Ehegattensplitting

  • Es gibt kein Familiensplitting. Für das Ehegattensplitting ist die Anzahl der Kinder nicht von Bedeutung.

    Aber wenn es (wie von Britty vorgeschlagen) ein Familiensplitting gäbe, dann wäre das in einer Ehe ohne Kinder exakt wie Ehegattensplitting. Daher ist Verdammung von Ehegattensplitting bei gleichzeitiger Förderung eines Familiensplittings irgendwie sonderbar. Insbesondere, da es alle genannten (vermeintlichen) Nachteile des Ehegattensplittings noch verschärfen würde.

    Ganz unabhängig davon, das Familiensplitting weder zur Diskussion steht oder ich das für ein sinnvolle Alternative halten würde.

  • Ich vermute, britty will, dass kinderlose Ehepaare gar nicht "profitieren".

    Tun sie ja auch nicht.
    Für kinderlose Ehepaare gibt es kein Kindergeld, keine Freibeträge für Kinder, etc..

    Ich vermute, britty will:
    - gleiches Gehalt für Mann und Frau, egal was sie arbeiten,
    - gesetzlich festgeschriebene Aufteilung von Care-Arbeit in der Ehe,
    - Bevormundung der Ehepartner durch den Gesetzgeber,.....

  • Hier äußern sich die, die hektisch mit Besitzstandswahrung beschäftigt sind, obwohl sie notwendige Änderungen nicht betreffen werden.

    Die OECD äußert sich so:

    https://www.welt.de/wirtschaft/art…verrentung.html

    Es ist schon lustig, wie du jedem hier "Besitzstandswahrung" unterstellst, der sich für das Ehegattensplitting ausspricht. Vielleicht solltest du dich endlich mal von deinen Vorurteilen verabschieden und deine vermutlich eigenen negativen Erfahrungen außen vor lassen. Und nur weil die OECD es fordert, ist es nicht unumstößlich richtig.

    Dazu erinnern mich deine teilweise bestenfalls Halbwahrheiten über das Splitting an eine ähnliche Steuerlegende, die schlichtweg falsch ist. Nämlich die Beschwerden, dann man bei einer Lohnerhöhung hinterher weniger übrig hat als vorher, weil ja die böse, kalte Progression zuschlägt. Das ist schlichtweg falsch. Von jedem zusätzlichen Euros gehen bis zur BBG KV maximal um die 63% an Steuern und Sozialabgaben ab. Bis zur BBG RV sind es 52,6% und darüber 42% (ab ca. 278k Jahreseinkommen dann wieder 45%). Aber diese Unwahrheit hält sich immer noch, weil einfach keiner nachrechnen will. Und komischerweise haben die Leute nach der Lohnerhöhung tatsächlich mehr Netto auf dem Konto. Und das gilt auch für ein zusätzliches Einkommen eines Ehepaares. Egal, ob es durch mehr Stunden bei dem Partner in Teilzeit ist oder durch eine Gehaltserhöhung beim Vollzeitverdiener. Das Plus ist immer gleich.

    Seyu da macht ein Familiensplitting Sinn wie es schon vorgeschlagen wurde. Und auch die Berücksichtigung der Anliegen von Frauen und möglichst die Gleichverteilung von Carearbeit. Schließt auch die Akzeptanz und Bereitstellung von mehr Teilzeitarbeitsmöglichkeiten für Männer ein.

    Du unterstellst hier, dass alle Männer ihre Frauen ausnutzen und diese Frauen ihre eigenen Anliegen nicht artikulieren oder sogar durchsetzen können.

    Meine Frau wollte von sich aus sich um die Kinder kümmern. Trotzdem hat sie nach jedem Kind so früh wie möglich wieder angefangen zu arbeiten, weil sie es wollte und ich sie unterstützt habe. Das führt dazu, dass ich mindestens einmal die Woche die Kinder morgens fertig machen und in Kita / Schule bringen und einmal die Woche beide abhole. Wenn meine Frau lange Termine hat oder auf Dienstreise ist, bringe ich die Kinder sogar morgens und hole sie nachmittags ab.

