Ehegattensplitting

KI-Zusammenfassung

: Soll das Ehegattensplitting bleiben, abgeschafft oder durch ein anderes Modell ersetzt werden? Kern ist der Vorteil für Ehepaare mit großen Einkommensunterschieden und mögliche Folgen für Erwerbsarbeit und Altersvorsorge.

Soll das Ehegattensplitting bleiben, abgeschafft oder durch ein anderes Modell ersetzt werden? Kern ist der Vorteil für Ehepaare mit großen Einkommensunterschieden und mögliche Folgen für Erwerbsarbeit und Altersvorsorge.

  • Mehrere Beiträge betonen gleiche Leistungsfähigkeit von Ehepaaren mit gleichem Gesamteinkommen, während andere Anreize für weniger Erwerbsarbeit des geringer verdienenden Partners kritisieren.
  • Aus der Community kommen praktische Hinweise zur Trennung von Splittingwirkung und Steuerklassen, weil III/V, IV/IV oder Faktor vor allem den monatlichen Lohnsteuerabzug verändern.
  • Ein gemeinsamer Nenner ist kaum erkennbar, doch mehrere Beiträge nennen eher Familien- oder Kinderorientierung als eine ersatzlose Abschaffung.

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  • Wenn IV / IV die Grundeinstellung ist und Abweichungen beantragt werden müssen, dann fragt man sich doch welche Kampagne dazu führt, dass die ganze Welt und deren Mutter meint Abweichendes veranlassen zu müssen, zumal regelmäßig nur die Liquidität bis zum Steuerbescheid betroffen ist.

  • Wenn IV / IV die Grundeinstellung ist und Abweichungen beantragt werden müssen, dann fragt man sich doch welche Kampagne dazu führt, dass die ganze Welt und deren Mutter meint Abweichendes veranlassen zu müssen, zumal regelmäßig nur die Liquidität bis zum Steuerbescheid betroffen ist.

    Wenn dir jeden Monat z.B. 100 Euro fehlen, die du mit III/V hättest z.B.

    Ich dachte, das Zitat stammt aus der Bibel - konnte es aber nicht finden(?!)

    Sagt mir nichts.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Was bei Familien mit Kindern der Regelfall ist. Ja, ist ungerecht. Aber eben die Realität.

    Ungerecht wird es, wenn die Aufteilung in der Familie falsch läuft. Wenn beispielsweise beide von ihrem Netto den gleichen Beitrag in die Haushaltskasse einzahlen und jeder "seinen" Rest für sich behält, dann läuft es schief und der Niedrigverdiener kann viel zu wenig für seine Rente zurücklegen.

    Bei Transferleistungen (Elterngeld, Krankengeld mit Einschränkung) zählen grundsätzlich andere Kriterien als für den normalen Alltag. Für den Normalfall würde ich die Steuerklassen so optimieren, dass später keine (nennenswerte) Nachzahlung entsteht. Gerade wenn das Budget eng ist, kann einen so eine Nachzahlung kräftig aus der Kurve tragen.

    Wir hatten früher die Kombi III/V, obwohl wir vermutlich mit einer gewichteten IV/IV Kombi besser gefahren wären. Aber die gibt es ja noch nicht so fürchterlich lange und mir war das offen gestanden reichlich egal.

  • Wenn IV / IV die Grundeinstellung ist und Abweichungen beantragt werden müssen, dann fragt man sich doch welche Kampagne dazu führt, dass die ganze Welt und deren Mutter meint Abweichendes veranlassen zu müssen, zumal regelmäßig nur die Liquidität bis zum Steuerbescheid betroffen ist.

    Das ist vermutlich so ein Überrest aus der Zeit, in der so gut wie alle Frauen mit Geburt des ersten Kindes aufgehört haben zu arbeiten...

    In dem anderen Thread, wo es um die nachgeforderten Steuererklärungen geht, wurde es auch gemacht und ist den Leuten prompt auf die Füße gefallen.

