59 Jahre - Sparplan erhöhen ?

  • Wieder mal ein Fall aus meiner Yogagruppe.

    Yvonne ist 59 und spart seit ungefähr 5 Jahren konsequent bei Trade Republik monatlich 300 Euro.

    Sie liegt mit 50 Prozent im Plus und will jetzt „weil es so gut läuft“ die Sparrate ab Mai von 300 auf 500 Euro erhöhen.

    Im Gespräch habe ich festgestellt, dass sie sich eigentlich nie um die ganzen Hintergründe gekümmert hat und damals auf Empfehlung Sparpläne auf vier ETF angelegt hat. Sie freut sich immer über die grüne Farbe, weil sie überall im positiven Bereich ist. Tieferes Wissen hat sie überhaupt nicht. Sie hat einfach mal angefangen damit, weil es ihr eine Freundin gezeigt hat.

    Sie liest keinerlei Wirtschaftsnachrichten, interessiert sich nicht für die Börse und sie weiß auch nicht, ob es rauf oder runtergeht. Sie schaut einfach in die App.

    Da sie überhaupt nichts geändert hat, hat sie natürlich auch keine Fehler gemacht.

    Das zur Ausgangssituation.

    MSCI World 160 Euro

    S&P 500 monatlich 40 Euro

    Stoxx Europe 600 auch 40 Euro

    Vanguard Lifestrategy 60
    mit monatlich 60 Euro.

    Was habt ihr für Ideen, wie sie sich jetzt konkret verhalten soll?

    Ist es eventuell sinnvoll, etwas umzustrukturieren?

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    Im Gespräch habe ich festgestellt, dass sie sich eigentlich nie um die ganzen Hintergründe gekümmert hat und damals auf Empfehlung Sparpläne auf vier ETF angelegt hat. Sie freut sich immer über die grüne Farbe, weil sie überall im positiven Bereich ist. Tieferes Wissen hat sie überhaupt nicht. Sie hat einfach mal angefangen damit, weil es ihr eine Freundin gezeigt hat.

    Sie liest keinerlei Wirtschaftsnachrichten, interessiert sich nicht für die Börse und sie weiß auch nicht, ob es rauf oder runtergeht. Sie schaut einfach in die App.

    Da sie überhaupt nichts geändert hat, hat sie natürlich auch keine Fehler gemacht.

    ....

    Sie hat alles richtig gemacht. Und das ohne irgendein Hintergrundwissen.

    Sie sollte die Freundin mal zum Essen einladen. Und:

    Never change a running horse.

  • Da ich ähnlich alt wie Yvonne bin, würde ich ihr vorschlagen lieber in kurzlaufende deutsche Staatsanleihen zu investieren.


    Die Liste hier kann als Hilfe dienen:

    https://www.deutsche-finanzagentur.de/fileadmin/user…ank/Rendite.pdf

    Ich denke meine Vorgehensweise ist vllt nicht typisch für Finanztip Forum aber „Return of the Money“ ist sehr wichtig je älter Frau/Mann ist.


    In jüngerer Jahren kann mehr in Aktien investiert - da zählt „Return on the Money“ eine größere Rolle, weil man viel Zeit hat.

  • Die Gefahr ist, dass Yvonne bei Umschichtvorschlägen anfangen könnte, ohne weitere Basisinfos über "Verbesserungen" nachzudenken. Dann ists wahrscheinlich mit Unbeschwertheit vorbei. Ist es das wert? Sie scheint ja auch die Dips in den 5 Jahren gut verkraftet zu haben. Never change .....

    Die 200 könnten je zur Hälfte in den MSCI World und den Vanguard.

  • Ich frage mich warum du das hier fragst? Das ist doch kein Thema bei dem du überfordert wärest ihr das Übliche von wegen Anlagehorizont, Risikotragfähigkeit und Risikotoleranz zu erzählen und ihr ein Basisbuch zu empfehlen.

    Danach soll sie selbst entscheiden oder konkrete Fragen stellen die sie zur Entscheidungsfindung noch benötigt.

  • Wenn sie das dauernde Finanzgequatsche beim Yoga stört, vielleicht mal Pilates probieren?

    Ich möchte dich einfach freundlich bitten, diese sinnlosen Sprüche zu unterlassen.

    Das ist nicht zielführend und macht auch eigentlich keinen Spaß.

    Es geht hier einfach darum, ob es auch überhaupt schlau ist. Das sind 200 € im Monat zu erhöhen. Die Rückschläge der letzten Jahren haben ihr eigentlich überhaupt nichts ausgemacht, weil sie ihre Sparpläne einfach laufen lässt.

    Sie hat mit ihrem Mann zusammen einen kleinen Gastronomiebetrieb und wird in circa sechs Jahren aufhören zu arbeiten.

    Über eine Entnahme hat sie sich bisher überhaupt keinerlei Gedanken gemacht.

