Broker pleite

  • Hallo,

    Nachdem ich von den Zugangsproblemen bei Scalable gelesen habe, kam bei mir die Frage auf, was eigentlich passiert, wenn meine Neobank pleite geht. Und von einem Tag auf den nächsten sind die Server abgeschaltet. Wie komme ich dann an meine ETF und wie kann ich sie woanders hin transferieren?

    Hat sich da schon mal jemand von euch Gedanken gemacht?

  • die Abwicklung wird es dauern, wir gehen mal davon aus dass es keinen Betrugsfall gibt, da Aktien sonder Vermögen sind, gehören diese dir. Mit der Abwicklung und Übertragung auf einen neuen Broker kann es aber in solch einem Fall länger dauern als gewöhnlich

  • Ja, man hätte vermutlich mit dem Insolvenzverwalter zu tuen. Sowas würde dann Monate dauern...

    Bei Scalable Capital:
    Depot liegt bei Baader Bank.
    ETFs sind direkt bei dieser Bank verwahrt
    Vorteil:
    Klassische Bankstruktur → oft klarere Prozesse bei Insolvenz... Immerhin 😉

  • Ja, man hätte vermutlich mit dem Insolvenzverwalter zu tuen. Sowas würde dann Monate dauern...

    Das mag zwar so sein. Im Ergebnis sollte man aber seine Anteile erhalten. Insolvenzverwalter haften persönlich. Gerade bei großen und komplizierten Insolvenzen wie von Finanzdienstleistern wählen die Insolvenzgerichte in der Regel entsprechend erfahrene Insolvenzverwalter aus.

  • Bei Scalable Capital:

    Ich denke, das stimmt so seit Ende 2025 nicht mehr…

    Scalable Capital stellt die Depotführung schrittweise von der bisherigen Partnerbank, der Baader Bank, auf eine eigene Depotlösung mit Vollbanklizenz um. Während Neukunden direkt bei der neuen internen Bank geführt werden, erfolgte der Umzug für Bestandsdepots. Vereinzelt gibt es auch Kooperationen, etwa mit der ING.

    Für mich stellt sich eher die Frage: systemrelevant oder nicht, das wird vermutlich die Bearbeitungsdauer beeinflussen.

    Aber klar: nicht schön, wenn für Zeitraum XY das ETF nicht verfügbar.

  • Hat sich da schon mal jemand von euch Gedanken gemacht?

    Nein, genauso wenig weiss ich, wie ich an mein Geld komme, wenn morgen der Anbieter meines Girokontos pleite geht oder der Anbieter meines Tagesgeldes.

    Zugangsprobleme? Ja und (von der Art der Mitteilung in der App mal abgesehen), sowas hat meine Bank ab und zu auch, meist angekündigt. Was, wenn ich morgen Probleme mit meinem Internet-Prodiver habe? Wie schnell bekomme ich dann einen Smartphone-Tarif mit passendem Datenvolumen, damit durch das Trading per Smartphone nicht die Rendite des letzten Jahres beim Provider landet?

    Wirklich relevant wäre das nur der längerfristige Ausfall meines Girokontos. Für alles gibt es irgendwelche gesetzlichen Vorgaben, die ich mir im Zweifel dann ergoogeln kann. Ich bestreite meine tägliche Ausgaben nicht durch den Verkauf von Depotanteilen.

  • Hallo,

    Nachdem ich von den Zugangsproblemen bei Scalable gelesen habe, kam bei mir die Frage auf, was eigentlich passiert, wenn meine Neobank pleite geht. Und von einem Tag auf den nächsten sind die Server abgeschaltet. Wie komme ich dann an meine ETF und wie kann ich sie woanders hin transferieren?

    Hat sich da schon mal jemand von euch Gedanken gemacht?

    Ich habe Scalable u.a. gewählt, unter den Neobrokern, weil BlackRock und Tencent zu den größten Anteilseignern gehören.

    Blackrock würde SC niemals Pleite gehen lassen. Die verdienen zuviel an den ETF's und es gäbe ein riesen Imageverlust für ETF's.

    Ich denke sogar, dass jeder größere Neobroker in DE, falls er in finanz. Nöte käme, von den ETF-Anbietern gerettet oder gekauft werden würde. Eine Rettung/Kauf sind Peants für Blackrocks/Xtrackers(DB)/Amundis dieser Welt.

    Just meine Meinung ...

  • Die Abwicklung insolventer Banken geht recht fix, siehe Greensill. Ist klar, die wollen nicht, das die Branche an Vertrauen verliert.

    Oftmals kommt es gar nicht dazu, weil Banken von anderen übernommen werden.

    Wenn hinter dem Broker die Baader Bank steht, würde ich mir keine grossen Gedanken machen. Von insolventen Wertpapierbanken habe ich hierzulande noch nichts gehört.

  • Blackrock würde SC niemals Pleite gehen lassen. Die verdienen zuviel an den ETF's und es gäbe ein riesen Imageverlust für ETF's.

    Grundsätzlich stimme ich Dir zu, aber Black Rock ist dermaßen groß, dass SC bei denen nur (wenn überhaupt) im einstelligen %-Bereich notiert. Da empfehle ich Dir dieses Buch

    Bzgl. Imageverlust, stimme ich Dir nicht zu, wenn SC Insolvenz anmelden würde, würden ETFs trotzdem gut laufen.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

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