Ehegattensplitting

  • Den Hinweis gab es schon mehrfach. Es gibt eben Leute, die das Forum als Bibliothek verstehen, in der man Fragen bis zum Umfallen stellen kann. 😉

    Ich habe andererseits manchmal den Eindruck das einige hier gerne bestimmen wollen, was in diesem Forum diskutiert wird bzw. was besser nicht diskutiert wird, um ihnen unliebsame Themen rauzuhalten.

  • Das Neueste dazu:

    Eine Gruppe führender deutscher Wirtschaftswissenschaftler fordert eine grundlegende Reform des Ehegattensplittings. Ein Konzept, das FOCUS online vorliegt, sieht vor, den Steuervorteil für Ehepaare deutlich zu begrenzen und die freiwerdenden Milliarden stattdessen Familien mit Kindern zukommen zu lassen. Die Autoren versprechen sich davon höhere Erwerbsanreize, vor allem für Frauen, sowie eine gezieltere Familienförderung.

    https://www.focus.de/finanzen/oekon…a1e3d563d9.html

  • Neuer Beitrag in den Nachrichten:

    https://www.wiwo.de/politik/deutsc…/100230038.html

    Man beachte hier drin:

    Zitat

    Schaut man sich die Datenlage an, profitieren vom Ehegattensplitting am meisten einkommensstarke Männer, deren Frauen wenig arbeiten

    Es profitieren nur die Männer in der Ehe davon - also weg damit!


    Die Logik hier ist auch bestechend:

    Zitat

    Ob man diese Art der Umverteilung gerecht findet, ist jedem selbst überlassen. Aber die Tatsache, dass vom arbeitnehmernahen Wirtschaftsweisen Achim Truger bis zum konservativen ifo-Präsidenten Clemens Fuest, alle Wirtschaftsweisen und Präsidenten von Wirtschaftsforschungsinstituten den Vorstoß unterstützen, sendet ein klares Signal: Das ist eine gute Idee.

    Und der Humor kommt in dem Artikel auch nicht zu kurz:

    Zitat

    Die Ausgaben, die der Bund durch die Abschaffung des Ehegattensplittings spart, sollen nämlich nicht den Haushalt konsolidieren, schreiben die Ökonominnen, sondern zurück an Familien fließen: indem das Kindergeld um 57 Euro pro Monat und Kind steigt und der Kinderfreibetrag um gut 20 Prozent angehoben wird.

  • Was hat das mit Humor zu tun?

    Die Wirtschaftweisen legen hier ein Modell vor, das selbst von den Konservativen erarbeitet wurde.

    Wir hatten die Diskussion hier komplett durch und wie (typisch dualistisch) gab es nur zwei „knallharte“ Richtungen.

    Bitte nicht vergessen: Rund ein Viertel der Kinder IN Deutschland wächst in „Stütze-Familien“ auf.
    Da das Kindergeld hinten und vorne real nicht reicht, um ein Kind menschenwürdig großzuziehen, bietet sich eine reale „Steuererhöhung“ für kinderlose Ehepaare an.
    Das tut natürlich weh.
    Aber daran denken: im konservativen Milleu war und ist es selbstverständlich, dass man Kinder hat. Die Hausfrauenehe ohne Kinder war und ist, auch aus konservativer Sicht nie förderwürdig.

    Henrike Adamsen liegt in ihrem Kommentar aus konservativer Sicht richtig.
    Warum soll der Staat kinderlose DINKs fördern, nur weil sich ein Paar zum Standesamt begibt ?

  • Was hat das mit Humor zu tun?

    (1) Pauschal setze ich keinen Cent auf ein Versprechen, dass zusätzliche Einnahmen ausschliesslich einem bestimmten Ziel entsprechend umverteilt werden, da die https://de.wikipedia.org/wiki/Zweckbindung weitestgehend abgeschafft wurde.

    (2) Konkret wird bei rücklaufenden Geburtenzahlen genau was mit den Mehreinnahmen passieren?

    (3) Und wieso ist die Ehe weniger eine Bedarfsgemeinschaft als privatwirtschaftliche Unternehmen, die alles Mögliche zwischen Ihren Organisationseinheiten untereinander verrechnen können?

