Trennung - Was passiert mit der Immobilie?

  • Hallo zusammen,

    meine Partnerin hat sich vor wenigen Wochen ziemlich unerwartet von mir getrennt und auch direkt Nägel mit Köpfen gemacht - und ist zu ihrem neuen Partner gezogen. Soweit so schlecht.

    Wir haben vor drei Jahren eine Bestandsimmobilie gekauft. Derzeit ist der Stand wie folgt: Ich wohne mit zwei Hunden weiterhin in der Immobilie. Meine Ex-Partnerin (wir sind nicht verheiratet) sagt, sie möchte das Haus nicht verkaufen. Sie will, dass jemand von uns in dem Haus bleiben kann, und wir dafür gemeinsam einen Weg finden sollten. Da sie zu ihrem neuen Partner gegangen ist, soll ich mit den Hunden im Haus bleiben (Die Hunde will sie auch nicht abgeben, kann sie aber auch nicht mitnehmen). Vorerst läuft die hälftige Finanzierung weiter, wir wollen da in den kommenden Monaten eine Lösung finden. Morgen unterzeichnet sie mir einen vorläufigen Mietverzicht / Nutzungskostenentschädigungsverzicht.


    Ich würde eigentlich wirklich gerne im Haus bleiben. Ich weiß nur nicht wirklich, wie ich das Ganze regeln soll. Wir zahlen 2250 Euro monatlich für die Kreditrate, hälftig geteilt (bei 2% Tilgung). Ich habe einen Nettolohn in Höhe von 3650 Euro, in den nächsten Monaten steigt das um etwa 300 Euro netto. Aber auch von knapp 4000 Euro kann ich nicht mit gutem Gewissen die Kreditrate komplett alleine tragen - zumal die Bank das vermutlich auch nicht mittragen würde.

    Es gibt z.B. folgende Idee, welche auch meine ex vorgeschlagen hatte, wozu ich gerne eine Meinung hätte:

    Ich übernehme 75% der Rate, meine ex 25%. Für sie könnte es eine Art "Sparplan" sein - mit Anspruch auf einen gewissen Prozentsatz des Hauswertes bei Verkauf. Man könnte darüber verhandeln, und sich z.b. auf 30% des Hauswertes einigen oder so ähnlich - so könnte ich hier bleiben, und sie hätte Rendite in Aussicht. Der Verkauf würde dann vielleicht irgendwann in ein paar Jahren stattfinden, keine Ahnung was irgendwie in Zukunft passiert. So wäre aber vorerst alles Safe, und ich müsste nicht raus.

    Ist so etwas völlig absurd? Falls nicht, wie könnte man so etwas regeln? Soweit ich weiß, schlägt das Grundbuch alles. D.h. selbst wenn wir vertraglich, notariell, solch eine Regelung vereinbaren würden, stehen im Grundbuch immer noch 50/50. D.h. sie könnte ihre 50% durchsetzen, egal, was in dem anderen Vertragswerk steht. Wenn die Eigentumsverhältnisse im Grundbuch geändert werden, müsste aber auch die Bank zustimmen, richtig?


    Ich bin ehrlich etwas überfragt und vielleicht hat jemand von euch eine gute Idee. Das Haus zu verkaufen ist derzeit so gut wie nicht möglich - einfach aus faktischen Gründen. Zu teuer, zu wenig Nachfrage in der Region, die wirtschaftliche Lage animiert die Menschen gerade wohl nicht so zum Hauskauf. Es ist ein Massivholzhaus, damit reduziert sich die Käuferklientel deutlich... Wenn ich ausziehen sollte, müsste ich mir eine Mietwohnung suchen - eine 2-3 Zimmer Wohnung kostet hier in der Region mittlerweile etwa ab 1000 Euro kalt aufwärts - da wäre ich warm auch wieder fast bei den 75%, die ich für das Haus angepeilt habe.

    Ich würde mich einfach etwas über Input freuen. Über mögliche Ideen, wie man es möglich machen kann, das Haus zu halten.

    Vielen Dank vorab :)

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  • Mein Tipp bei sowas, auch wenn du der Meinung bist das das wirtschaftlich aktuell ungünstig ist, Haus verkaufen ! Und zwar aus mehreren Gründen, lieber jetzt etwas Verlust auf beide aufteilen und einen sauberen Cut machen. Meinst du in 10 Jahren wäre die Verkaufssituation eventuell besser ? Was ist wenn du selbst eine neue Partnerin findest und mit der da wohnst und deine Ex dir das evtl. vergönnt, auch wenn es jetzt scheinbar funktioniert ?