  • Ich habe Bedenken, dass Yvonne zu optimistisch gestimmt ist durch die sehr lange Phase, in der die Aktienmärkte nur eine Richtung kannten. Ob das auch für die nächsten Jahre gilt, weiß man nicht. Was würde sie machen, wenn eine deutliche Durststrecke wie die Finanzkrise kommt? Würde sie trotzdem investiert bleiben? Oder in Panik alles verkaufen?

    Mein Tat: Grundlagen verstehen, eigene Risikotragfähigkeit ermitteln; dann erst überlegen, welche Asset Allocation passend ist.

    Es haben in den letzten Jahren viele angefangen, in ETF zu investieren, was ich sehr gut finde. Aber die häufigen panischen Nachfragen, wenn der Markt um 5-10 Prozent nach unten schwankt und die ersten roten Zahlen im Depot auftauchen, zeigen mir auch, dass viele Neulinge die Grundlagen nicht verstanden haben.

    Da wird investiert, weil das alle so machen. Die Durchschnittsrendite wird als konstant und garantiert verstanden, wie die Zinsen beim Tagesgeld. Und die überdurchschnittlich gute Entwicklung von ETF ohne längere Durststrecken in den letzten 10-15 Jahren wird als normal empfunden. Mal schauen, wie viele der Neulinge nach einem ernsthaften Crash dabeibleiben.

  • Wieviel hat Yvonne denn so flüssig? Wenn das flüssige Überläuft fein weiter in die 4 investieren und fertig ist die Laube. Ansonsten würde ich so langsam anfangen das flüssige in dem Alter zu erhöhen. Aber dafür müsste man die komplette Vermögens- und Lebenssituation kennen.

    Sind da Kinder/Enkel die kurzfristig Unterstützung brauchen? Immobilie? Rentenansprüche?

    Oder für 200€ im Monat einfach mehr Yoga machen. Ist auch gut investiertes Geld. ;)

  • 1. Ich glaube, der Paulaner-Faktor bei deinen regelmäßigen Yoga-Geschichten ist recht hoch.

    2. Die Fallgestaltung hier mag für irgendwen interessant sein, aber ist sie das auch für "Yvonne, 59"? Oder vielleicht auch nur für dich?

    200€ Erhöhung der monatlichen Sparrate sind ne saudumme Idee, jedenfalls wenn das verfügbare Monatseinkommen und 300€ sinkt. Steigt das absehbar aber um 400 €, ist die Erhöhung um 200 € eigentlich gängige Empfehlung. Ich erhöhe, wenn machbar, eigentlich immer rote Positionen. Ohne wissenschaftlich fundierte Überlegungen. Die würden mich auch nicht jucken, weil das eben mein persönliches Anlagevergnügen ist. Auch die sicher total real existierende "Yvonne, 59" hat ihr persönliches passendes Sparmodell gefunden. Den Paulaner-Schilderungen nach zumindest. Wir/Du können da jetzt gerne empfehlen:

    - 17 Varianten der Umschichtung im Depot

    - Bitte Vorlage von Yvonnes Steuerbescheid, um auch Acc/Dis bis zur Exzesse durchoptimieren zu können

    - 28 Varianten wie die monatliche Sparrate zum Schitzelpreis des Gastrobetriebes passen muss

    - Kauf folgende 1-20 Bücher, lern erstmal die Grundlagen, unverantwortlich/geradezu unverfroren überhaupt einfach Sparpläne zu besparen ohne wissenschaftliche Abhandlungen dazu korrekturgelesen zu haben (Was sagt eigentlich deine Frau zu Yvonne?)

    Geht ihr in der Yoga-Gruppe eigentlich mit dem Sammelhut rum, wenn Yvonne, 59 die Lust verliert, weil du ihr die nicht erkannte Komplexität und Problematiken der Sparplanwelt gezeigt hast? Dann mit ihrer Empfehlungsfreundin bricht, traurig zur Sparkasse ein Schließfach anmelden geht und sich dann doch für Pilates interessiert, weil da tatsächlich weniger über Geld gesprochen wird? Und was sagt Yvonnes Mann zur Entnahmestrategie nach der Gastro-Aufgabe? Und wen juckt es tatsächlich, was davon wie wo wann "schlau" ist? Führen die deine Stammkneipe? Dann kannst du die Sparrate womöglich unmittelbar mit Trinkgeldern beeinflussen.

    3. Ich glaube, der Paulaner-Faktor bei deinen regelmäßigen Yoga-Geschichten ist recht hoch. Nett, das sorgt für einen gewissen Unterhaltungsfaktor im Forum. Wie andere auf diese Geschichten reagieren, darfst du gerne den anderen überlassen.

  • Sie hat mit ihrem Mann zusammen einen kleinen Gastronomiebetrieb und wird in circa sechs Jahren aufhören zu arbeiten.

    Über eine Entnahme hat sie sich bisher überhaupt keinerlei Gedanken gemacht.