    Und was soll da die Gleichverteilung der Care-Arbeit bringen? Dann machen wir nicht 100/50, sondern 75/75. Das Ergebnis ist ein ähnliches Nettoeinkommen wie vorher. Meine Frau sammelt mehr Rentenpunkte, ich weniger. Okay, ist für sie ja gut, aber dafür bekommt sie zukünftig weniger vom Gemeinschaftskontos in ihr Depot für die Altersvorsorge, weil ich jetzt auch was haben will. Sprich der "AV-Sparplan" für die Care-Arbeit ist jetzt nicht mehr 100/0, sondern zukünftig 50/50. Was haben wir davon gewonnen? Genau, absolut rein gar nichts.


    Sieh bitte endlich ein, dass du dich hier verrannt hast. Deine Argumentation macht vielleicht in deinen Augen Sinn, objektiv stimmt sie aber vorne und hinten nicht.

  • Angenommen, einer der Partner verdient 150k also klar oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen und der andere ist nicht berufstätig. Wenn nun die Option besteht, dass der Alleinverdiener 20k zusätzlich an Gehalt bekommt oder alternativ der Minijobber einen regulären Teilzeitjob annimmt bei einem Gehalt von ebenfalls 20k.

    Wie sieht die Rechnung aus nach Steuern und Sozialabgaben?

    Der Alleinverdiener wird sich um seine Altersvorsorge keine Gedanken machen müssen. Beim Partner sieht es nach den Änderungen bei der Witwen/Witwerrente schon deutlich schlechter aus.

  • Tun sie ja auch nicht.
    Für kinderlose Ehepaare gibt es kein Kindergeld, keine Freibeträge für Kinder, etc.

    Sag bloß! Gibt es etwa auch kein Wohngeld für Vermieter? Kein BAföG für Beamte?

    Du unterstellst hier, dass alle Männer ihre Frauen ausnutzen und diese Frauen ihre eigenen Anliegen nicht artikulieren oder sogar durchsetzen können.

    Wo hast du das denn gelesen?

    Meine Frau wollte von sich aus sich um die Kinder kümmern.

    Lass mich raten: Du hast dich aber auch nicht aufgedrängt?

  • Angenommen, einer der Partner verdient 150k also klar oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen und der andere ist nicht berufstätig. Wenn nun die Option besteht, dass der Alleinverdiener 20k zusätzlich an Gehalt bekommt oder alternativ der Minijobber einen regulären Teilzeitjob annimmt bei einem Gehalt von ebenfalls 20k.

    Wie sieht die Rechnung aus nach Steuern und Sozialabgaben?

    Der Alleinverdiener wird sich um seine Altersvorsorge keine Gedanken machen müssen. Beim Partner sieht es nach den Änderungen bei der Witwen/Witwerrente schon deutlich schlechter aus.

    Das ist aber ein Thema der BBG und nicht des Ehegattensplittings. Und ohne Ehegattensplitting sieht es beim Partner noch schlechter aus, da er im Zweifelsfall weniger zurückgelegt hat.

  • Wieso war mir vorher klar, dass irgendjemand, egal wie ich es schriebe, sich an einzelnen Formulierungen aufhängt. Aber ist ja egal, da ich ein Mann bin, der Vollzeit arbeitet, bin ich automatisch böse. Wäre ich aber eine Frau und würde Vollzeit arbeiten, während mein Mann in Teilzeit arbeitet, würde ich hier gefeiert werden...


    Der Alleinverdiener wird sich um seine Altersvorsorge keine Gedanken machen müssen. Beim Partner sieht es nach den Änderungen bei der Witwen/Witwerrente schon deutlich schlechter aus.

    Das ist aber ein Problem, was die Eheleute untereinander klären muss. Und dafür muss man auf Augenhöhe diskutieren. Für uns war das selbstverständlich, dass die Care-Arbeit durch zusätzliche private Altersvorsorge (die aus dem gemeinsamen Einkommen gezahlt wird) ausgeglichen wird. Somit wird die Rente bei uns beiden vergleichbar sein. Nur die Zusammensetzung ist unterschiedlich.


    Wo hast du das denn gelesen?

    Vielleicht solltest du dir die diversen Posts hier von britty durchlesen. Ich hab jetzt keine Lust, die die entsprechenden Posts selber rauszusuchen.