    Und sei ehrlich zu dir, willst du wirklich loslassen oder ist das eine Art weiterhin in Kontakt zu bleiben ? Bei solchen Sachen lohnt besser immer den finalen Cut zu machen, ist fair und macht beide Seiten unabhängig und jeder kann seine Wege gehen.

  • Ich bin hier auch eher bei einem klaren Cut. Das was ihr vorhabt ist finanziell heikel und wird emotional zu einer echten Belastungsprobe.

    Falls ihr das Haus aber trotzdem unbedingt halten wollt, würde ich über folgende Konstellation nachdenken. Ihr bleibt beide Eigentümer der Immobilie zu den aktuellen Anteilen und tragt sämtiche Kosten und Tilgung der Immoblie auch beide exakt nach dem Verhältnis.

    Dann vermietet ihr beide die Immobilie an Dich zu einer ortsüblichen Miete.

    Das wäre eine saubere, nachvollziehbare Berechnung, die sich auch später verhältnismäßig leicht lösen lässt.

  • Für mich klingt der Lösungsansatz absurd, sorry. Du sollst 75 % der laufenden Rate übernehmen, hast aber (vermutlich) nur einen Anteil von 50 % im Grundbuch; ändert ihr aber etwas am Anteil im Grundbuch wird ggf. Grunderwerbsteuer fällig.

    Wer trägt die Kosten bei größeren Reparaturen und Instandhaltungen (neue Heizung, Dach undicht, Keller undicht, usw.)? Das alles in Verbindung mit einer unerwarteten/plötzlichen Trennung mit neuem Partner .... das bietet Sprengstoff.

    Auch die Variante, dass deine Ex die Immobilie komplett übernimmt und Du mietest, scheint keine Variante zu sein, da Sie Dir da vermutlich auch nichts schenken wird, was erzielbare Miethöhe angeht.

    Klarer und sauberer Cut wäre wohl das Beste .

  • Meine Ex-Partnerin (wir sind nicht verheiratet) sagt, sie möchte das Haus nicht verkaufen. Sie will, dass jemand von uns in dem Haus bleiben kann, und wir dafür gemeinsam einen Weg finden sollten. Da sie zu ihrem neuen Partner gegangen ist, soll ich mit den Hunden im Haus bleiben (Die Hunde will sie auch nicht abgeben, kann sie aber auch nicht mitnehmen).

    "Nägel mit Köpfen" und starker Wille. Meine grundsätzliche Empfehlung ist auch, dich von den Verflechtungen und Abhängigkeiten vollständig zu befreien - auch wenn es Kraft und finanziell etwas kostet. Nimm professionelle Beratung und Unterstützung in Anspruch. Ansonsten wird sie deine Triggerpunkte weiterhin nutzen, damit du das 'möchtest', was ihr nutzt und dich abhängig hält.

  • Falls ihr das Haus aber trotzdem unbedingt halten wollt, würde ich über folgende Konstellation nachdenken. Ihr bleibt beide Eigentümer der Immobilie zu den aktuellen Anteilen und tragt sämtiche Kosten und Tilgung der Immoblie auch beide exakt nach dem Verhältnis.

    Dann vermietet ihr beide die Immobilie an Dich zu einer ortsüblichen Miete.

    Das wäre eine saubere, nachvollziehbare Berechnung, die sich auch später verhältnismäßig leicht lösen lässt.

    Bei nochmaligem drüber nachdenken, würde ich in der aktuellen Situation folgendes machen.

    Ihr vereinbart das Konstrukt oben erstmal befristet für 6 Monate und schaut dann weiter. Aufgrund der Konstellation fände ich persönlich 3 Monate mietfrei fair.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung, ist man in den ersten 6 Monaten eh nicht in der Lage eine rationale Entscheidung zu treffen. Insbesondere bei so einer Konstellation.

  • Vorerst läuft die hälftige Finanzierung weiter, wir wollen da in den kommenden Monaten eine Lösung finden.

    Na immerhin!

    Es gibt auch den Fall, dass ein/e Partner/in auszieht und seinen/ ihren Verpflichtungen schlicht nicht mehr nachkommt.

    Damit ist ein überhasteter Verkauf zunächst abgewendet. Aus meiner Sicht ist so die Grundlage vorhanden, statt eines "Trennungsschnäppchens" die Immobilie zum Marktwert zum Verkauf anzubieten.

    Andere Optionen würde ich, auch wenn es wehtut, eher ausschließen.

  • CharlyRomeo , habe nur Deinen Beitrag Nr. 1 überflogen.


