Rebalancen bei 90/10 ETF/Tagesgeld

  • Hallo zusammen,

    mein aktuelles Portfolio ist wie folgt aufgeteilt:

    • 90 % ETF
    • 10 % Tagesgeld

    Das Tagesgeld dient bei mir als Sicherheitsbaustein bzw. Notgroschen. Die häufig empfohlene Reserve von drei Nettogehältern ist bereits vollständig vorhanden, sodass diese Vorgabe erfüllt ist.

    Aktuell sind zudem keine größeren Ausgaben oder konkreten finanziellen Ziele geplant, für die ich in absehbarer Zeit zusätzlich Liquidität vorhalten müsste. Daher stellt sich für mich die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, den Betrag auf dem Tagesgeld als feste Summe beizubehalten und alles, was darüber hinaus angespart wird, vollständig in den ETF fließen zu lassen.

    Gleichzeitig habe ich immer wieder unterschiedliche prozentuale Empfehlungen gelesen – 70/30 zum Beispiel.

    Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob ein Rebalancing überhaupt notwendig ist oder ob ihr den Sicherheitsbaustein in so einem Fall ebenfalls eher als festen Betrag betrachtet statt als prozentuale Quote.

    Wie handhabt ihr das in einer ähnlichen Situation?

    Vielen Dank für eure Einschätzungen!

  • Kater.Ka 9. April 2026 um 11:30

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob ein Rebalancing überhaupt notwendig ist oder ob ihr den Sicherheitsbaustein in so einem Fall ebenfalls eher als festen Betrag betrachtet statt als prozentuale Quote.

    Wie handhabt ihr das in einer ähnlichen Situation?

    Genau so mache ich es seit einigen Jahren. Gerd Kommer hat dafür den Namen 'Safe-Asset-Floor-Rebelancing' erfunden.
    https://gerd-kommer.de/blog/alternatives-rebalancing/

    Die prozentuale Aufteilung meines liquiden Vermögens ist mir ziemlich egal, so lange der absolute Betrag im 'sicheren' Teil so groß ist, dass ich damit ruhig schlafe egal was ein Trump mal wieder postet.
    Aktuell ist meine Aufteilung im liquiden Vermögen so: 77% im Risikoteil, 23% im 'sicheren' Teil.
    Vor einigen Jahren lag mein Risikoteil bei 57% und der 'sichere' Teil noch bei 43%.
    Die heutigen 23% im 'sicheren' Teil sind dabei betragsmäßig größer als die 43% von früher.;)
    Zumindest so lange ich mich noch in der Aufbauphase meines Vermögens befinde plane ich diesen Weg so weiter zu gehen.

  • Mein Sicherheitsbaustein ist ein fester Betrag, der sich, anders als bei Dir, nicht an drei Nettogehältern orientiert, sondern drei durchschn. Monatsausgaben entspricht.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Moin DankeEuch

    Willkommen hier im Forum.

    Ich finde es gut, dass du dir zu den Bausteinen deiner Asset-Allocation Gedanken machst.

    Zu deinen Fragen:

    1. Das Verhältnis Aktien-ETF : Tagesgeldkonto (RK = Risikoklasse 3 : 1 ) ist immer eine sehr subjektive Entscheidung und nicht unbedingt nur von Alter und Lebensphase abhängig. Mit 90:10 bist du in meinen Augen eher offensiv unterwegs.

    2. ich würde tatsächlich den Notgroschen von deiner Assetallocation trennen und nicht in einen Topf werfen.

    3. na ja, und wenn du dich dann für eine Aufteilung entschieden hast, macht Rebalancing 1-2x/ Jahr auch absolut Sinn.

    Viel Erfolg beim Investieren.

  • Wie handhabt ihr das in einer ähnlichen Situation?

    Na ja, ich kenne ja nur deine Sparrate prozentual. Deine aktuelle Lebenssituation kenne ich nicht.

    Was unsere Situation angeht: ich halte das auch eher wie koho und halte für uns einen grösseren Cashbetrag an der Seitenlinie. Was mir tatsächlich hilft, dass ich unseren Cashflow für die nächsten 2-3 Jahren notiert habe. Da kann ich gut sehen, ob wir mehr sparen können oder nicht.

