Betongold glänzt nicht mehr

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  • Ich denke, dass Immobilien als Kapitalanlage in den vergangenen 15-20 Jahren richtig gut waren und in den kommenden 15-20 Jahren eine Katastrophe sein werden. Nicht alle, aber die meisten von Privatpersonen als Renditeobjekt gehaltenen. Ein Eigenheim sollte man nicht dazuzählen. Das hatte schon immer eine sehr gute ,,emotionale" Rendite und lohnte sich rein finanziell noch nie.

  • eine positive Auswirkung sich nicht mehr rentierender vermieteter Immobilien

    Und woher beziehen die Menschen das Geld, um sich eine Immobilie zu kaufen?

    Idealerweise kannst du viel in Eigenarbeit machen und nimmst vielleicht eher eine B oder gar C-Lage.

    Ob das so eine sinnvolle Anlage ist.

    Und dein Leben mit Familie und Beruf muss dazu passen.

    Ich weiß nicht…

  • Ich denke, dass Immobilien als Kapitalanlage in den vergangenen 15-20 Jahren richtig gut waren und in den kommenden 15-20 Jahren eine Katastrophe sein werden. Nicht alle, aber die meisten von Privatpersonen als Renditeobjekt gehaltenen.

    Es kommt sicher auf den Einzelfall an, aber für unsanierte Objekte trifft das sicherlich zu.

    Ich habe mich schleunigst von einer ETW getrennt, als die Mieter ausgezogen sind. Eine 2-Zi-Wohnung mit offener Galerie, dazu Originalfenster aus Baujahr 1987, keine weitere Sanierung seitdem. Wenn da ein Paar einzieht, drei Kinder bekommt (die können auf der Galerie untergebracht werden) und duschen und heizen, dann vielen Dank für die jetzige und künftige anteilige Co2-Beteiligung durch den Vermieter.

    Das Geld liegt jetzt pflegefrei im Depot, schüttet Dividende aus und hat seit 2023 sogar eine moderate Wertsteigerung erzielt.

    Ich rede seit Jahren, eigentlich seit dem Green Deal der EU (hier energetische Sanierung) an meinen Mann hin, endlich die Erbengemeinschaft an einem Münchner Miethaus aufzulösen. Ich habe alle Verschlechterungen vorausgesehen und 2019 wäre ein Spitzenjahr für den Verkauf gewesen, ganz abgesehen was das Geld seitdem im Depot gemacht hätte. Leider vergebens. Es ist und bleibt eine alte unsanierte Kiste und mir hat noch kein Erbe die Mietrendite für dieses Objekt nennen können. Es ist aber klar, dass sie unterdurchschnittlich und der Arbeit mit dem Objekt, samt Risiko nicht angemessen ist.

  • Steht halt in diametralen Verhältnis zu den (laut Medien und meinem Gefühl) erforderlichen Wohnraum. Lösung?

    Für mich war eine vermietete Immobilie (als Eigentümer) immer mit mehr Risiko verbunden wie sie mir Renditechancen geboten hätte.

    Und so, wie Politik und Gerichte seit einigen Jahren entscheiden, wird das immer noch schlimmer.

    Klar kann man Glück haben und einen langjährigen, zuverlässigen und stressfreien Mieter haben. Aber wehe, man hat diesen nicht.

    Lösung: entweder die selber bewohnte Immobilie, genossenschaftliches Wohnen oder die Hoffnung, einen Großvermieter zu haben, der sich trotzdem um die Immobilie kümmert.

    Berliner Wohnungsmarkt Zu siebt in der Drei-Zimmer-Wohnung - für 3.000 Euro im Monat

    Scheint wohl legal zu sein oder die Berliner Verwaltung ist einfach wieder nur unfähig, ihre eigenen Gesetze durchzusetzen. Sowas kommt auch bei raus, wenn man bewusst die ZVS abschafft.

    Ich denke, dass Immobilien als Kapitalanlage in den vergangenen 15-20 Jahren richtig gut waren

    Das gilt auch nur, wenn Du einen zuverlässigen Mieter gefunden hast und weder selber Eigenbedarf hast noch an jemanden verkaufen möchtest, der Einbedarf haben würde. Da braucht man an Zwangssanierungen, Mietendeckel, zwerstrittene WEGs und co. noch garnicht zu denken.

  • Hallo,

    eine positive Auswirkung sich nicht mehr rentierender vermieteter Immobilien könnte ja vielleicht sein, dass sich die Eigentumsquote in Deutschland erhöht. Immerhin ist D das einzige EU- Land mit einer Quote unter 50%, siehe https://www.iwd.de/artikel/wohnei…-europa-612730/

    Gruß Pumphut

    Alle reicheren europäischen Länder haben niedrige Eigenheimquoten (Schweiz am niedrigsten) während die ärmsten Länder die höchsten Quoten haben. Weiß nicht ob das erstrebenswert ist.
    Die Quote an Immobilienbesitz wird zudem sehr stark vom Auszugalter aus dem Elternhaus bestimmt. So ist diese in Italien recht hoch, aber das liegt nur daran dass die Italiener bis Mitte 30 bei Mama wohnen und nicht schon Anfang 20 eine Wohnung mieten.