    Wie sieht es beim Thema Altersvorsorge aus? Gesetzliche Rente, private Vorsorge etc.

    Passen die Rücklagen und die aktuelle Sparrate zur erwarteten Rentenlücke?

    Wenn die Frage aufkommt, wohin mit zusätzlichen 200€, stellt sich für mich immer die Frage, was bis jetzt mit dem Geld passiert ist.

    - In sichere Anlagen investiert worden: Warum oder warum ändern? Hat sich die Risikotragfähigkeit verschoben? Oder wurde sie bis jetzt unterschätzt?

    - konsumiert: Reduzierung notwendig wegen Rentenlücke? Oder Optimierung der Ausgaben?

    - neu: durch Gehaltserhöhung etc

    Ich finde es schwierig, einer fremden Person Tipp zu geben, von der ich die finanzielle Situation inkl. Vorhandenes Vermögen, Rentenlücke, aktuelle Asset Allocation, Risikotragfähigkeit, finanzielle Ziele... nicht kenne.

    Jetzt isoliert zu sagen, dann erhöhe halt den World oder den Lifestrategy, finde ich eher fahrlässig als zielführend.

  • ...
    Was habt ihr für Ideen, wie sie sich jetzt konkret verhalten soll?

    Ein Buch über Geldanlage zur Hand nehmen und dieses lesen. Das liegt doch auf der Hand.

    Das ist nicht zielführend und macht auch eigentlich keinen Spaß.

    Nicht zielführend ist es allein, um Ratschläge für eine Geldanlage zu bitten, ohne dass das geringste über die gesamten Vermögensverhältnisse angegeben wird. Aber Spaß macht es durchaus.

  • Ich finde nicht das der Anleihemarkt dazu verhilft.

    Für mich funktioniert es bestens.


    Ich habe ungefähr 70% Aktien ETF und 30% kurzlaufende deutsche Staatsanleihen.


    ich brauche die Sicherheit - vllt mache ich es falsch aber für mich es ist die richtige Vorgehensweise und das is alles was für mich wichtig ist


    Ich war sehr arm als Kind - vllt das ist der Grund warum ich die Komfortdecke „Anleihen“ benötige

  • Es geht hier einfach darum, ob es auch überhaupt schlau ist. Das sind 200 € im Monat zu erhöhen. Die Rückschläge der letzten Jahren haben ihr eigentlich überhaupt nichts ausgemacht, weil sie ihre Sparpläne einfach laufen lässt.

    Sie hat mit ihrem Mann zusammen einen kleinen Gastronomiebetrieb und wird in circa sechs Jahren aufhören zu arbeiten.

    Über eine Entnahme hat sie sich bisher überhaupt keinerlei Gedanken gemacht.

    Was schlau und was nicht schlau ist kann man anhand deiner noch immer nicht ausreichend vorhandenen Angaben nicht erahnen. Die Art deiner Fragestellung ist daher jedenfalls nicht schlau. Und das müsstest du eigentlich selbst wissen.

  • Da ich ähnlich alt wie Yvonne bin, würde ich ihr vorschlagen lieber in kurzlaufende deutsche Staatsanleihen zu investieren.


    Die Liste hier kann als Hilfe dienen:

    https://www.deutsche-finanzagentur.de/fileadmin/user…ank/Rendite.pdf

    Ich denke meine Vorgehensweise ist vllt nicht typisch für Finanztip Forum aber „Return of the Money“ ist sehr wichtig je älter Frau/Mann ist.


    In jüngerer Jahren kann mehr in Aktien investiert - da zählt „Return on the Money“ eine größere Rolle, weil man viel Zeit hat.

    Wenn ich einen Blick auf die verlinke Liste werfe, fällt mir sofort der wichtigste Grundsatz zur Geldanlage ein: "Investiere nur in das, was du verstehst." Anleihen sind nun mal alles andere als leicht zu verstehen. Ich verstehe auch nicht, warum man Anleihen als risikoarm bezeichnet und den Leuten empfiehlt, im Alter in diese Anlageform umzuschichten.

    Eine solche Empfehlung mag zu den Zeiten, in denen Banken mit der Fristentransformation ihr Geld einfach verdient hatten, richtig gewesen sein. Durch die ständigen Eingriffe der EZB hat sich das verändert. Langläufer sind aufgrund des Zinsänderungsrisikos ein risikoreiches Investment geworden. Kurzlaufende Anleihen bringen praktisch keine Rendite. Da kann man sein Geld auch in einen Geldmarktfonds investieren, oder auch, wem das zu unübersichtlich ist, Tagesgeldhopping betreiben.

    Obwohl ich deutlich älter bin als du, besitze ich keine Anleihen. Ausnahme ist ein Anleihe-ETF, eine Fehlinvestition aus Anfangszeiten, als ich noch das Märchen von den risikoarmen Anleihen geglaubt hatte.

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