    Vorab und ganz allgemein zu diesem Aspekt:

    meine Partnerin hat sich vor wenigen Wochen ziemlich unerwartet von mir getrennt und auch direkt Nägel mit Köpfen gemacht - und ist zu ihrem neuen Partner gezogen. Soweit so schlecht.

    (nachträglich gefettet von mr)

    Als hier sicherlich zu den "Seniors" gehörender - mit entsprechend lange eigener Lebenserfahrungen aber insbesondere auch mit langen Erfahrungen samt ebensolchen Beobachtungen in meinem näheren und weiten Umfeld (Trennungen und Scheidungen gehören längst zu den Usancen) - erlaube ich mir den Hinweis (so bitter sich das im Moment auch anfühlen mag), daß sich in solchen Fällen nicht ganz selten erst in der Retrospektive beurteilen läßt, ob ein bestimmter Geschehensablauf "so schlecht", "weniger schlecht", "neutral" "neue Chance eröffnend" oder sogar eher "gut" oder "glücklich" war.

    Von Hobbypsychologie - noch dazu in Form der Ferndiagnose - halte ich nicht viel, um es noch möglichst subtil zu formulieren. Nichtsdestotrotz: Das Ganze klingt - für mich ganz persönlich jedenfalls - ein bißchen "dominant" und bestimmend von Seiten Deiner Ex-Partnerin aus. Zugegebenermaßen: Vielleicht interpretiere ich das aber nicht aus dem Text heraus sondern nur da hinein ... ? Es könnte ggf. sinnvoll sein, die plötzliche Trennung - samt Art und Weise derselben - erstmal sacken zu lassen, um sich (Dich) emotional etwas runter zu kühlen, bevor Du so gewichtige weitere Schritte und Entscheidungen angehst ... In einer solchen Situation juristischen Rat und/oder professionelle psychologische Hilfe zu suchen, ist keine Schande - sondern kann im Einzelfall der beste Rat sein.

    Ich würde mich einfach etwas über Input freuen.

    Beginnt man das Basteln in Sachen Umsetzung Deiner Idee (Priorität ?, Wunsch ?)

    ... wie man es möglich machen kann, das Haus zu halten.

    landet man schnell auf juristischem Terrain, wenn eine wasserdichte Umsetzung angestrebt wird. Eine handfeste Rechtsberatung in einem solchen öffentlichen Forum und unter "fremden Dritten" ist in Deutschland nicht vorgesehen (präziser nicht erlaubt). Früher im Rechtsberatungsgesetz (RBerG) geregelt und ab 2008 (nach meiner Erinnerung) im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG).


    Meine langjährigen Erfahrungen in der Sache sprechen - schon nach summarischer Prüfung Deines Fall, der Konstellation und Deinem finanziellen Hintergrund - für einen klaren Schnitt sprich den Verkauf des Hauses (selbst, wenn als Verkaufspreis nicht der "gewünschte" zu erzielen sein sollte).

    Über irgendeine Konstruktion (Darlehen, Mietvertrag) - nach einer Trennung - weiter miteinander verbunden zu sein (ggf. über sehr lange Jahre) bietet reichlich Potential für Ärger, Streit und Stress. Ein solcher klarer Schnitt eröffnet auch die Möglichkeit die eigenen privaten Finanzen wieder neu zu starten bzw. neu zu ordnen und neu zu strukturieren.

    Selbst die vermeintlich "simple" Lösung "Partei A bleibt im Haus und kauft Partei B ihren halben Anteil ab" (durfte/mußte ich in meinem weiteren Umfeld in 2021 mit anschauen) wird nicht selten zum Problem. A setzt den Wert des Hauses möglichst niedrig an, um es für sich relativ günstig zu machen, B denkt und verhält sich genau umgekehrt. Mit der Trennung und einem neuen Partner auf der einen Seite ist der "Liebesrausch" samt positiver Grundstimmung ohnehin lange Geschichte. Teilweise dominieren andere Gefühle das Geschehen. Bei den stark voneinander abweichenden Preisvorstellungen von A und B scheint es sich um verschiedene Häuser zu handeln ... Es kommt zu einem kostenpflichtigen neutralen Gutachten - welches von beiden nicht akzeptiert wird. Beide bringen eigene bezahlte Gutachten ins Spiel und beide schalten Anwälte ein. To make a long story short: Das Ganze endete in einer Teilungsversteigerung gemäß ZVG ("zur Aufhebung der Rechtsgemeinschaft" - der Ehe in dem Fall, da die beiden verheiratet waren), da eine Einigung über den Kaufpreis nicht erzielt werden konnte (unter Erwachsenen ...). Eine solche Unterform der Zwangsversteigerung kann aber - je nach Einzelfall - einer Art "Kanuwildwasserfahrt" als "Sturzfahrt einen Bergbach hinunter" ähneln ... Imponderabilien enthält ein solches Verfahren so gut wie immer.

