ETF-Aufteilung, macht meine Sinn?

  • Hallo zusammen,


    Ich bin neu hier im Forum und versuche mich finanziell neu aufzustellen, was ohne Vorwissen gar nicht mal so einfach ist, deswegen hoffe ich ihr seht es mir nach wenn ich noch wie ein absoluter Laie auftrete, ich gelobe Besserung :)


    Nach ein bisschen Recherche habe ich mich für ETF entschieden, eine grundsätzliche Frage bleibt jedoch, ob meine Aufteilung überhaupt Sinn macht oder ich besser alles in einen ETF bündeln sollte.


    Mein Hauptaugenmerk soll auf MSCI World liegen, mit einer Aufteilung von 70% meines Gesamtvolumens. Zusätzlich würde ich noch 20% in die Emerging Markets investieren wollen und 10% in MSCI World Small Cap. Macht das überhaupt Sinn oder sollte ich direkt mit 100% in MSCI World ACWI einsteigen?


    Der Grundgedanke dahinter war, dass ich ein bisschen selbst steuern wollte, wie viel Geld ich in welche Märkte investiere, die obere Aufteilung ist also noch nicht fix sondern erst mal nur ein Gedankengang. Vielen Dank für hoffentlich zahlreiche Antworten.

  • Moin und herzlich willkommen hier im Forum

    mich finanziell neu aufzustellen

    Zum finanziellen Selbstentscheider zu werden, ist immer eine gute Idee 💪🏻

    bisschen Recherche

    Verrätst du uns, wo du dich eingelesen hast?

    70% meines Gesamtvolumens. Zusätzlich würde ich noch 20% in die Emerging Markets investieren wollen und 10% in MSCI World Small Cap. Macht das überhaupt Sinn oder sollte ich direkt mit 100% in MSCI World ACWI einsteigen?

    70:20:10 ist eine gute Idee.

    Bei mir 60:20:20.

    Nicht vergessen: immer mal wieder die Gewichtung herstellen.

    Hier wird oft auch die 1-ETF Lösung empfohlen. Mit deiner Auswahl wenig granularer…

    Frage zum Schluss: was ist dein Anlageziel und -Horizont?

    Depot und Transaktionskosten sollten günstig sein.

    LG Finanzschlumpf

  • Ich bin noch nicht so ganz lange drin in dem Thema, aber ich meine mit dem SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (isin: IE00B3YLTY66) hättest du ungefähr genau das Gleiche. Müsstest dich aber um nichts kümmern und das ganze bei 0,17 Ter.

  • Mein Hauptaugenmerk soll auf MSCI World liegen, mit einer Aufteilung von 70% meines Gesamtvolumens. Zusätzlich würde ich noch 20% in die Emerging Markets investieren wollen und 10% in MSCI World Small Cap. Macht das überhaupt Sinn oder sollte ich direkt mit 100% in MSCI World ACWI einsteigen?

    Die 70/20/10 Aufteilung ist grundsätzlich ok. Diese entspricht inetwa der des SPDR MSCI ACWI IMI ETF (Achtung inkl. "IMI). ISIN IE00B3YLTY66.

    Der Einfachheit halber kannst du dann aber auch gleich diesen nehmen. Dieser "All World, all Cap ETF" übernimmt dann das Rebalancing für dich.

    Und noch wichtiger, der ETF vermeidet das hier:

    Der Grundgedanke dahinter war, dass ich ein bisschen selbst steuern wollte, wie viel Geld ich in welche Märkte investiere

    Das bringt nämlich auf Dauer nix ;)

  • Hallo Finanzschlumpf,


    Danke dir für deine Antwort. Ich habe tatsächlich erst vor einer Woche angefangen mich zu informieren, hab geschaut was alles hinter diesen Fachbegriffen steckt die für mich komplett böhmische Dörfer waren und habe gestern dieses Forum entdeckt und viel gelesen, bin noch der klassische Forumsmensch :)

    Also mache ich schon mal nicht grundlegend etwas falsch, das ist schön zu hören. Mein Ziel ist es etwas für die Rente zurückzulegen, sind zwar noch 21 Jahre bis dahin aber besser spät als nie, so zumindest der Grundgedanke. Parallel wird erst mal das marode Tagesgeldkonto aufgefüllt und das wäre mein Hauptaugenmerk, wenn da so 5-6 Monatsgehälter drauf liegen werde ich mehr in ETF investieren, will da erst mal ein Gefühl für entwickeln und am Anfang mit weniger Geld investieren.

