probleme lösen. Was aktuell passiert ist einfach nur Murks auf ganz hohem Niveau.

    Ich sehe dies sehr ähnlich. Mit den aktuell geplanten Maßnahmen rettet man sich vielleicht bis zum Ende der Legislaturperiode. Unseren Politikern fehlt nicht nur der Mut, sondern auch der Weitblick. Dass man sich mal an anderen Ländern orientiert, in denen es besser läuft: Fehlanzeige.

    Dann sind da diese Abhängigkeiten von z. B. der Pharmaindustrie und der PKV-Lobby. Abhängigkeiten in der aktuellen Regierung sieht man ja gerade sehr gut bei Frau Reiche und den Energiekonzernen.

    Auch die eingesetzten Kommissionen dürfen nicht ohne "Denkverbote" arbeiten. Sie bekommen schon zu Beginn Bedingungen gestellt. Die Gesundheitskommission hatte vorgegeben bekommen, dass man am Nebeneinander von GKV und PKV festhalten möchte. Dann werden nicht mal alle Ergebnisse der Gesundheitskommission umgesetzt, sondern Frau Warken bringt weitere Punkte ein, die eigentlich nicht der Ansicht der Gesundheitskommission entsprechen (Stichwort: Erhöhungen der Einnahmen durch Erhöhung der BBG).

  • Grundsätzlich muss eine Reform des gesamten Systems her, also GKV, PKV und Beihilfe. Leider wird dies nicht angegangen sondern nur wieder an der GKV rum geschraubt.

    Ich rechne leider erst mit der Reform des gesamten Systems, wenn in der PKV der Anteil der Versicherten, für die die PKV-Beiträge eine immense finanzielle Belastung darstellt, einen gewissen Schwellwert überschreitet. Ohne irgendwelche Reformen in der PKV könnte dies irgendwann im Zeitraum 2030-2040 eintreten.

    Aber vielleicht gibt es dann rechtzeitig eine Kommission für die PKV, die dafür sorgen wird, dass der gesetzliche Beitragszuschlag von 10 auf 20% angehoben wird und man diesen bis zum Renteneintritt zahlen muss.

    Ein einheitliches Gesundheitssystem würde vieles vereinfachen. Aber in Deutschland mag man es lieber kompliziert und mit vielen einzelnen Regelungen und Sonderfällen.

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