    Nur am Rande: Auch bei Dir könnte ggf. früher oder später eine neue Partnerin ins Spiel kommen. Dies muß nicht, kann aber bei anderen Modellen (Beispiel: Deine Ex als Vermieterin) schnell in eine toxische Richtung gehen.


    Ich bedauere aufrichtig, Dir - von meiner Seite jedenfalls - keine Empfehlung geben zu können gemäß Deiner Vorgabe (Deinem Wunsch).

    Zu Deinem Verständnis: Für meinen Teil bin ich nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen (in u. a. Aktien und Immobilien investiere ich seit über 50 Jahren, ein Eigenheim hatte ich in den 70er Jahren erworben). Wenn ich mich hier aber an einem Hinweis oder Rat versuche - im Rahmen meiner bescheidenen Kenntnisse - dann tue ich dies nach bestem Wissen und Gewissen und vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen.


    Dir gute Gedanken und danach ebensolche Entscheidungen. Bei deren Umsetzung wünsche ich gutes Gelingen und viel Erfolg ... !

  • Ich schreibe dazu was aus Sicht eines Freundes von mir.
    Mein Freund und seine damalige Frau kaufen sich ein älteres Haus auf dem Land. Er (gelernter Handwerker) beginnt mit der Umfassenden Renovierung des Hauses.
    Nach wenigen Jahren zerbricht die Ehe. Scheidung. Mein Freund will das Haus unbedingt behalten, da ja auch viel seiner Arbeit in seinem Traum drin steckt.
    Nach vielen Verhandlungen mit der Bank darf er seine Ex-Frau auszahlen und die Immobilienfinanzierung allein weiter führen. Finanziell geht es eigentlich (rechnerisch) nicht. Aber mit hoher Sparsamkeit und reichlich Schwarzarbeit schafft er es über 15 Jahre lang finanziell über die Runden zu kommen und die Raten zu zahlen.

    Dann lernt er eine neue Frau kennen und lieben. Die neue Frau in seinem Leben möchte aber partout nicht aufs Land ziehen. Immer häufiger wohnt er bei seiner Freundin in der Stadt und erkennt, dass es da auch ganz schön sein kann.
    Letztlich verkauft er sein Haus auf dem Land kurz bevor er schuldenfrei gewesen wäre, und zieht gemeinsam mit seiner Freundin (die inzwischen seine Frau ist) in eine größere Wohnung in der Stadt.
    Und um es klar zu sagen: Mein Freund bereut keine Seiner Entscheidungen! Das ist das was man Leben nennt. Es war viel mehr sein Traum eine Immobilie zu besitzen, als der Wunsch seiner damaligen Frau die eher eine Karriere anstrebte.

    Was Du daraus mitnehmen solltest: Mach Dir klar, was Du wirklich willst! Willst Du das Haus unbedingt behalten? Dann versuche eine Lösung zu finden, damit Du das Haus allein halten kannst. Aber mach Dich dabei nicht von einer anderen Person und deren Befindlichkeiten abhängig!

  • Also ich würde nichts mit Anteilen versuchen, die nicht im Grundbuch verankert sind.

    Eigentlich müsste sich das Grundbuch ändern lassen. Der Grundbucheintrag ist ja unabhängig vom Kredit. Beim Kredit hängt ihr, sehr wahrscheinlich, sowieso beide Gesamtschuldnerisch drinnen.

    Den Kredit könntet ihr nach 10 Jahren kündigen ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Vorher nur mit. Da wäre die Frage wie hoch die ist und wie teuer ihr verkaufen könnt im verglich zu den Kosten die ihr habt und hattet.

    Rechtlich wäre es am besten jeder zahlt 50% des Kredits, du zahlst deiner Ex auf ihre 50% eine Miete.

    Praktisch könntet ihr die Miete niedrig ansetzen, dafür das du dann die laufenden Nebenkosten trägst. Sonst müsstet ihr das auch auseinandernehmen und schauen was umlagefähig ist.

    Dazu einen Mietvertrag zwischen euch, als Sicherheit für dich.

    Ich würde mir in der Kombi einen guten Notgroschen ansparen, wenn es doch zu einem Streit, Umzug und Verkauf kommt.

    Oder ihr Verkauft jetzt und trennt es ordentlich.

    Hängt auch sehr was für Typen ihr seit vom Umgang und dem Sicherheitsbedürfnis her.

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