    Lass mich raten: Du hast dich aber auch nicht aufgedrängt?

    Ob du es glaubst oder nicht. Ich habe es von Anfang an angeboten. Und dann haben wir uns zusammen gesetzt und es durchgesprochen. Was es für jeden bedeutet. Welche Vor- und Nachteile es bei jedem gibt. Wie die Rahmenbedingungen sind (öffentlicher Dienst bietet mehr Optionen für Teilzeit als freie Wirtschaft).

    Und noch etwas, um deine Sicht auf mich vielleicht endgültig zu erschüttern. Für mich war es nicht nur selbstverständlich, die üblichen zwei Monate Elternzeit zu nehmen, sondern darüber hinaus noch weitere Monate. Für die gab es dann auch kein Elterngeld mehr. Aber das war mir erst recht und auch uns beiden egal, weil wir zusammen die Zeit mit unseren Kindern haben wollten.


    Und jetzt bitte wieder Feuer frei, ich bin auf die nächsten Vorwürfe gespannt.

  • Schreiben kann mann in Foren viel ..... und auch wenn es wahr ist, es ist eher die Ausnahme.

    Fakt ist, dass Frauen sich im 50er-Jahre-Modell schlechter stellen. Und dass es nicht im Interesse und Sache des Staates ist, das weiter zu unterstützen. Zumal mögliche 175.000 Vollzeitstellen als Zuwachs attraktiv sind.

    Wer Kommentare in einschlägigen Medien liest: meine Frau ist glücklich. Ihr fehlt nichts. Es ist ihre Wahl. Sie macht das gerne. Ich könnte das nicht so gut. Bloß nichts ändern, das geht an mein (!) Geld. Mein Sohn braucht keine berufliche Konkurrenz durch Frauen.

  • meine Frau ist glücklich.

    Das trifft auf meine Frau ebenfalls zu. Und jetzt soll der Staat sie bevormunden, dass sie Vollzeit arbeitet? Sehr feministisch, die Entscheidung der Frau nicht zu akzeptieren.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Albern, das ist keine Argumentation.

    Gute Entscheidungen hängen von guter Information ab. Und daran haperts oft. Oder es wird nur die Steuerseite gesehen und nicht die Folgen daraus. Jede dritte Ehe wirrd geschieden. Damit möchten sich Paare lieber nicht beschäftigen.

    Fakt ist, dass viele Frauen alles für den lieben Frieden tun. Der Staat sollte das so ändern, dass Gleichstellung gegeben ist. Das wäre ein großes Maßnahmenpaket, ein langwieriges Projekt.

    Lasst euren Frust ab, denke, der eine oder andere könnte ein schlechtes Gewissen haben.

    Und tschüs :)

  • Fakt ist, dass viele Frauen alles für den lieben Frieden tun.

    Okay. Also sind die Frauen per se unfähig, sich durchzusetzen und müssen deshalb gezwungen werden. Sprich ruhig weiter, deine Ansichten zum Feminismus sind wirklich sehr interessant.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das ist aber ein Problem, was die Eheleute untereinander klären muss. Und dafür muss man auf Augenhöhe diskutieren. Für uns war das selbstverständlich, dass die Care-Arbeit durch zusätzliche private Altersvorsorge (die aus dem gemeinsamen Einkommen gezahlt wird) ausgeglichen wird. Somit wird die Rente bei uns beiden vergleichbar sein. Nur die Zusammensetzung ist unterschiedlich.

    Zum Glück gibt es immer mehr Paare, die dies versuchen gerecht zu regeln - jedenfalls bis zum Zeitpunkt einer Scheidung. Fakt ist aber leider auch, dass viele das nicht hinbekommen. In der Folge landen oft die Frauen (mittlerweile öfter auch mal Männer) in der Altersarmut, weil das Paar nicht den finanziellen Weitblick hatte, für die Zukunft des finanziell schwächeren Partners vorzusorgen oder weil der Alleinverdiener nur seine eigenen Interessen im Blick hatte. Ein wenig Zwang zur Vorsorge fände ich hier schon sehr hilfreich.

    Was bietet eigentlich die neue Riestervariante für nicht berufstätige Ehepartner?

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