  • Ungerecht wird es, wenn die Aufteilung in der Familie falsch läuft. Wenn beispielsweise beide von ihrem Netto den gleichen Beitrag in die Haushaltskasse einzahlen und jeder "seinen" Rest für sich behält, dann läuft es schief und der Niedrigverdiener kann viel zu wenig für seine Rente zurücklegen.

    Richtig. Und das ist genau der Bereich, in den der Staat nicht eingreifen kann. Deshalb ist Finanzbildung so wichtig.

    Ach komm, je nachdem, welche inhaltliche Position man hat, kann man solche Schätzungen fast beliebig steuern.

    Das Problem ist, dass in den 90ern schon massiv Personal in der Bundesverwaltung abgebaut wurde und bereits ohne neue Aufgaben schon Personal fehlt. Von daher kann man eigentlich nicht mehr abbauen, ohne dass es zu Lasten der Aufgabenerledigung geht.

    Was man allerdings abbauen könnte (und der Wirtschaft helfen würde) wären Berichtspflichten und die damit verbundenen Stellen. Stichwort statistisches Bundesamt.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das Problem ist, dass in den 90ern schon massiv Personal in der Bundesverwaltung abgebaut wurde und bereits ohne neue Aufgaben schon Personal fehlt. Von daher kann man eigentlich nicht mehr abbauen, ohne dass es zu Lasten der Aufgabenerledigung geht.

    Ich glaube (zumindest, soweit ich die Arbeitsweise von Behörden selbst erlebe), dass über mindestens 20 Jahre versäumt wurde, auch nur einigermaßen mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.

    Wenn ich an meine Arbeitsweise von vor 20 Jahren zurückdenke und mit der von heute vergleiche, liegen Welten dazwischen. Und entsprechend stark sind die Ergebnisse gewachsen.

  • Ich glaube (zumindest, soweit ich die Arbeitsweise von Behörden selbst erlebe), dass über mindestens 20 Jahre versäumt wurde, auch nur einigermaßen mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.

    Wenn ich an meine Arbeitsweise von vor 20 Jahren zurückdenke und mit der von heute vergleiche, liegen Welten dazwischen. Und entsprechend stark sind die Ergebnisse gewachsen.

    Das kommt noch dazu, wobei man das Problem mittlerweile erkannt hat. Aber hole mal eben 20 Jahre auf...

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das Problem ist, dass in den 90ern schon massiv Personal in der Bundesverwaltung abgebaut wurde und bereits ohne neue Aufgaben schon Personal fehlt. Von daher kann man eigentlich nicht mehr abbauen, ohne dass es zu Lasten der Aufgabenerledigung geht.

    Man schafft es auf Ebene des Bundes und (mutmaßlich aller) Länder auch recht konsequent, zwischen Stellen und Personal zu trennen. Das führt dazu, dass man Personal abbaut/abbauen will, Stellen aber ständig neue meint zu brauchen. Und wenn man Aufgaben erfüllt/Arbeit erledigt haben will, vergisst Politik spätestens beim Personalkostenansatz, dass man dafür echtes Personal braucht, und eben nicht nur irgendwelche Zahlen in Stellenplänen.

    Das Ergebnis ist dann der aktuelle Zustand vieler staatlicher Behörden, Infrastruktur und Berichte wie z.B. diesem hier:

    Zitat

    In der 19. Wahlperiode stieg die Zahl der Stellen in der Bundesverwaltung um über 30 000.
    Die Stellenmehrung setzte sich auch in der 20. Wahlperiode – in geringerem Umfang – fort
    (+8 770). Gleichzeitig blieb der Anteil unbesetzter Stellen seit dem Jahr 2020 konstant über
    10 %. Immer mehr Behörden haben sogar mehr als 10 % ihrer Stellen nicht besetzt.

    Und die aktuelle Regierung dazu? Verkündet im Programm für Aufschwung und Beschäftigung vom 2. Juli feierlich:

    Zitat

    ...bei grds. allen Bundesbehörden und der mittelbaren Bundesverwaltung das
    Ziel einer konsequenten 8%-Personaleinsparung...