  • Ich denke, dass Immobilien als Kapitalanlage in den vergangenen 15-20 Jahren richtig gut waren und in den kommenden 15-20 Jahren eine Katastrophe sein werden. Nicht alle, aber die meisten von Privatpersonen als Renditeobjekt gehaltenen. Ein Eigenheim sollte man nicht dazuzählen. Das hatte schon immer eine sehr gute ,,emotionale" Rendite und lohnte sich rein finanziell noch nie.

    Das sehe ich anders. Eine vermietete Immobilie als Kapitalanlage ist für Privatpersonen ein Hochrisiko-Investment und war noch nie gut. Da besteht das Risiko von Mietausfällen, die dir eine Negativrendite über Jahre einbringen. Staatlichen Eingriffen ist man schutzlos ausgesetzt. Und aus einer A-Lage kann schnell eine C-Lage durch Änderungen im sozialen Umfeld werden.

    Warum hat sich ein Eigenheim noch nie gelohnt? Selbst wenn ich die Instandhaltungskosten von einer hypothetischen Kaltmiete, die für ein vergleichbares Objekt zu zahlen wäre, abziehe, sind das Aufwendungen in Höhe einer sehr guten gesetzlichen Rente, die ich eben nicht zahlen muss.

  • Das hatte schon immer eine sehr gute ,,emotionale" Rendite und lohnte sich rein finanziell noch nie.

    Bisschen pauschal, oder? Du meinst bestimmt nicht komplett Deutschland, also von Westerland bis Garmisch?

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Hallo,

    Und woher beziehen die Menschen das Geld, um sich eine Immobilie zu kaufen?

    Da dürften drei Entwicklungen helfen. Zum einen, wenn ich mit meiner vermietenden Immobilie laufende Verluste mache, nicht nur buchhalterische unter Einrechnung des längst bezahlten Kaufpreises, dann akzeptiere ich auch niedrigere Verkaufspreise. Und auf der anderen Seite, wenn ich keine Chance auf dem Mietwohnungsmarkt habe und endlich von Muttern weg will, überlege ich mir, ob der Auslandsurlaub sein muss, usw. Außerdem, bei der selbst bewohnten Immobilie hat der Staat mit seinen Vorschriften schon immer ein Auge zugedrückt – der Wildwuchs der letzten 10 Jahre wird gerade abgebaut.

    Nicht umsonst hat das ärmste EU- Land, Rumänien, die höchste Wohneigentumsquote.

    Alle reicheren europäischen Länder haben niedrige Eigenheimquoten (Schweiz am niedrigsten) während die ärmsten Länder die höchsten Quoten haben. Weiß nicht ob das erstrebenswert ist.

    Erstrebenswert vielleicht nicht, aber unausweichlich.

    Gruß Pumphut

  • Alle reicheren europäischen Länder haben niedrige Eigenheimquoten (Schweiz am niedrigsten) während die ärmsten Länder die höchsten Quoten haben. Weiß nicht ob das erstrebenswert ist.

    Eigentum kann meiner Meinung nach nie verkehrt sein. Kein Ärger mit Vermietern, kein Stess wegen Mieterhöhungen, teuren Sanierungen u.ä.

    Tatsächlich ist das Durchschnittsvermögen in Deutschland niedriger als etwa in Spanien und Italien, weil dort mehr Leute Immobilien haben.

  • Nur am Rande aber in dem Kontext

    Alle reicheren europäischen Länder haben niedrige Eigenheimquoten (Schweiz am niedrigsten)

    (nachträglich gefettet von mir)

    Daß diese Behauptung in ihrer Pauschalität - jedenfalls nach meinem Kenntnisstand - keine Abbildung in der Realität findet, hatte ich schon an anderer Stelle kurz dargestellt; siehe hier:

    Schon spontan fallen mir da nämlich diverse "reiche" Länder (in Europa) ein - mit auch relativ "reichen" Bürgern (Durchschnittsvermögen, Medianvermögen, erwirtschaftetes BIP pro Kopf) - wie Dänemark, Schweden, Luxembourg, Niederlande, Irland, Norwegen - und außerhalb Europas natürlich die USA -, die deutlich bis viel höhere Wohneigentumsquoten als Deutschland (um die 43 bis 47% - je nach Erhebung) aufweisen.

    Die USA beispielsweise mit einer Wohneigentumsquote deutlich > 60% (65 bis 66%), Irland beispielsweise eine um fast 70% und Norwegen eine um nahe 80% (allein der norwegische Staatsfonds dürfte inzwischen um die zwei Billionen € notieren und allein dieser verwaltet für jeden norwegischen Bürger (s)einen rein rechnerischen pro Kopf-Anteil von ca. 360.000 €).