  • Moin!

    Ich nutze auch die Safe-Asset-Floor Methode (2xJahre-Fixkosten in GMF + 3 Nettogehälter im Tagesgeld). Alles was darüber hinausgeht fließt in breit gesträute ETFs.

    So muss ich nur 1x pro Jahr den SAF Teil anpassen/auffüllen.

    Das funktioniert allerdings nur wenn schon eine gewisse Depot Größe vorhanden ist. Davor würde ich es über prozentuale Risiko-Allokation steuern.

  • Die heutigen 23% im 'sicheren' Teil sind dabei betragsmäßig größer als die 43% von früher.;)
    Zumindest so lange ich mich noch in der Aufbauphase meines Vermögens befinde plane ich diesen Weg so weiter zu gehen.

    Moin monstermania ,

    berücksichtigst du bei der Berechnung ach zukünftige Rentenansprüche oder Barwerte und packst diese dann vermutlich in RK1? Ansonsten wäre RK ja doch wieder grösser als die 23%.

    Oder sagst du dir: die Rente ist nicht sicher und kalkulierst gar nicht erst mit den Zahlen?

  • Moin monstermania ,

    berücksichtigst du bei der Berechnung ach zukünftige Rentenansprüche oder Barwerte und packst diese dann vermutlich in RK1? Ansonsten wäre RK ja doch wieder grösser als die 23%.

    Oder sagst du dir: die Rente ist nicht sicher und kalkulierst gar nicht erst mit den Zahlen?

    Es geht ums liquide Vermögen.
    Ich habe dazu hier mal einen Beitrag gemacht. Da geht es dann auch um das Gesamtvermögen (enge Sicht/erweiterte Sicht): Wieder mal eine Standmeldung (2025)

  • Es geht ums liquide Vermögen.
    Ich habe dazu hier mal einen Beitrag gemacht. Da geht es dann auch um das Gesamtvermögen (enge Sicht/erweiterte Sicht): Wieder mal eine Standmeldung (2025)

    Richtig !

    Ich denke, diese Themen sind hier schon sehr oft von dir gut erklärt worden.

    Da bringt es nichts, wenn man irgendwelche allgemeinen Schnellschüsse raushaut.

    Wir setzen doch ganz klassisch ein liquides Vermögen an.

    Das wird dann je nach Risikopräferenz aufgeteilt.

    Es gibt einen Block, den wir mal „Depot“ nennen. Dieses Depot soll arbeiten und über viele Jahre Früchte bringen.

  • Ich nutze auch die Safe-Asset-Floor Methode (2xJahre-Fixkosten in GMF + 3 Nettogehälter im Tagesgeld). Alles was darüber hinausgeht fließt in breit gesträute ETFs.

    So muss ich nur 1x pro Jahr den SAF Teil anpassen/auffüllen.

    Also doch Rebalancing ;)

    Ich mache das ähnlich. Das Verhältnis ist zurzeit 85/15, kann aber gut sein, dass ich den Floor bei 90/10 erhöhe.

    Die persönlichen Umstände sind ja auch immer in Bewegung.

  • Es geht ums liquide Vermögen.
    Ich habe dazu hier mal einen Beitrag gemacht. Da geht es dann auch um das Gesamtvermögen (enge Sicht/erweiterte Sicht): Wieder mal eine Standmeldung (2025)

    Ah, an den Post kann ich mich erinnern, danke fürs erneute Teilen.

    Der entscheidende Punkt ist somit einem die Betrachtung "enge" und "erweiterte" Sicht.

    Super mit den Kuchendiagrammen visualisiert. Danke.

  • Also doch Rebalancing ;)

    Ich mache das ähnlich. Das Verhältnis ist zurzeit 85/15, kann aber gut sein, dass ich den Floor bei 90/10 erhöhe.

    Die persönlichen Umstände sind ja auch immer in Bewegung.