  • ...Mein Hauptaugenmerk soll auf MSCI World liegen, mit einer Aufteilung von 70% meines Gesamtvolumens. Zusätzlich würde ich noch 20% in die Emerging Markets investieren wollen und 10% in MSCI World Small Cap. Macht das überhaupt Sinn oder sollte ich direkt mit 100% in MSCI World ACWI einsteigen?

    Das ist jetzt keine so große Abweichung von der Marktkapitalisierung. Insofern dürfte das unproblematisch sein. Es kommt darauf an, was Du damit bezweckst.

    Viel wichtiger ist die Asset-Allokation, also das Verhältnis zwischen sicheren und riskanten Anlagen.

  • Ich bin noch nicht so ganz lange drin in dem Thema, aber ich meine mit dem SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (isin: IE00B3YLTY66) hättest du ungefähr genau das Gleiche. Müsstest dich aber um nichts kümmern und das ganze bei 0,17 Ter.

    Klingt auch ganz gut, danke dir!

    Die 70/20/10 Aufteilung ist grundsätzlich ok. Diese entspricht inetwa der des SPDR MSCI ACWI IMI ETF (Achtung inkl. "IMI). ISIN IE00B3YLTY66.

    Der Einfachheit halber kannst du dann aber auch gleich diesen nehmen. Dieser "All World, all Cap ETF" übernimmt dann das Rebalancing für dich.

    Und noch wichtiger, der ETF vermeidet das hier:

    Das bringt nämlich auf Dauer nix ;)


    Wie genau meinst du das, dass es nichts bringt? Weil es auf das Selbe hinausläuft?

    Das ist ein gutes Argument, halt weniger EM Tilt…

    EM-Anteil: Dieser Anteil ist marktkapitalisierungsgewichtet und schwankt leicht mit der Marktentwicklung, liegt aber meist im Bereich von ca. 11%.

    Was genau bedeutet EM Tilt? Das die Emerging Markets risikobehafteter sind?

    Das ist jetzt keine so große Abweichung von der Marktkapitalisierung. Insofern dürfte das unproblematisch sein. Es kommt darauf an, was Du damit bezweckst.

    Viel wichtiger ist die Asset-Allokation, also das Verhältnis zwischen sicheren und riskanten Anlagen.

    Sind die Emerging Markets also eher riskanter?


    Vielen lieben Dank an alle für die Aufnahme und die zahlreichen Antworten :)

  • Hol einen ETF der alles hat, das ist einfacher. So ist es nur unnötig kompliziert und bringt dir nichts, vergebene Liebesmüh würde man dazu sagen.

    Hinzu kommt: Wie gewichtet man mehrere ETFs genau? Je nachdem ist es dann eine Wette auf das eine oder das andere.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Wie genau meinst du das, dass es nichts bringt? Weil es auf das Selbe hinausläuft?

    Der SPDR MSCI ACWI IMI deckt den weltweiten Aktienmarkt nach Marktkapitalisierung ab. Jede Abweichung davon im Portfolio bedeutet, dass man glaubt es besser zu wissen als der Markt bzw. die anderen Marktteilnehmer. Und das ist enorm schwer. Mal gelingt es, mal nicht. Und wenn es gelingt war es meist nicht Können sondern Glück und Zufall.

