Diamanten als Geldanlage

Edelsteine statt Aktien?

Hermann-Josef Tenhagen Stand: 23. Juni 2014
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Materialwert eines Diamanten schützt vor Totalverlust.
  • Als Geldanlage sind Diamanten für die meisten Privatanleger dennoch nicht geeignet.
  • Wenn überhaupt lohnt es sich nur, in qualitativ hochwertige und teure Edelsteine zu investieren.

Seit herkömmliche Geldanlagen kaum noch Zinsen bringen, sind Sparer auf der Suche nach alternativen, werthaltigen und rentablen Investments. So mancher Anleger überlegt darum nun, ob es sich lohnt, sein Geld in Diamanten anzulegen. In der Regel lohnt sich das jedoch nicht. Denn Diamanten sind Schmuck und für die meisten Privatanleger nicht zur Geldanlage geeignet. Sie haben zwar einen gewissen Materialwert, der den Besitzer vor Totalverlust schützt – für Nicht-Experten ist es aber schwer, damit eine positive Rendite zu erzielen.

Nachteile eines Investments in Diamanten:

  • Edelsteine werfen keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab.
  • Man muss mindestens mehrere tausend Euro investieren, um einen Diamanten zu kaufen, der als Geldanlage-Objekt überhaupt infrage kommt. Grund: Nur bei hochwertigen Edelsteinen besteht eine Chance auf Preissteigerung.
  • Sie brauchen viel Fachwissen, um den Wert eines Steins beurteilen zu können. Hierbei spielt nämlich gleich eine ganze Latte von Qualitätskriterien eine Rolle: Farbe, Reinheit, Schliff und Gewicht. Selbst absolute Experten sind sich über den Wert eines Steins oft nicht einig.
  • Jeder Edelstein muss individuell beurteilt werden. Damit besteht das Risiko, dass Ihr Diamant gerade nicht gefragt ist, wenn Sie ihn verkaufen wollen.
  • Es gibt keinen Börsenhandel, über den Sie Diamanten schnell wieder verkaufen können, wenn Sie Geld benötigen.
  • Diamanten verursachen Lagerkosten, wenn man sicher gehen will, dass sie nicht gestohlen werden.

Wenn Sie einen Diamanten bei einem Juwelier kaufen, kann über ein Drittel des Preises auf die Mehrwertsteuer und die Handelsspanne des Händlers entfallen. Wenn Sie den Edelstein wieder verkaufen, müssen Sie also damit rechnen, womöglich viel weniger als den Kaufpreis zurückzuerhalten.

Sie können Diamanten auch auf spezialisierten Internet-Handelsplattformen verkaufen – von privat an privat. Sie sind also nicht auf Juweliere angewiesen.

Fazit: Diamanten sind Schmuckstücke, die sich allenfalls für Experten zur Geldanlage eignen, aber nicht für die meisten Privatanleger. Wenn Sie einen teuren Diamanten besitzen und ihn verkaufen wollen, sollten Sie seinen Wert bei örtlichen Händlern schätzen lassen. Für den Verkauf können Sie auch Internet-Plattformen nutzen. Damit erreichen Sie potenziell einen größeren Kreis an Interessenten – was wiederum die Chancen erhöht, einen guten Preis zu erzielen.

Autor
Hermann-Josef Tenhagen

Stand: 23. Juni 2014


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