  • Bitte nicht vergessen: Rund ein Viertel der Kinder IN Deutschland wächst in „Stütze-Familien“ auf.
    Da das Kindergeld hinten und vorne real nicht reicht, um ein Kind menschenwürdig großzuziehen, bietet sich eine reale „Steuererhöhung“ für kinderlose Ehepaare an.

    Wieso soll die Lösung dafür ausschliessliche eine "Steuererhöhung für kinderlose Ehepaare" sein?

    Aber daran denken: im konservativen Milleu war und ist es selbstverständlich, dass man Kinder hat. Die Hausfrauenehe ohne Kinder war und ist, auch aus konservativer Sicht nie förderwürdig.

    Und das kannst Du bitte womit belegen?

    GG, Artikel 6

    Zitat

    (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

    Steht da etwas "von Ehe, sofern eine Familie mit Kindern gegründet wurde"?

  • .....
    Warum soll der Staat kinderlose DINKs fördern, nur weil sich ein Paar zum Standesamt begibt ?

    Per Definition haben diese beide (gleich) hohe Einkommen und profitieren gar nicht vom Gang zum Standesamt.

    Profitieren würden die SINKS.

    Und "kinderlose DINKS" sind so etwas wie ein weißer Schimmel. ;)

  • Per Definition haben diese beide (gleich) hohe Einkommen und profitieren gar nicht vom Gang zum Standesamt.

    DINK steht für double income no kids. Heißt also nur 2 Berufstätige, aber nichts über den Verdienst aus.


    Aber daran denken: im konservativen Milleu war und ist es selbstverständlich, dass man Kinder hat. Die Hausfrauenehe ohne Kinder war und ist, auch aus konservativer Sicht nie förderwürdig.

    Das ist tatsächlich ein guter Aspekt mal. Das gesamte Familienrecht, insbesondere (aber nicht nur) das Eherecht, Verwandtschaftsrecht usw. basiert darauf, dass die Ehe automatisch mit Kindern einhergeht (etwas wie die katholische Lehre so gesehen, aber das sei mal dahingestellt). Deswegen passen sämtliche Eherechtsvorschriften usw. eigentlich nur, wenn man im gesetzlichen Typus lebt: der idealrweise kinderreichen, Eehe, die in der Regel schon der Betreuung wegen usw. auf ein Einkommen setzt, soweit machbar. Gesellschaftlich ist das auch gar nicht unbedingt schlecht, schließlich ist die Gesellschaft dringend auf Kinder angewiesen und völlig darauf ausgerichtet, dass es eine hohe Reproduktionsrate gibt.

  • Das sind nicht verheiratete Paare, die zusammenleben, auch. Stichwort "Bedarfsgemeinschaft"

    Mit zwei entscheidenden Unterscheiden. Wenn Du den nicht verheirateten Partner versorgst, kannst Du das steuerlich geltend machen. Und Du kannst auch relativ leicht sagen, nö "Rubbel die Katz" ich zieh jetzt um und gut ist.

    Wenn ich mich morgen entscheide, dass ich mich selbst spirituell neu erfinde und das Arbeiten erstmal sein lasse, hängt meine Frau mit drin. Sie muss mich unterhalten, ob sie will oder nicht. Und wer jetzt Ehegattensplitting abschaffen möchte, fordert, dass sie wie ein Single besteuert wird.

    Die Diskussion dreht sich aber im Kreis. Vielleicht könnte aber mal wer beantworten, warum die Familie, die 60k und 40k brutto verdient, mehr Steuern zahlen soll, als die, die 50k und 50k verdient. Der Bedarf der beiden Familien ist doch identisch.

  • Bitte nicht vergessen: Rund ein Viertel der Kinder IN Deutschland wächst in „Stütze-Familien“ auf.

    Ist ja auch für diese Bevölkerungsschicht attraktiv, Kinder zu bekommen. Ab 3 Kinder bekommt man eine große Wohnung und profitiert vom Mengendegressionseffekt.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Ist ja auch für diese Bevölkerungsschicht attraktiv, Kinder zu bekommen. Ab 3 Kinder bekommt man eine große Wohnung und profitiert vom Mengendegressionseffekt.

    Mir wird schlecht bei solchen Plattitüden. Kinder sind das größte Armutsrisiko in Deutschland und Alleinerziehende fallen besonders oft in die Grundsicherung.

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