    Meine Erfahrung ist, dass die meisten Anleger sich zu viele Gedanken darüber machen, welche Aktien bzw. Länder oder Regionen sie kaufen sollen und zu wenige Gedanken, wieviel Aktien insgesamt. Das bedeutet im Ergebnis, nimm den genannten ETF und fokussiere dich auf die Aktienquote im Portfolio. Die ist wichtiger als ein paar Prozent Emerging Markets rauf oder runter.

  • Alles klar, das war leicht und verständlich und werde ich am besten auch so umsetzen :) Wenn ich etwas Kapital angehäuft und mehr Wissen habe kann ich mich ja noch mit anderen Möglichkeiten beschäftigen, aber dann wird es erst mal „nur“ der genannte. Vielen Dank!

  • Was genau bedeutet EM Tilt? Das die Emerging Markets risikobehafteter sind?

    Ein "Tilt" (englisch für Neigung, Gewichtung) bei Aktien oder ETFs bezeichnet eine Strategie, bei der ein Portfolio gezielt in bestimmte Anlageklassen, Sektoren oder Faktor-Eigenschaften übergewichtet wird, um eine höhere Rendite als der Marktdurchschnitt (Benchmark) zu erzielen. Anstatt den Markt nur passiv abzubilden, wird das Portfolio leicht in eine bestimmte Richtung "gekippt".

  • Je mehr Wissen du hast, umso mehr wirst du verstehen warum hier so oft die 1-ETF Lösung empfohlen und genutzt wird. ;)

    Das ist tatsächlich so!

    Ich habe mich irgendwann vor ca. fünf Jahren das erste Mal mit ETFs auseinandergesetzt. Meine ersten Ideen waren eine wilde Mischung von ETFs, 10% hiervon, 20% davon, und 30% davon usw... Regionen, Sektoren, Faktoren... Irgendwann sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

    Wir haben uns dann für eine 1-ETF-Lösung entschieden - einen stinknormalen MSCI World. Und fertig. Ja, der hat keine Emerging Markets, heutzutage würde ich mich für ACWI (IMI) entscheiden, aber damals war der MSCI World eine Standardempfehlung und ich dachte mir "done is better than perfect". Mit etwas Grummeln im Bauch, weil ich jetzt doch nur die "primitive Anfängerlösung" hatte, aber ich dachte mir, besser als noch ein halbes Jahr lang zu überlegen.

    Auch rückblickend war das absolut die richtige Entscheidung. Achim Weiss, früher hier im Forum sehr aktiv, hat oft vom "Gestaltungsdrang des Anfängers" gesprochen, und da ist wirklich was dran. Man denkt, man muss die perfekte Zusammensetzung finden, und je ausgeklügelter und kleinteiliger das Portfolio desto besser bzw. desto mehr ist das ein Zeichen dafür, dass man sich auskennt. Das Gegenteil ist aber der Fall. Die erfolgreichsten Anleger:innen sind oft die, die einen Welt-ETF kaufen, monatlich besparen und ansonsten gar nichts weiter machen. Diejenigen, die ständig rebalancen, umgewichten, irgendwelchen Trends hinterherlaufen, kaufen und verkaufen (und damit regelmäßig Steuern und Gebühren auslösen) stehen auf lange Sicht oft schlechter da.

    Vielleicht switchen wir irgendwann doch mal auf einen ACWI (IMI), wobei wenn dann nur mit den monatlichen Raten, der Verkauf des MSCI World würde zuviel Steuer auslösen. Aber bisher ist es so auch okay, erfüllt seinen Zweck und läuft einfach.

    Bei einem ETF für unser Kind haben wir tatsächlich etwas danebengegriffen und aus Versehen einen MSCI World Momentum gekauft - wir hatten einfach nicht auf dem Schirm, dass das ein Faktor-ETF ist. Als wir es gemerkt haben, haben wir dann doch mit einem FTSE All World weitergemacht. Aber auch da gilt: Am Ende sind das alles nur Details. Wichtig ist es, anzufangen und dranzubleiben!

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