    Das Stirnrunzeln, was sich bei solchen Zusammenhängen unweigerlich ergibt, hat mit Ehegattensplitting zwar zugegebenermaßen weniger zu tun, mit der übergeordneten Steuerpolitik allgemein und dem kurzen Einschub zum Bürokratieabbau aber dafür umso mehr.

  • Klar, das wird nicht von heute auf morgen funktionieren. Und wer 20 Jahre kaum Veränderungen erfahren hat, wird nicht 1 Tag später begeistert und leicht alles komplett umstellen.

    Meine Erfahrung als Personalrat: Das Personal ist weniger das Problem, das freut sich über gut gemachte(!) technische Lösungen, die die Arbeit erleichtern. Das Problem ist einfach, dass ein Prozess in Behörden Jahre dauert.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Meine Erfahrung als Personalrat: Das Personal ist weniger das Problem, das freut sich über gut gemachte(!) technische Lösungen, die die Arbeit erleichtern. Das Problem ist einfach, dass ein Prozess in Behörden Jahre dauert.

    Ich würde denken, dass der Mitarbeiter selbst Lösungen schaffen sollte. Wenn er im Jahr 2026 immer noch Papierformulare verschickt (die es nirgendwo auf der Homepage zum Download gibt) und die ausgefüllt zurück erwartet, sollte er m.E. selbst darauf kommen, dass das nicht mehr zeitgemäß ist.

  • Aus 25 Jahren Kommunalverwaltung: Da kommen auch genug drauf, die Krux ist aber dann, das sinnvoll und rechtssicher zu ändern. Das Formular ist so von Bund/Land vorgegeben, mögliche notwendige Softwareänderungen müssen erstmal ganz föderal von jedem irgendwie mit abgenickt werden, alleine das Einscannen und als pdf bereitstellen auf der Homepage wird einem auch mal als Urheberrechtsverletzung vorgeworfen, wenn bestimmte größere Druckereien den Auftrag haben, die Papierform für den Zeitraum X so bereitzustellen...

    Das ganze Dilemma wäre eigentlich ein eigenes Thema wert. Noch eine Anekdote aus der Überschrift "Steuer": Die Kommunen beschäftigt gerade (ok, seit Jahren schon) die Umsetzung der Umsatzsteuerpflicht für kommunale Leistungen. Mehrfach vom Bund aufgeschoben, auch weil a) Großprojekt eben... und b) jede Kommune praktisch mit jedem örtlich zuständigen Finanzamt noch in Abstimmungen steckt. "Kauft" der Bürger ein Nutzungsrecht an einer Grabstätte der Kommune, ist das umsatzsteuerfrei, weil durch die konkrete Benennung einer Grabstätte kein steuerlicher Wettbewerbsnachteil potentieller privater Anbieter gegeben ist: Es ist ja quasi die Vermietung eines kleinen Grundstücks, und Mieteinnahmen sind umsatzsteuerfrei. Lässt man den gleichen Verstorbenen aber auf einem anonymen Grabfeld bestatten, und kann dann hinterher keine Grabstätte eindeutig benennen, ist das umsatzsteuerpflichtig, weil das ja keine Vermietung, sondern eine Dienstleistung ist, die ein privater Anbieter so theoretisch auch erbringen könnte und dabei durch die für ihn geltende Umsatzsteuer gegenüber der Kommune benachteiligt wäre. Klar soweit? Für solche Kinkerlitzchen beschäftigt inzwischen jede Kommunalverwaltung neues Personal, die Finanzverwaltung auch, die Steuerberater verdienen mit, alle Beteiligten kommen aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus, am Ende hat der Staat natürlich auch keinen Euro Steuergeld mehr dadurch, weil er sich schließlich selber das Geld nur hin- und her besteuert, aber die Mehrkosten deswegen entstehen natürlich, und landen wo? Genau, beim Bürger.

  • Wie denn andiii_98 ?
    Wenn ein Mitarbeiter der Behörde A nur per Brief mit Behörde B in Kontakt treten kann, dann nützt es ihm auch nichts, wenn er versucht eine Lösung bei Behörde B zu schaffen... siehe während Corona, Faxgeräten und Lehrern die Aufgaben per Post versandt haben.

    Und über evtl. Datenschutz... <X

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

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