    Streng genommen hast du recht :)

    Das Rebalancing findet primär innerhalb der Rendite (Aktien) Ebene statt: World vs. EM vs. Europa

    Der SAF verändert sich einmal angelegt (bzw. erreicht) nur relativ gering, z.B. durch Gehaltserhöhungen oder Inflation. Das lässt sich durch einmaliges Anpassen der Sparrate bzw. eine Einmalzahlung glatt stellen.

  • Da gab es doch neulich ein Video von Saidi zu. Ganz am Ende. Jemand fragt sich, warum er 170.000€ (20%) im risikoarmen Teil vergammeln lassen sollte, nur um der Max-80%-in-Aktien-Empfehlung von Finanztip zu folgen. Es tut ihm schon weh.

    Leider äußert Saidi da auch keine Meinung zu.

    Ich sehe es wie hier schon erwähnt: Safe Asset Floor Rebalancing. Ich selbst mache es auch so.

    Wenn die Vermögensaufteilung wie dem Protagonisten im Video schon Bauchschmerzen bereitet, sollte man etwas ändern.

  • Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob ein Rebalancing überhaupt notwendig ist oder ob ihr den Sicherheitsbaustein in so einem Fall ebenfalls eher als festen Betrag betrachtet statt als prozentuale Quote.

    Wie handhabt ihr das in einer ähnlichen Situation?

    Wir machen das auch so. Wir haben einen ungefähren Geldbetrag, den wir als Reserve auf dem Tagesgeld haben möchten. Das ist weder ein bestimmter Prozentsatz des Gesamtvermögens (wie auch immer man es definieren möchte), noch ein prozentuales Verhältnis von Tagesgeld und Aktien, auch kein fester Satz im Sinne von "x Monatsgehälter", sondern der Betrag, mit dem wir uns als Reserve wohlfühlen.

    Wir haben auch keinen davon getrennten "Notgroschen". Die Reserve ist für alle Ausgaben da - Urlaub oder neues Auto genauso wie eine unerwartete Sonderumlage der WEG oder als Puffer bei plötzlichem Jobverlust oder oder oder... Wenn es eine größere Ausgabe gab, wird die Reserve aus dem laufenden Gehalt, Jahresbonus, Steuerrückzahlung etc. wieder aufgefüllt. Das bedeutet, sie schwankt übers Jahr immer mal, aber das ist für uns okay.

    All diese Faustformeln und Daumenregeln gibt es, damit auch Leute, die sich damit überhaupt nicht befassen wollen, zumindest eine grobe Vorstellung haben, was realistisch und angemessen sein könnte. Feste Prozentsätze sind nicht in jedem Einzelfall sinnvoll, je nach Lebenssituation (und Risikoneigung) können sehr unterschiedliche Beträge angemessen sein.

  • Rebalancing überhaupt notwendig ist

    Es kommt darauf an, welche Funktion der Prozentuale Anteil des Depots erfüllen soll, der nicht in Aktien liegt.
    Als Rücklage für konkrete Ausgaben, Notgroschen, o.ä. finde ich einen prozentualen Anteil des Portfolios in TG/FG/GMF/Bundesanleihen nicht so geeignet. Denn dann ist deren Höhe einer gewissen Zufälligkeit der Aktienkurse unterworfen.

    D.h. Rücklagen, Notgroschen, etc. würde ich, wie die Vorredner auch, eher separat betrachten.
    Rebalancing wird dann notwendig, wenn man im Depot nicht nur Aktien halten möchte. Z.B. weil man die Volatiliät dämpfen und das Risiko senken möchte.
    Dann braucht es einen gewissen Anteil von bspw. Anleihen und der sollte durch Rebalancing beibehalten werden, damit sich das Risikoprofil nicht verändert.

  • Noch eine Ergänzung zum SAF Ansatz bzw. zum Sicherheitsbaustein:
    Es macht Sinn sich regelmäßig, z.B. jährlich, seine Aufteilung zwischen risikoreichem Anteil (Performance) und risikoarmen Anteil (Sicherheitsbaustein) anzuschauen.

    Einen (temporären) Rückgang des risikoreichen Anteils um 50% (Maximum Drawdown) sollte man mental verkraften können. Bei einem unguten Gefühl sollte der Sicherheitsbaustein erhöht werden.

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