    Zahlen aus der Erinnerung - Kundigere mögen das gerne korrigieren

  • Eigentum kann meiner Meinung nach nie verkehrt sein.

    Ganz generell: Bei dem Strangthema (These: "Betongold glänzt nicht mehr") sind - nach meinem Dafürhalten und wie stets bei dem Thema "Immobilie(n)" - die beiden Spielfelder "selbst genutztes Wohneigentum" und "vermietete Objekte" zu unterscheiden.

    Nach meinen Beobachtungen kann beides im Einzelfall von vorneherein problematisch bis "verkehrt" sein oder sich im Verlauf als problematisch bis "verkehrt" herausstellen.

    Wobei auf dem Spielfeld "selbst genutztes Wohneigentum" - neben den "harten" finanziellen Aspekten - oftmals noch diverse "weiche" Faktoren eine (wichtige) Rolle spielen.

    Tatsächlich ist das Durchschnittsvermögen in Deutschland niedriger als etwa in Spanien und Italien, weil dort mehr Leute Immobilien haben.

    Wie schon mehrfach erwähnt: Von der Theorie her und rein finanzmathematisch gesehen ("weiche" Faktoren außen vor), dürfte in den meisten bis allermeisten Fällen der Protagonist besser fahren, der über mehrere Jahrzehnte hinweg - konsequent und diszipliniert - seine Mittel und/oder Sparquote in den weltweiten Aktienmarkt investiert (gemäß der inzwischen herrschenden Lehre natürlich also kostengünstig und weltweit breit gestreut via ETFs).

    In der Realität findet dies - jedenfalls hierzulande - aber keine kongruente Abbildung (Stichwort: "Aktienquote in Deutschland" - nur um die rund 20% oder noch niedriger). Dagegen "schlummern" Billionen auf Girokonten, Sparbüchern, Tages-und Festgeldern und liefern - nach Steuern und Inflation - kaum oder keine Rendite (negative Realverzinsung).

    Wie ebenfalls schon diverse Male erwähnt:

    Ein solches "Special Interest Forum Finanzen" bildet meines Erachtens den Durchschnitt der Bevölkerung nicht ansatzweise ab

    Das gilt angefangen von der Bereitschaft zur Beschäftigung mit dem Thema "private Finanzen" über einen vorhandenen schlüssigen Finanzplan bis hin zur Risikotoleranz und insbesondere auch der Compliance, diesen persönlichen Finanzplan betreffend.

    Untersuchungen am Ende der Vermögensaufbauphase (Alter 60/65) zeigen daher in schöner (oder bitterer - je nach Betrachtungsweise) Regelmäßigkeit, daß Protagonisten mit (dann meist abbezahltem) Wohneigentum ein deutlich höheres Vermögen aufweisen, als jene ohne Wohneigentum (daß dieses Vermögen dann nicht ganz selten wesentlich bis hauptsächlich in der Immobilie "gebunden" ist, wäre wieder ein anderes Thema).

    Dabei dürfte der "Zwangsspareffekt" (leider) die wesentliche Rolle spielen. Ein ETF-Sparplan - so denn überhaupt vorhanden (Stichwort: Aktienquote in Deutschland) - kann beispielsweise jederzeit unterbrochen oder ganz ausgesetzt werden - ohne jedenfalls zeitnahe Folgen oder Konsequenzen. Das sieht bei einer Kreditrate (Annuität im Fall eines Immobiliendarlehens) völlig anders aus, da dann sehr zeitnaher Ärger und Stress mit der Bank (bis hin zum Zwangsverkauf oder der Zwangsversteigerung) drohen.


    Das gehört für mich jedenfalls als Hintergrund zum ganzen Bild und die breite Bevölkerung betreffend (noch) dazu. Mag sein, daß sich dies sukzessive ändert. Meine Hoffnungen in Sachen "Finanzbildung und Finanzwissen" hierzulande - beim Blick über die vergangenen Jahrzehnte - sind aber eher überschaubare.

  • Eigentum kann meiner Meinung nach nie verkehrt sein. Kein Ärger mit Vermietern, kein Stess wegen Mieterhöhungen, teuren Sanierungen u.ä.

    Das ist richtig. Die teuren Sanierungen hast du aber als Eigenheimbesitzer auch, das darfst du dabei nicht vergessen. 😉

  • Das ist richtig. Die teuren Sanierungen hast du aber als Eigenheimbesitzer auch, das darfst du dabei nicht vergessen. 😉

    Oder man investiert halt nicht in sein Eigenheim und lässt alles vergammeln. Hier im Dorf gibt es leider eine Vielzahl von solchen runtergerockten Grundstücken, wo viele ein Eigenheim besitzen, aber in den letzten Jahrzehnten nix investiert haben. Da würde ich mich in einer sanierten Wohnung wohler fühlen und dürfte auch stressfreier sein als mich z.B..um die Sanierung von Dach und Co kümmern zu müssen.

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